Göttlicher Größenwahn: Kirchen gegen Katar-WM in der Weihnachtszeit

Dem Fußballweltverband die Rote Karte zeigen


EKBBO

. Die kirchliche Kritik an den FIFA-Plänen, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar in die Trauer-, Advents- und Weihnachtszeit zu verlegen, reißt nicht ab. „Es ist an der Zeit, dem Fußballweltverband die Rote Karte zu zeigen“, erklärte der Görlitzer Generalsuperintendent der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Martin Herche, am Donnerstag. Es sei nicht akzeptabel, dass „die einen still an den Gräbern ihrer Lieben stehen“ und sich andere womöglich zur gleichen Zeit lautstark über ein entscheidendes WM-Tor begeisterten, kritisierte Herche.

Auch die einmalige Atmosphäre des Görlitzer Christkindlmarktes sei durch die WM bedroht, wenn dort statt Liedern des Bach-Chores das nächste Spiel im Public Viewing angesagt werde, kritisierte Herche. Die Besinnlichkeit der Adventszeit und die Vorfreude auf Weihnachten dürften nicht „vom emotionalen Auf und Ab eines kollektiven Fußballtaumels“ überlagert werden. „Es ist an der Zeit, dass die weltweite Gemeinschaft der Kirchen aller Konfessionen und auf allen Kontinenten sich dafür gegenüber der FIFA stark macht“, forderte Herche. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sollte damit beginnen.

Evolution des Menschen: Ein Gen sorgt für mehr Gehirn

Die Abbildung zeigt die Großhirnrinde eines Mausembryos. Die Zellkerne sind blau gefärbt und tiefer liegende Nervenzellen sind in rot zu erkennen. Unter dem Einfluss des menschenspezifischen Gens ARHGAP11B haben sich auf der rechten Hirnhemisphäre Faltungen in der Großhirnrinde gebildet. Quelle: MPI f. molekulare Zellbiologie und Genetik
Schimpanse und Mensch gleichen sich mehr, als man denkt. Zumindest aus genetischer Sicht. Denn fast 99 Prozent unseres Erbgutes sind mit dem unserer tierischen Verwandten identisch. Der winzige Rest macht jedoch den entscheidenden Unterschied aus: im Laufe der Evolution hat sich das menschliche Gehirn um das Dreifache vergrößert und somit unsere kognitiven Fähigkeiten ausgebildet. Forscher vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun die genetischen Ursachen für diesen Entwicklungssprung genauer untersucht. Dabei entdeckten sie ein Gen, dass nur im Menschen vorkommt und die Auffaltung der Großhirnrinde ankurbelt. Über das in Hirn-Stammzellen aktive Gen berichten die Wissenschaftler im Fachjournal Science (2015, Online-Veröffentlichung).

biotechnologie.de

Das Team um den Dresdner Max-Planck-Forscher Wieland Huttner ist seit langem den Geheimnissen der menschlichen Gehirnevolution auf der Spur. Mit ihrer aktuellen Studie können die Max-Planck-Forscher nun erneut eine Wissenslücke schließen. Dieses Mal waren sie den genetischen Veränderungen auf der Spur, die im Laufe von Jahrmillionen das menschliche Gehirnwachstum ausgelöst haben. „Uns fiel auf, dass das Gen ARHGAP11B insbesondere in den sogenannten basalen Hirn-Stammzellen aktiv ist. Diese Zellen sind für die Expansion der Großhirnrinde im Laufe der Evolution besonders wichtig“, erklärt Marta Florio, die den Hauptteil der Untersuchungen in Huttners Team durchführte.

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Prominente Unterstützung für Evangelikale: Mit Plastik-Embryonen gegen Werteverfall

Lässt sich von evangelikalen Führungskräften inspirieren: Thomas de Maizière. Bild: dpa
Im CCH findet der „Kongress christlicher Führungskräfte“ statt. Innenminister Thomas de Maizière und Bürgermeister Olaf Scholz waren dabei.


Von Andreas Speit|taz.de

Großer Applaus für Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Congress Centrum Hamburg. Auf dem „Kongress christlicher Führungskräfte“, dessen Schirmherr Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ist, macht der CDU-Politiker am Freitag überdeutlich, wie bedeutend das „C“ für ihn ist.

„Meine politische Überzeugung und mein Handeln sind vom christlichen Menschenbild geleitet“, sagt er auf der Bühne, an deren Hintergrund das Kongressmotto hängt: „Mit Werten in Führung gehen.“

Von Donnerstag bis Samstag würden an die 3.200 Besucher erwartet, sagt Matthias Pankau, Pressesprecher des Kongresses, der vor allem von der Evangelischen Nachrichtenagentur „Idea e. V.“ ausgerichtet wird. Seit 1970 berichtet der Verein mit Sitz in Wetzlar überwiegend über die evangelikale Bewegung.

