Hat der Mensch die Technik noch im Griff?

Wer hat hier wen in der Hand? Bild: ddp
Die Pioniere des Internets verzweifeln manchmal an ihrer Schöpfung. Die Daten liegen in den Händen weniger – und die Politik wirkt machtlos. Es beginnt eine neue Runde im Kampf um die Zukunft.

Von Carsten Knop | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Revolutionen beginnen mit einem Flüstern. Und dieses Flüstern hat vor 25 Jahren begonnen. Der Tag ist bekannt. Es war der 30. April 1993. Damals wurde am Kernforschungszentrum Cern in Genf der entscheidende Schritt vollzogen, der das Internet zu einem Phänomen für die breite Masse werden lassen sollte. Unter der Regie des Internetpioniers Tim Berners-Lee wurde der Zugang zu Dokumenten zur öffentlichen Nutzung über Internet-Datenleitungen freigegeben, die man mit der Auszeichnungssprache HTML optisch ansprechend gestalten konnte. Das klingt technisch, es war aber eine Sensation.

Damit öffnete sich das Internet, das vorher ein Nischendasein in der Wissenschaft führte, der Welt. Gründer machten sich daran, utopische Ideale zu verwirklichen. Es tat sich ein neuer Weg auf, für den es keine Regeln gab. Es entstanden riesige Internetkonzerne wie Google und sogenannte soziale Netzwerke wie Facebook, die mit ihrem Wachstum Staaten und Rechtssysteme überfordern.

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Theologin sieht evangelische Kirche in großer Gefahr

Nicht einmal mehr vier Prozent der evangelischen Christen in Deutschland gehen sonntags in die Kirche. Die Theologin Dorothea Wendebourg schlägt deshalb Alarm – und spricht von „Wildwuchs“ in Gottesdiensten.

katholisch.de

Die evangelische Theologin und Kirchenhistorikerin Dorothea Wendebourg sieht ihre Kirche in großer Gefahr. „Mit leeren Kirchen gibt es kein Christentum,“ sagte sie am Mittwoch im Deutschlandfunk. Neben fehlender Disziplin und Lebendigkeit in manchen Gemeinden kritisierte sie unter anderem „liturgischen Wildwuchs“ und „fehlende Gottesdienstzentrierung“.

„Man hat doch viel Wildwuchs in Gottesdiensten, liturgischen Wildwuchs, Gebetsformulierungen, schlecht vorbereitete Predigten„, so die Berliner Professorin. Hier sollten sich Pastorinnen und Pastoren „mehr an der Kandare reißen“ und selbstkritischer sein: „Nicht alles, was einem gerade mal so einfällt, ist deswegen schon wunderbar für alle anderen.“ Wendebourg verwies auch auf Mängel in der Ausbildung: „Da fasse ich mich mit an die eigene Brust als Theologieprofessorin, die lange ja dafür verantwortlich gewesen ist, dass wir vielleicht die Relevanz dessen, was wir da lehren für das kirchliche Leben nicht hinreichend klarmachen.“

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Beirat für neues Islam-Institut in Berlin: Volker Beck will Schiiten-Verband ausschließen

Volker Beck im Interview mit dem Tagesspiegel im Februar 2017.Foto: Mike Wolff
Der Schiiten-Verband IGS wollte sich nicht von der israelfeindlichen Demonstration am „Al-Quds-Tag“ distanzieren. Beck fordert Konsequenzen.

Von Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Der frühere Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) hat vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ein Umdenken bei der Besetzung des künftigen Instituts für islamische Theologie an der Humboldt-Universität gefordert. Der Beirat ist ohnehin mit traditionell-konservativen Islamverbänden besetzt – einen davon hält Beck aber für ungeeignet: die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands, kurz IGS.

Beck führt dazu mehrere Gründe an. Dazu zählt eine Aussage des Verbandes auf eine Anfrage des Tagesspiegels, wonach die IGS sich als Dienstleister und Sprachrohr für die Gemeinden, nicht aber als „Führungsinstanz“ sieht. Damit hatte die IGS die Forderungen von Beck zurückgewiesen, der Verband müsse seine Mitglieder dazu aufrufen, nicht an der Al-Quds-Demonstration in Berlin teilzunehmen. Auch wollte der IGS sich nicht ausdrücklich von der Demonstration distanzieren.

