Dünen auf dem Pluto?

Diese Aufnahme der Raumsonde New Horizons zeigt die Dünnenrippel am Rand des Al-ADrisi-Gebirges auf dem Pluto. © NASA/ JHUAPL/ Southwest Research Institute
Überraschend erdähnlich: Trotz dünner Atmosphäre und eisiger Kälte besitzt auch der Zwergplanet Pluto echte Dünen. Wie auf der Erde wurden sie aus losen Partikeln gebildet, die der Wind herangeweht hat. Allerdings bestehen die Plutodünen nicht aus Sand, sondern aus Methaneis-Körnchen. Der Transport dieser Eiskörnchen könnte sogar bis heute anhalten und für immer neue Dünenrippel auf dem Zwergplaneten sorgen, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

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Die Aufnahmen und Daten der NASA-Raumsonde New Horizons sorgen für immer neue Überraschungen. Denn sie enthüllen, dass der ferne Zwergplanet Pluto erstaunlich vielseitige und sogar erdähnliche Merkmale besitzt. So gibt es fließende Gletscher, eisige Gebirge und vielleicht sogar einen subglazialen Ozean und aktive Eisvulkane. Generell scheint die Pluto-Oberfläche dynamischer und veränderlicher als man es lange für möglich gehalten hätte.

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Religiotie: Stadionpastor fordert mehr Präsenz der Kirche auf Fußballplätzen

Die Kirche sollte sich außerdem einmischen in Diskussionen etwa über Fair Play oder Ablösesummen für Spieler, sagt Eugen Eckert

EKD

Fußball und Religion haben nach Ansicht des Frankfurter Stadionpastors Eugen Eckert eine Menge Gemeinsamkeiten. Auch deshalb sollte die Kirche sich viel mehr auf Fußballplätzen präsentieren. Sie sollte sich einmischen in Diskussionen etwa über Fair Play oder Ablösesummen für Spieler, sagte Eckert dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Rande des Sommerempfangs der evangelischen Kirchen und der Diakonie in Osnabrück. Der evangelische Theologe ist einer von zwei hauptamtlichen Stadionpastoren in Deutschland.

Herr Eckert, warum braucht es Pfarrer in einem Bundesliga-Stadion?

Eugen Eckert: In einem Fußballstadion treffen alle Milieus unserer Gesellschaft aufeinander. Wir haben als Kirche an diesem säkularen Ort eine unglaubliche Chance, neu anzuknüpfen an verloren gegangene Kontakte. Das sollten wir viel mehr nutzen. Ich komme zum Beispiel mit Menschen aus der Ultra- und Hooligan-Szene ins Gespräch, wenn ich sie traue oder ihre Kinder taufe. Gemeinsam mit Fans kann ich ökumenische Gottesdienste beim Public Viewing im Stadion gestalten. Und es gibt viele thematische Schnittstellen: Im Fußball wie im Leben haben wir eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Es geht darum, was wir daraus machen. Wie gehen wir mit Höhen und Tiefen um, wie mit dem Foulspiel? Wann stehe ich im Abseits und wie komme ich da wieder raus? Mit welchem Einsatz spielen wir und wo sind die Grenzen?

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Krebskiller in sichere Bahnen lenken

475 000 Dollar kostet eine Behandlung mit der zellbasierten Krebstherapie von Novartis. (Bild: pd)
CAR-T steht für eine neue, äusserst wirksame Krebstherapie. Bevor sie breit eingesetzt werden kann, muss ihre Verträglichkeit aber verbessert werden.

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Das Pharmaunternehmen Novartis hat mit seinem letzten Herbst in den USA zugelassenen Krebsmittel Kymriah einen Coup gelandet. Die Therapie beeindruckt nicht nur mit einer hohen Wirksamkeit bei einer schwierig zu behandelnden Form von Leukämie. Kymriah ist auch der erste Vertreter einer völlig neuen Klasse von Krebstherapie: Mit der CAR-T genannten Behandlung wird das Immunsystem des Patienten befähigt, die bösartigen Zellen aus eigener Kraft zu eliminieren.

