Islamistische Terrorgefahr: „Die Politik duckt sich weg“

„Auf allen Ebenen ist die Politik mit zweifelhaften islamischen Lobbyisten in Kontakt und oft sogar bereit, diese Leute vor Kritik zu schützen. Das ist gegenüber der Gesellschaft verantwortungslos.“ Sigrid Herrmann-Marschall gilt als Expertin in Sachen islamischer Fundamentalismus. Foto: Heike Lyding
„Auf allen Ebenen ist die Politik mit zweifelhaften islamischen Lobbyisten in Kontakt und oft sogar bereit, diese Leute vor Kritik zu schützen. Das ist gegenüber der Gesellschaft verantwortungslos.“ Sigrid Herrmann-Marschall gilt als Expertin in Sachen islamischer Fundamentalismus. Foto: Heike Lyding
Es ist was faul in Frankfurt und Umgebung. Staatsschutz und Polizei nehmen zunehmend islamische Vereine ins Visier und machen Razzien in Moscheen. Aber die für Integration zuständigen Politiker und Ämter bleiben passiv. Für Sigrid Herrmann-Marschall passt das ins Bild. Die Sozialdemokratin findet: Wenn es um Islamismus geht, versagt Kommunalpolitik an wichtigen Stellen. FNP-Mitarbeiter Mark Obert hat mit ihr über die Gründe gesprochen.

Frankfurter Neue Presse

Frau Herrmann-Marschall, haben Sie Feinde?

SIGRID HERRMANN-MARSCHALL: Mir schlagen Anfeindungen entgegen, ich erhalte auch Drohungen. Aber es ist nicht so schlimm und häufig, wie man meinen könnte. Obwohl mein Blog natürlich auch von Islamisten, Dschihadisten und Salafisten gelesen wird.

Sie decken seit drei Jahren in Ihrem Blog „Vorwärts und nicht vergessen“ Verbindungen von Moscheen und muslimischen Verbänden im Rhein-Main-Gebiet mit Hasspredigern und radikalen Gruppierungen auf. Wie kamen Sie dazu?

HERRMANN-MARSCHALL: Als politisch aktivem Mensch ist mir das zunehmende Problem mit dem Islamismus früh aufgefallen. Also habe ich mich entschieden, diese Verbindungen offen zu legen oder auf andere zu verweisen, die seriös recherchieren. Es ist mir wichtig, konkret zu benennen, auch um deutlich zu machen, wie ungerechtfertigt der Generalverdacht gegen Muslime ist. Die Debatte um Islam und Islamismus wird ja oft viel zu unkonkret geführt. Dadurch entsteht überhaupt erst diese diffuse Angst.

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Heilige im Islam: Verehrt und verboten

Moscheen in Istanbul. (AFP)
Moscheen in Istanbul. (AFP)
Auch der Islam kennt den Heiligenkult. Ein offizielles Verfahren – wie in der katholischen Kirche – gibt es nicht. Der Glaube an Wundertäter und Fürsprecher gehört eher zur Volksfrömmigkeit, gerade das macht Heilige für Islamisten verdächtig.

Von Hüseyin Topel | Deutschlandfunk

Ein Imam in Istanbul spricht vor einem Mausoleum ein Bittgebet. Eine Menschenmenge aus Moschee-Gemeinde und reisenden Muslimen versammelt sich hinter dem Imam, um daran teilzunehmen. Sie heben die Hände und sprechen „Amin“, so wie Christen ihr Gebet mit Amen schließen. Auf diese Weise wenden sich Muslime traditionell an Gott und äußern ihre Wünsche, beichten ihre Sünden und bitten um Vergebung.

Im Istanbuler Stadtteil Eyüp soll Eyub al Ansari, ein Weggefährte Mohammeds, des Begründers der islamischen Religion, beigesetzt worden sein. Nach der Legende hat der osmanische Sultan Mehmed, kurz nach der Eroberung von Konstantinopel, die Begräbnisstätte ausfindig gemacht.

Deshalb errichtete man dort nach der Eroberung der Stadt ein Mausoleum und gleich daneben die nach Eyub al Ansari benannte Eyüp Sultan Moschee. Den Beinamen Sultan gab man al Ansari als Ehrentitel. Er wurde von nun an als Heiliger verehrt und der Ort wurde zu einem spirituellen Zentrum, das seit Jahrhunderten viele Gläubige anzieht.

