Protestantischer Fundamentalismus“: Die Kirchen haben Angst vor der Wissenschaft“

Der Wissenschaftspublizist Martin Urban (dpa/Zucchi)
Die evangelische Kirche wird immer konservativer. Sie hat vergessen, dass sie eine Kirche der Aufklärung ist. Fundamentalismus und Aberglaube breiten sich in allen Kirchen aus. Mit diesen Thesen will der Wissenschaftspublizist Martin Urban seine Kirche aufrütteln. Gerade auch angesichts des Reformationsjubiläums.

Martin Urban im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Martin Urban stammt aus einer Theologenfamilie, sein Herz schlug aber zunächst vor allem für die Naturwissenschaft. Martin Urban studierte Physik, Chemie und Mathematik an der Freien Universität Berlin. Als Physiker gründete und leitete er die Wissenschaftsredaktion der „Süddeutschen Zeitung“. Als Wissenschaftspublizist und Sachbuchautor veröffentlichte Martin Urban mehrere erfolgreiche Titel zu theologischen, philosophischen und psychologischen Themen. In seinem neuesten Buch „Ach Gott, die Kirche! – Protestantischer Fundamentalismus und 500 Jahre Reformation“ entlarvt er alles, was er für rückwärtsgewandt hält.

Andreas Main: Herr Urban, prominente evangelische Christen sagen mir hinter vorgehaltener Hand, wir Protestanten kehren einen Konflikt unter den Teppich – den Konflikt zwischen Fundamentalisten und Liberalen. Sie, Herr Urban, packen den Stier bei  den Hörnern, Sie teilen den Eindruck, dass EKD und Evangelikale auf Schmusekurs gehen. Woran machen Sie das fest?

Martin Urban: Ja, die Kirche war mal eine geistige Macht und wird zum bloßen Sozialverein. Die Ursache dafür ist: Die Kirche rutscht ab in den Fundamentalismus, indem sie die Erkenntnisse der Wissenschaften – die Theologie eingeschlossen – nicht beachtet, die der Naturwissenschaften nicht versteht und auf archaischen Vorstellungen beharrt, die bereits seit hundert Jahren zumindest theologisch angezweifelt werden.

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Menschenopfer: Die dunkle Seite der Religion

In Gesellschaften, in denen sich Hierarchien neu aufbauten, trugen Menschenopfer vermutlich dazu bei, soziale Kontrolle auszuüben. Sobald das Gesellschaftssystem etabliert war, wurden Menschenopfer durch formelle Kontrollmethoden ersetzt. Lithografie von Jacques Arago (1819) © Jacques Arago/University of Auckland
Rituelle Menschenopfer spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau hierarchischer Gesellschaften. Denn sie trugen entscheidend dazu bei, dass die sozialen Eliten ihre Macht über die unteren sozialen Schichten festigen und weiter ausbauen konnten. Das zeigt eine neue in Nature veröffentlichte Studie. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena, der Universität Auckland und der Viktoria Universität Wellington untersuchten dabei den Zusammenhang zwischen der Tötung von Menschen und wie ungleich oder hierarchisch eine Gesellschaft strukturiert war.

Max-Planck-Gesellschaft

„Religion wird traditionell als ein Schlüsselfaktor für Moral und Kooperation in Gesellschaften gesehen, aber unsere Studie zeigt, dass religiöse Rituale noch eine andere, dunkle Rolle bei der Entwicklung moderner Gesellschaften spielten“, sagt Joseph Watts von den Universität Auckland, Hauptautor der Studie.

Das Forschungsteam verwendete computerbasierte Methoden aus der Evolutionsbiologie, um die Daten von 93 historischen Kulturen des sogenannten austronesischen Raums zu analysieren. Menschenopfer waren in den analysierten Gesellschaften weit verbreitet: 40 von ihnen praktizierten in der einen oder anderen Form ritualisierte Tötungen. Der Begriff “austronesisch” bezieht sich auf eine große Sprachfamilie, deren Ursprungsland Taiwan ist und deren Verbreitungsgebiet sich über weite Teile des indischen und Teile des pazifischen Ozeans erstreckt. Austronesische Kulturen bilden eine Art natürliches Labor für interkulturelle Studien, da sie eine riesige Bandbreite an Religionen, Sprachen, Gesellschaftsgrößen und -formen aufweisen und in unterschiedlichsten klimatischen und geografischen Regionen angesiedelt sind.