„Bei allen Diskussionen um Pegida und die islamistischen Extremisten“, sagt de Maizière, „glaube ich nicht, dass davon eine Gefahr für das Christentum ausgeht.“ Die Gefahr gehe eher vom Christentum selbst aus – wenn es nicht offen gelebt würde. Christliches Profil sollte im Alltag gezeigt werden. „Es gibt aber keine direkte Ableitung aus der Bibel für die Politik.“

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Düsseldorf: Unbekannter pinkelt ins Weihwasser

as Weihwasser-Becken in der Sankt-Maria-Rosenkranz-Kirche in Wersten – diese ist unter der Woche tagsüber geöffnet. FOTO: Bretz, Andreas
In der Sankt-Maria-Rosenkranz-Kirche in Wersten gab es einen unappetitlichen Fall von Vandalismus: Ein Mann pinkelte in einem unbeobachteten Moment ins Weihwasser. Pastoralreferent Martin Kürble beklagt mangelnden Respekt.


Von Henning Rasche|RP ONLINE

Es muss ein Moment gewesen sein, in dem es still war. Vor allem aber wohl: (fast) menschenleer. Der bis heute Unbekannte schleicht sich an einem Tag Ende vorigen Jahres in die Werstener Sankt-Maria-Rosenkranz-Kirche. Er (man darf aufgrund der Umstände sicher von einem männlichen Täter ausgehen) stellt sich an das Becken mit dem Weihwasser, vielleicht vergewissert er sich noch einmal, dass er tatsächlich allein ist – und dann pinkelt er ins Weihwasser. Eine ziemlich ekelhafte Vorstellung.

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Lobbyisten für den Atheismus

Haben der Kirche im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt: Kerstin und David Lohmer. Foto: Andreas Dyck
Wenn Kerstin Lohmer über ihre Zeit in der Kirche nachdenkt, dann sind es keineswegs nur negative Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen. Ihre Kommunion, die Firmung, jahrelang war sie Messdienerin, ihre Mutter Organistin und Chorleiterin.


Von Celina de Cuveland und Bernd Eyermann|Generalanzeiger Bonn

„Ich bin eng mit der Kirche aufgewachsen und habe die schöne Seite des Gemeindelebens erlebt“, sagt die 30-Jährige aus Siegburg. Auch ihr Mann David erinnert sich „an das volle Programm Kirche“. Als Kind habe er all das „gern mitgemacht und nicht hinterfragt“. Doch das ist lange her. Vor gut einem Jahr sind die Lohmers aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Warum? Zum einen seien sie nicht gläubig, zum anderen habe es „mehrere Vorfälle im privaten Bereich gegeben“, bei denen sich die Kirche sehr unchristlich verhalten habe, sagt der 33-Jährige. „Das war sehr erschreckend, von der Kirche hätte ich da etwas anderes erwartet.“ So sei zum Beispiel eine Erzieherin in einem kirchlichen Kindergarten schwer krank geworden, doch statt sie zu unterstützen, hätte der Träger gewollt, dass sie nicht länger in der Einrichtung arbeite.

Seine Frau Kerstin berichtet, dass selbst ihre Mutter in der Heimatpfarrei bei Krefeld „Unannehmlichkeiten“ bekommen habe, nachdem ihr Kirchenaustritt bekannt geworden sei. Die Lohmers haben sich inzwischen dem Bund der Konfessionslosen und Atheisten angeschlossen. Ihr Ziel: eine Lobby für den Atheismus zu schaffen. Noch immer hätten Menschen in der Gesellschaft Nachteile, wenn sie nicht Mitglied einer Kirche seien. So etwa könnten deren Kinder nicht alle Tagesstätten besuchen.

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Die lange Tradition US-amerikanischer Folter und westliche Werte

Aufgenommen 1901 auf den Philippinen. Bild: DOD/heise.de
Die Kulturwissenschaftlerin Katrin Dauenhauer hat über Folter in US-amerikanischen militärischen Einsätzen promoviert. Im Fokus ihrer Forschungsarbeit liegt der inneramerikanische Diskurs zwischen den Jahren 1899 und 2008 anhand des Philippinisch-Amerikanischen Krieges (PAK), des Vietnamkrieges und des Krieges gegen den Irak. Mit dieser Langfristperspektive werden einige Mythen in den Folterdebatten deutlich und können künftig dekonstruiert werden.


