Jeder dritte deutsche Friedhof in kirchlicher Hand

Bild: tilly
Von den bundesweit 32.000 Friedhöfen befindet sich jeder dritte in kirchlicher Trägerschaft.

evangelisch.de

Insgesamt gebe es rund 11.500 kirchliche Begräbnisstätten, davon 7.900 evangelische und 3.600 katholische, wie die Verbraucherinitiative für Bestattungskultur „Aeternitas“ am Mittwoch in Königswinter mitteilte. Viele der kirchlichen Träger litten unter Kostendruck, da immer mehr Menschen eine Feuerbestattung oder kleinere, günstigere Gräber auswählten. In Folge davon gäben einige Kirchen die Verwaltung an die Kommunen ab. Im Unterschied zu kirchlichen Trägern seien die Gemeinden gesetzlich verpflichtet, Gräber für verstorbene Einwohner vorzuhalten.

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Nordirlands Protestanten sollen auf „R.I.P.“ verzichten

FreeImage: pixabay
Besonders im Internet ist es weit verbreitet: Das Kürzel „RIP“ steht für das Andenken an Verstorbene. Radikale Protestanten in Nordirland wollen das ändern. Ihnen sind die Buchstaben zu katholisch.

katholisch.de

Nordirische Protestanten sollen laut dem Oranier-Orden auf die Phrase „RIP“ zum Andenken an Verstorbene verzichten. Das Forderung der radikal-protestantischen Organisation richte sich vor allem an ihrer Mitglieder, wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtet. Die August-Ausgabe der Ordenszeitschrift „The Orange Standard“ halte darüber hinaus „alle, die sich selbst als Protestanten sehen“ an, die Abkürzung nicht mehr zu verwenden. Die Buchstaben „RIP“ kürzen die Worte des liturgischen Gebets für die Toten, „requiescat in pace“ (lat. „ruhe in Frieden“) ab. Im Englischen steht die Abkürzung auch für das gleichbedeutende „rest in peace“.

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Freimaurerloge nicht gemeinnützig

© DPA Die Gleichheit ist eine der fünf Grundideale der Freimaurer – Frauen nehmen die traditionellen Logen deshalb aber nicht auf.
Wer nur Männer aufnimmt, ist nicht gemeinnützig, entscheiden die Bundesfinanzrichter. Deshalb haben traditionelle Freimaurerlogen keinen Anspruch auf Steuervorteile. Das Urteil könnte weitreichende Folgen haben.

Frankfurter Allgemeine

Schließt eine traditionelle Freimaurerloge Frauen von der Mitgliedschaft aus, ist sie nicht gemeinnützig. Eine Befreiung von der Körperschaftsteuer komme daher nicht infrage, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil (AZ: V R 52/15). Im konkreten Fall hatte das Finanzamt der in Nordrhein-Westfalen ansässigen Freimaurerloge die Anerkennung der Gemeinnützigkeit verweigert und für das Streitjahr 2012 insgesamt 201 Euro Körperschaftsteuer verlangt.

Die Behörde begründete dies mit der Satzung der Loge. Danach ist die Loge eine „auf vaterländischer und christlicher Grundlage beruhende Vereinigung wahrheitsliebender, ehrenhafter Männer“. Ziele seien unter anderem die Förderung christlicher Religiosität, die allgemeine Menschenliebe und die Hebung der Sittlichkeit.

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„Spaghettimonster“-Kirche wird nicht mit Kirchen gleichgestellt

Screenshot: http://www.pastafari.eu/
Die satirische „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ wird in Brandenburg nicht als mit den Kirchen gleichberechtigte Weltanschauungsgemeinschaft anerkannt.

evangelisch.de

Der Verein vertrete „kein umfassend auf die Welt bezogenes Gedankensystem im Sinne einer Weltanschauung“, urteilte das Brandenburgische Oberlandesgerichts am Mittwoch in Brandenburg an der Havel. Die „Spaghettimonster“-Kirche habe deshalb auch kein Recht, Hinweisschilder für wöchentliche „Nudelmessen“ am Ortseingang von Templin aufzustellen. (Az.: 4 U 84/16 Brandenburgisches Oberlandesgericht)

Der Schilderstreit über die Hinweistafeln beschäftigt in Brandenburg bereits seit einigen Jahren Gerichte und Öffentlichkeit. Der „Spaghettimonster“-Verein hatte in Templin solche Schilder aufgestellt, die nach dem Vorbild der Hinweistafeln der Kirchen für Gottesdienste gestaltet waren.