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Dekkan-Trapp: Supervulkan mit doppelter Wurzel

Die Ausbrüche des Dekkan-Trapp in Indien vor rund 66 Millionen Jahren waren eine größten Vulkankatastrophen der Erdgeschichte. © Julian Grondin / thinkstock
Die Ausbrüche des Dekkan-Trapp in Indien vor rund 66 Millionen Jahren waren eine größten Vulkankatastrophen der Erdgeschichte. © Julian Grondin / thinkstock
Doppelter Magmaschub: Die katastrophalen Ausbrüche des indischen Dekkan-Trapp wurden aus gleich zwei vulkanischen Hotspots gespeist. Der Supervulkan erhielt vor rund 66 Millionen Jahren sowohl Magma aus dem Mantelplume, das heute unter der Insel Réunion liegt, als auch aus einem zweiten unter den Komoren, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Das lange Rätsel um die Wurzeln des Dekkan-Trapp könnte damit gelöst sein.

scinexx

Der Dekkan-Trapp im Westen Indiens zeugt von einer vulkanischen Katastrophe gigantischen Ausmaßes: Das Gebiet von 600.000 Quadratkilometern Größe ist noch heute mehr als tausend Meter hoch mit erstarrter Basaltlava bedeckt. Als dieser Supervulkan vor rund 66 Millionen Jahren ausbrach, spien unzählige Schlote glühende Lava, Asche und Millionen Tonnen vulkanische Gase, Schwefel und Chlor.

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Zukünftig Sicherheitspersonal und Kontrollen im Kölner Dom

Themenbild
Themenbild
Domprobst Bachner: „Das Domkapitel behält sich im Einzelfall vor, an den Eingängen des Doms unangekündigte Sicht- und Taschenkontrollen durchzuführen“. Wer sich verweigere, „der kommt nicht rein. Ganz einfach.“

kath.net

Das Sicherheitskonzept des Kölner Doms wird ab 1. März merklich verschärft. Dies gab Domprobst Gerd Bachner am Samstag bei einer Pressekonferenz bekannt. „Wir müssen mehr tun, um die Sicherheit zu gewährleisten“, sagt Gerd Bachner, allerdings müsse man dabei auch das „Augenmaß“ behalten. Das berichtete die „Kölnische Rundschau“. Verboten ist es ab 1. März, den Dom mit großen Koffern, Reisetaschen und Wanderrucksäcken zu betreten. Feste Maße werden dafür allerdings nicht angegeben, auch wird es keine Sicherheitsschleuse geben. Außerdem wird künftig zusätzlich zu den Domschweizern ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Dessen Mitarbeiter werden keine Warnwesten tragen, ebensowenig werden sie die Kleidung der Domschweizer übernehmen, so die „Kölnische Rundschau“. Das Sicherheitspersonal müsse nicht katholisch sein, man wünsche aber Zugehörigkeit zu einer der christlichen Konfessionen.

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Zwischen Political Correctness und alternativen Fakten

„Freedom of Speech“ von Ahdieh Ashram (flickr)
„Freedom of Speech“ von Ahdieh Ashram (flickr)
Debattenkultur heute. In wichtigen gesellschaftlichen Debatten ist das Sprechen miteinander einem Sprechen gegeneinander gewichen.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Nicht nur Verschwörungstheorien und Szenarien des Weltunterganges zeichnende Rechte, sondern auch linke Vertreter der Political Correctness, leisten durch das Übergehen von Fakten der politischen und gesellschaftlichen Lagerbildung Vorschub.

Experiment

Inwieweit würden Sie den einzelnen Aussagen zustimmen?

  1. Ideologien sind Systeme von Überzeugungen, die sich vor Kritik immunisieren, und darauf abzielen, Werte und Normen allgemeingültig durchzusetzen.
  2. Werte und Normen allgemeingültig durchzusetzen und sich dabei vor Kritik zu immunisieren, resultiert (historisch oft) in gefährlichen Konsequenzen.
    3. Monotheistische Religionen sind Ideologien
    4. Monotheistische Religionen sind gefährlich
    5. Das Christentum ist gefährlich
    6. Der Islam ist gefährlich.

