„Religionsunterricht macht unmündig“

Der Religionsunterricht an staatlichen Regelschulen kann seine Existenz argumentativ nicht rechtfertigen, was das Fach aber keineswegs davon abhält, sein Ende mit allen Mitteln in die Länge zu ziehen. Erst kürzlich zog Luxemburg „Reli“ den Stecker. Weshalb dieser Schritt auch in Deutschland lange überfällig ist, findet zahllose zwingende Gründe.

Von Deniz Y. Dix | hpd.de

Religionsunterricht lehrt einseitige Normativität

Während in allen übrigen Fächern der sogenannte „Beutelsbacher Konsens“ den Lehrpersonen verbietet, zu Fragen der Ethik oder Weltanschauung Position zu beziehen, gehört es hier zum guten Ton, über das Lehrerpult hinweg zu moralisieren. Auch wenn einzelne Lehrkräfte dieses Machtpotenzial nicht ausschöpfen und vielleicht sogar kritische Episoden in das Unterrichtssegment einbauen, um einen Anschein von Transparenz zu erwecken: Die Offenbarungsschriften halten die letztlich richtigen Antworten parat.

Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass deutscher Religionsunterricht konfessionsgebunden erfolgt, die Schülerschaft also nach Konfessionszugehörigkeit sortiert beschult werden. Man stelle sich vor, im Sozialkundeunterricht würde aufgeteilt: Im ersten Kurs würden einzig marxistische Texte behandelt, wenngleich gelegentlich mit hinterfragendem Narrativ, während die andere Klassenhälfte ausschließlich neoliberale Schriften büffelte.

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Kosmisches Bombardement hat sich verstärkt – Seit 290 Millionen Jahren treffen mehr Asteroiden auf Erde und Mond als davor

Seit 290 Millionen Jahren schlagen mehr Asteroiden auf der Erde ein als in den Zeitaltern davor. © solarseven/thinkstock
Verstärktes Bombardement: Seit rund 290 Millionen Jahren werden Erde und Mond von mehr Asteroiden getroffen als zuvor. Denn damals schnellte die Einschlagsrate auf beiden Himmelskörpern um das 2,6-Fache in die Höhe, wie Analysen von Mondkratern enthüllen. Das widerspricht nicht nur der gängigen Annahme einer gleichförmigen Impaktrate, es könnte auch erklären, warum auf der Erde weniger ältere Krater gefunden wurden, so die Forscher im Fachmagazin „Science“.

scinexx

Die Erde wurde im Laufe ihrer Geschichte immer wieder von Asteroiden getroffen. Diese Einschläge förderten wahrscheinlich die Entstehung des Lebens, lösten aber auch globale Katastrophen und Massensterben aus – wie beim Ende der Dinosaurier. Unklar blieb allerdings, wie sich die Impaktrate im Laufe der Erdgeschichte entwickelt hat. Forscher gingen jedoch bisher davon aus, dass sich die Einschlagsrate nach einem anfangs intensiven Bombardement stabilisiert hat und seither nahezu konstant geblieben ist. Auch periodische Trefferhäufungen haben Wissenschaftler vor kurzem widerlegt.

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Erdogans Wahlkampf besonderer Art

Im März sind in der Türkei Kommunalwahlen. Wirtschaftlich geht es dem Land schlecht, der Präsident trickst und räumt die Opposition auf die Seite

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Für Präsident Erdogan und seine AKP stehen die Aktien schlecht. Den Menschen geht es wirtschaftlich immer schlechter. Verhaftungen von Journalisten, Politikern und Künstlern sind an der Tagesordnung. Vieles deutet darauf hin, dass die Wahlen manipuliert werden.

Der wirtschaftliche Niedergang der Türkei

Eigentlich bedarf es keiner Drohung von US-Präsident Trump, er würde die Türkei wirtschaftlich zerstören, sollten sie die syrischen Kurden angreifen. Den wirtschaftlichen Niedergang besorgt Erdogan und seine Partei schon selbst. 77 Prozent der Firmen in der Türkei haben vor, auf ausländischen Märkten zu expandieren, nur 1,7 Prozent in der Türkei.

