Osmanen-Wahn: EU bereitet Militär-Einsatz gegen Türkei vor

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Mahir Kaynak ist im Februar verstorben. (Screenshot via Youtube)
Der im Februar verstorbene türkische Analyst Mahir Kaynak hatte durchgehend vor einem Militär-Angriff auf die Türkei gewarnt. Die Diskussion um den Völkermord an den Armeniern sei eine psychologische Vorbereitung auf einen derartigen Überfall. Als Vorwand werde ein Bürgerkrieg zwischen Kurden und Türken dienen, den die Europäer zuvor selbst provozieren werden.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die EU bereitet sich auf einen Militär-Einsatz gegen die Türkei vor, um sich in der energiereichen Region des Nahen Ostens langfristig festsetzen zu können. Das war zumindest die Ansicht des türkischen Ex-Geheimdienstlers Mahir Kaynak, der im Februar verstorben ist. Kaynak hatte die türkische Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren immer wieder vor dieser Gefahr gewarnt. Der Hintergrund der insbesondere innerhalb der EU stattfindenden Diskussion zum Genozid an den Armeniern sei lediglich eine psychologische Vorbereitung der europäischen Öffentlichkeit auf diesen Militär-Einsatz.

„Was hier strategisch vollzogen wird, ist die psychologische Verfestigung der Türkei mit dem Tatbestand des Völkermords. Wenn sich dieser Eindruck verfestigt hat, soll in der zweiten Phase ein ethnischer Konflikt zwischen Kurden und Türken herbeigeführt werden. In solch einem Szenario wird die Türkei erneut als Völkermord begehender Staat dargestellt werden. Dann wären der Türkei die Hände gebunden. Deshalb müssen wir eine Politik vollziehen, die einen Konflikt zwischen Kurden und Türken verhindert. Andernfalls passiert folgendes: Wir führen einen Militär-Einsatz im Südosten der Türkei durch. Anschließend tut sich die gesamte Welt unter dem Völkermord-Eindruck zusammen und dann kommt es höchstwahrscheinlich zu einem Militär-Einsatz gegen die Türkei“, zitiert Aktifhaber Kaynak.

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Muslime in Malaysia protestieren gegen Kreuz an Kirche

islam_christentum

Rund 50 Anwohner einer neuen Kirche in der malaysischen Stadt Petaling Jaya haben die Entfernung eines außen angebrachten Kreuzes verlangt. Wie der Bangkoker katholische Pressedienst „UCA News“ (Dienstag) meldete, begründete die muslimische Gruppe ihren Protest während des Sonntagsgottesdienstes damit, dass das Kreuz in einer vorwiegend muslimischen Wohngegend eine religiöse Provokation darstelle und den Glauben der Jugend gefährde. Der zuständige Pfarrer habe das Kreuz noch am Sonntag entfernen lassen.


kathweb

Angeführt wurde die Aktion den malaysischen Medien zufolge von Abdullah Abu Bakar, Funktionär der islamisch-malaiischen Regierungspartei United Malays National Organisation (UMNO) und Bruder des Generalinspekteurs der malaysischen Polizei. Welcher Konfession die betroffene Gemeinde ist, ging aus den Berichten nicht hervor.

Der Generalsekretär des ökumenischen Kirchenrats in Malaysia, Hermen Shastri, erklärte am Montag, es sei „offensichtlich, dass gewisse Kreise mit solchen Taten politische Motive verfolgen“. Es gehe darum, Spannungen im Bundesstaat Selangor anzuheizen. Der Bischof der katholischen Diözese Johor-Malakka, Paul Tan Chee Ing, sagte dem Internetportal Malaysiakini, der Vorfall markiere einen neuen Höhepunkt bei der „Einschüchterung von Christen“.

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Völkermord an den Armeniern: „Es gab eine direkte deutsche Schuld”

Genozid-Gedenkstätte in der armenischen Hauptstadt Eriwan. picture alliance
Die Bundesregierung hat sich schwer getan mit dem Wort „Völkermord” in Bezug auf die Verbrechen an den Armeniern 1915. Der armenische Historiker Gerard Libaridian, dessen Großvater dank der Intervention eines deutschen Soldaten überlebte, sieht eine Mitverantwortung des Deutschen Reiches.


