Das EU-Asylrecht bleibt ein System der Unverantwortlichkeit

Die Weiterfahrt in einem der Hunderten Busse an der griechischen Grenze erweckte 2015 zunächst Hoffnung – Hoffnung auf ein Ankommen in einem europäischen Land. Leider wurden dann – durch Überforderung – Massenunterkünfte und Zeltlager zum dauerhaften Zuhause. (Foto: AFP)
Warum das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Flüchtlingspolitik uninspiriert, mutlos und hasenfüßig ist.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche.de

Von den Dakota-Indianern stammt der Spruch: Wenn Du ein totes Pferd reitest, steig ab! Das tote Pferd ist in diesem Fall die sogenannte Dublin-Verordnung, die die Zuständigkeit für Asylverfahren in Europa regelt. Die Richter steigen aber nicht ab, sie rufen stattdessen: „Weiter so, weiter reiten.“ Sie tun so, als könne man mit der Dublin-Verordnung noch vorankommen. Fast jeder weiß, dass das nicht stimmt.

Man kann die Indianer-Weisheit in die Gegenwart übersetzen: Die Dublin-Verordnung ist dann so etwas wie der Diesel-Motor der Flüchtlingspolitik, nur noch schlimmer. Die Richter lassen ihn weiterstinken.

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Neumünster: Kirche eröffnet „Wiedereintrittsstelle“

Bild: tilly
Am Alten Kirchhof 8 können Menschen ohne Gespräch mit einem Pastor oder dem Propst wieder der evangelisch-lutherischen Kirche beitreten.

Holsteinischer Courier

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Altholstein hat jetzt in Neumünster die erste Wiedereintrittsstelle in der Stadt eingerichtet. Propst Stefan Block montierte persönlich das Hinweisschild am Haus Am Alten Kirchhof 8 an. Hier kann man ab sofort unbürokratisch und schnell wieder Mitglied der evangelischen Kirche werden. Dafür muss man sich nicht an seine Heimatgemeinde wenden.

Propst Stefan Block findet diesen Ort ideal: „Er liegt im Zentrum, hier kommen viele Berufspendler auf dem Weg zum Bahnhof vorbei, und es ist eine neutrale Stelle.“ Neutral deshalb, weil man nicht beim Propst oder Pastor wieder in die Kirche eintritt. Anlaufstelle ist vielmehr Heidi Peters. Alles, was die Propstsekretärin für den Wiedereintritt braucht, ist eine Taufurkunde oder einen Nachweis über den Austritt. Wer weder das Eine noch das Andere mehr findet, kann dennoch wieder Mitglied der evangelischen Kirche werden. „Wir gehen dann auf die Suche in unseren Melderegistern“, erklärt Stefanie Rasmussen-Brodersen, Pressesprecherin des Kirchenkreises Altholstein.

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Zeilinger: Naturwissenschaft kann Welt nicht vollständig erklären

Bild: SPEA-2014
Ein Plädoyer für eine sich in ihrem Anspruch selbst begrenzende Naturwissenschaft hat der Quantenphysiker Anton Zeilinger gehalten. Die Frage, warum die Welt so aufgebaut sei, wie sie aufgebaut ist, lasse sich rein naturwissenschaftlich nicht erschöpfend erklären, sagte Zeilinger am Montag im Rahmen der Vortragsreihe „Disputationes“, dem inhaltlichen Part der „Ouverture Spirituelle“ bei den Salzburger Festspielen.

kathpress

Daher wären die Naturwissenschaften „wohl beraten, sich ihrer eigenen Grenzen zu erinnern“, mahnte der Wissenschaftler. Die Frage nach den Symmetrien in der Natur sei etwa nicht erschöpfend allein auf Basis der Naturwissenschaften zu erklären.

Gleichzeitig lasse dies die Frage nach einem Wirken Gottes bzw. nach der Existenz Gottes auch aus wissenschaftlicher Sicht offen. Der Versuch, das Wirken Gottes in der Natur zu erkennen, müsse daher entsprechend auch nicht notwendigerweise als unwissenschaftlich bezeichnet werden – auch wenn es Gott wohl nicht nötig habe, sich nach den Kriterien menschlichen Denkens und Erkennens zu richten, räumte Zeilinger ein.