Ich gehe davon aus, dass viele Leser den ersten Aussagen zustimmen, mit der Bejahung jeder weiteren Aussage (insbesondere Nr. 6) aber größere Schwierigkeiten haben. Wichtig ist vor allem, dass man die erste Definition von „Ideologie“ für sich annehmen kann. Der Begriff ist terminologisch schwer zu fassen, dürfte in der obigen Definition aber zumindest dem impliziten Wortverständnis vieler Menschen entsprechen. Alle weiteren Aussagen sind Extensionen (das ist die Menge der Gegenstände, die unter einen Begriff fallen) des Begriffes „Ideologie“. Und zwar weil monotheistische Religionen Intensionen bzw. Merkmale aufweisen, aufgrund derer sie als ideologisch bezeichnet werden können.

Gemeinsam haben sie die Merkmale meiner Arbeitsdefinition von „Ideologie“, die aus ihrem dogmatischen Charakter resultieren. Keine dieser Religionen kommt z.B. ohne das Dogma, also ohne unumstößlichen Wahrheitsanspruch aus. Auch benutzen sie einen metaphysischen Bezugsrahmen, um daraus gesellschaftliche Normen abzuleiten, die zudem für alle Zeiten gültig sein sollen. Infolgedessen sind also alle monotheistischen Religionen ideologisch. Mal abgesehen davon, dass es religiöse Narrative und Strömungen gibt, die mal mehr und mal weniger dogmatisch sind. Sie alle eint jedoch der absolute Wahrheitsanspruch. Hoch problematisch sind gerade deshalb Passagen in den „heiligen Schriften“, die zur Gewalt oder sogar Mord aufrufen. Die Zahl derer, die im Namen des Christentums oder des Islams töteten, ist groß. Je mehr Menschen eine Ideologie als Legitimationsgrundlage für die Anwendung von Gewalt benutzen (können), desto gefährlicher ist sie.

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Kirche und sexueller Missbrauch: Es ist ein Lügentheater

missbrauchWährend einer Veranstaltung beim ökumenischen Kirchentag in München, am 14.05 2010 als Pater Klaus Mertes zum Thema „Missbrauch“ sprach, hat der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, seine Stimme für die vielen im Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt erhoben und lautstark gefordert:

„Beenden Sie diese Veranstaltung. Es ist ein Lügentheater. Treten Sie ab. Sie haben versagt.“

Pressemitteilung netzwerkB

Seitdem sind bald sieben Jahre vergangen. Eine Aufarbeitung der Verbrechen in der katholischen Kirche wird nach wie vor in Deutschland verhindert – unterstützt durch Politik und einer Justiz, die lieber die Augen verschließen wenn es um Gerechtigkeit geht.
In Australien hat die Justiz erschreckende Tatsachen öffentlich gemacht.
Die nun veröffentlichte Studie einer staatlichen Untersuchung durch eine Royal Commission, die auf höchster Ebene durch die australische Justiz geführt wird, hat 4500 Fälle von ‘sexuellem Missbrauch‘ von Kindern in den letzten 30 Jahren in mehr als 1000 kirchlichen Institutionen dokumentiert.

„Täter wurden von der einen in die andere Kirchengemeinde versetzt, statt sie zur Rechenschaft zu ziehen. So konnten sie ungehindert weitermachen, in einigen Fällen taten sie dies jahrzehntelang.“
Der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, nimmt dazu wie folgt
Stellung:

Auch in Deutschland wurden die Täter in andere Gemeinden versetzt. Die Kardinäle und Bischöfe haben zu verantworten, dass aus Einzeltäter
Serientäter wurden.
Uns von netzwerkB liegt beispielhaft ein Fall vor, der diese von uns
erhobenen Vorwürfe gegen die katholische Kirche eindeutig nachweist. Der Fall ist dokumentarisch festgehalten; schriftliche Tätergeständnisse
liegen vor.

Bereits mehrfach haben wir den Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, der für den vorliegenden Fall Verantwortung trägt, gebeten, uns bei der Aufarbeitung zu unterstützen. Bischof Feige schweigt.

Den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz Dr. Stephan Ackermann haben wir ebenfalls um Aufarbeitung gebeten. Auch Bischof Ackermann schweigt.

Liebe Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen,

Sie haben uns in den vergangen Jahren immer wieder unterstützt, haben uns eine Stimme gegeben wo andere uns lieber wieder mundtod machen wollten.

