Welthumanistentag: Religionsfrei – und schulfrei

Menschen feiern den Welthumanistentag (Christoph Eckelt)
Am 21. Juni ist Welthumanistentag, in Berlin ein anerkannter Feiertag. Erstmals können sich Schülerinnen und Schüler, die daran teilnehmen wollen, vom Unterricht befreien lassen. Der Beschluss ist zwar schon älter, aber die Kirchen tun sich noch immer schwer mit der Feiertagskonkurrenz

Von Claudia van Laak | Deutschlandfunk

Caroline Sattler hat morgen frei. Die 15jährige Schülerin aus Berlin ist in einer nicht-kirchlichen Familie aufgewachsen und Mitglied im Humanistischen Verband. Deshalb reicht ein kurzer Brief an die Schulleitung: Am sogenannten Welthumanistentag kann sie den Unterricht schwänzen. „Den Feiertag nutzt man ja halt, um die Interessen der eigenen Weltanschauung mal zu feiern. So. Ich weiß nicht, warum es da keine Gleichbehandlung geben sollte. Weil, Weltanschauung ist eben Weltanschauung, egal in welche Richtung“, sagt sie.

So sieht es auch der Berliner Senat. Egal ob Weltanschauung oder Religion, ob Islam, Juden- oder Christentum – für die rot-schwarze Landesregierung scheint alles gleich wichtig zu sein. Dem SPD-Bildungsstaatssekretär Mark Rackles ist diese Gleichbehandlung ein besonderes Anliegen: „Es geht ja nicht um irgendeinen Gedenktag, irgendeinen Tag X, der ADAC wird jetzt nicht kommen können.  Das ist auch nicht etwas, was so in das persönliche Leben so stark eingreift. Quantitativ sind die Buddhisten, die Juden, die Hinduisten auch nicht große Gruppen, verglichen mit den großen Kirchengemeinschaften in Berlin. Wir reden jetzt nicht über groß oder klein. Sondern es geht um ein persönliches Bekenntnis. Und wenn es glaubwürdig unterlegt wird, ist der Staat gut beraten, wenn er sagt, wir behandeln Euch gleich.“

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Akademiker erkranken häufiger an Hirntumoren

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Wer studiert hat, weist einer Studie zufolge ein höheres Risiko auf, an einem Hirntumor zu erkranken, als Menschen mit geringer formaler Bildung
 

derStandard.at

Bildung gilt gemeinhin als wesentlicher Faktor für einen gesunden Lebensstil. Umso überraschender ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die ein internationales Forscherteam am Dienstag im Fachblatt „Journal of Epidemiology“ veröffentlicht hat. Demnach erkranken Hochschulabsolventen häufiger an Gehirntumoren als Menschen mit geringer formaler Bildung.

Es handle sich um ein „überraschendes Ergebnis, das nicht einfach zu erklären ist“, sagt der Hauptautor der Studie, Amal Khanolkar vom Londoner Institute of Child Care. Die Wissenschafter fanden heraus, dass das Hirntumor-Risiko bei Menschen mit mindestens dreijähriger Universitätsbildung 19 Prozent über dem Risiko von Personen liegt, die bereits nach neun Jahren die Schule verlassen haben. Für Frauen weisen die Daten auf ein um 23 Prozent erhöhtes Risiko hin.

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Mit Rute gezüchtigt: Zwei Jahre Haft für Lehrerin der „Zwölf Stämme“

Klosterimmern.
Klosterimmern.

Stottern, Schwätzen im Unterricht, Bettnässen: Aus nichtigen Anlässen prügelte eine Lehrerin in Bayern auf Kinder ein. Nun muss das Mitglied einer umstrittenen Glaubensgemeinschaft ins Gefängnis.

evangelisch.de

Eine Lehrerin der Sekte „Zwölf Stämme“ ist am Dienstag vom Landgericht Augsburg zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 56-Jährige mindestens vier Schüler und ihre eigene Enkelin über mehrere Jahre hinweg wiederholt mit einer Rute gezüchtigt hat. Sie habe sich damit der vorsätzlichen und gefährlichen Körperverletzung sowie der Misshandlung Schutzbefohlener schuldig gemacht.

