Buddhismus im Westen: Droht eine säkulare Abspaltung?

Beim internationalen Buddhismus-Kongress in Hamburg (Deutschlandradio / Mechthild Klein)
Zwischen 200 und 500 Millionen Menschen bekennen sich zum Buddhismus. Genauere Zahlen gibt es nicht. Die meisten Buddhisten leben in Süd- und Ostasien. Doch auch im Westen wenden sich Menschen dem Buddhismus zu, viele sehen darin aber eher eine Lebensphilosophie als eine Religion.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Alles Bedingte ist unbeständig und vergänglich, das „Ich“ genauso wie die Welt. Das ist eine der zentralen Aussagen des Buddhismus. Und diese Formel „alles ist unbeständig“ – das gilt wohl auch für die Lehre des Buddha. In Europa verbreitet sich der Buddhismus seit gut 100 Jahren, und die 2500 Jahre alte Religion zeigt hier ein neues Gesicht. Eine säkulare Form des Buddhismus breitet sich im Westen aus und droht, sich von der traditionellen Lehre abzuspalten. Die Achtsamkeitsbewegung ist Teil davon. Aber nicht nur ihre Vertreter sagen: Die Lehre von Karma und Wiedergeburt sollte nicht mehr zentral sein im Buddhismus.

„Der Buddhismus hat so viel zu bieten: Was besteht im Sinn des Lebens? Oder wie gehe ich um mit meinen eigenen Emotionen? Da gibt es so viel, was wirklich wichtig ist oder sein könnte – dazu brauche ich nicht die Karma-Lehre und auch nicht die Wiedergeburtslehre. Das ist natürlich auch umstritten im Buddhismus – der Vorwurf würde sein, das zerstört die Grundfesten des buddhistischen Glaubens.“

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Senat will Vertreter im Islam-Institut überprüfen

Bei der israelfeindlichen Al-Quds-Demo in Berlin nahmen auch Vertreter der IGS teil.Foto: picture alliance / Jörg Carstens
Im Beirat des Berliner Islam-Instituts soll niemand geduldet werden, der sich israelfeindlich oder antisemitisch geäußert hat. Der Senat erhöht den Druck auf den Schiiten-Verband IGS.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Der Berliner Senat reagiert auf die neue Kritik am geplanten Islam-Institut – bevor die Humboldt-Universität (HU) am Freitag formal dessen Gründung beschließen wird. Man werde im Institutsbeirat niemanden dulden, der sich israelfeindlich, gar antisemitisch geäußert habe, hieß es aus Senatskreisen. Dem Vernehmen nach sollen Äußerungen – bei Auftritten, in Schriften, im Internet – potenzieller Beiräte überprüft werden. Hintergrund ist, dass die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) einen Vertreter in den Beirat entsenden wird. Dagegen protestierten die Opposition im Abgeordnetenhaus, Studentenvertreter und der frühere religionspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck.

Vertreter der IGS nahmen an israelfeindlicher Demonstration teil

Die IGS hatte sich nicht von der Al-Quds-Demonstration in Berlin distanziert, einige Vertreter nahmen teil. Auf dem jährlichen Marsch wird die Zerschlagung Israels gefordert und der Hisbollah gehuldigt. Der Verfassungsschutz beobachtet die IGS. Auf Tagesspiegel-Anfrage sagte Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach (SPD): „Den Al-Quds-Marsch hat Innensenator Andreas Geisel zurecht als widerlich und unerträglich bezeichnet, eine klare Distanzierung hätte ich mir auch von der IGS gewünscht.

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Irdischer Kälterekord

Kältezone auf dem antarktischen Plateau: Knapp über der Schneedecke werden hier Tiefstwerte von minus 98 Grad erreicht. © NASA/GSFC
Auf der Erde kann es kälter werden als bisher gedacht: In der Antarktis haben Forscher mittels Satelliten Temperaturen von minus 98 Grad gemessen – ein neuer Kälterekord. Diese Rekordwerte treten in Schneesenken des antarktischen Plateaus auf, wenn im Polarwinter der Himmel klar und die Luft sehr trocken ist. Die Wissenschaftler vermuten, dass dies die tiefsten Temperaturen sind, die auf unserem Planeten überhaupt auftreten können.

scinexx

Wie kalt kann es auf unserem Planeten werden? Diese Frage stellen sich Forscher schon länger. Bekannt ist, dass das Innere der Antarktis die richtigen Bedingungen bietet, um Kälterekorde zu erzielen. Denn nur hier, weitab vom Meer und in teilweise mehr als 3.000 Metern Höhe, kühlt die Luft im Polarwinter weit genug ab. Die auf diesem Plateau liegende russische Polarstation Wostok war daher lange Zeit der Rekordhalter: Dort wurde 1983 eine Temperatur von minus 89,2 Grad gemessen.