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Sonderermittler Montag: „Der Fall Oury Jalloh regt mich menschlich auf“

In Gedenken an Oury Jalloh, am 7.1.2018 demonstrierten Tausende in Dessau © twitter/@OuryJalloh
Zwei externe Juristen sollen Aufarbeitung des Falles Oury Jalloh im Landtag von Sachsen-Anhalt unterstützen. Geklärt werden soll, ob fehlerhaft ermittelt und das Verfahren zu Unrecht eingestellt wurde.

MiGAZIN

Zwei externe juristische Berater sollen die parlamentarische Aufarbeitung des Falles Oury Jalloh, der vor mehr als 13 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle ums Leben kam, unterstützen. Der Rechtsanwalt Jerzy Montag (Grüne) und der frühere Münchner Generalstaatsanwalt Manfred Nötzel sollen die Akten zum ungeklärten Tod des Asylbewerbers untersuchen und bewerten, wie die sachsen-anhaltischen Koalitionsfraktionen von CDU, SPD und Grünen am Dienstag in Magdeburg mitteilten. Die Berater sollen ihre Arbeit aber erst aufnehmen, wenn die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg ihre Ermittlungen zu dem Fall abgeschlossen hat.

Der Rechtsausschuss des Landtages von Sachsen-Anhalt hatte die Einsetzung der Berater am Freitag beschlossen. Unter anderem soll den Fragen nachgegangen werden, ob es noch offene Ermittlungsansätze gibt und ob die zuständigen Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung unzulässig beeinflusst wurden.

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Zahl der Unterstützer der Todesstrafe in Amerika wächst

Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas (Archivbild) Bild: dpa
Mehr als die Hälfte der Amerikaner spricht sich für die Todesstrafe aus. Das zeigt eine neue Studie. Die Zahl der Befürworter steigt – bei einer Gruppe ist der Trend rückläufig.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Todesstrafe erhält wieder mehr Unterstützung in den Vereinigten Staaten. Nach einer Anfang der Woche veröffentlichten Umfrage vom amerikanischen Pew Research Center sprechen sich nun 54 Prozent der Amerikaner bei Mord für die ultimative Strafe aus. Das seien fünf Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Damals lag demnach die Quote auf dem niedrigsten Niveau seit den frühen 1970er Jahren.

Unter Demokraten bleiben die Befürworter der Todesstrafe seit 1990 rückläufig, bei Republikanern ist sie unverändert hoch, wie das Institut mitteilte. Die Haltung zum Tod durch den elektrischen Stuhl oder die Giftspritze variiere stark nach Geschlecht und Rasse. 61 Prozent der Männer halten demnach das Todesurteil für gerechtfertigt, während Frauen diese Ansicht nur zu 46 Prozent teilen.

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Peru: Sternbilder als Geoglyphen?

Luftbild eines der Geoglyphen in der peruanischen Pampa de las Salinas © Los Morteros-Pampa de las Salinas Archaeological Project
Rätselhafte Monumente: Im Norden Perus könnten Menschen schon vor mehr als 3.000 Jahren himmlische Sternbilder als Geoglyphen verewigt haben. Sie errichteten dort fünf ausgedehnte, aus Kreisanlagen zusammengesetzte Bodenbilder, die Konstellationen des Südhimmels zeigen könnten. Die fünf Geoglyphen sind Teil einer Landschaft, in der dieses Volk noch andere zeremonielle Bauten hinterließ, wie die Forscher berichten.

scinexx

Schnurgerade Linien von bis zu 20 Kilometern Länge, gigantische Figuren von Spinnen, Vögeln oder Affen – die Nazca-Linien im Hochland von Peru gehören zu den rätselhaftesten Zeugnissen vergangener Kulturen. Doch auch anderswo, beispielsweise mitten im Amazonas-Regenwald oder in Südengland haben Völker riesenhafte Erdsymbole und Muster hinterlassen. Wozu diese Geoglyphen dienten – ob als heilige Stätten, als Stammessymbole, als Kalender oder als Prozessionswege – ist bisher strittig.

