„Christentum braucht neue Strategien“

Tillmann Bendikowski. Bild: Frankfurter Neue Presse
Glaubenskriege, wie der zwischen Katholiken und Protestanten, haben schon in früheren Zeiten die Welt herausgefordert. Mit dem Buchautoren und Historiker Tillmann Bendikowski sprach Dieter Hintermeier über die Gefahren des Islam und religiösen Rassismus.

Von Dieter Hintermeier | Frankfurter Neue Presse

Sie haben ein Buch über die Glaubenskriege zwischen Katholiken und Protestanten geschrieben. Wie haben sich diese Kriege dargestellt, was waren die Auslöser?

TILLMANN BENDIKOWSKI: Ich spreche im Singular vom „Deutschen Glaubenskrieg“, mit dem ich die mentale, soziale und politische Spaltung der Deutschen in unterschiedliche christliche Konfessionen beschreibe. Dieser über Jahrhunderte hinweg anhaltende Dauerkonflikt kannte verschiedene Dimensionen; Kriege unter religiösen Vorzeichen wie der Schmalkaldische Krieg oder der Dreißigjährige Krieg gehörten ebenso dazu wie die unzähligen Konflikte des deutschen Alltags. Bei kirchlichen Prozessionen konnte es zu Prügeleien auf der Straße kommen, Kinder gingen getrennt nach Konfessionen in die Schule, und mancher familiäre Frieden zerbrach an dem Thema der leidigen konfessionellen „Mischehe“.

Gab es Vorurteile gegenüber der anderen Religionsgemeinschaft?

BENDIKOWSKI: Man gewöhnte sich daran, die Mitmenschen einzuteilen in Rechtgläubige und Ungläubige, man beurteilte die Fähigkeiten eines Menschen entlang seiner Religionszugehörigkeit – so waren für den deutschen Protestantismus des 19. Jahrhunderts die Mehrheit der Katholiken „mittelalterlich“ und „dumm“. Die Deutschen waren sich entlang der Religionszugehörigkeit fremd geworden und lebten bis weit ins 20. Jahrhundert wie selbstverständlich in einer Kultur der Unversöhnlichkeit mehr neben- als miteinander.

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Sexueller Missbrauch von Navajos: „Ich bin daran zerbrochen“ – Mormonen

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Vier Mitglieder des Volkes der Navajo haben in den USA Klage gegen eine Mormonenkirche eingereicht. Der Vorwurf: In den Siebzigerjahren seien sie dort als Kinder in Pflegefamilien sexuell missbraucht worden.

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Nun sind es schon vier mutmaßliche Opfer sexuellen Missbrauchs in einem Programm für indigene Pflegekinder der mormonischen Kirche. Ein viertes Mitglied des Volkes der Navajo verklagt die „Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“, da führende Geistliche nicht genug unternommen hätten, um ihn vor dem sexuellen Missbrauch durch seinen Pflegevater zu schützen.

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„Gegenüber Muslimen nicht als Religionsaufklärer auftreten“

Prof. Dr. Hermann Lübbe Exzellenzcluster „Religion und Philosophie“/ Sarah Batelka

Viola van Melis Zentrum für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Philosoph Hermann Lübbe kritisiert deutschen Umgang mit Religionen, die neu ins Land kommen – Religionspolitik der USA erlaube dagegen Koexistenz von unvereinbaren religiösen Optionen – Vortrag am Exzellenzcluster über religionspolitische Unterschiede zwischen USA, Frankreich und Deutschland