Auch wenn es darum ging, der Politik zu verdeutlichen, dass es an der Zeit ist, das Schweigen zu beenden und gegen diese abscheulichen Verbrechen endlich etwas zu unternehmen, gaben Sie uns eine Stimme und haben darüber berichtet.

Leider hat das alles nicht viel gebracht, denn:

Kardinäle, Bischöfe und sonstige Würdenträger schweigen nach wie vor,
haben nicht das geringste Interesse an Aufarbeitung.
Die Politik hat mit einem ‚Missbrauchsbeauftragten‘, der keinerlei
Kompetenzen hat, sondern nur als Papiertiger auftreten kann, in der
Gesellschaft für Ruhe gesorgt.
Die Justiz denkt nicht daran und ist auch rechtlich von der Politik nicht
dazu befugt, die Verbrechen von damals aufzuklären.
Die Worte beim Kirchentag in München, im Mai 2010, treffen leider auch
heute zu:

„Beenden Sie diese Veranstaltung. Es ist ein Lügentheater. Treten Sie
ab. Sie haben versagt.“

Weiterführende Informationen:

SRF 06.02.2017 – Untersuchung in Australien:
http://www.srf.ch/news/international/sieben-prozent-der-katholischen-geistlichen-missbrauchten-kinder

ARD Brisant 14.05.2010 – Ökumenischer Kirchentag in München:
https://youtu.be/GEPjxAul2TA

Brief an Bischof Ackermann vom 23.09.2016:
http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2016/11/2016-09-23_an-Bischof-Ackermann.pdf

Waffenexporte: Kinder schießen mit deutschen Gewehren

 Ein Unicef-Transitzentrum für frühere Kindersoldaten im ostkongolesischen Goma. (Foto: dpa)
Ein Unicef-Transitzentrum für frühere Kindersoldaten im ostkongolesischen Goma. (Foto: dpa)
  • Das Bündnis Kindersoldaten stellte eine Studie vor, die den Zusammenhang zwischen deutschen Waffenexporten und dem Einsatz von Kindersoldaten untersucht.
  • Im vergangenen Jahr genehmigte die Bundesregierung dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge Kleinwaffenexporte in Höhe von 47 Millionen Euro.

Süddeutsche.de

Michael Davis weiß, wovon er spricht. Als 16-Jähriger wurde er in Sierra Leone von einer Rebellengruppe zwangsrekrutiert und kämpfte als Kindersoldat. Sie gaben ihm eine Waffe in die Hand und er hat geschossen. „Ich habe ein G3-Gewehr benutzt“, sagt er. Das G3 gehört zu den häufigsten Sturmgewehren der Welt. Hergestellt wird es von der deutschen Rüstungsfirma Heckler & Koch aus Oberndorf am Neckar.

Nach vier Jahren an der Front gelang Davis die Flucht, inzwischen lebt der heute 38-Jährige in Deutschland und engagiert sich im Deutschen Bündnis Kindersoldaten, einem Zusammenschluss von Terre des hommes, Brot für die Welt und weiterer Organisationen. Vergangene Woche stellte das Bündnis in Berlin eine Studie vor, die den Zusammenhang zwischen deutschen Waffenexporten und dem Einsatz von Kindersoldaten untersucht. Etwa eine Viertelmillion Minderjährige kämpfen Schätzungen zufolge in den Konflikten der Welt. Und fast überall, wo geschossen wird, trägt ein Teil der Waffen das Label „Made in Germany“.

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Fan-Aktion verhöhnt Dresdner Bombenopfer: FC St. Pauli entschuldigt sich

 Auf den Rängen des Millerntor-Stadions: Ein Spruchband gegen den deutschen Opfer-Mythos gerät zur Verhöhnung der Opfer der Bombenangriffe auf Dresden © Picture Alliance
Auf den Rängen des Millerntor-Stadions: Ein Spruchband gegen den deutschen Opfer-Mythos gerät zur Verhöhnung der Opfer der Bombenangriffe auf Dresden © Picture Alliance
Dieser Protest ging gründlich daneben: Beim Spiel gegen Dynamo Dresden wollten Fans des FC St. Pauli ein Zeichen gegen den deutschen Opfer-Mythos setzen. Doch durch die Wortwahl wurden die Bombenopfer von Dresden verhöhnt. Der Kiez-Club reagierte.

stern.de

Der FC St. Pauli hat sich für ein verunglimpfendes Transparent seiner Fans beim Zweitliga-Konkurrenten Dynamo Dresden entschuldigt. Anhänger des Hamburger Fußball-Clubs hatten am Sonntag am Rande des Spiels beider Vereine die Aufschrift „Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt“ und „Gegen den doitschen Opfermythos“ gezeigt. An diesem Montag jähren sich die Bombenangriffe auf die sächsische Stadt zum 72. Mal. Die Bombardierung hatte seinerzeit einen verheerenden Feuersturm ausgelöst, in dem bis zu 25.000 Menschen ums Leben kamen.