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So verbiegt die AfD die Polizeiliche Kriminalstatistik

Die AfD-Politiker Beatrix von Storch (links), Martin Hess und Gottfried Curio (rechts) sitzen am 29. Mai bei der Sondersitzung des Bundestags-Innenausschusses zur Bamf-Affäre Bild: dpa
„Schluss mit Augenwäscherei“ fordert Martin Hess. Doch um Flüchtlinge zu diskreditieren, präsentiert der AfD-Innenpolitiker eine falsche Rechnung.

Von Justus Bender | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Flüchtlinge sind krimineller als Deutsche. Dieser Satz ist für den AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hess über jeden Zweifel erhaben. „Wer dies immer noch leugnet, der hat entweder keine Ahnung oder lügt bewusst die deutsche Bevölkerung an. Schluss mit Schönrederei und Augenwäscherei (sic)!“, schrieb Hess mit großem Selbstbewusstsein am Montag auf seiner Twitterseite. Dazu stellte Hess ein Diagramm, in dem zwei farbige Balken miteinander verglichen wurden. Ein gelber Balken für die Deutschen und ein roter Balken für die Flüchtlinge. Gerechnet wurde in „Tatverdächtige pro 100.000 Personen“.

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Dodo Söder schmiedet Bündnis gegen Merkel – mit Kreuz natürlich

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.Foto: Lino Mirgeler/dpa
Inmitten des Asylstreits zwischen Merkel und Seehofer kommen die Regierungschefs der Länder zusammen. Bayerns Ministerpräsident Söder positioniert sich vorab und sucht nach Partnern.

DER TAGESSPIEGEL

Im Streit über die Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze fordert Bayerns Regierungschef Markus Söder von den anderen Ministerpräsidenten Unterstützung für die Forderung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (beide CSU). „Es geht um Integration, Zuwanderung und Flüchtlingspolitik“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München. „Das ist die wichtigste politische Frage derzeit. Daran entscheidet sich auch die Weiterentwicklung unserer Demokratie im Land.“

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Beamtenrecht geht vor Menschenrecht

Der Zweite Senat unter Vorsitz von Andreas Voßkuhle (links) hat die Streikträume aus den Lehrerzimmern verbannt. (Foto: dpa)
Das Bundesverfassungsgericht bestätigt das Streikverbot für beamtete Lehrer. Mit dem Urteil macht es das Berufsbeamtentum zukunftsfest – gegen europäische Übergriffe.

Von Wolfgang Janisch | Süddeutsche Zeitung

Vielleicht findet sich die Wahrheit ja fast am Ende des 81 Seiten dicken Urteils. Beim System des deutschen Beamtenrechts, heißt es dort, „handelt es sich um eine nationale Besonderheit der Bundesrepublik Deutschland, die dem Umstand geschuldet ist, dass sich die Staaten in Europa kulturell und historisch sehr unterschiedlich entwickelt haben“. Soll heißen: Das Berufsbeamtentum gehört zu Deutschland wie der Streik zu Frankreich und der Regierungswechsel zu Italien. Daran ist, bitte sehr, nicht zu rütteln.

Geklagt hatten drei Lehrerinnen und ein Lehrer, nach Kräften unterstützt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW), die sich in Karlsruhe einen alten Traum erfüllen wollte – ein verbrieftes Streikrecht für Lehrer.

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Fußball-WM, Fußballgott, Schutzpatrone und jede Menge Bullshistic

32 Nationen nehmen an der Fußball-WM 2018 in Russland teil. Da ist nicht nur der Fußballgott von allen Seiten gefragt, auch die jeweiligen Schutzpatrone haben alle Hände und Füße voll zu tun. Eine muss sogar gleich siebenmal ran…

DOMRADIO.DE

Ägypten: Salah ist groß, Salah ist mächtig. Doch der angeschlagene Superstürmer von Jürgen Klopps Champions-League-Finalist FC Liverpool kann es nicht alleine richten. Beistand muss vom Evangelisten Markus kommen, der einst die christliche Gemeinde von Alexandria gründete – und als dessen Nachfolger bis heute der koptische Papst amtiert.