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Arte weist Schuster-Kritik an Reportage über Gaza-Streifen zurück

Arte weist die Kritik des Zentralrats der Juden an einer Reportage über den Gaza-Streifen zurück.

evangelisch.de

Den Eindruck, Israel werde in der Sendung „Gaza: Ist das ein Leben?“ für den Konflikt verantwortlich gemacht, könne der Sender nicht nachvollziehen, teilte Arte am Dienstagabend in Straßburg mit. Reportagen setzten sich bewusst mit den Lebensumständen der Protagonisten auseinander und nähmen deren Perspektive ein. So auch der kritisierte Beitrag. Zentralratspräsident Josef Schuster hatte den 15-minütigen Film am Dienstag als „einseitig“ kritisiert: Die Reportage unterschlage „wesentliche Informationen“.

In dem am 22. Juli 2017 gesendeten Film wird der Alltag von palästinensischen Familien begleitet, die Angehörige durch Luftangriffe der Israelischen Armee verloren haben. Arte erklärte, der journalistische Wert des Genres bestehe gerade darin, persönliche Sichtweisen authentisch widerzuspiegeln, ohne den Anspruch zu erheben, „einen komplexen Sachverhalt vollständig und von allen Seiten gleichgewichtig zu beleuchten“. Der Sender achte konsequent darauf, dass im Gesamtprogramm „eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven des israelisch-palästinensischen Konflikts“ abgebildet werden und wolle „auch in Zukunft unterschiedlichen Sichtweisen Raum geben“.

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So sah der Urahn aller Blütenpflanzen aus

Diese Rekonstruktion zeigt, wie die allererste Angiospermen-Blüte ausgesehen haben könnte © Hervé Sauquet, Jürg Schönenberger
„Phantombild“ der Urblüte: Forscher haben erstmals rekonstruiert, wie der Urahn aller heutigen Blütenpflanzen aussah. Diese allererste Blüte war demnach ein Zwitter mit sowohl weiblichen als auch männlichen Organen. Außerdem besaß sie mindestens zehn Blütenblätter, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten. Überraschend auch: Die Blütenblätter sind in mehreren Kreisen angeordnet, nicht in Spiralen wie bisher angenommen.

scinexx

Die Erfindung der Blüte war ein echter Meilenstein der Evolution. Denn mit ihr veränderte sich die Pflanzenwelt der Erde grundlegend und die Blütenpflanzen dominieren seither im Pflanzenreich. Heute gehören rund 90 Prozent der Landpflanzen zu den Angiospermen – vom unscheinbaren Kraut bis zur gewaltigen Eiche. Wann jedoch die Natur die Blüte „erfand“, ist bisher nur grob bekannt: Fossile Pollenkörnerund Genvergleiche deuten auf eine Entstehung vor 140 bis 250 Millionen Jahren hin.

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Abschiebung islamistischen Gefährders gestoppt

Die Abschiebung eines 18-jährigen Gefährders aus Bremen hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vorerst gestoppt. Eine endgültige Entscheidung werde es in den nächsten Monaten geben, sagte ein Sprecher des Bremer Innenressorts. 

Frankfurter Rundschau

Der aus der russischen Republik Dagestan stammende Mann befand sich laut Medienberichten bereits auf dem Weg zum Flughafen nach Frankfurt. Als die Entscheidung bekannt wurde, drehte der Wagen mit ihm wieder um. Der 18-Jährige sympathisiert nach Ansicht der Behörden mit der Terrormiliz IS und hat Suizidgedanken geäußert.

Esoterik im Zahnarztstuhl – Darmsanierung beim Zahnarzt

Einige Zahnärzte behandeln ihre Patienten mit fragwürdigen Methoden. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Pendeln, Energieströme spüren und am Ende ist das Gebiss verstümmelt: Zahnärztekammern fördern fragwürdige Test- und Behandlungsmethoden.

