Kepler geht der Sprit aus

Das Weltraumteleskop Kepler hat tausende von Exoplaneten entdeckt – jetzt geht ihm der Treibstoff aus © NASA
Ende absehbar: Unserem erfolgreichsten „Planetenjäger“ im All geht der Treibstoff aus. Schon in wenigen Monaten kann das Kepler-Weltraumteleskop der NASA seine Position nicht mehr korrigieren und dadurch keine Daten mehr zur Erde schicken. Seit seinem Start im Jahr 2009 hat das Kepler-Teleskop tausende von extrasolaren Planeten aufgespürt – mehr als jedes andere astronomische Instrument. Gleichzeitig ist es schon jetzt fast dreimal solange im Einsatz wie ursprünglich geplant.

scinexx

Dem Weltraumteleskop Kepler verdanken wir einen Großteil unseres Wissens über extrasolare Planeten. Das Teleskop spürt diese durch Transits auf – die subtile Abschattung des Sternenlichts, die ein Planet bei seiner Passage vor dem Stern verursacht. Um diese Lichtschwankungen möglichst ungestört beobachten zu können, kreist das Teleskop auf einer Bahn um die Sonne, die es in großer Entfernung hinter der Erde herfliegen lässt.

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Alt-AKWs: Die Lebensgefahr am Oberrhein steigt drastisch

AKW Beznau. Bild: BLS208/CC BY-SA-3.0
Nun sollen der Schweizer Uraltmeiler Beznau 1 und der Schrottreaktor Fessenheim wieder ans Netz gehen

Ralf Streck | TELEPOLIS

Es war eine Ausnahme-Entscheidung der französischen Atomaufsicht (ASN), als sie Juli 2016 den Reaktorblock 2 im ältesten Kraftwerk des Landes abschalten ließ, weil sie dem Dampfgenerator das Prüfzertifikat entzogen hatte. Er gehörte zu den vielen Teilen, bei denen Dokumente für sicherheitsrelevante Teile gefälscht oder aufgehübscht worden waren, die nicht den üblichen Sicherheitsanforderungen genügen.

Da zwischenzeitlich in Fessenheim, dem ältesten Atomkraftwerk des Landes, auch Block 1 abgeschaltet werden musste, keimten am Oberrhein von Freiburg bis Basel Hoffnungen im Rahmen der ständigen Abschaltankündigungen, dass das alte Kraftwerk nie wieder angefahren werden würde. Schließlich war das Kraftwerk sogar schon einmal außer Kontrolle geraten. Nicht einmal die Schaltschränke waren wasserdicht, das Problem besteht auch in anderen AKWs.

Doch weit gefehlt. Zwischenzeitlich wurde vom Sozialisten Hollande ein fauler Kompromiss geschmiedet, der so mies und brüchig ist, wie der Stahl vieler Schmiedeteile, die in der Areva-Schmiede „Forges du Creusot“ für Atomkraftwerke unter fatalen Bedingungen hergestellt wurden. So wurde, weil Atom-Frankreich immer wieder mal vor dem Blackout steht, zunächst Block 1 wieder ans Netz gebracht und nun soll zum Monatsende auch Block 2 wieder in Betrieb gehen.

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Trickbetrug a la Nahles: SPD ist bei § 219 nicht eingeknickt

SPD-Fraktionschefin sagt gegenüber der „Passauer Neuen Presse“: Die SPD setzt sich für eine Aufweichung oder Abschaffung des Werbeverbotes ein.

kath.net

„Nein, wir sind nicht eingeknickt. Die Union ist in der Sache auf uns zugegangen, indem sie anders als vor zwei Wochen nun bereit ist, etwas bei dem Thema zu machen.“ Das erläuterte die SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Andrea Nahles im Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ (PNP). „Wir sind im Gegenzug beim Verfahren auf die Union zugegangen.“ Hintergrund war die erste schwere Belastung der neuen Großen Koalition zwischen SPD und CDU/CSU. Die Union will das in § 219 StGB ausgesprochene Werbeverbot für Abtreibungen weiterhin unverändert bestehen lassen, die SPD setzt sich für eine Aufweichung oder Abschaffung des Werbeverbotes ein.

