Zeigt dieses Felsbild eine Sonnenfinsternis?

Ritzbilder auf dem Piedra del Sol im Chaco Canyon. Unten rechts ist die ungewöhnliche Sonnendarstellung zu sehen. © University of Colorado
Astronomisches Zeugnis im Fels: Die geheimnisvollen Anasazi könnten eines der frühesten Zeugnisse einer Sonnenfinsternis in Nordamerika hinterlassen haben. Eines ihrer Felsbilder im Chaco Canyon zeigt ein Sonnensymbol, dessen Rand den Strukturen in der Sonnenkorona verblüffend ähnelt. Sogar eine Sonneneruption könnte dargestellt sein. Gesehen haben können die Anasazi diese Strukturen aber nur während einer totalen Sonnenfinsternis.

scinexx

Die kommende Sonnenfinsternis am 21. August über den USA sorgt schon jetzt für Vorfreude und Begeisterung. Doch in früheren Zeiten galt ein solches Ereignis eher als Unglücksbote, als Zeichen für den Unmut der Götter – schließlich verletzte diese plötzlich hereinbrechende Dunkelheit den natürlichen Lauf der Dinge. Kein Wunder, dass Menschen schon vor tausenden von Jahren solche totalen Sonnenfinsternisse als besondere Omen betrachteten und sie in Bildern und Texten dokumentierten.

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Staatsknete für Schriften vom Antisemiten, Sexisten und Rassisten

Die Stiftung Luthergedenkstätten erhält aus dem Programm des Bundes „Sondermittel 2017 zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes in Deutschland“ eine Förderung. Mit den Mitteln kann eine originale Handschriftensammlung aus der Reformationszeit fachgerecht konserviert und restauriert werden.

BUNDESPRESSEPORTAL

Kulturminister Rainer Robra gratuliert der Stiftung zum erfolgreichen Projektvorhaben: „Die Pergamentbestände des Lutherhauses sind einzigartige authentische Zeugnisse der Reformationszeit. Es ist daher geradezu unsere Pflicht, diese Schätze für künftige Generationen zu bewahren. Mit dieser Förderung ist es möglich, einen wichtigen Bestandteil unseres kulturellen Gedächtnisses zu erhalten.“ Das Projekt gilt dem Erhalt einzigartiger Pergament-Urkunden aus der Handschriftensammlung im Lutherhaus in Lutherstadt Wittenberg. Zur Sammlung zählen etwa 7.000 Autographen, darunter etliche Briefe des Reformators Martin Luthers und seiner Zeitgenossen, sowie das Apothekenprivileg für Lucas Cranach d.Ä. von 1520. Mit den Mitteln sollen wichtige und wertvolle Stücke der Handschriftensammlung restauriert und in säurefreie Kartons gepackt werden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 15.000 Euro, von denen die Bundesregierung die Hälfte und das Land Sachsen-Anhalt ein Viertel der Kosten übernehmen wird.

Im Rahmen des Programmes „Sondermittel 2017“ unterstützt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, insgesamt 45 Projekte zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes in Archiven und Bibliotheken mit einer Million Euro. Zum Erhalt unersetzbarer Originale werden Maßnahmen wie Papierentsäuerung, Trockenreinigung und fachgerechte Schutzverpackung auf allen zentralen Trägerschaftsebenen gefördert. Die Hälfte dieser Mittel wird auf bundeseigene Einrichtungen verwandt, die übrigen 500.000 Euro kommen Einrichtungen in den Ländern zugute. Neben der Stiftung Luthergedenkstätten erhalten in Sachsen-Anhalt das Landesarchiv sowie das Bistumsarchiv in Magdeburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Halle (Saale) eine Förderung.

Ausgewählt wurden die Maßnahmen auf der Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK), die von Bund und Ländern finanziert wird.

Religion prägt Länge und Qualität von Ehen

Protestanten und Katholiken bleiben Studien des Soziologen Michael Wagner zufolge länger verheiratet als Menschen ohne eine religiöse Bindung. Der Grund dafür ist jedoch nicht nur als positiv anzusehen.