Der Pionier auf dem Forschungsgebiet der Quanteninformation erläuterte, dass es auch auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, im Speziellen der Physik, „objektives Nichtwissen“, also den Zufall, gibt. Etwas provokant formulierte er: „Auch Gott weiß nicht, wann ein bestimmtes Lichtteilchen ausgesandt wird.“ Das sieht Zeilinger aber durchaus positiv. Eine restlos determinierte Welt fände er „deprimierend“.

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Sven Lau: Der Missionar und der Krieg

Seit neun Monaten sitzt der bundesweit bekannte Islamist Sven Lau in Untersuchungshaft © Boris Roessler/DPA
Im Prozess gegen Sven Lau wird am heutigen Mittwoch das Urteil erwartet. Zum ersten Mal stand in Deutschland ein salafistischer Prediger vor Gericht, weil er Terroristen unterstützt haben soll.

Von Barbara Opitz | stern.de

Dieser Text erschien zuerst im September 2016 im stern. Wir bieten ihn heute, vor dem Urteil gegen Sven Lau, noch einmal zum Hintergrund an.

Sven Lau sitzt in einem „Subway“-Imbiss an der Bundesstraße 7 in Wuppertal, im Niemandsland zwischen den Stadtteilen Barmen und Elberfeld. 70er-Jahre-Architektur, Media Markt, Huk-Versicherung; der einzige Ort, an dem man sich ungestört unterhalten könne, sagt Lau. Es ist der 8. Oktober 2014. Der salafistische Prediger hat gerade den vorläufigen Höhepunkt seiner Bekanntheit erreicht. Im September ist er mit zehn seiner „Brüder im Glauben“ durch die Innenstadt von Wuppertal gezogen. In orangefarbenen Westen mit der Aufschrift „Shariah-Police“ sprachen sie junge Muslime an, verteilten Flyer. Und waren am nächsten Tag in ganz Deutschland ein Thema. 40.000 Likes bekam Lau auf seiner Facebook-Seite, alle großen Medien berichteten.

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Europa ist überaltert und braucht Einwanderung

Demografie © Georgie Pauwels @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nach Angaben des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung ist Europa überaltert und braucht Einwanderer. Deutschland steht hinsichtlich Demografie und Wirtschaft international gut da, besonders Berlin und Leipzig haben aufgeholt.

MiGAZIN

Deutschland hat die Krisen, denen Europa in den vergangenen Jahren ausgesetzt war, einer Studie zufolge recht gut gemeistert und steht demografisch und wirtschaftlich im internationalen Vergleich gut da. Wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zur demografischen Zukunft Europas weiter hervorgeht, ist die Überalterung der europäischen Bevölkerung eine der größten Herausforderungen des Kontinents. Dieser Zustand werde dazu führen, dass Sozialleistungen schwieriger zu finanzieren sein werden, warnen die Wissenschaftler. Eine Chance, dem entgegenzuwirken, bestehe in der Einwanderung aus Nicht-EU- und außereuropäischen Ländern.

Für die Studie „Europas demografische Zukunft. Wie sich die Regionen nach einem Jahrzehnt der Krise entwickeln“ haben die Wissenschaftler des Berlin-Instituts 290 europäische Regionen analysiert. Dabei zeigt sich den Angaben zufolge, dass der Kontinent demografisch gespalten ist: Im Zentrum, im Norden und im Westen Europas sorgten vergleichsweise hohe Kinderzahlen und Einwanderung auf absehbare Zeit für Bevölkerungswachstum. Vielen Regionen in Süd- und Osteuropa drohten hingegen Bevölkerungsverluste. Erfolgreich integrierte Einwanderer könnten in Zukunft dazu beitragen, die demografischen Herausforderungen abzumildern, betonte Studienautor Stephan Sievert.