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Das Misstrauen gegen den Islam nimmt im Ruhrgebiet zu

Muslime beten während des islamischen Fastenmonats Ramadan. Foto: dpa(Archiv)
Forscher haben Integrationserfahrungen im Ruhrgebiet untersucht. Nur noch 37 Prozent der Befragten sagen: „Der Islam gehört zu Deutschland“.

Matthias Korfmann | WAZ

Die Akzeptanz gegenüber dem Islam hat im Ruhrgebiet zuletzt deutlich abgenommen, wie aus zwei bisher unveröffentlichten Forsa-Umfragen hervorgeht. Das Institut hatte in den Jahren 2015 und 2017 rund 2000 Revierbürger gefragt, wie sie zu der Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“ stehen. Nur 37 Prozent der Befragten sagten im vergangenen Jahr dazu Ja – 2015 waren es zehn Prozentpunkte mehr. Viel größer ist übrigens die Zustimmung zu der Aussage, der Islam gehöre zum Ruhrgebiet. Jeder Zweite bejahte dies, im Jahr 2015 waren es aber noch 60 Prozent der Befragten.

Flüchtlingskrise und Silvesternacht

Die Flüchtlingskrise, die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht, der wachsende Einfluss von Salafisten, Anschläge im In- und Ausland sowie die Propaganda von Rechtsextremisten und -populisten haben offenbar das Misstrauen gegenüber dem Islam vergrößert. Das ist eines der Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) in Zusammenarbeit mit der Brost-Stiftung.

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Wissenschaftler kritisiert Schieflage zugunsten der Kirchen – Analyse gefordert

Bild: tilly
Der Münsteraner Politikwissenschaftler Ulrich Willems sieht eine Schieflage in der politischen Auseinandersetzung mit dem Thema Religion. Es fehle eine Analyse der anstehenden Herausforderungen.

domradio.de

Im Koalitionsvertrag fänden sich dazu nur „Standardformulierungen zur Zusammenarbeit mit den beiden großen Kirchen“, sagte Willems im Interview der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ am Donnerstag. Es fehle aber „eine konkrete Analyse der Herausforderungen, vor denen wir heute stehen“.

Muslime und Konfessionslose berücksichtigen

Die religiöse Landschaft habe sich seit den 50er Jahren stark verändert. Seien 1950 noch mehr als 96 Prozent der Bundesbürger Christen gewesen, gehörten heute nur noch etwa 60 Prozent einer der beiden großen Kirchen an; fünf Prozent seien Muslime. Die Konfessionslosen stellten de facto die stärkste Gruppe. „Von all dem merkt man im Koalitionsvertrag wenig“, so Willems.

Der Wissenschaftler fordert eine Reform der religionspolitischen Ordnung. Diese müsste Muslime und Konfessionslose mit ihren Interessen gleichberechtigt berücksichtigen. Stattdessen finde der Islam nur Erwähnung unter den Gesichtspunkten „Extremismusprävention, staatliche Sicherheit, Bekämpfung radikaler Muslime sowie Deutschsprachigkeit von Imamen in den Moscheen“.

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Frühe Menschen waren innovativer als gedacht

Menschen in Ostafrika stellten schon vor 300.000 Jahren kleinere und aufwändiger bearbeitete Werkzeuge (rechts) her als die für die frühe Steinzeit typischen Faustkeile (links). © Human Origins Program/ Smithsonian
Unerwartet innovativ: Frühe Menschen legten bereits vor 300.000 Jahren erstaunlich komplexe Verhaltensweisen an den Tag. Sie unternahmen Reisen, betrieben Handel und gestalteten ungewöhnlich feine Steinwerkzeuge, wie Funde aus Ostafrika belegen. Womöglich nutzten sie sogar schon Farben als Form der symbolischen Kommunikation. Angetrieben worden sein könnte diese Entwicklung durch Umwälzungen in der Umwelt, die unsere Vorfahren zu mehr Erfindungsreichtum zwangen, berichten Forscher im Fachmagazin „Science“.