Dazu werden dem Patienten bestimmte Immunzellen (T-Zellen) aus dem Blut entnommen. Mit einem gentechnischen Trick werden sie dann im Labor mit einem sogenannten chimärischen Antigen-Rezeptor (CAR) bestückt. Die so entstandenen CAR-T-Zellen – sie werden dem Patienten in einer Infusion verabreicht – können jetzt die Tumorzellen an ihren spezifischen Oberflächenmolekülen erkennen und sie der Vernichtung zuführen.

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Über ein Christentum, das zum Schwert greift

Wodurch definiert sich das Christentum in Europa momentan? Dieser Frage geht Thomas Schmid in der „Welt“ nach. (imago stock&people)
In der „Welt“ reflektiert Thomas Schmid über das hässliche Christentum, das, um die christliche Botschaft zu retten, dieselbe zerstöre. Hans Magnus Enzensberger hingegen bekennt in der „NZZ“: Wer zweifelt, bewegt sich freier.

Von Arno Orzessek | Deutschlandfunk Kultur

„Das hässliche Christentum“ heißt ein Artikel in der Tageszeitung DIE WELT, in dem Thomas Schmid mit Blick auf Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, die konservativ-christlichen Regierungen in Polen und Ungarn sowie Teile der italienischen Lega und der hiesigen AfD feststellt: „Es wächst ein Christentum heran, das verbal wieder zum Schwert greift. Das von Ökumene wenig und von Toleranz anderen Religionen gegenüber fast gar nichts hält.“

Europa eine gute bewehrte Christenfestung

„Ein Christentum, das sich als abendländisch in scharfer Abgrenzung von anderen Denominationen begreift. Das Europa gerne zu einer gut bewehrten Christenfestung machen würde. Das ohne eine Spur schlechten Gewissens jedem Fremden und jedem Flüchtling die Tür weisen möchte. Das das Spannungsverhältnis zwischen dem Anspruch der Menschenrechte auf universelle Gültigkeit und dem Menschenmöglichen gar nicht kennt und schon gar nicht als schmerzhaft empfindet. […] Das, um die christliche Botschaft zu retten, dieselbe zerstört.“, so der WELT-Autor Schmid über „Das hässliche Christentum“. Das übrigens Schmids eigener Auffassung vom Christentum absolut widerspricht, wie aus dem weiteren Artikel hervorgeht.

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Neutronenstern-Kollision schuf Schwarzes Loch

Was entstand bei der Neutronenstern-Kollision im August 2017? © NASA/CXC/ M.Weiss
Rätselhafter Überrest: Bisher war unklar, was bei der Neutronenstern-Kollision im August 2017 übrig blieb – ein neuer Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch? Jetzt liefern Röntgendaten erste Antworten. Eine abnehmende Emission der Strahlung spricht demnach eher für ein neues Schwarzes Loch, wie Astronomen berichten. Das Besondere: Dieses Schwarze Loch wäre das leichteste jemals im Kosmos entdeckte.

scinexx

Am 17. August 2017 empfingen die Detektoren der LIGO- und Virgo-Observatoren zum ersten Mal die Gravitationswellen eines ganz besonderen Ereignisses: der Verschmelzung zweier Neutronensterne. Das GW170817 getaufte Ereignis fand 130 Millionen Lichtjahre entfernt statt und erzeugte große Mengen schwerer Elemente, sowie ein starkes Nachglühen in fast dem gesamten elektromagnetischen Spektrum.

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Türkei: Kommt die Wirtschaftskrise vor der Wahl?