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Pew-Studie: Religionsfreiheit hat weltweit abgenommen

© Bild: dpa/Wolfram Steinberg
Weltweit sind Gläubige und Religionsgemeinschaften immer größeren Bedrohungen ausgesetzt – das hat eine neue Studie ermittelt. Auch in Deutschland steht es nicht zum besten mit der Religionsfreiheit.

katholisch.de

Auf der ganzen Welt haben die Einschränkungen der Religionsfreiheit zugenommen. Dies hat die Studie „Global Uptick in Government Restrictions on Religion in 2016“ des Pew Research Centers ergeben, die Ende der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Insbesondere nationalistische Parteien und Organisationen hätten zu dem Anstieg beigetragen. In 28 Prozent der Länder gebe es „hohe“ oder „sehr hohe“ Einschränkungen der Religionsfreiheit durch den Staat, in 27 Prozent der Länder gebe es „hohe“ oder „sehr hohe“ gesellschaftliche Feindseligkeiten von privaten Personen, Gruppen oder Organisationen gegenüber einzelnen Gläubigen und Religionen. Im Vergleich zur Vorjahresstudie seien damit die Einschränkungen im Jahr 2016 insgesamt leicht gestiegen.

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«Ein Pfarrer kann sich schwer in einen Atheisten hineinversetzen»

Den Rosenkranz beten wollen Atheisten am Sterbebett gewiss nicht. (Bild: Keystone)
Freidenker-Präsident Andreas Kyriacou fordert gleich lange Spiesse für Säkulare: Sie sollen bei der Seelsorge in Spitälern weder gegenüber Christen noch Muslimen diskriminiert werden.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Immer mehr Kantone überlegen sich, wie sie Muslimen eine professionelle Seelsorge bieten können. Die Freidenker sehen diese Entwicklung kritisch. Warum?

Andreas Kyriacou: Es mag sein, dass stark religiös geprägte Muslime eine eigene Seelsorge brauchen. Aber das ist nur eine kleine Gruppe unter den Muslimen, die meisten sind religionsfern. Die islamischen Verbände, mit denen einzelne Kantone zusammenarbeiten, sind meistens konservativ-orthodox ausgerichtet und können damit nicht für die Mehrheit sprechen. Heikel ist auch, dass Projekte für muslimische Seelsorge wie jenes im Kanton Zürich eine Ungleichbehandlung befördern.

Was meinen Sie damit?

Die am stärksten wachsende Gruppe in der Schweiz sind die Konfessionslosen, mittlerweile stellen sie einen Viertel der Bevölkerung. Wenn der Staat findet, eine niederschwellige Form von Beratung und Betreuung sei eine notwendige und unterstützungswürdige Aufgabe, kann er die Säkularen nicht einfach davon ausschliessen.

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Kippa und Kopftuch im Klassenraum erwünscht

Schulmäppchen © birgitta hohenester / pixelio.de, bearb. MiG
Die Drei-Religionen-Grundschule in Osnabrück will Radikalisierung, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit vorbeugen. Dort lernen christliche, jüdische und muslimische Schüler gemeinsam und voneinander.

Von Martina Schwager | MiGAZIN

Sebastian und Ali kennen sich aus mit Moscheen, Kirchenliedern und Gebetsmänteln. Die beiden Neunjährigen besuchen die Drei-Religionen-Schule in Osnabrück. Kippa und Kopftuch gehören für die Kinder dort zum Alltag. Sie wissen, dass „halal“ und „koscher“ Speisevorschriften bezeichnen. Sie kennen Feste wie Chanukka, Zuckerfest oder auch Christi Himmelfahrt. Hat es wegen der Religion schon mal Streit auf dem Pausenhof gegeben? Der Katholik Sebastian zuckt die Schultern: „Nö, ich glaub‘ nicht.“

Klar hat Ali christliche Freunde. Und mit dem einzigen Juden in seiner Klasse versteht er sich „normal“. Dann wechselt der junge Muslim das Thema: „Im Sommer komm ich aufs Gymnasium“, erzählt er stolz. „Und im Ramadan faste ich – die ganze Zeit, obwohl ich noch gar nicht muss.“

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Wie groß sind Neutronensterne?

