USA drohen mit NAFTA-Kündigung

Grafik: Nicoguaro. Lizenz: CC BY 3.0
Repräsentantenhaussprecher Ryan warnt nach Äußerungen Junckers und Trumps über Zölle auf Motorräder, Whiskey, Jeans und Autos vor Handelskrieg mit der EU

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Robert Lighthizer, der Handelsbeauftragte der US-Regierung, hat für den Fall, dass Mexiko und Kanada sich nicht bald zu einer Reform von NAFTA bereit erklären, mit einer Kündigung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens gedroht. „Die Zeit“, so der Jurist aus dem Rust-Belt-Bundesstaat Ohio gestern nach Verhandlungen in Mexico City, „laufe davon“ – und notfalls könnten die USA den Handel mit Mexiko und Kanada auch über neue bilaterale Verträge regeln.

Kurz vorher hatte US-Präsident Donald Trump getwittert, die Unterschriften Mexikos und Kanadas unter ein „neues und faires NAFTA-Abkommen“ seien die Voraussetzung dafür, dass die USA auf die Einführung von Zöllen für Aluminium und Stahl aus diesen beiden Ländern verzichten: NAFTA, so der US-Präsident, sei für die USA ein „schlechter Deal“ gewesen und haben dem Land „große Handelsdefizite“ sowie eine massive Verlagerung von Firmen und Arbeitsplätzen“ beschert.

Eine Änderung von NAFTA gehörte zu Trumps zentralen Wahlversprechen (vgl. Freihandelsabkommen neu verhandeln, Medienkonzerne zerschlagen und Straftäter abschieben). Die Verhandlungen dazu begannen kurz nach seinem Amtsantritt, im Februar 2017 (vgl. US-Außenminister Tillerson und Heimatschutzminister Kelly in Mexiko), machten aber bislang kaum Fortschritte. Das liegt unter anderem daran, dass die drei Teilnehmerländer ganz unterschiedliche Interessen haben:

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Sozialverbände: Tafel-Debatte ist Ausdruck politischen Versagens

No Income no Kaufkraft
Die Essener Tafel hatte mit ihrem Aufnahmestopp für Ausländer erst Empörung geerntet, dann Verständnis erfahren. Das Abarbeiten am Einzelfall geht am Thema aber vorbei, finden Sozialverbände. Verfehlte Sozialpolitik verursache neue Verteilungskämpfe.

evangelisch.de

Vor dem Hintergrund der Debatte um die Essener Tafel macht ein Bündnis aus Sozialverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen die Politik für drohende neue Verteilungskämpfe verantwortlich. „Dass Menschen, egal welcher Herkunft, überhaupt die Leistungen der Tafeln in Anspruch nehmen müssen, ist Ausdruck politischen Versagens in diesem reichen Land“, heißt es in einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Erklärung des Bündnisses, dem unter anderen der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Bundesverband der Tafeln, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Arbeiterwohlfahrt angehören.

Die Essener Tafel hatte mit ihrem Beschluss, keine Ausländer mehr anzunehmen, für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte über soziale Leistungen für Deutsche und Migranten ausgelöst. Für Kritik sorgt das auch beim Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, Ulrich Schneider. Die Entscheidung sei ganz objektiv eine ethnische Diskriminierung und müsse korrigiert werden, sagte er.

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Hunde „sehen“, was sie riechen

Tibet-Dogge. Bild: 4ever.eu
Geruchsbilder im Kopf: Schnüffelnde Hunde haben bereits eine konkrete Vorstellung davon, was sie am Ende ihrer Geruchsspur erwartet, wie ein Experiment nahelegt. Noch während des Schnüffelns erkennen die Vierbeiner, von welchem Spielzeug beispielsweise eine Duftspur stammt und suchen gezielt nach diesem Objekt. Das könnte bedeuten, dass die Vierbeiner ähnlich wie wir Menschen mentale Abbilder ihrer Sinneseindrücke erzeugen.