scinexx

Lange schien klar, dass die ersten anatomisch modernen Menschen vor rund 200.000 Jahren entstanden und vor 60.000 Jahren aus Ostafrika in die Welt hinauszogen. Doch in den letzten Jahren haben neue Fossilfunde diesen „Zeitplan“ komplett durcheinander gewirbelt. Unter anderem offenbarten 300.000 Jahre alte Homo sapiens-Fossilien, dass sich unsere Spezies früher entwickelte als bisher angenommen und sich außerdem deutlich schneller innerhalb Afrikas verbreitete.

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So kam die Religion in den Koalitionsvertrag

Sigmar Gabriel (rechts) mit Pater Nikodemus Schnabel in der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem im April 2017 © Bernd von Jutrczenka/dpa
Wie ein gewitzter Mönch und ein scheidender Außenminister es schafften, ein Kloster in Jerusalem in den Koalitionsvertrag zu schmuggeln. Und welche Rolle die Religion sonst noch für die neue Regierung spielt

Von Fabian Klask | ZEIT ONLINE

Ein Mönch war der Beste. 700 Lobbyisten sind beim Bundestag akkreditiert. Viele von ihnen haben versucht, Einfluss auf die Koalitionsverhandlungen zu nehmen. Der erfolgreichste aber ist keiner der geschmeidigen Anzugträger aus Berlin-Mitte. Es ist ein Benediktiner aus Jerusalem, der für ein Kloster kämpft, auf seiner Mission keine Positionspapiere verschickt, keine parlamentarischen Abende organisiert und nicht mehrmals wöchentlich im Politikertreff Einstein frühstückt. Ist Pater Nikodemus Schnabel mal zu Besuch in der Hauptstadt, spaziert er selbstverständlich im Mönchsgewand der Benediktiner durchs Regierungsviertel. Und trotzdem hat er es geschafft, sein Kloster, die Dormitio-Abtei in Jerusalem, im Koalitionsvertrag unterzubringen. Auf Seite 155, zwischen Afghanistan-Strategie und Zukunft der Bundeswehr, findet sich der seltsamste Eintrag des Regierungsprogramms: „Wir wollen Mittel bereitstellen u. a. für die Ausstellung des Flugzeugs ‚Landshut‘ im Gedenken an die Entführung im Jahr 1977 und für die dringend notwendige Sanierung der Abtei Dormitio in Jerusalem.“ Ein Satz, der in seiner Schlichtheit Millionen wert ist. Ein großes Geschenk, sagt Pater Nikodemus. Es klinge wohl noch immer etwas kurios, sagt einer der Verhandler, dass es die Zusage in den Vertrag geschafft habe.

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Muslime beklagen mangelnde Solidarität nach Angriffen auf Moscheen

Vertreter des islamischen Religionsgemeinschaften bei der Pressekonferenz. Burhan Kesici (Islamrat), Zekeriya Altuğ (Ditib), Aiman Mazyek (ZMD) (vlnr).
Der Koordinationsrat der Muslime hat nach den jüngsten Anschlägen auf Moscheen mehr Solidarität von deutschen Politikern eingefordert. Bundesinnenminister Seehofer forderten sie auf, Islamfeindlichkeit in Deutschland ernster zu nehmen.

MiGAZIN

Muslime in Deutschland fühlen sich nach einer Häufung von Angriffen auf Moscheen in den vergangenen Tagen von Politik, Behörden und Gesellschaft weitgehend allein gelassen. Man vermisse eine spürbare Anteilnahme der Öffentlichkeit, heißt es in einer Erklärung des Koordinationsrates der Muslime (KRM), die am Donnerstag in Berlin präsentiert wurde. Der KRM ist eine Zusammenschluss der vier größten islamischen Religionsgemeinschaften (Ditib, Islamrat, VIKZ und ZMD) in Deutschland. Sie fordern einen „Schulterschluss gegen diese Schandtaten“.

