Kirche muss sich mit NS-Kunst auseinandersetzen

Themenbild. Hitlerglocke Herxheim am Berg. Bild: youtube/Screengrab: bb. Themenbild
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) muss sich nach Ansicht ihres Kulturbeauftragten Johann Hinrich Claussen intensiver mit ihren Kunstgegenständen aus der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Martina Schwager | evangelisch.de

Die kontroversen Diskussionen rund um die mit Nazi-Symbolen versehenen Glocken etwa in Faßberg und Schweringen in Niedersachsen zeigten, dass es diesbezüglich einen Nachholbedarf gebe, sagte Claussen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus habe die Kirche sich zwar politisch, theologisch und ethisch auseinandergesetzt. Aber unter ästhetischen Gesichtspunkten sei das bislang nur im Einzelfall geschehen.

Neben den sogenannten Hakenkreuz-Glocken existierten zahlreiche weitere Objekte wie Gedenktafeln, Friedhöfe und ganze Kirchengebäude, sagte Claussen anlässlich einer am Freitag beginnenden Tagung der Evangelischen Akademie Loccum bei Nienburg über „Kunst und protestantische Kirche während des Nationalsozialismus“. Eine Kirche könne man aber nicht wie eine Glocke einfach weghängen und anderswo ausstellen. Bis zum Sonntag wollen sich Kunstsachverständige, Historiker und weitere Experten drei Tage lang dieses Themas annehmen.

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Monsun als Schadstoff-Verteiler

Schmutzwolke über Südasien: WAldbrände, fossile Brennstoffe und andere Emissionen erzeugen diesen Dunstschleier. © NASA/ Jeff Schmaltz, LANCE/EOSDIS Rapid Response
Regnerischer Januskopf: Der asiatische Monsun bringt nicht nur sintflutartigen Regen, er beseitigt auch den Dunstschleier aus Ruß und Schadstoffen über Südasien – jedenfalls vorübergehend. Doch ein Großteil dieser Schadstoffe wird nicht ausgewaschen, sondern in große Höhen transportiert, wie nun Messflüge enthüllen. Dadurch verteilt sich die Luftverschmutzung aus Asien rund um den Globus, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Kein Wetterphänomen prägt Südasien so stark wie der Monsun: Die saisonale Luftströmung führt im Winter zu Trockenheit und Dürre, bringt im Sommer aber große Niederschlagsmengen. Motor dieses Phänomens sind warme Luftmassen, die im Sommer über Indien aufsteigen und feuchte Luft vom Meer anziehen. Die Stärke des Monsuns schwankt dabei im Laufe der Zeit – und er könnte durch den Klimawandel trockener werden.

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Österreich: Katholische Kirche setzt Homosexualität und Mord gleich

Der Kurort Bad Gastein gehört zu den schönsten Orten Österreichs, allerdings lehrt die katholische Kirche offen den Hass auf Homosexuelle (Bild: Björn Groß / flickr) creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/
Im Firmunterricht einer österreichischen Gemeinde lernen Jugendliche, dass Mord und Homosexualität praktisch das gleiche ist. LGBTI-Aktivisten prüfen nun eine Klage.

QUEER.DE

In Österreich gibt es laut einem Bericht der Wiener Zeitung „Standard“ Aufregung um Unterlagen für Firmschüler der katholischen Gemeinde Bad Gastein im Bundesland Salzburg. Darin wird Homosexualität nicht nur mit sexuellen Handlungen mit Tieren und Kindern gleichgesetzt, sondern auch mit vorsätzlichem Mord. Das alles sei Sünde, erfahren die ungefähr 14 Jahre alten Schüler im Unterricht.

Im Kapitel „Die Gebote Gottes und der Kirche“ werden unter anderem „vier Sünden“ aufgezählt, „die zum Himmel schreien“. Nach „vorsätzlichem Mord“ erscheint an zweiter Stelle „Die Sünde Sodoms (Sodomie, Pädophilie, homosexuelle Akte)“. Danach folgen „Unterdrückung der Armen“ und „Arbeiter um ihren Lohn bringen“. Autor des Textes ist Pfarrer Rainer Hangler.

