Beschneidung ja, Nasenkorrektur nein

Die Beschneidung gilt vor allem in traditionell-muslimischen Kreisen als das wichtigste männliche Aufnahmeritual (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
Die Beschneidung von Jungen ist im Islam keine Glaubenspflicht, wohl aber zählt sie zu den wichtigsten Empfehlungen. Immer wieder wird über diese Praxis gestritten: Manche sehen darin eine Körperverletzung, für andere ist es eine religiöse Tradition. Was sagt der Koran zu Eingriffen in den Körper?

Von Hüseyin Topel | Deutschlandfunk

Önder Özgeday sitzt in einem türkischen Café und bestellt einen Mocca alla Turca. Der gebürtige Heidelberger hat türkische Vorfahren, er wohnt aus beruflichen Gründen in Bochum. Dort setzt er sich gegen die Beschneidung von Jungen ein – und zwar bei „MOGiS“, einem Verein für die körperliche Unversehrtheit von Kindern.

Özgeday bezeichnet sich selbst als Betroffenen und argumentiert daher aus eigener Erfahrung: „Ich fühle mich sehr verletzt von dieser Community, zu der ich ganz positive Erfahrungen hatte, bevor das geschehen ist. Nach diesem Ereignis ist eine Zäsur passiert, ich habe das als sehr manipulativ gefühlt, dass man mich überredet hat, zu einer Sache, unter dem Vorwand: ‚Du bist dann ein Mann! Du gehörst dann zu uns, wir sind dann stolz.‘“

Beschneidung als männliches Aufnahmeritual

Die Beschneidung gilt vor allem in traditionell-muslimischen Kreisen als das Aufnahmeritual in die Männlichkeit schlechthin – für viele Eltern ein so wichtiges Ereignis, dass die Beschneidung pompös gefeiert wird. Der Einladung der Familie folgen oft hunderte Gäste. Meist werden teure Hochzeitssäle angemietet.

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Schulstreiks: Grüner Ministerpräsident fordert Sanktionen

Winfried Kretschmann. Foto (2010): Grüne Baden-Württemberg/CC BY-SA 2.0
Kretschmann meint, da könne ja jeder kommen. Wie viel Klimaschutz steckt eigentlich in seiner Partei?

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann möchte offensichtlich am liebsten die protestierenden Schüler wieder in die Klassen schicken. Der Protest könne keine Dauerveranstaltung werden, zitiert ihn der Fokus. Es müsse irgendwann Sanktionen geben, sonst könne ja jeder kommen.

Für einen Grünen schon eine interessante Aussage, aber so ist es eben, wenn man in einem Auto-Ländle regieren will und sich auch mit einer Milliarden-Bahngelder verbrennenden Sinnlos-Baustelle in seiner Landeshauptstadt arrangiert hat, Geld für abschüssige Bahnsteige verschlingend, das besser in den Ausbau des klimafreundlichen Verkehrsmittels gesteckt worden wäre. Da nerven diese naseweisen jugendlichen Demonstranten einfach, die einem den Spiegel vorhalten.

Die haben ja inzwischen angekündigt, die Wahl des EU-Parlaments im Mai zur Klimawahl machen zu wollen. Auf Twitter kursieren Aufrufe von ParentsForFuture, also von die Klimastreiks unterstützenden Elterngruppen, die Stimme am Wahltag den Kindern zu leihen. Die Jugendlichen sollen ihren Eltern sagen, wo das Kreuz zu machen ist.

Genau hinschauen

Auf jeden Fall sollten diese dann noch einmal genau hinschauen, wo doch das Herz vieler Demonstranten für die Grünen zu schlagen scheint, welche Politik eigentlich in den Bundesländern gemacht wird, wo die Grünen mitregieren oder mitregiert haben.

Baden-Württemberg, wo die grün-geführte Landesregierung noch immer die Stuttgarter Bahnhofbaustelle duldet, obwohl sie aufgrund der Kostenexplosion längst ihre Unterstützung zurückziehen könnte, ist da beileibe kein einsamer Sündenfall.

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There Is Definitely Methane on Mars, Scientists Say. But Is It a Sign of Life?

