Wie viel Heiligen Geist verträgt die Kirche?


Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Der Vatikan befasst sich mit einem Problem, so alt wie die Kirche selbst: Die Gratwanderung zwischen Hierarchie und Freiheit. Konkret geht es um charismatische Bewegungen. Am Dienstag wird dazu ein Schreiben vorgestellt.

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Bislang ist offiziell nicht vielmehr als der lateinische Titel bekannt: „Iuvenescit ecclesia“ lauten die ersten beiden Worte, zu Deutsch: „Die Kirche verjüngt sich“. So heißt das vatikanische Schreiben, das kommenden Dienstag vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, in Rom vorgestellt wird. Dieser vage Kurztitel allein hätte wohl kaum Aufsehen verursacht. Aufhorchen ließ vielmehr das, was danach kommt: „über die Beziehung zwischen hierarchischen und charismatischen Gaben im Leben und in der Sendung der Kirche“.

Problem, so alt wie die Kirche selbst

Offenbar will der Vatikan ein Problem angehen, das so alt ist wie die Kirche selbst: Wie viel Spontanität, Kreativität, Unruhe und Freiheit verträgt die Kirche, und wie viel Strukturen, Ämter und Hierarchie braucht sie? Damit verbunden ist auch die Frage, wie die kirchliche Hierarchie sich zu Berichten von Gläubigen stellt, die behaupten, ihnen sei Jesus, die Gottesmutter Maria oder ein Engel in einer Privatoffenbarung erschienen.

Für den Vatikan sind die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstandenen charismatischen Bewegungen stets mit einer Gratwanderung verbunden. Einerseits werden sie geschätzt, weil sie viele junge Leute ansprechen, die eine herkömmliche Seelsorge nicht mehr erreicht, und weil sie Außenstehende für den Glauben gewinnen.

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