In der vergangenen Woche hatten sich Anschläge insbesondere gegen türkisch geprägte muslimische Einrichtungen gehäuft. Brandanschläge gab es unter anderem auf Moscheen in Berlin und Baden-Württemberg. Nach Angaben der drei Verbände gab es seit Jahresbeginn 27 Übergriffe auf Moscheen.

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CDU-Lebensschützer werfen SPD-Politikerin Högl Hatespeech vor

Die stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Högl Haß und Menschenverachtung hatte am Donnerstag Abtreibungsgegner von CDU und CSU als „widerliche Lebenschützer*innen in der Union“ bezeichnet.

kath.net

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) haben der stellvertretenden Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Eva Högl Haß und Menschenverachtung vorgeworfen. Diese hatte am Donnerstag Abtreibungsgegner von CDU und CSU als „widerliche Lebenschützer*innen in der Union“ bezeichnet.

„Daß eine stellvertretende SPD-Fraktionschefin ihre Parlamentskollegen mit einer solchen Verachtung und Respektlosigkeit behandelt, ist ein Offenbarungseid“, sagte die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr der Wochenzeitung Junge Freiheit.

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Lais: Kritik an esoterischen Lerngruppen in Salzburg

Ein wie immer geartetes pädagogisches Konzept findet sich bei Lais-Projekten nicht. ©WZ/Mori
Lais-Bewegung propagiert Wissensosmose und hat enge Beziehungen zu Reichsbürgern

Stefanie Ruep | derStandard.at

Die Lais-Bewegung propagiert, Kindern nach Vorbild der russischen Schetinin-Schule „natürliches Lernen“ zu vermitteln. Die Anhänger sprechen in Videos von Wissensosmose und behaupten etwa, den gesamten Biologiestoff in drei Tagen zu lernen. In Salzburg hat sich in den letzten Jahren eine rege Lais-Szene entwickelt. In mehreren Gemeinden gibt es aktive Gruppen. Österreichweit soll es inzwischen 25 Lais-Schulen geben.

„Es muss dringend kontrolliert werden, ob Kinder für derartige Lerngruppen aus der Schule genommen wurden“, fordert der grüne Salzburger Landtagsabgeordnete Simon Heilig-Hofbauer. „Das gehört umgehend abgestellt.“ Heilig-Hofbauer stellt den Heimunterricht infrage: „Meistens sind das irgendwelche Obskuranten mit zweifelhaften Weltansichten.“ Wichtig sei die Bewusstseinsbildung. „Viele Leute sehen gar nicht, was sich dahinter verbirgt. Inhaltlich und personell gibt es zahlreiche Überschneidungen mit der rechtsextremen und verschwörungstheoretischen Reichsbürgerbewegung.“ Immer mehr Leute würden über diese Kurse in die Szene abdriften und sich Schritt für Schritt von der Gesellschaft verabschieden.

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Forscher prangern ethnische Segregation durch Privatschulen an

Privatschulen sind einer Studie zufolge nicht zwangsläufig besser als öffentliche Schulen. Die Kompetenzen von Schülern beider Schultypen unterscheiden sich kaum. Quelle: WELT/Louisa Lagé
Privatschulen werden bei den Deutschen beliebter. Eine Studie kommt aber zu dem Schluss: Es sei falsch, eine generelle Überlegenheit dieses Schultyps zu vermuten. Mit Blick auf die Migration warnen die Forscher vor „Segregationstendenzen“.

Von Tobias Heimbach | DIE WELT

Spricht man über Privatschulen, wird die Diskussion schnell grundsätzlich: Unterstützer sehen darin eine wertvolle Alternative zu den öffentlichen Schulen. Gegner verdächtigen sie, unsolidarische Elitenerziehung zu fördern.