Kursentwicklung der türkischen Lira zum US-Dollar. Grafik: TP
Die türkische Zentralbank versucht, die Währung zu stabilisieren, Präsident Erdogan stilisiert sich trotz mieser Zahlen zum Wohlstandsgarant

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist bei vielen seiner Wähler vor allem deshalb so beliebt, weil es ihm in den Anfangsjahren der AKP gelungen ist, die Wirtschaft zu stabilisieren, die Korruption der Vorgängerregierung zu bekämpfen und mit zahlreichen Maßnahmen den Lebensstandard vor allem der ärmeren Schichten anzuheben. Dass das nicht komplett sein Verdienst war, wird gerne vergessen, es zählt mehr der psychologische Effekt. Denn als die AKP 2002 zum ersten Mal an die Macht kam, erholte sich das Land gerade von eine verheerenden Wirtschaftskrise, in der die Inflation explodiert war.

Die Reformansätze, die Erdogan dann verfolgte, waren großteils aber bereits vor der AKP-Zeit eingeleitet worden. Er musste lediglich andocken. In den Folgejahren profitierte die Türkei von billigen ausländischen Krediten und Investoren, die in der Türkei einen sicheren Hafen sahen. Immerhin wurde die AKP auch von der EU und den USA als Partei gefeiert, die die Türkei in Richtung Demokratie steuerte und sich dem Ziel der EU-Mitgliedschaft näherte. Auch dafür waren massive Reformen eine elementare Voraussetzung. Innertürkische Kritiker, die in Erdogan den Wolf im Schafspelz sahen, wurden allzu lange ignoriert.

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Repräsentantenhaus: Einstimmig wurde Trump ein Einsatz von US-Truppen gegen den Iran verboten

US-Repräsentantenhaus will einen Krieg mit dem Iran unterbinden. Bild: public domain
Der Senat muss noch zustimmen, das Weiße Haus favorisiert für den angestrebten Regime Change einen verdeckten Krieg mit Proxy-Gruppen, sie müssen nur gegen das Mullah-Regime sein

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Neben dem Nordkorea-Konflikt scheint US-Präsident Donald Trump außenpolitisch vor allem die Isolierung Irans im Programm gehabt zu haben. Schon letztes Jahr schmiedete er mit Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Staaten eine Anti-Iran-Allianz, die auch Saudi-Arabien Israel näher brachte. Und wahrscheinlich mussten erst Außenminister und Sicherheitsberater ausgewechselt und mit den Anti-Iran-Falken Mike Pompeo und John Bolton (How to Get Out of the Iran Nuclear Deal) besetzt werden, um mit einem widerspruchslos folgenden Kabinett den einseitigen Ausstieg aus dem Iran-Abkommen gegen den Rat der europäischen Alliierten zu beschließen.

Im Kongress scheint man Sorge zu haben, dass Trump militärisch im Iran intervenieren könnte, möglicherweise in Reaktion auf einen iranischen Gegenschlag bei einem weiteren israelischen Angriff auf iranische Ziele in Syrien. Noch immer führt Trump militärische Einsätze nicht nur in Syrien und im Irak, sondern etwa auch in Jemen, Somalia oder afrikanischen Staaten mit den Kriegsbewilligungen des Kongresses (Authorization for Use of Military Force – AUMF) nach den 9/11-Anschlägen gegen al-Qaida in Afghanistan (2001) und im Irak (2002) aus.

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Zwei Raumsonden, eine Mission

Asteroid Eros war im Jahr 2001 der erste, auf dem eine Raumsonde landete. (Bild: Nasa)
Die Asteroiden Bennu und Ryugu bekommen in den nächsten Wochen Besuch von der Erde. Die beteiligten Wissenschafter verfolgen ein ehrgeiziges Ziel: das Rohmaterial unseres Sonnensystems unversehrt zur Erde zu bringen.

