Ägypten: Tyrannei der Frommen


Viele Ägypter hatten sich vom Sturz des Mubarak-Regimes eine Besserung erhofft: aber interessanterweise leiden vor allem Atheisten unter den neuen Bedingungen. Die Süddeutsche Zeitung hat einige von ihnen begleitet Foto: Maged Helal/ flickr | CC-BY 2.0
Sie müssen sich heimlich treffen. Für das ägyptische Gesetz sind sie verdächtig, für die ägyptische Gesellschaft verrückt. Die Rede ist von den Atheisten, die es in dem durch und durch religiösen afrikanischen Land schwer haben. Eine Redakteurin der Süddeutschen Zeitung hat einige von ihnen begleitet.

pro Medienmagazin

Die Medien berichten oft von verfolgten Christen und ihrem Schicksal. Das Beispiel der Atheisten in Ägypten beweist, dass auch andere Weltanschauungen gefährdet und bedroht sind. Tom ist einer der ägyptischen Atheisten, der sich häufig mit atheistischen Freunden in Bibliotheken trifft, weil sie dort ungestört „über alles reden können“. Dass er hier nur wenige Bücher zum Atheismus findet, ärgert ihn. Tom sieht dies als „Tyrannei der Frommen“. Für sein Leben als Atheist brauche er sich nicht zu rechtfertigen, eher sollten „die anderen erst einmal nachweisen, dass es einen Gott gibt“. Er vermisst Reform im Islam. Vor allem dessen Fanatismus stört ihn gewaltig.

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4 Comments

  1. Emporda, ich muss Dir bezüglich Zensur von evangelisch.de ausdrücklich widersprechen. Ich habe oft sehr scharfe antireligiöse und antikirchliche Aussagen gemacht, keine wurde ja zensiert. Was Du über Pfarrer Muchlinsky sagst, stimmt im Wesentlichen.

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  2. @Uwe Lehnert
    Kommentare die durch die Zensur von http://evangelisch.de/ durchgehen sind nur Labertexte – etwa -wie verhalte ich mich in der kath. Messe,
    -ab wann darf ich ein Collarhemd tragen

    Der Pfarrer Muchlinsky haut in der Zeitung groß auf die Pauke alle Glaubensfragen zu beantworten. Fragt man dezidiert nach
    – ob man nach Luthers bindenden Vorgaben das „faule Judenpack“ aus dem Land schmeißen und sich deren Besitz aneignen soll
    – warum der Tod im Kindbett für Frauen Gottes Segen ist, zu was anderem taugen sie nicht, mögen sie verrecken
    – warum nach Luthers Vorgabe es ein christliches Werk der Nächstenliebe ist jemanden zu würgen, zu berauben und anschließend zu verbrennen

    und Vergleichbares mehr. Dann wird der Pfarrer stumm wie ein Fisch, der als Analphabet keine Antwort schreiben kann. Zu religiotischem Irrsinn schweigen ist auch eine Zensur

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  3. Was ich an diesem recht neutral geschriebenen Artikel bemerkenswert finde, ist, dass er in einem christlichen Medienmagazin erscheint. Auch auf dem Nachrichtenportal evangelisch.de, auf dem ich sehr viel kommentiere (bisher ca. 250 bis 300, meist sehr ausführliche Kommentare), finden sich viele, erstaunlich freimütige Beiträge, die die eigene Position durchaus kritisch betrachten. Im Gegensatz bisher zu kath.net und ähnlichen Foren ist die Bereitschaft zu sehr offener Diskussion erkennbar. Ich finde, dass wir das nutzen sollten, unsere Vorstellungen in das »gegnerische« Lager zu transportieren.

    Meine jahrelangen Erfahrungen sind, dass evangelisch.de ohne jede Zensur arbeitet und offenbar alles – Beleidigungen und rechtsextreme Ansichten ausgenommen – veröffentlicht, chrismon (innerhalb von evangelisch.de) ist weniger tolerant, pro christliches medienmagazin veröffentlicht behutsam formulierte Kritik, kath.net neuerdings bemerkenswerter Weise auch. Also. liebe Leute, nutzt das! Sich immer nur gegenseitig zu bestätigen, dass man die richtige Weltanschauung vertritt, führt letztlich nicht weiter.

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