Europe’s Mars Express orbiter captured this image of a half-lit Red Planet in December 2012. (Image: © ESA)
We may be one step closer to cracking the Mars methane mystery.

By Mike Wall | SPACE.com

NASA’s Curiosity rover mission recently determined that background levels of methane in Mars‘ atmosphere cycle seasonally, peaking in the northern summer. The six-wheeled robot has also detected two surges to date of the gas inside the Red Planet’s 96-mile-wide (154 kilometers) Gale Crater — once in June 2013, and then again in late 2013 through early 2014.

These finds have intrigued astrobiologists, because methane is a possible biosignature. Though the gas can be produced by a variety of geological processes, the vast majority of methane in Earth’s air is pumped out by microbes and other living creatures.

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Erstmals muslimische Gefängnisseelsorger ausgebildet – innerhalb von 52 Stunden

Muslimischer Gefängnisseelsorger im Gespräch © Daniel Naupold (dpa)
In einem wohl bundesweit einmaligen Modellprojekt sind in Bremen zehn Musliminnen und Muslime zu Gefängnisseelsorgern ausgebildet worden. Sie absolvierten einen 52 Stunden umfassenden Kurs.

DOMRADIO.DE

Er sei gemeinsam von der Schura Bremen und dem Justizsenator organisiert worden. Beteiligt gewesen seien auch Dozenten des Instituts für islamische Theologie der Universität Osnabrück.

Laut Schura-Vorsitzendem Murat Celik wurden damit erstmals in Deutschland muslimische Seelsorger ausgebildet.

Muslimische Gemeinden übernehmen Verantwortung

Die muslimischen Gemeinden übernähmen mit der Ausbildung von Gefängnisseelsorgern und der Seelsorge im Justizvollzug echte Verantwortung, sagte Sebastian Schulenberg, Abteilungsleiter Justizvollzug beim Justizsenator.

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Privatisierung der amerikanischen Kriege

Grafik:TP
Als US-Präsident George W. Bush am 1. Mai 2003 Vollzug meldete und nach nur sechswöchigem Kampf den Sieg der von ihm geschmiedeten „Koalition der Willigen“ im Irak verkündete, hat er wohl nicht geahnt, dass ihm der eigentliche Krieg erst noch bevorstehen würde.

Ulrich Teusch | TELEPOLIS

Fünf Jahre später präsentierten die Ökonomen Joseph Stiglitz und Linda Bilmes eine vorläufige Bilanz des Konflikts, die für die Regierung Bush kaum verheerender hätte ausfallen können.1 Dies umso mehr, als sich die Autoren vielen zentralen Fragen des Kriegs nur am Rande widmen: so dem horrenden Blutzoll der irakischen Zivilbevölkerung, den Millionen Flüchtlingen innerhalb und außerhalb des Landes, der infrastrukturellen, ökonomischen und sozialen Misere, der alltäglichen Gewalt oder den politischen Verwerfungen im Nahen und Mittleren Osten.

Das Hauptanliegen ihrer Analyse sind vielmehr die oft vernachlässigten ökonomischen Folgen des Kriegs – ausgedrückt in US-Dollars. Auch in diesem Punkt hatten Bush und seine Gefolgsleute das, was auf die Amerikaner zukommen könnte, in unverantwortlicher Weise bagatellisiert. Kurz vor dem Krieg vermutete der damalige Wirtschaftsberater des Präsidenten, Larry Lindsey, dass die Gesamtkosten sich auf etwa 200 Milliarden Dollar belaufen könnten. Verteidigungsminister Rumsfeld tat diese Prognose als „Quatsch“ ab; allenfalls 50 bis 60 Milliarden würden anfallen.

In ihrer Gegenrechnung müssen Stiglitz und Bilmes zwar mit etlichen Unbekannten klarkommen. Dennoch gelingt ihnen eine jederzeit schlüssige, nachvollziehbare Kalkulation. Am Ende, so lautet ihr Ergebnis, dürften sich die Gesamtkosten auf drei Billionen Dollar allein für die USA summieren; die Kosten der anderen Kriegsteilnehmer sowie des Irak sind da noch nicht mitgerechnet. Eine kaum glaubliche Summe. Doch das ist längst nicht alles. Das Watson Institute for International and Public Affairs an der Brown University in Providence, Rhode Island, zeigt in seinem Projekt Costs of War, dass seit 9/11 die Ausgaben für den Krieg gegen den Terror sich auf eine noch weit höhere Summe belaufen: fast sechs Billionen US-Dollar.