Opfer waren Menschen mit niedrigem Sozialstatus

Die Methoden der rituellen Tötungen in diesen Kulturen waren vielfältig und teilweise extrem grausam. Anlass für die Tötung konnte zum Beispiel das Begräbnis eines Anführers, die Einweihung eines neuen Bootes oder Hauses oder die Bestrafung für die Verletzung von Traditionen oder Tabus sein. Die Opfer hatten typischerweise einen niedrigen sozialen Status, sie waren beispielsweise Sklaven, während die Initiatoren der Menschenopfer normalerweise zu den gesellschaftlichen Eliten gehörten, wie zum Beispiel Priester oder Häuptlinge.

Für die Studie unterteilten die Wissenschaftler die 93 unterschiedlichen Kulturen in drei Kategorien mit geringer, moderater oder starker soziale Schichtung. Dabei zeigte sich, dass die Kulturen mit den am stärksten ausgeprägten Hierarchien am ehesten Menschenopfer praktizierten(67 Prozent). Bei den Kulturen mit moderater sozialer Schichtung lag der Anteil bei 37 Prozent und bei den am wenigsten hierarchisch gegliederten Gesellschaften war dieser Anteil mit 25 Prozent am geringsten.

„Die Machthaber benutzten Menschenopfer dazu, Tabubrüche zu bestrafen, die Angehörigen der unteren sozialen Schichten zu entmutigen und ihnen Angst einzuflößen. Dadurch waren sie in der Lage, soziale Kontrolle aufzubauen und zu verstärken“, sagt Joseph Watts.

Russell Gray, Direktor der Abteilung Sprach- und Kulturevolution am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Co-Autor der Studie, erläutert: „Menschenopfer boten ein besonders effektives Mittel der sozialen Kontrolle, da sie eine übernatürliche Rechtfertigung für die Bestrafung lieferten. Herrscher, wie Priester und Häuptlinge, galten oft als Gesandte der Götter, und die rituelle Tötung eines Menschen war die ultimative Demonstration ihrer Macht.“

Tötungsrituale verfestigten Hierarchien

Ein besonderes Merkmal der Studie ist, dass das Team durch die Anwendung computerbasierter evolutionärer Methoden rekonstruieren konnte, wie sich in der Geschichte des pazifischen Raums das Ritual des Menschenopfers und die sozialen Unterschiede innerhalb der jeweiligen Gesellschaft verändert haben. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler untersuchen, ob die Praxis der Menschenopfer eine Folge der Hierarchien oder der Auslöser für weitere Veränderungen in der sozialen Schichtung der Gesellschaften war.

Laut Quentin Atkinson von der Universität Auckland, einem weiteren Co-Autor der Studie, waren Menschenopfer ein wesentlicher Faktor für die Etablierung sozialer Differenzen: „Wie unsere Ergebnisse zeigen, führten solche Tötungsrituale dazu, dass Gesellschaften mit hoher Wahrscheinlichkeit eine starke Hierarchie entwickelten und eher nicht zu einer egalitären Gesellschaftsform zurückkehrten.“

Das christliche Armenien wird attackiert

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Aserbaidschans Diktator bricht einen Krieg gegen das christliche Armenien vom Zaun. Er formiert mit der Türkei einen islamischen Zangengriff gegen den kleinen Nachbarn. Erdogan jubelt

Von Wolfram Weimer | The European

Aserbaidschans Präsident Alijew ist ein Diktator in Nadelstreifen – eine Mischung aus anzugtragendem Ölscheich, korrupten Gangsterboss und schillerndem Partygastgeber. Die sprudelnden Ölquellen am Kaspischen Meer haben aus dem kleinen Land eine Art Dubai im Kaukasus werden lassen. Der eitle Herrscher lässt mit den Ölmilliarden (alleine aus Deutschland kommen jedes Jahr mehr als zwei Milliarden) spektakulär bauen, spektakulär feiern und spektakulär Geld beiseite schaffen. Ob Eurovision-Song-Contest oder Europaspiele oder Formel 1 – keine Bühne ist groß genug für den Mann, der mit seiner schillernden Frau und seinen drei Kindern den Ölstaat führt wie ein zwielichtiges Casino mit Schlägerkommandos und glitzernden Scheinwelten.