Helga Rietz | Neue Zürcher Zeitung

Nur noch 10 000 Kilometer bis zum Ziel! – Was auf irdischen Reisen wenig ermutigend klingt, verbreitete sich vor drei Tagen als freudige Nachricht über Twitter. Die Reise ist mit weit über 3 Milliarden Kilometern allerdings auch eine ungewöhnlich lange. Ihr Ziel ist der Asteroid Ryugu. Und die Reisende Hayabusa 2, eine Raumsonde der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa, die schon im Dezember 2014 Richtung Ryugu aufbrach.

Noch im Juni soll Hayabusa 2 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden einschwenken. In den darauffolgenden Monaten wird sie ihn aus dem Orbit vermessen, kartieren und charakterisieren. Die Sonde führt ein Landegerät namens Mobile Asteroid Surface Scout (Mascot) mit, das unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde; ausserdem drei winzige experimentelle Landeroboter. Mascot misst die Temperatur und die Magnetisierung des Gesteins, seine Bordkamera macht Nahaufnahmen von der Oberfläche.

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Dodo Müller: Die Gender-Ideologie ist eine „neue Religion“

Gerhard L. Müller links im Bild
Früherer Präfekt der Glaubenskongregation: Der Kapitalismus befindet sich in einer Krise, „die antichristlichen Ideologien von Marxismus und Faschismus sind gefallen“, und diesen Vakuum entstand die Gender-Ideologie.

kath.net

Der Zusammenbruch von Faschismus und Sowjetkommunismus hat ein Vakuum entstehen lassen, in dem die Gender-Ideologie als „neue Religion“ entstanden sei. Dies sagte Gerhard Kardinal Müller bei der Vorstellung der italienischen Buchausgabe von „Warum ich mich selbst nicht als schwul bezeichne“ von Daniel Mattson. Das berichtete die „Catholic News Agency“. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation erläuterte, dass „die antichristlichen Ideologien von Marxismus und Faschismus gefallen sind“ und sich der Kapitalismus in einer Krise befindet. Hier hatte es „Raum für wahre Philosophie, für Theologie, für christliche Religion gegeben. Doch haben es die Menschen vorzogen, eine neue Religion zu erfinden, die eher an den Menschen als an Gott glaubt“.

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Ku-Klux-Klan-Flashmob nach Fußballspiel

Rechtsextremisten feiern Aufstieg von Energie Cottbuss in die 3. Bundesliga. Die Polizei schaut zu. © Jüdisches Forum @ twitter
Den Aufstieg von Energie Cottbus in die 3. Bundesliga feierten einige Rechtsextremisten im Stil des Ku-Klux-Klans und zeigten dabei eine Transparent, das an eine Hitler-Biografie erinnert. Die Polizei schaute dabei nur zu. Das war jetzt Thema im Landtag.

MiGAZIN

Nach dem Aufstieg des Fußballvereins Energie Cottbus in die 3. Bundesliga waren am vergangenen Sonntag in der ostbrandenburgischen Stadt aus einer Gruppe heraus bengalische Fackeln gezündet worden. Mehrere – bis jetzt unbekannte – Personen zeigten ein rotes Transparent mit der Aufschrift „Aufstieg des Bösen“, das sich offenbar an den Titel einer Hitler-Biografie anlehnt. Zudem trugen sie nach Polizeiangaben weiße Kapuzenmützen, die an den rassistischen Ku-Klux-Klan in den USA erinnerten.

Die Polizei hatte nicht eingegriffen, so dass auch keine Personalien aufgenommen werden konnten. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) versprach am Donnerstag im Landtag eine intensive und gründliche Einsatznachbereitung. Dabei werde aufgearbeitet, was unternommen und was unterlassen wurde. Die Linke und Die Grünen hatten der Landesregierung Fragen gestellt.

