Wieviel Religion darf ein Bürger zeigen?

Säkulare und religiöse Bürger müssten sich auf Augenhöhe begegnen können, sagt Jürgen Habermas. (Bild: dpa / picture alliance / Frank May)

„Wie hast Du’s mit der Religion?“ fragte schon Gretchen ihren Faust. Auch für einige der Philosophen, die 2009 an einem New Yorker Symposium teilnahmen, ist diese Frage nicht einfach zu beantworten. Religiöse Bürger, die in die Öffentlichkeit treten, werden von manchem kritischer beäugt als Atheisten.

Von Rainer KamplingDeutschlandradio Kultur

Weit ausholend beginnt Jürgen Habermas mit einer Analyse der politischen Theologie Carl Schmitts. Der deutsche Soziologe tut dies nicht nur, um das Scheitern Schmitts aufzuzeigen, sondern eben auch denen zur Warnung, die Elemente einer politischen Theologie zur Begründung eines demokratischen Gemeinwesens wiederbeleben.

„Natürlich bleibt ‚das Politische‘ solange ein zweifelhaftes Erbe, wie die Politische Theologie versucht, die Legitimation der Staatsgewalt auf die metasoziale Quelle zurückzuführen. Im demokratischen Verfassungsstaat hat die legale Ausübung der Herrschaft ihre religiöse Aura verloren. (…) Aber das heißt nicht, dass die Beiträge von Religionsgemeinschaften und religiösen Bürgern zur demokratischen Willensbildung ignoriert werden dürfen.“

Trotz dieser Beteuerung kann man sich bei der Lektüre des Beitrags nicht des Eindrucks erwehren, dass er religiöse Bürger in Hinblick auf den öffentlichen Diskurs für defizitär hält. Während er in der Diskussion darauf abhebt, dass religiösen Menschen Erfahrungen und Glaubensinhalte einigen, über die andere nicht verfügen, geht es ihm im Vortrag um das Problem religiöser Sprache.

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„Imra’ah“: Lifestyle nach den Regeln des Islam

Imra’ah, Zeitschrift für Musliminnen (Ausgabe 1, Januar 2011) (Screenshot der Website der Zeitschrift )

Magazine für Muslimas sind eine Marktlücke. „Imra’ah“ machte vor zwei Jahren einen Anfang

DIE WELT

In Deutschland leben einige hunderttausend Frauen muslimischen Glaubens. Mit und ohne Kopftuch, manche streng gläubig und traditionell, manche westlich modern. Studentinnen, Berufstätige und Hausfrauen. Doch es scheint, als hätten Frauenzeitschriften diese Vielzahl potenzieller Leserinnen bisher weitestgehend ignoriert. Denn in Deutschland gibt es mehr als 100 Frauenmagazine, bis vor zwei Jahren war nicht eines für muslimische Frauen darunter. Dabei lieben Muslimas das, was jede Frau liebt: Mode, Lifestyle, Klatsch und Tratsch. Nur eben im Einklang mit ihrem Glauben.

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Deutscher Bundestag: Dodo des Monats Dezember 2012

Dodo des Monat Dezember 2012
Dodo des Monat Dezember 2012

bundestag_zirkumzisionIm Jahr 2012 unserer Zeitrechnung, Monat Dezember, feierte der demokratisch-freiheitliche Maoismus, im deutschen Parlament, fröhliche Urständ. Aus einer nicht näher zu verifizierenden Quelle wurden auf der Grundlage uralter, will sagen archaischer Rituale, gesetzliche Normative begründet.

Cédric Poyet

In vorislamischer Zeit wurden sowohl Männer wie auch Frauen der Beschneidung unterzogen. Die Beschneidung der Männer wird im arabischen „hitân“ , der Frauen hingegen als „hafd“ bezeichnet. Obwohl es im Qur’an kein Ayat (Vers) über die Beschneidung exisitiert, wird es als Symbol der Muslime anerkannt.
Nach der Überlieferung beschnitt als erster Mensch der Prophet Ibrahim (Abraham) im Alter von 80 Jahren sich selbst:

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, daß der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Abraham, Allahs Friede auf ihm, vollzog für sich die Beschneidung, als er im Alter von achtzig Jahren war, und bediente sich dazu der Axt.“ [BUCHARI:780]

Da auch die Juden Abraham als ihren Stammesvater anerkannten , folgten sie dem Beispiel des Propheten und führten auch die Beschneidung durch. Dies änderte sich nicht bis zum Propheten Isa (Jesus). Die Christen indessen interpretierten unglücklicherweise unter hitan, die Säuberung des Herzens, und führten keine Beschneidungen mehr durch.

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, daß der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Zur Fitra (bei Erschaffung des Menschen) gehören fünf Dinge: Die Beschneidung, das Abrasieren der Schamhaare, das Kurzschneiden des Schnurrbarts, das Schneiden der (Finger- und Fuß-) Nägel und das Auszupfen der Achselhaare.“ [BUCHARI:1216]

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William James und die Anfänge der Religionspsychologie

Zeitgenössische Aufnahme des amerikanischen Psychologen und Philosophen William James. (Bild: picture alliance / dpa / B0173_Belga)

William James (1842-1910), Harvard-Professor für Psychologie und Philosophie, gilt als einer der Pioniere der Religionspsychologie. Für James ist die Religion ein zutiefst subjektives Phänomen und nicht die Anerkennung theologischer Lehren.

Von Alexander GrauDeutschlandfunk

„Während ich mich, was meine Zukunft betraf, in allgemeiner Niedergeschlagenheit befand, überfiel mich plötzlich eine entsetzliche Existenzangst. Vor meinem geistigen Auge erschien das Bild eines Epileptikers, den ich in der Anstalt gesehen hatte.“

berichtet der Psychologe William James während einer Vorlesung an der schottischen Universität in Edinburgh.

„Ich empfand eine solche Abscheu und fühlte gleichzeitig mein augenblickliches Anderssein so deutlich, als schwände etwas bis dahin Festes in mir dahin, und aus mir wurde ein bibbernder Angsthaufen. Nach diesem Erlebnis war das Universum für mich völlig verändert.“

William James gilt zu diesem Zeitpunkt, 1901, als der bedeutendste Psychologe seiner Zeit. 1890 hatte er mit seinem umfangreichen Werk, den „Principles of Psychology“, die Grundlagen der modernen, wissenschaftlichen Psychologie gelegt.

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Nikolaus Schneider kritisiert geheime Waffenexporte

Nikolaus Schneider (in Bad Neuenahr): Letzter Jahresbericht als Präses im Rheinland Bild: DPA

Im März endet nach zehn Jahren die Amtszeit von Nikolaus Schneider als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. In seinem letzten Jahresbericht ging er mit der Bundesregierung ins Gericht. Der EKD-Ratsvorsitzende kritisierte Waffenexporte und die hohen Kosten der Energiewende.

SpON

Der scheidende rheinische Präses Nikolaus Schneider hat die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung scharf gerügt. In seinem letzten Jahresbericht reichten die Themen von sozialer Gerechtigkeit bis hin zu Waffenexporten.

„Ich halte es für unverantwortlich, dass Länder wie Ägypten oder Saudi-Arabien mit Waffen auch aus unserem Land immer weiter aufgerüstet werden“, sagte Schneider vor der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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