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Galaxien-Methusalems aufgespürt

Masseverteilung (grün) und Vergrößerungseffekt (lila)des Galaxienclusters Abell 2744. Mit ihm haben die Astronomen 94 lichtschwache Urzeit-Galaxien entdeckt. © STScI/NASA/ CATS Team/R. Livermore (UT Austin)
Masseverteilung (grün) und Vergrößerungseffekt (lila)des Galaxienclusters Abell 2744. Mit ihm haben die Astronomen 94 lichtschwache Urzeit-Galaxien entdeckt. © STScI/NASA/ CATS Team/R. Livermore (UT Austin)
Der Blick in die Anfänge unseres Universums wird schärfer: Mit Hilfe einer neuen Methode haben Astronomen 167 Galaxien aus der Frühzeit des Kosmos aufgespürt. Diese sind zehnmal lichtschwächer als alle bisher entdeckten Galaxien aus dieser Zeit. Die älteste von ihnen entstanden nur rund 650 Millionen Jahre nach dem Urknall. Ermöglicht hat diesen Fund das Hubble-Weltraum-Teleskop, kombiniert mit einer neuentwickelten Filtermethode.

scinexx

Als wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall die ersten Sterne und Galaxien im Kosmos entstanden, durchlebte dieser einen großen Wandel: Die Strahlung der jungen Sterne ionisierte die bis dahin neutralen interstellaren Gaswolken. Astronomen vermuten, dass diese Reionisierung rund 550 Millionen Jahre nach dem Urknall begann.

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Sekten locken Flüchtlinge in Angst vor Abschiebung mit Blitztaufen

Mehrere hundert Iraner und Afghanen haben sich in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin in den letzten Jahren taufen lassen. Pastor Gottfried Martens ist aber keiner der Missionare aus Frankfurt. (dpa / Lukas Schulze)
Mehrere hundert Iraner und Afghanen haben sich in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin in den letzten Jahren taufen lassen. Pastor Gottfried Martens ist aber keiner der Missionare aus Frankfurt. (dpa / Lukas Schulze)
Mit Beginn der Sammelabschiebung nach Afghanistan ist die Angst der Flüchtlinge unfreiwilligen Rückkehr gestiegen. Im Raum Frankfurt locken Missionare einer sektenähnlichen Gemeinschaft gezielt mit Blitztaufen und Familienanschluss. Die Hoffnung der neuen Christen: die Anerkennung ihres Asylantrags.

Von Ulrike Hummel | Deutschlandfunk

Lobpreisung des Herrn an einem Sonntag während des Gottesdienstes in einem Privathaus in Frankfurt. Anwesend sind Gläubige aus dem Iran, Pakistan, Taiwan, China, den USA und Afghanistan. Über Kopfhörer sind die Kirchenlieder und die anschließende Übersetzung der Predigt eines Deutschen zu hören. An diesem Sonntag sind es zehn Muslime, die in einer Privatwohnung durch Taufe in einer Badewanne in die christliche Ortsgemeinde aufgenommen werden. Unter ihnen die 19-jährige Afghanin, die wir Amina Husseini nennen.

„Sie haben mich einfach ins Wasser hinein gelegt, dann haben sie mich wieder herausgeholt und es war gut. Sie waren alle happy und ich war auch glücklich. Und ich fühlte mich sehr gut. Meine Taufe fand in einem Badezimmer statt. Es war ein aufregender Tag für mich.“

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Staatsrechtler fordert Änderungen am Berliner Neutralitätsgesetz

Kopftuchverbot @ MiG
Kopftuchverbot @ MiG
Nach dem Kopftuch-Urteil des Landesarbeitsgerichtes fordert der Staatsrechtler Pestalozza eine Reform des Berliner Neutralitätsgesetzes. Er plädiert dafür, im Schulbereich auf ein Verbot religiöser Symbole künftig zu verzichten.