Pressefreiheit gibt es nicht

Jede Regimekritik mit mit harter Hand unterdrückt, Pressefreiheit gibt es nicht, dafür aber eine florierende Vetternwirtschaft, die die Ölmilliarden in Familienbande und Selbstdarstellung investiert. So wurde schon vor Jahren bekannt, dass der damals elfjährige Diktatoren-Sohn Besitzer von insgesamt neun Strandhäusern in Dubai mit einem Gesamtwert von 44 Millionen Dollar wurde. Seine Töchter besitzen weit verzweigte Konzerne bis hin zu Offshore-Firmen auf den britischen Jungferninseln. Der Staat vergibt Aufträge, und die Firmen der Familienbande bekommen sie. Das „Organized Crime and Corruption Reporting Project“ (OCCRP) hat Alijew 2012 zum „korruptesten Mann des Jahres“ erklärt. Westliche Diplomatendepeschen vergleichen Alijews Regierungsstil mit dem eines „Mafia Gangsterbosses“ oder einer „Clan-Dynastie“.

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Muslimische Schüler müssen Lehrerin nicht die Hand geben

Bild: Reuters
Bild: Reuters
In der Schweiz wollten zwei muslimische Jungen ihrer Lehrerin nicht die Hand geben. Aus religiösen Gründen. Die Schulleitung akzeptiert das – nun ist der Teufel los.

Von Bernhard Honnigfort | Frankfurter Rundschau

Die Schweiz ist ein Land, in dem über alles munter bis heftig debattiert wird. Über Gott und die Welt wird gestritten, es gibt Volksabstimmungen über gerechte Löhne, Einwanderung,  über den Umgang mit Pädophilen, zur Frage, was aus dem Schweizer Gold oder wie mit Millionenerbschaften umgegangen werden soll.

Aber wenig hat das Alpenland derart erschüttert, wie zwei muslimische Jungen aus Therwil im Kanton Baselland, 14 und 15 Jahre alt, die ihrer Lehrerin morgens vor Unterrichtsbeginn nicht die Hand geben wollen, wie das sonst an Schweizer Schulen Usus ist. Die syrischen Hauptschüler weigern sich aus religiösen Gründen: Der Islam verbiete das Berühren fremder Frauen.

Die Schulleitung akzeptierte das, wie am Wochenende bekannt wurde. Im vergangenen Dezember gab es ein Gespräch, nachdem die Lehrerin ihrem Rektor das Verhalten der Jungen geschildert hatte. Man einigte sich auf einen „höfliche Begrüßung ohne Körperkontakt“. „Wir lösten das Problem so, dass die beiden Schüler sowohl die Hand der Lehrerinnen, aber auch die der Lehrer nicht mehr schütteln. Damit ist die Diskriminierung aus der Welt geschafft“, wird der Rektor in Schweizer Zeitungen zitiert.

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Belege für gewaltige Vulkanausbrüche am Meeresgrund

3-D Darstellung des Mittelatlantischen Rückens im Bereich der Kolbeinsey Ridge © GEOMAR
Von wegen ruhig und stetig: Die Unterseevulkane entlang der mittelozeanischen Rücken können weitaus gewaltigere Ausbrüche verursachen als bislang gedacht. Hinweise auf solche extremen Aktivitätsphasen haben Forscher jetzt am Mittelatlantischen Rücken nördlich von Island entdeckt. Dort gibt es möglicherweise alle rund 30.000 Jahre Perioden von enormen Eruptionen – und Ähnliches könnte auch für andere mittelozeanische Rücken gelten.

scinexx

Wie feurige Nähte ziehen sich die mittelozeanischen Rücken durch die Meere. An ihnen quillt Lava aus der Erde und bildet fortwährend neue ozeanische Kruste. „Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche wurden durch vulkanische Eruptionen an den mittelozeanischen Rücken erzeugt“, erklärt Erstautorin Isobel Yeo vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Die meisten dieser Vulkanzonen fördern diese Lava heute stetig, aber wenig explosiv. Doch bereits 2015 stießen Forscher auf Indizien dafür, dass Unterseevulkane einst weitaus aktiver waren.