Von Sascha Pommrenke|TELEPOLIS

Wie sind Sie zu dem Thema Folter und des Diskurses darüber gekommen?

Katrin Dauenhauer: 2004 wurden die Bilder von Abu Ghraib veröffentlicht und für mich war neben der offensichtlichen Grenzüberschreitung, die diese Bilder zeigten, auch ihr Aufbau, die Selbstinszenierung der Täter, die erzwungene Inszenierung der Gefangenen interessant. Abu Ghraib war deshalb wichtig, weil es politisch und kulturell von Bedeutung war. Die durch Abu Ghraib ausgelöste Folterdebatte in den USA rückte auch das Waterboarding in den Fokus der Öffentlichkeit. Ich bin dann über die Frage, ob es Waterboarding schon vorher gab, auf den PAK gestoßen und auch auf Vietnam.

Waterboarding steht wie keine andere Foltermethode für die „Auswüchse“ des „War on Terror“. Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um „Fehlentwicklungen“ nach dem 11. September. Vielmehr hat dieses Vorgehen eine traurige Tradition.

Katrin Dauenhauer: Ja, in der Tat gab es das Waterboarding schon früher, auch wenn es während des PAK und während des Vietnamkrieges nicht unter dem Begriff „Waterboarding“ bekannt war. Während des PAK wurde die Methode „water cure“, Wasserheilung, genannt. In der wissenschaftlichen Literatur wird darauf hingewiesen, dass die US-Amerikaner die Methode von den Spaniern, also der Vorgängerkolonialmacht, übernommen haben.

Während des Vietnamkrieges wurde die Methode des Waterboarding ebenfalls eingesetzt, hier wird sie mit dem Begriff „water torture“ beschrieben. Meine Recherchen gingen hier von einem Bild in der Washington Post aus. Allerdings gab es während des Vietnamkrieges keine vergleichbar ausgedehnte Debatte zur Wasserfolter wie während des PAK und des Irak-Krieges. Ich habe mir das letztlich so erklärt, dass die Brutalität des Krieges an sich diskutiert wurde und so die Wasserfolter als nur eine Ausprägung dieser Brutalität in den Hintergrund trat. Zum Beispiel wurde das Massaker von My Lai sehr ausführlich diskutiert.

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Bullshistic: Kreationist Lennox über Atheismus

John Lennox: „Die Medien wollen, dass wir uns alle zum Atheismus bekennen“ Foto: pro/Zacharias
Jeder Mensch will etwas anbeten. Die Frage ist nur, was. Das hat der Mathematik-Professor John Lennox am Samstag in Hamburg erklärt. Sein Vortrag beendete den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte.


pro Medienmagazin

Der in Oxford lehrende Lennox erklärte: „Man kann ohne absolute Werte nicht leben.“ Deshalb suchten auch Nichtchristen nach Dingen, die sie anbeten könnten. „Aber unser absoluter Wert ist Gott“, sagte Lennox zu den Zuhörern im Hamburger Kongresszentrum. „Den Glauben benutzen wir jeden Tag“, sagte er. Auch Atheisten glaubten, nämlich an die Nichtexistenz Gottes: „Sie sehen aber nicht ein, dass ihre Weltanschauung genauso ein Glaubenssystem ist.“

Christen fühlten sich in Zeiten eines wachsenden Atheismus zunehmend eingeschüchtert. „Glaube, das ist heute Privatsache und darf im öffentlichen Raum nicht erwähnt werden.“ Atheismus hingegen gelte nicht als Privatsache. Es koste etwas, heute offen über die eigenen christlichen Überzeugungen zu sprechen. „Die Medien wollen, dass wir uns alle zum Atheismus bekennen“, sagte Lennox. Christen rief er zum Bekenntnis auf: „Auf Gott vertrauen und das Gehirn benutzen – das ist christlich.“ Der Atheismus ist für ihn „ein Märchen für diejenigen, die vor dem Licht Angst haben“.

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Esoteriker und Impfgegner: Immun gegen die Wissenschaft

So sieht der Impfpass eines Impfgegners aus picture alliance
Die Lehrerin schwingt das Pendel, der Manager rennt zum Guru, der IT-Fachmann liest Bücher über morphologische Felder. Das alles spielt sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts ab, über 250 Jahre nach Beginn der Aufklärung. Und es betrifft zumeist Angehörige bildungsnaher Gesellschaftsgruppen


Von Alexander Grau|Cicero

Kritik ist der Anfang aller Aufklärung. Deshalb sind wir so stolz auf unser kritisches Bewusstsein. Und deshalb schulen wir das kritische Denken unserer Kinder.