Von Lukas Philippi | MiGAZIN

Der Berliner Staatsrechtler Christian Pestalozza hat sich nach dem Kopftuch-Urteil des Landesarbeitsgerichtes für eine Reform des Berliner Neutralitätsgesetzes ausgesprochen. Nötig sei eine Novellierung, die wenigstens die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes berücksichtigt, sagte Pestalozza am Freitag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst. Das Beste wäre allerdings die Abschaffung eines Verbotes religiöser Symbole in Schulen. Dazu werde es aber wohl nicht kommen, betonte der Juraprofessor an der Freien Universität.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte am Donnerstag in zweiter Instanz einer wegen ihres Kopftuches abgewiesenen muslimischen Lehramtsbewerberin wegen Benachteiligung eine Entschädigung zugesprochen. Die Bewerbung der jungen Frau als Grundschullehrerin war im Frühjahr 2015 vom Land mit Verweis auf ihre religiöse Kopfbedeckung abgelehnt worden.

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‚katholisch.de‘-Chefredakteur nennt AfD Frust-Truppe für Arschlöcher

Screenshot Twitter
Screenshot Twitter
Steffen Zimmermann, Chefredakteur der von den deutschen Bischöfen mit 2 Millionen Euro Kirchensteuer subventionierten Website, beschimpft AFD-Wähler auf Twitter. Es kommt zu heftigen Reaktionen. Zimmermann stellt Account auf „geschützt“ um.

kath.net

Steffen Zimmermann, der Chefredakteur des offiziellen Online-Auftrittes der katholischen Kirche (katholisch de) in Deutschland, hat am gestrigen Sonntag auf Twitter AFD-Wähler als „A…löcher“ beschimpft. Wörtlich schreibt Zimmermann auf Twitter: „Diese hasserfüllte Frust-Truppe soll eine Alternative sein? Vielleicht für Arschlöcher. Aber nicht für Deutschland.“ Der Tweet wurde gestern am Nachmittag nach der Wahl des neuen deutschen Bundespräsidenten abgesetzt. Unmittelbar danach gab es bereits heftige Reaktionen auf Twitter.

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Darum jammern Männer bei einer Grippe wirklich

 Männer leiden bei einem Infekt besonders stark Quelle: Getty Images/OJO Images RF
Männer leiden bei einem Infekt besonders stark Quelle: Getty Images/OJO Images RF
Mehr als 40.000 Menschen sind in diesem Winter bereits an der Grippe erkrankt. Männer leiden besonders stark, heißt es. Und tatsächlich: Die „Männergrippe“ gibt es wirklich. Forscher haben eine Erklärung.

DIE WELT

Krank von jetzt auf gleich: Die Grippe greift in Deutschland um sich, sorgt für volle Arztpraxen und Ausbrüche in Schulen und Altenheimen. Das Robert-Koch-Institut hatte vor wenigen Tagen die beträchtliche Zahl von 14.000 bestätigten Fällen von Influenza sowie 32 größeren Ausbrüchen innerhalb einer Woche übermittelt. Beides Saison-Höchstwerte.

Insgesamt ist damit die Gesamtzahl der im Labor bestätigten Erkrankungsfälle seit Oktober 2016 auf 43.288 gestiegen. Ausbrüche treffen vor allem Einrichtungen, wo viele Menschen zusammenkommen und sich leicht gegenseitig anstecken können: Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheime.

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Zika: Das Virus bleibt gefährlich

Vor allem in Lateinamerika, wie hier in Brasilien, werden viele Kinder mit Fehlbildungen geboren, deren Mütter sich in der...Foto: dpa/Antonio Lacerda
Vor allem in Lateinamerika, wie hier in Brasilien, werden viele Kinder mit Fehlbildungen geboren, deren Mütter sich in der…Foto: dpa/Antonio Lacerda
Forschern ist erstmals eine konkrete Risikoabschätzung zu Missbildungen bei Embryos gelungen, die sich im Bauch der Mutter mit Zika infizierten. Die WHO verspricht Impfstoffe für 2020.

