Rechte Ideologie im esoterischen und neureligiösen Bereich

Graffiti „Neue Weltordnung / 666 = Illuminati / Satanist“ am Bahnhof Stadtallendorf / Hessen (2016). Der oder die Künstler_innen haben ähnliche Graffiti im Umkreis angebracht, welche die Stichwörter IS, Vatikan, NATO, dritter Weltkrieg usf. ergänzen – neben dutzenden Gleichheitszeichen.
Eine erprobte PR-Strategie in Überlegungen mit Praktikant_innen bei REMID bestand darin, in einigen Online-Medien eigene Kommentar-Accounts (die dann auch meistens „REMID“ heißen) zu unterhalten und gelegentlich zur Platzierung eines Kommentars zu nutzen. Ein Kommentator im Forum der zum Heise-Verlag gehörenden Online-Zeitung „Telepolis“ reagierte darauf mit einer ausgeklügelten Fantasie. In seiner Antwort stellt er mehrere Desinformationspraktiken vor, die wir angeblich verwendet hätten.

Von Christoph Wagenseil | REMID

Er schließt damit, „[m]an findet hier in der Tat sehr viele professionell vorgehende Kommentatoren, die ganz offensichtlich intensiv geschult wurden, um massiv im Interesse ihrer Auftraggeber auf unliebsame Meinungen einwirken zu können. Dazu verwenden sie vermutlich die bereits mehrfach erwähnte, von US-Programmierern entwickelte Sockenpuppen-Software, mit der sich zahlreiche Accounts für alle gängigen Social-Media-Plattformen verwalten und steuern lassen“. Es ging darum, inwiefern bestimmte Äußerungen des Montagsmahnwachen-Aktivisten und „alternativen“ Journalisten Ken Jebsen antisemitisch sind oder antisemitische Denkmuster bedienen. Jutta Ditfurth spricht bezüglich der Montagsmahnwachen für den Frieden von einer neurechten völkischen Bewegung. Entscheidend für diese sind „alternative“ Medien wie Blogs, Youtube-Channels, Facebook-Gruppen uvm. Dabei spielt auch ein Teil des esoterischen und neureligiösen Bereichs eine Rolle. Sowie eine spezielle Art von Metaphysik des Bösen.

Begriffsbestimmung

Zunächst gilt es zu klären, was genau hier unter rechter Ideologie verhandelt werden soll. Es kann nicht darum gehen, sämtliche „konservative“ Positionen einzubeziehen. Das würde beim Thema Religion und Spiritualität ein absurdes Ergebnis liefern, das außerdem keine Differenzierungen erlaubt. Insofern gilt es genau abzugrenzen, welche Phänomene bzw. Ideologeme gemeint sind. Und es ist zudem Vorsicht geboten, nicht mit zweierlei Maß zu messen, und etwa einen besonderen „Guruismus“ eher zu kritisieren als die päpstliche Autorität. Insofern soll sich beschränkt werden auf bestimmte dann „rechtspolitisch“ aufgeladene Diskriminierungspraxen und -diskurse (Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Islamfeindlichkeit), davon unterschieden das besondere Phänomen einer Mythisierung der Verherrlichung des Nationalsozialismus (vgl. Von Aldebaran bis Vril. Interview über esoterischen Neonazismus) und schließlich ist eine spezielle Vorliebe für letztlich menschenverachtende libertäre bis faschistische Utopie-Entwürfe zu nennen.

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Jerusalem: Gott kann sein Grab nicht pflegen – ein Muslim bezahlt das

Jerusalem – AP
In Jerusalem hat die Renovierung der Grabstelle Jesu in der Grabeskirche begonnen. Ein Team der Technischen Universität Athen, das bereits die Akropolis renoviert hat, untersucht laut Angaben der „Washington Post“ derzeit die Statik einsturzgefährdeten Grabeskapelle.

Radio Vatikan

Zum Einsatz kommen dabei u.a. Radar- und Laserscanner sowie Drohnen, zudem soll erstmals seit über 200 Jahren auch das Grab Jesu geöffnet werden. Neun Monate sind für die Arbeiten veranschlagt, die Kosten trägt Jordaniens König Abdullah II. persönlich.