Von Berit Uhlmann | Süddeutsche.de

In jenem grenzenlosen Bereich, in dem alles mit allem zusammenhängt, findet jeder seine Nische. So haben auch einige Zahnärzte ihr Fachgebiet erstaunlich geschmeidig in das Netzwerk der Energien, Ströme und geheimen Bindungen eingegliedert, die Anhänger fragwürdiger medizinischer Theorien gerne beschwören. Wenn geheime Bahnen den ganzen Körper durchziehen, warum sollten sie dann nicht auch an den Zähnen vorbeikommen? Manche Dentalmediziner erzählen also ihren Patienten, ihre Schneidezähne stünden in direkter Verbindung zur Niere und ein „Zahnstörfeld“ vorne im Gebiss bedrohe das Organ. Ein Weisheitszahn könne Auswirkungen auf das Herz haben. Eine ungewöhnliche Stellung des Eckzahns wiederum signalisiere, dass es um die Mütterlichkeit der Patientin nicht gut bestellt sei.

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Alice Cooper: „Jesus hat gesagt: Wenn Du Rockstar sein willst, sei der beste.“

Foto: youtube.com

Er ist eine Hard-Rock-Legende, auch mit 70 Jahren noch: Alice Cooper. Beim Wacken 2017 steht er wieder auf der Bühne. Im Interview erzählt der Schockrocker, wie er das immer noch schafft und wie ihm sein Glaube an Gott hilft.

Von Matthias Bossaller | evangelisch.de

Wie soll ich Sie ansprechen: Alice Cooper oder Vincent Damon Furnier?

Alice Cooper: Nur meine Mutter hat mich Vincent Damon Furnier genannt. Es gibt zwei Alices: Mich und den Typen auf der Bühne. Für diesen Charakter schreibe ich Songs.

Warum trennen Sie so scharf zwischen dem Bühnen-Charakter Alice und Ihrer wahren Identität?

Cooper: Sehen Sie mal: Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Kurt Cobain sind gestorben, weil sie zu jeder Zeit wie ihr Bühnencharakter sein wollten. Dafür haben sie gesoffen und Drogen genommen. Ich habe das bei Jim Morrison beobachtet, der ein sehr guter Freund von mir war. Nur um sein Image leben zu können, hat er sich Pillen eingeschmissen, wie andere Leute Bonbons essen und dann noch mit Jack Daniels runtergespült. Als ich mit dem Saufen aufgehört habe, habe ich für mich entschieden: Ich will mit der Bühnenfigur Alice Cooper koexistieren. Ich will sie aber nicht ständig sein. Lass Alice auf der Bühne sein, wie er ist: Der arrogante, bösartige Typ. Er ist nicht verheiratet, er möchte keine Kinder haben und kein Golf spielen. Er will einfach nur performen. Ich freue mich, Alice auf der Bühne sein zu können, weil ich noch ein normales Leben neben dieser Figur haben kann. Wenn der Vorhang fällt, bin ich eine völlig andere Person als auf der Bühne.

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Waren die Nazis wirklich „Humanisten“? Die große Harari-Ver(w)irrung

Cover links: randomhouse.de, Cover rechts: chbeck.de. Bild hpd.de
Der israelische Historiker Yuval Noah Harari hat mit seinen Büchern „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ und „Homo deus“ internationale Bestseller vorgelegt. Tragischerweise sind ihm in der Analyse haarsträubende Fehler unterlaufen, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen.

