Schule: Kein Ort für Katechese

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Mit seiner Kritik am Religionsunterricht in Deutschland hat Kurienerzbischof Georg Gänswein eine Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, was Jugendliche am Ende ihrer Schullaufbahn über das Christentum – oder besser: über den Katholizismus – gelernt haben müssten. Die Antworten darauf fallen jedoch ebenso unterschiedlich aus, wie das Wissen darüber, was tatsächlich im Unterricht gelehrt wird.

Von Björn Odenthal | katholisch.de

Gänswein hatte vor gut zwei Wochen im Interview mit der Deutschen Welle bemängelt, junge Leute wüssten nach der Schule „fast gar nichts“ von ihrer Religion. Einige Tage später reagierten die Arbeitsgemeinschaft Katholische Religionspädagogik (AKRK) und der Deutsche Katecheten Verein (DKV) in einer gemeinsamen Stellungnahme auf den Vorwurf: Ja, es gebe ein mangelndes Glaubenszeugnis. Und ja, es existierten auch „Leerstellen“ in der Glaubensverkündigung. Gewehrt haben sich die Verbände jedoch gegen die Schlussfolgerung, dass das Schulfach Religion dafür verantwortlich sei. „Die Hinführung zur Teilnahme am kirchlichen Leben ist nicht primär Aufgabe des Religionsunterrichts“, hieß es in ihrer Mitteilung.

Der Tübinger Religionspädagoge Albert Biesinger geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht von „einer völligen Fehleinschätzung der Situation“ durch Gänswein. In Abiturklausuren, aber auch schon vorher im Unterricht würden sich Schüler mit hochtheologischen Themen wie etwa der Eschatologie auseinandersetzen. „Das ähnelt schon kleinen Seminararbeiten an der Universität“, sagt Biesinger katholisch.de. Wissen werde im Religionsunterricht demnach genug vermittelt. Die Bildungspläne seien voll von Theologie. Das angeeignete Wissen verfalle jedoch wieder, weil der Praxisbezug in den Kirchengemeinden fehle. „Ich selbst habe in Biologie einmal gelernt, wie eine Niere funktioniert, es aber wieder vergessen, weil ich es nie anwenden musste“, so der Theologe.

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Esoterikmesse „Lebensfreunde“: Engel-Energie und planetarische Frequenzen

Die Tarot Karte für Kraft. Legen und lesen aus Tarot-Karten nach Arthur Edward Waite, aufgenommen am 24.08.2005. (picture-alliance / dpa / Heiko Wolfraum)
In Hamburg hat am Wochenende die „Lebensfreude“-Messe stattgefunden. Auf der Esoterik-Schau wurde alles Erdenkliche, aber auch vieles schwer zu Verstehende angeboten: Von Aura-Reinigung über Engel-Energie bis zu Planetenklängen und neurechter Verschwörungsliteratur war alles dabei.

Von Axel Schröder | Deutschlandfunk

Es gab eine Menge zum Staunen: Auf der diesjährigen „Lebensfreude“-Messe im Hamburger Congress-Centrum, im CCH, wurden Steine mit der Kraft der Planeten besungen und geweiht. Präsentiert wurden Aura-Fotografie oder sogenannte „Erlebnisvorträge“ zum Thema „Was hilft mir die Erleuchtung“. Und natürlich können auch Klänge helfen, das innere Gleichgewicht zu finden: „Das sind planetarisch gestimmte Frequenz-Töne. Das ist Titan! Und die richten unser Zellsystem nach der natürlichen Ordnung aus.“

Ein paar Stände weiter zeigt die Lübeckerin Tila ihre „Intuitive Malerei“. Und verkauft daneben auch noch kleine Acrylharz-Pyramiden, gefüllt mit Metallspänen und besonderen Kristallen. Zum Beispiel, Tila zeigt ein Exemplar, mit einem besonders starken Bergkristall. Dieser sogenannte Organit soll – 135 Euro das Stück – gegen die Strahlungen eines Wireless-LANs oder von Handymasten helfen: „Unten wird negativ geladene Energie aufgenommen. Und dann wird die negative Energie wieder umgewandelt in positive Lebensenergie. Und das ist – vereinfacht gesagt – das, was Organits machen.“