Die Sanierung wird durch komplizierte Besitz- und Nutzungsverhältnisse deutlich erschwert: Sechs christliche Konfessionen erheben auf das Heiligtum Anspruch und folgen seit 1852 einem starren Status quo, der akribisch regelt, wer wann wo feiern darf. Dass die aktuellen Arbeiten zustandekommen, gilt daher bereits als kleine Sensation. Da Heiligtum für Gebete und Gottesdienste weiterhin geöffnet bleiben, müssen die Arbeiten in der Nacht mit nur wenig künstlichem Licht stattfinden.

 

Kirche und Fakultät werben erstmals für Pfarrberuf

Am Donnerstag, 23. Juni 2016, besuchen Schüler in Berlin einen Workshoptag zum Pfarrberuf. Er ist Teil einer EKD-weiten Nachwuchskampagne.

evangelisch.de

Im Rahmen der Vorbereitung einer EKD-weiten Nachwuchskampagne zum Pfarrberuf setzen sich Schülerinnen und Schüler aus evangelischen Schulen in Berlin und Brandenburg mit dem Pfarrberuf auseinander. Der Workshop findet in den Räumen der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Auf einem interaktiven Stationenweg sollen die Schüler Interviews mit Pfarrerinnen und Pfarrern führen, verborgene Talente entdecken und Vorurteile und Klischees vom Pfarrberuf auf den Prüfstand stellen.

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Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

Für die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung konnte in diesem Sommersemester der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, gewonnen werden. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält in der letzten Juni-Woche drei öffentliche Vorträge an der Goethe-Universität zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Ulrike Jaspers Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. In seinen Vorträgen geht Grafton der Frage nach, in welchem Maße die Forschung dieser Zeit durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche.

In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustin und Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche schufen neue Archive kirchlicher Dokumente und verfassten auf dieser Grundlage ausführliche, einander vielfach widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums. Ihr Werk offenbarte eine bis dahin vergessene Welt des kulturellen Austauschs und der institutionellen Improvisation.

Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Termine und Themen im Einzelnen
27.6. (Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“

28.6. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“

29.6. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

30.6. (Donnerstag) Beginn 18 Uhr, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311: Dialog der Historiker Prof. Anthony F. Grafton und Prof. David B. Ruderman (University of Pennsylvania) über „Cross-Cultural Dialogues in Early Modern Europe“ .

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 30.6. von 10 bis14 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter c.wiese@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden
Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist The Footnote: A curious history (1997; in der deutschen Übersetzung: Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.
Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003). Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and the British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung
Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen drei vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, mittlerweile 101 Jahre alt, engagiert sich in erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de



Approved: First Ever Human Trials Involving CRISPR Gene Editing

Cancer Cell. Image: Cell.com
Cancer Cell. Image: Cell.com
A team of Physicians at the University of Pennsylvania’s School of Medicine now has their project of modifying the immune cells of 18 different cancer patients with the CRISPR-Cas9 system approved by the National Institute of Health.

By Neil C. Bhavsar | Futurism

CRISPR is the gift that keeps on giving—when it’s not fighting blindness, tackling HIV, or even recording real-time immune responses, it is taking on the emperor of all maladies: cancer.

But what’s even more fascinating about this use of CRISPR is that the National Institute of Health’s (NIH) Recombinant DNA Research Advisory Committee (RAC) has approved the first-ever use of CRISPR in human cancer therapy, a monumental step in the history of the gene-editing technology.

While receiving funding from the Parker Immunotherapy Foundation, physicians at the University of Pennsylvania School of Medicine plan on working with the T-cells of 18 patients who have either melanoma, sarcoma, or myeloma by performing three distinct CRISPR edits:

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Donald Trumps schwarze Listen für Journalisten

trump

Kritische Journalisten lässt der republikanische US-Präsidentschaftskandidat von seinen Veranstaltungen aussperren.
 

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Dass Donald Trump schwarze Listen führt, weiß jeder Journalist, der schon einmal eine Wahlveranstaltung des Unternehmers besuchte. Es begann im Herbst, als noch kaum jemand für möglich hielt, dass der Milliardär das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur gewinnen würde. Schon damals genügte es nicht, sich vorab einfach anzumelden. Die amerikanische Neigung zum Unkomplizierten – bei den meisten anderen Bewerbern war nicht einmal eine Anmeldung nötig – galt nie für Trump, den Mann, der sich nach außen so spontan und hemdsärmelig gibt. Bei ihm musste man immer warten, bis seine Leute an der Eingangstür den jeweiligen Reporternamen an einen anonymen Entscheidungsträger gemailt hatten und von dort grünes Licht kam. Oder auch nicht. Bereits vor sieben, acht Monaten war klar: Es gab Medien, die auf Trumps „black list“ standen, etwa Univision, der größte spanischsprachige Fernsehkanal der Vereinigten Staaten.