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„Erdogan hat die Türkei in eine islamistische Ecke getrieben“

Bild: FB
Der türkische Präsident vertritt eine „fundamentalistische Religiosität“, kritisiert Susanne Schröter, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam. Recep Tayyip Erdogan stehe für eine „Vermischung von Nationalismus und Islamismus“, er habe „Schritt für Schritt die Gesellschaft unterwandert“, sagte Schröter im DLF.

Susanne Schröter im Gespräch mit Benedikt Schulz | Deutschlandfunk

Benedikt Schulz: Vor fast genau zehn Jahren, da gab es in der Türkei eine Entscheidung des dortigen Verfassungsgerichtes, die kaum knapper hätte ausfallen können: Nur beinahe wäre die damalige wie heutige Regierungspartei AKP verboten worden, weil sie, so der Vorwurf, anti-laizistisch sei – oder mit anderen Worten: weil sie die Grundlagen der türkischen Republik untergrabe. Eine Richterstimme fehlte damals für ein Verbot. Heute, kurz vor den vorgezogenen Parlamentswahlen in gut einer Woche, steht die Partei möglicherweise im Zenit ihrer Macht. Ihre Politik unter Führer Recep Tayyip Erdogan hat die Gesellschaft stark verändert. Hat sie die Türkei tatsächlich islamischer gemacht? Und wie wirkt sich das aus auch auf die deutsche Gesellschaft, in der knapp drei Millionen Türkeistämmige leben und in der ein scheinbar zu inniges Verhältnis eines Fußballers zum türkischen Präsidenten schnell auch mal zum Politikum werden kann? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigt sich heute eine Konferenz am Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. Mit der Gründerin und Direktorin des Zentrums bin ich jetzt verbunden – herzlich willkommen, Susanne Schröter.

Susanne Schröter: Hallo.

Schulz: Im Zusammenhang mit der AKP spricht man meist vom sogenannten politischen Islam, eigentlich ein unscharfer Begriff, den manche synonym setzen mit dem Begriff Islamismus. Sortieren Sie uns mal diese Begriffe? Was ist das für ein Islamismus oder möglicherweise politischer Islam, der da von der türkischen Regierungspartei ausgeht?

Schröter: Ja, in der Tat sind diese beiden Begriffe gar nicht wirklich richtig zu trennen. Der Islamismus ist eigentlich ein älterer Begriff und ist abgelöst worden in der wissenschaftlichen und auch politischen Debatte, weil es so viele Einsprüche gab. Einsprüche deshalb, weil viele Muslime ihre Religion nicht schon terminologisch mit etwas Schlechtem in Verbindung gebracht haben wollen. Und dann hat man versucht, diesen Begriff zu präzisieren: was ist jetzt eigentlich damit gemeint? Heute, würde ich sagen, ist der Begriff des politischen Islam derjenige, der sich durchgesetzt hat. Und das mit einiger Berechtigung, weil dieser Islam ist eben eine Bewegung sozusagen, die auf die Übernahme des Politischen zielt. Das heißt nicht, dass immer damit als Endziel ein islamischer Staat gemeint ist, das kann aber durchaus sein. Aber dennoch bedeutet politischer Islam, die gesamte Gesellschaft Stück für Stück anhand von islamischen Normen zu verändern. Also islamische Normen anstelle anderer Normen, säkularer Normen, multikultureller Normen et cetera zu setzen.

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Medien übernehmen die Sprache der AfD – Seehofer allen voran

Zeitungsstand (Symbolfoto) © Ed Yourdon @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Politiker, Medien und Bürger haben nach Überzeugung des Soziologen Welzer die Sprache der AfD übernommen. Federführend sei Bundesinnenminister Horst Seehofer gewesen. Ihm seien Christian Lindner, Sahra Wagenknecht und Andrea Nahles gefolgt.