Von Michael Schmidt-Salomon | hpd.de

Normalerweise verzichte ich darauf, Bücher anderer Autoren zu kritisieren. Allzu schnell entsteht der Eindruck, man wolle seine eigenen Werke über die Abwertung Anderer aufwerten. Doch nachdem Hararis Bücher Millionenauflagen erreicht haben, nachdem ernstzunehmende Denker wie Daniel Kahneman den Autor über den Klee lobten und nachdem sogar der Humanistische Pressedienst (!) eine unbedingte Leseempfehlung für Hararis „Kultbücher“ aussprach (Thomas Hummitzsch am 28.6.2017: „Hararis kluges, anregendes und aufwühlendes Buch ist ein Weckruf, in dem er das Heute analysiert, um die Möglichkeit einer menschlichen Zukunft zu bewahren. Wenn Sie nur ein Buch mit in den Koffer packen wollen, dann nehmen Sie dieses!“), sehe ich mich gezwungen, meine selbstauferlegte „Abstinenzregel“ zu brechen. Denn vor einem Autor, der so sehr in ideologischen Denkschablonen gefangen ist, dass er den Nationalsozialismus (!) als „humanistische Religion“ (!) beschreibt, kann nur gewarnt werden.

Wohlgemerkt: Bei dieser ungewöhnlichen Charakterisierung des Nationalsozialismus bzw. des Humanismus handelt es sich keineswegs um einen einmaligen, nebensächlichen Ausrutscher des Bestsellerautors, sondern um ein Kernelement seiner Weltsicht. Um dies verständlich zu machen, muss ich etwas weiter ausholen: In beiden Büchern, sowohl in „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ als auch in „Homo deus“, beschreibt Harari den Aufstieg des Humanismus, der die alten theistischen Religionen abgelöst habe, sowie den bevorstehenden Untergang des Humanismus, der durch neue technologische Ideologien („Posthumanismus“ bzw. „Dataismus“) ersetzt werde. In beiden Büchern meint Harari auch, den Humanismus als eine „Religion“ charakterisieren zu müssen (eine Differenzierung zwischen „Religionen“, „Weltanschauungen“ oder „Philosophien“ sucht man vergeblich), die in drei verfeindete „humanistische Sekten“ zerfällt, nämlich in die Konfessionen des „liberalen Humanismus“, des „sozialistischen Humanismus“ und des „evolutionären Humanismus“.

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Rheinmetall-Manager – 1000 Kampfpanzer für Erdogan

Ein Aktivist steht vor dem Reichstag in Berlin mit einem Transparent mit der Aufschrift „Keine Panzer für Erdogan!“ vor einem alten Kampfpanzer vom Typ Leopard I und demonstriert gegen Aufträge an den Rüstungskonzern Rheinmetall für den Bau einer Panzerfabrik in der Türkei. Den Panzer hatten die Aktivisten vor den Reichstag bringen lassen © Jörg Carstensen/dpa
Ein Dinner mit dem Präsidenten und dubiose Partner als Türöffner: Interne Unterlagen beweisen, wie trickreich der Rüstungskonzern Rheinmetall den Bau von Panzern in der Türkei einfädelte.

Von Hans-Martin Tillak | stern.de

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat eine geplante Panzerfabrik in der Türkei viel intensiver vorbereitet als bislang bekannt. So trafen Manager des deutschen Unternehmens im November 2015 den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich zu einem Abendessen im Yildiz-Palast in Istanbul, bei dem es offenkundig um die geplante Produktion der Panzer ging. Das berichten wir gemeinsam mit dem Recherchezentrum Correctiv und der türkischen Exilredaktion Özgürüz in unserer neuen Ausgabe. Dem stern liegen ein bei dem Treffen entstandenes Gruppenfoto mit dem Präsidenten sowie Unterlagen vor, die die beteiligten Medien auswerten konnten. Sie geben bislang unbekannte Einblicke in das politisch hoch brisante Waffengeschäft.

1000 Kampfpanzer im Gesamtwert von sieben Milliarden Euro

In einer dem stern, Correctiv und Özgürüz vorliegenden Präsentation für Investoren kündigte Konzernchef Armin Papperger bereits Ende November 2015 und damit in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Erdogan-Termin ein Joint Venture für den Bau von „gepanzerten Fahrzeugen“ mit türkischen Partnern an.