scinexx

Hunde sind bekannt für ihre fabelhaften Spürnasen. Abgesehen von Drogen und Sprengstoffen, können ausgebildete Suchhunde selbst Krebserkrankungen und Handys sicher aufspüren. Dabei helfen ihnen nicht nur die 300 Millionen Rezeptorzellen in der Nase, sondern auch eine spezielle Atemtechnik. Doch wie genau Hunde einen Geruch wahrnehmen, ist nicht bekannt: Haben sie eine Vorstellung von dem was sie riechen? Entsteht in ihren Köpfen eine mentale Repräsentation des gesuchten Objektes?

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Erdogans Wesir Cavusoglu wirbt für Entschärfung der Reisehinweise

Bild: Magazin „The Economist“
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat seinen deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel aufgefordert, die Reisehinweise für die Türkei zu entschärfen.

Frankfurter Rundschau

„Die letzte Warnung, die wir gesehen haben, spiegelt nicht die Realität der Türkei und das Niveau unserer bilateralen Beziehungen wider“, sagte Cavusoglu nach einem Treffen mit Gabriel in Berlin. Das Auswärtige Amt warnt seit Juli vergangenen Jahres vor willkürlichen Festnahmen in allen Landesteilen der Türkei. Gabriel verwies darauf, dass die Reisehinweise fortlaufend aktualisiert würden.

AfD-Politiker besuchen Assads Großmufti

Der NRW-Landtagsabgeordnete Christian Blex beim Treffen mit dem muslimischen Geistlichen Dr. Ahmad Badr al-Din Hassoun in Syrien. Quelle: Dr. Christian Blex/ AfD
Mehrere AfD-Politiker sprechen in Damaskus mit dem syrischen Großmufti. Ahmad Badr al-Din Hassoun hatte 2011 dem Westen gedroht: „Wir werden Selbstmordattentäter einsetzen, die bereits in euren Ländern sind!“

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Ein ganz besonderer interkultureller Dialog spielt sich derzeit in Damaskus ab: Mehrere Bundes- und Landespolitiker der AfD sind trotz einer Warnung des Auswärtigen Amtes in die Hauptstadt Syriens gereist.

Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordneten Christian Blex verbreitete nun Fotos in den sozialen Netzwerken, die ihn und seine Parteikollegen beim gemeinsamen Plausch mit muslimischen Würdenträgern zeigen. Auf einem der Fotos schüttelt Blex vor einem Großporträt des syrischen Diktators Baschar Assad beide Hände eines Mannes mit Turban.

Darunter schreibt der AfD-Politiker: „Treffen mit dem Großmufti, Ihre Exzellenz Dr. Ahmad Badr al-Din Hassoun. Betont, wie wichtig Trennung von Religion und Kirche ist! Ruft Syrer in Deutschland zur Rückkehr auf. Würde d. Aufruf auch von Berlin aus machen! Frau Merkel, laden Sie ihn doch mal zu sich ein.“

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Männlicher Escort outet 40 schwule Geistliche

Die Erzdiözese Neapel hat dem Vatikan ein 1.200 Seiten starkes Dossier mit Chatnachrichten von 40 schwulen Priestern und Priesteranwärtern übergeben.

HEUTE.at

Ein Männer-Escort hat Chat-Protokolle mit rund 40 Priestern und Priesteranwärtern veröffentlicht, mit denen er sexuelle Beziehungen unterhalten habe. Die Erzdiözese Neapel hat das 1.200 Seiten starke Dossier an den Vatikan gesandt.

Keiner der in den Unterlagen aufscheinenden Priester sei in Neapel tätig, beeilte man sich bei der Erzdiözese zu betonen. Auch gehe es nicht um Straftaten wie etwa sexuellen Missbrauch sondern um „Sünden“. Jedoch müssten „die, die abgefallen sind, den Preis zahlen“, so Kardinal Cresenzio Sepe.