Deutschland sollte nach Einschätzung des renommierten Religionsphilosophen Prof. Dr. Hermann Lübbe gegenüber Religionen wie dem Islam, die durch Zuwanderung neu ins Land kommen, nicht als „Religionsaufklärer“ auftreten. „Im deutschen religionspolitischen Ordnungsmodell des Konsenses herrscht die Auffassung, Muslime sollten aus den Hinterhofmoscheen herausgeführt und an staatliche Aufklärungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten gebracht werden. Erst dann, so denkt man, werden sie zu Bürgern unseres Landes“, sagte der Philosoph von der Universität Zürich am Dienstagabend am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ in Münster. Während ein Land wie die USA eine starke Koexistenz von durchaus unvereinbaren Religionen und Konfessionen ermögliche und erlaube, suche Deutschland vergeblich ein „Maximum an Konsens“ zwischen den Religionen. Der Vortrag trug den Titel „,Amerika, du hast es besser!‘ – Religionspolitische Aufklärung im Vergleich“.

„Das religionspolitische System der USA hat seit den Anfängen die große Fähigkeit, eine in Europa nirgends gekannte Fülle verschiedener Religionen aufzunehmen“, führte der Wissenschaftler aus. Aus dem Freiheitswillen der Amerikaner ergebe sich „eine maximale Zulassung von unvereinbaren religiösen Optionen und Konfessionen“. Im Unterschied zur kooperativen Ausgestaltung zwischen Staat und Kirche in Deutschland halte sich der Staat in den USA daran, sich nicht in die religiösen Angelegenheiten seiner Bürger einzumischen. Der Unterschied der US-amerikanischen Religionspolitik zur deutschen könne damit nicht größer sein, hob der Religionsphilosoph hervor. Die US-amerikanische Religionsfreiheit lasse sich als eine Ordnung der „Koexistenz des Unvereinbaren“ beschreiben.

Der Wissenschaftler führte aus, dass die US-amerikanische Religionspolitik zu Unrecht häufig mit der französischen gleichgesetzt werde. Das amerikanische System der Trennung von Staat und Kirche könne nicht mit dem französischen Laizismus verglichen werden. „Laizismus drängt das religiöse Lebens ins Private und macht es öffentlich unsichtbar. Genau davon kann in den USA keine Rede sein.“ Vielmehr sei die amerikanische Öffentlichkeit religiös geprägt und auch das politische Leben von Religion mitbestimmt. Als Beispiel für die verbreitete „Zivilreligion“ nannte Prof. Lübbe die Tatsache, dass bislang jeder neu gewählte Präsident für den Amtseid seine Hand auf die Bibel gelegt habe. „Das ist kein Staatsritus, sondern zeigt die vorherrschende Meinung, dass sich dieses Amt ohne Gottes Hilfe schlecht ausführen lässt.“ Einem muslimischen Präsidenten würde nach den Worten des Philosophen vermutlich der Koran gereicht.

Der Philosoph gab in seinem Vortrag in der öffentlichen Ringvorlesung „Religionspolitik heute“ des Exzellenzclusters und des Centrums für Religion und Moderne (CRM) der WWU zunächst einen historischen Überblick über die religionspolitische Aufklärung Europas und zog danach Vergleiche zwischen unterschiedlichen religionspolitischen Ordnungsmodellen der USA und Deutschlands. Er zog zudem Vergleiche zu Frankreich.

Hermann Lübbe ist emeritierter Professor für Philosophie und Politische Theorie an der Universität Zürich. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen Religion in Modernisierungsprozessen sowie Expertenwissen und Gemeinwissen. Von 1975 bis 1978 war der Wissenschaftler Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie. Von 1966 bis1970 war er darüber hinaus Staatssekretär in Nordrhein-Westfalen, zuletzt beim Ministerpräsidenten des Landes. Er ist Mitglied der Wissenschaftsakademien zu Berlin, Mainz und Düsseldorf sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste zu Salzburg, Mitglied des internationalen Autorenverbandes P.E.N. 1996 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Die Ringvorlesung befasst sich mit aktuellen Fragen der Religionspolitik. Ziel der Vorträge und Podien ist es, Grundsatzfragen sowie aktuelle Konflikte und Lösungen zu erörtern, auch im internationalen Vergleich. Die Reihe bringt Wissenschaft, Politik, Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften durch Vorträge und Podiumsdiskussionen ins Gespräch.