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Indogermanen: Unsere Urahnen sprachen gegendertes Semitisch

Dieses 4000 Jahre alte Skelett, das 2004 im niederbayerischen Altdorf gefunden wurde, gehörte möglicherweise einem frühen indogermanischen Einwanderer der ersten Welle aus dem Osten Foto: picture-alliance / dpa/ Armin Weigel
Drei Milliarden Menschen sprechen eine der 300 indogermanischen Sprachen. Deutsch gehört dazu. Forscher sammeln, was wir über den Ursprung der Sprachfamilie vor 7000 Jahren wissen. Es ist verstörend.

Von Matthias Heine | DIE WELT

Oh Schreck, vor 7000 Jahren war Gender Mainstreaming schon Alltag in der prähistorischen Steppe. Die Ur-Indogermanen kannten in der Frühzeit nur zwei grammatische Geschlechter: Ein Genus commune, also eine Art Unisex-Form statt unseres Maskulinum und Femininum, und ein Neutrum. Sprachlich drückten sie also nicht den Gegensatz männlich/weiblich aus, sondern nur den zwischen Belebtem und Unbelebtem.

Männliche Anführer auf Pferden

Die Mehrheit aller Forscher geht heute davon aus, dass sich das grammatische Femininum erst am Ende der gemeinsprachlichen Zeit entwickelt habe, kurz bevor das Proto-Indogermanische sich in verschiedene Sprachen aufzuspalten begann. Das Fehlen einer Männlich-Weiblich-Unterscheidung sollte aber nicht mit einer geschlechtergerechten Sprache verwechselt werden. Die Abwesenheit des Femininums war wohl eher Ausdruck der Geringschätzung der Frau: Die ur-indogermanische Kultur war von männlichen Anführern beherrscht, während ihre Vorgängerkultur in Europa als matriachalisch und egalitär gilt.

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Flüchtlinge wollen sich „Europa zum Fraß vorwerfen“

Aktion vom „Zentrum für Politische Schönheit“. Die Arena mit vier Tigern.
Am 28. Juni soll ein Flugzeug 100 Flüchtlinge aus der Türkei nach Deutschland bringen. Sollte die Bundesregierung kein grünes Licht für die Überführung geben, droht eine Gruppe von Aktivisten mit drastischen Maßnahmen: Flüchtlinge wollen sich „Europa zum Fraß vorwerfen“ und sich in aller Öffentlichkeit fressen lassen.

MiGAZIN

Mit ihrer umstrittenen Aktion „Flüchtlinge Fressen“ sorgt die Künstlerinitiative „Zentrum für politische Schönheit“ in Berlin weiter für Schlagzeilen. Am Montag erklärte die aus Syrien geflohene Künstlerin May Skaf in einer emotionalen Rede im Berliner Maxim Gorki Theater, sie wolle sich in der kommenden Woche öffentlich vier Tigern zum Fraß vorwerfen lassen, sollten Bundesregierung und Bundestag das Beförderungsverbot für Flüchtlinge nicht aufheben. Nach dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs seien die Ticketschalter in Flughäfen außerhalb der EU für Flüchtlinge „zur unüberwindlichen Mauer“ geworden.

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Calvinist Viktor Orbán: Retter des christlichen Abendlandes?

Viktor Orban während einer Rede im Parlament in Budapest (AFP / Attila Kisbenedek)
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bekennt sich seit einigen Jahren zum Calvinismus. Er glaubt, mit seiner Flüchtlingspolitik das Christentum gegen den Islam zu verteidigen – und gegen den katholisch-lutherischen Mainstream.

Von Klaus Prömpers | Deutschlandfunk

Viktor Orbán sieht einen Wettbewerb der Kulturen heraufziehen, der am Ende dazu führe, „dass die Christen diesen Wettbewerb verlieren werden, wenn man viele  Muslime nach Europa lässt“. So sagte es Ungarns Ministerpräsident in einem Radiointerview. In einem Interview mit der Schweizer Weltwoche ergänzte er: „Existentielle Bedrohung heißt, dass wir Europäer es verlernt haben, für uns zu kämpfen.“ Und er fügte hinzu: „Wann immer ich im Europäischen Rat vom christlichen Europa spreche, schauen mich die anderen an, als ob ich aus dem Mittelalter stammen würde.“ Dahinter verbirgt sich nicht nur der Populismus orbánscher Prägung, der ihn 2010 wieder zurück an die Macht in Ungarn führte, sondern auch ein Stück tiefer religiöser Überzeugung.