MiGAZIN

Der Soziologe Harald Welzer kritisiert die Übernahme von Sprache der AfD. Viele Politiker und Bürger hätten Wörter und Teile von Erzählungen einfach übernommen, sagte der Sozialpsychologe am Mittwochabend in Frankfurt am Main. Dazu hätten auch die Medien einen Großteil beigetragen, kritisierte Welzer bei einem Symposium an der Frankfurt University for Applied Sciences unter dem Titel „Populismus! Gefahr für die Demokratie in Europa.“

Federführend war dabei nach Wenzels Worten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Der frühere bayerische Ministerpräsident habe nach der Flüchtlingswelle im Spätsommer 2015 erstmals davon gesprochen, dass die Stimmung im Land kippe. Teile dieser „Story“ hätten dann nach und nach auch andere Politiker wie Christian Lindner (FDP), Sahra Wagenknecht (Linke) und Andrea Nahles (SPD) übernommen, sagte der Direktor der gemeinnützigen Stiftung „Futurzwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit“.

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Schwarzes Loch zerreißt Stern

Wenn ein Stern einem Schwarzen Loch zu nahe kommt, wrid er von gewaltigen Gezeitenkräften zerissen. Die Folgen dieser stellaren Katastrophe haben nun Astronomen beonachtet. © Sophia Dagnello, NRAO/AUI/NSF
Kosmische Katastrophe: Astronomen haben erstmals beobachtet, wie ein supermassereiches Schwarzes Loch einen Stern verschlingt. Über zehn Jahre hinweg verfolgten sie mithilfe von Teleskopen, wie die Überreste des zerrissenen Sterns teilweise als Strahlung und teilweise als Teilchenstrom ins All katapultiert wurden. Es ist das erste Mal, dass die Bildung und Entwicklung des Materie-Jets bei einem solchen Sternentods direkt verfolgt werden konnte, so die Forscher im Fachmagazin „Science“.

scinexx

Im Jahr 2014 konnte ein Stern im Herzen der Milchstraße diesem Schicksal gerade noch entgehen: Er näherte er sich dem zentralen Schwarzen Loch unserer Galaxie zwar stark an, wurde aber trotz der enormen Gezeitenkräfte im Umfeld von Sagittarius A* nicht zerrissen. Doch nicht alle Sterne haben so viel Glück.

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Maaßen bezeichnet Plan für Terroranschlag als sehr wahrscheinlich

Im Einsatz: Polizist vor dem Wohnhaus des Verdächtigen Bild: dpa
Der Köln verhaftete Tunesier soll 250 bis 1000 Dosen des toxischen Gifts Rizin hergestellt haben. Nach Ansicht von Fachleuten gibt es „kaum etwas, was gefährlicher wäre.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der in Köln mit hochgiftigem Rizin gefasste Tunesier hat nach Einschätzung des Verfassungsschutzpräsidenten „sehr wahrscheinlich“ einen Gift-Terroranschlag geplant. Die Auswertungen seien zwar noch nicht abgeschlossen, „allerdings ist es in der Gesamtschau der bislang vorliegenden Hinweise sehr wahrscheinlich, dass hier ein terroristischer Anschlag vereitelt werden konnte“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen der „Rheinischen Post“.

Nach Informationen der Zeitung hätte die gefundene Menge zur Herstellung von hochgiftigem Rizin für 250 bis 1000 toxische Dosen, je nach Ausbringungsmethode auch für mehr gereicht.

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Politologe Püttmann über Unterschiede zwischen Prostanten und Katholiken

Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann sieht immer noch klare Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken. Püttmann bemängelt, dass es als unfein gelte, konfessionelle Differenzen herauszuarbeiten.

DOMRADIO.DE

In einem Vortrag in der Katholischen Akademie berief er sich am Donnerstag in Stuttgart vor allem auf Untersuchungen des Instituts für Demoskopie Allensbach sowie der Bertelsmann- und der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.

Allerdings gelte es „in der Notgemeinschaft unserer durch Säkularismus, religiöse Pluralisierung und Gleichgültigkeit geschwächten Kirchen als unfein, konfessionelle Differenzen herauszuarbeiten, statt sich auf das gemeinsam Christliche zu konzentrieren“.

Es gebe katholische und evangelische Profile

Die Suche nach Identität könne aber kaum geschichtslos gelingen, und das heiße, sich des je eigenen kulturellen Reichtums der Konfessionen zu erinnern, so Püttmann. Darunter müsse das Bewusstsein wesentlicher Gemeinsamkeiten aller Christen nicht leiden.