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Alice Schwarzer: Scharfe Kritik an christlich-muslimischem Dialog

Alice Schwarzer, die Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“ (picture alliance / Henning Kaiser/dpa)
Die Feministin Alice Schwarzer kritisiert, Deutschland unterscheide nicht zwischen Islam und Islamismus. Politikern und Kirchen wirft sie vor, „Schulter an Schulter mit Funktionären hoch suspekter Verbände zu stehen“. Sie sollten besser den „Dialog mit aufgeklärten Muslimen suchen,“ sagte Schwarzer im Dlf.

Alice Schwarzer im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Hoffentlich formuliere ich jetzt nichts, was sich sexistisch anhört, nicht dass die berühmteste deutsche Feministin das Studio verlässt. Vor mir liegt ein Magazin mit einem Cover, das mich seit Tagen nicht loslässt.

Eine schöne Frau dominiert den Titel, eine sehr schöne Frau, südländisch, bronzefarbene Haut, ihr Haar fliegt gen Himmel. Als Mann, der nie so richtig lange Haare hatte, kann ich nur schätzen: Dieses Haar dürfte mehrere Kilo wiegen und dennoch erhebt es sich. Es scheint sich nicht bändigen zu lassen. Es lässt sich nicht zügeln, es lässt sich nicht einsperren. Und während dieses lockige, lange Haar sich dreht und windet, wirkt diese Frau auf dem Cover absolut entspannt, tiefenentspannt, ja, womöglich glücklich. Vor mir liegt die neueste Ausgabe von „Emma“ und die Titelgeschichte, sie kommt aus dem Iran. Der Titel lautet: „Unser Kampf gegen das Kopftuch“.

Alice Schwarzer, die Gründerin, Chefredakteurin und Herausgeberin der Emma ist bei uns im Studio zu einer Aufzeichnung kurz vor der Sendung. Wir wollen sprechen über das Kopftuch, über ihr neues Buch, bei dem die Religion eine große Rolle spielt, und über das eine oder andere heiße Islamismus-Eisen. Frau Schwarzer, herzlich willkommen.

Alice Schwarzer: Ja, guten Morgen Herr Main.

Main: Sie haben das Studio noch nicht verlassen.

Schwarzer: Nein, ich höre fasziniert zu, wie genau Sie den Titel beschreiben und in der Tat, auch ich gehe davon aus, dass diese Frau glücklich ist und auch stolz, glücklich und stolz, denn sie ist eine dieser todesmutigen Frauen im Iran, die demonstrativ ihr Kopftuch ablegen und ihr Haar zeigen. Das ist ja zurzeit eine Aktion im Iran. Die nennen sich Mädchen von der Revolutionsstraße. Die machen das nämlich mitten im Zentrum in der Revolutionsstraße. Manche landen im Gefängnis und haben vieles zu befürchten. Sie werden von Polizisten gestoßen, aber sie machen weiter. Ich glaube, das wird zur echten zumindest Beunruhigung für das Regime, vielleicht sogar der Beginn einer Bedrohung.

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Klimawandel trifft Berlin und Brandenburg zuerst

Rapsblüte in Brandenburg. Die Mark könnte am frühesten vom Klimawandel betroffen sein.Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Hitzewellen, Trockenheit, heftige Gewitter, Stürme, Starkregen: Brandenburg und Berlin werden den Klimawandel wohl früher als andere Bundesländer zu spüren bekommen.

Von Sandra Dassler | DER TAGESSPIEGEL

Fast 30 Grad im Mai, Sonne pur mehr als 16 Stunden am Tag, nahezu übergangslose Wechsel zwischen Winter und Sommer – gefühlt hat der Klimawandel die Hauptstadtregion längst erreicht. In der nächsten Tagen werden die hohen Temperaturen ganz sicher noch anhalten, sagt Tanja Kraus-Lamprecht von Meteogroup.

Was Sonnenanbeter und Outdoor-Aktivisten zunächst einmal jubeln lässt, bringt Landwirten und Gärtnern bestenfalls viel Arbeit und schlechtestenfalls trotzdem wenig Lohn ein. Denn anhaltender Regen sei nicht in Sicht, sagt die Meteorologin – wenn uns der Himmel etwas beschert, dann Gewitter mit Starkregen. Und der schafft es nicht, in den ausgetrockneten Boden einzudringen.