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EuGH: Grenzöffnungen 2015 und 2016 für Flüchtlinge waren rechtswidrig

foto: afp/attila kisbenedek Der EuGH hat nun ein Urteil über die Flüchtlingsbewegungen in Europa im Jahr 2015 gefällt.
Richter in Luxemburg entscheiden: Kroatien muss Asylwerber aus Österreich prüfen

derStandard.at

Juristisch betrachtet geht es um Einzelfälle: Zwei Afghanen und ein Syrer klagten vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg (EuGH). Der Syrer reiste über Kroatien ein und stellte schließlich einen Asylantrag in Slowenien, die Afghanen in Österreich. Beide Länder waren der Ansicht, dass laut Dublin-Verordnung Kroatien dafür verantwortlich ist, weil es das Erstaufnahmeland ist. Die Anwälte der Betroffenen hingegen waren der Meinung, da viele Grenzen in Europa geöffnet wurden, sei die Dublin-Öffnung hinfällig.

Der EuGH hat nun am Mittwoch entschieden: Kroatien ist für die Asylanträge der drei Betroffenen zuständig. Die Richter erklärten, dass das Überschreiten der Grenze von Kroatien nach Österreich bzw. Slowenien ohne erforderliches Visum „illegal“ gewesen sei.

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Tauchgang in einen Magneten


Ineinander verschlungene magnetische Strukturen in einem kleinen Gadolinium-Kobalt-Magnet © Paul Scherrer Institut/ Claire Donnelly
Spannender Einblick: Zum erstem Mal ist es Forschern gelungen, die internen Strukturen eines Magneten sichtbar zu machen. Eine spezielle Röntgentechnik enthüllte winzige magnetische Wirbel und ein komplexes Muster der magnetischen Momente. Erstmals wiesen die Wissenschaftler zudem eine seit gut 60 Jahren nur theoretisch postulierte Struktur nach: magnetische Singularitäten in Form sogenannter Bloch-Punkte.

scinexx

Magnete spielen für die moderne Technik eine wichtige Rolle. Sie stecken in Festplatten, Stromgeneratoren, aber auch in vielen anderen Elektronikbauteilen. Umso wichtiger ist es zu verstehen, wie sich die magnetischen Momente in einem ferromagnetischen Material verhalten und wie sie angeordnet sind. Dieser Einblick in die Magnetstruktur ist Forschern bisher allerdings nur bei dünnen Magnetfilmen oder an der Oberflächemagnetischer Materialien gelungen.

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EU fordert Freilassung von Yücel und Steudtner

Celik, Cavusoglu und EU-Kommissar Hahn (v.l.). Foto: epa
Das Treffen zwischen türkischen Ministern und der EU endet ergebnislos. Die Rufe nach möglichen Sanktionen gegen die Regierung Erdogan werden nun lauter.

Frankfurter Rundschau

War es eine der letzten Gelegenheiten für ein Einlenken? Am Dienstag wurden der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu und EU-Minister Ömer Celik von der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und dem für die Beitrittsverhandlungen zuständigen EU-Kommissar Johannes Hahn in Brüssel empfangen. Doch die EU-Forderungen, den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner und „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel freizulassen, verhallten scheinbar wirkungslos. Bleiben die Fronten weiter verhärtet, dürfte es spätestens nach der Sommerpause eine Diskussion über mögliche Strafen der EU geben. Ansatzpunkte gibt es mehr als genug. Ein Überblick:

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Dodo Hahne: ‚Wo bleibt der Aufschrei der Frauenrechtlerinnen?

Polizistin wollte ihrem muslimischen Kollegen mit Handschlag zur Beförderung gratulieren, doch er verweigerte den Handschlag – Gegen den muslimischen Polizisten läuft nun ein Disziplinarverfahren

kath.net

Die rheinland-pfälzische Polizistin wollte ihrem muslimischem Kollegen mit Handschlag zu seiner Beförderung gratulieren. Doch bei einer internen Feier in Montabaur verweigerte der Polizist den Handschlag. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums von Rheinland-Pfalz in Mainz habe der Beamte sein Verhalten mit seinen religiösen Überzeugungen begründet. Der muslimische Polizist wurde in den Innendienst versetzt, gegen ihn läuft nun ein Disziplinarverfahren.

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Umfrage: US-Muslime besorgt über Terrorgefahr

US-Muslime machen sich einer Umfrage zufolge größere Sorgen über islamistischen Terrorismus als der Rest der Bevölkerung.

evangelisch.de

Zwei Drittel der Muslime seien „sehr besorgt über Extremismus im Namen des Islams“, heißt es in einer am Mittwoch vorgestellten Untersuchung des Instituts „Pew Research Center“. US-Amerikaner gaben dagegen insgesamt lediglich zu 49 Prozent an, sie seien „sehr besorgt“. 76 Prozent der US-Muslime betonten, das Töten von Zivilisten aus politischen und religiösen Gründen sei niemals gerechtfertigt. In der Gesamtbevölkerung vertraten 59 Prozent diese Auffassung.