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Atheisten und der US-Wahlkampf: Genervt vom „God bless America“

Der Republikaner Ted Cruz liegt mit seinen Ansichten vor allem bei evangelikalen Wählern hoch im Kurs. (Imago / Xinhua)
36 Millionen US-Amerikaner sind konfessionslos. Die Zahl derer, die keiner Kirche angehören, ist damit nur noch minimal kleiner als die der bibeltreuen evangelikalen Christen, die mit 25 Prozent die größte Glaubensgruppe ausmachen. Doch ein atheistischer US-Präsident wäre noch nicht möglich, sagt die Schriftstellerin und Religionsexpertin Susan Jacoby.

Von Sonja Beeker | Deutschlandfunk

„And may God bless America“ – Bill Clinton, „And God bless America“ – George W. Bush, „God bless you and God bless the United States of America“ – Ronald Reagan, „And may God bless the United States of America“ – Barack Obama, „And may God always bless and strengthen this great nation, the United States of America. Thank you and God bless you all“ – Marco Rubio

Susan Jacoby kann es nicht mehr hören. Ganz gleich, welcher Partei sie angehören, hält ein US-Politiker eine gewichtige Rede, dann endet diese fast unweigerlich mit einem  „God bless America „, Gott segne Amerika. Die Autorin und Pulitzer Preis-Finalistin sieht und hört es immer wieder. Dabei war das nicht immer so, sagt die 70-Jährige und trinkt einen Schluck schwarzen Tee.

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Umfrage ergibt: Eine bundesweite CSU würde die AfD schwächen

CSU-Logo Wildbad Kreuth
CSU-Logo Wildbad Kreuth
Bundesweit könnte die CSU auf fast 20 Prozent der Stimmen hoffen. Gemeinsam mit den dann 23 Prozent der CDU würden die Christdemokraten wieder erhebliche an Einfluss gewinnen.

kath.net

Wenn sich die CSU auf das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ausdehnen würde, wäre die AfD der stärkste Verlierer. Dies ergab eine Umfrage von Insa Mitte März für die Bildzeitung, wie die „Welt“ berichtete. Die bisher nur innerhalb Bayerns wählbare christdemokratische CSU käme bundesweit auf eine Zustimmung von 19 Prozent. Zum Vergleich: die Schwesterpartei CDU erhielt nach Angaben derselben Umfrage mit 23,5 Prozent nur unwesentlich mehr Wählerzustimmung. Die beiden christdemokratischen Parteien zusammen könnten aber ein bemerkenswertes Ergebnis einfahren. Die Umfrage ergibt weiter, dass eine Wählbarkeit der CSU die umstrittene AfD sowohl absolut (Menge der zustimmenden Personen) wie auch relativ (prozentualer Anteil) beschneiden würde.

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UN warnen EU vor Bruch des Völkerrechts

Die Vereinten Nationen haben an die Europäische Union appelliert, bei der Rückführung geflohener Menschen in die Türkei das Völkerrecht zu respektieren.

Von Jan Dirk Herbermann | evangelisch.de

Die Europäer dürften keine Migranten zurückschicken, die versuchen, einen Asylantrag zu stellen, sagte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Adrian Edwards, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Genf. Wer einen Antrag gestellt hat, dem müsse ein ordentliches Asylverfahren garantiert werden, stellte der UNHCR-Sprecher klar. Nach Beginn der Abschiebungen aus dem EU-Land Griechenland in die Türkei herrsche große Unsicherheit, welche Menschen genau auf die Schiffe gebracht würden.