Doch Aufklärung ist eben nicht nur Kritik. Aufklärung bedeutet immer auch Bejahung, Bekenntnis und Zustimmung: zur wissenschaftlichen Rationalität etwa, zu den Methoden der Naturwissenschaften, zu einem wissenschaftlich fundierten Weltbild. Eine Aufklärung, die sich in Kritik erschöpfen würde, wäre keine Aufklärung, sondern lediglich eine andere Form von Borniertheit.

Irrsinn im Namen der Aufklärung

Aufklärung pendelt daher immer zwischen zwei Polen. Einerseits muss sie an dem Erklärungsanspruch wissenschaftlicher Rationalität festhalten, ohne dabei in Dogmatismus zu verfallen. Zugleich muss sie kritische Distanz wahren, ohne dabei zu einem blinden Kritizismus zu verkommen. Aufklärung ist ein kompliziertes Geschäft.

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Religion und Krieg: „Kriegstreibende Aussagen verurteilen“

religion_warDer Religionswissenschaftler Hartmut Zinser untersucht in seiner neuen Studie die Kriegspotenziale der Religionen. Er fordert eine Entpolitisierung der Religion und spricht sich dafür aus, dass die Glaubensrichtungen mit ihrer Geschichte selbst ins Gericht gehen und kriegstreibende Aussagen verurteilen.


Hartmund Zinser im Gespräch mit Andreas Main|Deutschlandradio Kultur

Andreas Main: Hartmut Zinser, Sie sprechen von einem „Kriegspotenzial der Religionen“. Was macht Religionen potenziell zu Kriegstreibern?

Hartmut Zinser: Religionen geben Antwort auf die Frage, wie soll sich leben, was darf ich tun, was darf ich nicht tun und was kann ich erhoffen. Die Antworten unterscheiden sich. Damit entstehen Differenzen. Ferner – Religionen bilden moralische und solidarische Gemeinschaften mit bestimmten Regeln wie etwa: „Du sollst nicht töten!“, „Du sollst nicht lügen!“, „Du sollst nicht rauben und stehlen!“. Aber diese Regeln gelten in der Regel nur für die Religionsgemeinschaft selbst. Nur wenige Religionen haben daraus universale Lehren gemacht. Dadurch wird ein Innen und Außen bestimmt – nämlich die, die zur Religion dazugehören und solche, die nicht dazugehören. Für die, die nicht dazugehören, gelten die moralischen Einschränkungen nicht, so dass man über auch durchaus mal herfallen kann, einen Kopf kürzer schlagen kann oder sie ausrauben kann. Und das haben leider auch alle Religionen gemacht. Oder genauer sollte ich sagen: Das haben Kriegsführer mit allen Religionen gemacht und mit Unterstützung aller Religionen.

Main: Es gibt also das Wir – und es gibt die anderen. Welche Religionen haben das größte Kriegspotenzial, welche sind am wenigsten bellizistisch?

Zinser: Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich eigentlich auch gar nicht richtig beantworten kann. Christentum und Buddhismus lehren grundsätzlich Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit, haben aber im langen Verlauf ihrer Geschichte Kriege nicht vermeiden können – und zwar in unterschiedlicher Form. Zunächst, sie behaupten immer, sie verteidigen sich. Dann gab es Missionskriege – nicht so selten, wie man das sich wünschen würde. Zumindest wurde von den staatlichen Instanzen, den Königen, verlangt, dass sie die Mission schützen sollten. Denn die Menschen sollten erdulden müssen, dass sie missioniert werden. Dann gab es aber auch – und da wird es nun richtig verheerend – die Kreuzzüge, die Sie schon genannt haben, in denen die Beteiligung am Krieg, das Morden und Töten – und ich sage es ganz bestimmt und so prononciert – zu einer religiösen Handlung wurde, mit der man Ablass und das ewige Leben und Himmelreich erwirbt. Andere Religionen, wie zum Beispiel die antiken römischen und griechischen Religionen kannten Kriegsgötter, unter deren Schutz der Krieg gestellt war. Athene in Griechenland und Mars in Rom und viele andere mehr, oder Murugan in Indien. Und sie haben also kein ausgebildetes Kriegsrecht entfaltet, sondern Kriege wurden als Normalität betrachtet. Er gehörte einfach zum Leben dazu, und man musste sich damit einrichten und hat sich damit eingerichtet. Dann gibt es noch Religionen, die durchaus Beschränkungen haben für das Kriegführen – wie der Islam, zugleich aber doch eine umfangreiche Lehre über das Töten im Krieg entfaltet und entwickelt haben. Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wenn es durch die Geschichte geht, sind diese Lehren auch immer wieder in allen Religionen angewandt worden. Es ist dann nur eine Frage der Situation und der Zeit, wann und ob eine Gruppe meint, jetzt zu den Waffen greifen zu müssen und religiös rechtfertigt, dass sie Krieg führen darf und kann.