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Uran aus dem Meerwasser

Sieht aus wie aufgequollenen Bananen, sind aber Absorberschnüre für das „Einfangen“ von Uran aus dem Meerwasser. © PNNL
Fädige Uranfänger: Forscher haben erstmals Uran direkt aus Meerwasser gewonnen – eine absolute Premiere. Dies gelang mithilfe von absorbierenden Polymerschnüren, die frei von Meerwasser umspült wurden. In einem ersten Test produzierten diese Schnüre immerhin fünf Gramm Uran-Yellowcake. In größerem Maßstab könnte dieses Verfahren Uran deutlich günstiger und umweltschonender gewinnen als der Erzabbau in Minen, so die Forscher.

scinexx

Das Schwermetall Uran kommt nicht nur in Form von Erzen und Mineralen vor, sondern ist auch im Wasser der Ozeane gelöst. Auf mindestens vier Milliarden Tonnen schätzen Forscher diesen marinen Uranvorrat – das ist 500 Mal mehr als in allen terrestrischen Erzlagerstätten zusammen. Allerdings: Das stark verdünnte Uran aus dem Wasser einzufangen, ist nicht leicht. Denn seine Konzentration liegt nur bei rund drei parts per billion – auf eine Milliarde Wassermoleküle kommt ein Atom Uran.

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Abweisung von Migranten an der Grenze: Die CSU drängelt sich auf

Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ohne Not zieht die bayerische Partei ein Theater auf, bei dem es ums Ganze gehen soll: Die Regierung in Gefahr?

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die CSU hat der CDU-Kanzlerin ein Ultimatum gesetzt, berichtet die Tagesschau am Donnerstagabend. Am Montag, so will es die CSU-Landesgruppe, soll es zu einer Entscheidung in der Streitfrage kommen, ob Migranten an den deutschen Grenzen zurückgewiesen werden sollen, wie es der „Masterplan“ des Innenministers und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer vorsieht.

Merkel hat sich dem Vorschlag bislang verweigert, weil sie eine europäische Lösung als vorrangig sieht (Abweisung von Migranten an der Grenze: EU-Politik oder Masterplan einzelner Länder?). „Beide Seiten bleiben in der Sache hart“, schildert die Tagesschau das Geschehen, das die Medien gerne aufnehmen. Es bewegt sich nichts einerseits, anderseits wird die Lage aber als dramatisch geschildert:

Die CSU-Landesgruppe sei in der Frage einig und wolle diese Position nun am Montag in den CSU-Parteivorstand tragen, um dort zu einer Entscheidung zu kommen, erklärte der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Friedrich. Damit setzte er Merkel praktisch ein Ultimatum.

Tagesschau

Das läuft „praktisch“ darauf hinaus, dass die CSU – falls sie sich einig darüber zeigt, dass an den Grenzen Deutschlands Asylsuchende im Schnellverfahren abgewiesen werden, wenn anhand der Fingerabdrücke festgestellt wird, dass sie bereits in einem anderen EU-Mitgliedsland Asyl beantragt haben – einen Bruch in der Koalition in Kauf nimmt, wenn der Kanzlerin und ihren Unterstützern nicht, wie im Streit über die Obergrenze, eine gute Kompromissformel einfällt.

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US-Justizminister verteidigt Familientrennungen mit Bibelzitat

Jeff Sessions sieht sich als US-Justizminister Gottes Gnaden. – (c) AFP/GETTY IMAGES/ALEX WONG (ALEX WONG)
Jeff Sessions erinnert an die „Anordnung von Apostel Paulus“, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssten, weil Gott sie „zu seinen Zwecken eingesetzt“ habe.

Die Presse.com

US-Justizminister Jeff Sessions hat die umstrittene Praxis, illegale Einwanderer von ihren Kindern zu trennen, ungewöhnlich gerechtfertigt: „Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat“, sagte Sessions am Donnerstag im US-Staat Indiana.

Sessions hatte im Mai eine „Null Toleranz“-Politik gegenüber Menschen ausgerufen, die über die mexikanische Grenze illegal ins Land kommen und noch an der Grenze einen Asylantrag stellen. Dazu gehört auch die umstrittene Praxis, illegal eingewanderte Eltern von ihren Kindern zu trennen. Diese Abschreckungspolitik hat Washington scharfe Kritik eingebracht, auch von der UNO, welche darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte sieht.