Von Krisztian Simon|Cicero

Gerard Libaridian war bis 2012 Professor für moderne armenische Geschichte an der University of Michigan. In den neunziger Jahren arbeitete er als Berater des armenischen Präsidenten und war auch Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, wo er sich mit türkisch-armenischen Beziehungen befasste. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über das moderne Armenien.

Herr Libaridian, nach dem Ersten Weltkrieg hat der letzte Sultan des Osmanischen Reiches, Mehmed VI., ein Sondermilitärgericht  eingerichtet, um gegen die Täter zu verhandeln. Mehrere Leute wurden damals hingerichtet. Warum gab es nach diesem viel versprechenden Anfang keine wirkliche Aufarbeitung der Geschehnisse?
Das Sondergericht war wichtig und brachte sehr viele Informationen zutage. Aber das Gericht wurde nur auf Druck der Alliierten eingerichtet. Nach der Machtübernahme Mustafa Kemals wurde es wieder eingestellt. Kemal wusste natürlich, was mit den Armeniern passiert war, aber er wollte nicht, dass sein neuer Staat von der Vergangenheit gefangen gehalten wurde. In seinem Nationalstaat sollte die Geschichte erst mit dem Jahr 1919, also mit seiner Ankunft in Anatolien anfangen. Die Ideologie der neuen Türkei ließ es nicht zu, dass man über diese Geschehnisse sprach.
Das heutige Leugnen hat aber auch andere Gründe. Manche Leute wollen nicht mit der möglichen Schuld ihrer Väter oder Großväter konfrontiert werden. Dabei wissen sehr viele gar nicht, was passiert ist. Da ist einerseits der schlechte Unterricht Schuld. Aber man muss auch wissen, dass das Alphabet im Jahre 1928 geändert wurde. Die neuen Generationen konnten also die alten Texte, die sich mit diesen Geschehnissen befasst haben, gar nicht mehr verstehen. Und natürlich will die Politik auch nicht, dass man sich mit diesen Fragen beschäftigt. Der heutige Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte noch in seiner Zeit als Ministerpräsident, ein Muslim könne per definitionem keinen Völkermord begehen. Das zeigt sehr klar, was seine Haltung zur Genozidfrage ist, obwohl man auch sehen kann, dass sich unter Erdoğan die Situation etwas verbessert hat. Zum Beispiel wird kein Strafverfahren mehr eingeleitet, wenn jemand das Wort „Völkermord” im Zusammenhang mit diesen Geschehnissen benutzt.

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Porno-drehende Erzieherin gegen Diakonie: Kündigung rechtens

justiz_grossDie Kündigung einer Erzieherin wegen ihrer Porno-Drehs durch die Diakonie Neuendettelsau war rechtens. Das Landesarbeitsgericht in München bestätigte das Urteil aus der ersten Instanz des Arbeitsgerichts Augsburg.


evangelisch.de

Die sechste Kammer sah in dem privaten Verhalten der Klägerin eine „schwerwiegende sittliche Verfehlung“, die den Wertvorstellungen der evangelischen Kirche und der Diakonie „im Rahmen ihrer Sozialethik widerspricht“. Die Diakonie sei zur ordentlichen Kündigung berechtigt gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Reinhold Künzl. Eine Berufung wurde vom Gericht nicht zugelassen.

Richter Künzl hatte in der knapp halbstündigen mündlichen Verhandlung noch versucht, eine gütliche Einigung herzustellen. Die Parteien sollten sich „für beide Seiten gesichtswahrend“ auf eine ordentliche Kündigung zum 30. November 2014 einigen. Der Anwalt der Erzieherin mit dem Pseudonym „Julia Pink“ lehnte jedoch nach einer kurzen Beratung mit seiner Mandantin ab: „Wir wollen auf jeden Fall eine Entscheidung.“

Rätsel um Kalten Fleck gelöst?