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Russland: „Liebesspiele im Venusberg“(Tannhäuser) sind Blasphemie

Wappen Russland
Wappen Russland
Weil seine Inszenierung der Wagner-Oper «Tannhäuser» religiöse Gefühle verletzt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft im russischen Nowosibirsk gegen Regisseur Timofej Kuljanin.


kath.net

Weil seine Inszenierung der Wagner-Oper «Tannhäuser» religiöse Gefühle verletzt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft im russischen Nowosibirsk gegen Regisseur Timofej Kuljanin. Das teilte ein Justizsprecher am Dienstag nach Angaben örtlicher Medien mit. Die Staatsanwaltschaft reagiere damit auf den Vorwurf des orthodoxen Metropoliten von Nowosibirsk, Tichon, die Inszenierung der Oper demütige gläubige Menschen, beleidige die orthodoxe Kirche und schüre «religiöse Feindschaft».

Tichon hatte unter anderem die Liebesspiele im Venusberg kritisiert. Die Ermittler wollen den Berichten zufolge eine vom staatlichen Opern- und Ballett-Theater Nowosibirsk zur Verfügung gestellte Videoaufzeichnung der «Tannhäuser»-Inszenierung prüfen.

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Kampf um Vatikan-Vermögen

Vati-Leaks-logo

Der Finanzreformer des Papstes soll selbst Geld verschwendet haben.


Kurier.at

Machtkämpfe, Finanzeinfluss, Verschwendungssucht und Luxusausgaben: Das sind die Zutaten des neuen „Vatileaks“-Skandals, der in Rom für Aufregung sorgt. Das Wochenmagazin L’Espresso hat geheime Dokumente veröffentlicht, die von einem erbitterten Machtkampf unter Kardinälen über den Einfluss auf die Finanzen des Kirchenstaats zeugen. Dabei geht es um lukrative Geschäfte in Millionen-Euro-Höhe.

Zwei Lager

Der Unmut der Purpurträger richtet sich dabei vor allem gegen eine Person: Kardinal George Pell. Der 73-jährige Australier wurde vor rund einem Jahr von Papst Franziskus mit der Leitung des neuen Wirtschaftssekretariats, das die vatikanischen Finanzen kontrolliert, beauftragt. Auch bei der umfassenden Kurienreform des Pontifex, die auf Widerstand stößt, spielt George Pell eine tragende Rolle. Er ist Mitglied des Kardinalrats, einer achtköpfigen Gruppe, die dem Papst bei der Kurienreform zur Seite stehen.

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Einbildung der Dauerbeleidigten: Medien kämpfen mit harten Bandagen gegen Christen

Bild: SpON
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Matussek: „Art von Zensur“ bei Lebensschutzthemen oder Homosexualität.


kath.net

In den Medien wird oft mit harten Bandagen gegen Christen gekämpft. Diese Meinung vertrat der Publizist Matthias Matussek (Berlin) am 26. Februar in Hamburg auf dem Kongress christlicher Führungskräfte. Die Entwicklung sei ernst. In vielen Talkshows würden Christen oft negativ dargestellt. Christliche Abtreibungsgegner würden in die rechte Ecke gedrängt. Matussek: „Es geht um den Schutz von Leben. Was hat das mit links oder rechts zu tun?“ Eine Gefahr für die Meinungsfreiheit drohe in Deutschland nicht vom Islamismus oder Terrorismus, sondern „aus der Mitte der Redaktionen“. Es gebe „eine Art von Zensur“ bei Themen wie Lebensschutz oder Homosexualität.

Neue Aufgabe: Einordnen und kommentieren

Ferner sagte Matussek, dass sinkende Auflagezahlen das „große Jammertal“ der Redaktionen seien. Keiner wisse, ob Zeitungen überleben werden. Ein Beispiel sei die Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Da kann man zusehen beim Schrumpfen.“ Gut gemachter Journalismus habe aber auch in Zukunft Chancen. Die Medien hätten allerdings eine neue Rolle. Es gehe nicht mehr darum, Nachrichten zu verbreiten, sondern sie zu sortieren, einzuordnen und zu kommentieren. Ein weiterer Trend sei, dass bei vielen Medien der Onlineauftritt Vorrang habe. Um dort Klicks zu bekommen, würden viele Themen in den Überschriften zugespitzt und angeschärft.