„Heuchelei nicht länger ertragen“

Der Escort, der die Beweislast seiner Freier zusammengetragen hat, Francesco Mangiacapra, sagte italienischen Medien, er habe die „Heuchelei“ der Kurie im Umgang mit Homosexualität nicht länger ertragen wollen. Deshalb habe er die pikanten Informationen öffentlich gemacht.

Farbenhören(Synästhesie): Welche Gene mischen mit?

Bei Menschen mit Synästhesie sind mehrere Sinneseindrücke verknüpft – beispielsweise Zahlen oder Buchstaben mit bestimmten Farben. © lukbar/ thinkstock
Wenn Töne Farben haben: Forscher haben mehrere Genvarianten entdeckt, die möglicherweise eine bestimmte Form der Synästhesie erzeugen. Ein Erbgut-Vergleich bei drei Familien mit der Fähigkeit zum „Geräuschesehen“ zeigt: Viele dieser auffälligen genetischen Variationen beeinflussen die Verknüpfung von Nervenzellen im Gehirn und führen damit zu anders verkabelten Schaltkreisen. Das eine Synästhesie-Gen scheint es dagegen nicht zu geben.

scinexx

Für sie ist die Fünf gelb, sie sehen blau bei Klavierklängen oder schmecken Joghurt beim A: Menschen mit Synästhesie erleben die Eindrücke unterschiedlicher Sinne nicht getrennt voneinander. Stattdessen sind bei ihnen manche Sinne auf faszinierende Weise miteinander verknüpft. Wodurch diese Fähigkeit zum „Farbenhören“ oder „Wörterschmecken“ ausgelöst wird, ist bis heute rätselhaft. Es scheint aber, dass der Faktor Vererbung eine Rolle spielt. Denn in vielen Familien tritt Synästhesie gehäuft auf. Das Geheimnis könnte demnach in den Genen liegen.

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Vietnamesin bei Exorzismus mit Knoblauch erstickt – Popsänger in Haft

Der Versuch einer Teufelsaustreibung endete für eine 20-Jährige tödlich. In ihrer Luftröhre wurden 33 Knollen Knoblauch entdeckt.

Die Presse.com

Wegen einer tödlich ausgegangenen Teufelsaustreibung in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ist ein 40 Jahre alter Mann verhaftet worden. Dem Vietnamesen wird nach Angaben des Nachrichtenportals „Tuoi Tre“ vom Dienstag zur Last gelegt, für den Tod einer 20-Jährigen verantwortlich zu sein. Er soll der Frau unter Drogeneinfluss zahlreiche Knollen frischen Knoblauchs in den Mund gesteckt haben.

Angeblich war er davon überzeugt, dass sie von einem Teufel besessen sei. In der Luftröhre der Toten wurden demnach 33 Knollen Knoblauch entdeckt – sie erstickte, wie es in dem Bericht heißt.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Mann, der in Vietnam als Popsänger auftrat, jedoch ohne großen Erfolg. Unklar blieb, welche Art von Drogen er im Verlauf der Party am Montag genommen haben soll.

Rundfunkbeitrag könnte erhöht werden

Bisher zahlt jeder Haushalt 17,50 Euro pro Monat. (Foto: dpa)
1,70 Euro pro Monat mehr – das müssten die Bürger ab 2021 zahlen, wenn es nicht sehr bald ein neues Rundfunkgesetz gibt. Zu diesem Ergebnis kommt der Vorsitzende der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten.

Von Claudia Tieschky | Süddeutsche Zeitung

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) kontrolliert die Finanzen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. Wie viel welche Anstalt ausgibt und wie viel gebraucht wird, darüber weiß der Vorsitzende der unabhängigen Kommission Heinz Fischer-Heidlberger genau Bescheid.