Edwards betonte, dass viele Menschen in Griechenland Asyl beantragen wollten. Wegen Personalmangels und der chaotischen Situation auf den griechischen Inseln sei aber unklar, ob sie eine Chance dazu hätten. Das Flüchtlingshilfswerk werde sich nicht an der Rückführung beteiligen. Nur wenn sich Menschen aus freien Stücken auf den Weg in die Türkei machten, könne das UNHCR seine Hilfe anbieten.

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USA: Der letzte Indianer-Kriegshäuptling ist tot

US-Präsident Obama bei der Verleihung der Presidential Medal of Freedom im Jahr 2009. / Bild: (c) Imago
Joseph Medicine Crow gelang es im Zweiten Weltkrieg, alle vier Aufgaben zu erfüllen, die notwendig sind, um Kriegshäuptling seines Stammes zu werden.

Die Presse.com

Der 1913 im US-Bundesstaat Montana geborene Absarokee-Indianer Joseph Medicine Crow ist im Alter von 102 Jahren am Sonntag gestorben. Crow galt als der letzte Indianer, der Kriegshäuptling wurde. Sein Großvater „White Man Runs Him“ nahm als Scout für General George Armstrong Custer an der berühmten Schlacht am Little Bighorn (1876) teil.

Crow kämpfte im Zweiten Weltkrieg in Europa in der 103rd Infantry Division der US-Army. Unter seiner Uniform trug er stets die Kriegsbemalung (rote Streifen auf den Armen) und unter seinem Helm eine gelbgefärbte Adlerfeder. Diese von einem Medizinmann geweihte Feder sollte ihn vor Schaden bewahren.

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Islamischer Theologe fordert mehr Unterstützung für liberale Muslime

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Tübinger Wissenschaftler nennt es «unglücklich», wenn Deutschland mit Saudi-Arabien gute Beziehungen pflege, sich aber «nicht so recht eindeutig zu dem Weltbild, das von dort propagiert wird, äußern möchte».

kath.net

Der islamische Theologe Erdal Toprakyaran hat sich für mehr Unterstützung für liberale Muslime ausgesprochen. Es sei nachvollziehbar, dass sich die deutsche Politik nicht in religiöse Fragen etwa in Saudi-Arabien einmischen wolle, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Dennoch müsse die Politik alles versuchen, «damit Religion nicht instrumentalisiert und missbraucht werden kann».
Es sei «unglücklich», wenn Deutschland mit Saudi-Arabien gute Beziehungen pflege, sich aber «nicht so recht eindeutig zu dem Weltbild, das von dort propagiert wird, äußern möchte». Positive Signale kämen derzeit von den Zentren für Islamische Theologie, so der Tübinger Wissenschaftler. Dort schalteten sich junge Menschen in die Debatten ein.

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Haut samt Haaren im Labor gezüchtet

Fluoreszenzmarker lassen die induzierten Stammzellen in diesem gezüchteten und implantierten Hautstück grün leuchten. © Takashi Tsuji/ RIKEN
Neue Haut aus dem Labor: Forschern ist es erstmals gelungen, komplettes Hautgewebe aus Stammzellen zu züchten. Die neue Haut umfasst alle drei Hautschichten sowie Haarfollikel und Schweißdrüsen und ist damit im Gegensatz zu bisherigem Hautersatz vollkommen funktionstüchtig. Dieser Durchbruch eröffnet künftig neue Möglichkeiten, Verbrennungsopfern oder Menschen mit Haarausfall zu helfen, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Forschern ist es inzwischen gelungen, eine ganze Reihe von Geweben und Organen im Labor zu züchten, darunter Muskelfasern, den Meniskus und sogar eine Vorform des Gehirns. Ein Gewebetyp jedoch entzog sich bisher der naturgetreuen künstlichen Herstellung: die Haut.

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Wie clevere Angolaner Wikipedia zur Piraten-Plattform machen

Foto: Wikimedia/Robertolyra/Lizenz: CC BY-SA 3.0
Foto: Wikimedia/Robertolyra/Lizenz: CC BY-SA 3.0
Sie verstecken Filme und Lieder zum Runterladen in Einträgen der Enzyklopädie. Dafür zweckentfremden sie Facebooks Strategie des beschränkten Internets für arme Länder.