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Christliche Gesundheitsfeindlichkeit – bete doch!

1000plusSeit 2012 kann ein einfacher Bluttest („Praenatest“) Auskunft über mögliche Behinderungen eines ungeborenen Kindes geben. Soll der Test in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden?


Von Kristijan Aufiero(1000plus)|kath.net

Seit 2012 kann ein einfacher Bluttest („Praenatest“) Auskunft über mögliche Behinderungen eines ungeborenen Kindes geben. Nun soll der Test in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) steht laut verschiedenen Zeitungsberichten unmittelbar bevor.

In den USA finden derartige Tests schon heute reißenden Absatz. Für Europa rechnen Experten mit einem enormen Marktpotential. Die weit überwiegende Zahl der Eltern wählt nach der Diagnose einer voraussichtlichen Behinderung die Abtreibung ihres ungeborenen Kindes. Entscheiden sie sich nach einem solchen Test für ihr (aller Voraussicht nach) behindertes Baby, müssen sich Eltern mittlerweile rechtfertigen – vor den Ärzten, vor Freunden, Kollegen, der Gesellschaft.

Wir eilen schnellen Schrittes in Richtung einer Gesellschaft, in der es über kurz oder lang so gut wie keine Menschen mit angeborener Behinderung mehr geben wird.

Nicht wenige Stimmen halten eine Welt ohne Menschen mit Behinderung für geradezu wünschenswert. So schrieb beispielsweise der Humanistische Pressedienst (hpd) am 28.01.2015 im Artikel „Wer darf leben? Neuer Gentest sorgt für emotionale Aufregung und intellektuelle Verwirrung“: „Was wäre so schrecklich an einer Welt ohne Krankheit und Behinderung? So wenig wir uns über das Verschwinden der Diphterie, Hämophilie oder Leukämie grämen würden, so wenig müssten wir das Verschwinden der Trisomie bedauern.“

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Lammert: „Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen“

Themenbild
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Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigt Sympathie für das Islam-Gesetz, das jetzt in Österreich verabschiedet wurde. Forderungen aus der Union nach einem Burka-Verbot weist er allerdings zurück.


Von Robin Alexander, Jochen Gaugele|DIE WELT

Die Welt: Herr Präsident, ist Ihnen manchmal langweilig im Hohen Haus?

Norbert Lammert: Von Langeweile kann keine Rede sein. Allerdings wünsche ich mir eine lebendigere Debattenkultur.

Die Welt: Zum Mauerfall-Gedenken hatten Sie den Liedermacher Wolf Biermann in den Bundestag eingeladen, der prompt die Linksfraktion als „Drachenbrut“ beschimpfte. Ist es der leidenschaftliche Streit, die Provokation, die Sie im Bundestag vermissen – oder sind es eher Geist und Witz?

Lammert: Im Deutschen Bundestag kommt all das vor, aber natürlich nicht täglich. Das muss auch nicht sein. Aber umgekehrt muss auch nicht jeder Tagesordnungspunkt mit der gleichen routinierten Professionalität abgewickelt werden, die schon unter den Mitgliedern des Bundestages nur eine begrenzte Aufmerksamkeit findet und in der breiten Öffentlichkeit eine noch geringere.

Die Welt: Erinnern Sie sich an eine Debatte, die ganz nach Ihrem Geschmack war?

Lammert: Erst kürzlich hatten wir eine unvorhersehbar spannende, informative und lebendige Debatte zu den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Eine Rede des Bundeswirtschaftsministers führte zu einer Serie von Nachfragen, Zwischenfragen und Kurzinterventionen. Mit anderen Worten: Es geht – auch unter den Bedingungen einer statistisch erdrückenden Mehrheit der Regierungsfraktionen.

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De Maizière: Christlicher Glaube ein „wertvoller Schatz“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach beim Kongress christlicher Führungskräfte über seinen eigenen christlichen Maßstäbe für politisches Handeln Foto: pro / Lutz
Beim Kongress Christlicher Führungskräfte in Hamburg hat Bundesinneminister Thomas de Maizière über wertebasiertes Handeln in der Politik gesprochen. Er stellte seine eigenen, christlich geprägten Maßstäbe für seine Arbeit als Politiker vor.


pro Medienmagazin

Die Bedingungen für politisches und unternehmerisches Handeln befänden sich im Wandel, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Aufgabe von Führungskräften sei es, diesen Wandel mitzugestalten. Es gehe darum, ihn zu analysieren und Entscheidungen zu treffen, sich selbst zu reflektieren und die weitere Zukunft im Blick zu haben. „Dabei ist es ist gut und wichtig, einen inneren Kompass zu haben“, sagte der Protestant.