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Grundschüler sollten im Ramadan nicht fasten

Schulmäppchen © birgitta hohenester / pixelio.de, bearb. MiG
Laut Lehrerverband sorgen sich immer mehr Grundschullehrkräfte um die Gesundheit muslimischer Kinder, die während des Ramadans fasten. Der Verband appelliert an Lehrer, Imame und Eltern, auf die Schüler einzuwirken. Dem Islamrat zufolge ist Fasten für Grundschulkinder ohnehin keine Pflicht.

MiGAZIN

In Deutschland zeigen sich Pädagogen besorgt über eine steigende Zahl von Grundschülern, die am Fasten während des Ramadans teilnehmen. Wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) am Mittwoch in Berlin mitteilte, verzichten immer mehr muslimische Kinder im Fastenmonat Ramadan während des gesamten Schultags auf Essen und Trinken. Die Ursachen seien den Lehrkräften zufolge unterschiedlich.

So gebe es Kinder, die das Fasten den Erwachsenen freiwillig nachmachen. Manche Eltern übten aber besonders auf die Jungen Druck aus, tagsüber nichts zu sich zu nehmen. Üblich sei eine Teilnahme am Ramadan normalerweise erst ab der Pubertät.

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Grüne kritisieren Hartz-IV-Novelle

Die Grünen kritisieren die Hartz-IV-Novelle, über die der Bundestag an diesem Donnerstag abstimmen will, als „Etikettenschwindel“.

evangelisch.de

Der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, Wolfgang Strengmann-Kuhn, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), das Gesetz von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bringe „nicht die angekündigten Rechtsvereinfachungen, sondern Verschärfungen und neue Hürden“.

Zwar sei die geplante Schlechterstellung von Alleinerziehenden wieder zurückgenommen worden. Doch gebe es andere Regelungen, die Hartz-IV-Empfänger in eine finanziell schlechtere Lage versetzten, etwa dann, wenn ein Jobcenter fehlerhafte Bescheide verschickt habe. Künftig könnten sie entgangene Zahlungen nicht mehr rückwirkend geltend machen, erläuterte der Grünen-Politiker.

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Erdogan attackiert EU: „Das ist euer hässliches Gesicht“

erdoganDer türkische Präsident bringt ein Referendum über die Fortsetzung der Beitrittsgespräche seines Landes ins Spiel. Die EU halte ihre Versprechen nicht.

Die Presse.com

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU scharf angegriffen und ein Referendum über die Fortsetzung der Beitrittsgespräche seines Landes ins Spiel gebracht. Erdogan warf der EU nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend in Istanbul vor, die Türkei im Beitrittsprozess hinzuhalten, weil sie ein mehrheitlich muslimisches Land sei.

Der Staatspräsident sprach zudem über die Möglichkeit einer Volksabstimmung nach dem Beispiel Großbritanniens, bei dem die Türken über eine Fortsetzung der Beitrittsgespräche mit der EU abstimmen könnten. „Wir könnten fragen, sollen die Gespräche mit der Europäischen Union fortgesetzt werden oder nicht.“

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Piusbrüder-Oberer: ‚Wir sind keine Schismatiker‘ – Hassprediger

Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Fellay: „Bischofsweihen, die 1988 zur Exkommunikation führten, waren äußerlich gesehen Tat des Ungehorsams, aber nicht die Ablehnung der Autorität“ – Unter Papst Franziskus kommen sich Rom und die Bruderschaft immer näher.

kath.net

„Wir haben immer den Primat des Papstes anerkannt“ und „wollten um nichts in der Welt eine Trennung von Rom“: Das stellte der Generalobere der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, am Dienstag in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ klar. Auch wenn jene Bischofsweihen, die 1988 zur Exkommunikation des Piusbruderschafts-Gründers Marcel Lefebvre und der von ihm geweihten Bischöfe geführt haben „äußerlich gesehen, eine Tat des Ungehorsams waren“, so seien sie als eine Art Akt der Notwehr zu sehen gewesen: „Wir sind keine Schismatiker, wir sind nicht von der Kirche getrennt“, so Fellay.