Zur Wahrheit gehört auch, dass ohne die Privatschulen das öffentliche Schulsystem noch stärker in Bedrängnis geriete als ohnehin. So entstehen solche Einrichtungen auch in Dörfern, wo es keine anderen Schulen mehr gibt. In Berlin sind viele staatliche Schulen überfüllt – private Neugründungen lindern das Problem. Zu den Privatschulen in Deutschland zählen kirchliche Einrichtungen sowie die alternativen Waldorfschulen. Gerade Letztere sind unverdächtig, Kaderschmieden einer gesellschaftlichen Elite sein zu wollen.

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Deutsche Flüsse: Mikroplastik überall

Der Rhein bei Düsseldorf: Sowohl der Rehein selbst als auch seine Nebenflüsse sind mit Mikroplastik kontaminiert. © T_abdelmoumen / CC-by-sa 2.0
Flächendeckend kontaminiert: Im gesamten Einzugsgebiet von Rhein und Donau sind die Flüsse mit Mikroplastik kontaminiert, wie die bisher umfangreichste Studie dazu belegt. Dabei dominieren im Flusswasser vor allem sehr kleine, unregelmäßig geformte Partikel. Überraschend jedoch: Rhein und Donau selbst sind weniger mit Mikroplastik belastet als ihre kleineren Nebenflüsse. Und entgegen den Erwartungen blieb die Konzentration im Flussverlauf etwa gleich – selbst in Ballungsräumen und Industriegebieten.

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Das Problem ist bekannt: In unseren Flüssen, Seen und Meeren schwimmt immer mehr Mikroplastik. Die weniger als fünf Millimeter kleinen Kunststoffpartikel entstehen beim Zerfall von Plastikmüll, werden aber auch durch Kosmetika, Fleece-Kleidung und andere Quellen über unser Abwasser in die Gewässer gespült. Längst sind auch Lebensmittel wie Salz, Honig und Getränke mit Mikroplastik kontaminiert.

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Seehofer: Islam gehört nicht zu Deutschland

Der neue deutsche Innenminister will die Einrichtung zentraler Aufnahmestellen für Asylwerber vorantreiben.

Die Presse.com

Der neue deutsche Innenminister Horst Seehofer hält den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ für falsch. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. Dazu gehören der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten“, sagte der CSU-Chef der „Bild“-Zeitung (Freitag).

„Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland“, räumte Seehofer ein. „Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben.“

Der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ war durch den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff 2010 geprägt worden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihn sich ausdrücklich zu eigen gemacht.

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Der Infanterist der Zukunft

Modulare Kampfausstattung „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (Gladius). Bild Rheinmetall
Die EU-Kriegspolitik evoziert Wachstumsschübe auf dem Rüstungsmarkt, die Bürger werden ideologisch eingeschworen

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Die Düsseldorfer Waffenschmiede Rheinmetall (Slogan: Mobility.Security.Passion.) hat Zahlen vorgelegt. Der Rüstungsbereich „Defence“ überspringt 2017 demnach erstmals die 3-Milliarden-Marke. Die Defence-Sparte des Konzerns tritt als führendes europäisches Systemhaus für Heerestechnik auf und sieht sich nach eigenen Angaben als „zuverlässiger Partner der Streitkräfte“. Dazu passt die kürzlich in Brüssel neu eröffnete Repräsentanz der Rheinmetall Groupe, zuständig für EU- und NATO-Angelegenheiten.

Damit steht zu erwarten, dass europäische Streitkräfte demnächst mit deutscher Technologie in den Krieg ziehen können, derweil die Aussicht auf millionen-, vermutlich sogar milliardenschwere Aufträge für gute Stimmung in der deutschen Rüstungsindustrie sorgen dürfte.

