Giordano Bruno: Ein würdiger Namensgeber

Micha Brumlik, 2012, Bild: wikipedia

In deutschen Großstädten kurven derzeit Autos mit einem großen Plakat herum, auf dem ein kindlicher Unterleib zu sehen ist, dessen Schritt von mitleidheischenden Patschhändchen bedeckt wird; ein Gesicht des Kindes ist nicht zu sehen. In großen Lettern steht auf dem Plakat: „Mein Körper gehört mir – Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen.“

Von Micha Brumlik taz

Gerne würde man wissen, wie und mit welchen guten Worten die Initiatoren ein Kind dazu bekommen haben, sich so fotografieren zu lassen; ob es Eltern eines Kindes waren, die die Kampagne unterstützen, oder ob das Bild in Auftrag gegeben wurde. Aber das ist nebensächlich, interessanter ist es, sich mit den Initiatoren der fahrbaren Plakatwerbung auseinanderzusetzen. Die Giordano Bruno Stiftung versucht sich seit geraumer Zeit im Kampf gegen Religion hervorzutun, die für sie dasselbe wie Obskurantismus ist. Wer aber war Giordano Bruno, der Namensgeber der Stiftung?

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Kirche in Jerusalem beschmiert: Jesus, Hurensohn

Bild: Cheezburger.com

Jüdische Extremisten als Täter vermutet – Bischöfe kritisieren Israels Bildungssystem: Gelehrt werden Misstrauen und Intoleranz

derStandard

Unbekannte Täter haben erneut eine Kirche in Jerusalem mit christenfeindlichen Parolen beschmiert. Ein israelischer Polizeisprecher sagte am Dienstag, unter anderem sei auf das Tor der Dormitio-Abtei in hebräischer Sprache „Preisschild“ geschrieben worden. Mit dieser Parole reagieren radikale jüdische Siedler in den vergangenen Jahren immer wieder auf Räumungen ihrer „Außenposten“ im Westjordanland durch israelische Behörden. Der israelische Staatspräsident Shimon Peres verurteilte den Vandalenakt scharf. Er verstoße gegen die Werte des Judentums und schade dem Staat Israel. „Es ist verboten, heilige Stätten anzugreifen“, sagte Peres.

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Salman Rushdie: Religionen müssen Spott ertragen

Salman Rushdie, Bild: wikipedia

Der britisch-indische Autor Salman Rushdie hat während der Vorstellung seiner Autobiografie in Berlin das Recht auf Meinungsfreiheit auch gegenüber dem Islam verteidigt:

‚Es gibt einen Unterschied zwischen einem Angriff auf Menschen und einem Angriff auf Ideen‘, sagte der 65-Jährige am Montag. Auch Religion müsse sich deshalb Spott und Kritik gefallen lassen. ‚Über den Papst stehen jeden Tag irgendwelche Witze in den Zeitungen, ohne dass Katholiken deshalb die Welt die Luft sprengen‘. In seinen vor zwei Wochen erschienenen Memoiren (SZ vom 20.9.) schildert Rushdie wie er die Jahre seit dem Todesurteil durch Ayatollah Chomeini erlebte.

Süddeutsche.de

Hamburg: Grundschule mit Astralleib

Bedrohung oder Bereicherung? Therapeuthische Farbkammer nach Rudolf Steiner. Bild: dpa

In Hamburg sollen erstmals Waldorflehrer an einer staatlichen Schule unterrichten. Kritiker verweisen auf die esoterischen Wurzeln der Pädagogik.

Von Bernd Kramer taz

Eigentlich ist es ein geschickter Schachzug: Bildungsbewusste Eltern wollten im Hamburger Stadtteil eine Privatschule für ihre Kinder gründen. Doch statt die Genehmigung zu erteilen machte die Schulbehörde einen anderen Vorschlag: Die Eltern könnten ihre pädagogischen Ideen doch auch an der offentlichen Grundschule im Viertel umsetzen – damit sich die soziale Spaltung zwischen den Schulen in dem einstigen Arbeiterstadtteil nicht verschärft.

Die Idee, Bildungsghettos auf die Art zu verhindern, hat zweifelsohne ihren Chame – aber auch einen seltsamen Beigeschmack: Denn die Schule, die der Elterninitiative vorschwebte und die nun unter das staatliche Dach zieht, soll nach dem Waldorf-Konzept arbeiten. Ab 2014 sollen Waldorflehrer und staatlich ausgebildeten Pädagogen an der Grundschule gemeinsam unterrichten. Die Waldorfbewegung wird häufig der Reformpädagogik zugerechnet. Kritiker weisen aber immer wieder auf ihren esoterischen Hintergrund hin.

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Europäische Skeptiker: 1 Million Euro für paranormale Fähigkeiten

Bild: livenet.de

Die belgische Skeptikerorganisation SKEPP sucht Personen mit paranormalen Fähigkeiten – und ihre europäischen Skeptikerkollegen suchen mit.

GWUP – Die Skeptiker

Tests von Personen mit angeblich paranormalen Fähigkeiten gab es schon viele. James Randis 1-Million-Dollar-Herausforderung ist wohl der bekannteste Versuch, angeblich paranormal Begabte zu einer Demonstration ihrer Fähigkeiten zu bewegen. Auch die GWUP testet jährlich mehrere Bewerber (zuletzt im August 2012) – bislang ohne Erfolg. Die belgische Skeptikerorganisation SKEPP setzt nun auf den Lockruf des Geldes und bietet eine runde Million Euro für den Nachweis einer Fähigkeit, die nach heutigem Stand der Wissenschaft unmöglich ist.

Die deutsche Skeptikerorganisation GWUP unterstützt die belgischen Skeptikerkollegen und Kandidaten bei diesen Tests. Interessierte deutschsprachige Kandidaten wenden sich bitte an die GWUP in Roßdorf bei Darmstadt. Neben der GWUP bieten auch die Skeptikervereinigungen in Estland, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Spanien, Polen, Tschechien und Ungarn an, Vor-Tests im jeweiligen Land durchzuführen. Ein europäisches Forschungsprojekt der anderen Art. Wer den Vor-Test besteht, hat sich automatisch für den Millionenpreis qualifiziert.

Einige Regeln sind aber zu beachten. So werden gesundheitsgefährdende oder gesetzeswidrige Vorhaben ebenso wenig untersucht wie Zaubertricks oder Gottesbeweise. Bewerber, die sich über die GWUP testen lassen möchten, werden gebeten, ihre Fähigkeiten zu beschreiben und einen Test vorzuschlagen (siehe vollständige Teilnahmebedingungen).  Angesichts der üblichen Vorbereitungszeit für derartige Tests sollten sich Bewerber beeilen: Der Preis wird nur für ein Jahr ausgelobt, d. h. bis einschließlich 30. September 2013.

J. Bergmann