Am Dienstag, 14. Juni, spricht der Soziologe Prof. Dr. Matthias Koenig von der Universität Göttingen über „Regulierung religiöser Diversität in Europa. Trends und Dynamiken“. Der Vortrag beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22. (ska/vvm)


Weitere Informationen:

http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2016/jun/PM_Deutschlan…


 

„Franziskus regiert sympathisch – und absolutistisch“

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller (dpa-Zentralbild)
Der Papst verschreckt seine Kleriker: Laien – und damit auch Frauen – bekommen in der Kurie mehr Einfluss, Bischöfe können künftig leichter des Amtes enthoben werden. Die neuen Regelungen sagten einiges über die Machtstellung von Franziskus aus, sagte der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller im DLF. Er nutze seine Amtsgewalt wie keiner seiner Vorgänger – und öffne der Denunziation damit Tür und Tor.

Thomas Schüller im Gespräch mit Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Monika Dittrich: Im Vatikan wird es Anfang September eine kleine Revolution geben. Dann nämlich nimmt eine neue Kurienbehörde ihre Arbeit auf, in der die Zuständigkeiten für Laien, Familie und Lebensschutz zusammengefasst werden. Und jetzt kommt es: Der zweithöchste Posten dieser Behörde kann von einem Laien besetzt werden, und auch die drei Untersekretäre können Laien sein. Das bedeutet, dass nichtordinierte Menschen im Vatikan zukünftig Weisungsbefugnis über Priester erhalten können.
So etwas gab es noch nie. Und deshalb wollen wir darüber sprechen: Ich begrüße Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster. Guten Morgen!

Thomas Schüller: Guten Morgen!

Dittrich: Herr Schüller, arbeitet Papst Franziskus lieber mit Laien zusammen als mit dem Klerus?

Schüller: Er arbeitet mit beiden gern zusammen. Und vor allen Dingen hat er erkannt, dass die Laien einen wichtigen Beitrag leisten können für die Weitergabe des Evangeliums, aber auch für den Leitungsdienst. Und er macht Ernst mit seiner Ankündigung, Laien stärker in die Verantwortung zu übernehmen.

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Die kurdische Verantwortung für den Massenmord an Armeniern

In Deutschland denkt man vor allem an Türken, wenn es um die Verantwortung für den letzte Woche in einer Bundestags-Resulution verurteilten Massenmord an Armeniern im Ersten Weltkrieg geht (vgl. Bundestag verabschiedet Armenien-Resolution). Wirft man einen Blick in historische Dokumente, zeigt sich jedoch, dass ein großer Teil der damaligen Täter Kurden waren, die Armenier als Angehörige von Hamidiye-Stammesmilizen nicht nur töteten, sondern sich auch am Eigentum ihrer vertriebenen Nachbarn bereicherten.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Diese Hamidiye-Stammesmilizen wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Sultan Abdülhamid II. ins Leben gerufen. In ihnen dienten vor allem junge Kurden, deren Familien dafür weitgehend von Steuern befreit wurden. Sie sollten mit Pferden und modernen Waffen dafür sorgen, dass die in Ostanatolien lebenden christlichen Armenier, die Abdülhamid als fünfte Kolonne der Russen und Engländer ansah, Untertanen und Steuerzahler des Sultans blieben.

Straffreiheit bei Plünderungen

Dass man den Hamidiye-Milizionären Straffreiheit bei Plünderungen gewährte, trug dazu bei, dass es 1894 in großem Maßstab zu Massakern an Armeniern kam, nachdem sich armenische Bauern verbotswidrig bewaffnet und einen Aufstand gegen die Doppelbesteuerung durch den Sultan und ihre kurdischen Lehnsherren versucht hatten. Alleine in der Regionen Sasun kamen dabei vom 18. August bis zum 10. September 1894 mindestens 8.000 Armenier ums Leben.

