Berlinale: Preise für Iran- und Kirchenkritik


Zehn Tage lang spielten Filme die Hauptrolle in Berlin. Am Sonntag ging die Berlinale zu Ende Foto: Berlinale
Am Sonntag ist das Filmfestival Berlinale zu Ende gegangen. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr die Regime-Kritik „Taxi“ und der Film „El Club“, der die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufgreift.


pro Medienmagazin

Die Bären sind vergeben, die roten Teppiche eingerollt, die Stars abgereist. Es war keine besonders herausragende Berlinale. Der für sein Lebenswerk ausgezeichnete Wim Wenders bot einen eher mittelmäßigen Film („Every Thing will be fine“), die großen Stars des Wettbewerbs wie Werner Herzog („Queen of the Desert“) oder Terrence Malick („Knight of Cups“) wurden von den Kritikern mehrheitlich abgekanzelt. So waren es gerade die kleinen Filme, die in den vergangenen zehn Tagen für großes Kino sorgten.

Der goldene Bär der internationalen Jury ging an Jafar Panahis „Taxi“, einen Film, den der im Iran mit einem Berufsverbot belegte Regisseur heimlich drehen musste. Darin mimt er selbst einen Taxifahrer, der mit einer Bordkamera die Gespräche seiner Insassen aufzeichnet. Natürlich geht es dabei um die politischen Verhältnisse im Land und vor allem die ständige Zensur der Filmkunst. Panahi erzählt mit einer fröhlichen Leichtigkeit von den tragischen Momenten im Leben vieler Iraner – das allein ist schon preiswürdig, auch wenn die Jury „Taxi“ wohl vor allem ausgewählt hat, um ein politisches Zeichen zu setzen. Denn Panahi darf nicht aus dem Iran ausreisen. Obwohl die Berlinale-Veranstalter ihn unablässig einladen, kann er jedes Jahr aufs neue nicht erscheinen. Sein Film wurde heimlich aus dem Land und nach Berlin geschmuggelt.

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