Von Hermann Feldmeier | DER TAGESSPIEGEL

Vor einem Jahr griff die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Anbetracht der dramatischen Ausbreitung des Zikavirus in Süd- und Mittelamerika zu einer äußerst selten genutzten Maßnahme und rief den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Auslöser für die Alarmierung der Öffentlichkeit war die Beobachtung brasilianischer Frauenärzte über einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Zikavirus-Infektion während der Schwangerschaft und Gehirnfehlbildungen des Kindes. Wie hoch allerdings das Missbildungsrisiko ist, blieb bislang unklar. Eine in dem Fachblatt „Journal of the American Medical Association“ veröffentliche Studie ermöglicht nun erstmals eine konkrete Risikoabschätzung.

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Cell Death Might Be Reversible, and Scientists Are Trying to Find Out Why

Image: Denise Montell
Image: Denise Montell
A mysterious cell process named anastasis (Greek for „rising to life“) challenges our idea of life being a linear march towards death, and suggests that cell death can actually be reversed under certain conditions—essentially allowing cells to un-die.

By Farnia Fekri | MOTHERBOARD

Even as the cell is shrivelling up in response to radiation, toxins, or other stresses, it can in some cases undo the dying process and repair itself if the stress is taken away before the cell is completely gone, said cell biologist Denise Montell of the University of California, Santa Barbara.

„In the field of people studying apoptosis—this programmed cell suicide mechanism—it has been a tenet in that field that once cells trigger this death process, it’s irreversible,“ Montell told me over the phone. Her research, beginning with a paper published by the journal Molecular Biology of the Cell in 2012, shows otherwise.

Montell’s lab wants to see if they can use anastasis to salvage hard-to-replace cells in the human body, which could be important in treating ischemia or heart attacks. But it could also provide an accidental, chilling glimpse into the hows and whys of cancer.

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Hier soll das sagenhafte Atlantis gelegen haben

 Die Lage der Kykladeninsel Santorin und eine Rekonstruktion von Atlantis Quelle: Infografik Die Welt
Die Lage der Kykladeninsel Santorin und eine Rekonstruktion von Atlantis Quelle: Infografik Die Welt
Zahllose Lokalisierungen wurden bereits für das berühmte Inselreich Atlantis vorgebracht, von dessen Untergang der Philosoph Platon berichtet. Jetzt plädiert ein Geologe für eine umfassende Revision.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Der griechische Philosoph Platon, der Erzähler der berühmten Geschichte, lieferte den Schlüssel zu ihr gleich mit. Denn alles Seiende sei nur das Abbild von Ideen, die jenseits der Vorstellungskraft der meisten Menschen liegen würden. So hält es sich auch mit dem Mythos von der Insel Atlantis. Während die meisten Fachgelehrten die Geschichte von dem blühenden Reich, das vor Tausenden Jahren im Ozean versank, für eine Illustration von Platons ethischer Argumentation halten, treten immer wieder Einzelgänger auf, die Dutzenden von Lokalisierungsthesen, die bislang zu Atlantis vorgetragen wurden, um eine weitere bereichern.

Im jüngsten Fall führte der amerikanische Geologe und Abenteurer Martin Pepper den Revisionsprozess gegen die Mehrheitsmeinung. Und das ZDF bietet ihm in seiner probaten Wissenschaftsreihe „Terra X“ ein breites Forum. „Atlantis – Auf der Jagd nach dem Mythos“ heißt die Dokumentation, die in einer rauschenden Bilderflut einmal mehr zu zeigen sucht, dass und wo Atlantis wirklich gewesen ist.

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Schweiz erleichtert Einbürgerung von Einwanderern der dritten Generation

Im Hauptbahnhof von Zürich hängen Plakate gegen die erleichterte Einbürgerung junger Ausländer.Foto: dpa
Im Hauptbahnhof von Zürich hängen Plakate gegen die erleichterte Einbürgerung junger Ausländer.Foto: dpa
Die Schweiz zeigt sich weltoffen. Bei einem Volksentscheid stimmte eine Mehrheit für eine erleichterte Einbürgerung der Enkel von Einwanderern. Die rechte SVP scheiterte mit ihrer Angstkampagne.

Von Jan Dirk Herbermann | DER TAGESSPIEGEL

Eine klare Mehrheit der Eidgenossen stimmte am Sonntag für die erleichterte Einbürgerung junger Ausländer der dritten Generation. Damit folgen die Schweizer einem Vorschlag ihrer Regierung – und die Bürger des kleinen, reichen Landes demonstrierten, das sie in der Ausländerpolitik auch auf pragmatische Lösungen setzen. Eine ähnliche Initiative zur erleichterten Einbürgerung war noch 2004 gescheitert.