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Micha Brumlik über die neue Rechte: Sich hier und da bei Heidegger bedienen

Micha Brumlik informiert in der Frankfurter Romanfabrik, inwiefern sich die Ideologen der neuen Rechten auf den Philosophen berufen.

Von Sylvia Staude | Frankfurter Rundschau

Das Bedürfnis nach praktikablen Argumenten gegen die und Umgangsformen mit den neuen Rechten scheint groß – denn wiederholt versuchten Zuhörer, dem Erziehungswissenschaftler und Publizisten Micha Brumlik Tipps für ein möglicherweise sich ereignendes Streitgespräch zu entlocken. Dem ging es aber an diesem Abend in der Frankfurter Romanfabrik eher darum, die Schnittmenge der neuen rechten Ideologen mit dem Philosophen Martin Heidegger und auch mit einigen linken Ansichten zu markieren. Kürzlich hatte Brumlik sich dieses Themas in den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ angenommen, nun brachte er Zitate von, unter anderen, dem Russen Alexander Dugin, dem bei den österreichischen „Identitären“ aktiven Martin Sellner, dem Franzosen Renaud Camus, dem AfDler Marc Jongen mit.

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Geheimdienst-Chef: „Frankreich steht am Rande eines Bürgerkriegs“

La DGSI, Rue de Villiers à Levallois. Foto: Thomon/CC BY-SA 4.0
Der Leiter des französischen Inlandgeheimdienstes warnt vor Ultrarechten, die eine Konfrontation mit anderen Gemeinschaften suchen: „Ich fürchte hundert Mal mehr die Radikalisierung als den Terrorismus“

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Nichts ist mehr einfach in Frankreich, wenn es um die nationale Sicherheit geht. Das ist auch an der Verwirrung zu der Partei zu sehen, die sich sonst so um authentische, einfache und klare Positionen gegen „das System“, also alle anderen Parteien, bemüht. Aus Sicherheitsgründen hat die Präfektur von Paris die für morgen angekündigte Demonstration gegen das Arbeitsrecht verboten. Die Reaktionen darauf fallen nicht nur auf der linken Seite unterschiedlich aus, sondern auch beim FN.

„Ein schwerer Anschlag auf die Demokratie“

Wer Schadenfreude sucht, der findet sie auch im Bericht der Zeitung Le Monde, die Marine Le Pens Kritik am Verbot – „eine Kniefall vor den Randalierern und ein schwerer Anschlag auf die Demokratie“ – ihrer Aussage vom vergangenen Monat gegenüberstellt.

Noch vor vier Wochen war sie der Meinung, dass es im Ausnahmezustand keine Demonstration geben dürfe. Auch im Führungszirkel des FM widersprechen sich die Standpunkte. Nichte Marion Maréchal macht sich seit langem für ein Verbot stark. Der stellvertretende Parteivorsitzende Florian Philippot ist gegen ein Verbot.

Die Regierung hat inzwischen den Schalter umgelegt: Das Innenministerium erlaubt den Gewerkschaften die Demonstration auf einem festgelegten Parcours. Der Druck der Linken, auch innerhalb der regierenden Sozialdemokraten (PS) konnte nicht übergangen werden.

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Für Hans-Georg Maaßen wird es eng

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen im Bundestag.Foto: dpa
In der Affäre um den Ex-Spitzel „Corelli“ stimmt einiges nicht. Das wird dem selbstbewusst auftretenden BfV-Chef nun zum Verhängnis. Ein Kommentar.

Von Frank Jansen | DER TAGESSPIEGEL

Mehr Transparenz, mehr Effektivität, ja einen Mentalitätswandel hatten die Sicherheitsbehörden nach dem NSU-Schock angekündigt. Die vielen Pannen und Versäumnisse im Fall der rechtsextremen Terrorzelle sollten sich nicht wiederholen. Polizei, Verfassungsschutz und Justiz wollten ihre Fehler gründlich aufklären. Da ist auch viel passiert, doch die Affäre um den 2014 verstorbenen Ex-V-Mann mit dem Decknamen „Corelli“ weckt Zweifel und beschädigt vor allem den Ruf des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).