Die liberal-nationalistischen „Jungtürken“, die 1908 faktisch die Macht im Osmanischen Reich übernahmen, schafften die Hamidiye-Milizen kurzfristig ab, belebten sie aber bald wieder, nachdem ihr Staat in den Balkankriegen 1912 und 1913 militärische Niederlagen und Gebietsverluste hinnehmen musste.

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Hassprediger Muhammad Raza Saqib Mustafai in Stuttgarter Moschee

Muhammad Raza Saqib Mustafai . Screengrab vimeo.
Muhammad Raza Saqib Mustafai . Screengrab vimeo.
Mustafai sprach in Stuttgarter Moschee – Er ruft im Internet zum Judenmord auf – Scharfe Kritik der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

kath.net

Auf scharfe Kritik der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der israelischen Botschaft ist ein Auftritt des islamischen Hasspredigers Muhammad Raza Saqib Mustafai aus Pakistan gestoßen. Er sprach am 3. Juni in der Stuttgarter Al-Madina-Moschee. Mustafai ruft im Internet offen zum Judenmord auf. In einem Video sagte er: „Wenn der letzte Jude auf dieser Welt getötet wird, wird Frieden in der Welt sein.“ Der Ökumene-Referent der württembergischen Landeskirche, Kirchenrat Klaus Rieth (Stuttgart), kommentierte den Auftritt Mustafais gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mit den Worten: „Solche Vorkommnisse verunmöglichen den interreligiösen Dialog. Grundsätzlich darf keine Religion Hassprediger in ihren Räumen und Veranstaltungen dulden.“ Der Gesandte der israelischen Botschaft in Deutschland, Avraham Nir-Feldklein (Berlin), verurteilte gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ ebenfalls den Auftritt: „Wir hoffen, dass öffentliche Mittel künftig nicht Organisationen zugute kommen, die denjenigen eine Bühne bieten, die zu Hass nicht nur gegen Juden und Israel aufrufen, sondern auch gegen andere Bevölkerungsgruppen.“ Mustafai predigte nach Medienberichten im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt vor etwa 300 Männern und Jungen.

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Lammert rügt Erdogan nach Drohungen gegen Bundestagsabgeordnete

Themenbild
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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für dessen Äußerungen nach der Armenien-Resolution kritisiert.

evangelisch.de

„Die Verdächtigung von Mitgliedern dieses Parlaments als Sprachrohr von Terroristen weise ich in aller Form zurück“, sagte Lammert am Donnerstag im Bundestag unter großem Applaus aller Fraktionen. Die zum Teil hasserfüllten Drohungen seien auch durch Erdogan befeuert worden. „Ich bekräftige unsere selbstverständliche Solidarität mit allen Kolleginnen und Kollegen, die im Zusammenhang mit ihrer politischen Tätigkeit bedroht und unter Druck gesetzt werden“, sagte er.

Erdogan hatte einige Bundestagsabgeordnete türkischer Abstammung in die Nähe der kurdischen Terrororganisation PKK gerückt, nachdem der Bundestag vergangene Woche in einer Resolution die Tötung von 1,5 Millionen Armenien im Osmanischen Reich vor 100 Jahren als Völkermord eingestuft hatte.