Zahlreiche US-Muslime gaben zudem an, sie fühlten sich nicht in die Gesellschaft integriert. 62 Prozent der befragten Muslime sagten, US-Amerikaner betrachteten den Islam „nicht als Teil der Mainstream-Gesellschaft“. Drei Viertel erklärten, es gebe „viel Diskriminierung von Muslimen“. Die Hälfte der Muslime sagte, es sei für sie in den USA im Laufe der vergangenen Jahre schwerer geworden.

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Leuchtender Minihai mit Riesennase

Der neuentdeckte Hai Etmopterus lailae hat eine ungewöhnlich dicke Nase udn kann im Dunkeln leuchten © Florida Atlantic University
Seltener Fund: In den Tiefen vor Hawaii haben Meeresforscher eine neue Haiart entdeckt. Der weniger als 30 Zentimeter kleine Laternenhai besitzt eine ungewöhnlich große, knubbelige Nase – offenbar ist sein Riechorgan besonders stark ausgeprägt. Der Minihai hat zudem weniger Zähne als andere Haie und leuchtet im Dunkeln gelblich. Über seine Lebensweise ist bisher nichts bekannt, denn einen dieser Haie im Ozean zu beobachten ist bisher nicht gelungen.

scinexx

Haie gehören zu den Top-Raubfischen im Meer. Doch längst nicht alle sind so bekannt wie die Riffhaie, der Weiße Hai, der Grönlandhai oder der ausgestorbene Riesenhai Carcharocles megalodon. Viele kleinere Haiarten leben nahezu verborgen in der Tiefsee. „Es gibt nur rund 450 Haiarten weltweit und man entdeckt nicht alle Tage eine neue Spezies“, sagt Stephen Kajiura von der Florida Atlantic University.

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NGOs vor der libyschen Küste: „90% der Einsätze werden von Rom ausgelöst“

Rettung im Rahmen der Operation Triton. Bild: Irish Defence Forces / CC BY 2.0
Die Seenot-Retter sehen sich einer Diffamierungs-Kampagne ausgesetzt. Interview mit Hans-Peter Buschheuer von Sea-Eye

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die NGOs, die vor der libyschen Küste Seenot-Rettung betreiben, stehen seit Monaten in der Kritik. Ihnen wird, knapp gefasst, zweierlei vorgeworfen: Dass sie ein Pull-Faktor für Migranten sind und, ihnen eine aktive Rolle im „Schleuserwahnsinn“ unterstellend, dass sie sogar aktiv mit den Schleusern- und Schleppern zusammenarbeiten.

Größere Öffentlichkeit bekam der Vorwurf der Zusammenarbeit durch einen Artikel der Financial Times im Dezember 2016. Er berief sich auf vertrauliche Berichte der Grenzschutz-Agentur Frontex. Aus einem ging nach Angaben der Zeitung hervor, dass „Migranten vor der Abfahrt klare Hinweise auf die präzise Richtung gegeben wurden, der zu folgen sei, um NGO-Schiffe zu erreichen“.

Ein weiteres Zitat aus einem anderen Frontex-Bericht unterstellte sogar noch eine engere Zusammenarbeit. Dort wurde „festgestellt“, dass es einen „ersten berichteten Fall“ gebe, „wo die verbrecherischen Netzwerke Migranten direkt an Bord eines NGO-Schiffes brachten“. Zudem übten die Frontex-Berichte Kritik an der mangelhaften Zusammenarbeit mit den NGOs. Diese würden die geretteten Migranten dazu instruieren, nicht mit Frontex oder den italienischen Behörden zusammenzuarbeiten.

Frontex reagierte kurze Zeit später auf den FT-Bericht und widersprach der Kernbehauptung: „Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir an keiner Stelle unseres Berichtes behaupten, dass „die NGO-Schiffe mit Schleusern und Schleppern zusammenarbeiten (im Original: ‚colluding with smugglers‘)“.

