Ora et labora statt Bunga-Bunga!


 

Quelle: welt.de

Unser Wunsch an den neuen italienischen Regierungschef Mario Monti: „Bete und arbeite!“

Von Wolfgang Bartosch Heute.at

„Schauen Sie nur, was für ein wunderschöner Tag heute ist“, strahlte Mario Monti (68) Sonntagmorgen vor seinem Hotel in Rom die Journalisten an. Sprach’s, ging in die Kirche und danach in sein Büro. So flott gehen Wünsche selten in Erfüllung: Am Abend wurde der Wirtschaftsprofessor – bekennender Katholik und zweifacher Ex-EU-Kommissar – nach Tagen der Spekulation schließlich offiziell zum neuen Premier von Italien ernannt.

Wer,wenn nicht er? Monti gilt als fleißig, zuverlässig, kompromisslos und immun gegen politischen Druck. Ihm wird die Rettung Italiens vor der drohenden Pleite zugetraut. Die Notregierung des „italienischen Preußen“ (Montis Spitzname aus EU-Zeiten, eine Anspielung auf seinen „deutschen Fleiß“) soll dementsprechend aus unpolitischen Experten bestehen.

Doch nur einen Tag nach seinem bejubelten Rücktritt begann Sonntag Silvio Berlusconi (75) wieder die Fäden zu ziehen. In einem Brief an die Partei „Die Rechte“ lobte er seine Leistungen, verbunden mit der Hoffnung, „dass wir erneut gemeinsam den Weg zur Regierung beschreiten werden“. Was dem Ex-Bunga-Bunga-Premier in erster Linie Sorgen bereiten dürfte: Zieht er sich aus dem Polit-Leben zurück, verliert er seine Immunität vor Strafverfolgung – und landet vermutlich rasch hinter Gittern.

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Bunga-Bunga hat schon mal vorgesorgt 😀

Im SPIEGEL Print vom 14.11.2011, Seite 102: […]In Italien werden Verurteilte, die älter als 70 sind, in der Regel nicht mehr eingesperrt, sie bekommen höchstens Hausarrest. Das Gesetz hatte Berlusconis Regierung 2005 durchgesetzt; im Jahr darauf wurde der Premier 70.[…]

1 Comment

  1. „Vom Regen in die Traufe“
    In Italien hat man scheinbar nur die Wahl zwischen Maffia und Katholiban. Die Kombination aus beiden Gruppen ist allerdings auch gang und gebe.
    Jedenfalls schlagen die Herzen im Vatikan jetzt wieder etwas höher. Herr Monti sollte nach seiner Ora, das Labora für ein säkuläres Italien nicht ganz vernachlässigen. Sonst könnte es schon bald wieder heißen: „Bella Italia, hier gibt die Orgel die Musik an“.

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