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Streit um Ramadan war Grund für Großbrand in Flüchtlingsunterkunft

Bild: HUFFPO Religion
Bild: HUFFPO Religion
Zwei Personen in U-Haft wegen dringendem Tatverdacht – Vorsitzender des DRK Düsseldorf fordert Abschiebung der Brandstifter

kath.net

Gegen zwei dringend tatverdächtige nordafrikanische Bewohner der in einem Großbrand zerstörten Flüchtlingsunterkunft wurde Haftbefehl erlassen. Dies teilte die Polizei Düsseldorf mit, wie der WDR berichtete. Die beiden 26-Jährigen kamen in Untersuchungshaft, gegen sie wird wegen Verdacht auf schwere Brandstiftung ermittelt. Als Tatmotiv gab die Polizei Unzufriedenheit an. Am Dienstag brannte die 6.000 Quadratmeter große Flüchtlingsunterkunft komplett aus. Die anwesenden etwa 130 Männer konnten sich vor dem Feuer retten, das sich schnell ausbreitete. 28 Flüchtlinge erlitten Rauchvergiftungen, ein Feuerwehrmann und ein Helfer wurden leicht verletzt. Der Sachschaden wird auf 10 Millionen Euro geschätzt.
Zuvor habe es unter den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft Streit über die Regeln des Fastenmonats Ramadan gegeben. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wies auf Berichte von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hin, wonach es bei der mittäglichen Essensausgabe es zu den Auseinandersetzungen gekommen sei. Der WDR berichtete wörtlich: „Die Verdächtigen sind Muslime, die sich nach Erkenntnissen der Polizei nicht an den Fastenmonat Ramadan halten wollten, und sich über das aus ihrer Sicht zu dürftige Mittagessen beschwert hatten.“

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Nach Anschlag in Tel Aviv: Netanjahu kündigt harte Konsequenzen an

Screengrab Times of Israel
Screengrab Times of Israel
  • Zwei Palästinenser haben im Zentrum Tel Avivs vier Israelis getötet und mehrere Menschen verletzt.
  • Die Polizei konnte beide Angreifer festnehmen, einer von ihnen wurde dabei verletzt und ist nun zur Behandlung im Krankenhaus.
  • Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigte harte Schritte gegen Terroristen an.

Süddeutsche.de

Nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv hat Israels Polizei die Sicherheitsmaßnahmen in der Küstenmetropole verschärft. Im Großraum Tel Aviv sei die Polizeipräsenz vor allem im Bereich von Schulen und Kindergärten verstärkt worden, berichteten israelische Medien. Erleichterungen für Zehntausende Palästinenser zum muslimischen Fastenmonat Ramadan wurden aufgehoben, erteilte Genehmigungen für Palästinenser zum Gebet auf dem Tempelberg wurden aufgehoben.

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Handel mit geschützten Tieren: Eine 300-Milliarden-Dollar-Sünde

Der Handel mit geschützen Tieren boomt. (Bild: Hotli Simanjuntak / Keystone)
Handel mit geschützten Tieren, Sondermüll oder illegalem Gold: Die Umsätze mit Umweltverbrechen wachsen doppelt so schnell wie die Weltwirtschaft. Die Ermittler sehen sich auf der Verliererstrasse.


Von Christian Putsch
| Neue Zürcher Zeitung

Manchmal kommt sich Davyth Stewart vor wie der sprichwörtliche kleine David im Kampf gegen den Riesen Goliath. Nur mit bisher weniger Erfolg. Der Australier ist einer von dreissig Ermittlern der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation (Interpol), die für den Kampf gegen Umweltkriminalität zuständig ist. Das sind zwar deutlich mehr als noch vor vier Jahren, damals waren es nur fünf Ermittler. Im Vergleich zum Gegner ist die Zahl dennoch verschwindend klein, auch wenn weitere Einstellungen geplant sind. Verschiedene internationale Agenturen investieren 20 bis 30 Millionen Dollar in den Kampf gegen Umweltverbrechen, mit denen jährlich Dutzende Milliarden Dollar umgesetzt werden. «Wir sind auf der Verliererstrasse», sagt Stewart.

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Google hat ein Chrome Plug-in deaktiviert, das jüdische Webnutzer identifiziert

chromeSprachlos. Manchmal kann man derzeit sprachlos sein. Da schwafeln ein Parteivize von Fußballern, neben denen „Bürger“ (was immer das sein soll) nicht wohnen wollen (und dann angeblich auch nicht deren Hautfarbe kennen), binden Bürgerwehren angeblich zum Schutz von allen Asylbewerber an Bäumen fest (und die Polizei findet das auch noch gut), und ein Viertel derer, die zur Wahl gehen, protestiert angeblich, anstatt zu wählen.