Der Kalte Fleck (Kreis) hebt sich deutlich von den sonstigen Fluktuationen in der kosmischen Hintergrundstrahlung ab. © ESA Planck Collaboration
Gigantische Anomalie: Ein riesiger kalter Fleck im kosmischen Mikrowellen-Hintergrund gibt seit Jahren Rätsel auf. Jetzt könnten Astronomen eine Erklärung gefunden haben: eine gigantische fast leere Zone im All, die direkt vor dem kalten Fleck liegt. Sie ist 1,3 Milliarden Lichtjahre groß und damit die größte kosmische Struktur, die jemals beobachtet wurde, wie die Forscher berichten. Diese „Super-Leere“ könnte die Hintergrundstrahlung so beeinflussen, dass der Eindruck eines kalten Flecks entsteht.


scinexx

Der „Kalte Fleck“ gibt seit mehr als zehn Jahren Rätsel auf. Denn in ihm liegt die Temperatur des kosmischen Mikrowellenhintergrunds deutlich unter denen des sonstigen kosmischen Mikrowellenhintergrunds. Auch die normalen Fluktuationen der Hintergrundstrahlung können ein so großes, ungewöhnlich kaltes Gebiet im All nicht erklären. „Das ist die größte Einzelstruktur, die die Menschheit jemals entdeckt hat“, erklärt Istvan Szapudi von der University of Hawaii in Manoa. „Die Erklärungen dafür reichen von einem statistischen Fehler bis hin zu bisher unentdeckter Physik.“

Neue Physik oder Vordergrundstruktur?

Wäre der Kalte Fleck wie die restliche Hintergrundstrahlung kurz nach dem Urknall entstanden, dann könnte es ein Zeichen für bisher unbekannte Prozesse in dieser frühen Urzeit des Kosmos sein. Theoretisch wäre es aber auch möglich, dass der Fleck durch sekundäre Effekte verursacht wird, beispielsweise Strukturen im kosmischen Vordergrund, die die Hintergrundstrahlung auf ihrem Weg zu uns verändern.

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Extra-Schwimmzeiten für Muslime: Duisburg erteilt islamischem Wählerbündnis eine Absage

Getrennte Schwimmzeiten sind nach Ansichten des Duisburger Stadtoberhaupts ein Rückschritt. (Foto: Flickr/ The pool by Leo Hidalgo CC BY 2.0)
In Duisburg werden künftig keine eigenen Schwimmzeiten für Muslime eingerichtet. Die Stadt lehnte einen entsprechenden Antrag des islamischen Wählerbündnisses „Ummah“ („Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunft“) ab. Der Grund: Hierfür gebe es keine finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Das islamische Wählerbündnis hatte im Duisburger Integrationsrat gefordert, die Einrichtung von eigenen Schwimmzeiten und Schwimmkursen für Muslime in städtischen Bädern zu prüfen. Am Donnerstag kam nun die Absage der Stadt.

Duisberg lehnte das Anliegen gleich aus mehreren Gründen ab. „Die Stadt verfüge weder über die finanziellen und personellen noch über die materiellen Ressourcen, um eine solche Forderung umsetzen zu können“, berichtet das Nachrichtenportal der DerWesten. Das Ergebnis des Prüfauftrages habe die Stadt nun dem Integrationsrat zugestellt.

„Ummah“ hatte zuvor ins Feld geführt, dass viele gläubige Muslime Scheu hätten, sich in knapper oder enger Bekleidung insbesondere vor Nicht-Muslimen zu zeigen. Dies hätte etwa beim Schwimmunterricht in Schulen immer wieder zu Diskussionen geführt, so das Blatt weiter. In Grundschulen habe es oft Probleme zwischen Eltern und Lehrern gegeben, weil Migrantenkinder nicht schwimmen könnten. Deshalb sollten nach Ansicht des Bündnisses wöchentlich und flächendeckend Extra-Schwimmzeiten und -kurse in allen Duisburger Bädern eingeführt werden.

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Wir entscheiden uns ins Unglück

Mit sechs Marmeladen können wir umgehen, 24 überfordern uns, da kaufen wir besser gleich gar nichts. – Foto: Eisenhans, fotolia
Das Marmeladen-Experiment und das Paradox der großen Auswahl: Entscheidungsfreiheit macht uns nicht unbedingt glücklicher.


Von Florian Aigner|futurezone

Ich bin frei, ich kann machen was ich will. Kann mir jetzt mal jemand sagen, was ich wollen soll?