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Wie Zecken allein von Blut leben können

Zecken ernähren sich ausschließlich von Blut – und müssten daher eigentlich unter Vitaminmangel leiden. © Ixodes/ thinkstock
Mikrobieller Helfer: Zecken ernähren sich allein von Blut – und müssten daher eigentlich an einem Vitaminmangel zugrunde gehen. Forscher haben nun herausgefunden, warum dem nicht so ist. Demnach versorgt ein Bakterium die Blutsauger mit überlebenswichtigen B-Vitaminen. Der Keim lebt in Symbiose mit den Zecken und macht deren einseitige Ernährungsweise überhaupt erst möglich.

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Warmes Wetter und sommerliche Temperaturen locken derzeit nicht nur uns nach draußen – auch Zecken sind vermehrt aktiv. Die kleinen Plagegeister lauern auf Gräsern und Sträuchern auf ihre menschlichen und tierischen Opfer, an deren Blut sie sich laben. Anders als beispielsweise Stechmücken ernähren sich die Tierchen ausschließlich von der roten Körperflüssigkeit. Jede ihrer Mahlzeiten ist eine Blutmahlzeit.

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„Europa hat noch nicht das Ausmaß der Migrationsbewegung erkannt“

Nach wochenlangem Streit räumt die französische Polizei das größte illegale Migranten-Zeltlager in Paris. Die Bedingungen waren katastrophal, Hilfsorganisationen schlugen Alarm. Quelle: WELT
Ein illegales Migrantencamp in Paris wurde geräumt – zum 35. Mal in drei Jahren. Und jede Woche kommen 500 neue Flüchtlinge an. Yannick Le Bihan, Frankreich-Chef von Ärzte ohne Grenzen, kritisiert die Politiker scharf.

Von Martina Meister | DIE WELT

WELT: In Paris ist zum 35. Mal innerhalb weniger Jahre ein wildes Migrantencamp geräumt worden. War es das letzte Mal?

Yannick Le Bihan: Ganz bestimmt nicht. Es wird wieder neue Camps geben.

WELT: Wie viele Migranten kommen täglich nach Paris?

Le Bihan: Rund 50 bis 70 kommen täglich, also bis 500 pro Woche.

WELT: Es ist also eine Frage von Wochen, bis das nächste Camp entsteht. Wer ist schuld an dieser Situation, die Stadt oder Staat?

Le Bihan: Beide haben sich monatelang die Schuld gegenseitig in die Schuhe geschoben. Aber es ist eindeutig der Staat, der in der Verantwortung steht. Eine Aufgabe wie diese überfordert eine Stadt wie Paris. Der Innenminister hat meiner Ansicht nach die Sache aus politischem Kalkül absichtlich schleifen lassen, um abschreckende Bilder zu produzieren.

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Kreuzpflicht in Bayern kommt: Es bleibt umstritten

Das Kreuz mit den Religionen
Ab Juni sollen Kreuze in allen Behörden des Freistaats die christlich-abendländische Prägung Bayerns sichtbar machen. Doch konsequent umgesetzt wird das nicht.

DOMRADIO.DE

Die Kreuzpflicht für die bayerischen Landesbehörden tritt an diesem Freitag in Kraft – doch publikumswirksame Bereiche bleiben ausgenommen. Für Hochschulen, Museen und Theater des Freistaats gilt keine Verpflichtung, sondern lediglich eine Empfehlung. Das sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Kunst- und Wissenschaftsministeriums in München, zuvor berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. „Die Verpflichtung, Kreuze im Eingangsbereich anzubringen, gilt auch für alle Behörden im Bereich des Kunst- und Wissenschaftsministeriums, mit Ausnahme der Hochschulen, Theater und Museen“, erklärte die Sprecherin. „Für die gilt die Empfehlung.“