Von Harald Taglinger | TELEPOLIS

Oder sie stellen ihren Rassismus offen zur Schau. Ist ja auch logisch, genau, ein Mensch ist wegen seiner Abstammung weniger wert (wie immer man diesen Wert festlegen will). Dunkle Zeiten sind das. Sogar Google muss bei den Plug-ins eingreifen. Und zwar so, wie man es sich einfach nicht ausmalen kann. Das ist auch zu blöde.

Jaja, ich beruhige mich ja schon wieder.

Der Coincidence Detektor ist aus dem Webstore verschwunden, nachdem ihn Google dort entfernt hat. Was diese Extension in Chrome gemacht hat: Beim Surfen hat das Machwerk allen jüdischen Namen des öffentlichen Lebens im Web Markierungsklammern hinzugefügt. Sozusagen einen digitalen Judenstern verpasst. 8700 Namen hatte die Datenbank gespeichert, auf die der Coincidence Detector zugriff und seinen 2700 Nutzern diese Markierungen anzeigte. Jetzt ist Schluss damit.

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Kriminalität: Diese Zahlen über Flüchtlinge sind bemerkenswert

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Demagogen haben uns erzählt, dass „der Syrer“, „der Afghane“ und „der Iraker“ uns besonders viele Probleme machen – auch weil sie meist Muslime sind. Neue Zahlen sorgen jetzt für wohltuende Klarheit.

Von Ulf Poschardt | DIE WELT

Vorurteile und Rassismen arbeiten mit Pauschalisierungen, die es Menschen einfacher machen sollen, mit ihren Ängsten umzugehen. Als die Flüchtlingswanderung ihren Anfang nahm, war aus dem einstigen Mitleid mit den bürgerkriegsgeplagten Syrern erst zupackende Empathie geworden, dann aber auch blankes Ressentiment.

„Der Syrer“ wurde von den selbst erklärten Superdeutschen als Problemfall für die „geflutete“ Bundesrepublik gesehen. Ähnlich gefährlich erschienen den Demagogen und Vorurteilsverwaltern „der Afghane“ und „der Iraker“ – allesamt Menschen, die in einem vom Islam geprägten Kulturraum aufwuchsen.

Jede geklaute Wasserflasche und jedes Gerangel im Flüchtlingsheim, bei dem Täter oder Verdächtige einem dieser Problemländer zugeordnet wurden, war Anlass, in zum Teil niederträchtiger Weise Angehörige dieser Nation und die dort praktizierte islamische Religion zu diffamieren.

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„Hobbit“-Menschen stammen vermutlich vom Homo erectus ab

So könnte er ausgesehen haben. Diese Nachbildung eines Homo floresiensis ist im National History Museum in Washington zu sehen….Foto: Alamy Stock Photo
Die Zwerg-Menschen von der Insel Flores stammen nicht vom modernen Menschen ab. Sie lebten seit mindestens 700.000 Jahren dort – viel länger als bisher gedacht.

Von Roland Knauer | DER TAGESSPIEGEL

Der Fund war eine Sensation. 2003 entdeckten Forscher um den Australier Mike Morwood in der Liang Bua-Höhle auf der indonesischen Insel Flores Knochen, die von einem Zwergenmenschen stammen. Etwa einen Meter groß war er, der „Flores“-Mensch – oder „Hobbit“, wie er auch genannt wird. Vor 18 000 Jahren lebte er dort, nahmen Forscher zunächst an. Einer aktuellen Untersuchung zufolge waren es wohl mindestens 60 000 Jahre. Zwei der größten Fragen konnten die Wissenschaftler bisher aber nicht beantworten: Warum waren die Hobbit-Mensch so klein, und wo kamen sie her?