Ein Artikel des US-Mediums Intercept vom April dieses Jahres, der auf den Orginalbericht von Frontex verlinkte, hielt der Aussage des FT-Bericht entgegen, dass der Frontex-Bericht kaum Nachweise für die Behauptung enthält. Und: Den Behauptungen, die er aufstelle, würden Aussagen der Retter widersprechen.

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Kardinal Pell weist Missbrauchsvorwürfe zurück

Vor seiner Versetzung nach Rom Anfang 2014 war Pell Erzbischof von Melbourne und Sydney. Foto: dpa
Der australische Kardinal George Pell ist der ranghöchste katholische Geistliche, der sich bislang wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten muss. Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht beteuert er seine Unschuld.

Frankfurter Rundschau

Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht hat der australische Kardinal George Pell alle Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs zurückgewiesen. Der Vertraute von Papst Franziskus ließ am Mittwoch vor Gericht in Melbourne eine Erklärung verlesen, mit der er seine Unschuld beteuerte. Der 76-Jährige saß zwar im Saal, sagte selbst aber nichts. Der Termin war nach fünf Minuten schon wieder vorbei. Das Verfahren soll im Oktober fortgesetzt werden.

Als Finanzchef des Vatikans war der Australier bislang die inoffizielle Nummer drei des Kirchenstaats. Wegen der Vorwürfe, sich als junger Pfarrer und später auch als Erzbischof in seiner Heimat an Jungen vergangen zu haben, hatte er sich Ende Juni jedoch beurlauben lassen. Durch die Ansetzung des neuen Termins am 6. Oktober muss der Papst auf die Dienste des Kurien-Kardinals nun weiterhin verzichten.

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Einige gewinnst du, einige verlierst du

Richard Dawkins, Screengrab

Vor kurzem wählte die Royal Society „Das egoistische Gen“ zum einflussreichsten wissenschaftlichen Buch, nun wurde Richard Dawkins von einer Veranstaltung ausgeladen.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Am 9. August 2017 sollte Richard Dawkins auf einer Veranstaltung des Radiosenders KPFA (Berkeley, Kalifornien)  über sein neues Buch „Science in the Soul“ (deutsche Ausgabe im Frühjahr 2018) sprechen. Am 20. Juli informierte KPFA alle Ticketkäufer, dass die Veranstaltung storniert wurde, ohne jedoch zuvor mit Richard Dawkins gesprochen zu haben.

Benachrichtigung für Richard Dawkins: Science in the Soul: Selected Writings of a Passionate Rationalist

Liebe Richard Dawkins Veranstaltung Ticketkäufer. Wir bedauern, sie darüber informieren zu müssen, dass unsere Veranstaltung mit Richard Dawkins storniert wurde. Wir hatten diese Veranstaltung, die vollständig auf seinem neuen Buch über Wissenschaft basiert, gebucht, wobei wir nicht wussten, dass er in seinen Tweets und Kommentaren über den Islam viele Menschen beleidigt und verletzt hat. KPFA billigt keine verletzenden Worte. Während KPFA ausdrücklich ernsthafte Redefreiheit unterstützt, unterstützen wir keine beleidigenden Worte. Wir entschuldigen uns dafür, uns nicht umfassender über Dawkins Ansichten informiert zu haben. Wir entschuldigen uns ebenfalls bei denen, für die diese Stornierung Unbequemlichkeiten verursacht. Ihre Ticketkäufe werden automatisch von Brown Paper Tickets zurückerstattet.