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Weltkirchenrat verlangt Beendung von Aids-Epidemie bis 2030

Der Weltkirchenrat hat von den Regierungen mehr finanziellen und politischen Einsatz verlangt, um die Aids-Epidemie bis zum Jahr 2030 zu beenden.

evangelisch.de

Der anstehende UN-Gipfel im Juni müsse dem Kampf gegen die tödliche Immunschwächekrankheit neuen Schub geben, verlangte der Ökumenische Rat der Kirchen am Dienstag in Genf.

Vertreter des ÖRK wollen sich auf einem Treffen am Mittwoch in New York für die Formulierung einer weitreichenden Erklärung einsetzen, die auf dem Gipfel verabschiedet werden soll. In der Erklärung sollten klar messbare Ziele formuliert werden, die in den nächsten 15 Jahren zu erreichen sind: Keine Infektionen bei Neugeborenen mehr, keine weiteren Todesfälle, ein Ende der Stigmatisierung und Diskriminierung der Infizierten.

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Schlimmste rassistische Gewaltwelle seit den 90ern

Die DÜGIDA in Düsseldorf © Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Experten schlagen Alarm angesichts steigender Zahlen von rechtsextremen Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Es gebe eine neue rechte Bewegung, die an Mehrheitsmeinungen in der Bevölkerung anknüpfe. Dazu zählten auch Vertreter der AfD.

MiGAZIN

Mit Blick auf die steigende Zahl von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und rechtsextremistischen Tendenzen in der Gesellschaft fordern Experten eine Stärkung der Polizei. Eine zivil geführte Debatte über Flüchtlinge und ihre Integration könne es nur geben, wenn ein sicherer Rahmen gesteckt und das Gewaltmonopol des Staates gesichert seien, sagte der Politologe Henning Flad am Dienstag in Bremen. Bei einer Fachtagung der Diakonie Deutschland zu Rechtspopulismus und Stammtischparolen warnte der Experte, das Schüren von Unsicherheiten etwa nach den Vorfällen in Köln gehöre zu den wichtigsten Argumentationslinien rechtspopulistischer Vordenker.

Deutschland erlebt Flad zufolge derzeit die schlimmste rassistische Gewaltwelle seit Anfang der 1990er Jahre. Bei Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte sei die Aufklärungsquote zudem „unbefriedigend“, kritisierte der Leiter des Projektes „Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus“. Das hänge einerseits mit einer Überlastung der Polizei zusammen. Andererseits würden die Ermittlungen erschwert, weil die Anschläge in der Regel nicht von einschlägig bekannten Neonazis verübt würden, sondern von unauffälligen Ersttätern.

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Neue Brennstäbe für sicherere Atomkraft?

Bild: TR

Neben der Arbeit an Reaktoren der nächsten Generation gibt es auch Versuche, konventionelle Kernkraftwerke sicherer und wirtschaftlicher zu machen. Ein US-Unternehmen will dies jetzt mit neuartigen Brennstäben erreicht haben.

Von Richard Martin | Technology Review

Derzeit befinden sich weltweit 65 Atomreaktoren im Bau, und 173 weitere sind geplant. Vor diesem Hintergrund hofft die Atomkraftbranche, dass ihre lang angekündigte Wiederauferstehung näher kommt. Daneben aber gibt es die enorme Herausforderung, dafür zu sorgen, dass bestehende und neue Anlagen wirtschaftlicher werden.

Eine Möglichkeit dazu besteht darin, die Brennstäbe für Reaktoren sicherer und effizienter zu machen. Das Unternehmen Lightbridge aus dem US-Bundesstaat Virginia arbeitet seit einem Vierteljahrhundert an Technologien dafür. Jetzt hat es einen metallischen Brennstoff für Atomreaktoren vorgestellt, der diese Anforderungen erfüllen soll.