Argentinien: Hellblau und weiß, das sind die Trikotfarben der Franziskus-Nation Argentinien. Und es sind auch die Farben der Virgen de Lujan, des wundertätigen Marienbilds aus dem Jahr 1630. Ob am Abend des 15. Juli das ganze Land so wie „Unsere Liebe Frau von Lujan“ einen Strahlenkranz tragen kann?

Australien: Der einzige ozeanische WM-Teilnehmer setzt auf den Spanier Franz Xaver (1506-1552) als Nationalpatron. Der Gründer der Jesuitenmission wird oft mit flammendem Herzen dargestellt – schon allein das dürfte die Australier für ihn eingenommen haben. Allerdings: Franz Xaver ist auch der Patron für eine gute Sterbestunde. Tendenz: früher Heldentod.

Belgien: Nationalpatron der Flamen und Wallonen ist Josef von Nazareth (vor 20 v. Chr – ca. 20), ein kerniger Recke im defensiven Mittelfeld, der eigentümliche Visionen aushält und sein Handwerk versteht. Eher Verteidiger als Stürmer, ermöglicht er durch Standhaftigkeit und Duldsamkeit das Allergrößte.

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Fall Susanna: Iraks Regierung kritisiert Übergabe von Ali Bashar

Der Tatverdächtige Ali B. wird am Sonntag in Frankfurt in ein Gefängnis gebracht Bild: EPA
Kurdische Sicherheitskräfte haben den Tatverdächtigen Ali Bashar im Fall Susanna am Samstag an deutsche Polizisten übergeben. Das sei ein Rechtsverstoß gewesen, findet die irakische Regierung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die irakische Regierung hat die Übergabe des Tatverdächtigen im Fall Susanna an Deutschland als Rechtsverstoß kritisiert. Es gebe zwischen beiden Ländern kein Abkommen über eine Auslieferung von gesuchten Personen, teilte das Außenministerium in Bagdad am Mittwochmorgen mit. Den Verstoß hätten sowohl die kurdische Regionalregierung als auch Deutschland begangen. Nur das Justizministerium der irakischen Zentralregierung in Bagdad habe die Befugnis für einen Austausch von Gesuchten.

Der Verdächtige Ali Bashar war nach der Tat in die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geflohen und dort festgenommen worden. Kurdische Sicherheitskräfte übergaben ihn am Samstag in der Regionalhauptstadt Arbil deutschen Polizeibeamten, die ihn zurück nach Deutschland geleiteten. Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, war persönlich in den Nordirak geflogen, um den Verdächtigen abzuholen.

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Ukrainischer Minister: „70 Prozent der normalen Vegetation auf der Krim ist komplett vertrocknet“

Der Nord-Krim-Kanal ist schon seit 2014 trocken. Bild: censor.net.ua
2014 hat Kiew den Nord-Krim-Kanal geschlossen, von dem die Landwirtschaft der Krim zur Wasserversorgung abhängt. Damit wird auch politischer Druck ausgeübt, der in Medien ausgefochten wird

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der stellvertretende Minister für die vorübergehend besetzen Gebiete und Binnenflüchtlinge Yuriy Hrymchak sagte am Montag dem ukrainischen Onlinemedium https://www.obozrevatel.com/society/kryim-zasyihaet-gryimchak-nazval-usloviya-vozobnovleniya-postavok-vodyi-na-poluostrov.htm, dass die Krim, die weitgehend vom Wasser aus der Ukraine abhängig ist, austrocknet. Die „Besatzer“ könnten dagegen nichts machen. Die Krim ist fast vollständig vom Dnepr-Wasser aus der Ukraine abhängig, das durch den 400 km langen, bis zu 12 m breiten und 6 m tiefen Nord-Krim-Kanal über die Landenge von Perekop in die Krim kommt. Kiew hat nach der Annexion der Krim das Wasser abgedreht.

