Integrationsprojekt „Shalom Rollberg“: Wie sich Juden in Berlin für muslimische Kinder engagieren

Der gebürtige Franzose Gilles Duhem ist Geschäftsführer des Vereins Morus14, wo das Projekt „Shalom Rollberg“ zu Hause ist. Hier auf einem Archivbild als Quartiersmanager mit Jugendlichen in Berlin-Neukölln von 2007. (imago stock&people / Christian Thiel)
Englisch, Kunst oder Kung-Fu: Im Berlin-Neuköllner Integrationsprojekt „Shalom Rollberg“ betreuen Israelis ehrenamtlich vorwiegend muslimische Kinder und Jugendliche. Neben der Förderung der Kids geht es auch darum, Vorurteile abzubauen.

Von Kemal Hür | Deutschlandfunk Kultur

Neun Mädchen und zwei Jungen singen Karaoke. Der Gesang ist dabei Mittel zum Zweck. Die Schüler und Schülerinnen sitzen zusammen und lernen spielerisch Englisch. Isra Mansour ist eine von ihnen, ein Kopftuch bedeckt ihre Haare. Sie ist 15 Jahre alt. Beim anschließenden Vokabelspiel meldet sie sich permanent, korrigiert sogar die anderen.

Sie ist die Beste im Kurs. Inzwischen, doch vor zwei Jahren war das ganz anders. Ihre Schulnoten in Englisch waren nicht die besten. Nachhilfe sollte das ändern. Doch als sie erfuhr, dass sie einen jüdischen Nachhilfelehrer bekommt, habe sie zunächst nicht gewusst, was sie erwarte, erzählt die Schülerin mit einem Lächeln:

weiterlesen

Wie Merkel zur Spaltung beigetragen hat

© afp, FR Merkel 2005: „Erst die Ereignisse des Herbstes 2015 brachten die vermeintlich Unangefochtene ins Wanken“, schreibt Stephan Hebel.
FR-Autor Stephan Hebel schreibt in seiner neuen Bilanz über mangelnden Reformwillen der Kanzlerin, die politische Ausrichtung an Wirtschaftsinteressen und erklärt, warum ihr Humanismus allenfalls ein halber ist.

Von Stephan Hebel | Frankfurter Rundschau

Der Anfang vom Ende hat ein Datum: Am 29. Oktober 2018 verkündete Angela Merkel, dass sie beim Parteitag im Dezember nicht mehr für den CDU-Vorsitz kandidieren werde. Drei Jahre später, so die Ankündigung, wolle sie sowohl aus dem Kanzleramt als auch aus dem Bundestag ausscheiden und danach auch keine anderen Ämter mehr bekleiden. (…)

In diesem Buch finden Sie eine erste Bestandsaufnahme des politischen Erbes von Angela Merkel. Anhand einer Reihe von Themenbereichen wird zu zeigen sein, wie sich Deutschland in 13 Jahren unter ihrer Kanzlerschaft verändert hat und wie ihr politisches Wirken während dieser Zeit zu bewerten ist. Um das Ergebnis kurz vorwegzunehmen: Die Bilanz fällt insgesamt alles andere als positiv aus.

weiterlesen

Driftet die Schweiz wirklich in Richtung eines Gottesstaates ab, Herr Pfister?

Gerhard Pfister im Saal des Nationalrates. Bild: keystone
Der Präsident der CVP will mit einem Thinktank den Geistlichen einen Maulkorb umhängen. Sie sollen sich nicht mehr zu politischen Fragen äussern.

Hugo Stamm | watson.ch

Die beiden grossen Landeskirchen stecken seit Jahren in einem Formtief. Die aktiven Gläubigen sind mehrheitlich im Seniorenalter, die jungen «Passivmitglieder».

Obwohl die beiden Kirchen alles versuchen, um die Indifferenten in die Kirche zu locken und den Exodus zu stoppen, ist der Erfolg bescheiden. Kurz: Der Einfluss der beiden Kirchen sinkt weiter. Und nun fällt ausgerechnet Gerhard Pfister, seines Zeichens Präsident der Christlichen Volkspartei CVP, den ohnehin gebeutelten Kirchen und manchen Geistlichen in den Rücken.

Man reibt sich als Beobachter verwundert die Augen und fragt sich, was um Himmels Willen in den guten Gerhard Pfister gefahren ist, dass er die Kirchen im Wahlkampfjahr an die Kandare nehmen will. Ist es politisches Kalkül? Oder doch eher Panik?

weiterlesen

Faschismus: Das Partygesicht des Sozialdarwinismus

Eine Demonstration von Rechtsextremen in Madrid, November 2018 © Oscar del Pozo/AFP/Getty Images
Der US-amerikanische Philosoph Jason Stanley hat einen kurzen, erhellenden Band über den Faschismus geschrieben. Ein entschlossenes Buch zur rechten Zeit