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Ab heute leben wir auf Pump

2017 liegt der Earth Overshoot Day bereits am 2. August – die Menschheit bräuchte 1,7 Erden um ihren Ressourcenverbrauch zu decken. © NASA/ freeimages,Oliver Gruener
Ab heute bräuchten wir eine zweite Erde: Mit dem heutigen Tag hat die Menschheit alle nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht. Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist damit erneut angewachsen – inzwischen bräuchten wir 1,7 Erden, um unseren jährlichen Ressourcenverbrauch zu decken. 2016 lag der Earth Overshoot Day noch sechs Tage später.

scinexx

Der Zeitpunkt könnte kaum symbolträchtiger sein: Während in Deutschland der Dieselgipfel auf einen faulen Kompromiss hinsteuert, demonstriert der Erdüberlastungstag eindeutig, welchen Raubbau die Menschheit an unserem Planeten betreibt. Der „Earth Overshoot Day“ –Erdüberlastungstag – markiert den Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde im Jahr regenerieren kann.

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NSU-Opferanwälte werfen Generalbundesanwalt Irreführung vor

Die Drei-Täter-Theorie wird zunehmend unglaubwürdiger © MiG
In einem Brief an die Öffentlichkeit melden sich die Anwälte der NSU-Opfer zu Wort. Darin kritisieren sie das Plädoyer der Bundesanwaltschaft scharf. Sie werfen ihm Irreführung durch verzweifeltes Festhalten an der „Drei“-Täter-These vor. MiGAZIN veröffentlicht den Brief im Wortlaut:

MiGAZIN

Die Bundesanwaltschaft hat mit ihrem Plädoyer versucht, die Deutungshoheit über den NSU-Komplex zurückzuerlangen. Sie hat sich aber nicht darauf beschränkt, ihre lange überholte „Trio“-These auszubuchstabieren, sondern gleichzeitig all diejenigen diffamiert, die ihre Sichtweise nicht teilen, wie unter anderem Obleute der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse, Journalisten und Nebenklägervertreter. Wer wie diese meint, dass der NSU mehr war als ein abgeschottetes „Trio“ wurde von Dr. Diemer als „Irrlicht“ bezeichnet und entsprechende Äußerungen als „Fliegengesumme“.

Oberstaatsanwältin Greger ging so weit zu behaupten, einige Nebenkläger hätten ihren Mandanten „versprochen“, es hätte an den Tatorten „rechte Hintermänner“ gegeben. Dafür hätten angeblich weder die Ermittlungen des BKA, noch die Untersuchungsausschüsse, noch das Gerichtsverfahren in seinen 374 Hauptverhandlungstagen Anhaltspunkte erbracht.

Diese haltlose Behauptung unterstellt einigen Anwälten standeswidriges Verhalten, spricht den Mandanten ihr eigenes Urteilsvermögen ab und führt die Öffentlichkeit in die Irre. Zugleich sind diese Angriffe Ausdruck der Schwäche der Argumentation der Bundesanwaltschaft, es bleibt ihr nicht mehr als die bloße Behauptung:

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Türkische Justiz schont IS-Kämpfer

Süleymaniye-Moschee in Istanbul. Bild: Quantum666/gemeinfrei
Während die Opposition verfolgt wird, rückt die AKP näher an radikalislamische Organisationen, IS-Kämpfer werden aus der Haft entlassen.

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Es wird viel demonstriert in der Türkei. Zahlreiche oppositionelle Gruppen stellen sich der regierenden AKP zunehmend mutiger in den Weg. Nach dem von der CHP initiierten Gerechtigkeitsmarsch ist nun auch die HDP auf den Straßen, doch ihre Demos und Kundgebungen werden von der Polizei massiv behindert. Ein Park in Ankara, in dem Abgeordnete der Partei sprechen wollten, wurde abgeriegelt, so dass es kein Publikum gab.

Aber auch innerhalb der Partei von Recep Tayyip Erdogan rumort es. Ex-Präsident Abdullah Gül rückte zuletzt vom Kurs des Staatschefs ab. Pro Woche werden durchschnittlich 900 bis 1000 Menschen festgenommen, gegen fast alle wird Anklage erhoben, gut ein Drittel landet in Untersuchungshaft. Es sind Journalisten, Akademiker, Gewerkschaftler, echte oder vermeintliche Gülen-Anhänger.