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

Ehen würden seltener geschieden, wenn sich die Partner an christliche Regeln des Zusammenlebens halten, sagte Wagner, der seit Jahrzehnten über die Stabilität von Partnerschaften forscht, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressdienst (epd). Dazu gehörten etwa die Versprechen, einander treu zu sein oder sich umeinander zu kümmern. Förderlich für eine lange Ehe sei auch, wenn die Partner die eheliche Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellten und nicht nur das eigene Wohl.

Ein geringeres Scheidungsrisiko sei jedoch nicht automatisch mit einer glücklichen Ehe gleichzusetzen, betonte der Soziologieprofessor. So blieben viele Menschen aufgrund von „externen Scheidungsbarrieren“ zusammen, obwohl sie unglücklich in der Beziehung seien. Dazu zähle etwa, wenn einer der Partner vom anderen finanziell abhängig sei oder die Angst, als geschiedene Person gesellschaftlich benachteiligt zu werden. Auch Kinder seien vielfach ein Grund, warum Paare sich nicht scheiden ließen.

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Europa: Klimawandel verschiebt Hochwasser

Hochwasser in Passau im Sommer 2013 © Stefan Penninger/ CC-by-sa 2.0
Deutliche Veränderung: In den letzten 50 Jahren haben sich die typischen Hochwasser-Zeiten in Europa verschoben, wie eine Studie enthüllt. In der Nordsee-Region treten winterliche Hochwasser heute im Mittel zwei Wochen später auf. Dafür kommen die Frühjahrs-Hochwasser im Baltikum und Teilen Skandinaviens heute fast einen Monat früher. Ursachen dafür sind die frühere Schneeschmelze und verschobene großräumige Luftströmungen, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Hochwasser und Überschwemmungen gehören zu den Naturereignissen, die weltweit am meisten Menschen treffen. Ursachen sind oft ein anhaltender Starkregen wie beim Jahrhundert-Hochwasser von 2013, oder eine besonders abrupte und starke Schneeschmelze im Frühjahr. Weil der Klimawandel die Wetterextreme verstärkt, prognostizieren Klimaforscher für viele Regionen eine Zunahme von Hochwasser-Ereignissen – auch in Deutschland.

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Nepal stellt Verbannung von Frauen während Menstruation unter Strafe

Frauen baden in einem Fluss in Nepal, um sich von ihrer Periode reinzuwaschen. In Nepal gilt eine menstruierende Frau in vielen Regionen als unrein. (Foto: AP)
Im Hinduismus gilt eine Frau als unrein, wenn sie ihre Tage hat. In den ländlichen Gebieten Nepals ist es Brauch, sie währenddessen aus dem Haus zu verweisen – in den Kuhstall.

Süddeutsche.de

Als Pragya Lamsal zum ersten Mal ihre Tage bekam, sperrte ihre Mutter sie in einen dunklen Raum und sagte zu ihr: „Du bist unberührbar geworden.“ Sie verbot ihr, in die Küche zu gehen, sie sollte sich von den anderen Familienmitgliedern fernhalten, musste eine Woche allein in dem Zimmer verbringen. So schilderte sie es dem britischen Guardian. In Nepal gelten menstruierende Frauen in vielen Regionen als unrein. Was Lamsal in der Hauptstadt Kathmandu erlebt hat, ist in den ländlichen Gebieten im Westen des Landes noch extremer: Dort hält sich der Brauch, Frauen während ihrer Menstruation in Kuhställe zu verbannen. Nun hat das Parlament ein Gesetz verabschiedet, dass dies unter Strafe stellt.