Die Preise sind derart gestiegen, dass die Bevölkerung sich kaum noch mit Fleisch versorgen kann, berichtet der Istanbuler Metzger Gulha. Kauften die Leute vor kurzem noch ein Kilo Fleisch, sind es heute nur noch maximal 500 Gramm. Seine Metzgerei kann er nur noch durch massive Einsparungen am Laufen halten, etwa indem seine beiden Kinder nicht mehr mit dem Schulbus zur Schule fahren, – der kostete rund 28,50 Euro im Monat -, sondern mit dem öffentlichen Bus. Vor einem Monat bezahlte er für den Strom seines Ladens noch 86 Euro, um die Kühlaggregate rund um die Uhr laufen zu lassen. In diesem Monat waren es 150 Euro.

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Amnesty auf Abwegen

Georg M. Hafner kritisiert die Annäherung der Menschenrechtsorganisation an den BDS

Georg M. Hafner | Jüdische Allgemeine

Was schert es mich, wenn eine Ziege sich an meinem Olivenbaum kratzt, könnte man in Abwandlung eines Sprichwortes mit Blick auf Amnesty International sagen. Aber ganz so harmlos ist es nicht.

Weltweit hat der Antisemitismus zugenommen. Doch die Gralshüter der Menschenrechte ziehen schon länger gegen Israel zu Felde. Und jetzt legen sie nach.

Boykott Internen Dokumenten zufolge soll 2019 der Boykott gegen Israel massiv unterstützt werden. Unternehmen, die Juden gehören oder Geschäfte mit jüdischen Unternehmen im Westjordanland machen, kommen an den Pranger. Genauso wie Länder, die sich dem »Kauft nicht bei Juden!« widersetzen und keine Einfuhrverbote erlassen. Unterstützt wird dagegen Irland, das gerade ein Gesetz vorbereitet, das solche Geschäftsbeziehungen mit fünf Jahren Gefängnis bedroht.

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Kardinaler Gedächtnisverlust – Wuerl: Hatte Vorwürfe gegen McCarrick vollkommen vergessen

Bild: © picture alliance/AP Photo/Kevin Wolf
Seit Kurzem ist bekannt: US-Kardinal Donald Wuerl wusste bereits seit 2004 von den Missbrauchsvorwürfen gegen seinen Amtsvorgänger Theodore McCarrick. Jetzt erläutert Wuerl in einem öffentlichen Brief, warum er Kenntnisse über den Fall zuvor stets bestritten hat.

katholisch.de

Der emeritierte Washingtoner Erzbischof Kardinal Donald Wuerl hat seinen Umgang mit Vorwürfen gegen seinen Amtsvorgänger, den früheren Kardinal Theodore McCarrick, aus dem Jahr 2004 verteidigt. In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an Priester im Erzbistum Washington schreibt Wuerl, er habe im vergangenen Jahr wahrheitsgemäß erklärt, nichts von den kurz zuvor bekanntgewordenen Missbrauchsvorwürfen gegen seinen Amtsbruder gewusst zu haben.

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Hessen: Polizist mit Nazi-Zimmer aufgeflogen

© dpa, FR Polizei im Einsatz (Symbolfoto).
Gegen zwei Polizisten in Mittel- und Nordhessen laufen Ermittlungen und Hausdurchsuchungen. Einer der Beamten soll in seinem Wohnhaus eigens ein Zimmer nur für Nazi-Devotionalien gehabt haben.

Von Anja Laud | Frankfurter Rundschau

Gegen zwei Polizisten in Mittel- und Nordhessen laufen Ermittlungen. Die 44 und 35 Jahre alten Beamten stehen in Verdacht, gegen das Waffengesetz verstoßen und verfassungswidrige Kennzeichen verwendet sowie sich der Volksverhetzung schuldig gemacht zu haben, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, am Donnerstag.

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A Rare Kind of Black Hole May Be Wandering Around Our Milky Way

An artist’s depiction of a black hole. Credit: NASA’s Goddard Space Flight Center
Scientists think that they’ve spotted a rare, Jupiter-size black hole casually strolling through the Milky Way galaxy.

By Meghan Bartels | SPACE.com

Of course, scientists can’t see any black holes directly — but new research tracking a celestial cloud structure saw strange behavior that may have been caused by just such an invisible object. That data came courtesy of the Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), a set of 66 telescopes scattered across the Atacama Desert in northern Chile.