Bisher gab es zur Größe eines typische Neutronensterns nur grobe Schätzungen, jetzt haben Forscher den Radius bis auf 12,5 Kilometer genau berechnet. © Penn State University
Klein, aber oho: Nach dem Massenlimit von Neutronensternen haben Forscher jetzt auch die Größe dieser exotischen Sternenreste näher eingegrenzt. Demnach haben typische Neutronensterne nur einen Radius von 12 bis 13,5 Kilometer. Ein solcher Himmelskörper würde demnach bequem in den Ärmelkanal passen – trotz fast doppelter Sonnenmasse. Die neuen Werte könnten helfen, den Materiezustand in den Neutronensternen zu bestimmen, aber auch das Rätsel um die hypothetischen „Quark-Sterne“ lösen.

scinexx

Neutronensterne gehören zu den dichtesten Objekten im Kosmos. In diesen Überbleibseln von Supernovae ist die Materie so stark komprimiert, dass sogar Elektronen und Protonen zu Neutronen verschmelzen. Doch wie die Materie im Inneren der Neutronensterne beschaffen ist, ist bisher rätselhaft – auch, weil ihre Größe und Masse bisher nur grob geschätzt werden konnte. Anfang 2018 jedoch gelang es Forschern, die Massen-Obergrenze für Neutronensterne genauer einzugrenzen.

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Russisch-orthodoxer Metropolit: Katholiken sind Häretiker

Metropolitan Kliment (Kapalin) . Bild: orthodoxcanada.ca

Die Ansichten der katholischen Kirche seien für die Orthodoxie ‚unakzeptabel’, weshalb es schließlich zum Bruch gekommen sei, sagte Metropolit Kliment.

kath.net

Der Russisch-orthodoxe Metropolit Kliment (Kapalin) von Kaluga hat in einer Predigt Katholiken als Häretiker bezeichnet. Deren Ansichten über Gott würden zu „Katastrophen im geistlichen Leben“ führen und die Verwirklichung des göttlichen Heilsplanes verhindern. Das berichtet AsiaNews.it

Die Positionen der katholischen Kirche seien für die Orthodoxie „unakzeptabel“ gewesen, was schließlich zum Bruch geführt habe, sagte der Metropolit.

Kliment hatte sich in seiner in der Zeitung Vechernjaja Moskva veröffentlichen Predigt die Frage gestellt, ob alle Religionen vom selben Gott sprechen. Man müsse die religiösen Traditionen anderer Völker respektieren, dürfe jedoch dem eigenen Glauben gegenüber nicht indifferent sein, sagte der Metropolit.

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So entstehen die Klänge des Nordlichts

Polarlichter im nördlichen Norwegen (Troms) Quelle: picture alliance / blickwinkel
Wenn der Sonnenwind richtig bläst, kann man in den Polarregionen ein buntes Himmelsspektakel beobachten. Wissenschaftler haben herausgefunden, warum die Polarlichter manchmal sogar Geräusche machen.

Von Guido Meyer | DIE WELT

Wer schon einmal im Norden Skandinaviens war, in nördlichen Schottland, in Nordkanada oder in Alaska, Sibirien oder Grönland, der ist mit großer Wahrscheinlichkeit in den Genuss eines jener bunten Himmelsspektakel gekommen, die wir Polarlichter nennen. Manchmal heißen sie auch Nordlichter oder Südlichter. Wissenschaftler sprechen von Aurora.

Wie Polarlichter entstehen und warum sie so aussehen, wie sie aussehen, das haben Atmosphärenforscher längst verstanden. Nicht ganz so klar war bis vor Kurzem, ob die Polarlichter auch Geräusche machen. Gibt es einen Ton der Aurora? Und, wenn ja, woher kommt er?