Dieser Kompass könne eine Orientierung an christlichen Grundwerten sein. Wertebasierte Unternehmensführung sei derzeit hochaktuell. „Nie zuvor gab es so viele Reden in der Wirtschaft darüber wie heute.“ Die Schwierigkeit sei, sich auf gemeinsame Werte zu einigen, da jeder andere Werte als wichtig empfinde. „Ich hab großen Respekt vor allen, auch vor Ihnen, die den Versuch unternehmen, verbindliche Werte zu proklamieren“, sagte de Maizière. Für nicht-christliche Unternehmen sei die Einigung auf ein wertebasiertes Leitbild noch eine größere Herausforderung.

Über seinen persönlichen Glauben sagte er: „Christsein und Politik sind für mich keine identischen Welten, aber auch keine getrennten. Sie gehören zusammen und sind aufeinander bezogen. Der christliche Glaube prägt mein Leben, und die Politik gehört zu meinem Leben.“ Seine persönlichen Handlungen seien vom christlichen Menschenbild geleitet. Aus der Bibel lasse sich aber nicht direkt eine christliche Politik ableiten. Er orientiere sich vor allem an den drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, sagte er.

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So lockt die IS-Werberin junge Frauen nach Syrien

Aqsa Mahmood aus Glasgow wurde an Privatschulen ausgebildet. Foto:handout
Sie wuchs in einem wohlhabenden Elternhaus auf. Doch mit 19 Jahren brach Aqsa Mahmood ihr Studium ab, um in den Dschihad zu ziehen. Aus Syrien lockt sie nun offenbar weitere Teenager zum IS.


DIE WELT

Jeder zehnte europäische Dschihadist ist weiblich. Meist reisen junge Frauen nach Syrien oder in den Irak, um als Ehefrauen den Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat zu unterstützen. Was sie dort erwartet, darauf bereitet sie die englischsprachige IS-Propagandistin Aqsa Mahmood vor.

Mahmood, Tochter einer pakistanisch-stämmigen Familie, kommt aus einem wohlhabenden Vorort von Glasgow. Ausgebildet an Privatschulen, brach sie im November 2013 ihr Studium ab, um nach Syrien zu reisen. In Aleppo soll die damals 19-Jährige einen sunnitischen Extremisten geheiratet haben.

So schnell wie möglich heiraten

Über Twitter und vor allem auf ihrem Blog bei Tumblr, den sie unter dem Namen Umm Layth führt, beschreibt sie das Leben einer Frau für den IS. Der letzte Eintrag aus dem Januar widmet sich dem Thema Witwen. Wie lange muss ich warten, bis ich wieder heiraten darf? Wie muss ich mich als Witwe kleiden? „Am wichtigsten ist, dass Du Deine Rechte als Muslima kennst. Lebe nicht in Unwissenheit, Schwester“, schreibt sie dort.

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Gottesgläubige sind risikobereiter

Bild: blog.gasprofi24.de
Wer gläubig ist, wagt schon mehr, wenn er nur das Wort „Gott“ liest. Doch das gilt nur für moralisch einwandfreie Aufgaben.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Wenn es um Glücksspiel oder Alkoholkonsum geht, verhalten sich sehr gläubige Menschen deutlich vernünftiger als der Durchschnitt der Bevölkerung und meiden diese Risikofaktoren häufiger. Doch das bedeutet nicht, dass Gläubige in allen Lebenslagen vernünftiger sind als eher atheistisch veranlagte Personen – vielfach ist sogar das Gegenteil der Fall, wie eine Studie von Daniella Kupor von der Stanford University Graduate School of Business und ihren Kollegen in „Psychological Science“ aktuell zeigt. Denn Vernunft lassen religiöse Menschen vor allem walten, wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die in ihren Augen unmoralisch sind wie etwa im Übermaß trinken oder Pokern. Kupor und Co untersuchten daher Aktivitäten, die nicht derart vorverurteilt sind wie Fallschirmspringen oder die Farbauswahl von Kleidung.