„When I checked the ALMA data for the first time, I was really excited because the observed gas showed obvious orbital motions, which strongly suggest an invisible massive object lurking,“ lead author Shunya Takekawa, a physicist at the National Astronomical Observatory of Japan, told New Scientist.

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Militärdekan über die Seelsorge bei der Bundeswehr: Wie bei der Hochseefischerei

Militärseelsorge sei ein bisschen wie Betriebsseelsorge, sagt Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker. Die Soldaten würden nicht zuerst über Gottesdienste erreicht, sondern bei alltäglichen Begegnungen auf dem Truppenübungsplatz oder im Einsatz.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Aus rund 40 Ländern kommen die Soldaten. Und wenn sich Soldaten aus vielen Ländern treffen, dann ist das auch immer ein Zeichen für Verständigung und Frieden. Die Katholische Kirche tut ja einiges dafür: Einmal im Jahr zum Beispiel gibt es auch die internationale Soldaten-Wallfahrt nach Lourdes. Kann man diese Wallfahrt auch als Friedenswallfahrt bezeichnen? Wie würden Sie es einschätzen?

Rainer Schnettker (Leiter des Militärdekanats Köln): Ja, auf jeden Fall. Allein die Ursprünge sind ja schon darin begründet, dass damals nach dem Zweiten Weltkrieg die französische Militärseelsorge international eingeladen hat – eben auch als Wallfahrt der Versöhnung, des Zusammenführens und des Friedens. Von daher ist es bei der großen Internationalität auch heute noch vor allem eine Friedenswallfahrt.

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Fleisch muss nach Fleisch aussehen

Grafik: TP
Artificial Intelligence kann jetzt Fotos von Essen generieren, das es gar nicht gibt. Das macht nichts, denn Procter & Gamble hat Photoshop für Haut erfunden

Harald Taglinger | TELEPOLIS

Wie das jetzt bitteschön zusammenhängen soll, muss mir erst noch einer erklären. Vermutlich tut es das auch gar nicht, aber wenn man es nacheinander liest, dann drängt sich einem der Verdacht auf, dass da doch irgendetwas in die gleiche Richtung geht. Nur hat das eine mit dem anderen eigentlich erst einmal wenig zu tun.

Zum Punkt. Ein Team an der Universität von Tel-Aviv hat ein wenig KI zusammengerührt, die jetzt imstande ist, Fantasieessen herzustellen. Also nicht direkt im Kochtopf. Mehr auf Bildern. Da kommen einem dann die leckersten Fotos von einem Essen unter, das man sich sofort bestellen würde. Allerdings geht das nicht, denn die vollen Portionen bestehen nur im Eingemachten des neuralen Netzwerks von StackGAN V2. Ein eher unappetitlicher Name, wenn ich das anmerken darf. Aber ja nun: Das Ergebnis als Neukombination von Darstellungen aus einer auf Essen spezialisierten Bilderdatenbank kann sich durchaus sehen lassen. Auf jeden Fall löst es Speichelbildung aus, wenn man darüber schreibt. Wir wissen ja nicht, wie es schmecken soll, das Zeug, das sich StackGAN V2 da ausdenkt, aber es kann sich sehen lassen. Wie gesagt.

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#NazisRaus: Wo sollen sie denn hin, die Nazis?

© imago, FR Nazis raus – aber wohin? Vermummte Anhänger der NPD schwenken Fahnen während einer Demonstration in Augsburg.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Die Aufregung in den sozialen Netzwerken war kaum zu toppen, als die Korrespondentin des ZDF-Hauptstadtstudios, Nicole Diekmann, den Hashtag „NazisRaus“ auf Twitter absetzte. Alle Grünen-Wähler auf Nachfrage ironisch als „Nicht-Nazis“ auszudeuten, brachte ihr schließlich den fulminanten Shitstorm ein. Sie hätte ahnen können, dass die deutsche Seele keinen Spaß versteht, wenn es um den Nazi geht, zumal dem ein oder der anderen so manche Ausgestaltung des Nationalsozialismus gar nicht so wesensfremd ist.