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Armenien-Resolution: Die Wut des Duisburger Integrationsrats

© dpa Angespannte Lage: Proteste vor der Integrationsratssitzung
Duisburg galt als Vorbild für Integration. Dann kam die Armenien-Resolution – und der türkisch dominierte Integrationsrat lief Sturm.
 

Von Reiner Burger, Marlene Grunert | Frankfurter Allgemeine

Nichts deutete am 7. Juni auf einen Eklat hin, als der Duisburger Integrationsrat zu seiner dritten Sitzung in diesem Jahr zusammentrat. Integrationsräte stehen für gewöhnlich nicht im Fokus der Medien. Denn ihre Aufgabe ist es lediglich, den Rat einer Stadt in migrations- und integrationsspezifischen Angelegenheiten zu beraten. Entsprechend sollte der Duisburger Integrationsrat am 7. Juni über Themen wie „Pflegeeltern mit Migrationsgeschichte“ oder „Aktuelle Situation des Schulbesuchs von Zuwanderer- und Asylbewerberkindern“ beraten.

Doch unmittelbar vor der Sitzung legten einige Mitglieder des Gremiums einen Antrag vor, der sogleich auf die Tagesordnung kam. „Wir hatten keine Möglichkeit, uns fundiert mit dem Antrag zu befassen“, erinnert sich der Integrationsratsvorsitzende Erkan Üstünay (SPD). Dennoch ging dann alles ganz schnell. Obwohl die Verwaltung noch darauf hinwies, dass das Gremium keine Befugnis habe, allgemeinpolitische Beschlüsse zu fassen und obwohl auch einige Ratsmitglieder ihre Bedenken äußerten, beschloss der Integrationsrat die Resolution mit großer Mehrheit. Sie trägt den Titel: „Eine Lüge ist eine Lüge und bleibt eine Lüge. Gegen die Verleumdung der Türkei“.

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Todesengel von Kalkutta: Mutter Teresa und das Geheimnis der glücklichen Augen

Sie ist die Heilige der Barmherzigkeit schlechthin: Mutter Teresa von Kalkutta. Am 4. September spricht Papst Franziskus sie in Rom heilig. Bis zu ihrem Tod 1997 wirkte sie mit nie versiegender Energie für die Armen und Sterbenden.

Radio Vatikan

Sie war eine große Betende und Missionarin durch und durch, diese kleine, drahtige und durchgeistigte Ordensfrau, deren christliches Lebensbeispiel durch die Geschichte leuchtet. Einer, der ihr oft begegnete, ist Vatikan-Kardinal Angelo Comastri. Der Erzpriester von Sankt Peter hat jüngst ein Buch über Mutter Teresa veröffentlicht und sagte im Gespräch mit uns:

„Mutter Teresa wird auch heute niemals müde, uns zu sagen: seid heilig. Ich erinnere mich, wie sie mir immer wieder irgendein Heiligenbild gab und dazu schrieb: be holy, sei heilig. Das sagt sie auch heute, denn das einzige, was zählt, ist Heiligkeit. Um es mit ihren Worten zu sagen: „Der einzige Koffer, den wir ins Jenseits mitnehmen, ist der Koffer der Nächstenliebe“. Und sie fügte hinzu, ich erinnere mich daran, wie sie es mir sagte: „solang du noch Zeit dazu hast, fülle diesen Koffer an, denn es ist der einzige Koffer, den du mit dir tragen wirst.“

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„Unternehmen Barbarossa“: Wehe den Besiegten: Hitlers Vernichtungskrieg im Osten

Aufnahme einer deutschen Propaganda-Kompanie vom Juni 1941: Ein brennender sowjetischer Panzer BT-7, davor ein deutscher Infanterist und die Leiche eines Rotarmisten. (Foto: Deutsches Bundesarchiv. Bild 101I-020-1268-36)
Vor 75 Jahren überfällt die Wehrmacht die Sowjetunion. Dieser Krieg ist neu, denn die Nazi-Führung hat das Schlimmste vorbestimmt.