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Türkei bereitet „Aktionsplan“ gegen Deutschland vor

erdoganEin Sprecher des türkischen Präsidenten Erdogan hat Protestmaßnahmen wegen der Völkermord-Resolution des Bundestags angekündigt. Eine türkische Zeitung macht Deutschland für den Anschlag in Istanbul verantwortlich.

Frankfurter Allgemeine

Nach der Völkermordresolution des Bundestags zu den Massakern an den Armeniern will die Türkei nach offiziellen Angaben Protestmaßnahmen gegen Deutschland ergreifen. „Die zuständigen Behörden, allen voran das Außenministerium, bereiten einen Aktionsplan vor“, sagte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Mittwoch bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz in Ankara.

Die vorgeschlagenen „Maßnahmen“ würden dann dem Ministerpräsidenten und dem Präsidenten vorgelegt. Details würden erst danach mitgeteilt. Die Türkei hatte vehement gegen die Bundestagsresolution protestiert.

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Kabinett beschließt Bericht zur Religionsfreiheit weltweit

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Bundeskanzleramt, Bild: BB
Das Berliner Bundeskabinett hat den ersten Bericht zur Lage der weltweiten Religions- und Weltanschauungsfreiheit vorgelegt.
 

evangelisch.de

Es gebe „zahlreiche Einschränkungen und Diskriminierungen in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens“, die das Papier exemplarisch darstelle, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Mittwoch in Berlin. Als Beispiele nannte sie ungleiche Möglichkeiten, öffentliche Ämter zu bekleiden, Einschränkungen beim Bau religiöser Einrichtungen und die Diskriminierung bis hin zur Lebensgefahr für diejenigen, die sich von einer Religion lossagen oder konvertieren.

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Türkische Zeitung gibt Deutschland Schuld an Anschlag

Die Boulevard-Zeitung „Güneş“ wurde 2013 an den Erdogan-nahen Unternehmer Ethem Sancak verkauft Foto: dpa
Die Bundesregierung soll den jüngsten Anschlag in Istanbul mit elf Toten in Auftrag gegeben haben, behauptet die Erdogan-nahe Zeitung „Güneş“. Das Blatt liefert eine unglaubliche Begründung.

DIE WELT

Die regierungsnahe türkische Zeitung „Güneş“ macht Deutschland für den Autobombenanschlag in Istanbul mit mindestens elf Toten verantwortlich. „Alman İşi (Deutsches Werk)“, lautete die Schlagzeile auf der Titelseite vom Mittwoch.

Deutschland habe die harte Reaktion der Türkei auf die „beschämende“ Völkermordresolution des Bundestages nicht ertragen. „In Panik geratend, ist es in alte Gewohnheiten zurückgefallen. Es hat die Terrororganisationen, die es als Marionette benutzt, einen blutigen Anschlag in Istanbul verüben lassen.“

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Mutter in Pakistan verbrennt Tochter wegen Heirat lebendig

Bewohner in Lahore betrachten den Tatort. / Bild: APA/AFP/ARIF ALI
Die 16-Jährige hatte ohne Zustimmung der Familie einen Mann geheiratet. Es ist der dritte Ehrenmord in einem Monat in dem muslimischen Land.

Die Presse.com

In Pakistan ist ein Mädchen wegen der strengen Moralvorstellungen seiner Familie brutal getötet worden. Die 16-Jährige wurde Mittwochfrüh in der Metropole Lahore von ihrer Mutter zuerst ans Bett gefesselt und dann lebendig verbrannt. Sie hatte ohne Zustimmung der Eltern einen Mann ihrer Wahl geheiratet.