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Homöopathie wirkt, aber …

Stoffe für homöopathische Mittel. Viele Patienten erleben die Homöopathie als hilfreich. Es sind aber nicht die Arzneimittel selbst, die wirken. (Foto: Getty Images)
… Globuli nicht. Täten sie es, wäre das schiere Zauberei. Deshalb fordern einige Politikerinnen, sie nicht mehr in Apotheken zu verkaufen. Aber nicht nur Homöopathen, sondern auch Mediziner sollten umdenken.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Was in der Apotheke verkauft wird, gilt als wirksam. Deshalb haben homöopathische Arzneimittel dort nichts verloren, sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil. „Der ausschließliche Verkauf in Apotheken erweckt den Anschein, es handle sich um wissenschaftlich anerkannte Alternativen zu Medikamenten der Schulmedizin“, so die Verbraucherschutzbeauftragte ihrer Fraktion Für die meisten dieser Präparate, so Heil, liege aber kein Wirksamkeitsnachweis vor.

Auch die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar vermisst diesen Nachweis. Da aber Patienten, die Homöopathika wünschen, ein medizinisches Problem haben, sollten sie über solche Mittel mit einem Apotheker sprechen, der sie dann beraten kann, sagte sie der Deutschen Apothekerzeitung. Solche Gespräche wären bei einem Verkauf der Mittel etwa in einer Drogerie aber nicht gewährleistet. Ähnlich sehen es die Abgeordneten Kordula Schulz-Asche (Grüne) und Kathrin Vogler von der Fraktion der Linken.

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«Kultursensible Toilette» – Rolle rückwärts auf der Kloschüssel

Bild: FB

Dem Plumpsklo und fehlenden Toilettenschüsseln trauert kaum jemand nach. In einigen muslimischen Ländern gelten jedoch andere kulturelle Praktiken. In Köln soll das nun beherzigt werden.

Von Markus Ackeret | Neue Zürcher Zeitung

Modernisierungstheorien haben in der gegenwärtigen Geschichtswissenschaft einen schweren Stand, auch in der Kulturgeschichte. Den einen sind sie zu teleologisch. Andere wittern sogleich kulturimperialistische Züge. Dass sich das stille Örtchen im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte gerade in Mitteleuropa zur allgemeinen Erleichterung positiv entwickelt hat, ist aber keine abgehobene These. Plumpsklos gehören zumindest in dichtbesiedelten Gegenden der Vergangenheit an, und auch Toiletten ohne WC-Schüssel sind selten zu sehen.

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Kirchen verharmlosen religiösen Hintergrund bei Terror

Quelle:dradio.de
Wolfgang Huber, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wirft den Kirchen vor, den religiösen Hintergrund der Terroranschläge zu verharmlosen.

kath.net

Wolfgang Huber, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wirft den Kirchen vor, den religiösen Hintergrund der Terroranschläge zu verharmlosen. In einem Gespräch mit der „Zeit“ meint Huber, dass Aufklärung unterbleibe, weil der Islamismus auch islamfeindliche Stimmung produziere. Für ihn sei klar, dass Toleranz auch Zurückweisung „inakzeptabler Positionen“ bedeute. Huber stellte dann auch fest, dass man aufhören müsse, sich gegen „unliebsame Meinungen“ abzuschotten.

Durchbruch bei der Xenotransplantation von Organen?

Bild: JP/CC BY-2.0
Mit Gene Editing und Klonen konnten Wissenschaftler aus den Zellen von Schweinen die Gene von möglicherweise für Organempfänger gefährlichen Retroviren entfernen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wissenschaftlern ist mit der Genschere CRISPR-Cas9 womöglich ein Durchbruch gelungen, um Ersatzorgane von Menschen aus Schweinen gewinnen zu können. Schweine gelten als besonders geeignet, um aus ihnen Organe zur Xenotransplantation zu gewinnen, schon allein wegen der ähnlichen Größe. Allerdings gibt es ein großes Problem, weil es der menschliche Körper nicht nur fremde Organe abstößt, sondern weil es im Genom der Schweine zahlreiche endogene Retroviren (PERV) gibt, die bei einer Transplantation in die menschlichen Zellen einwandern und Zoonosen auslösen können. Es besteht das Risiko einer Immundefizienz und von Tumorbildung, allerdings ist ungewiss, wie hoch das Risiko wirklich ist oder ob es überhaupt vorliegt.