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Museum muss gekreuzigten „Ronald McDonald“ entfernen

Bild: © picture alliance/AP Photo/Oded Balilty
Neben friedlichen Stellungnahmen gab es auch Gewalt und Brandanschläge gegen das Museum in Haifa: Der gekreuzigte Ronald McDonald eines finnischen Künstlers sorgte für viel Ärger in Israel. Nun ordnete die Bürgermeisterin an: Das Kunstwerk muss weg.

katholisch.de

Das Kunstmuseum von Haifa entfernt die Statue eines gekreuzigten Ronald McDonald. Das kündigte die Bürgermeisterin der Stadt, Einat Kalisch-Rotem, laut der israelischen Zeitung Haaretz am Mittwoch an. Gegen die Skulptur des finnischen Künstlers Jani Leinonen, die im Rahmen der Ausstellung „Sacred Goods“ gezeigt wurde, hatten am Wochenende Christen verschiedener Konfessionen und Vertreter jüdischer Organisationen scharf protestiert, da sie die Darstellung des McDonalds-Maskottchens als Christus als verletzend empfinden.

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Dodo Gloria sieht „Gesinnungsdiktatur“ am Werk

Zu wenig der „Vielfalt“ verpflichtet, zu eng mit Steve Bannon: Nachdem ein New Yorker Museum Gloria Fürstin von Thurn und Taxis bei einer Gala wieder auslud, verteidigt diese nun ihre Ansichten – und Kontakte.

DIE WELT

„Die Spießer haben das Kommando übernommen“: So kurz und knapp beurteilt Gloria Fürstin von Thurn und Taxis die Entscheidung eines New Yorker Museums, das die 58-Jährige vergangene Woche öffentlichkeitswirksam von seiner kommenden Gala ausgeladen hatte.

„Als kulturelle Institution, die auf den Prinzipien von Inklusion, Bürgerrechten und Vielfalt gegründet wurde, will das Museo del Barrio Menschen ehren, die diese Prinzipien hochhalten“, hatte das Museum, das sich vor allem mit lateinamerikanischer und karibischer Kunst befasst, verkündet. „Im Ergebnis haben wir entschieden, dass sich die Wege von uns und Gloria Fürstin von Thurn und Taxis trennen“, heißt es in der Meldung weiter, über die unter anderem die „New York Times“ berichtet hatte.

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DBK-Sekretär zu Missbrauch: Müssen Verantwortliche konkret benennen

Bild: © KNA
Die Zeit sei nun da, konkret zu benennen, wer in den Bistümern für den Einsatz und die Versetzungen von Missbrauchstätern verantwortlich war: DBK-Sekretär Hans Langendörfer will zudem eine breite Debatte über den Zölibat und kirchliche Sexualmoral.

katholisch.de

Nach der Missbrauchsstudie der deutschen Bischöfe sieht Bischofskonferenz-Sekretär Pater Hans Langendörfer einen großen Reformbedarf in der deutschen Kirche. Notwendig sei ein Mentalitätswandel, sagte er am Mittwochabend in Köln. Dazu gehöre eine breite Debatte über den Zölibat und die kirchliche Sexualmoral, die neue Erkenntnisse aufnehme und in Rom gehört werde. Auch sei jetzt die Zeit, konkret zu benennen, wer genau in den Bistümern für den Einsatz und die Versetzungen von Missbrauchstätern verantwortlich war.

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Islamismus-Experte auf Abwegen

Bild: Faktenfinder.tagesschau.de
Der Frankfurter Journalist Shams Ul-Haq behauptet, undercover in mehr als 100 Moscheen die Radikalisierung von Muslimen aufgedeckt zu haben. Auf Nachfrage verstrickt er sich in Widersprüche.

Von Volker Siefert | faktenfinder

Shams Ul-Haq arbeitet seit mehreren Jahren für verschiedene Medien. In Deutschland nennt er als Kunden unter anderem den „Spiegel“ und das ZDF. In der „Hamburger Morgenpost“ veröffentlichte er im November einen Gastbeitrag. In Österreich soll er für die „Kronen Zeitung“ gearbeitet haben, in der Schweiz für die „Sonntagszeitung“.

Nach eigenen Angaben ist Ul-Haq vor rund 30 Jahren als Flüchtling aus Pakistan nach Deutschland gekommen und will sich über verschiedene berufliche Stationen als Autoverkäufer, Detektiv und Betreiber von Postagenturen in Hessen zum internationalen Experten für Islamismus, Terrorismus, Pakistan und den Iran entwickelt haben. Als Moslem käme er dabei weiter „als deutsche Kollegen ohne diesen Hintergrund“.

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