Von Joachim Käppner | Süddeutsche.de

Dieser Feind war ahnungslos. Er wusste nicht einmal, dass er der Feind war. Heinz Guderian, Hitlers bekanntester Panzergeneral, sah aus einer getarnten Stellung am Westufer des Bug hinüber nach Brest, direkt hinein in einen Hof der zyklopischen alten Zitadelle. Fetzen von Militärmusik wehten hinüber, zu den Klängen einer Kapelle übten Kadetten den Gleichschritt.

Die meisten hatten nicht mehr lange zu leben. Guderian überlegte. Nicht darüber, welcher Sinn oder welche Moral hinter der Hölle lag, die er über die Festung Brest, die Rote Armee, ganz Russland zu bringen gedachte. Seine Überlegungen galten der Frage, wie lange die Artillerie die Russen unter Trommelfeuer nehmen sollte, bevor die Deutschen vorrückten. Er entschied: eine Stunde lang.

Einen Tag später, am Morgen des 22. Juni 1941, begann das „Unternehmen Barbarossa“, der Versuch Hitlerdeutschlands, die Sowjetunion – mit der es sich ja seit 1939 im Teufelspakt der Diktaturen Osteuropa geteilt hatte – zu erobern und zu vernichten. 75 Jahre liegt das zurück.

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USA: Atheisten scheitern mit einstweiliger Verfügung

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Sheriff darf erst mal weiterhin christliche Botschaften im Internet verbreiten

kath.net

In den USA sind Atheisten mit ihrem Vorhaben gescheitert, gegen einen Sheriff eine einstweilige Verfügung zu erwirken, keine christlichen Botschaften mehr im Internet zu posten. Zum Hintergrund: Die Vereinigung „Amerikanische Atheisten“ hat Klage gegen den Sheriff von Bradley County (Bundesstaat Tennessee), Eric Watson, eingereicht, weil er zu Ostern auf der Facebook-Seite seines Büros die Darstellung eines leeren Grabes gepostet hatte mit den Worten „Er ist auferstanden“. Nach Ansicht der „Amerikanischen Atheisten“ hat Watson damit gegen das Gebot der Trennung von Staat und Kirche verstoßen. Diese Klage befindet sich derzeit im Vermittlungsverfahren. Ein Bezirksgericht entschied nun, dass Watson, so lange dort keine Entscheidung gefallen ist, weiterhin christliche Botschaften verbreiten darf.

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Türkei verweigert Flüchtlingen Ausreise nach Deutschland

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
In Dutzenden Fällen untersagt die Türkei die Ausreise von Syrern – obwohl die Menschen deutsche Visa haben. Vor allem Ingenieure und Ärzte sollen zurückgehalten werden.
 

Süddeutsche.de

Dutzende syrische Flüchtlinge dürfen nicht nach Deutschland weiterreisen, obwohl sie ein Visum haben. Die Türkei verwehrt ihnen die Ausreise, teilte das Bundesinnenministerium mit. Seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts hätten die türkischen Behörden 52 Syrer  zurückgehalten.

Bei 292 Syrern sei die Ausreise dagegen erlaubt worden. Sie seien seit April in die Bundesrepublik übergesiedelt. Zuletzt ging ein Flug von Istanbul aus am vergangenen Donnerstag. Die Ausreisegenehmigung ist der letzte Schritt vor der legalen Übersiedlung nach Deutschland. Zuvor werden die Flüchtlinge überprüft, ihnen werden Visa erteilt und sie werden auf Flüge gebucht. An der Ausreisegenehmigung scheiterte demnach gut jeder siebte Flüchtling, der bereits eine Einreisegenehmigung für Deutschland bekommen hat.

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Esoterik: Falsche Pyramiden um echtes Geld in Bosnien

foto: wölfl Malerisch: die Gegend rund um die kleine bosnische Stadt Visoko. Die Hügel im Hintergrund sind das Ziel der esoterischen Pyramiden-Touren. Pyramiden hat es hier aber nie gegeben. Archäologen sprechen von einem „grausamen Schwindel“.
Esoteriker locken West- und Mitteleuropäer ins bosnische Städtchen Visoko und behaupten, es habe dort Pyramiden gegeben.
 