Wenn ich als Kind neue Turnschuhe brauchte, dann hatte ich im kleinen Laden unserer kleinen Stadt vielleicht die Wahl zwischen drei Modellen, die in meiner Größe gerade lagernd waren. Die einen waren zu breit geschnitten, die anderen zu eng, die dritten waren auch nicht perfekt, aber sie wurden gekauft, und die Sache war erledigt.

Heute, im Schuheinkaufszentrum in der Großstadt, irre ich durch eine Landschaft aus Turnschuhregalen und habe mehr Auswahl als sich überblicken lässt. Will ich Hallenturnschuhe, Laufschuhe, Tennisschuhe oder doch ein leichtes Trekking-Modell? Wenn ich diesen Laufschuh will, dann sollte ich dieses andere Modell noch probieren, das ist ganz ähnlich, aber hinten fester. Und würde eine andere Farbe vielleicht besser aussehen?

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Putin schenkte Tsipras verschwundene Ikone aus Sparta

Friedrich-Wilhelm Müller(l), Bild: http://www.militaryphotos.net
Als „Osterüberraschung“ hat der russische Präsident Wladimir Putin Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras bei dessen Besuch in Moskau eine wertvolle Ikone aus dessen Heimat zurückgegeben, wie die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA am Dienstag berichtet. Das Doppelbild mit den heiligen Nikolaus und Spyridon war während der deutschen Besatzung aus einem Kloster bei Sparta „verschwunden“. Nach Berichten von Augenzeugen hatte es sich General Friedrich-Wilhelm Müller während seiner Stationierung auf dem griechischen Festland angeeignet.


kathweb

Der spätere Kommandant der „Festung Kreta“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 bei Athen als Kriegsverbrecher hingerichtet. Danach verlieren sich die Spuren der geraubten Ikone. Bisher wurde angenommen, dass sie als sowjetische Kriegsbeute aus Deutschland – Müller war zuletzt Kommandant der 4. Armee in Ostpreußen – nach Moskau gelangt sei.

Nach der jetzigen Darstellung von Putins Pressesprecher Dimitri Peskow habe sie aber erst unlängst ein russischer Sammler den Erben von General Müller abgekauft. Der Sammler wollte sie demnach den Griechen zurückgeben.

Warum zum Geier eine Religion auf Greifvögel angewiesen ist

In Zoroastrismus gelten Frauen zu gewissen Zeiten als unrein – und sind von religiösen Handlungen ausgeschlossen. Keystone
Geier sind für diese Religion unersetzlich: Denn im Zoroastrismus werden die Toten weder verbrannt, noch beerdigt – sondern eben den Aasfressern überlassen. Weil Geier immer seltener werden, steht die kleine, aber alte Religionsgemeinschaft vor grossen Herausforderungen.


Von Deborah Sutter|SRF

Bisher waren die Geier sozusagen die Bestatter: Traditionellerweise legen Zoroastrierinnen und Zoroastrier in Indien und im Iran ihre Toten in runde Türme, die sich ausserhalb der Stadt befinden und die nach oben offen sind.

Das war eine sehr schnelle Angelegenheit: «Ein Leichnam war innerhalb von sechs Stunden mehr oder weniger restlos weg, so dass nur noch Knochen übrig waren. Diese Knochen verfielen in der heissen Sommersonne relativ schnell zu Staub. Das Problem heute ist aber, dass es praktisch keine Geier mehr gibt in Indien», sagt die Religionswissenschaftlerin Dorothea Lüddeckens.

Die Geier sterben, weil sie Kadaver von Rindern fressen, die mit einem für Geier giftigen Medikament behandelt worden sind. «Die Gemeinschaft der Zoroastrier sucht unter Hochdruck nach Lösungen», so Dorothea Lüddeckens. Sie hat den Zoroastrismus jahrelang erforscht und reist immer wieder nach Mumbai. 60’000 Gläubige leben dort, von insgesamt etwa 130‘000.

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Ägyptens Ex-Präsident Mursi zu 20 Jahren Haft verurteilt

Bild: REUTERS
Der vom Militär geputschte Präsident entgeht der Todesstrafe.