Von Michael Moorstedt | Süddeutsche.de

Es geht um nicht weniger als um „die nächste Milliarde“. Menschen nämlich, die in den kommenden Jahren mit dem Internet verbunden werden sollen. IT-Konzerne wie Facebook oder Google sind ganz begierig auf neue Nutzer. Sie finden sie naturgemäß vor allem in Entwicklungsländern und bieten dort Zugang zum Netz und ausgewählten Inhalten oft sogar gratis an.

Diese Art von Netzkolonialismus ist bei den Beglückten zum großen Unverständnis der Gönner aus dem Silicon Valley manchmal gar nicht so gern gesehen. Viele Kritiker halten die Bemühungen der Firmen für eine schlecht kaschierte Methode, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Immerhin stimmt in Ländern wie Indien, Indonesien und Nigeria in Studien schon heute mehr als die Hälfte der Befragten der Aussage „Facebook ist das Internet“ zu. Kein Wunder also, dass in Indien die nationale Regulierungsbehörde das Facebook-Angebot Free Basics erst vor Kurzem für illegal erklärt hat, weil es der sogenannten Netzneutralität schade.

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CDU-Politiker Geißler: Kirchen in Politik „viel zu still“

Die Kirchen sollten sich aus Sicht des CDU-Politikers Heiner Geißler lautstärker in gesellschaftliche und politische Vorgänge und Debatten einmischen. Die Welt könne „nur verbessert werden durch Auseinandersetzung mit denjenigen, die eine Politik gegen die Menschen machen. Da ist es in den Kirchen viel zu still“, sagte Geißler im Interview der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Rheinpfalz“ in Ludwigshafen (Samstag).

Radio Vatikan

Die Kirchen dürften nicht glauben, dass ihre Botschaft durch Predigten von der Kanzel verbreitet werden könne, sagte Geißler. Sie müssten vielmehr die Neuen Medien nutzen, in die Öffentlichkeit gehen, „das Demonstrationsrecht für sich in Anspruch nehmen und vor allem Streit anfangen“, empfahl der früher CDU-Generalsekretär und Bundesminister, dessen neues Buch „Was müsste Luther heute sagen“ kommende Woche erscheint.

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Sonnenmilch stört Spermien-Funktion

Chemische UV-Filter in gängigen Sonnencremes können die Spermienfunktion stören © Ravnikovstudio/ thinkstock
Erhöhte Unfruchtbarkeit durch Sonnenmilch? In Sonnenmilch enthaltene UV-Filter können die Funktion der männlichen Spermien stören, wie Forscher herausgefunden haben. Schon in niedrigen Dosen hemmen sie die Funktion von Ionenkanälen der Keimzellen. Einige chemische UV-Filter wirken zudem ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Progesteron. Diese Ergebnisse seien besorgniserregend, meine die Wissenschaftler.

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Sonnencremes enthalten meist chemische, teilweise auch mineralische Filtersubstanzen, die die UV-Strahlung absorbieren oder reflektieren und damit die Haut schützen. Dabei werden oft mehrere Filtersubstanzen kombiniert, in einigen Sonnencremes kommen inzwischen auch Nanopartikel wie Nano-Titandioxid zum Einsatz. Schon vor einigen Jahren jedoch hatten Forscher festgestellt, dass einige chemische UV-Filter auf Wasserorganismen hormonähnlich wirken.

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Schwul und katholisch

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Das Projekt „schwul und katholisch“ feiert sein 25-jähriges Bestehen. Einiges wurde erreicht, doch es scheint noch viel zu tun zu geben in der schwulen Community innerhalb der katholischen Kirche.

