Missbrauchsstudie: Neue Abmahnung gegen Pfeiffer

Christian Pfeiffer, Bild: Hamburger Abendblatt

Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich weiter mit juristischen Schritten gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer und dessen Zensur-Vorwürfe

kathweb

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich weiter mit juristischen Schritten gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer und dessen Vorwürfe, die Bischöfe hätten die Erstveröffentlichung von Forschungsergebnissen verhindern oder zensieren wollen. Anwälte des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) haben am Freitag an Pfeiffer und sein Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) „eine konkretisierte Abmahnung gerichtet“, bestätigte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Samstag in Bonn gegenüber der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Dies sei aus rechtlichen Gründen erforderlich. Zudem hätten die Anwälte den Bischöfen empfohlen, „die erforderlichen gerichtlichen Schritte einzuleiten“, wenn diese „konkretisierte Unterlassungsverpflichtungserklärung nicht abgegeben werden sollte“. Die Frist dafür laufe am Montagabend ab.

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USA: Ein Segenswunsch, zwei Schwüre, drei Bibeln und ein Präsident

Barack Obamas Inauguration, 2013 Bild: REUTERS

Der mächtigste Mann der Welt war bei der Generalprobe für seine Amtseinführung nicht dabei. Statisten mit Ansteckern „President Obama“ und „First Lady Michelle Obama“ spielten den Ablauf der am Montag stattfindenden Amtseinführung durch, denn bei diesem Ereignis darf nichts schief gehen. Wenn Barack Obama, der 44. Präsident der USA, seinen Amtseid vor dem Kapitol in Washington leisten wird, fährt die Nation das ganz große Besteck auf.

Von Barbara Mayrhofer kathweb

Die offizielle Einführung eines US-Präsidenten in sein Amt ist in der Geschichte der Vereinigten Staaten zum bühnenreifen Großereignis geworden, erläutert die Historikerin Heike Bungert. Die Nordamerika-Spezialistin von der Universität Münster hat zahlreiche historische Dokumente über Amtseinführungen analysiert und festgestellt: „Allen Feiern ist gemeinsam, dass sie politische Programme legitimieren und nach einem aggressiven Wahlkampf die US-Gemeinschaft stärken sollen.“ Der Faktor Religion spiele dabei „eine zentrale Rolle“ – trotz der verfassungsrechtlichen Trennung von Staat und Kirche.

Nach Ansicht Bungerts hat das religiöse Element mit dem spezifisch amerikanischen Nationalgefühl zu tun. Die Gründerväter hätten sich als das „auserwählte Volk Gottes“ verstanden. Dies zeige sich auch bei der Amtseinführung der Präsidenten. So schworen fast alle auf die Bibel, obwohl dies nicht vorgeschrieben sei. Obama hat für die zwei Amtseinführungen – eine im kleinen Kreis am Sonntag im Weißen Haus und die offizielle Zeremonie am Montag – gleich drei Bibeln ausgewählt.

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Rezension eines Dodos: Der gemüllerte Jesus

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild

Die Bedeutung der Jesus-Trilogie Benedikts XVI., die nun mit dem Prolog über die Kindheitsgeschichten abgeschlossen wurde.

Von Gerhard Ludwig Müllerkath.net/Osservtore Romano

Mit dem Prolog über »die Kindheitsgeschichten« vollendet Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. seine Trilogie zu Jesus von Nazareth, den die Kirche als den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen bekennt (vgl. 1 Tim 2,5). Im ersten Band geht es um den Weg Jesu »von der Taufe bis zur Verklärung«, während der zweite Teil den Leser »vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung« führt.

Dieses einzigartige Werk von ca. 900 Seiten zu studieren ist aller Mühe wert. Keiner, der wissen will, was er von Gott erwarten darf und wie es um den Menschen steht, kommt an Jesus von Nazareth vorbei. Denn Jesus ist nicht irgendeine der vielen maßgeblichen Gestalten der Menschheitsgeschichte, sondern der allein und allen das Maß gebende Mensch. In ihm ist Gott zu uns gekommen, in ihm hat er uns angenommen und jedem Menschen seine höchste Berufung offenbart. Er ist der einzige Name unter dem Himmel, durch den wir gerettet werden sollen (vgl. Apg 4,12). Darum glaubt die Kirche, daß in Christus »der Schlüssel, der Mittelpunkt und das Ziel der ganzen Menschheitsgeschichte gegeben ist« (Gaudium et spes, Nr. 10).

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Die Inquisition ist tot, es lebe die Inquisition!

Bild: katholisches Magazin

Gestern(17.01.2013) saß halb Deutschland vor dem Fernseher, um im ARD ab 22.45 Uhr die Talk-Show Beckmann zu sehen. Dort fand ein Duell zwischen dem bekannten Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Jesuiten Pater Hans Langendörfer, dem Sekretär der deutschen Bischofskonferenz statt.

Von Giuseppe NardiKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Die Anklage Pfeiffers war hart. Er hatte sie bereits in den vergangenen Tagen durch alle Medien getragen. Er war vor kurzem vom Auftrag entbunden worden, für die deutschen Bischöfe die Fälle von sexuellem Mißbrauch durch Priester zu untersuchen. Ein Auftrag, der ihm 2010, als der Pädophilieskandal medial auf seinem Höhepunkt war, erteilt worden war und die Bischofskonferenz 500.000 Euro kostete.

Ein Kriminologe sollte sich hüten, Spekulationen in Umlauf zu setzen

Pfeiffer wiederholte im Fernsehen, die Gründe seiner Abberufung nicht zu verstehen, aus der er seinerseits eine Anklage gegen die Kirche machte und vom Ermittler zum Ankläger wurde. Pfeiffer hätte als Kriminologe davor gefeit sein müssen, Spekulationen freien Lauf zu lassen. Statt dessen schürte der offenbar in seiner Eitelkeit gekränkte, von den Bischöfen aber fürstlich bezahlte Fachmann in den vergangenen Tagen Spekulationen, wo er nur konnte. So äußerte er die Befürchtung, seine Abberufung diene dazu, zu einem System der Vertuschung zurückzukehren, das er einfach unterstellte.

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