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Ist die deutsche Politik in einer religiösen Filterblase gefangen? / Podiumsdiskussion und Vorstellung der „säkularen Buskampagne 2019“ am 6. April in Berlin

Die jüngsten Angriffe der SPD-Führung auf die „säkularen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten“ haben wieder einmal gezeigt, dass die Interessen konfessionsfreier Menschen in Deutschland sträflichst ignoriert werden.

DER TAGESSPIEGEL

Über die religiöse Filterblase der deutschen Politik wird am kommenden Samstag, dem 6. April, ein hochkarätig besetztes Podium im Meistersaal am Potsdamer Platz diskutieren. Mit von Partie ist die ehemalige SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier, eine der führenden Repräsentantinnen des säkularen Flügels der deutschen Sozialdemokratie.

Die Verurteilung der Ärztin Kristina Hänel hat viele Menschen dazu gebracht, auf die Straße zu gehen, um gegen die Gängelungen des § 219a StGB und für eine Stärkung der Selbstbestimmungsrechte ungewollt schwangerer Frauen zu demonstrieren. Doch § 219a ist kein Einzelfall: Es gibt in Deutschland unzählige Gesetze, welche die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger aufgrund von überkommenen religiösen Normen einschränken, obwohl dies gegen fundamentale Bestimmungen der Verfassung verstößt.

Die Podiumsdiskussion „Wem gehört der Staat?“ bildet den Auftakt für die Aktivitäten der Giordano-Bruno-Stiftung zum Schwerpunktthema 2019 „70 Jahre Grundgesetz – 100 Jahre Verfassungsbruch“. In diesem Zusammenhang wird es auch zu einer Neuauflage der „säkularen Buskampagne“ kommen, die 2009 unter dem Motto „Gottlos glücklich“ für Schlagzeilen sorgte. Motto und Konzept der diesjährigen Buskampagne sollen im Rahmen der Veranstaltung am 6. April erstmals vorgestellt werden.

Neben Ingrid Matthäus-Maier, die schon in den 1970er Jahren für eine Abschaffung der Kirchenprivilegien kämpfte, werden an der Podiumsdiskussion Experten mitwirken, die sich in besonderer Weise für den säkularen Verfassungsstaat eingesetzt haben, nämlich der Politikwissenschaftler Carsten Frerk, der den christlichen Lobbyismus und die Vermögensverhältnisse der Kirchen wie kein anderer deutscher Forscher aufgedeckt hat, die Juristin Jacqueline Neumann, die als Koordinatorin des Instituts für Weltanschauungsrecht (ifw) bundesweite Strafanzeigen gegen kirchliche Missbrauchstäter stellte, sowie der Philosoph Michael Schmidt-Salomon, der als Buchautor und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung entschieden für den weltanschaulich neutralen Staat eintritt. Moderiert wird die Diskussion von Bestsellerautor Philipp Möller, der vor zehn Jahren als Sprecher der säkularen Buskampagne 2009 erstmals öffentlich in Erscheinung trat.

Der Einlass zur Podiumsdiskussion im Meistersaal am Potsdamer Platz (Köthener Str. 38, 10963 Berlin) beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Unterstützt wird die Veranstaltung der Giordano-Bruno-Stiftung vom Institut für Weltanschauungsrecht (ifw), der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) sowie von den Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg (ehbb). Alle Interessierten sind herzlich zur Debatte eingeladen!

Pressekontakt:
c/o Elke Held (gbs)
https://www.giordano-bruno-stiftung.de/content/pressekontakt

Original-Content von: Giordano Bruno Stiftung, übermittelt durch news aktuell

Presseportal-Newsroom: Giordano Bruno Stiftung

Bietet spanisches Bistum „Heilung“ für Homosexuelle an?