Die Lightbridge-Brennstäbe unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von konventionellen. Statt aus einem Keramikoxid von Uran bestehen sie aus einer Uran-Zirkonium-Legierung, die Wärme besser transportiert. Sie sind keine Röhren aus zylindrischen Uran-Pellets, sondern jeweils ein einzelnes Stück Metall, geriffelt wie ein Stück Süßholz und spiralförmig.

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Fürs Zwiegespräch mit dem Imaginären – Software

Image: YouTube screenshot
Image: YouTube screenshot
Der interaktive Online-Gottesdienst „Sublan“ aus Frankfurt am Main wird am 10. April ab 14 Uhr erstmals mit einem weiterentwickelten Computerprogramm gefeiert. Dadurch wird unter http://www.sublan.tv mehr interaktiver Austausch möglich.

Von Anne Kampf | evangelisch.de

Während des interaktiven Gottesdienstes können Mitfeiernde über Laptop, Tablet oder Smartphone ihre Fragen, Erfahrungen und Ideen in ein Textfeld eingeben. Neu ist, dass diese Texte anhand von Schlagworten automatisch gebündelt werden. Häufig angesprochene Themen werden den beiden Predigern an passender Stelle zugespielt, so dass sie darauf eingehen können. Die Weiterentwicklung war nötig geworden, weil eine händische Sortierung der Zuschriften wegen ihrer Menge kaum noch leistbar war.

Während die Software automatisch läuft, halten Mitarbeitende trotzdem noch Ausschau nach besonders interessanten Zuschriften und leiten auch sie an die Prediger weiter. Zusätzlich zu den Textbeiträgen können online Mitfeiernde virtuelle Seifenblasen als „Applaus“ auf den Bildschirm senden oder Funktionen wie „Kerze anzünden“, „Gebetsanliegen senden“ oder „Seelsorgekontakt“ nutzen.

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Baden-Württemberg: Bildungsplan tritt mit Änderungen in Kraft

 

Themenbild.
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Mit Erleichterung haben Kritiker des baden-württembergischen Bildungsplans auf die neue Fassung reagiert. Sie wurde am 4. April veröffentlicht. Zum Hintergrund: Der Bildungsplan tritt zum neuen Schuljahr im Herbst in Kraft. Gegenüber dem umstrittenen Entwurf hatte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) noch Änderungen vorgenommen, nachdem es heftige Proteste gab.

kath.net

So hatte der Pädagoge Gabriel Stängle (Rohrdorf/Nordschwarzwald) im vergangenen Jahr rund 192.000 Unterschriften für eine Petition gegen den Entwurf des Bildungsplans gesammelt. Sie wandte sich gegen das Vorhaben der damaligen grün-roten Landesregierung, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zum Leitprinzip des Unterrichts aller allgemeinbildenden Schulen zu machen, wie es LSBTTIQ-Gruppen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle, Queer) fordern. In der neuen Fassung ist nun statt von fünf Leitprinzipien von sechs Leitperspektiven die Rede. Die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geht jetzt in einer allgemeinen Leitperspektive „Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt“ auf. Dort heißt es nun, dass „der konstruktive Umgang mit Vielfalt eine wichtige Kompetenz für die Menschen in einer zunehmend von Komplexität und Vielfalt geprägten modernen Gesellschaft darstellt“. Kennzeichnend für eine moderne Gesellschaft seien die Individualisierung und Pluralisierung von Lebensentwürfen. Dort begegneten sich Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Kernanliegen der Leitperspektive sei es, „Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie.“

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„Affäre Schiwago“: Als Kreml und CIA um einen Roman kämpften

Bild: (c) Theiss Verlag
Kaum ein Stück Weltliteratur wurde so abenteuerlich veröffentlicht wie „Doktor Schiwago“. Wie kam die russische Ausgabe mitten im Kalten Krieg zustande? Ein neues Buch zeigt, wie die CIA dabei die Fäden zog.

Von Anne-Catherine Simon | Die Presse.com

Wie viele Wiener erinnern sich noch an die Weltfestspiele der Jugend und Studenten für Frieden und Freundschaft, die im Sommer 1959 in ihrer Stadt stattgefunden haben? Die wenigsten vermutlich. Und noch weniger werden damals wahrgenommen haben, wie die CIA einen damals als ungeheuer brisant geltenden russischen Roman unauffällig unters Volk brachte – genauer, unter sowjetische und osteuropäische Studenten.