Die Presse

Die Todesstarfe blieb ihm espart. Ägyptens früherer Präsident Mohammed Mursi ist am Dienstag indessen zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der hohe Funktionär der Muslimbruderschaft wird _ wie mehrere andere führende Mitglieder der verbotenen islamistischen Organisation – für den Tod von Demonstranten im Dezember 2012 verantwortlich gemacht. Mursi wurde im Mitte 2013 nach Massenprotesten gegen seine Regierung von der Armee gestürzt. Im Anschluss kam es zu schweren Unruhen. Die neue Führung geht massiv gegen Mursis Muslimbruderschaft vor.

 

Whistleblower und investigative Journalisten bald im Abseits?

foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz) Wikileaks ist überall - und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz)
Wikileaks ist überall – und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
Eine neue EU-Richtlinie will Geschäftsgeheimnisse besser schützen, könnte aber Aufdeckern von Missständen das Leben schwer machen


Von Brigitte Zarzer|TELEPOLIS

In Zeiten der Globalisierung und technischen Vernetzung wird der effiziente Schutz von Geschäftsgeheimnissen für Unternehmen immer wichtiger. Eine geplante EU-Regelung will hier der Wirtschaft helfen und unterschiedliche Länderregelungen harmonisieren. NGOs, Journalisten und Gewerkschaftsvertreter warnen allerdings: Aufgrund der Richtlinie könnten bedenkliche Praktiken von Unternehmen künftig unentdeckt bleiben, zumal bei Weitergabe und Veröffentlichung von Informationen mit kaum abschätzbaren rechtlichen Folgen zu rechnen wäre.

Es gebe einige „ernsthafte Bedrohungen für die Arbeit von Journalisten und Gewerkschaftsvertretern“, kritisierte Mogens Blicher Bjerregard von der Europäischen Journalistenföderation (EFJ) die geplante EU-Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Diese soll in den nächsten Monaten dem EU-Ministerrat nochmals vorgelegt und dann vom EU-Parlament beschlossen werden. Neben der EFJ haben auch zahlreiche andere Journalistenorganisationen, NGOs und Gewerkschaftsvertreter Protest eingelegt.

Journalisten fürchten aufgrund verschiedener Passagen und Formulierungen, dass sie künftig jede Information vorab von Juristen prüfen lassen müssten, bevor sie überhaupt eine Enthüllungsgeschichte veröffentlichen könnten.

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Kirchen fordern Seenotrettung

Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm fordern Seenotrettung und sichere Zugänge Foto: Wolfgang Roucka (Erzbischöfliches Ordinariat München)/pro | CC BY-SA 3.0
Mehr als 1.000 Flüchtlinge sind binnen einer Woche im Mittelmeer ertrunken. Die Kirchen verlangen, dass die Politik handelt.


pro Medienmagazin

Binnen einer Wochen sind Medienberichten zufolge mehr als 1.000 Menschen bei dem Versuch, mit Booten über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen, ums Leben gekommen. Nachdem bereits ein Boot mit rund 400 Menschen an Bord gekentert war, ist in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste gesunken und hat verschiedenen Angaben zufolge zwischen 700 und 950 Menschen in den Tod gerissen. Nur 28 Menschen konnten von einem Frachtschiff aufgenommen und gerettet werden. Zu dem Flüchtlingsdrama haben am Montag der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ihr Bedauern ausgedrückt. In einer gemeinsamen Presserklärung heißt es: „Über das erneute Bootsunglück sind wir zutiefst erschüttert.“ An das vielfache Sterben vor den Küsten Europas dürfe man sich nicht gewöhnen. „Das ist ein humanitärer Skandal!“, erklärten Marx und Bedford-Strohm. Die Kirchenoberhäupter halten einen „entschlossenen Kampf gegen gewissenlose Schleuser“ für notwendig. „Wir brauchen sofort eine Seenotrettungsmission in europäischer Verantwortung“, forderten die Kirchenvertreter in der Pressemeldung und verwiesen dabei auf die Arbeit der italienischen Operation „Mare Nostrum“, die ein Jahr lang „Vorbildliches geleistet“ habe.

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Katholik Haseloff: Deutschland braucht mehr Kinder!