Von Dennis Pohl | Frankfurter Rundschau

„Homosexualität ist ein Geschenk an die Menschheit“, sagte der Schweizer Theologe und Lebensberater Pierre Stutz am Samstagnachmittag im Haus am Dom. „Sie ist als Gotteserfahrung zu feiern.“ Das stehe so schon in der Bibel. Es sei schließlich Liebe; und die wolle Gott für alle Menschen. Schwul und gleichzeitig katholisch also? Moment, war gleichgeschlechtliche Liebe nicht noch unter Papst Benedikt XVI. dezidiert eine „Abnormität“? Und damit nicht zu akzeptieren? Weil sie den „heiligen Bund der Ehe“ gefährde? Ähnlich wie Kondome?

„Sie hätten erleben müssen, wie man uns am Anfang totgeschwiegen hat“, sagte Gregor Schorberger. Am Anfang, das war im April 1991. Damals rief der heute 66-Jährige mit einigen Mitstreitern das Projekt „schwul und katholisch“ (PSK) ins Leben. Ziel sei es gewesen, „uns unser Recht am Glauben nicht absprechen zu lassen – auch nicht als Schwule“, wie er erzählte. Lange ein Kampf gegen Windmühlen: „Wir wurden weder negativ noch positiv beachtet. So etwas durfte nicht existieren, also existierte es für die katholischen Machthaber nicht.“ Trotzig suchten die schwulen Katholiken den Dialog, zeigten sich auf Kirchen- und Katholikentagen, sprachen mit anderen Gläubigen – gerade, weil es nicht gewünscht war. Das Credo: „Wir tun euch nicht den Gefallen und verlassen die Kirche. Wir sind Teil davon und wollen es bleiben“, so Schorberger.

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„Wir wollten Luther selbst sprechen lassen.“

Bild:RDF
Vor wenigen Tagen erschien im Alibri-Verlag das Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ in einer neuen Übersetzung mit Begriffserläuterungen. Der hpd sprach mit drei der vier Herausgeber des Buches über ihrer Bewegründe zum und Reaktionen auf das Buch.

Von Frank Nicolai | Richard Dawkins-Foundation

hpd: Was hat Sie dazu gebracht, sich mit diesem eher marginalen Thema zu befassen und weshalb gerade dieses Buch von Luther? Der Alibri-Verlag weist in seiner Ankündigung darauf hin, dass Luther „ein wirkmächtiger Judenhasser“ war. „Unter seinen judenfeindlichen Hetzschriften sticht sein Buch ‚Von den Juden und ihren Lügen‘ von 1543 in makabrer Weise hervor.“ Kann man sagen, dass dieses Buch typisch für Luther ist?

Bernd Kammermeier (BK): Marginal wäre das Thema, wenn Luther einer der vielen vergessenen Theologen wäre. Doch die EKD stellt ihn als Weltstar vor, lässt ihn zehn Jahre lang feiern und wir Steuerzahler werden dafür kräftig zur Kasse gebeten. Da wollten wir doch mal genauer hinschauen, was Luther denn so alles geschrieben hat. Spätestens in seiner zweiten Lebenshälfte hat er einen unglaublichen Judenhass entwickelt – wobei er wohl nie ein Judenfreund war.

„Von den Juden und ihren Lügen“ ist insofern typisch für Luther. Deshalb irritierte mich ja die „Lutherdekade“ so sehr, weil wir in Deutschland in Bezug auf Antisemiten besonders sensibel sein sollten. Das scheint aber die geldgebende Politik bei Luther auszublenden – oder nicht zu wissen.

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„Wir haben in Sachsen ein Rassismusproblem“

Burkhard Jung, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 4.0

Pegida, Legida, Ausschreitungen in Freital: Sachsen gilt als Hochburg für Fremdenfeinde. Nun äußert sich der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung mit drastischen Worten: Er halte die Stimmung in Sachsen kaum noch aus.