Im soeben auf Deutsch erschienenen Buch „Die Affäre Schiwago“ steht so manches darüber. „Washington Times“-Journalist Peter Finn und Literaturwissenschaftlerin Petra Couvée schildern, wie die CIA während des von kommunistischen Jugendorganisationen gesponserten Festivals heimlich Miniaturausgaben des Romans „Doktor Schiwago“ verteilen ließ. Die CIA scheute keinen Aufwand, um das Fest mit kommunismuskritischen Büchern in 14 Sprachen zu infiltrieren. Die Interessierten nutzten dunkle Kinosäle und andere durch Mundpropaganda mitgeteilte Tauschorte, übernahmen die Bücher versteckt in Sackerln aus Wiener Geschäften, verbargen sie auf der Heimreise etwa in der Campingausrüstung, im Bühnenequipment oder in einer Filmrolle. Etliche Exemplare eines Werks warfen russische Emigranten sogar in die Fenster sowjetischer Busse, als die Delegation mit dem jungen Balletttänzer Rudolf Nurejew und vielen anderen russischen Künstlern durch Wien fuhr: Dieses Werk war „Doktor Schiwago“ von Boris Pasternak.

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Rauchen verändert Erbgut des Ungeborenen

Tabakrauch ist schädlich nicht nur für die Mütter, sondern auch für ihre ungeborenen Kinder. © UFZ / André Künzelmann
Weitreichende Folgen: Wenn eine schwangere Frau raucht, verändert dies wichtige Regulatoren im Erbgut ihres ungeborenen Kindes. Mehr als 400 solcher sogenannter Enhancer in der DNA werden dann unter Umständen dauerhaft modifiziert, wie deutsche Forscher herausgefunden haben. Das könnte erklären, warum solche Kinder später anfälliger für Diabetes, Krebs und Lungenerkrankungen sind.

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Rauchen ist ungesund – soviel ist sattsam bekannt: Die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs fördern Lungenkrebs, Gefäßerkrankungen, Rheuma und Impotenz. Sie machen Raucher zudem anfälliger für Infektionen und erschweren die Narkose. Man weiß inzwischen auch, dass das Rauchen während der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schaden kann: Es ist später anfälliger für Lungenkrankheiten, Krebs und Übergewicht.

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Kooperation zwischen Türkei und IS: Neue Vorwürfe

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Dokumente über den Ölhandel zwischen der Türkei und dem IS widerlegen Aussagen des türkischen Präsidenten Erdogan. Es sind nicht die einzigen Schriftsstücke, die eine Zusammenarbeit mit dem IS nahelegen

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Vorwürfe für die Verstrickungen der Türkei mit dem Islamischen Staat setzen sich fort. Den sogenannten Demokratischen Kräften Syriens (SDF), einem Militärbündnis in Syrien mit maßgeblicher Beteiligung der kurdischen PYG, sind nach eigenen Angaben wichtige, aussagekräftige Dokumente bei der Eroberung der Stadt asch-Schaddadi im Norden Syriens (Gouvernement al-Hasaka) Anfang März 2016 in die Hände gefallen.

Zudem wurden mehrere IS-Kämpfer gefangengenommen, die umfangreiche Aussagen über die Unterstützung der Türkei für den IS machten. Reporter des russischen Fernsehsenders RT besuchten asch-Schaddadi 10 Tage, nachdem sie befreit wurde. Dort wurden ihnen die Dokumente von den SDF vorgelegt.

Das Reporterteam reist gerade durch Nordsyrien. Sie besuchten neben asch-Schaddadi die Städte Rmelan, Qamischlo und Tel Abjad. Das umfangreiche Material, sowie Interviews mit am Ölgeschäft für den IS Beteiligten und gefangengenommenen IS-Kämpfern soll im April als Dokumentarfilm veröffentlicht werden.

Asch-Schaddadi zählt 10.000 Einwohner und ist das größte Ölförderzentrum im Norden Syriens. Die IS-Kämpfer verließen bei der Einnahme der Stadt fluchtartig ihre Wohnungen und ließen neben wichtigen Dokumenten auch persönliche Gegenstände zurück.