Von Adelheid Wölfl | derStandard.at

„Besuche einige der kraftvollsten Heilungsplätze Europas! Magische Energien – wundervolle archäologische Kostbarkeiten. Die Kraftplätze und Energie-Phänomene im Tal der Pyramiden in Bosnien.“

Mit solchen Sätzen versucht die Schweizerin Rosina Kaiser Landsleute, Deutsche und Österreicher nach Visoko, in eine kleine bosnische Stadt zu locken. Diesmal ist sie mit ein paar Schweizern hier. Es ist ihre zwanzigste Reise, wie sie erzählt, etwa 500 Leute habe sie bereits hierhergebracht. „Wir haben bei jeder Tour Heilungserlebnisse“, berichtet sie. Die Pyramiden-Tour mit Frau Rosina Kaiser kostet 930 Euro – ohne Anreise. Angesichts dessen, dass ein Hotel in Visoko etwa 50 Euro pro Nacht kostet, kann man sich ausrechnen, was für sie übrig bleibt.

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Haftbefehl für Türkei-Experten von Reporter ohne Grenzen

© dpa Demonstrieren für die Pressefreiheit.
Gegen Erol Önderoglu, Türkei-Experte der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, ist Haftbefehl erlassen worden. Ihm wird „Terrorpropaganda“ vorgeworfen. Er ist nicht der Einzige.

Frankfurter Allgemeine

Ein Istanbuler Gericht hat gegen den Türkeiexperten der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG), Erol Önderoglu, Haftbefehl wegen Terrorpropaganda erlassen. Auch die Vorsitzende der Türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincani, und der Journalist Ahmet Aziz Nesin müssten in Haft, sagte der Anwalt Özcan Kilic der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Alle drei besäßen die türkische Staatsbürgerschaft. Sie sollten schon am Montagabend in Haft genommen werden. Nach Angaben des Anwalts führt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf Grundlage der umstrittenen Anti-Terror-Gesetze.

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Legal Highs: Jugendliche vor Kräutermischungen im Internet schützen

Bild: additudecreative.co.uk
Hinter „Beach Party“ und „Crazy Monkey“ verbergen sich keine harmlosen Aufputscher für ein leichtes Lebensgefühl, sondern gesundheitsgefährdende psychoaktive Drogen. Die Risiken von Badesalzen und Kräutermischungen werden im Netz oft verschwiegen.

evangelisch.de

Kinder und Jugendliche haben nach Einschätzung von Experten einen zu leichten Zugriff auf neue psychoaktive Stoffe, sogenannte Legal Highs, über das Internet. Die Webseiten seien sehr leicht aufzufinden und die Aufmachung auf junge Internetnutzer zugeschnitten, sagte die rheinland-pfälzische Jugendstaatssekretärin, Christiane Rohleder (Grüne), am Montag in Berlin. Dort wurde der mittlerweile 20. Jahresbericht von „jugendschutz.net“ vorgestellt. Die Organisation ist an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden und kontrolliert das Internet regelmäßig auf Jugendschutzverstöße.

39 Todesfälle im vergangenen Jahr

Rohleder sagte, Legal Highs, besser bekannt als Badesalze oder Kräutermischungen, könnten im Netz als Alternativen zu verbotenen Substanzen wie Ecstasy erworben werden. Mit coolen, hippen Namen wie „Beach Party“, „Crazy Monkey“ oder „Unicorn Magic Dust“ würden sie als Partydrogen oder Problemlöser verherrlicht. Bei positiven Online-Bewertungen über ihre Wirkungen würden Käufern sogar Preisnachlässe geboten.

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Hat Beatrix von Storch illegal Daten weitergegeben?

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Eine Frau in einer schwarzen vergitterten Burka, darunter steht „Für ein Verbot des Schariarechts in Deutschland“. Über 75.000 Menschen haben diese Onlinepetition auf abgeordneten-check.de unterzeichnet. Weitere Petitionen, getitelt in Großbuchstaben und verfasst in hyperventilierenden Sprache: „Stoppt die verantwortungslose Asylpolitik der Bundesregierung“ (über 61.000 Unterzeichner) oder „keine deutschen Ersparnisse für EU-Pleitebanken“ (über 442.000).