Mit der Genschere konnten George Church, Dong Niu und Kollegen, wie sie in Science berichten, die Gene der Retroviren aus dem Genom von Schweinezellen entfernt bzw. deaktiviert werden, allerdings nur in Zelllinien, nicht bei lebenden Schweinen.

Zunächst hatten die Wissenschaftler gezeigt, dass die Retroviren tatsächlich in menschliche Zellen eindringen, wenn die Zellen eines Schweines und eines Menschen zusammen kultiviert werden. Sie identifizierten 25 PERVs in den Fibroblasten von Schweinen und konnten mit CRISPR deren Gene im Genom deaktivieren. Mit einem zusätzlichen Faktor (p53-Inhibitor), der mit der Genreparatur zusammenhängt, konnten Zellen geklont und gezüchtet werden, die angeblich zu 100 Prozent frei von Retroviren waren. Wenn die Embryonen in Sauen implantiert wurden, waren die Ferkel PERV-frei. Manche der Ferkel lebten bis zur Niederschrift der Studie vier Monate nach der Geburt. Allerdings wurden 300 Embryonen verpflanzt, von denen 37 Ferkel entstanden, von denen wiederum nur 15 überlebten.

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Neuer Vorschlag für den Geburtsort von Petrus

Am See Genezareth soll Jesus die Apostel Petrus, Andreas und Philippus zu Jüngern berufen haben Quelle: picture-alliance / Godong
Am See Genezareth haben Archäologen Reste eine Stadt entdeckt. Es soll sich um Iulia handeln, erbaut auf den Ruinen von Bethsaida, der Heimat von Petrus. Nur: Bethsaida gilt bereits als entdeckt.

Von Johannes Schidelko | DIE WELT

Archäologische Funde sind in Israel immer für Schlagzeilen gut. Das gilt erst recht, wenn sie sich irgendwie mit König David – soeben wurde in Jerusalem ein angeblicher David-Pilgerweg entdeckt – oder mit den Anfängen des Christentums in Verbindung bringen lassen. So jetzt Bethsaida, nach der Bibel die Heimat der Apostel Petrus, Andreas und Philippus, die Jesus von ihren Fischernetzen weg berief und zu seinen Jüngern machte.

In Bethsaida soll Jesus zudem einen Blinden geheilt, 5000 Hungernde gespeist und über das Wasser des Sees Genezareth gegangen sein, berichten die Evangelisten Markus und Lukas. „Archäologen glauben, die verloren gegangene römische Stadt Iulias entdeckt zu haben, den Heimatort der drei Apostel“, titelt die israelische Tageszeitung „Haaretz“.

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Sternschnuppen-Regen: Die Perseiden kommen

Ein heller Perseiden-Meteor rast über den Nachthimmel © Sky & Telescope / Dennis di Cicco
Es regnet Sternschnuppen: Am 12. August erreicht der Meteorschauer der Perseiden seinen alljährlichen Höhepunkt – einer der spektakulärsten Sternschnuppen-Regen des Jahres. In der Nacht von Samstag auf Sonntag können bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde fallen. Am besten zu sehen sind sie in der ersten Nachthälfte, bevor um 23:00 Uhr der helle Mond aufgeht, denn er wird viele schwächere Meteore überstrahlen.

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Sommerzeit ist Sternschnuppenzeit. Einer der Gründe dafür sind die Perseiden, einer der spektakulärsten Meteorschauer des Jahres. Alljährlich Mitte August wandert die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne durch eine Staubwolke, die der Komet Swift-Tuttle hinterlassen hat. Wenn dann die kleinen Staubkörnchen mit rund 60 Kilometern pro Sekunde durch die obere Atmosphäre rasen, erzeugen sie eine hellleuchtende Spur aus überhitzten Gasen – es regnet Meteore.