Indizien für Ölgeschäfte zwischen der Türkei und dem IS

Unter den Dokumenten sollen sich beispielsweise Begleitscheine für die Ölförderung befinden. Dort wird festgehalten, aus welchem Bohrloch wie viel Öl gepumpt wurde und was ein Barrel kostete, alles mit Stempel des IS. Präsentiert werden diese Dokumente von Sputnik News, einem in der Öffentlichkeit umstrittenen Medium, da es, wie auch RT, für seine Parteinahmen bekannt ist.

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Zahl der Exekutionen ist massiv gestiegen

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritzeDie Zahl der weltweiten Exekutionen hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Die meisten Hinrichtungen fanden im Iran statt.

Die Presse.com

Die Zahl der weltweiten Hinrichtungen habe sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Das schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) in ihrem aktuellen Bericht. 1634 Menschen seien demnach 2015 exekutiert worden. 2014 waren es, dem früheren Jahresbericht von AI zufolge, 607. Ende 2015 saßen laut der Menschenrechtsorganisation mindestens 20.292 zum Tod Verurteilte in Haft.

Den Hauptteil an dem Anstieg bilden Hinrichtungen im Iran, in Pakistan und Saudiarabien. Allein der Iran habe 2015 mindestens 977 Menschen töten lassen, meist wegen angeblicher Drogendelikte.

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Sozialexperte: Panama Papers offenbaren „erschütternde Dekadenz“

Die durch die „Panama Papers“ enthüllten Steuer- und Geldwäschedelikte sind nach Ansicht des hannoverschen Sozialexperten Gerhard Wegner ein „erschütterndes Zeichen von Dekadenz“.

Von Charlotte Morgenthal | evangelisch.de

Die beteiligten Kunden verhielten sich, als hätten sie ein „Menschenrecht auf Habgier“, sagte der Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie reden nach wie vor von Verantwortung, aber das sind völlig hohle Phrasen.“

Die Anlagen seien eine Folge von weltweit zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten aber auch der Angst vor Terrorismus, sagte Wegner. „Die Menschen haben das Gefühl, dass es keinen sicheren Ort mehr gibt, und wollen dann zumindest ihren Reichtum sichern.“

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Erdogan lässt 68 Regimekritiker festnehmen

Erdo_IS

Nach seinen Versuchen deutsche Satire zu verbieten, macht der türkische Präsident Erdogan erneut auf sich aufmerksam: Der Staatspräsident lässt insgesamt 68 Menschen festnehmen, die einer regierungskritischen Bewegung angehören.

Frankfurter Rundschau

Die türkische Polizei ist am Dienstag mit einer neuen Festnahmewelle gegen die Bewegung des Erzfeindes von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vorgegangen. Bei zeitgleichen Razzien in zahlreichen Landesteilen wurden nach einem Bericht der offiziellen Nachrichtenagentur Anadolu insgesamt 68 Menschen festgenommen, darunter Beamte, Lehrer und Geschäftsleute.

Die Razzien richteten sich gegen Mitglieder der so genannten „Hizmet“ (Dienst)-Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen. Die Gülen-Anhänger betreiben in der Türkei Schulen, Medien und Wirtschaftsunternehmen und haben sich im Laufe der Jahre auch im Behördenapparat großen Einfluss verschafft. Erdogan wirft der Bewegung eine Unterwanderung des Staatsapparates mit dem Ziel eines Umsturzes vor, was „Hizmet“ zurückweist.

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Die AfD-Einzelfälle der Woche: Ein rechter Burschenschafter und ein Neonazi-Sympathisant

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Als der AfD-Gründer Bernd Lucke im Oktober 2014 zugab, dass es in seiner Partei „relativ viele“ Einzelfälle von rechtsextremen Parteimitgliedern gebe, da konnte er noch nicht ahnen, dass die meisten dieser Einzelfälle ihn in der Partei überleben würden: Im Juli 2015 wurde Lucke als Parteichef abgewählt und trat aus, seitdem tummeln sich die Einzelfälle umso fröhlicher in der bei den Wählern immer beliebteren Partei.