Dass Auftrag und Struktur von ARD und ZDF rechtzeitig so verändert werden, dass der Rundfunkbeitrag auch 2021 stabil bleibt, da ist der Vorsitzende wenig optimistisch. Es gebe „ein Riesenzeitproblem“ für Reformen am Auftrag und Struktur, sagte Fischer-Heidlberger im Interview. Bis in knapp einem Jahr müsse die KEF einen neuen gesetzlichen Auftrag kennen, um mit ihm für die anstehende Beitragsperiode ab 2021 zu planen. Zuvor müsste ein solches neues Rundfunkgesetz aber noch durch alle Landtage.

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Wasserkraft als CO2-Schleuder?

Der Ubol Ratana-Staudamm in Thailand gewinnt Strom aus der Aufstauung des Mekong-Flusses. Doch wie sieht seine Treibhausgas-Bilanz aus? © TrapperFrank/ CC-by-sa 3.0
Von wegen saubere Energie: Nicht jedes Wasserkraftwerk ist automatisch klimafreundlich, wie eine Studie aus dem Mekong-Gebiet in Asien unterstreicht. Vor allem große Reservoire, die vor ihrem Befüllen nicht von der Vegetation befreit wurden, können genauso viele Treibhausgase freisetzen wie Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen. Die Klimawirkung solcher Wasserkraftwerke müsse daher immer von Fall zu Fall beurteilt werden, betonen die Forscher.

scinexx

Wasserkraft gilt allgemein als „saubere“, erneuerbare Energie. Denn die Turbinen solcher Kraftwerke werden von der Strömung oder dem Gefälle zwischen zwei Reservoiren angetrieben, fossile Brennstoffe sind dafür nicht nötig. Doch schon länger ist klar, dass gerade größere Talsperren und Staudämme erhebliche Eingriffe in die Natur darstellen. Im Amazonas-Gebiet drohen dadurch sogar irreversible ökologische Schäden, wie Forscher vor Kurzem warnten.

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Bayern will von Klage gegen Ehe für alle abrücken

Die Ehe für alle ist seit 2017 Gesetz. Foto: Ralf Hirschberger/Symbolbild
Weitere Schlappe für die Gegner der Gleichstellung Homosexueller in der Eheschließung: Bayern wird wohl nicht gegen die Ehe für alle klagen. Die „Demo für alle“ hatte den Freistaat zu einer Klage bewegen wollen.

Frankfurter Rundschau

Bayern will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von einer möglichen Klage gegen die sogenannte Ehe für alle abrücken. Das geht aus einer Vorlage für die Kabinettssitzung an diesem Dienstag hervor, die der dpa in München vorliegt. Anlass für das Bremsmanöver sind zwei Rechtsgutachten, die die Staatsregierung in Auftrag gegeben hatte.

Demnach bestehe zwar weiterhin die Option, in Karlsruhe gegen das Gesetz zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften im Eherecht zu klagen, heißt es in der Kabinettsvorlage. „Allerdings sind nach einer Gesamtabwägung die Erfolgsaussichten als gering anzusehen.“ Die „besseren rechtlichen Gründe“ sprächen für die Zulässigkeit des Gesetzes und somit gegen eine Klage. Das endgültig letzte Wort hat aber das Kabinett.

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Der Neutralitätsfuror verprellt Christen und Muslime

Der Umriss eines Kreuzes im Schwurgerichtssaal in Düsseldorf. Das Mosaik-Kreuz wurde vor Jahren abgenommen – alle anderen Symbole sollen folgen Quelle: picture alliance / dpa
In mehreren Bundesländern sollen sämtliche religiösen Symbole aus der Justiz verschwinden – um das Vertrauen in die Neutralität der Gerichte zu steigern. Tatsächlich aber grenzt dieser Plan gläubige Bürger aus. Und schürt eher Misstrauen.