Von Bernhard Honnigfort | Frankfurter Rundschau

So deutlich hat es noch kein verantwortlicher sächsischer Politiker gesagt: „Ich halte die Stimmung in Sachsen kaum noch aus“, bekennt der Leipziger SPD-Oberbürgermeister Burkhard Jung. Wären da nicht die vielen optimistischen Menschen, die aktiv Willkommenskultur leben und deutlich auf der Straße ihren Widerstand formulierten, „dann könnte man fast verzweifeln“, sagte Jung dem Internetportal 100tage100menschen.de des Deutschen Katholikentages, der vom 25. bis 29. Mai in der sächsischen Metropole stattfindet.

Jung appelliert an seiner Kollegen, sich deutlicher gegen den Rechtsextremismus zu positionieren. „Die Politiker vor Ort müssen Bündnisse schmieden, um zu zeigen, dass sie für ein anderes, weltoffenes Deutschland einstehen.“

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Göring-Eckardt plädiert für mehr Islam-Unterricht

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, plädiert für mehr Islam-Unterricht an deutschen Schulen.

evangelisch.de

„Wo es den Bedarf gibt, sollten wir an Schulen muslimischen Religionsunterricht anbieten“, sagte Göring-Eckardt in einem am Sonntag von „Welt online“ verbreiteten Interview. Auch sollten verstärkt Imame an deutschen Universitäten ausgebildet werden.

„Dann ist klar, dass die Lerninhalte offen sind und den demokratischen Regeln entsprechen“, sagte Göring-Eckardt. „Vielen Menschen, die zu uns kommen, ist ihre Religion sehr wichtig. Wir dürfen sie nicht irgendwelchen Hasspredigern oder Salafisten überlassen, die einen radikalen Islam propagieren“, argumentierte sie. Jeder müsse seine friedvolle religiöse Identität finden können.

Erdogan wirft Obama Hinterlist vor

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US-Präsident Obama kritisiert öffentlich die Gängelung der türkischen Presse. Der türkische Präsident Erdogan verteidigt sich – und teilt selbst aus.

Frankfurter Rundschau

Zwischen den Nato-Partnern USA und Türkei verschärft sich der Ton im Streit über die Pressefreiheit. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem US-Kollegen Barack Obama vor, hinter seinem Rücken den Umgang der Türkei mit der Pressefreiheit kritisiert zu haben – das berichtete die Tageszeitung „Hürriyet“ am Sonntag. „Ich war traurig, als ich von der Erklärung erfuhr, die hinter meinem Rücken abgegeben wurde. Während meines Gesprächs mit Obama kam das Thema nicht auf den Tisch“, habe Erdogan gesagt. Obama hatte sich besorgt über die Pressefreiheit in der Türkei geäußert. Er habe Erdogan gemahnt, keine Strategie der Repression zu verfolgen und die demokratische Debatte in dem Land nicht zu stoppen, sagte der US-Präsident. Auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz attackierte Erdogan.

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Unbekannter Himmelskörper: Forscher hält Planet IX für Ursache von Massensterben

Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Etwa alle 27 Millionen Jahre erlebte die Erde ein massenhaftes Artensterben. Ein Physiker macht nun einen bislang unentdeckten Planeten am Rande des Sonnensystems dafür verantwortlich.
 

SpON

Im Jahr 1985 nannte Daniel Whitmire ihn noch „Planet X“. Damals kannte man inklusive Pluto neun Planeten, und der nächste wäre die Nummer zehn gewesen. Der weit draußen im Sonnensystem befindliche Planet X sollte seiner Theorie zufolge verantwortlich sein für das periodische Massenaussterben auf der Erde. Im Januar 2016 berichteten Astronomen dann über neue Indizien für die Existenz eines solchen bislang unbekannten Gasriesen am dunklen Rand des Sonnensystems. Sie nannten ihn „Planet Neun“, denn Pluto war inzwischen kein Planet mehr.

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Nachfahre von Mohammed: Jesus hat mich gerettet

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Der Pakistaner Ali Hasnain (25) ist überzeugt: Jesus hat ihn nach einem Angriff durch radikale Muslime vor dem Tod gerettet. Nach Angaben des Internetportals Christian Post (Washington) gehört Hasnain – der Name wurde aus Sicherheitsgründen geändert – zu einer muslimischen Familie, deren Stammbaum bis zum Propheten Mohammed zurückreicht.