Rezension von Jan Süselbeck | ZEIT ONLINE

Wer angesichts des Zulaufs rechter Parteien in Europa und in Übersee das Wort Faschismus fallen lässt, bekommt oft abwiegelnde Antworten. Man könnte den Sermon, den dieses Reizwort auslöst, in etwa so zusammenfassen: Viele Gesellschaftskritiker machten es sich damit einfach zu leicht. Die Faschisten seien für sie immer die anderen. Überhaupt, Faschismus. Sei der wahre Faschismus nicht längst besiegt, ein bizarres Phänomen des 20. Jahrhunderts, assoziiert mit Schreihälsen in Fantasieuniform? Sei es nicht blindwütiger Alarmismus und eine beispiellose Überreaktion, die Krisen unserer heutigen Demokratien gleich als Faschismus zu bezeichnen? Vor allem aber: Komme es nicht einer Verharmlosung des Holocaust gleich, den heutigen Populismus mit Faschismus gleichzusetzen? Sollten wir nicht erst einmal versuchen, in Ruhe miteinander zu reden?

weiterlesen

Streit um Kunstwerk im israelischen Haifa – Bischöfe empört Ronald McDonald am Kreuz, Religiotie

Bild: The Times of Israel

Im israelischen Haifa gibt es handfesten Streit um ein Kunstwerk mit einem gekreuzigten Ronald McDonald. Die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes forderten die Stadt auf, die Christusdarstellung aus einer Kunstausstellung zu entfernen.

DOMRADIO.DE

Die Bischöfe betonten zwar am Freitagabend das Recht auf Meinungsfreiheit. Auch teile man das Ziel der Ausstellung, die Konsumgesellschaft zu kritisieren. Es sei aber nicht hinnehmbar, dazu „das bedeutendste Symbol der christlichen Religion“ zu missbrauchen, so die Bischöfe.

Das Kunstwerk „McJesus“ des finnischen Künstlers Jani Leinonen zeigt das gekreuzigte Maskottchen der Fastfoodkette McDonalds.

weiterlesen

Huber: Kirche darf nicht auf »Twitter-Falle reinfallen«

Der Berliner Altbischof und frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat davor gewarnt, sich in der Kirche zu stark an Trends und Moden zu orientieren.

DER SONNTAG

Die Kirche müsse sich zwar beständig erneuern, dabei aber Tradition und Zukunft miteinander verbinden, sagte Huber am Donnerstagabend bei einer Diskussion im Dom zu Brandenburg an der Havel. Die Kirche dürfe nicht »auf diese Twitter-Falle reinfallen« und denken, sie sei »beständig neu«, wenn sie sich digitalen Trends anschließe.

Kirche, darunter auch das evangelische Domstift Brandenburg, müsse ein Ort sein, an dem sich Menschen begegnen und sich nicht »durch twittern aus dem Weg gehen«, sagte Huber.

weiterlesen

Apokalypsen und ihre Nebenwirkungen

Ob Fegefeuer, Waldsterben, Zersiedelung, Schadstoffe, Ausgrenzung oder Überalterung – die kollektive Angst trägt viele Gewänder. Meistens endet die Beschwörung von Gefahr und Untergang in neuen Abgaben und Regulierungen. Deshalb ist die Bewirtschaftung von gesellschaftlichen Ängsten politisch höchst attraktiv.

Claudia Wirz | Neue Zürcher Zeitung

Eigentlich ist es eine frohe Botschaft: Noch nie ging es uns so gut wie heute. Noch nie hatte der Schweizer Durchschnittsbürger so viel Freizeit und Wohlstand zugleich, noch nie waren seine individuellen Rechte weitreichender, nie zuvor konnte er sich so viel Wohnfläche leisten. Die soziale Sicherheit ist garantiert, die Arbeitslosigkeit tief, die Lebenserwartung hoch, das Bildungssystem bietet alle Möglichkeiten für Entfaltung und sozialen Aufstieg, so man denn will.

Die Kaufkraft ist gehörig, Konsumgüter gibt es in Hülle und Fülle. Reisen in die grosse weite Welt sind eine Selbstverständlichkeit. Die medizinische Versorgung betreut alle auf allerhöchstem Niveau, nicht nur, wenn wir krank sind; mit einer reichen Palette an Vorsorgeuntersuchungen ist auch für die Beschwerdefreien nur das Beste gut genug. Und wenn wir schon bei der Gesundheit sind, die wir uns alle wünschen: Nie waren Produkte im Allgemeinen und Lebensmittel im Besonderen sicherer. Und was für das Essen gilt, trifft auch auf die Arbeitsplätze zu; noch nie gab es so wenige Berufsunfälle wie heute.

weiterlesen

Apostel Mixa sprach bei AfD-Empfang in Stuttgart

Bild: ©KNA
2010 wurde Bischof Walter Mixa zum Rücktritt gedrängt. Seitdem lebt er zurückgezogen im Bistum Eichstätt. Doch nun folgte er der Einladung eines Stuttgarter AfD-Stadtrats. Das Thema seiner Rede: der Islam.

