Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

Quelle: bruedergemeinde.de

Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin ernannt
[…]Der Kölner Weihbischof und langjährige Sekretär von Kardinal Meisner übernimmt die Leitung im Erzbistum Berlin … Auf die Frage wie die Kirche im Jahr 2035 aussehen werde, meinte der Bischof Woelki: „Wir werden dann ein ganz entschiedenes Christentum leben. Das, was jetzt noch Fassade ist, wird dann weggebrochen sein. Wir werden ein Entscheidungschristentum in Deutschland haben. Die Kirche wird sich auf das Wesentliche zurückführen lassen müssen. Das ist ein großer Prozess, den der Herr schon jetzt begonnen hat einzuleiten. Ich bin davon überzeugt, dass es Gemeinschaften des Glaubens geben wird, die aus einer tiefen Christus- und Gottesfreundschaft heraus den gemeindlichen Alltag und den Lebensalltag der Menschen gestalten. So werden wir auch eine neue Attraktivität für all diejenigen bekommen, die nach Sinn, Halt und Ordnung suchen.“[…]

Ein klarer Fundi-Hardliner
[…]Große Hoffnung setzt Woelki, der im Jahr 2000 an der vom Opus Dei geleiteten „Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz“ in Rom mit einer Arbeit über die Bedeutung der Pfarrei promovierte, auf kleine „Gemeinschaften des Glaubens“. Sie sollen „aus einer tiefen Christus- und Gottesfreundschaft heraus“ den gemeindlichen Alltag und den Lebensalltag der Menschen mitgestalten. Wegen seiner Dissertationsarbeit spekulieren kirchliche Kreise über seine mögliche Mitgliedschaft beim Opus Dei. Die konservative Vereinigung unterhält die römische Universität und soll über gute Kontakte zu Woelkis Mentor Meisner verfügen[…]

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Spanische Kirche will Abtreibungsrecht in Krankenhäusern aushebeln

Die spanische Lebensschutzbewegung und die katholische Kirche in Spanien riefen gemeinsam zu riesigen „Pro Life“-Demonstrationen auf, um das liberale Abtreibungsgesetz zu verhindern. Erfolglos geblieben versucht die Kirche nun, das Recht in kirchennahen Einrichtungen auszuhebeln. | © GuidoB via WikiCommons

Spanische Kirche will Abtreibungsrecht in Praxis kippen
Ein Bericht des Vatikans verdeutlicht die Gefahr der Einmischung der Kirche in öffentliche Belange und Dienstleistungen. Nachdem das spanische Oberhaus im vergangenen Jahr ein neues, liberaleres Abtreibungsrecht beschlossen hatte, versucht die Katholische Kirche nun, dieses in der Praxis auszuhebeln.

Von Dr. Ingo NickelDiesseits

Im konkreten Fall möchte man – entgegen spanischer Gesetze – Abtreibungen in einem Krankenhaus in Barcelona verhindern. Dabei befinden sich die Kirchenvertreter im Management des betreffenden St. Paul’s Hospitals nicht in der Mehrheit. Dennoch hatte die Leitung des St. Paul’s Krankenhauses in Barcelona auf Druck der Kirche angeordnet, dass Abtreibungen nicht mehr durchgeführt werden dürfen.

In einem anderen Fall verurteilte die Diözese von Terrassa öffentlich bereits durchgeführte Abtreibungen und verlangte von der Leitung eines Krankenhauses im Stadtteil Granollers, die spanischen Regelungen nicht zu berücksichtigen. Bisher offenbar vergeblich, zumindest habe man bei einer Hospitation nicht festgestellt, dass das Krankenhauspersonal sein Verhalten geändert habe, empörte sich Berichten des katholischen Nachrichtenportals Zenit zufolge der Generalsekretär der der Diözese Fidel Catalan.

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Wie der Säkularismus die Welt bedroht

Evangelikale Tänzerinnen / Foto: Michael Swan/ Flickr / CC-BY-SA

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Pew Forum on Religion und Public Life“ unter den 4.000 Teilnehmern einer Evangelisationskonferenz im Oktober 2010 ergab, dass säkulare Prozesse weltweit als größte Bedrohung beurteilt werden. Bei der Atheist Alliance International meinte man, dass im Zeitalter des Internet die vermeintlichen Wahrheiten der Religionen einfach leichter als jemals zuvor als Schwindelei entlarvt werden können.

hpd

Vom 16. bis 25. Oktober 2010 fand in Südafrika der „Dritte Kongress für Weltevangelisation (Lausanne III)“ statt. Rund 4.000 Vertreter des sendungsbewussten Christentums aus über 190 Nationen kamen in Kapstadt zusammen. Die hiesige Sektion, die Deutsche Evangelische Allianz, bezeichnete die Veranstaltung als „repräsentativste Zusammenkunft der Evangelikalen“. Die dazugehörigen Bekehrungskampagnen wie „ProChrist“ werden auch von führenden deutschen Politikern und Medienmachern unterstützt. Darunter befinden sich die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, der Fernsehmoderator Peter Hahne und auch der Vorsitzende der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise. Bundespräsident Christian Wulff lässt seine offizielle Fördermitgliedschaft seit Amtsantritt ruhen.