Von Wlada Kolosowa | VICE.com

Mitzumachen ist kinderleicht: Man muss nur seinen Namen, seine Emailadresse, Postleitzahl und—optional—die Adresse angeben, schon geht die Petition per Email an den zuständigen Abgeordneten. Die Plattform civilpetition.de funktioniert nach dem gleichen Prinzip, und hat ähnlich schrille Forderungen. Im Impressum der beiden Plattformen steht der Verein Zivile Koalition, dessen Vorsitzende: Beatrix von Storch. Rechtlich verantwortlich ist ihr Ehemann Sven. Die beiden Seiten sind ein Teil ihres Geflechts aus Vereinen und Medien, zu dem unter anderem auch die Seiten „Entscheidung für das Leben“ (wettert gegen Abtreibung und Sterbehilfe), „Initiative Familienschutz“ (wettert gegen Homoehe) und die Plattform „Bürgerrecht direkte Demokratie“ gehören.

Das Problem: Anscheinend nehmen die von Storchs es nicht ganz genau mit dem Datenschutz ihrer Unterstützer, die fleißig gegen die Scharia, gegen Angela Merkel und etwa „die staatliche Frühsexualisierung“ der Kinder unterzeichnen. Wir haben mit der Netzaktivistin und Ex-Piraten-Geschäftsführerin, Katharina Nocun gesprochen, die im Mediumimperium der von Storchs geforscht hat, und nun Beschwerde bei der Berliner Landesdatenschutzbeauftragten einlegte.

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Integrationsbeauftragter will wohl bei radikalem türkischen Verein sprechen

Der Integrationsbeauftragte der Staatsregierung Martin Neumeyer (CSU). (Foto: Hartmut Pöstges)
  • Martin Neumeyer (CSU), der Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, will möglicherweise auf dem Sommerfest eines radikalen türkischen Vereins sprechen.
  • Grüne und SPD sind empört. Für Katharina Schulze von den Grünen wäre ein Auftritt Neumeyers auf dem Sommerfest ein „Unding“.

Von Lisa Schnell | Süddeutsche.de

Martin Neumeyer (CSU) kann die Aufregung nicht verstehen. Für ihn ist es nur eine Einladung, die Chance, mit einer türkischen Gemeinschaft ins Gespräch zu kommen. Nichts Ungewöhnliches für den Integrationsbeauftragten der Staatsregierung, meint er. Grüne und SPD dagegen sind empört über die Einladung zum Sommerfest am 16. und 17. Juli in Neuaubing, bei dem Neumeyer als Eröffnungsredner angekündigt ist.

Sie stammt vom türkischen Kulturzentrum München. Ein Verein, der vom Bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird, weil er Verbindungen zur ultra-nationalistischen und türkisch-rassistischen Bewegung der Grauen Wölfe hat. Diese vertritt eine Rassentheorie, nach der Türken privilegiert sind.

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Niederlande: Offensive gegen Zwangsverheiratung von Kindern

foto: ap In immer mehr Ländern, wie hier im Jemen, nehmen Proteste gegen Zwangsehen von Kindern zu. In den Niederlanden, wo jährlich etwa 250 Kinder illegal verheiratet werden, startete die Regierung jetzt eine Gegeninitiative.

Hast Du Angst, dass Deine Eltern Dich im Heimaturlaub zurücklassen? Hinterlasse vor der Abreise deine Handynummer und die genaue Ferienadresse. Mach eine Kopie von all deinen Papieren. Auf einem USB-Stick. Nimm diesen Stick mit in die Ferien.

Von Kerstin Schweighöfer | derStandard.at

Mit ganz konkreten Hilfe-Anweisungen versucht die niederländische Regierung auf einer neuen Webseite Migranten- oder Flüchtlingsmädchen vor der Zwangsehe zu schützen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die Den Haag ergriffen hat, nachdem die Ergebnisse einer Untersuchung bekannt wurden, mit der sich das Sozialministerium erstmals einen Überblick über das Problem verschaffen wollte. Ergebnis: In den Niederlanden werden jedes Jahr rund 250 Mädchen zu Kinderbräuten. Bei den meisten geht es um Migranten, die bereits lange in den Niederlanden leben. Die meisten dieser Mädchen werden gegen ihren Willen während eines Heimaturlaubes verheiratet.