„Wir überwachen das Gebiet der Krim mit Satelliten“, führte er weiter aus. „Heute ist mehr als 70 Prozent der normalen Vegetation komplett vertrocknet. Einfach gesagt, vertrocknet die Krim, die auf Kosten des Wassers von der Ukraine gelebt hat, vollständig.“ Nach Angaben des Ministers habe es aus Russland keine Aufforderung gegeben, die Wasserversorgung wiederherzustellen. Die Russische Föderation sei auch für die Trinkwasserversorgung verantwortlich.

Unter gewissen Bedingungen könne man die Wasserversorgung über den Nord-Krim-Kanal, der seit 2014 von Kiew blockiert wurde, wiederherstellen. Die Bedingungen sind allerdings so irreal, dass Moskau nicht darauf eingehen wird. Nach Hrymchak müsste Russland die Soldaten aus der Krim abziehen, die Halbinsel zurückgeben und Entschädigung für die verursachten Schäden zahlen. Nach dem Minister sei Russland, das mit großer Geschwindigkeit Mitte Mai mit einer 19 km langen Brücke eine Straßenverbindung zwischen Russland und der Krim eröffnet hat hat, ab 2019 soll auch eine zweite Brücke mit Bahngleisen fertiggestellt sein, aufgrund hoher Kosten nicht imstande, die Krim mit Wasser zu versorgen. Das Wasser müsste entweder vom Festland aus transportiert oder mittels einer Meerwasserentsalzungsanlage gewonnen werden. Allerdings wurde der Fluss Biyuk-Karasu, der in den Bergen der Krim im Süden entspringt, umgeleitet, die Menge an Wasser reicht aber bei weitem nicht aus.

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Freiburger Priester wegen Betrugs in 88 Fällen angeklagt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Mit falschen Rechnungen nicht existierender IT-Unternehmen soll sich ein Priester aus der Erzdiözese Freiburg rund 200.000 Euro ergaunert haben. Sein Opfer: ausgerechnet die Caritas.

katholisch.de

Die Staatsanwaltschaft Mannheim wirft einem Priester aus dem Erzbistum Freiburg Betrug in 88 Fällen vor. Er soll die Caritas um knapp 200.000 Euro geprellt haben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Der Beschuldigte soll der Anklage zufolge Briefköpfe zweier ausländischer Firmen genutzt haben, um insgesamt 72 Rechnungen für angebliche IT-Leistungen auszustellen.

Wörtlich heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft über den Priester: „Ohne formale Zuständigkeit soll er die Rechnungen als sachlich ordnungsgemäße Inrechnungstellung einer Fremdleistung gekennzeichnet haben, was zu der Überweisung der jeweiligen Rechnungssummen auf ausländische Bankkonten durch gutgläubige Mitarbeiter des Caritasverbandes führte.“

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Dodo Söder: Bin dankbar, dass ich glauben kann – das will niemand wissen

Screenshot FB
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich Fragen von Bürgern und Journalisten gestellt. Es ging um seinen Glauben, seine Hörbibel und den Kreuzerlass – für den er auch Zuspruch von den Kirchen bekommen habe.

katholisch.de

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht den christlichen Glauben vor allem als Gefühl des Vertrauens. „Ich bin dankbar, dass ich glauben kann. Und mir gibt der Glaube auch Kraft in schwierigen Situationen des Lebens“, sagte der Protestant der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). In jungen Jahren sei das noch anders gewesen, so Söder weiter: „Da dachte ich, ich allein kann die Welt retten. Dann sind die Eltern gestorben, unter schwierigen Umständen zum Teil. Und ich habe für mich einen Weg gefunden, zu beten. Das gibt mir Kraft und Halt.“

Dieses Vertrauen sollte man auch wieder stärker vermitteln, betonte der CSU-Politiker: „Ich würde mir wünschen, dass unserer Kirchen genau das tun. Das Wort heißt Frohe Botschaft, aber schauen Sie sich die Gesichter an, mit denen das meistens vorgetragen wird.“

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Could Alien Life Handle the Radiation in 3-Star Alpha Centauri System?