2012 startete die Bundeswehr in drei Losen die Beschaffung hoch spezieller technologischer Systeme zur Ausstattung ihrer Truppe. Es handelt sich um High-Tech für jeweils eine Zehn-Mann-Gruppe. Hinter dem Namen „Infanterist der Zukunft“ (IdZ) steckt die Idee einer modularen Kampfausstattung, die die Soldaten auf die Einsätze des 21. Jahrhunderts trimmen soll (Rheinmetall und der gesamtheitlich integrierte Soldat).

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) orderte im vergangenen Jahr bei Rheinmetall aktuell 68 Zugausstattungen des Systems IdZ-ES („Infanterist der Zukunft-Erweitertes System“), Bruttowert: 370 Millionen Euro. Die Auslieferung an die Truppe erfolgt 2018 und soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein. 90 frühere Ausstattungspakete gehören schon zum Infanterie-Bestand. Seit dem Sommer 2013 wird IdZ-ES unter schwierigsten Einsatzbedingungen in Afghanistan verwendet, mit unsicheren Ergebnissen.

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InfoVaticana: Vatikan beauftragte Anwälte, um uns zu schließen

Headquarter des Konzerns.

Herausgeber Gabriel Ariza kritisierte, dass auch New York die Berichterstattung der „New York Times“ ertragen müsse, ohne der Zeitung ihren Namen zu entziehen.

kath.net

Der Vatikan habe die internationale Rechtsanwaltskanzlei Baker & McKenzie damit beauftragt, die spanische Nachrichtenseite „InfoVaticana“ zu schließen. Das berichtete das von katholischen Laien betriebene Portal auf seiner eigenen Seite. „InfoVaticana“ trage den Namen des „Vatikans“ im Domainname, die Rechtsanwaltskanzlei (eine der weltweit führenden Kanzleien) sehe Chancen, das zu unterbinden. Im August 2017 war die Nachrichtenseite von Baker & McKenzie dazu aufgefordert worden, ihren Domainnamen dem Vatikanischen Staatssekretariat zu übertragen.

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Seelsorger bei den Paralympics „Wir beten auch für Gold“ – Religiotie

Yonghae Kim, 58, und Christian Bode, 40, sind das Seelsorger-Duo für die deutsche paralympische Mannschaft. Der Jesuitenpater aus…Foto: Thilo Rückeis
Die Seelsorger des deutschen Teams über Druck, Niederlagen und Freundschaft bei bei den Paralympics.

Von Ann-Kathrin Hipp, Ronja Ringelstein | DER TAGESSPIEGEL

Olympia in München 1972 gilt als Geburtsstunde der seelsorgerischen Begleitung von Großveranstaltungen. Seit 1992 gibt es sie auch bei den Paralympics. Wozu braucht es die Kirche?

BODE: Wenn es um Höchstleistung und Druck geht, ist es wichtig, dass jemand von außen dabei ist, der sich in einem System, in dem sonst keiner Zeit hat, Zeit nimmt. Wir waren erstmal bei den Wettkämpfen unterwegs. Da führen wir kurze Gespräche. Ausführlicher wird’s im paralympischen Dorf oder im Gottesdienst im Alpenhaus.

Warum kommen Sportler zu Ihnen?

BODE: Am Anfang steht das Thema Druck. Jeder Athlet hat viele Jahre auf diesen einen Moment hingearbeitet. Es geht darum, den Sportlern das Gefühl zu geben, dass wir das mittragen.

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Religionsvertreter gegen mögliches Beschneidungsverbot in Island

Christen, Juden und Muslime in Europa kritisieren das in Island diskutierte Verbot der Beschneidung von Jungen.

evangelisch.de

Das Verbot würde die Religionsfreiheit verletzen und signalisieren, dass Juden und Muslime in dem Land unwillkommen seien, hieß es in einer am Donnerstag in Brüssel und Sankt Gallen veröffentlichten Erklärung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), der sich Vertreter des Judentums und des Islams anschlossen.

In der jüdischen, islamischen und in gewissen christlichen Traditionen, beispielsweise in der Eritreischen und Äthiopischen Orthodoxen Kirche, sei die Beschneidung von Jungen „ein grundlegendes Merkmal der Religionspraxis“, urteilen KEK und CCEE. Die männliche Beschneidung dürfe dabei „nicht mit der grausamen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung verwechselt werden“, welche den Körper, die Rechte und Würde der Frauen verletze.