Reiner Haseloff (2012), Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/MartinRulsch
Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt verlangt Kurswechsel in Familienpolitik: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist.“


kath.net

Stärkere Anreize der Politik, damit in Deutschland mehr Kinder geboren werden, fordert der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU). Man brauche eine Geburtenquote pro Frau von 2,1 oder 2,2 Kindern anstelle der bisherigen 1,4. „Es geht um das Überleben unserer Gesellschaft“, sagte der Katholik der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin). Haseloff: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist.“ Deutschland sei der am höchsten entwickelte Sozialstaat der Welt: „ Aber das nützt uns nichts, wenn die Demografie am Ende langfristig alle Errungenschaften zunichtemacht.“ Die bisherigen familienpolitischen Leistungen in Höhe von über 200 Milliarden Euro jährlich entfalteten „keine klare Wirkung pro Kind“. Sie seien lediglich ein Nachteilsausgleich. Der CDU-Politiker: „Unter rein ökonomischen Gesichtspunkten ist die Gründung einer Familie nicht attraktiv. Jeder Lebensentwurf ohne Kinder ermöglicht einen höheren Lebensstandard, eine höhere Rente und mehr Freiheit.“ Andererseits dürften nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle spielen: „Das Glück, Kinder zu haben, ist sowieso unbezahlbar.“ Der 61-Jährige sagte, er erlebe seine eigene Familie – er hat zwei Kinder und vier Enkelkinder – „als einen wunderbaren stabilen Schutz- und Lebensraum“.

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Kirchenrecht: Hortleiterin muss gehen, weil sie eine Frau heiratet

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Die Eltern sind schockiert: Die Leiterin des Holzkirchner Caritas-Hortes muss ihren Posten räumen, weil sie homosexuell ist und ihre Freundin heiratet.


Von Marlene Kadach|Merkur-Online.de

Birgit Gerz-Hölker kann es kaum fassen: „Das ist völlig lebensfremd“, sagt die Holzkirchnerin. „Dass sie deswegen gehen muss, finde ich untragbar.“ Seit der ersten Klasse wird ihr zehnjähriger Sohn im Caritas-Hort in Holzkirchen betreut. „Es war damals die einzige Alternative.“ Als neulich bei allen Eltern der Einrichtung ein Brief ins Haus flatterte, stutzte sie gewaltig.

In diesem Brief teilt die Hortleiterin den Eltern mit, dass sie ihren Posten verlassen wird. Der Grund: „Ich werde im Juli meine Freundin heiraten.“ Da dieser Schritt nicht mit der Grundordnung des kirchlichen Dienstes vereinbar sei, müsse sie die Hortleitung abgeben. Am Ende schreibt die Caritas-Kreisgeschäftsführerin Beate Haslinger-Naß ein paar Zeilen. Die Leiterin habe eine Lebensentscheidung getroffen, „die meinen Respekt und meine Anerkennung findet.“ Aber: „Die ihr immer bekannten Konsequenzen, die ihre Entscheidung nach sich zieht, tragen wir mit.“

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IBM testet neues Konzept für Künstliche Intelligenz

Bild: TR
Ein eng am menschlichen Gehirn angelehntes Konzept soll Maschinen besser lernen lassen. Es stammt vom Palm-Gründer Jeff Hawkins – und weckt nach vielen Jahren jetzt auch das Interesse einer IT-Branchengröße.


Von Tom Simonite|Technology Review

Jeff Hawkins ist der Gründer des Mobilcomputer-Pioniers Palm. Seit nunmehr gut einem Jahrzehnt widmet er seine Zeit und sein Vermögen einer Theorie, die eine Erklärung für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und damit die Vorlage für eine mächtige neue Art von Software für Künstliche Intelligenz liefern soll. Bislang allerdings hat Hawkins neues Unternehmen Numenta in der Tech-Industrie wenig bewegt – obwohl Maschinenlernen für Unternehmen wie Google längst ein zentrales Thema geworden ist.

Jetzt aber zeigt endlich ein Technologieriese Interesse an dem Konzept: IBM hat in seinem Labor in San Jose im US-Bundesstaat Kalifornien eine Forschungsgruppe eingerichtet, die mit den Lernalgorithmen von Numenta arbeiten soll. Sie werden hier für Aufgaben wie die Interpretation von Satellitenbildern getestet, außerdem entwickelt die Gruppe spezielle Computer, die Hawkins’ Ideen in Hardware umsetzen sollen. Laut Hawkins arbeiten etwa 100 Personen an dem Projekt, das intern als Cortical Learning Center bezeichnet wird.