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Neue Erdbebenkarte für Deutschland

Der Ausschnit zeigt einige der erdbebengefährderen Gebiete in Deutschland. Wie hoch das Risiko ist und warum, zeigt nun eine neue Karte. © G. Grünthal et al.
Nicht risikofrei: Auch in Deutschland bebt immer wieder die Erde. Wie hoch das Risiko ist und wie stark die Erschütterungen in verschiedenen Gebieten werden können, haben nun Geoforscher in einer neuen Karte zusammengefasst. Überraschend dabei: Viele der für frühere Karten berücksichtigten Erdbeben erwiesen sich bei jetziger Prüfung als „Fake-Quakes“ – als Erschütterungen durch Stürme und andere Nichtbeben-Ereignisse.

scinexx

Deutschland liegt zwar nicht an einer Plattengrenze, dennoch kann es auch bei uns tektonische Spannungen im Untergrund und damit Erdbeben geben. Einer der Gründe: Im Untergrund gibt es alte Verwerfungen, wie den Rheingraben, und inaktive Vulkangebiete wie den Vogelsberg oder die Vulkaneifel. Sie bilden lokale Schwächezonen, in denen sich Spannungen innerhalb der Eurasischen Platte aufstauen und entladen können.

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NSU: Ex-V-Mann Szczepanski redet – redet nicht – redet – redet nicht

Grafik: TP
Der Zeuge wird einen Tag lang vom Untersuchungsausschuss in Brandenburg vernommen – Entscheidende Fragen bleiben offen

Thomas Moser | TELEPOLIS

Carsten Szczepanski, einst Neonazi und V-Mann des Verfassungsschutzes, hat am Montag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss von Brandenburg ausgesagt. In und um den Landtag in Potsdam herrschte große Polizeipräsenz. Sie dokumentierte, wie der Staat eine Person, die ihm einmal verpflichtet war, auch 18 Jahre danach noch schützt.

Das Szenario kann man aber auch als Botschaft an den Zeugen selber werten: Wird eine solchermaßen umsorgte und eingehegte Person tatsächlich alles auf den Tisch legen, was sie aus ihrer Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst weiß und damit ihren Schutz möglicherweise aufs Spiel setzen?

Über neun Stunden, inklusive Pausen, stand der heute 48-Jährige den Abgeordneten zur Verfügung. Zuhörer und Presse mussten in einem anderen Raum sitzen und konnten die Vernehmung lediglich per Tonübertragung verfolgen.

Das Resultat der Befragung war ambivalent: Der Ex-Informant gab einerseits einige Einblicke ins Innenleben des Inlandsgeheimdienstes und widersprach auch verschiedenen Aussagen seiner Führungsbeamten, bei entscheidenden Eckdaten des NSU-Skandals blieb er jedoch Antworten schuldig.

Durchgängig war eine Tendenz der Abschwächung und Banalisierung, vor allem seiner Taten und seines Wissens. Dennoch machte der Auftritt deutlich, dass der Verfassungsschutz in die ungeklärte Geschichte um die zehnfache Mordserie integriert ist – auch mit seinem V-Mann „Piatto“.

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Judenfeinde mit öffentlichem Geld

Teilnehmer der Al-Quds-Demo in Berlin am 9. Juni 2018.Foto: REUTERS/Hannibal HanschkeEUTERS
Beim israelfeindlichen Marsch am Al-Quds-Tag sind offenbar regimenahe Verbände aufgetreten, die teilweise mit Bundesmitteln finanziert werden.

Von Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Beim Al-Quds-Tag am vergangenen Sonnabend in Berlin sind offenbar mehrere Vertreter schiitischer Gemeinden und Verbände aufgetreten, die mit dem Regime im Iran verbunden sind und teils vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Zu diesem Ergebnis kommen die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus in ihrer Auswertung des Marsches. Brisant: Eine der Organisationen soll trotz ihrer extremistischen Ausrichtung von öffentlichen Mitteln profitiert haben.