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AfD in der Bundesversammlung: Neue demokratische Normalität mit der AfD?

Der Kandidat der AfD, Albrecht Glaser, bekam in der Bundesversammlung 42 Stimmen - darunter mit Sicherheit auch die von Jörg Meuthen und Frauke Petry. Foto: rtr
Der Kandidat der AfD, Albrecht Glaser, bekam in der Bundesversammlung 42 Stimmen – darunter mit Sicherheit auch die von Jörg Meuthen und Frauke Petry. Foto: rtr
Zur Bundesversammlung gehörten auch 35 Vertreter der AfD: Dass auch die Rechtspopulisten im Reichstag mit dabei sind, fällt schon nach kurzer Zeit nicht mehr groß auf.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Es hatte ein wenig Gegrummel gegeben. Denn da zeichnete sich ab, dass die AfD neben elf Freien Wählern und elf Piraten in der Bundesversammlung ganz rechts außen sitzen würde – direkt gegenüber der Regierungsbank. Das aber, so hieß es, sei Teilen der Regierung eher unangenehm: die

vermeintliche Elite und ihre Verächter so dicht an dicht. Überdies schaffe es einen Präzedenzfall für die Zeit nach der Bundestagswahl im September, bei der die selbst ernannte Alternative für Deutschland (AfD) mit großer Sicherheit in Fraktionsstärke ins Parlament einziehen dürfte und ihren Inszenierungen Tür und Tor geöffnet wäre. Dennoch: Es blieb bei der Sitzordnung.

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Gediegener Langweiler auf der Promi-Party

Frank-Walter Steinmeier: Bundespräsident ohne Überraschungspotenzial / picture alliance
Frank-Walter Steinmeier: Bundespräsident ohne Überraschungspotenzial / picture alliance
Ein Bundespräsident darf kein Revolutionär sein. Aber so langweilig, wie es mit Frank-Walter Steinmeier werden wird, muss er auch nicht sein. Gedanken zur Bundespräsidentenwahl

Von Christoph Schwennicke | Cicero

Der vielleicht bestmögliche Bundespräsident in Deutschland hielt am Sonntag seine Abschiedsrede, ohne je zum Staatsoberhaupt gewählt worden zu sein. Norbert Lammert, scheidender Präsident des Bundestages, gab zum vorgezogenen Abschied seines Daseins als Parlamentarier noch einmal eine Kostprobe seines rhetorischen Könnens zum Besten, als er die Bundesversammlung zur Wahl des zwölften Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland begrüßte.

Lammert – der bessere Präsident

Was hätte das werden können, wenn Angela Merkel, seine Parteichefin, zur rechten Zeit Lammerts Ambitionen auf dieses Amt erhört hätte. Ihr wäre die Schmach erspart geblieben, brav den Kandidaten ihres Koalitionspartners SPD mitzuwählen und diesem damit noch zusätzlichen Aufwind in dessen derzeitiger Hausse zu geben. Und dem Land wäre unter Umständen auch mehr gedient gewesen. Denn: So präsidiabel natürlich auch der Wahlsieger Frank Walter-Steinmeier ist: Munterer wäre es mit Lammert auf alle Fälle geworden.

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New LHC Experiments May Help Explain What Happened to All the Antimatter

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Researchers have seen a baryon decay for the first time, which may help explain why there is far more matter than anti-matter in the universe.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

For every particle in the universe, physicists believe that there should exist an antiparticle with the same mass, but the opposite charge. When a particle and an antiparticle meet, they annihilate one another and are transformed into pure energy. Looking around, though, it’s obvious that most of the antimatter has disappeared and the universe has not been annihilated into pure energy. Although antimatter has been observed in nature, it occurs in far smaller quantities than its twin, which begs one of the most perplexing questions in physics: where did all the antiparticles go? Or to put it another way: why do we exist?

Physicists have been puzzling over this matter-antimatter asymmetry for decades, but new data coming from the Large Hadron Collider beauty (LHCb) experiment may help shed some light on the problem. As reported last week in Nature, physicists at the LHC have observed CP violation in the decay of particles known as baryons and antibaryons for the first time. Although a little more data is needed before it can officially be declared a discovery, these observations may blow open the door for new experiments that will ultimately explain what happened to all the antimatter, and beyond that, why there is something in the universe rather than nothing.

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