katholisch.de

Der frühere Bischof von Eichstätt und Augsburg, Walter Mixa (77), hat beim Neujahrsempfang eines AfD-Stadtrats im Stuttgarter Rathaus über Islam und Moscheebau gesprochen. Wie „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag) berichten, referierte der 2010 zurückgetretene Kirchenmann am Donnerstagabend vor rund 35 Zuhörern auf Einladung von AfD-Stadtrat Eberhard Brett. Laut Veranstalter sei bis zuletzt nicht klar gewesen, ob der Bischof der Einladung folge. Mixa und Brett sollen sich schon zuvor gekannt haben und befreundet sein.

weiterlesen

„SDF als Teil der syrischen Armee“

Bild: Tasnimnews/CC BY-SA-4.0
Verhandlungen zwischen Damaskus und Vertretern der Kurden verhindern die angekündigte Intervention der Türkei. Russische Sicherheitskräfte patrouillieren bei Manbidsch

Thomas Pany | TELEPOLIS

Der Abzug aus Syrien hat begonnen, wird der Sprecher der Anti-IS-Koalition, Colonel Sean Ryan, in Medienberichten zitiert. Angaben über Zeit, Orte und Truppenbewegungen würden aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gemacht.

Es werde nur Material abgezogen, was das Personal angeht, so könne es zwischenzeitlich auch zu Verstärkungen kommen, ist auch zu erfahren. Der „Abzug der USA aus Syrien“ bleibt ein kompliziertes Manöver, das mit unterschiedlichen Interessen allein schon innerhalb der US-Administration verbunden ist.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Sohr), deren Mitteilungen mit großer Vorsicht zu behandeln sind, wenn es um politische Einschätzungen von Geschehnissen in Syrien geht, das andererseits dank eines Netzwerk von Informanten auch interessante Meldungen beisteuern kann, berichtet von auffälligen Militärkonvois mit amerikanischem Material, die in Syrien zwischen unterschiedlichen Standorten der USA unterwegs sind – und Richtung Irak.

weiterlesen

Jan Josef Liefers über die Bedeutung von Religion in seinem Leben: Von der Kraft des Gebets überzeugt – proklamierte Unvernunft

Jan Josef Liefers © Bernd von Jutrczenka (dpa)
Schauspieler Jan Josef Liefers glaubt nicht an Gott, aber ans Beten. Er sei „von der Kraft des Gebets überzeugt“, sagte der 54-Jährige im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. Sich Gedanken über den Glauben zu machen, sei inspirierend.

DOMRADIO.DE

„Allein schon, weil wir im Gebet ein Ziel formulieren und uns das hilft, die nötigen Dinge in Angriff zu nehmen, um sie zum Besseren zu verändern“, sagte Liefers der Zeitung.

Er gehöre keiner Konfession an, interessiere sich aber sehr für Religionen, betonte der gebürtige Dresdener: „Ich mag ihren Beitrag zu unserer Kultur; sakrale Bauten, die Musik, die Lebensfragen, die sie aufwerfen. Und es war immer inspirierend, über Glauben nachzudenken.“ Er glaube aber nicht „an den einen unfehlbaren, gütigen Gott“; und Religionsfreiheit bedeute eben auch die Freiheit, keine Religion haben zu müssen.

weiterlesen

„Big Data“ in der Medizin nicht unproblematisch

/Gorodenkoff, stockadobecom
Die Auswertung großer Datenbestände – Big Data – für die medizinische Forschung aber auch für die individuelle Therapieplanung gilt weithin als äußerst vielversprechende Option für den medizinischen Fortschritt.

aerzteblatt.de

Einen kritischen Kommentar zu dieser Entwicklung hat jetzt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) publiziert. Er ist in der neuen Broschüre des Instituts „Auf den Punkt gebracht“ erschienen. In dieser jährlich erscheinenden Publikation veranschaulicht das Institut wichtige Aspekte seiner Arbeit in prägnanten Texten und Abbildungen – jetzt ist die vierte Ausgabe erschienen.

weiterlesen

Russisch-orthodoxer Patriarch meint: „Der Satan steckt im Internet“

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. zeigt sich skeptisch über das Internet und soziale Medien und warnt vor zu häufiger Nutzung von sozialen Netzwerken oder Geräten wie Smartphones.

kath.net

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. (Foto) zeigt sich skeptisch über das Internet und soziale Medien und warnt vor zu häufiger Nutzung von sozialen Netzwerken oder Geräten wie Smartphones. Dies berichtet der „Standard“. In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Rossija 1 meint er: „Jedes Mal, wenn man sein Gadget verwendet, kann jemand – egal ob die Standortbestimmung eingeschalten ist – herausfinden, wo man ist, was man für Interessen hat und wovor man sich fürchtet.“ Und Kyrill meint: „Der Satan steckt im Internet.“ Denn der „Antichrist ist die Person, die das World Wide Web anführen und die Menschheit kontrollieren wird.“