In der vergangenen Woche wurden mehrere Personen festgenommen, weil sie ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Hero“ trugen. Das Shirt ist Massenware, zigtausendfach verkauft. Ein wegen Verdacht auf Beihilfe zum Putschversuch angeklagter Mann trug es während seiner Festnahme. Seither wird das Tragen dieses Kleidungsstücks als Unterstützung für die Putschisten ausgelegt. Der Hersteller, die Textilkette DeFacto, hat es inzwischen vom Markt genommen. Kein Grund ist mehr zu absurd, um Menschen zu Opfern des Willkürsystems zu machen.

Am Samstag zogen tausende Frauen durch die Istanbuler Innenstadt. Sie demonstrierten gegen die zunehmende Gewalt gegen Frauen und die Versuche des konservativen Lagers, rigide Kleiderregeln durchzusetzen. Offiziell soll in der Hinsicht nichts passieren. Aber im Alltag erhöht sich der Druck. Mehrfach wurden Frauen angegriffen, weil sie zu kurze Röcke oder zu freizügige Oberteile trugen. Noch während die Demo stattfand, wurden zwei junge Frauen mit dieser Begründung von privaten Sicherheitsmännern aus dem zentrumsnahen Macka Park vertrieben. Sie erstatteten Anzeige. Ob das etwas bringt, ist aber fraglich.

Lange Zeit war Istanbul vor allem als eine sichere und liberal-offene Stadt bekannt. Eine Stadt, in der die meisten Menschen so sein konnten, wie sie wollten und wo der vielzitierte plakative Clash of Cultures friedlich funktionierte. Religiöse lebten mit Säkularen Tür an Tür, und man kam weitgehend gut miteinander zurecht, auch weil die Grenzen der jeweils anderen Gruppe respektiert wurden. Doch die Stimmung kippt zusehends.

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Kopfüber auf Beutejagd

Pose mit Wiedererkennungswert: In dieser Stellung wartet die neu entdeckte Seeschlange nachts bevorzugt auf Beute. © Brooke L. Bessesen
Züngelnde Überraschung: Biologen haben in Costa Rica eine bisher unbekannte Seeschlangen-Unterart mit einem ungewöhnlichen Jagdverhalten entdeckt. Anders als ihre Verwandten geht die auffallend gelbe Schlange bevorzugt nachts und in turbulenten Gewässern auf Beutefang – und nimmt dabei eine ganz spezielle Pose ein: Sie kringelt sich kopfüber zu einem bojenartigen Bündel zusammen, um mit offenem Maul auf schmackhafte Nahrung zu warten.

scinexx

Die Plättchen-Seeschlange gehört zu den am weitesten verbreiteten Schlangen der Welt. Das rund 80 Zentimeter lange Reptil ist im Indischen Ozean genauso zu Hause wie im tropischen Pazifik, im Persischen Golf genauso wie im Meer um Japan. Dank ihrem braunen Rücken, gepaart mit dem auffällig gelben Bauch und der gemusterten Schwanzspitze lässt sich Hydrophis platurus leicht von anderen Seeschlangen-Spezies unterscheiden.

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Trump Cabinet members attend weekly Bible study

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Many of President Trump’s Cabinet members gather at a weekly session to study the Bible, the Christian Broadcasting Network (CBN) reported Monday.

By Olivia Beavers | THE HILL

Ralph Drollinger, the founder of Capitol Ministries, says he leads a weekly Bible study with Cabinet members such as Education Secretary Betsy DeVos, Energy Secretary Rick Perry, Health and Human Services Secretary Tom Price and CIA Director Mike Pompeo.

„It’s the best Bible study that I’ve ever taught in my life. They are so teachable. They’re so noble. They’re so learned,“ Drollinger told CBN.

Vice President Pence, who is a sponsor of the faith sessions, reportedly joins the group when his schedule allows.

Mike Pence has uncompromising biblical tenacity and he has a loving tone about him that’s not just a noisy gong or a clanging cymbal,“ Drollinger said in part. „And then fourthly, he brings real value to the head of the nation.“

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„Planet der Affen – Survival“: Die ganze Affenbande brüllt

Der dritte Teil von „Planet der Affen“ kommt ins Kino. Regisseur Matt Reeves exerziert die großen Themen Verrat, Schuld und Vergebung durch – nur mit Tieren statt Menschen. Darf man nicht unterschätzen!

