SPD-Steinmeier: „Ich bin aktiver Protestant in der calvinistischen Ecke“

Quelle: wochenblatt.de

Frank-Walter Steinmeier: „An Europa glauben“
Der Regensburger Bischof hat mit der Einladung von SPD-Mann Frank-Walter Steinmeinmeier zum Domforum nicht nur Überparteilichkeit bewiesen, sondern auch eine geschickte Hand: Immerhin gilt Steinmeier als möglicher Kanzler-Kandidat seiner Partei. Im Dom zu Regensburg sprach Steinmeier über aktuelle Politik – und Glauben: Zum Beispiel an Europa, das derzeit viel Glauben notwenig mache.

Von Ursula HildebrandWochenblatt

„Derjenige, der den Termin für das Domforum ausgesucht hat, der muss wahrlich ein prophetische Gaben gehabt haben“, so begann Frank-Walter Steinmeier, Ex-Außenminister und aktueller Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, am Donnerstag, 21. Juli, seine Rede im Hohen Dom St. Peter in Regensburg. Denn genau zum gleichen Zeitpunkt säßen die 27 Chefs der EU-Staaten in Brüssel zusammen, um dasselbe Thema zu diskutieren, über das er sprechen wolle: „An Europa glauben“, so hatte er den Abend überschrieben. Es gehe um die Zukunft Europas – im Regensburger Dom – und auch in Brüssel.

Er habe die Einladung des Bischofs nach Regensburg gerne angenommen, so Steinmeier. „Ich war aber auch etwas überrascht“, berichtete er. Nicht nur, dass mit ihm ein Sozialdemokrat eingeladen worden sei, nein, er sei zudem aktiver Protestant und ordne sich auch noch in der calvinistischen Ecke ein. „Das war ein hohes Risiko“, bemerkte er und schloss die Hoffnung an, dass es nicht das letzte Mal gewesen, dass er in solch einem Rahmen sprechen dürfe.

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Ricky Gervais(Strohmberg) ist Atheist

Der britische Comedian Ricky Gervais will eine Fernsehserie über einen Atheisten starten Foto: YouTube

Ricky Gervais ist nicht nur einer der begnadetsten und erfolgreichsten Comedians unserer Zeit. Der Brite ist auch bekennender Atheist. Nach seinem religionskritischen Film „Lügen macht erfinderisch“ vor zwei Jahren will er nun eine Serie starten, die von einem Atheisten handelt, der in den Himmel kommt.

pro Medienmagazin

Ricky Gervais hält nicht damit hinterm Berg, was er vom Glauben an einen Gott hält. In Interviews erklärt er die Vorzüge des Unglaubens, in einem langen Artikel im „Wall Street Journal“ legte er im vergangenen Dezember dar, warum er nicht an Gott glaubt, und sein letzter Film war eine ätzende Satire gegen den Glauben.

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Bischof Algermissen: zurück ins „Mittelalter“, was sonst

Quelle: ad-hoc-news.de

Algermissen: Man macht vielfach aus dem Gottesdienst ein banales Event
Je mehr man versucht, durch „zeitgemäße“ Gottesdienstgestaltung den vermeintlichen Erwartungen des modernen Menschen entgegenzukommen, um ihn auf diese Weise in die Kirche zu locken, desto mehr Plätze werden leer

Kath.net

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen suchte in einem Beitrag für das Fuldaer Bistumsblatt „Bonifatiusbote“ nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für den gegenwärtigen Rückgang der Messbesucher.

Algermissen wies darauf hin, dass die „zeitgemäße“ Gottesdienstgestaltung für Außenstehende nicht wirklich einladend sei, jene anderen aber, die „in Erwartung der authentischen Liturgie der Kirche ohnehin kommen“, würden davon „genervt und gelangweilt“. Denn, so kritisierte der Bischof, „bar jeder Faszination für das Heilige und sich grundlegend unterscheidende Göttliche macht man vielfach aus dem Gottesdienst einen banalen ‚Event‘.“

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Kirchliche Tabus aufbrechen

Quelle: http://www.freinberg.at

Zum Aufbrechen von „Tabuthemen“ in der Kirche hat der Salzburger Religionspädagoge Prof. Anton Bucher aufgerufen. Sei es der Umgang mit der Moderne, mit der Evolutionstheorie, mit Fragen des Priesteramtes, dem Zölibat und schließlich der Umgang mit dem Missbrauchsskandal – dies alles seien Themen, denen sich die Kirche nur unter Vorbehalt nähere. Dabei zähle es gerade zu den „Stärken einer Institution, ihre dunklen Seiten nicht zu vertuschen, sondern sie aufzuarbeiten“, unterstrich Bucher bei einem Votrag im Rahmen der heurigen Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung Österreichs in Bad Tatzmannsdorf.

kathweb

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Muslimin von christlicher Schule verwiesen

Zeynep (9) besucht bis zur rechtlichen Klärung weiter die evangelische Grundschule an der Pahlkestraße. Vom Religionsunterricht ist sie solange befreit. Ihr Vater holt sie zweimal pro Woche vor den Stunden ab und bringt sie danach zurück. Foto: Markus Rick

Die Eltern einer Drittklässlerin aus Mönchengladbach klagen gegen das Land NRW. Die evangelische Grundschule hatte die neunjährige Muslimin nicht – wie von den Eltern beantragt – vom evangelischen Religionsunterricht freigestellt. Stattdessen sprach die Schulleitung einen Schulverweis aus.