Sicherheitsbehörden: IZH und IGS sind verlängerter Arm des iranischen Regimes

Den Angaben zufolge nahmen am Al-Quds-Tag-Marsch auch mehr schiitische Geistliche und Repräsentanten teil als in den Vorjahren, darunter Vertreter des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH) sowie der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS): Dabei waren Seyed Mousavi, Vize-Chef des IZH, Hamidreza Torabi, Leiter der Islamischen Akademie Deutschland (IAD) und Sprecher des IZH, sowie IGS-Vorstand Muhammad Mohsen.

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Moon Mystery Solved! Apollo Astronauts Caused Odd Lunar Warming

Apollo 17 astronaut Harrison Schmitt uses a scoop to snag lunar samples in December 1972. Newly restored lunar-data tapes show the Apollo astronauts‘ activity warmed the moon’s surface slightly. Credit: NASA
Astronauts caused the mysterious warming detected by the Apollo moon missions in the 1970s, a new study suggests

By Mike Wall | SPACE.com

When astronauts walked or drove their moon rover near buried heat-flow probes, the activity disturbed and displaced surface soil, exposing the darker dirt below. This newly unearthed material absorbed more sunlight, causing the soil to heat up, according to the study.

The new results not only help solve a decades-old mystery but also provide a lesson for the architects of future missions to Earth’s nearest neighbors, study team members said. [NASA’s 17 Apollo Moon Missions in Pictures]

„In the process of installing the instruments, you may actually end up disturbing the surface thermal environment of the place where you want to make some measurements,“ lead author Seiichi Nagihara, a planetary scientist at Texas Tech University in Lubbock, said in a statement. „That kind of consideration certainly goes into the designing of the next generation of instruments that will be someday deployed on the moon.“

Astronauts deployed the heat-flow probes during the Apollo 15 and Apollo 17 missions, in 1971 and 1972. The goal was to determine how much heat moves from the lunar interior to the surface, which in turn would yield insights about the moon’s structure and composition.

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Religiotie: Jürgen Klopp spricht über sein Gottvertrauen

Jürgen Klopp hat die Erfahrung gemacht: „Gott lässt dich nie allein.“ Der Trainer des FC Liverpool über Gottvertrauen, die Rolle von Gebeten und warum es gut ist, dass es keine „Weltrangliste der Christen“ gibt.

evangelisch.de

Sein Vertrauen auf Gott hat der Fußballtrainer Jürgen Klopp in einem Interview mit dem Evangelischen Rundfunkdienst Baden (erb) betont. „Auf Gott kann ich mich verlassen“, sagte der gebürtige Stuttgarter und Trainer des FC Liverpool in dem Gespräch in Karlsruhe, dessen Kurzfassung die badische Landeskirche am Donnerstag veröffentlicht hat. Der Glaube sei ihm „unendlich wichtig“ und ein Stabilisator in seinem Leben.

„Gott lässt dich nie allein“, so die Erfahrung von Klopp, der als Kind immer vor dem Einschlafen mit seiner Mutter „Müde bin ich geh zur Ruh“ gebetet hat. Es gibt eine höhere Macht die über Dinge entscheide, auch wenn die Menschen dies nicht verstehen, ist er überzeugt.

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Apostel machen gegen US-Einwanderungspolitik mobil

Die US-Bischöfe schlagen bei ihrer Frühjahrsvollversammlung Alarm. Der Umgang der Regierung mit Flüchtlingen und Einwanderern sei inakzeptabel. Die Kirchenvertreter wollen es nicht bei einer Erklärung belassen.

DOMRADIO.DE

Selten haben sich die katholischen Bischöfe der USA bei ihrer Vollversammlung so irritiert und besorgt gezeigt wie diesmal. Man habe es mit „beunruhigenden Entwicklungen im Bereich der Einwanderung zu tun“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, zum Auftakt des Frühjahrstreffens am Mittwoch (Ortszeit) in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida.

Der eher bedächtige Kardinal aus dem Grenzstaat Texas war sichtlich bewegt, als er darüber sprach, wie Beamte der US-Regierung an der Grenze die Familien von Einwanderern und Flüchtlingen zwangsweise trennen, um sie dann getrennt in Gewahrsam zu nehmen.