Von Jenni Zylka | SpON

„Monkey Killer“ prangt auf dem Helm des Soldaten. Er schleicht gemeinsam mit einer paramilitärischen Truppe durch eine grüne Hölle, einem Überraschungsangriff auf die Affen entgegen. Seite an Seite mit den Menschen kämpfen ebenfalls Affen: Einer der Kollaborateure, ein robuster Gorilla, trägt den Soldaten die Munition.

 

Zentralrat der Juden kritisiert Gaza-Reportage

© DPA Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster
Anfang Juni hat der Zentralrat die Absetzung einer Dokumentation über Antisemitismus angeprangert. Nun kritisiert er, dass ein Bericht ausgestrahlt wurde. Wieder richten sich die Vorwürfe gegen den deutsch-französischen Sender Arte.

Frankfurter Allgemeine

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den deutsch-französischen TV-Sender Arte zum zweiten Mal binnen weniger Monate scharf kritisiert. Zentralratspräsident Josef Schuster schrieb am Montag in einem Brief an den Sender, der FAZ.NET vorliegt, die Reportage „Gaza: Ist das ein Leben?“ sei „von Einseitigkeit geprägt“ und unterschlage „wesentliche Informationen“ zum Verständnis des Nahost-Konflikts und der aktuellen Lage im Gaza-Streifen.

Israel werde „als Aggressor dargestellt“ und „allein für die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage im Gaza-Streifen verantwortlich gemacht“, erklärte Schuster. In der am 22. Juli ausgestrahlten Dokumentation wird der Alltag von palästinensischen Familien begleitet, die Angehörige durch Luftangriffe der israelischen Armee verloren haben.

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Messer-Attentäter von Hamburg hätte abgeschoben werden können

In diesem Supermarkt erstach Ahmad A. einen Menschen und verletzte einige Weitere. 2015 war versäumt worden, ihn abzuschieben. (Foto: Morris MacMatzen/Getty Images)
  • Der Messer-Attentäter von Hamburg sollte 2015 abgeschoben werden, da er bereits einen Asylantrag in Norwegen gestellt hatte. Das gelang nicht, da das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Frist verpasste.
  • Zuerst hatte Spiegel Online über den Vorgang berichtet.
  • Ahmad A. hatte am vergangenen Freitag in einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek mit einem Messer einen Menschen getötet und weitere verletzt.

Von Matthias Drobinski, Thomas Öchsner, Thomas Hahn | Süddeutsche.de

Im Fall des Hamburger Messer-Attentäters Ahmad A. hat es eine folgenschwere Behördenpanne gegeben: Der Palästinenser, der am 11. Mai 2015 über Norwegen nach Deutschland gekommen war, hätte schon damals gleich wieder dorthin zurück abgeschoben werden können. Am 13. Mai stellte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bei einem Datenabgleich der Fingerabdrücke fest, dass A. bereits in Norwegen registriert war. Das Land hätte also nach den Regeln des sogenannten Dublin-Abkommens den Mann zurücknehmen müssen.

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‚Artificial Atoms‘ Rapidly Self-Assembling Into Complex Structures

Image: MOTHERBOARD
Humans have been building things out of other things since the Stone Age, but it’s really been the past 200 years that things have gotten wild.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

Just think of all of the alloys, plastics, rubbers, silicon substrates, liquid crystals, and hacked DNA molecules. It would have been easy enough to just declare ourselves gods of materials science and take a vacation, but researchers want to go deeper. As deep as it gets, really—hacking together atoms themselves and then making entirely new sorts of structures from those meta-atoms.

And that’s where we’re at. Really, we’ve been in the midst of a metamaterials revolution for about the past decade—with atomically thin graphene at the heart of much of said revolution—and it likely hasn’t even peaked. Consider a new paper out Monday in Nature describing the rapid crystallization of superlattice nanostructures from engineered „artificial atoms.“ While growing such materials from the ground up has usually been understood as a prohibitively slow process, the new work speeds things up by orders of magnitude—from days to seconds.

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