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Neue deutsche Solidaritätsbewegung

Heimat und Idyll. Bild: RitaE / gemeinfrei
Als „linke Ansage gegen Rassismus“ wird sie in sozialen Medien vielfach gehandelt, die Erklärung Solidarität statt Heimat. Sie sei gedacht als Antwort auf die Erklärung 2018, einer gemeinsamen Erklärung von Konservativen bis hin zu Rechten gegen „illegale Masseneinwanderung“ und für die Wiederherstellung der „rechtsstaatlichen Ordnung“. Die Liste ihrer Unterzeichnenden wird angeführt von dem Publizisten Henryk M. Broder, dem Autor Uwe Tellkamp und dem SPD-Politiker Thilo Sarrazin.

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Nun also gibt es eine Antwort. Belassen es die Initiatoren der „Erklärung 2018“ bei zwei Sätzen, holt die Antwort „Solidarität statt Heimat“ etwas weiter aus. Der Text ließe sich so zusammenfassen: Die Antwort auf die derzeitigen Migrationsbewegungen in historisch bislang nicht bekannten Ausmaß ist bedingungslose Solidarität und wer das anders sieht, ist mindestens rassistisch, rechts oder gleich Nazi, vor allem aber fehlt ihm oder ihr das Solidaritäts-Gen.

Das haben offenbar nur die Initiatorinnen und Unterzeichnenden der Erklärung „Solidarität statt Heimat“.Das zeichnet sie als die guten Deutschen aus. Alle anderen werden in Bausch und Bogen verdammt:

Vom „gefährdeten Rechtsstaat“ in Ellwangen über die „Anti-Abschiebe-Industrie“, vom „BAMF-Skandal“ über „Asylschmarotzer“, von der „Islamisierung“ bis zu den „Gefährdern“: Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche öffentliche Schmutzkampagne, einen regelrechten Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete und Migrant*innen, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser Gesellschaft. Die politischen Debatten über Migration und Flucht werden seit Monaten von rechts befeuert und dominiert – und kaum jemand lässt es sich nehmen, auch noch mit auf den rechten Zug aufzuspringen.

Solidarität statt Heimat

Doch deren Solidarität gilt offenbar nur für eine zur schützenswerten Spezies erkorenen „Rasse“ Geflüchteter, männliche Geflüchtete zumal, von Solidarität mit Frauen, z. B. denen, die auf der Flucht vergewaltigt werden, aber auch mit denen, die sich in diesem Land in der Öffentlichkeit zunehmend unsicherer fühlen, ist da nichts zu lesen. Aber die wollen ja auch bloß die Heimat schützen. Und das ist anrüchig, weil rechts und sowieso rassistisch.

Nennen wir das Problem beim Namen. Es heißt nicht Migration. Es heißt Rassismus.

Solidarität statt Heimat

Das ist mehr als zynisch, denn für die zig Millionen Menschen weltweit auf der Flucht heißt das Problem nicht Rassismus, sondern Verlust der Heimat oder der ökonomischen Existenz.

Problematisch ist zudem der Kreis der Initiatorinnen. Diese gehören einem von der ehemaligen Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoǧuz, geförderten Netzwerk an, in dem „Neue Deutsche“ unter dem Stichwort „neue Vielfalt“ agieren – und damit weite Teile der Zivilgesellschaft erreichen.

Das Problem dabei wiederum ist, dass das „neu“ bei der Vielfalt die Forderung nach Akzeptanz des fundamentalen Islams als gleichberechtigte Lebensweise bedeutet. Ein Umstand, der vielen der inzwischen mehr als 6.000 Unterzeichnenden vermutlich nicht klar ist. Diese neue deutsche Solidarität ist der neueste Coup der „NeuDeutschen“ und ihrem fragwürdigen Verständnis von Vielfalt.

Aiman Mazyek hat auch unterschrieben. Auf Platz 34 steht der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD). Also nicht so weit unten, dass ernsthaft von den Unterzeichnenden behauptet werden könnte, es sei nicht bekannt gewesen, dass der oberste Repräsentant des fundamentalen Islams, in dessen Vereinigung die Muslimbrüder mit den Grauen Wölfen tanzen, zu den Unterzeichnenden gehörte.