This X-ray image (inset) of the two brightest stars in the three-star Alpha Centauri system was captured by NASA’s Chandra X-ray Observatory on May 2, 2017. The visible-light image of the Alpha Centauri system and its surroundings was taken by a telescope in northern Chile run by the European Southern Observatory. Credit: X-ray: NASA/CXC/University of Colorado/T.Ayres; Optical: Zdeněk Bardon/ESO
The levels of X-ray radiation streaming from Alpha Centauri A and B — two of the three stars in the nearest solar system to our own — are comparable to those emitted by our own sun, according to a new study based on observations by NASA’s Chandra X-ray Observatory.

By Mike Wall | SPACE.com

„This is very good news for Alpha Cen AB in terms of the ability of possible life on any of their planets to survive radiation bouts from the stars,“ study lead author Tom Ayres, of the University of Colorado Boulder, said in a statement. „Chandra shows us that life should have a fighting chance on planets around either of these stars.“ [Mission to Alpha Centauri: Breakthrough Starshot in Pictures]

Alpha Centauri lies about 4.2 light-years from the sun. The three-star system consists of the close-orbiting A and B pair (which astronomers often lump together as „AB“) and a far-flung companion called Proxima Centauri. A and B are sun-like stars, whereas Proxima Centauri is a small, dim red dwarf.

No planets have been confirmed around either Alpha Cen A or B, so all discussion of such worlds is strictly hypothetical. (Astronomers continue to look, however.)

Proxima Centauri hosts a roughly Earth-size planet, known as Proxima b, in the „habitable zone“ —that range of distances from a star where liquid water could exist on a world’s surface. But red dwarfs are incredibly active stars, frequently firing off superpowerful flares that can bathe orbiting worlds in punishing radiation. So, many scientists question the true habitability of Proxima b, speculating that any atmosphere it once had was stripped long ago by the activity of its host star.

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„Ärzte ohne Grenzen“: Flüchtlingspolitik moralische Bankrotterklärung

„Ärzte ohne Grenzen“ geht mit der EU hart ins Gericht. Das Leid der Flüchtlinge vor der Haustür werde bewusst in Kauf genommen, um den Zustrom zu begrenzen. Die Not der Geretteten auf dem Schiff „Aquarius“ sei nur ein Beispiel von vielen.

evangelisch.de

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der Europäischen Union scharf kritisiert. Um weitere Menschen von einer Flucht nach Europa abzuhalten, werde menschliches Leid vor unserer Haustür bewusst in Kauf genommen, kritisierte der Geschäftsführer der deutschen Sektion des Hilfswerks, Florian Westphal, am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Das Ganze sei „eine moralische Bankrotterklärung für die EU“.

Neben dem aktuellen Fall der 629 aus Seenot geretteten Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff „Aquarius“, die derzeit auf dem Mittelmeer festsitzen, weil das Schiff keine italienische Häfen anlaufen darf, verwies Westphal auf die dramatische Situation im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Das für 3.000 Menschen ausgelegte Lager sei mit derzeit mehr als 7.400 Insassen „heillos überbelegt“, die Lebensumstände seien katastrophal. Rund ein Drittel der Insassen seien Kinder, von denen viele Trauma- und Stresssymptome zeigten, etwa als Bettnässer oder durch Selbstverletzungen.

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Der Teilchenbeschleuniger des Cern wird ausgebaut

Bild: LHC Genf
Eine Milliarde Protonenkollisionen pro Sekunde schafft der weltgrösste Teilchenbeschleuniger am Cern in Genf. Zu wenig, finden Physiker, die den Geheimnissen des Universums auf der Spur sind, deshalb wird er jetzt ausgebaut.

Neue Zürcher Zeitung

An der grössten Forschungsanlage der Welt im schweizerisch-französischen Grenzgebiet sind bald schon wieder Bagger und Bohrmaschinen am Werk. Denn der Teilchenbeschleuniger, der Large Hadron Collider (LHC) am Cern, soll noch leistungsfähiger werden. Dafür müssen neue Tunnelstücke angebaut werden. Am kommenden Freitag beginnen erste Bauarbeiten.