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Oma Marie, Sünde und christliche Bigotterie

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Zu den Folgen des Kirchenaustritts einer Großmutter wegen angeblich homosexuellenfeindlichen Äußerungen eines Pastors nimmt idea-Redakteur Christian Starke Stellung


kath.net

Welch ein Getöse um den Kirchenaustritt einer verärgerten 84-Jährigen! Bild, Stern, Spiegel und zahlreiche andere Medien machen den Fall publik. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister reagiert mit einem Offenen Brief an die Frau. Eine Kirchengemeinde bietet ihrer Familie seelsorgerliche Begleitung an. Da fragt man sich: Wo bleibt denn der Aufschrei in Kirche und Medien über die vielen – wahrscheinlich Tausenden –, die in den vergangenen Jahren wegen der Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften und dem Ja zu schwulen oder lesbischen Partnerschaften im Pfarrhaus aus der Kirche ausgetreten sind? Dazu hört man von Kirchenleitern keine Worte des Bedauerns. Hier wird offenbar mit zweierlei Maß gemessen. Kirchenobere erwecken den Eindruck, als seien Christen, die so denken wie Pastor Cochlovius, Vertreter einer kleinen exotischen Minderheit. Es mag sein, dass die meisten Pastoren in der hannoverschen Landeskirche die Haltung ihres Landesbischofs teilen. Aber ist sie das Maß aller Dinge? Die große Mehrheit der Christenheit – Katholiken, Orthodoxe und Evangelikale – betrachtet praktizierte Homosexualität als Sünde. Sie berufen sich dabei auf die Bibel.

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Bis zu 41 Prozent aller Arzneimittel weltweit sind Fälschungen

Tabletten können Leben retten – aber nur wenn sie nicht gefälscht sind © thinkstock
Forscher schlagen Alarm: Bis zu 41 Prozent aller Medikamente weltweit sind inzwischen Fälschungen. Sie enthalten entweder zu wenig oder sogar gar keine wirksamen Bestandteile. Das belegen Analysen von 17.000 Proben gängiger Arzneimittel – vom einfachen Antibiotikum bis zum teuren Krebsmedikament. Nach Schätzungen der Forscher sterben durch solche Fälschungen jedes Jahr bis zu eine Million Menschen.


scinexx

Das Problem gefälschter Medikamente ist schon länger bekannt: Vor allem in Ländern der Dritten Welt, aber auch in und von Schwellenländern werden häufig Arzneimittel verkauft, die nicht das enthalten, was auf der Packung steht. In Zeiten des Internets ist aber auch bei uns beim Kauf von Mitteln aus dem Ausland Vorsicht geboten. Denn nimmt man ein Mittel ein, dass die falschen oder zu wenig Wirkstoffe enthält, kann dies im schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

Weltweite Bestandsaufnahme

Wie viele gefälschte Medikamente aber weltweit im Umlauf sind, ist unbekannt. „Keiner hat eine Ahnung, wie groß das Problem wirklich ist“, sagt Tim Mackey von der University of California in San Diego. „Es gibt zwar Schätzungen, aber es schwer, akkurate Statistiken über kriminelle Machenschaften dieses Ausmaßes zu erhalten.“ Die Globalisierung macht es zudem immer schwieriger, den Arzneimittelhandel lückenlos zu überwachen.

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Islamisten mit Nahostkarte ohne Israel

Ein militantes Mitglied des militärischen Flügels der palästinensischen Hamas hält im Gaza-Streifen eine Hamas-Fahne hoch. – Foto: dpa
In Berlin wollen am Sonnabend rund 3000 Palästinenser zu einer umstrittenen Konferenz zusammenkommen. Kritiker werfen den Veranstaltern eine ideologische Nähe zur islamistischen Hamas vor – und warnen vor Stimmungsmache gegen Israel.