Oder der Vertreter der Überzeugung, die Scharia sei mit dem Grundgesetz vereinbar, dessen gesamtes Bestreben es ist, genau das hier durchzusetzen, die Regeln, Werte, Normen und daraus resultierend das Justizwesen des fundamentalen Islams, kurz Scharia, habe sich unter die inzwischen mehr als 6.000 Unterzeichnenden gemogelt.

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„Reichsbürger“ sind waffenrechtlich unzuverlässig

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Personen, die der „Reichsbürgerbewegung“ angehören, sind waffenrechtlich grundsätzlich unzuverlässig. Das hat das Verwaltungsgericht Gießen im Fall eines „Reichsbürgers“ entschieden, dem die waffenrechtliche Erlaubnis widerrufen wurde.

MiGAZIN

Bei einem selbst ernannten „Reichsbürger“ darf laut einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Gießen die Erlaubnis, mit Waffen umzugehen, widerrufen werden. Der Waffenbesitz dürfe nur Personen erlaubt werden, die das Vertrauen verdienten, mit Waffen und Munition jederzeit und in jeder Hinsicht ordnungsgemäß umzugehen, teilte das Gericht am Dienstag mit (AZ: 9 L 9756/17.GI).

Das Gericht bestätigte damit eine entsprechende Verfügung der Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf, mit der die Behörde waffenrechtliche Erlaubnisse wegen Unzuverlässigkeit widerrufen hatte. Der Antragsteller verstehe sich nicht als Bürger der Bundesrepublik Deutschland, sondern als „Reichsbürger“.

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Amri: Was weiß das Bundeskriminalamt?

Grafik:TP
Die Sicherheitsbehörden lassen die Untersuchungsausschüsse auflaufen – Geheimnismacherei um mutmaßlichen Komplizen

Thomas Moser | TELEPOLIS

Was weiß das Bundeskriminalamt über die Hintergründe des LKW-Anschlages vom Breitscheidplatz in Berlin, dem am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen zum Opfer fielen? Zum ersten Mal hatte der Amri-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses einen Ermittler der Bundesbehörde BKA als Zeugen geladen. Seine Vernehmung hat in den Augen des Ausschussvorsitzenden Burkard Dregger (CDU) allerdings „keine Erkenntnisse“ erbracht. Verschiedene Ausschussmitglieder äußerten sich auf der Presserunde am Rande der letzten Ausschusssitzung ähnlich.

„Keine Erkenntnisse“ – das kann man aber auch anders deuten, denn sichtbar wurde, dass das BKA mehr weiß, als es preisgibt. Es habe deshalb „keine neuen Erkenntnisse“ gegeben, sagte das Ausschussmitglied Hakan Tas (Linke), weil der Zeuge nur eine eingeschränkte Aussagegenehmigung besaß. Die Frage ist also eher, um welche Erkenntnisse es sich handelt, die Parlamente und Öffentlichkeit nicht erfahren sollen?

Zum Beispiel Erkenntnisse über den mutmaßlichen Komplizen Amris, Bilel Ben Ammar, und den polizeilichen Umgang mit beiden. Er ist geradezu spiegelbildlich. Für den Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux muss es „mehr Erkenntnisse über Ben Ammar“ geben, als man erfährt.

Die Felder, auf denen gesucht werden muss, werden mehr.

Vor Monaten hatte die Bundesbehörde BKA noch versucht zu verhindern, dass ihre Beamte vom Ausschuss eines Landesparlamentes als Zeugen vernommen werden können. Das Spiel, mit dem die Untersuchungsausschüsse ausgebremst werden sollen, ist bekannt – aber nicht unbedingt rechtmäßig und vor allem politisch schwer erklärbar. Jetzt mussten zwei BKA-Zeugen vor den Abgeordneten des Berliner Parlamentes erscheinen.

Zunächst aber warf der Ausschuss zwei BKA-Vertreter, die als Beobachter der Befragung beiwohnen wollten, aus der öffentlichen Sitzung. In Berliner Untersuchungsausschüssen haben Vertreter der Exekutive kein Anwesenheitsrecht. In anderen Bundesländern, wie Baden-Württemberg, erlauben U-Ausschüsse Regierungsvertretern freiwillig sogar, an internen Beratungs- und nicht-öffentlichen Sitzungen teilnehmen zu dürfen.