Bild: bpb.de
Ein investigativer Journalist hat aufgedeckt, dass ein Bistum in Spanien Therapien zur „Heilung“ von Homosexualität anbietet. Die beschuldigte Diözese wehrt sich und spricht von „Fake News“. Nun ermitteln die Behörden.

katholisch.de

In Spanien ermitteln Behörden gegen eine Diözese wegen des Angebots von Therapien zur „Heilung“ von Homosexualität. Die Regionalregierung untersucht derzeit, ob die Therapeutin eines Familienzentrums des Bistums Alcalá de Henares mit ihren Kursen gegen das „Anti-LGBT-Phobie-Gesetz“ der autonomen Region Madrid verstoßen hat, berichteten spanische Medien am Dienstag. Der Anzeige gegen die östlich von Madrid gelegene Diözese war die Veröffentlichung eines Artikels im Online-Medium „eldiario.es“ vorausgegangen.

Bistum bezeichnet Anschuldigungen als „Fake News“

Ende März hatte sich ein Journalist der linksgerichteten Nachrichtenseite als Homosexueller ausgegeben, der seine sexuelle Orientierung ändern wolle, und an einer Sitzung in dem Familienzentrum teilgenommen.

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Award-Winning Physicist: Science Doesn’t Support Atheism

Image credit: Godless in Dixie

Last week, Scientific American published an interview with Marcelo Gleiser, a theoretical physics professor at Dartmouth and this year’s winner of the Templeton Prize, in which he said some things about the interplay between science and faith that ruffled some feathers.

By Neil Carter | Godless in DixieMarceloGleiser

Gleiser, who identifies as an agnostic, said a number of things I would disagree with, mostly because of the way he seems to be defining his terms. But semantics aside, I have to admit that he makes a legitimate point about the limits of knowledge.

I’ll address his main point in a second, but first I want to suggest that he overly conflates science and philosophy when he makes statements like this:

“I’m not talking about the science of materials, or high-temperature superconductivity, which is awesome and super important, but that’s not the kind of science I’m doing. I’m talking about science as part of a much grander and older sort of questioning about who we are in the big picture of the universe.” (emphasis mine)

The way I see it, once you start discussing “who we are in the big picture,” you are moving beyond science per se and dipping your toes into philosophy. Perhaps he sees those as opposite wings on the same bird, so to speak. But if he does, then I feel like that undermines what he says next about his antipathy toward atheism.

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Darmkrebs: Bakterien als Auslöser?

Welche Rolle spielt die Darmflora bei Darmkrebs? © Eraxion/ thinkstock
Krebsfördernde Keime? Bei der Entstehung von Darmkrebs mischen möglicherweise auch unsere bakteriellen Mitbewohner mit. Eine Studie zeigt, dass Patienten aus unterschiedlichen Ländern charakteristische Auffälligkeiten in Bezug auf die Zusammensetzung ihrer Darmflora aufweisen. Dies könnte für einen schädlichen Einfluss bestimmter Bakterienspezis sprechen – und in Zukunft neue Diagnosemöglichkeiten eröffnen, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Medicine“ berichten.

scinexx

Unser Verdauungstrakt ist von Billionen winziger Organismen besiedelt: den Bakterien der Darmflora. Diese Mikroben haben entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit – auch auf die Gesundheit des Darms selbst, wie sich zunehmend zeigt. Doch welche Rolle spielen unsere mikrobiellen Mitbewohner für Krebserkrankungen des Verdauungsorgans?

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Verhandlung zu Wittenberger „Judensau“ beginnt

Judensau an der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikimpedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Posi66
Seit über 700 Jahren prangt die antisemitische Schmähplastik „Judensau“ an der Wittenberger Stadtkirche. Ein Berliner Kläger fühlt sich beleidigt und will gerichtlich erreichen, dass das Relief abgehängt wird. Am Donnerstag startet die Verhandlung.

Johannes Süßmann | evangelisch.de

Hubertus Benecke nennt sie eine „traurige Berühmtheit“: Jede Stadtführung in Wittenberg halte sich mit am längsten vor der „Judensau“ auf, die hoch oben an der Fassade der Stadtkirche prangt, echauffiert sich der Anwalt. Geht es nach seinem Mandanten Michael Düllmann, Mitglied einer Berliner jüdischen Gemeinde, ist das antisemitische Schmährelief indes vor allem eines: eine Beleidigung. Ob das so ist, ergründet ab Donnerstag das Landgericht Dessau-Roßlau. Sollte es Düllmanns Antrag stattgeben, muss die Gemeinde das Relief womöglich entfernen.