Papstbesuch

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Freitag an einem passenden Ort Gelegenheit, sich zur Kreuzpflicht zu äußern: Er will Papst Franziskus und dessen Vorgänger Benedikt XVI. in Rom besuchen. Söder hatte angeordnet, dass in den Dienstgebäuden des Freistaats ein Kreuz im Eingangsbereich aufzuhängen ist. Das soll die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich machen. Kritiker sehen darin jedoch lediglich einen politischen Schachzug, um bei der Landtagswahl im konservativen Lager zu punkten.

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Rajoys Sturz ist besiegelt – Sánchez setzt sich durch

Pedro Sánchez setzt sich durch. (Bild: Susana Vera / Reuters)
Mit grosser Sicherheit werden die spanischen Sozialisten die konservative Regierung in Madrid stürzen. Sie haben Unterstützung gefunden bei den baskischen und katalanischen Nationalisten. Auch die Protestpartei Podemos hilft mit.

Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

In Madrid haben die Sozialisten voraussichtlich genug Stimmen, um die konservative Regierung von Mariano Rajoy zu stürzen, gemäss dem Verfahren des «konstruktiven Misstrauensvotums» nach deutschem Modell. Zuletzt haben die baskischen Nationalisten – sie verfügen über 5 von 350 Sitzen im Abgeordnetenhaus – Unterstützung für das Misstrauensvotum signalisiert; damit dürfte die erforderliche Mehrheit von 176 Stimmen für das Misstrauensvotum zustande kommen.

Schon vor einigen Tagen haben sie das Zünglein an der Waage gespielt, als sie endlich der Regierungspartei ihre Stimmen liehen, um den Haushalt für das laufende Jahr zu verabschieden – gegen die Zusage von grosser Infrastrukturvorhaben im Baskenland. Jetzt haben sie kaltschnäuzig die Seite gewechselt.

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Anker-Zentren verletzen Rechte von Minderjährigen

Flüchtlingsorganisationen sehen den besonderen Schutz von Kindern und Jugendlichen in den vom Bund geplanten Asyl- und Abschiebezentren gefährdet.

evangelisch.de

Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigten, dass die Unterbringung in großen Sammelunterkünften insbesondere dem Wohl von Kindern entgegenstehe und elementare Rechte von Minderjährigen verletze, heißt es in einer am Donnerstag in Bochum veröffentlichten Pressemitteilung von Landesflüchtlingsräten in Deutschland, dem Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Pro Asyl und der Initiative Jugendliche ohne Grenzen. Das von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geplante Sondersystem der Anker-Zentren treibe die Isolation und Diskriminierung weiter voran.

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So kam der Mensch zu seinem grossen Gehirn

In den letzten vier Millionen Jahren hat sich das Hirnvolumen des Menschen verdreifacht. (Bild: Science Source)
Der Mensch verdankt seine herausragenden Denkleistungen seinem Hirnvolumen. In der Evolution des Menschen sind primär durch Fehler neue Gene entstanden, die dieses Wachstum ermöglicht haben.

Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

Die Evolution des Menschen und jeder anderen Art auf diesem Planeten baut auf Fehlern auf. Es sind primär Unfälle, die das Erbgut verändern: Einzelne Gene mutieren oder längere Erbgut-Segmente verdoppeln sich. Diese Fehler können verheerend sein, lassen aber auch neue Eigenschaften entstehen. So auch das grosse Gehirn und die herausragenden kognitiven Fähigkeiten des Menschen.

In den letzten vier Millionen Jahren wuchs das menschliche Gehirn um das Dreifache auf heute etwa 1350 Kubikmillimeter. Die Hirnrinde, die bei Denkleistungen besonders aktiv ist, legte als äusserste Schicht am meisten Volumen zu. Nun zeigen drei Studien unabhängig voneinander, dass Gene aus der Notch-Familie, die in der menschlichen Linie vor mehreren Millionen Jahren neu entstanden sind, dabei womöglich eine treibende Kraft waren.