Von Christian Böhme und Martin Niewendick|DER TAGESSPIEGEL

Annette Groth und Wolfgang Gehrcke kommen nicht. Wie die beiden Bundestagsabgeordneten der Linken wird auch der sozialdemokratische EU-Politiker Norbert Neuser nach eigenen Angaben nicht teilnehmen. Die drei Politiker werden von den Veranstaltern für die „13. Konferenz der Palästinenser in Europa“ zwar als Redner beziehungsweise als Gäste angekündigt. Doch sie alle dementieren ihre Teilnahme.

Am kommenden Sonnabend wollen rund 3000 Menschen zu einer Palästinenserkonferenz in der Arena in Berlin-Treptow kommen. Zwei Organisationen zeichnen für die Konferenz verantwortlich: Die „Palästinensische Gemeinschaft Deutschlands“ (PGD) und das „Palestinian Return Center“ (PRC) mit Sitz in London.

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Von faulen Arabern und fleißigen Zionisten

Und dann muss er auch noch die Zionisten erwähnen: Tele-Imam Jussuf al-Qaradawi. – Foto: Screenshot Youtube
Ein Imam stänkert gegen Araber – und das halbe Internet flippt aus. Mehr als 2,5 Millionen klickten die Video-Predigt allein auf Facebook, die allermeisten User zollen Imam al-Qaradawi Respekt. Dabei ist das kalter türkischer Kaffee. Eine Polemik.


Von Mohamed Amjahid|DER TAGESSPIEGEL

Die Sensations-Predigt, die Scheikh Jussuf al-Qaradawi schon im April 2005 in Kuweit hielt, ist schnell auf den Punkt gebracht:

Deutsche: Gut weil gut Arbeit. Araber: Nix gut weil nix Arbeit.  

Sogar die Spanier seien viel erfolgreicher als alle Araber zusammen. Wie kann das nur sein? Fragt der Imam aufgeregt und macht die faulen Araber selbst zu den Schuldigen.

Mich erreichte das Qaradawi-Video mehrfach auf verschiedenen Wegen.

Es tauchte auf meinen Timelines auf, Kollegen sprachen mich deswegen an, ich las sogar in der Zeitung darüber.

Das neue an diesem Video – ich schwöre bei Allah – sind allerdings nur die englischen Untertitel. Fragt egal welchen Araber auf der Straße, der wird das bestimmt bestätigen. Denn wer schon mal in einer Moschee oder Koranschule zwischen Casablanca und Bagdad saß, der weiß: irgendwann wird der bärtige Imam da vorne sagen, dass Araber scheiße sind und dass Deutsche schöne Autos bauen. Die Robustheit eines „Mircidis“, das fasziniert die Menschen in Arabien halt sehr. Dann nicken die Gläubigen meistens brav und gehen zurück ins Bettchen – zumindest wenn die Logik von Jussuf al-Qaradawi und seinen 1000 und eine Million Kollegen stimmt.

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Trotz Foltervorwürfen: BKA weitet Polizeiausbildung in Ägypten aus

Ein zum Tode Verurteilter in einem ägyptischen Gerichtssaal: System der Folter und Repression. picture alliance
Willkür und Folter sind in Ägypten an der Tagesordnung. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung zeigte sich schon vor Monaten alarmiert. Trotzdem bildet das Bundeskriminalamt unbeirrt ägyptische Polizisten aus. Berlin will die Zusammenarbeit mit Kairo nun sogar intensivieren.


Von Sofian Philip Naceur|Cicero

Das ägyptische Innenministerium zählt zu den repressivsten Sicherheitsorganen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Unverhältnismäßige Polizeigewalt, Willkür und selbst systematische Folter werden den Beamten am Nil vorgeworfen.

All das scheint die Bundesregierung nicht zu stören: Bereits seit 2014 verhandelt sie mit Ägyptens Innenbehörden über ein Abkommen zur Polizeikooperation. Erstmals hat sie nun Details über die geplante Zusammenarbeit offiziell bestätigt.

„Das Bundesministerium des Innern hat mit dem Ministerium für innere Angelegenheiten der Arabischen Republik Ägypten im Februar 2015 für das laufende Jahr Maßnahmen für eine intensivere Zusammenarbeit im Verantwortungsbereich der Bundespolizei vereinbart“, heißt es in der dem Cicero vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Abgeordneten der Linksfraktion im Bundestag, Andrej Hunko.

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