Ver.di: „Da hilft kein Beten“

Quelle: hamburg.verdi.de

Der Glaube versetzt bekanntlich Berge, aber ob das von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am 9. November in Magdeburg verabschiedete Streikverbot für die Beschäftigten in den kirchlichen Einrichtungen auch noch vor dem Bundesarbeitsgericht Bestand haben wird, ist offen. Bereits seit 2009 beschäftigt verschiedene Arbeitsgerichte die Frage, ob Mitarbeiter der Kirchen streiken dürfen. Jetzt wird das Bundesarbeitsgericht im kommenden Frühjahr darüber entscheiden. Und weil es ein irdisches Gericht ist, wird dort die Frage, ob man Gott bestreiken darf oder nicht, gar nicht interessieren. Entschieden werden wird, ob durch das kirchliche Arbeitsgesetz gegen das Grundrecht auf Streik verstoßen wird. So argumentiert ver.di: „Streikrecht ist ein Menschenrecht“, sagt Ellen Paschke, zuständig im ver.di-Bundesvorstand unter anderem für die Wohlfahrt und Kirchen.

Von Petra WelzelVerdi.de

Bislang war das Streikverbot in den Kirchen ein ungeschriebenes Kirchengesetz. Und zum Teil ist es das trotz des Magdeburger Synodenbeschlusses auch immer noch. Denn das jetzt abgesegnete innerkirchliche Gesetz gilt zunächst nur für die Beschäftigten des Diakonischen Werks auf Bundesebene. Dort arbeitet rund die Hälfte der insgesamt 450000 Beschäftigten der Evangelischen Kirche. Auf Ebene der Landeskirchen verhandelt ver.di schon seit längerem Tarifverträge, so zum Beispiel in der nordelbischen Landeskirche und bei der Diakonie Berlin-Brandenburg. Ende Juli konnte sogar der erste Tarifvertrag in einem diakonischen Krankenhaus in Hamburg mit einem Streik durchgesetzt werden.

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Die göttlichen Alternativträume des R. Junker

Quelle: ag-evolutionsbiologie.de

Von Wolfgang JähnigAG Evolutionsbiologie

Der 1. Oktober 2010 markiert ein bemerkenswertes Datum. Seit 25 Jahren versucht Reinhard Junker als hauptamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Studiengemeinschaft Wort und Wissen u.a. mit seinen Vorstellungen eines „Junge-Erde-Kreationismus“ die Erkenntnisse moderner Naturwissenschaft in Zweifel zu ziehen. An das Dienstjubiläum erinnerte S. Scherer mit einer Laudatio, in der u.a. auch Rückschläge und Enttäuschungen eingeräumt werden. Zitat Scherer: „Ein umfassendes, wissenschaftlich befriedigendes, alternatives ‚Schöpfungsmodell‘ ist nicht in Sicht.“ (1) In diesem Beitrag soll noch einmal kurz dargestellt werden, warum sich Junker mit seiner „biblisch fundierten Wissenschaft“ auf Abwegen befindet. Die Vorstellungswelt Junkers hinsichtlich eines „Junge-Erde-Kreationismus“ ist anhand eines Schlüsselbeitrags mit dem Titel „Lehrt die Bibel eine junge Schöpfung?“ ersichtlich. (2)

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Katholiban setzt Einheit der KK aufs Spiel

Quelle: orf.at/

Schüller: „Setzen Bischöfe die Einheit aufs Spiel?“
Die Absage der Bischöfe an einen österreichweiten Dialog mit den Kirchenreformern setze die „Einheit und Identität der Kirche“ aufs Spiel, so Helmuth Schüller, der Kopf der Pfarrerinitiative.

Von Dietmar NeuwirthDie Presse.com

Pfarrer-Initiative und die Reformbewegung Wir sind Kirche wollen keinen Millimeter von ihren Forderungen zurückweichen. Auch nicht nach der Absage der Bischofskonferenz an einen österreichweiten Dialog und der Mahnung Kardinal Christoph Schönborns, der Einheit und Identität der Kirche auf dem Spiel sieht. Helmut Schüller, Kopf der Pfarrerinitiative, stellt am Freitag im Gespräch mit der „Presse“ die rhetorische Frage: „Wird nicht von den Bischöfen die Identität und die Einheit der Kirche mehr aufs Spiel gesetzt durch das laufende Negieren der Erwartungen, die die Pfarrer und die Gemeinden haben?“

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Hintergrund:  „Ungehorsam“: Schönborn-Abfuhr für Pfarrerinitiative

USA: „Neue Evangelikale“ – Vielstimmigkeit?