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Vorläufige Einigung bei Kirchenasyl

Kirchen dürfen Flüchtlingen und Asylsuchenden wie bislang Zuflucht gewähren Foto: flickr | Noborder network/Sara Prestianni | CC BY 2.0
Vertreter von Kirche und Politik haben sich am Freitag in der Frage des Kirchenasyls verständigt. Demnach dürfen Kirchen vorerst bis zum Herbst Asylsuchenden wie bislang Zuflucht gewähren.


pro Medienmagazin

Kirchen dürfen nun bis Herbst 2015 wie bislang Flüchtlinge und Asylsuchende aufnehmen, wenn sie befürchten, dass diesen Menschen bei einer Abschiebung Menschenrechtsverletzungen drohen. Darauf haben sich die beiden großen Kirchen in Deutschland und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach einem Spitzentreffen geeinigt. Die Tradition des Kirchenasyls „an sich“ wird seitens der Politik nicht in Frage gestellt.

In der Zeit bis zum Herbst wollen die Kirchen und das BAMF nun eine neue Zusammenarbeit bei Kirchenasylfällen erproben, teilten beide Kirchen mit. Dabei sollen Kirchenvertreter die Möglichkeit bekommen, Einzelfälle erneut vom Bundesamt überprüfen zu lassen, vorzugsweise noch bevor die betroffenen Personen in das Kirchenasyl aufgenommen werden. Für die Kommunikation sollen zentrale Ansprechpartner sowohl auf Seiten der Kirchen wie auch des BAMF benannt werden.

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Vatileaks: Kampagne gegen Kardinal Pell gestartet

Vati-Leaks-logoIm Vatikan wird eine Kampagne gegen Kardinal Pell, einem klaren Verteidiger der Lehre der Kirche, angezettelt. Das Spiel wird über die Medien ausgetragen. Im Hintergrund geht es um die Familiensynode – P. Lombardi verteidigt Pell.


kath.net

Gegen den Chef des vatikanischen Wirtschaftssekretariates, Kardinal George Pell, regt sich laut einem Pressebericht angeblich starker Widerstand in der Kurie. Laut dem italienischen Nachrichtenmagazin «L’Espresso» (Freitag) wehrt sich das Kardinalsgremium der vatikanischen Güterverwaltung APSA gegen die Beschneidung ihrer Kompetenzen durch die von Papst Franziskus geschaffene Behörde.

Die Kardinäle werfen dem 73-jährigen Pell demnach vor, er versuche, immer weitere Verwaltungsbereiche unter seine Kontrolle zu bringen, und stoße dabei die Mitarbeiter anderer Dikasterien vor den Kopf. Das Wirtschaftssekretariat soll gemeinsam mit dem Wirtschaftsrat die Finanz- und Immobilienbestände des Vatikan erfassen und in eine gemeinsame Bilanz bringen.

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9 things you think you know about Jesus that are probably wrong

Jesus illustration gst / Shutterstock.com
Jesus has been described as the best known figure in history, and also the least known. If you mentioned the name “Jesus” and someone asked Jesus who, you might blink. Or laugh. Even people who don’t think Jesus was God mostly believe they know a fair bit about him. You might be surprised that some of your most basic assumptions about Jesus are probably wrong.


By Valerie Tarico|Alternet/Raw Story

We have no record of anything that was written about Jesus by eyewitnesses or other contemporaries during the time he would have lived, or for decades thereafter. Nonetheless, based on archeological digs and artifacts, ancient texts and art, and even forensic science, we know a good deal about the time and culture in which the New Testament is set. This evidence points to some startling conclusions about who Jesus likely was—and wasn’t.

1. Married, not single. When an ancient papyrus scrap was found in 2014 referring to the wife of Jesus, some Catholics and Evangelicals were scandalized. But unlike the Catholic Church, Jews have no tradition of celibacy among religious leaders. Jesus and his disciples would have been practicing Jews, and all great rabbis we know of were married. A rabbi being celibate would have been so unusual that some modern writers have argued Jesus must have been gay. But a number of ancient texts, including the canonical New Testament, point to a special relationship between Mary Magdalene and Jesus. The Gospel of Phillip says, “[Jesus] loved her more than all the disciples, and used to kiss her often on her mouth.”

2. Cropped hair, not long. Jewish men at the time of Christ did not wear their hair long. A Roman triumphal arch of the time period depicts Jewish slaves with short hair. In the Apostle Paul’s first letter to the Corinthians, he addresses male hair length. “Does not nature itself teach you that if a man wears long hair, it is degrading to him?” (1 Corinthians 11:14 NRSV). During the 1960s, conservative Christians quoted this verse to express their disgust against the hippy movement and to label it anti-Christian.

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