Mit freundlichen Grüßen
KPFA Radio 94.1 FM

Inzwischen gibt es zahlreiche Kommentare u. a. von Michael ShermerSteven Pinker, dem CFILawrence KraussDaniel DennettHemant Metha und Jerry Coyne, die diese Entscheidung kritisieren. Die Stellungnahme von KPFA, die nun nach einigen Tagen des Schweigens vorliegt, wirft Dawkins u. a. vor, den Islam als „übelste Religion der Welt“ bezeichnet zu haben. Dies ist zwar richtig, jedoch aus dem Kontext gerissen, wie Hemant Metha hier klar aufzeigt. Zudem ist die Begründung, man hätte nichts über Dawkins´ Islamkritik gewusst absurd, auch, weil er schon früher bei KPFA zu Gast war. Er ist als Kritiker aller Religionen bekannt, aber offenbar soll der Islam nach der Ansicht von KPFA davon ausgenommen werden. Dawkins hat immer wieder betont, dass sich seine Islamkritik nicht gegen Muslime richtet, die nach seiner Auffassung die hauptsächlichen Opfer des Islam sind, im Besonderen Frauen. Hier wird wieder einmal Islamkritik und Muslimfeindlichkeit in einen Topf geworfen. Wer den Islam kritisiert muss demnach automatisch feindlich gegenüber Muslimen eingestellt sein. Neben dem Todschlagargument „Islamophobie“, ein weit verbreitetes Narrativ, um Kritiker mundtot zu machen. Zudem sind Muslime nicht wie kleine Kinder, die keine Kritik vertragen können. Dies ist herablassend, der sanfte Rassismus der gesenkten Erwartungshaltung.

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Dem Sekten-Guru verfallen

Ariela Bogenberger blickt zurück: „Über 20 Jahre versucht man, etwas zu reparieren, das niemals kaputt war.“ (Foto: Ariela Bogenberger/BR)
Sie ist eine erfolgreiche Drehbuchautorin – und viele Jahre heimlich Sekten-Mitglied. Ariela Bogenberger erzählt in „Aussteigen“ von der Kirschblütengemeinschaft und was die ihr alles genommen hat.

Von Katharina Riehl | Süddeutsche.de

Ganz am Ende des Films dreht sich das Gespräch zum ersten Mal, wird die Befragte plötzlich zur Fragestellerin. Die Frau, die gerade über Stunden die dunkelsten Momente ihres Lebens offengelegt hat, fragt die Regisseurin hinter der Kamera: „Was mich interessiert: Warum? Was ist das, was dich an diesem Thema anzieht oder anspricht?“ Und eine Stimme antwortet aus dem Off: „Das bist vor allen Dingen du.“

Das ist ein hübsches Ende für diesen Film, denn treffender könnte man auch als Zuschauer die Frage nach dem Warum nicht beantworten. Eineinhalb Stunden lang sieht man eine Frau auf einem Stuhl sitzen und erzählen, es gibt keine anderen Figuren, es gibt keine Handlung, keine Archivaufnahmen, nicht einmal alte Fotos; es gibt nur diese brünette Frau mit den Perlenohrringen, die davon erzählt, wie sie in eine Gruppe hineingeriet, von der sie sich erst 20 Jahre später eingestehen konnte, dass es eine Sekte war.

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Weniger Bibeln in Hotelzimmern

Themenbild.

Die Nachfrage von Hotels nach Bibeln sinke, teilte der Bibelverein Gideons International aus dem hessischen Wetzlar auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit.

evangelisch.de

Deutschlandweit sei die Zahl von 48.000 angeforderten Exemplaren im Jahr 2006 auf 26.000 im Jahr 2016 gesunken.

In den Steigenberger Hotels mit Sitz in Frankfurt sei es seit 2015 nicht mehr Standard, eine Bibel oder einen Koran in die Zimmer zu legen, sagte eine Sprecherin. Das bedeute, für neu eröffnete oder übernommene Hotels seien keine Bibeln mehr angeschafft worden. In älteren Betrieben lägen noch welche aus.

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ERDOGAN: „Wer Massaker verübt hat, sollte uns keine Lektion erteilen“

Massengrab mit den Leichen getöteter Armenier. Rund 1,5 Millionen Armenier sind in den Jahren 1915 und 1916 durch Massenmorde und Deportationen ums Leben gekommen. (picture alliance / dpa / Foto: epa CRDA)
Der türkische Präsident Erdogan hat zu einem neuen Rundumschlag ausgeholt. Er wirft Deutschland Spionage vor und warnt vor wirtschaftlichen Strafmaßnahmen. Besonders missfallen ihm Belehrungen über Menschlichkeit.

DIE WELT

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Zusammenhang mit der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner Deutschland Spionage vorgeworfen und vor wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen sein Land gewarnt. „Der Westen will, dass seine Agenten in unserem Land frei herumlaufen, während diese uns Schaden zufügen“, sagte Erdogan vor der Fraktion seiner AK-Partei in Ankara.