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Zollitsch: Zweites VK und „Dialoginitiative“ verpflichten Kirche zum Mitreden in der Wirtschaft???

Quelle: netplosiv.com

„Fremdheit als bereichernd wahrnehmen“

Pressrelations

Erzbischof Zollitsch für mehr Dialog zwischen Kirche und Wirtschaft

Allensbach / Freiburg (pef). Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (Freiburg) will die Kontakte der Kirche zur Wirtschaft ausbauen und den Dialog mit Unternehmerinnen und Unternehmern pflegen. Bei einem Forum für Führungskräfte sagte Zollitsch am Donnerstagabend (30.6.) im Kloster Hegne (Allensbach): „Steht Wirtschaft schnell im Verdacht, alles nur der Maximierung von Gewinnen und der Effizienz zu unterwerfen, erscheint Kirche häufig als realitätsferne Sozialromantikerin, die die Herausforderungen, unter denen die Wirtschaft heute national und international steht, nicht genügend beachtet.“ Einseitige Betrachtungsweisen und Pauschalurteile führen nach den Worten des Erzbischofs von Freiburg jedoch nur in die Sackgasse: Umso mehr brauche es Menschen und Orte, die den persönlichen Austausch, den Dialog und die Begegnung fördern.

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Lehrerverband kritisiert „Homosexuellen Propaganda“

Josef Kraus rät Eltern, gegen Homosexuellen-Propaganda an Schulen zu protestieren Foto: Deutscher Lehrerverband

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, hat die Berliner Initiative zur Förderung der Akzeptanz für „sexuelle Vielfalt“ an Schulen scharf kritisiert. Die Kampagne sei ein massiver Eingriff in die elterlichen Erziehungsrechte, sagte Kraus der JUNGEN FREIHEIT.

Junge Freiheit

„Das Grundgesetz stellt Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staates und benennt die Erziehung – also auch die Vermittlung von Werten – ausdrücklich als Recht der Eltern.“ Er frage sich daher, wie Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) dies mit seinem Ethos als Mediziner und Wissenschaftler in Einklang bringen könne.

Hintergrund sind die Mitte Juni vom Berliner Schulsenat präsentierten Informations- und Unterrichtsmaterialien für Schulen und Jugendeinrichtung zum „Schutz von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften vor Mobbing aufgrund der sexuellen Identität“. Zu diesen zählt beispielsweise ein Medienkoffer zur „sexuellen Vielfalt“ für Grundschulen, der Kinderbücher enthält, mit denen die ABC-Schützen an das Thema Homosexualität herangeführt werden sollen.

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Kein salafistisches Paradies

"Einladung zum Paradies" will sich auflösen. Prediger wie Pierre Vogel wollen dennoch weiter missionieren. Foto: Schängel/Wikipedia

Der Verein „Einladung zum Paradies“ will sich auflösen. Das hat die Gruppe um die Prediger Sven Lau und Pierre Vogel am vergangenen Wochenende in einem Internet-Video verkündet. Grund für den Rückzug könnte die drohende Aberkennung der Gemeinnützigkeit sein.

pro Medienmagazin

Ein Jahr lang war der radikal-islamische Verein „Einladung zum Paradies“ (EZP) in Mönchengladbach tätig – und ein Jahr lang kamen Anwohner und Muslime nicht zur Ruhe. Vor allem, weil die vom Verfassungsschutz beobachtete Vereinigung zunächst plante, eine Islamschule in der Stadt anzusiedeln, protestierten viele Bürger monatelang. Die lokale Presse berichtete kritisch – auch wegen öffentlicher Missionierungsveranstaltungen der Gruppe – was wiederum Demonstrationen der Salafisten zur Folge hatte. Nun steht der Verein allem Anschein nach vor dem Aus. Nach Angaben der „Rheinischen Post“ soll der EZP-Vorsitzende Sven Lau am Wochenende die Auflösung des Vereins bekannt gegeben haben.

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Vom nichtbiblischen Tod des Stellvertreters

Burkhard Müller diskutiert mit Theologiestudenten. Foto: ARD

Der frühere Bonner Superintendent Burkhard Müller vertritt die Ansicht, dass die Lehre vom stellvertretenden Tod Christi für die Schuld der Menschen nicht in der Bibel verankert sei, sondern theologischen Deutungen aus dem Mittelalter entstamme.

idea.de

Er äußerte dies in einer Diskussion mit etwa 30 Theologiestudenten am 29. Juni in Bonn. „Ich sage, dass es in der Bibel die Vorstellung davon, dass Gott den Tod Jesu wollte, nicht gibt“, so Müller, dessen WDR-Morgenandachten über den Sinn des Kreuzestodes Christi 2009 starke Kontroversen ausgelöst hatten. Die Kernbotschaft der Evangelien bestehe darin, dass Gott ein Gott der Liebe sei. Müller: „Ein Gott, der seinen Sohn opfert, um die Ordnung in der Welt wiederherzustellen, das kann nicht nur Liebe sein.“ Jesus habe sich in dem Sinne für die Menschen geopfert, dass er seinen Überzeugungen bis zum Schluss treu geblieben sei: „Jesus hat sich geopfert, aber er hat sich nicht gesühnopfert.“

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