Noch mehr Kollisionen

Alles dreht sich bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) um die Kollisionen, die die Physiker erzeugen, wenn sie Protonen in entgegengesetzter Richtung durch den 27 Kilometer langen Tunnel schiessen. Unterwegs sind in der Röhre Trillionen von Protonen, von denen jedes einzelne pro Sekunde 11 000 Runden dreht.

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Geistliche klagen an: „Sie töten unsere Herde“

© Bild: picture alliance / dpa / Francis R. Malasig
„Sie töten uns Hirten. Sie töten unseren Glauben. Sie verfluchen unsere Kirche.“ – Mit scharfer Kritik an der Regierung Duterte reagiert die Kirche auf den Philippinen auf die Ermordung eines Priesters.

katholisch.de

Nach der Ermordung von Pater Richmond Nilo haben Kirchenvertreter mit scharfen Worten eine anhaltende Verfolgung der katholischen Kirche auf den Philippinen beklagt und die Regierung kritisiert. „Sie töten unsere Herde. Sie töten uns Hirten. Sie töten unseren Glauben. Sie verfluchen unsere Kirche. Sie töten Gott, wie sie es schon in Golgota getan haben“, heißt es in einem Schreiben, das am Montag auf der philippinischen Internetseite rappler.com veröffentlicht wurde. Unterzeichnet wurde die Erklärung vom Erzbischof von Lingayen-Dagupan, Socrates Buenaventura Villegas, vom ernannten Bischof von Bayombong, Jose Elmer Imas Mangalinao, und weiteren Geistlichen.

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Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz: „Wesentliche Fehler werden nicht geheilt“

Das Isar-Amper-Klinikum München Ost ist eines der größten Fachkrankenhäuser für Psychiatrie, Psychotherapie psychosomatische Medizin und Neurologie in Deutschland Quelle: pa/dpa/Felix Hörhager
Nachdem das geplante Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz eine Welle der Entrüstung ausgelöst hatte, hat die CSU noch mal nachgebessert. Dennoch stimmten die Grünen im Landtag an diesem Dienstag gegen den Entwurf.

DIE WELT

Nach Nachbesserungen der CSU beim umstrittenen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) haben SPD und Freie Wähler ihren Protest an dem Vorhaben beendet. Einzig die Grünen stimmten am Dienstag in der Sitzung des Gesundheitsausschusses im Landtag gegen die Novelle der CSU-Fraktion, die unter anderem auf die Einführung einer Zentraldatei zur Erfassung sämtlicher zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Patienten verzichtet. Stattdessen sollen anonymisiert Unterbringungen, Zwangsbehandlungen und Zwangsfixierungen in einem Meldeverfahren erfasst werden.

Über den Gesetzentwurf war viel gestritten worden, auch außerhalb des Landtags formierte sich Widerstand bei Sozialverbänden und Bürgern. Eine Petition im Internet unterzeichneten bis Dienstagnachmittag mehr als 120.000 Menschen.

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Umstrittene „Homo-Heiler“-Seminare: Kirche distanziert sich vom Verein „Leo“

Das Gebäude des Vereins „Leo“. Foto: Archiv
Die Kirchengemeinde Bennungen möchte sich in Zukunft stärker vom Verein für Lebensorientierung „Leo“ abgrenzen. Das geht aus einer Stellungnahme des Gemeindekirchenrates (GKR) Bennungen hervor.

Mitteldeutsche Zeitung

Man wolle nun stärker darauf achten, dass es zwischen Kirchengemeinde und Vereinsarbeit eine inhaltliche Grenze gibt, die es vor allem in Zeiten als Pfarrer Bernhard Ritter sein Amt ausübte hat, nicht in dieser Form gegeben habe.

Bernhard Ritter, Pfarrer im Ruhestand, wird vorgeworfen, in seinen Seminaren Inhalte zu verbreiten, wonach Homosexualität eine Krankheit sei, die man heilen müsse. Ritter selbst hat sich gegenüber der MZ bisher nicht dazu geäußert, Vertreter des Vereins hatten später angegeben, diese Inhalte seien mittlerweile aus den Seminarunterlagen rausgenommen worden.

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