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Türkische Syrien-Offensive: Deniz Yücel wurde für Waffen freigekauft

Vertriebene aus dem syrischen Afrin, das türkische Truppen erobern wollen. Foto: afp
Am Mittwoch erst war der neue Außenminister ins neue Amt eingeführt worden. Dabei war er zeitweise in einen Dreiteiler gewandet – wie einer seiner Vorgänger, der Grüne Joschka Fischer. Am Donnerstag nun hielt Heiko Maas (SPD) im Bundestag seine erste Rede. Thema: die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Während der Mittwoch mit der Wahl Angela Merkels zur Kanzlerin und der Vereidigung ihres Kabinetts fraglos ein Festtag der Demokratie war, so war der Donnerstag in gewisser Weise der erste reguläre Alltag von Regierung und Parlament seit der Bundestagswahl am 24. September. Dabei standen außenpolitische Fragen im Mittelpunkt.

So ging es zunächst um das militärische Engagement am Hindukusch, das 2001 begann und nach den Worten des AfD-Abgeordneten René Springer damit wesentlich länger dauert als der Erste und der Zweite Weltkrieg zusammen. Maas warb für die Fortsetzung des Einsatzes – dies aber mit eher defensiven Argumenten.

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Haftbefehl in Frankreich gegen Schwester des saudischen Kronprinzen

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat Ärger wegen seiner Schwester Hussat – APA/AFP/TOLGA AKMEN
Prinzessin Hussat bin Salman soll laut Justizkreisen einem Leibwächter Schläge gegen einen Handwerker befohlen und diesen genötigt haben, ihre Füße zu küssen.

Die Presse.com

Gegen die Schwester des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ist in Frankreich Haftbefehl erlassen worden. Nach Auffassung des zuständigen Richters gab Hussat bin Salman einem ihrer Leibwächter den Auftrag, einen Handwerker zu schlagen, wie am Donnerstag aus Justizkreisen verlautete.

Der Haftbefehl sei bereits im Dezember ergangen, bestätigte die Quelle Informationen des Wochenmagazins „Le Point“. Der Vorfall ereignete sich 2016. Der Handwerker sollte Arbeiten in der luxuriösen Wohnung der Prinzessin in der Avenue Foch in Paris ausführen. Nach seiner Aussage machte er dafür vorab Fotos in der Wohnung. Ihm sei daraufhin von der Frau vorgeworfen worden, er habe Abzüge an die Presse verkaufen wollen.

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Saudi Arabia vows to obtain nuclear weapons if Iran does

Saudi Crown Prince Mohammed Bin Salman seen talking to CBS News, March 15, 2018. (Screenshot)
In US interview, crown prince Mohammed bin Salman threatens atomic arms race, says the Iranian supreme leader ‚very much like Hitler‘

By Sue Surkes | THE TIMES OF ISRAEL

Saudi Arabia’s crown prince warned in a US television interview on Thursday that if Tehran got a nuclear weapon, his country would follow suit.

“Saudi Arabia does not want to acquire any nuclear bomb, but without a doubt, if Iran developed a nuclear bomb, we will follow suit as soon as possible,” Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman said in an excerpt of the interview that aired Thursday on “CBS This Morning.”

The full interview will be broadcast on Sunday’s “60 Minutes” show.

In the excerpt, the prince said in Arabic that Iran is “far from being equal to Saudi Arabia,” with its smaller army and economy.

But, he added, Iranian spiritual leader Ayatollah Ali Khamenei is like Adolf Hitler “because he wants to expand. He wants to create his own project in the Middle East very much like Hitler who wanted to expand at the time.

“Many countries around the world and in Europe did not realize how dangerous Hitler was until what happened, happened. I don’t want to see the same events happening in the Middle East,” he said.

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