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Spanien: Mehr als 300 000 gestohlene Babys

Eine Protestierende in Madrid hält ein Schild: «Menschenrechte für die gestohlenen Babys» (Bild: Chema Moya / EPA)
Jahrzehntelang verschwanden Kinder aus spanischen Kliniken. Jetzt findet der erste Prozess statt.

Ute Müller | Neue Zürcher Zeitung

Spanien wird einmal mehr von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt. Am Dienstag begann in Madrid der erste Prozess im Skandal der gestohlenen Babys. Der organisierte Kinderraub begann während der Franco-Diktatur und währte bis 1990. Angestrengt hat das Verfahren Inés Madrigal, Jahrgang 1969, die heute im südspanischen Murcia lebt. Als Baby war sie ihrer leiblichen Mutter gleich nach der Geburt entzogen worden. Ihre Adoptivmutter, die monatelang ein Kissen trug, um eine Schwangerschaft vorzutäuschen, wurde als leibliche Mutter eingetragen. Madrigal klagt gegen Eduardo Vela, der den Deal einfädelte und als Gynäkologe viele Jahre an der für Kinderraub berüchtigten Madrider Klinik San Ramón arbeitete.

Lukratives Geschäft

Vor Jahren schon hatte Madrigal den Arzt kontaktiert, um zu erfahren, wer ihre leibliche Mutter sei. «Das kannst du vergessen, das werde ich dir nie sagen», meinte Vela damals. Madrigal strengte daraufhin ein Verfahren gegen ihn an.

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This Scientist Thinks Aliens Will Need to ‚Catch‘ Stars to Survive

An artist’s interpretation of a Dyson sphere, made up of satellites that can collect energy from a star. Credit: Vedexent/Wikimedia Commons/CC-BY-2.5
One scientist thinks that future intelligent aliens might survive by collecting, storing and harnessing the power of stars.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

Dan Hooper, a senior scientist at the Fermi National Accelerator Laboratory in Illinois, outlined this concept in a new paper. He suggested that, over the next 100 billion years or so, an intelligent extraterrestrial civilization will likely become isolated and in need of power as the universe continues to expand. In the paper, Hooper explained that these aliens might need to use stars as an alternative energy source.

Hooper suggested that such a civilization would capture stars and extract their power using Dyson spheres — theoretical structures, originally described by sci-fi writer Olaf Stapledon in his novel „Star Maker“ and first officially proposed and popularized by physicist Freeman Dyson in his 1960 paper „Search for Artificial Stellar Sources of Infrared Radiation.“ Dyson spheres are engineered structures made up of satellites that are essentially solar panels. They would theoretically be built to surround a star, encompass it and capture its energy. [Dyson Spheres: How Advanced Alien Civilizations Would Conquer the Galaxy (Infographic)]

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„Wieviel Prunk darf in der Kirche noch sein?“

Blutreliquie. Themenbild

Papst Franziskus lebt Armut und Bescheidenheit vor. Liturgische Gefäße sprechen oft eine andere Sprache, nämlich die von Prunk und Pracht. Manchem kommen da Zweifel, wie viel Gold noch zu vertreten ist.

DOMRADIO.DE

Sollen liturgische Geräte wie Kelche, Hostienschalen oder Monstranzen immer vergoldet sein? Der Vorzug von Gold als besonders edles und der Gottesverehrung würdiges Material ist zunehmend mit ethischen Bedenken und Fragestellungen konfrontiert.

Das befand auch die Ordensfrau Anneliese Herzig, theologische Referentin der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (DKA), bei der Jahrestagung Kirchenpädagogik im Stift Melk. Österreichs Kirchenführer setzten sich dabei Mitte Juni mit dem Thema „Was ist würdig? Reichtum und Gold der Kirche als Anfrage“ auseinander.

Ein Barren Gold für eine ganze Barockkirche

Speziell in der Barockzeit fand Gold in Kirchen großzügig Anwendung – „da es als Abglanz des Himmlischen galt, als Ausdruck von Lebensfreude und Sinnlichkeit und als Merkmal eines besonders schönen und erheblichen Festraumes“, wie Helga Penz, Leiterin des Kulturgüter-Referats bei den Ordensgemeinschaften und Mitorganisatorin der Tagung, erklärte.