Von Till-Reimer Stoldt | DIE WELT

Das Kreuz, der Davidstern oder das Kopftuch – sie alle drohen dem friedlichen Miteinander zu schaden. Und deshalb müssen sie verschwinden. Ungefähr so argumentieren derzeit mehrere deutsche Landesregierungen, die an sogenannten Neutralitätsgesetzen arbeiten. Jüngstes Beispiel ist die schwarz-gelbe Koalition in NRW. Sie plant, sämtlichen Justizmitarbeitern im Land die religiösen Symbole abzunehmen. Ihr Erscheinungsbild müsse weltanschaulich neutral sein, der Staat dürfe „nicht den geringsten Anschein von Voreingenommenheit“ erwecken, kündigte das Justizministerium an. Kopftücher, Kreuze, Davidsterne oder auch die bei frommen Christen beliebten Fisch-Sticker sollen deshalb wohl von Jacketts, Köpfen und Hälsen verschwinden.

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Unliebsamer Atheist in Psychiatrie verbracht – hessischer Gotteswahn

Alexander Stier: Mit Handschellen in die Psychiatrie gebracht (Symbolbild)
Im hessischen Hambach fordert der Vater einer Schülerin, dass seine Tochter in der staatlichen Grundschule der Stadt von religiöser Indoktrinierung unbehelligt bleibt. Die Vehemenz seiner Ablehnung jeglicher religiöser Indoktrinierung führte im Verlauf der letzten Wochen zu Auseinandersetzungen mit einigen erzürnten Eltern und brachte ihm am Wochenende die polizeiliche Verbringung in eine Psychiatrie ein. Die dortigen Ärzte bestätigten dem Vater jedoch geistige Gesundheit und entließen ihn umgehend nach Hause.

Daniela Wakonigg | hpd.de

Alexander Michael Stier ist Einwohner des beschaulichen Örtchens Hambach, einem Ortsbezirk von Heppenheim an der Hessischen Bergstraße. Außerdem ist er Vater und Atheist. Letzteres führte in den vergangenen Monaten zu Problemen mit der Schulleitung der staatlichen Grundschule, welche seine Tochter besucht. Stier und seine Frau möchten nicht, dass ihre Kinder religiös indoktriniert werden. Und dies geschah laut Stier selbst nach Abmeldung der Tochter vom Religionsunterricht noch in erheblichem Ausmaß – durch religiöse Feiern oder Geburtstagsständchen für den örtlichen Pfarrer auf dem Schulgelände sowie das Singen religiöser Lieder. Auch der Name der Christophorus-Grundschule sowie eine riesige Darstellung des Heiligen am Schulgebäude findet Stier für eine staatliche Schule, die der religiösen Neutralität verpflichtet sein sollte, problematisch und äußerte dies mit Vehemenz. Dies führte in Teilen der Elternschaft zu erzürnten Reaktionen.

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Juristin kämpft gegen das bayerische Kopftuchverbot bei Gericht

Kopftuchverbot @ MiG
Die Muslimin Aqila Sandhu war als Rechtsreferendarin wegen ihres Kopftuchs von vielen Ausbildungsinhalten ausgeschlossen. Ob dies rechtens war, entscheidet am kommenden Mittwoch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof.

Von Andreas Jalsovec | MiGAZIN

All jene Dinge, die sie während ihrer Ausbildung verpasst hat, schmerzen Aqila Sandhu noch heute. „Ich konnte viele der Erfahrungen nicht machen, von denen sich Rechtsreferendare noch jahrelang erzählen“, berichtet die 27-Jährige. Als Juristin im Vorbereitungsdienst der Justiz habe sie nie plädieren dürfen, nie Beweise aufnehmen oder Zeugen vernehmen. „Das galt nur für mich als wahrscheinlich einzige von Hunderten Referendaren“, erläutert Sandhu. „Diskriminierend“ und „verletzend“ sei dies gewesen.