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Der lange Arm der türkischen Justiz

Bild: Magazin „The Economist“
Die türkischen Behörden gehen nun auch im Ausland gegen regimekritische Journalisten vor: Auf Ersuchen Ankaras wird ein Reporter aus Schweden im Spanien-Urlaub festgenommen. Ihm droht eine Haftstrafe. Ist das auch in Deutschland möglich?

Von Hans-Christian Rössler | Frankfurter Allgemeine

Hamza Yalcin hatte ein paar Tage Urlaub in Spanien gemacht. Danach wollte der türkische Journalist von Barcelona nach London weiterfliegen. Stattdessen landete er in einem spanischen Gefängnis. Dort muss er nun möglicherweise mehrere Wochen bleiben: Die türkischen Behörden gehen nicht mehr nur zu Hause, sondern auch im Ausland gegen regimekritische Pressevertreter vor. Bei der Ausweiskontrolle am El-Prat-Flughafen in Barcelona stellten die Beamten fest, dass gegen den 59 Jahre alten Journalisten und Autor ein von Interpol übermitteltes internationales Fahndungsersuchen aus der Türkei vorlag. Angeblich handelte es sich um eine sogenannte Red Notice; die rote Farbe des Vermerks macht die Dringlichkeit deutlich.

Laut Presseberichten werfen türkische Behörden Yalcin vor, er habe Präsident Recep Tayyip Erdogan verunglimpft und „terroristische Propaganda“ betrieben. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan soll der Journalist zudem „terroristische Beziehungen“ zur verbotenen linksextremen Revolutionären Volksbefreiungsfront (DHKP-C) unterhalten.

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Bundestag hat jahrelang Scheinselbständige beschäftigt

Daniel Moucha, auf einer Spree-Brücke im Bundestagsgelände, hat Bürgern das Parlament erklärt. Laut Gericht hätte er angestellt sein müssen. Foto: (Foto: Regina Schmeken)
Der Bundestag soll jahrelang mehr als 100 Mitarbeiter als Scheinselbständige beschäftigt haben. 3,5 Millionen Euro an Sozialbeiträgen musste das Parlament bereits nachzahlen. Trotzdem will die Bundestagsverwaltung im Rechtstreit nicht nachgeben.

Von Thomas Öchsner | Süddeutsche.de

Die meisten hätten längst aufgegeben, Daniel Moucha, 45, hat durchgehalten. Neun Jahre ist er als mobiler Öffentlichkeitsarbeiter für den Bundestag durch Deutschland gefahren, hat den Bürgern auf Messen und Wanderausstellungen erklärt, wie das Parlament funktioniert und was die Abgeordneten für sie tun. Ungefähr ebenso lang lag er mit seinem ehemaligen Auftraggeber, der Verwaltung des Bundestags, im Rechtsstreit. Nun hat Moucha in vorläufig letzter Instanz vor dem Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg gewonnen. „Ich wusste, dass ich im Recht bin. Es war nur nicht klar, ob ich es bekommen würde“, sagt er.

Sein Albtraum begann 2009, als er in eigener Sache vorstellig wurde. Damals wandte er sich an die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Es ging um die Frage, ob die Bundestagsverwaltung ihn und seine Kollegen als freiberufliche Honorarkräfte einsetzen darf oder als Arbeitnehmer anstellen muss.

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Libyen sperrt Küste für ausländische Rettungsschiffe

NGO-Schiff ‚Juventa‘ und Flüchtlingsboote – REUTERS
Libyen will „eine klare Botschaft an alle, die die libysche Souveränität missachten und keinen Respekt für die Küstenwache und Marine haben“ aussenden.

Die Presse.com

Nach Italien droht nun auch Libyen Flüchtlingshelfern im Mittelmeer mit einem harten Vorgehen. Die libysche Marine erklärte am Donnerstag, ausländische Schiffe dürften die Küste des Landes ohne spezielle Erlaubnis der Behörden nicht mehr anfahren. Dies gelte für eine „Such- und Rettungszone“ für Flüchtlinge rund um die Küste. Wie weit sich diese Zone erstreckt, war zunächst unklar.