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NSU-ermittlungen: Haftbefehl gegen V-Mann nicht vollstreckt

Der NSU-Terrorist Uwe Mundlos hat während der Neonazi-Mordserie für eine Baufirma gearbeitet, deren Inhaber, der Neonazi Ralf Marschner, V-Mann für den Verfassungsschutz war. Das hat die „Welt“ herausgefunden. Quelle: Die Welt
Neonazi Ralf Marschner alias V-Mann „Primus“ ist eine Schlüsselfigur für die Aufklärung des NSU-Komplexes. Er hätte schon 2012 festgenommen werden können. Seit Jahren lebt er in der Schweiz.

Von Stefan Aust, Dirk Laabs | DIE WELT

Gegen Ralf Marschner, Neonazi aus Zwickau und ehemaliger V-Mann, liegt seit 2012 ein Haftbefehl vor, der noch immer nicht vollstreckt worden ist. Marschner hatte dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) von 1992 bis 2002 als V-Mann „Primus“ berichtet. Er war in Zwickau eingesetzt, der Stadt, in der Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe vom Jahr 2000 an gelebt hatten. Seit 8. November 2011 sitzt Zschäpe in Untersuchungshaft, vier Tage zuvor hatten sich ihre Komplizen nach einem Banküberfall das Leben genommen.

Marschner soll laut Zeugenaussagen Zschäpe und Mundlos in zwei seiner Unternehmen beschäftigt haben. Der V-Mann hat unter anderem eine Baufirma und einen Laden betrieben, in dem er unter anderem Kleidung verkauft hat.

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Spaemann: Kirche durch Amoris-Laetitita-Konflikt schwer belastet

Robert.SpaemannPhilosoph wirft dem Papst in deutscher „Tagspost“ Unklarheit und Zweideutigkeit vor – Kritik u.a. an „Amoris laetitia“-Passage, wonach auch Jesus „nur ein anspruchsvolles Ideal vorgeschlagen hat“

kath.net

Die katholische Kirche ist durch Konflikte an der Kirchenspitze nicht grenzenlos belastbar, hat der deutsche Philosoph Robert Spaemann in einem weiteren kritischen Beitrag zum Papstdokument „Amoris laetitia“ gewarnt. Der Spaemann-Artikel erschien bereits in der Vorwoche in der Würzburger Zeitung „Die Tagespost“, wurde jetzt aber in zahlreiche Sprachen übersetzt. In ihm wird dem Papst Unklarheit und Zweideutigkeit vorgeworfen.

So behaupte „Amoris laetitia“ etwa, auch Jesus habe „nur ein anspruchsvolles Ideal vorgeschlagen“, kritisiert Spaemann und setzt dem anderslautende Bibelstellen entgegen. Jesus habe etwa gebieten können „wie einer, der Macht hat und nicht wie die Schriftgelehrten und Pharisäer“, und Jesus verweise im Gespräch mit dem reichen Jüngling „auf die innere Einheit der Nachfolge mit der Einhaltung der zehn Gebote“ (Lk 18,18-23). Jesus predige somit keineswegs bloß ein Ideal, wie dies der Papst schreibe, so Spaemann, „sondern er stiftet eine neue Realität, das Reich Gottes auf Erden“.

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Åsne Seierstads beklemmendes Buch über Anders Breivik

Breivik-Utensilien vom 22. Juli 2011. Die Ziele hatte er genau vorbereitet, Utøya gehörte erst nicht dazu. (Bild: Fredrik Varfjell / NTB / Reuters)
Die Frage, was den Norweger Anders Breivik zu seinen schrecklichen Taten bewog, treibt die Norweger bis heute um. Åsne Seierstad versucht sich dessen Leben und Tat nüchtern und minuziös zu nähern.

Von Aldo Keel | Neue Zürcher Zeitung

Der Fall Breivik ist einzigartig. Kein anderer Soloterrorist hat je einen derart komplexen Angriff mit so vielen Toten auf zwei Schauplätzen ausgeführt: Siebenundsiebzig junge Menschen fielen ihm am 22. Juli 2011 in Oslo und auf Utøya zum Opfer. Breivik, der an jenem Tag auch ein 1500-Seiten-Manifest im Netz veröffentlichte, hatte zwei Feinde: die Muslime, die er aus Europa «deportieren» wollte, und die für die «muslimische Invasion» verantwortlichen «Verräter» und «Kulturmarxisten».