Von LESLIE BROOK, GABI PETERS und ULRIKE WINTERRP ONLINE

Zeynep besucht die dritte Klasse der evangelischen Grundschule Pahlkestraße in Mönchengladbach-Rheydt. Die Neunjährige ist Muslimin, genau wie ihre Eltern und ihre zwei Schwestern. Nach einem Umzug der Familie entschieden sich ihre Eltern für die nur 300 Meter entfernte Konfessionsschule. „Wir sind davon ausgegangen, dass die muslimischen Kinder automatisch vom Religionsunterricht befreit werden“, sagt Zeyneps Vater. Doch das Gegenteil war der Fall: Die 75 muslimischen Kinder besuchen mit den 212 anderen Schülern den Religionsunterricht und Gottesdienste.

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Facebook, Twitter, YouTube und Nazi 2.0

Markenzeichen weiße Maske: Ausschnitt aus einem Propaganda-Video von Nationalisten Foto: YouTube

Die Zahl rechtsextremer Web 2.0-Angebote hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Das haben Experten am Donnerstag in Berlin erklärt. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, sprach von einer „dramatischen Zuspitzung“ der Lage im Mitmach-Web.

pro Medienmagazin

Ihr Markenzeichen sind weiße Masken. Mit Fackeln und verborgenem Gesicht ziehen sie durch die Straßen Bautzens oder Hannovers. Jeder Internetnutzer kann ihre Aufmärsche auf YouTube sehen. Untermalt mit sakral-klassischer Musik leuchten auf dem Bildschirm zwei Botschaften auf. „Dein kurzes Leben mach unsterblich“, fordern die Maskenmenschen, und: „Damit die Nachwelt nicht vergisst, dass du Deutscher gewesen bist.“ Hochemotional wirbt die nationalistische Gruppe „Die Unsterblichen“ so im Internet – auf der Videoplattform YouTube, im sozialen Netzwerk Facebook oder auch beim Nachrichtendienst Twitter wollen sie auf einen „Volkstod der Deutschen“ aufmerksam machen. Und die Mitglieder sind bei weitem nicht die einzigen Rechtsextremen, die das Web 2.0 für sich entdeckt haben.

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Muezzinruf und Glockenläuten: »Viel Lärm um nichts«

Joachim Kahl, Quelle: wikipedia

Weltlicher Humanismus. Eine Philosophie für unsere
Zeit

Von Hans-Martin BarthEvangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Joachim Kahls „Weltlicher Humanismus“ hat innerhalb von drei Jahren vier Auflagen erlebt. Das lässt aufhorchen. Wie erklärt es sich, dass sein Buch so gut ankommt? Wer sind die Leserinnen und Leser, die sich für das interessieren, was er schreibt? Er weiß, dass wir Menschen „sinnbedürftige und sinnfähige Wesen“ sind (123), und empfiehlt „nachdenkliche Distanz zu sich selbst und zur Welt“ (15). Er vertritt eine „skeptische Vision“, die eine Perspektive aufzeige „für dieses eine Leben im Schoße dieser einen Menschheit in dieser einen Welt auf diesem einen Erdball mit Hilfe dieser einen Vernunft“ (30). Er wiederholt zwar einige der üblichen Argumente für den Atheismus – es existiere kein Gott, „der die Welt geschaffen hat“ oder „Tiere und Menschen aus ihrem Leben erlöst“ (106). Er bekennt sich aber zu einem Naturalismus, dem der blanke Materialismus zu eng ist und der in der Diskussion mit Evolutionstheorie und Hirnforschung entfaltet wird. Diese Position erlaube ein „wohldurchdachtes Ja zu Metaphysik“ und ein ebenso „wohldurchdachtes Nein zu Religion“ (66ff, 85ff). Das Absolute, von dem auch Kahl spricht, gewähre „Halt, aber kein Heil“ (76ff). Die noch immer verführerische Kraft der Religion begegnet dem humanistischen Philosophen im 23. Psalm oder in Bonhoeffers Zeilen „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Er habe aber „seit langem begriffen“, dass dies „ein Exempel für autosuggestives Wunschdenken“ ist (90f). Er wendet sich gegen die Vorstellung, der Mensch könne ohne Religion nicht gedacht werden. Aber „Religion ist und bleibt nur eine menschliche Möglichkeit … Die Freiheit von Religion tritt gleichrangig neben die Freiheit zu Religion“ (89). Das heute Europa bestimmende säkulare Bewusstsein könne sich „in einer ehrwürdigen Tradition der Religionsindifferenz, Religionskritik, Religionslosigkeit“ wissen (88).

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