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BAMF: Konvertiten dürfen mit Pastor zu Anhörung gehen

© Bild: picture alliance/Geisler-Fotopress/Dwi Anoraganingrum
Das BAMF unterzieht konvertierte Flüchtlinge einer Glaubensprüfung. Ein christlicher Dachverband wollte, dass sie bei ihrer Anhörung Unterstützung erhalten. Nun bekamen sie eine Antwort vom BAMF.

katholisch.de

Zum Christentum konvertierte Flüchtlinge dürfen nach Angaben der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ bei Anhörungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Geistlichen mitbringen. Ihr Pastor oder ein anderer Gemeindemitarbeiter dürfe als geistlicher Beistand dabei sein, heißt es demnach in einem Schreiben des BAMF an den christlichen Dachverband „Netzwerk-M“ in Kassel. Da dessen missionarisch tätige Mitgliedswerke zum Teil mit Flüchtlingen arbeiteten, hatte der Verband Gespräche mit dem Bundesinnenministerium und dem BAMF geführt.

Im Frühjahr hatten Vertreter der evangelischen Kirche und der Grünen die Praxis des Bundesamts kritisiert, den Glauben von ehemals muslimischen Flüchtlingen zu überprüfen, die zum Christentum übertreten. Das christliche Hilfswerk Open Doors forderte einen Abschiebeschutz für Konvertiten, da ihnen in ihrem Heimatland der Tod drohe. In islamisch geprägten Herkunftsländern steht der Abfall vom Islam unter Strafe.

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Die Luft- und Bodenverschmutzung setzt den europäischen Pilzen zu, deshalb leiden auch unsere Bäume

Blatternte: Um den Nährstoffgehalt der Bäume zu bestimmen werden regelmässig Blätter geerntet. (Foto: WSL)
Viele Pilz-Baum-Gemeinschaften in Europa sind gestresst, wie eine länderübergreifende Studie nun zeigt. Die Wissenschafter kritisieren, dass in Europa die Grenzwerte für Stickstoff zu hoch angesetzt sind.

Neue Zürcher Zeitung

Pilze und Bäume sind voneinander abhängig. Sie tauschen lebenswichtige Nährstoffe aus. Leidet der eine, geht es auch dem anderen schlecht. In Europa habe man beobachtet, dass die Bäume mehr und mehr unter Nährstoffmangel litten und deshalb anfälliger für Krankheiten seien, sagte Martin Bidartondo vom Imperial College London laut einer Pressemitteilung. Deshalb schauten die Forscher im Wurzelbereich nach, wie es den Pilzpartnern geht, welche die Nährstoffe liefern.

Die sogenannten Mykorrhiza versorgen die Bäume mit Stickstoff, Phosphor und Kalium und erhalten im Austausch dafür Zucker. Auch Steinpilze, Fliegenpilze oder Trüffel bilden solche Gemeinschaften mit Bäumen aus.

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Verband warnt vor Bedrohung nichtreligiöser Flüchtlinge

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hat vor einer Bedrohung nichtreligiöser Flüchtlinge in Berlin gewarnt. Menschen, die wegen ihrer Überzeugung aus ihren Heimatländern geflohen seien, erlebten hier „auch Monate und Jahre nach ihrer Ankunft Verfolgung und Bedrohung“, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Der Verband forderte vom Berliner Senat einen besseren Schutz Betroffener.

FOCUS ONLINE

So seien nichtreligiöse Geflüchtete aus muslimischen Ländern in Berliner Asylunterkünften beleidigt oder attackiert worden, weil sie sich nicht an religiöse Vorgaben gehalten hätten. „Es kann nicht sein, dass Menschen, die aufgrund ihrer aufgeklärten und säkularen Einstellungen aus ihren Heimatländern fliehen mussten, nun aus denselben Gründen auch hierzulande Drangsalierungen und Bedrohungen ausgesetzt sind“, hieß es.

Anlässlich des Welthumanistentages am 21. Juni forderte der Verband vom Berliner Senat unter anderem eine sicherere Unterbringung nichtreligiöser Geflüchteter.