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Dänemark verbietet Niqab und Burka in der Öffentlichkeit

Das Tragen von Burkas in der Öffentlichkeit ist in Dänemark in Zukunft verboten. (Foto: picture alliance / dpa)
Als fünftes europäisches Land untersagt die Regierung in Kopenhagen die Vollverschleierung.

Süddeutsche Zeitung

Das dänische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das muslimischen Frauen das Tragen von Ganzkörperschleiern (Burka) und Gesichtsschleiern (Niqab) untersagt. Verstöße dagegen werden künftig mit Geldbußen belegt, wie es in dem Gesetz heißt.

Das Verbot richtet sich vor allem gegen Gesichtsschleier wie Burka und Niqab, bezieht aber auch Hüte, Mützen, Schals, Masken, Helme und künstliche Bärte mit ein, die das Gesicht stark verdecken. Weiterhin erlaubt ist es allerdings, sich an kalten Tagen den Schal ins Gesicht zu ziehen oder zu Karneval Masken zu tragen.

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Wahl Dodo des Monats Mai 2018

Dodo des Monats Mai 2018 ©HFR

Söders politische Zwangsevangelisierung, per Kabinettsbeschluss lässt die Wogen hoch gehen.
Im zweiten Film „Der Planet der der Affen“(Rückkehr), findet der durch die Zeit gesprungene Astronaut Brent eine Gruppe fanatischer Menschen, die eine Kobaltbombe anbeten. Eine sehr ernste Aussage. Denn das Kreuz ist nichts anderes, ein Tötungsinstrument. Die fanatischen Anhänger des Kreuzes möchte man an selbiges Nageln, Tackern oder Bolzenschussgerät wäre zeitgemäß, wäre auch wesentlich humaner. Auffallend in der ganzen Debatte, religiös, religiotisch, Markus. Die krudesten Aussagen zum Thema Christentum kommen von Personen, die Markus heißen, dass ist Vorsehung. Die Generation, mit dem Modenamen Markus scheint es in Sachen Religiotie besonders erwischt zu haben.

Die Wahl ist bis zum 07. Juni 2018, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachnennungen sind möglich. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß!

Hier sind die Kandidaten:

  1.  Land Bayern, „gut christlicher Abschiebeversuch einer Hochschwangeren.“
  2.  Michael Müller, „nach Papstaudienz wird ein Konkordat vorbereitet.“
  3.  Franz-Josef Overbeck, „beschwört die Notwendigkeit katholischer Militärseelsorge.“
  4.  Heiner Koch, „der katholische Erzbistums-Verein möchte ein Konkordat.“
  5.  Julia Klöckner, „Inkompetenz in Sachen Frauenrechten den Flüchtlingen nachgesagt.“
  6.  Markus Dröge, „kleine Kreuzspiele im Reli-Unterricht.“
  7.  Markus Grübel, „Kognitive Dissonanzen in Sachen Abendland und Nächstenliebe sind signifikant.“
  8.  Peek & Cloppenburg, „der sprichwörtliche Griff ins Klo, mit einem Werbespruch.
  9.  Jeffrey Myers, „Judenhasser Luther als Ampelmännchen in Worms.“
  10. Landesregierung Brandenburg, „Rückabwicklung der Säkularisation auf Kosten der Steuerzahler.
  11.  Ralf Brauksiepe, „Patientenbeauftragter mit christlicher Agenda.“
  12.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „schwört auf religiöse Wellness ein.“
  13.  Markus Blume, „der Abstand zwischen Brett und Stirn ist sein Horizont.“
  14.  Volker Jung, „Pfarrer der das Internet regulieren will um Qualitätsjournalismus zu retten.

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