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Israel will Atomstopp-Vertrag nicht ratifizieren

Screengrab Times of Israel
Screengrab Times of Israel
Netanyahu dämpft Hoffnungen auf eine baldige Ratifizierung des Teststopp-Vertrags CTBT durch Israel. Man unterstütze die Ziele des Vertrags, warte jedoch ab.

Die Presse.com

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu sieht den Zeitpunkt für eine Ratifizierung des Atomteststopp-Vertrags (CTBT) noch nicht gekommen. „Israel unterstützt den Vertrag und seine Ziele und hat ihn deshalb unterzeichnet. Seine Ratifizierung hängt aber vom regionalen Kontext und richtigen Timing ab“, erklärte das Büro des Ministerpräsidenten am Montag.

Es reagierte damit auf anderslautende Presseberichte, die sich auf Aussagen des UN-Beauftragten Lassina Zerbo beriefen. Der Vorsitzende der „Organisation über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen“ war zuvor in Jerusalem von Netanyahu empfangen worden. Der Nachrichtenagentur AFP sagte Zerbo, er sei optimistisch, weil Netanyahu ihm gesagt habe, es gehe „bei der Ratifizierung nur um das Wann und nicht um das Ob“.

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Die Kirche ist arm, wenn sie nichts aus ihrem Reichtum macht

Bild: tilly
Bild: tilly
Das Erzbistum München-Freising hat seinen Besitz offengelegt: fast sechs Milliarden Euro. Ist das reich? Ja und nein.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Die sind so reich! Haben Schätze und Ländereien, kriegen Erbschaften, und der Staat zieht für sie auch noch die Kirchensteuer ein. Die Rede über die Kirchen und das Geld hat immer etwas Raunendes. Die Kirchen, die katholische zumal, haben daran ihren Anteil: Viele Jahre haben die Bistümer in Deutschland wenig Interesse daran gehabt, Auskunft über ihren wirklichen Besitz zu geben. Erst als der Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst offenbarte, wie viel Vertrauen dieses Verhalten kostete, setzte das Umdenken ein.

Das Erzbistum München-Freising hat nun, nach drei Jahren Arbeit, Transparenz in seine Finanzen gebracht, hat Haben und Soll nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuches ermittelt – und siehe da: Die Münchner sind, wenn man alles zusammenzählt, mit fast sechs Milliarden Euro an Immobilien- und Anlagebesitz die Reichsten in Deutschland, noch vor den Paderbornern und den Kölnern; sie können jetzt mit den Schwestern und Brüdern in Chicago wetteifern, wer nun im reichsten Bistum der Welt in die Kirche geht.

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Chameleon Spit Is a Wonder of Physics

Chameleons may be the source material for many a stuffed toy and a series of really pretty strange beer commercials, but, make no mistake, when it comes to predatory behavior, they’re complete assassins. The chameleon tongue is a wonder of evolutionary engineering, enabling these old world lizards to hunt opportunistically—waiting, waiting, and then, zap. The tongue is deployed in a blur of slime, retrieving prey from up to a third of the chameleon’s body weight and from distances of over twice its body length. As such, the chameleon can essentially hunt without moving.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

How chameleons actually accomplish this remains something of a mystery. The „ballistic projection“ of the tongue is only part (a fascinating part) of the story—the chameleon still has to reel its prey back in to be chomped upon. It does this thanks to an extremely sticky tongue, obviously, but how this stickiness is actually implemented is of great interest to biologists and physicists. Now, according to a paper published Monday in Nature Physics by Pascal Damman and colleagues at the Université de Mons in Belgium, we may have some answers. It’s all in the spit.

More specifically, it’s all in the viscosity of the spit, which is about 400 times that of human spit. Given the right conditions, it can even behave more like an elastic solid than a proper liquid, however sticky. This is key.

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