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Kirche in Polen kritisiert Bücherverbrennung durch Geistliche: „Diese Form ist unpassend“

In Polen hat eine von Priestern organisierte Bücherverbrennung heftige Reaktionen ausgelöst. Harsche Kritik kommt von der katholischen Kirche selbst. Die Zeit der Bücherverbrennungen sei lange vorbei.

DOMRADIO.DE

Katholische Priester haben nach einer Messe in Danzig Bücher und andere angeblich mit Okkultismus verbundene Gegenstände verbrannt. Die von Pfarrer Rafal Jarosiewicz geleitete Stiftung „SMS vom Himmel“ hatte zu der Aktion aufgerufen und Bilder der brennenden Objekte in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Dies sorgte am Dienstag für Kritik auch von kirchlicher Seite. Polnische Medien zogen Parallelen zu Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten in Deutschland.

„Sache ist sehr umstritten“

„Die Zeit der Bücherverbrennungen ist lange vorbei“, sagte Ireneusz Bradtke dem Sender Radio Gdansk. „Die Sache ist sehr umstritten“, so der Geistliche. Auch das Bistum Köslin-Kolberg (Koszalin-Kolobrzeg), in dem 2012 die Stiftung „SMS vom Himmel“ gegründet wurde, missbilligte die Verbrennung.

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Militärbischof kritisiert Berliner SPD-Beschluss zu Jugendoffizieren

Sigurd Rink, die Apocalypse. bearb. BB
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink kritisiert den Beschluss der Berliner SPD, Jugendoffiziere der Bundeswehr nicht mehr in Schulen einzuladen. „Vertreter der Bundeswehr sollten mit Schülerinnen und Schülern über Grundfragen der Sicherheits- und Friedenspolitik diskutieren, und die demokratisch legitimierte Armee sollte sich jungen Menschen auch zum Gespräch stellen“, sagte Rink dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag. Dies könne nur in offener Weise und ohne „Indoktrination“ geschehen.

evangelisch.de

„Unliebsame Themen werden nicht dadurch zunichte, dass sie aus dem Schulunterricht und dem gesellschaftlichen Diskurs ausgeklammert werden“, sagte der Militärbischof. „Jeder Ausgrenzung unserer Soldaten aus der Gesellschaft trete ich als Militärbischof bewusst entgegen.“ Die Bundeswehr sei eine Parlamentsarmee, deren Soldatinnen und Soldaten auf die demokratisch-rechtsstaatliche Ordnung verpflichtet sind. Sie würden durch Militärgeistliche der großen Kirchen seelsorgerlich betreut und insbesondere im „Lebenskundlichen Unterricht“ kritisch-solidarisch begleitet.

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Ersetzen Protestanten katholische Kirche beim „House of One“?

Bild: bb
In Berlin soll ein gemeinsames Bet- und Lehrhaus für Juden, Christen und Muslime entstehen. Bislang ist die christliche Seite jedoch nur durch die evangelische Kirche vertreten – für das Erzbistum Berlin ist das okay.

DOMRADIO.DE

Das Erzbistum Berlin fühlt sich beim interreligiösen Bet- und Lehrhaus „House of One“ durch die evangelischen Christen gut vertreten. Sich selbst als Träger des Projekts zu beteiligen sei bisher nicht geplant, sagte Bistumssprecher Stefan Förner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag in Berlin. Es liege aber eine Anfrage an Erzbischof Heiner Koch vor, Mitglied des Kuratoriums zu werden und auf diese Weise mitzuwirken.

Dies werde „wohlwollend“ geprüft, so Förner. Das Erzbistum engagiere sich bereits in zahlreichen interreligiösen Projekten und werde diese auch fortführen. Bisherige Träger sind die evangelische Kirchengemeinde Sankt Petri-Sankt Marien, die Jüdische Gemeinde zu Berlin im Verbund mit dem Abraham Geiger Kolleg und der muslimische Verein „Forum Dialog“. Die Grundsteinlegung auf dem Petri-Platz in Berlin-Mitte ist für April 2020 geplant.

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