Die aus Sicht der Familie unerwünschte Hochzeit lag eine gute Woche zurück. Es handelt sich um den dritten sogenannten Ehrenmord binnen weniger Monate in dem muslimischen Land. In dem jüngsten Fall lockte die Familie das 16-jährige Opfer in eine Falle, wie ihr Ehemann dem Fernsehsender Geo News sagte. Vier Tage nach der heimlichen Heirat habe die Familie der Braut angerufen und versprochen, ihnen nach acht Tagen eine Hochzeit auszurichten, sollten sie zurückkehren. Seine Frau habe sich zunächst geweigert aus Angst, umgebracht zu werden.

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Fortschrittsfeinde verlangen Ende von Aids bis 2030 – Beten hilft wohl nicht

Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
Zum Auftakt eines Aids-Gipfels der Vereinten Nationen haben Kirchenvertreter ein Ende der Epidemie bis 2030 verlangt. Die Länder müssten mit umfangreichen Aktionen die Immunschwächekrankheit besiegen, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen am Mittwoch in New York.

evangelisch.de

Nötig seien ein verbesserter Zugang der Infizierten zu lebensverlängernden Therapien, verbesserte Diagnosemöglichkeiten sowie der Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung der Erkrankten. Zumal Kinder müssten vor dem HI-Virus geschützt werden. Infizierte Kinder bräuchten besondere Hilfe, hieß es vom ÖRK, in dem rund 350 Kirchen vertreten sind. Auch die Vereinten Nationen wollen HIV/Aids bis 2030 als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit beenden.

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CDU-Abgeordneter provoziert Gauland mit Boateng-Trikot

Da guckt AfD-Vize Alexander Gauland aber: Sven Petke mit Boateng-Trikot im Brandenburger Landtag © Ralf Hirschberger/DPA
Er schäme sich mit dem AfD-Vize in einem Parlament zu sitzen. Das sagt CDU-Mann Sven Petke und trug nun demonstrativ das Trikot des Nationalspielers, neben dem laut Alexander Gauland niemand wohnen möchte, im Potsdamer Landtag.

stern.de

Aus Protest gegen den AfD-Politiker Alexander Gauland ist der brandenburgische CDU-Abgeordnete Sven Petke im Trikot von Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng zur Plenardebatte des Potsdamer Landtags aufgelaufen. „Mein Sohn ist Fan von Bayern München und hat mich gefragt, was mein Landtagskollege Gauland gegen Boateng hat“, sagte Petke am Rande der Sitzung. „Mich berührt es peinlich, gemeinsam mit Gauland im Parlament zu sitzen.“

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Black Hole Rain Is Like Normal Rain, Only Light-Years in Scale

Image: NRAO/AUI/NSF; Dana Berry / SkyWorks; ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)
Image: NRAO/AUI/NSF; Dana Berry / SkyWorks; ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)
Astronomers using the Atacama Large Millimeter Array (ALMA) have identified an awesome new form of cosmic weather: black hole rain. The observations, described Wednesday in Nature, offer the first direct evidence of cold, dense clouds condensing around a supermassive black hole and providing it with an additional food source as part of the general process known as black hole accretion. The occurrence has been long-theorized by astronomers, but until now has gone unseen.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

Astrophysics and astronomy are overloaded with metaphors, but, in this case, black hole rain is almost a literal description. The precipitation we experience here on Earth happens as moisture-laden air cools and condenses. It turns out that something similar happens among clusters of galaxies characteristically found commingling with clouds of hot, ionized plasma—some regions of gas cool and fall inward as they condense.

The target of the ALMA group was a bright cluster of about 50 galaxies known as Abell 2597. At the center of the cluster is one massive spiral galaxy called the Abell 2597 Brightest Cluster Galaxy, which features a black hole at its center that’s some 300 million times the mass of our Sun. The black holes found at the centers of large galaxies are already known to feed on the aforementioned haze of hot ionized plasma via the process of accretion, in which a black hole steadily accumulates its gaseous neighborhood into a large flat disc before eventually devouring it.

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