Åsne Seierstad schildert in ihrem beklemmenden Buch die Lebensgeschichte dieses Mannes. Den Richtern, die über ihn urteilten, lagen zwei psychiatrische Gutachten vor – «zurechnungsfähig», «nicht zurechnungsfähig». Sie entschieden sich für «zurechnungsfähig». Breiviks wichtigste Bezugsperson bis zuletzt war seine 2013 verstorbene Mutter. Die Tochter einer psychisch Kranken verlebte eine schwere Kindheit und heiratete einen Diplomaten. Nach der Scheidung fühlte sie sich mit der Erziehung ihres Sohnes überfordert und beantragte mehrmals die Hilfe von «Entlastungseltern».

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Religiotie: Handschlag-Konflikt auch an Berliner Privatschule

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Unter Verweis auf religiöse Gründe hat ein Berliner Imam einer Lehrerin den Handschlag verweigert. Das berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) am Donnerstag. Die Pädagogin der Platanus-Schule in Berlin-Pankow habe daraufhin ein Gespräch wegen des Sohns des Imams abgebrochen und dem Vater mangelnden Respekt und Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. Der Imam wiederum spreche nun von Beleidigung, Verletzung der Religionswürde und fremdenfeindlicher Diskriminierung.

kath.net

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung waren laut rbb Schüler-Rangeleien auf dem Schulhof. Der Sohn des Imams wurde unter anderem deswegen schriftlich verwarnt – der Anlass für eines von mehreren pädagogischen Gesprächen mit der Mutter und schließlich auch dem Vater. Dieser sei ein strenggläubiger Schiit aus der Osttürkei, im iranischen Ghom und im irakischen Nadschaf theologisch ausgebildet.

Beim Eintritt in den Besprechungsraum habe Imam Kerim Ucar gleich klargemacht, er könne aus religiösen Gründen einer Frau nicht die Hand geben, berichtet der Sender. Nach Darstellung des muslimischen Ehepaars eskalierte daraufhin der Streit. Vier Mal soll die Pädagogin den Geistlichen unter Berufung auf eine notwendige Respektbezeugung und deutsche Gebräuche nachdrücklich aufgefordert haben, ihr die Hand zu reichen.

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A Bishop In The Exam Room: When Faith Dictates Health Care Instead Of Science

CREDIT: Laurel Raymond/Dylan Petrohilos
When Rita, a Michigan-based OB-GYN, learned that the hospital where she worked would be switching hands, she was dismayed.
 

By Erica Hellerstein & Josh Israel | THINKPROGRESS

The secular community hospital, Crittenton, had plans to join with Ascension Health, a prominent Catholic nonprofit hospital chain. Rita, who asked that her real name be withheld to protect her identity, knew the transition would profoundly impact her ability to do her job the way she saw fit. The OB-GYN specifically wanted to work at a place where she could practice the full scope of reproductive care, from preventing pregnancy to delivering babies. But now, with the hospital merger looming in the not-so-distant future, that possibility seemed increasingly unlikely.

Rita also understood the change in leadership meant that her patients’ medical options would be limited. That’s because Catholic hospitals follow a set of rules written by the U.S. Conference of Catholic Bishops, which often prohibit doctors from performing basic reproductive services — like contraception, sterilization, in vitro fertilization, abortion — and end-of-life care.

Although Rita knew certain services at the hospital would soon be banned, many of her patients had no idea. They also may not have known that mergers like Crittenton’s are becoming increasingly common.

As hospitals throughout the country struggle with financial woes, many have begun to merge with Catholic systems in order to stay in business. This means a growing number of patients are winding up in institutions guided by religious doctrine. Between 2001 and 2016, the number of hospitals affiliated with the Catholic Church increased by 22 percent. Today, one in six patients in the U.S. is cared for at a Catholic hospital — a troubling trend for health care providers like Rita, who worry that patients are increasingly being placed in centers that provide services based on faith rather than medical necessity.

“I do think as more places are being purchased by Catholic systems it’s going to become more of a problem,” she told ThinkProgress. “To take away the ability to provide services that people need or desire… I think it’s very upsetting both for an OB-GYN and also for a woman. Having those choices gives you the ability to participate in society.”

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