„Diejenigen, die auf die Zuständigkeit der Justiz verweisen, wenn es um Terroristen geht, denen sie in ihrem Land Zuflucht gewähren, bauschen Sachen zu diplomatischen Krisen auf, wenn wir ihre Agenten auf frischer Tat erwischen.“ Die Türkei wirft Deutschland vor, militanten Kurden und Linken sowie Personen, die in den gescheiterten Militärputsch verstrickt sein sollen, Schutz zu gewähren. Die Bundesregierung weist dies zurück.

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„Spiegel“-Redaktion löscht umstrittenes Buch aus Bestseller-Liste

(c) imago stock&people
Die „Spiegel“-Chefredaktion hält das umstrittene Buch, zuletzt auf Platz sechs der Sachbuchbestseller, für „klar antisemitisch“.

Die Presse.com

Die „Spiegel“-Bestsellerliste ist das vermutlich bedeutendste Ranking im deutschen Buchhandel: Zahlreiche Buchhandlungen richten ihre Bestsellerregale nach ihr ein, wer es unter die Top Ten schafft, darf sich über beste Schaufensterpräsenz, den beliebten „Spiegel“-Sticker auf dem Cover und gute Chancen auf hohe Verkaufszahlen freuen. Dabei basiert die Liste selbst nur auf Verkaufsdaten: Die Fachzeitschrift „Buchreport“, herausgegeben von einer „Spiegel“-Tochter, erhebt jede Woche, wie oft welches Buch in Geschäften und Onlineshops verkauft wurde, und sortiert die Daten nach formellen (Hardcover oder Taschenbuch?) sowie einigen inhaltlichen Kriterien (bestimmte Buchtypen wie etwa Kinder- oder Kochbücher werden nicht berücksichtigt). Die Liste soll das Marktgeschehen abbilden, heißt es in einer online ersichtlichen Erklärung, wie die Bestseller zustande kommen. Ein kuratiertes Ranking ist sie damit nicht.

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Nach Schulz‘ Warnung: IOM sieht keine Flüchtlingskrise wie 2015

Bild: FB

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hält eine Wiederholung der Flüchtlingskrise von 2015, vor der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Wochenende gewarnt hatte, für kaum wahrscheinlich.

evangelisch.de

„Wir sehen zurzeit nichts, was 2015 irgendwie nahe kommt“, sagte IOM-Sprecher Joel A. Millmann am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die IOM erwarte für das gesamte Jahr 2017 grob 200.000 Neuankömmlinge in der EU, während es in der Hochzeit der Flüchtlingskrise von März 2015 bis März 2016 rund eine Million gewesen seien, sagte der Sprecher der Genfer Organisation.

Schulz hatte im Interview mit der „Bild am Sonntag“ die Zahl von einer Million Menschen genannt, die 2015 „weitgehend unkontrolliert“ nach Deutschland gekommen seien.

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Play God With this New AI that Predicts Wealth from Space

Image: NASA/Oleg Kononenko, via Wikimedia Commons
Rewild whole neighborhoods or go full Robert Moses—the choice is yours with the newly launched Penny platform.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Hundreds of miles above our heads, Earth-imaging satellites are hard at work, snapping high-resolution photos of our planet and its inhabitants (say cheese). This abundance of imagery has revolutionized how we travel, communicate, and perceive our surroundings, and also provides unexpected insights into our civilization that aren’t obvious at ground level—like the impact of a neighborhood’s wealth on its overhead appearance.

This idea served as the inspiration for the newly launched tool Penny, an artificial intelligence platform trained to use satellite pictures to predict the income brackets of urban neighborhoods. Developed by the Colorado-based satellite company DigitalGlobe, the data visualization studio Stamen Design, and researchers at Carnegie Mellon University, Penny generates estimates of a particular city block’s wealth based on satellite imagery, and compares its results with real census data.

Penny also acts as a virtual sandbox, where users can click-and-drop items like trees, freeways, or baseball diamonds into neighborhoods to see how they affect the AI’s perception of an area’s wealth.

But before you start scouting out promising real estate investments or urban planning initiatives, note that Penny is still in its first incarnation, and sometimes gets estimates wrong (still, it’s accurate about 86 percent of the time).

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