Marcia Pally - hier auf dem Kirchentag 2011 in Dresden. Foto: pro

Seit Jahren beschäftigt sich die New Yorker Wissenschaftlerin Marcia Pally mit den „neuen Evangelikalen“, die zum politisch linken Spektrum tendieren und mehr Heterogenität in die christliche Szene Amerikas bringen. „Die Zeit“ druckt in ihrer aktuellen Ausgabe einen ganzseitigen Beitrag der Autorin.

pro Medienmagazin

„Sie traten auf als Kreationisten und eifernde Schwulenfeinde. Kurz: Es schien sich beim evangelikalen Christentum um eine Mischung aus Fundamentalismus und Dummheit zu handeln“, heißt es zu Beginn von Pallys Text, der in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ abgedruckt ist. In den letzten sechs Jahren habe es jedoch einen gigantischen Umbruch der religiös-politischen Landschaft in den USA gegeben: Die „Neuen Evangelikalen“ hätten sich von der „Religiösen Rechten“ abgewandt und sich für antimilitaristische, konsumkritische Thesen sowie für Armenhilfe und Umweltschutz geöffnet. „Zwar ist die religiöse Rechte nicht von der Bildfläche verschwunden“, bedauert Pally, „Doch wo zuvor eine einstimmige Bewegung zu sein schien, herrscht nun Vielstimmigkeit.“

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Tiefe Gräben zwischen Ungläubigen und Gläubigen

In Deutschland haben sich die Gräben zwischen religiösen und säkularen Lebensformen vertieft.

jesus.de

Zu diesem Ergebnis kommen die Journalisten Claudia Keller («Der Tagesspiegel») und Matthias Drobinski («Süddeutsche Zeitung») in ihrer Studie über die «Glaubensrepublik Deutschland», die am Donnerstagabend in Berlin vorgestellt wurde.

Sich in einer säkularen und durchrationalisierten Gesellschaft «vor Gott zu werfen» und religiös zu leben, sei peinlich geworden, schreiben die beiden Autoren. Selbst innerhalb der Kirchen gebe es Verwerfungen. So hätten konservative Katholiken und Reformkatholiken manchmal keine gemeinsame Sprache mehr. Auch die Debatten seien hitziger geworden. Je mehr andere identitätsstiftende Themen verloren gingen, wie etwa die Atomkraft oder die Friedensbewegung, desto stärker würden Religionsfragen zu Identitätsfragen.

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Wenn die Predigt guttiert wird: Copy&Pastor

Deus ex machina: Ein Dozent für Predigtsprache prangert an, dass Pastoren sich ihre Predigten aus dem Internet kopieren. Aber kommt man vom Abkupfern in die Hölle?

Von Mark StöhrderFreitag

Man stelle sich den Pastor einer kleinen Gemeinde vor. Er sitzt in seinem Büro vor dem Computer, die Haushälterin hat ihm gerade frischen Kaffee gekocht. Es ist Donnerstag, außer einem Geburtstagsbesuch bei einer betagten Dame steht nichts an. Zeit zum Chillen also, Zeit zum Surfen. Erst kicker.de, dann ein wenig auf kirchenbedarf-friedrich.de. Doch der Gedanke an die Predigt am Sonntag stört den Frieden. Der 13. November ist der vorletzte Sonntag im Kirchenjahr, eher ein No-Name-Termin. Welche Botschaft unters Volk bringen, mit welcher Bibelstelle die Gläubigen erreichen? Der Pastor wählt ein spezielles Lesezeichen: predigten.de. Hier wird jeder Gottesmann fündig, dem gerade nichts Eigenes einfällt. Wegen ein bisschen Abkupfern ist noch keiner in die Hölle gekommen, oder?

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