Ein Sprecher der libyschen Marine sagte in Tripolis, dies sei „eine klare Botschaft an alle, die die libysche Souveränität missachten und keinen Respekt für die Küstenwache und Marine haben“. Die neue Vorschrift gelte ausdrücklich „für Nichtregierungs-Organisationen, die vorgeblich illegale Einwanderer retten und humanitäre Aktionen durchführen wollen“.

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Der Moschee-Streit von Rendsburg

Gläubige Muslime beten vor der offiziellen Eröffnung in der Zentrum Moschee im schleswig-holsteinischen Rendsburg © Carsten Rehder/Picture-Alliance
Ein Vater gegen den Lehrplan von Schleswig-Holstein: Schüler sollen nicht gezwungen werden, ein islamisches Gotteshaus zu betreten. Jetzt kommt der Fall vor Gericht.

Von Sylvia Margret Steinitz | stern.de

Berichte von integrationsunwilligen Muslimen gehören zur deutschen Nachrichtenlandschaft wie der Wetterbericht. In Hamburg verweigert ein Abiturient seiner Lehrerin den Handschlag. In Frankfurt am Main will eine Elfjährige nicht zum Schwimmunterricht. In Mainz müssen Klassenfahrten ausfallen, weil muslimische Schüler nicht mitkommen wollen. Konservatives Weltbild gegen aufgeklärte Gesellschaft, religiöse Gefühle gegen den deutschen Lehrplan – der Umbau der Bundesrepublik zur multikulturellen Wertegemeinschaft gestaltet sich mitunter kompliziert. Dass es auch Deutsche gibt, die sich diesem Bauplan verweigern, kommt vor, es ist jedoch ein selten dokumentiertes Phänomen. Der „Schulschwänzerfall von Rendsburg“ ist ein Beispiel für die Verweigerung von der „anderen Seite“.

Der Fall nahm seinen Ausgang vor etwas mehr als einem Jahr, genauer am 14. Juni 2016 kurz vor 12 Uhr mittags, als sich am Gymnasium Kronwerk in Rendsburg eine siebte Klasse anschickte, die örtliche Moschee zu besuchen. Weit mussten die Schüler nicht laufen, das Islamische Zentrum liegt gleich nebenan in der Eckernförder Straße 60. Auf dem Programm stand eine Führung durch das Gebäude, anschließend sollten die Schüler selbst vorbereitete Fragen stellen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Geografieunterrichts statt. Für den Schwerpunkt „Orient – Machtfaktor Erdöl und Wasser“ sieht der Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein den Besuch eines islamischen Zentrums vor, „wir verlagern sozusagen unseren Unterricht“, kündigte die Erdkundelehrerin in einer Rundmail an.

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THE FISH CAN’T HEAR ANYTHING OVER ALL THIS NOISE

It’s too loud. Image: Basheer Tome/Flickr/Club Penguin Wiki. Collage: Jacob Dubé
Underwater noise pollution caused by construction and development is stressing out fish and preventing them from properly escaping predators.

By Jacob Dubé | MOTHERBOARD

In a study published Thursday, researchers from Newcastle University in the UK found that when they exposed European seabass to recorded sounds of drilling and piling (sticking large stakes in the ground as a foundation for structures), the fish showed increased signs of stress. Many coastal countries, including Canada, are struggling with this: On the British Columbia coast, there’s been concern among environmentalists that noise pollution related to Kinder Morgan’s planned pipeline and the increased marine traffic that come with it could drivesome endangered species of whales extinct.

„Over the last few decades, the sea has become a very noisy place,“ lead researcher Ilaria Spiga said in a statement. In this study, which focused on European seabass specifically, „effects we saw were subtle changes, which may well have the potential to disrupt the seabass‘ ability to remain ‚in tune‘ with its environment.“

For these fish, the constant underwater cacophony can cause problems when it comes to predators. According to the study, seabass typically use a method called „startle and response,“ where they hear an unusual sound, get frightened, and then escape from potential predatory danger. But being exposed to a loud ambient noise would make it harder to properly discern and react to an approaching predator.