Aqila Sandhu trägt ein Kopftuch. Sie ist Muslimin mit deutscher und pakistanischer Staatsbürgerschaft. Was dieses „nonkonforme Aussehen“, wie sie es selbst nennt, im Staatsdienst bedeuten kann, hat sie in ihrer Referendariatszeit erfahren. Als Sandhu nach ihrem Studium 2014 ihren juristischen Vorbereitungsdienst antrat, untersagte ihr das Oberlandesgericht München „bei der Ausübung hoheitlicher Tätigkeiten mit Außenwirkung“ das Tragen ihres Kopftuchs. „Praktisch alle Tätigkeiten, die ein Auftreten am Richtertisch erfordert hätten, durfte ich nicht wahrnehmen“, erklärt Sandhu.

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AfD und „Pegida“ bilden nationalistische Einheitsfront

Grafik: TP
Eigentlich war es eines der am wenigsten gehüteten Geheimnisse, nun aber zeigt die „Alternative für Deutschland“ (AfD) endlich auch öffentlich den Mut zur Wahrheit: Sie will sich öffnen für eine nunmehr auch offen zelebrierte Kooperation mit den „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida).

Michael Klarmann | TELEPOLIS

Der äußerst rechte Parteiflügel zeigt damit, wie er letzte Reste des moderaten, sich weiter bürgerlich geben wollenden Spektrums vor sich hertreiben und dominieren kann. Und obschon in die AfD noch erklärt wurde, dass der „Pegida“-Kopf und vorbestrafte Lutz Bachmann sich aus der ersten Reihe zurückziehen solle, bevor man kooperieren könne, ist es jener Bachmann, der nun freudig in einer Videobotschaft ankündigt, dass „unser Freund Björn“ Höcke bald in Dresden auftreten werde.

Einst sah es anders aus, früher, als noch Bernd Lucke und zuletzt Frauke Petry in der AfD mitbestimmten, bevor man den einen quasi vom Hof jagte und die andere noch halbwegs freiwillig den Rückzug antrat. Selbst nach einem Abgrenzungsbeschluss 2016 turtelten die Partei und die Straßenbewegung immer wieder miteinander, was unter anderem Mitte 2017 zu kruden Szenen führte (AfD und „Pegida“ turteln wieder miteinander). Damals stand man sich besonders in Sachsen schon sehr nahe, verschämt wurden jedoch zeitgleich zwei Aktionen abgehalten – mit Wechselbühne, auf denen mal AfD-Redner und mal „Pegida“-Redner zum nahezu gleichen Publikum sprachen.

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Front National legt sich einen neuen Namen zu

REUTERS
Beim Parteitag am Wochenende in Lille legen die Rechtspopulisten unter Marine Le Pen den Namen ihrer Partei ab, den ihr Vater Jean-Marie 1972 kreiert hat.

Die Presse.com

Die rechtsextreme französische Front National (FN) soll am kommenden Wochenende verschwinden, um im selben Moment unter einem neuen Namen durchzustarten. Die FN-Vorsitzende Marine Le Pen wird die neue Bezeichnung auf dem Parteitag in Lille bekanntgeben. Die Namensänderung soll der Partei dabei helfen, sich weiter im französischen Parteiensystem zu etablieren und neue Wähler anzulocken.

Nach der Niederlage Le Pens gegen Emmanuel Macron in der zweiten Runde der Präsidentenwahl 2017 und dem enttäuschenden Abschneiden ihrer Partei bei den Parlamentswahlen gilt die Front National als angeschlagen. Der am 10. und 11. März stattfindende Parteikongress bietet Le Pen nun die Chance, die Partei neu aufzustellen und ihre Führungsposition zu bekräftigen.