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Das Internetportal schildert mit Bezug auf das Anfang März von ihm veröffentlichte Buch „Der Preis: Mein Leben auf der Abschussliste des Terrorismus“, wie Hasnain Christ wurde. Alles habe 2007 mit einer Reise zu seiner kranken Tante nach Großbritannien begonnen. Hasnain sei entsetzt gewesen, dass sie Christin geworden sei und damit die Familie entehrt habe. Dennoch habe er einen Gottesdienst besucht. Als der Pastor gefragt habe, wer Jesus sehen wolle, habe er den Geistlichen für sich beten lassen. In der folgenden Nacht sei Jesus ihm im Traum erschienen und habe ihm versprochen: „Ich werde dich beschützen.“ Zurück in Pakistan habe er seinen neuen Glauben erst versteckt und heimlich auf dem Dach seines Hauses zu Jesus gebetet. Als Mitschüler davon erfahren hätten, sei er attackiert worden. Ein älterer Mann habe ihm vorgeworfen, er wolle die Kinder zu „Kafir“ (Ungläubigen) machen. Deswegen gebe der Islam ihm das Recht, Hasnain zu töten. Der Mann habe ein Messer gezogen und ihm in die Brust gerammt.

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Panama Papers: Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern und Prominenten in Steueroasen enthüllt

Panama Papers (Foto: Peter Hoffmann)
Die Panama Papers zeigen, wie Staatschefs, Diktatoren und Sportstars weltweit ihr Vermögen verschleiern.

Von Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Ulrich Schäfer | Süddeutsche.de

Enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben in den vergangenen Jahren unter konspirativen Umständen offenbar mehr als zwei Milliarden Dollar durch Briefkastenfirmen geschleust und dabei hohe Millionenbeträge außer Landes geschafft. Das ergibt sich aus Daten und Unterlagen einer panamaischen Kanzlei, die mehr als 200 000 Offshore-Firmen gegründet hat – darunter etliche, die offenbar Freunden Putins gehören. Zu den Schlüsselfiguren in den Dokumenten, die der Süddeutschen Zeitung zugespielt wurden, gehört unter anderem Sergej Roldugin. Er ist ein bekannter Cellist und war 1985 Taufpate von Putins erster Tochter Maria. Er gilt als einer der besten Freunde des Präsidenten und stand den Dokumenten zufolge im Mittelpunkt eines Netzwerks aus Briefkastenfirmen.

Die Informationen der SZ beruhen auf Dokumenten aus der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama, einem der weltgrößten Anbieter und Verwalter von sogenannten Offshore-Firmen. Das sind Briefkastenfirmen, die ihren Sitz in Steueroasen haben und deren wahre Eigentümer nach außen meist nicht bekannt sind. In dem riesigen Datenberg tauchen auch die Namen von Superreichen, Sportlern, Waffenhändlern, Spionen und Betrügern auf.

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Dronecatcher Is a Drone for Stealing Other Drones

The Dronecatcher above has been a work in progress since 2014, with the first proof-of-concept video of the thing appearing in March 2015 with this explanation:

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

To counter the threat of unlawful use of unmanned systems, the Dutch Ministry of Security and Justice, together with the Dutch National Police and the Royal Netherlands Marechaussee, has selected a number of projects in which concepts are developed that can be used to detect, indentify [sic] and/or remove these mobile systems in a controlled manner. Project ‚DroneCatcher‘ of the Dutch SME Delft Dynamics, is one of the ideas that has been selected to carry out a feasibility study.

That first video shows the system in a rather more raw form; crucially, it didn’t then feature a parachute. Just a net and an interceptor drone armed with a giant net cannon. This is an improvement, at least. The targeted drone has at least some chance of surviving intact.