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Allianz gegen Muslimfeindlichkeit gegründet

Themenbild.
Muslime in Deutschland beklagen, sie seien immer mehr Hass und Hetze ausgesetzt. Eine neue Allianz aus 35 Organisationen will dagegenhalten.

evangelisch.de

Eine neue Allianz kämpft gegen die Diskriminierung von Muslimen im Alltag. Der Zusammenschluss aus bundesweit 35 Organisationen wolle unter dem Namen Claim auf die menschenverachtenden Wirkungen des Islamdiskurses in Deutschland aufmerksam machen, sagte Projektkoordinatorin Nina Mühe am Dienstag in Berlin. Hass, Ablehnung und Hetze gegen Muslime schafften ein Klima der Verrohung und Entmenschlichung. Dies gefährde das Zusammenleben und schließlich auch die Demokratie, warnte Mühe.

Der neuen Allianz gehören unter anderem die Arbeiterwohlfahrt und das Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg an. Sie will am Sonntag bundesweit mit Aktionen auf die Diskriminierung von Muslimen aufmerksam machen. Unterstützt wird das Netzwerk mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Bundesfamilienministeriums.

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Kanada: Landesweiter Haftbefehl gegen homophoben Christen Bill Whatcott

William (Bill) Gary Whatcott. Bild: wikipedia.org/PD
Bill Whatcott hatte mit drastischen Flugblättern vor negativen spirituellen und biologischen Folgen praktizierter Homosexualität gewarnt.

kath.net

Die Polizei von Toronto hat einen landesweiten Haftbefehl für den Christen Bill Whatcott erlassen, der bei der Schwulenparade „Toronto Pride Parade“ 2016 Flugzettel verteilt hat, die vor den spirituellen und biologischen Gefahren praktizierter Homosexualität warnen.

Whatcott hat angekündigt, sich der Polizei stellen zu wollen. Ihm wird vorgeworfen, mittels der Flugblätter zu Hass aufgerufen zu haben.

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Missglückt: Restaurierte Heiligenfigur sorgt für Empörung

© Bild: ArtUs Restauración Patrimonio/Luis Sanz/flickr.com – CC BY-NC-SA 2.0
Die jahrhundertealte Holzfigur des heiligen Georg in der Provinz Navarra gehört zum spanischen Kulturerbe. Doch jetzt sieht sie aus wie eine Disney-Figur. Der Restauratorenverband spricht von einem „Anschlag“.

katholisch.de

Die missglückte Restaurierung einer jahrhundertealten Heiligenfigur in der spanischen Provinz Navarra sorgt landesweit für Empörung. Wie örtliche Medien (Montag) berichteten, sprach der Spanische Restauratorenverband (ACRE) von einem „Anschlag auf das kulturelle Erbe“ und bezeichnete den vorgenommenen Eingriff als „desaströs“.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Estella, in deren Kirche die aus dem 16. Jahrhundert stammende Holzfigur des heiligen Georg steht, reagierte betroffen: „Gerade hat man mich über diese von der Kirchengemeinde veranlasste ‚Restaurierung‘ informiert“, schrieb Koldo Leoz auf Twitter. Auf den ersten Blick handele es sich um eine „klägliche Arbeit“. Mit dem Erbe der Region müsse man verantwortungsvoll umgehen, so der Politiker. Das sei in diesem Fall nicht geschehen.

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Tunesischer Islamist wehrt sich gegen Abschiebung

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein zu einer Gefängnisstrafe verurteilter Terrorhelfer soll nach Tunesien abgeschoben werden. Doch der Mann wehrt sich dagegen, Deutschland verlassen zu müssen. Er sei nicht mehr gefährlich, argumentiert sein Anwalt.

DIE WELT

Ein verurteilter islamistischer Terrorhelfer wehrt sich in Aachen gegen seine geplante Abschiebung. Der 42-jährige Tunesier habe Klage eingereicht, teilte das Verwaltungsgericht Aachen am Dienstag mit. Die Städteregion Aachen habe eine Ausweisungsverfügung erlassen, weil von ihm eine Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgehe.

Dies bestreitet sein Anwalt: Der Tunesier sei geläutert und kein Anhänger der islamistischen Ideologie mehr. Der Fall soll im Herbst vor dem Verwaltungsgericht verhandelt werden. „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“ hatten über den Fall berichtet.

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