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Türkei verlangt von Deutschland Festnahme von Kurdenpolitiker Saleh Muslim

Demonstranten fordern Freilassung von Muslim in Prag © 2018 AFP
Nach der Teilnahme des syrischen Kurdenpolitikers Saleh Muslim an einer Demonstration in Berlin hat die Türkei von Deutschland seine Festnahme und Auslieferung gefordert.

stern.de

Nach der Teilnahme des syrischen Kurdenpolitikers Saleh Muslim an einer Demonstration in Berlin hat die Türkei von Deutschland seine Festnahme und Auslieferung gefordert. Der türkische Regierungssprecher Bekir Bozdag sagte am Montag, die deutschen Behörden müssten Muslim gemäß den rechtlichen Vereinbarungen ausliefern, doch „leider tun sie es nicht“. Die Bundesregierung wollte sich nicht zu dem Fall äußern.

Laut Bozdag beantragte die Türkei bereits am Freitag die Auslieferung des wegen Terrorvorwürfen gesuchten Ex-Vorsitzenden der syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD).

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Winziges Urvogel-Baby entdeckt

So könnte der winzige Jungvogel ausgesehen haben. © Raúl Martín
Urzeitliches Mini-Küken: Forscher haben in Spanien ein fast vollständig erhaltenes Fossil eines kreidezeitlichen Urvogels entdeckt. Die Knochen sind 127 Millionen Jahre alt und stammen von einem winzigen Küken, das zu Lebzeiten kaum fünf Zentimeter groß war. Die Welt konnte dieser Jungvogel höchstens vom Boden aus erkunden. Denn zum Fliegen war er noch nicht in der Lage, wie das Team im Fachmagazin „Nature Communications“ berichtet.

scinexx

Das Zeitalter der Dinosaurier ist auch für seine vielen unterschiedlichen Arten von Flugsauriern und Urvögeln bekannt. Doch sie waren nicht die einzigen Herrscher der Lüfte. In der Kreidezeit hatte die urtümliche Vogelgruppe der Enantiornithes bereits zahlreiche Spezies hervorgebracht. Anders als heutige Vögel besaßen diese urzeitlichen Federtiere Zähne und besetzten damals vielfältige ökologische Nischen.

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Baden-Württemberg: Reformationstag sollte gesetzlicher Feiertag werden

Bild: Föderation des Determinismus
Der württembergische evangelische Bischof Frank Otfried July hat sich dafür ausgesprochen, den Reformationstag (31. Oktober) auch im Südwesten zum gesetzlichen Feiertag zu machen.

evangelisch.de

„Wohl wissend, dass wir in Baden-Württemberg – auch in der besonderen ökumenischen Situation – eine Reihe von Feiertagen haben, wäre der Reformationstag ein besonderer Fixpunkt“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstag). Immerhin habe die evangelische Kirche vor Jahren die Abschaffung des Buß- und Bettages als gesetzlichen Feiertag akzeptiert, um der Unterstützung der Pflegeversicherung willen.

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Neo-Nazis Turn to Privacy-Focused Cryptocurrency Monero

Image: Shutterstock
As Bitcoin is bottle-necked at exchanges and browser-based mining becomes more popular, some neo-Nazis are picking up Monero.

Joseph Cox | MOTHERBOARD

Cryptocurrencies offer patrons the chance to skirt traditional payment systems, like banks or services like PayPal. This is especially useful if you’re someone likely to get kicked by those companies, such as a cybercriminal, radical transparency activist, or hate group.

But while white supremacists and Nazis have long used bitcoin, some are also increasingly dipping their toes into one of the virtual currency’s more privacy-focused cousins: Monero.

“Donate CPU time to the Nordic resistance movement,” a translated section of the website for Nordiska Motståndsrörelsen, a neo-Nazi movement with a presence in Finland, Norway, and Sweden, reads.

By running a certain page of the website in their browser, Nordiska Motståndsrörelsen supporters can try and mine Monero, in just the same way as criminals have hijacked websites to generate digital currency on their behalf, or how some media organizations are experimenting with user-side Monero mining. The Nordiska Motståndsrörelsen website also lets supporters donate Monero directly by scanning a QR-code.

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