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Nordsyrien: Türkische Provokationen an der syrischen Grenze

Zerstörte Häuser in Rakka. Screenshot, YPG-Video, Twitter
Das Verhältnis zwischen Washington und Ankara könnte schlechter nicht sein. Al-Qaida macht Probleme in Idlib. Die SDF dringt in Rakka weiter vor

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Türkei verstärkt ihre Militärpräsenz an der Grenze zu Syrien. Täglich greifen türkische Truppen und ihre islamistischen Verbündeten den Kanton Afrin und die Sheba-Region an. Auch in Kobane wird von Angriffen der türkischen Armee berichtet.

Das Verhältnis zwischen Washington und Ankara könnte schlechter nicht sein, denn die USA durchkreuzen mit ihrer Unterstützung der kurdisch-arabischen Syrian Democratic Forces (SDF) immer wieder die Pläne Ankaras. Die Türkei ist außenpolitisch komplett gescheitert. Es gibt kaum noch ein Land, das sich nicht über die Unberechenbarkeit Erdogans und seiner Außenpolitik beschwert.

Vor allem dank der Türkei ist die Provinz Idlib mittlerweile in den Händen von Al Qaida, was der internationalen Koalition einige Kopfschmerzen bereitet. Längst wird in der Anti-IS Koalition über eine längerfristige Kooperation mit der nordsyrischen demokratischen Föderation nach Rakka nachgedacht. Russland und die USA scheinen in der Syrien-Frage das Kriegsbeil begraben zu wollen. Einiges deutet auf eine vorsichtige Annäherung hin. Ob sich das Assad-Regime dem noch entgegenstellen kann, ist die Frage.

In der Nacht zum Samstag verlegte das türkische Militär weitere Artillerie in die Provinz Kilis an der Grenze zum syrischen Kanton Afrin. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan handelte es sich um Haubitzen, Panzer und Militärfahrzeuge. Afrin ist einer der Kantone der nordsyrischen demokratischen Föderation und wird seit Wochen immer wieder von der türkischen Armee mit Artillerie angegriffen.

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Der Mops bellt: EKD ruft zur Vermittlung zwischen USA und Nordkorea auf

Angesichts der Spannungen zwischen Nordkorea und den USA hat die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) andere Staaten zur Vermittlung aufgerufen, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden.

evangelisch.de

Die derzeitige Rhetorik sei „besorgniserregend“, sagte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Konflikt gehe von der nordkoreanischen Führung aus. Darauf mit „martialischen Bildern“ von „Zorn“ und „Feuer“ zu reagieren treibe ihn aber in eine Eigendynamik, die schwer zurückzuholen sei. „Komplizierte Weltlagen lassen sich eben nicht mit Twitter-Kommentaren oder Urlaubspressegesprächen lösen“, kritisierte Brahms mit Blick auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump.

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Trump spiritual adviser: God has ‚given Trump authority to take out‘ North Korean leader

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
So here’s one of Donald Trump’s top „spiritual advisers“ defending Trump’s comments about bringing “fire and fury” to North Korea as morally signed-off on by God Himself.

By Hunter | Daily Kos

“When it comes to how we should deal with evildoers, the Bible, in the book of Romans, is very clear: God has endowed rulers full power to use whatever means necessary — including war — to stop evil,” [Texas megachurch pastor Robert Jeffress] said. “In the case of North Korea, God has given Trump authority to take out Kim Jong Un.” […]

He said that many pacifist Christians will cite Romans 12, which says, “Do not repay evil for evil,” but Jeffress says that the passage is referring to Christians, not to the government.

“A Christian writer asked me, ‘Don’t you want the president to embody the Sermon on the Mount?’ ” he said, referring to Jesus’s sermon. “I said absolutely not.”

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