Von Matern Boeselager | VICE.com

Zwei davon wollen wir euch diese Woche vorstellen. Denn während Parteikader wie Frauke Petry oder Beatrix von Storch mit Diskussionen über Schusswaffengebrauch oder Terrorgefahr den gesamtgesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschieben, sorgen an der Basis und auf lokaler Ebene die Einzelfälle dafür, dass der Anschluss nach ganz rechts außen nicht verloren geht.

Einzelfall #1: Heribert Eisenhardt, Vorstandsmitglied im Bezirksverband der AfD Lichtenberg

Am Samstag trafen sich in Marzahn-Hellersdorf über hundert Demonstranten aus dem rechtsextremen Spektrum, um am Geburtsort der Anti-Flüchtlings-Demos mal wieder eine Anti-Flüchtlings-Demo abzuhalten. Mit dabei war neben der NPD so ziemlich alles, was in der Berliner Neonazi-Szene Rang und Namen hat: Nationaler Widerstand Berlin, Bärgida, Frontbann 24, Die Rechte, Der Dritte Weg—und Heribert Eisenhardt, wie die taz berichtet.

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Hannibals Route über die Alpen enträtselt?

Der karthagische Feldherr Hannibal auf einem seiner Kriegselefanten © historisch
Forscher könnten eines der größten Rätsel der europäischen Geschichte gelöst haben: Die genaue Route Hannibals über die Alpen bei seinem Feldzug gegen die Römer. Indizien für die Präsenz seiner Armee liefern nun Relikte von mehr als 2.000 Jahre altem Tierkot auf einem Pass am Monte Viso in den Westalpen. Die Mikroben-Signatur im Kot spricht dafür, dass hier einest tausende von Pferden und anderen Tieren entlang gezogen sein müssen.

scinexx

Der karthagische Feldherr Hannibal ist wegen seiner Kriegsstrategien während des zweiten punischen Krieges legendär. Um rund 218 vor Christus führte er seine Armee auf dem Landweg über die Alpen nach Italien und schlug das römische Heer in der Po-Ebene. An dieser Alpen-Überquerung nahmen 30.000 Soldaten, mehr als 15.000 Pferde und Maultiere sowie 37 Elefanten teil. Über welche Route und welchen Pass dieses Heer damals zog, ist jedoch bis heute unklar, klare archäologische Belege fehlten.

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Jürgen Moltmann: Angst ist eine Vorwegnahme des Terrors

Oslo 22.07.2011. Themenbild
Oslo 22.07.2011. Themenbild

Der evangelische Tübinger Theologieprofessor Jürgen Moltmann hat dazu aufgerufen, trotz der aktuellen Kriege und Ungerechtigkeiten hoffnungsvoll zu bleiben.

kath.net

Er sagte im Interview mit der Stuttgarter Zeitung: „Angst ist eine Vorwegnahme des Terrors. Hoffnung ist eine Vorwegnahme der Freude.“ Die Furcht vor einem „wie auch immer gearteten Weltuntergang“ lähme: „Nichts befördert einen Weltuntergang so sehr wie die Angst vor ihm.“ Man überwinde die Furcht, indem man Enttäuschungen akzeptiere und das Leben liebe: „Nichts zu hoffen bedeutet nicht zu leben.“ Moltmann rief auf, die bereits geschehenen politischen Wunder nicht zu vergessen. „Niemand hatte die deutsche Einheit erwartet, und plötzlich war sie da.“ Die halbe Welt sei einst vom Kommunismus beherrscht gewesen und sei daran nicht zugrunde gegangen. Auch die Überwindung der Apartheid in Südafrika zeige, dass auf dieser Welt „überraschend Positives“ passiere.

Evangelische Kirche könnte an ihrer eigenen Harmlosigkeit sterben

Eine Beteiligung der Bundeswehr an der Bekämpfung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) lehnte Moltmann ab. Der Einsatz in Afghanistan habe gezeigt, dass mit militärischen Mitteln nichts erreicht werden könne: „Warum versuchen wir es nicht mal mit Friedensdiensten und Versöhnungsdiensten?“ Der IS sei in den Köpfen und Herzen von Menschen entstanden und könne auch nur dort bekämpft werden.

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How to Get Drunk By Eating Bread

Image: Screenshot/YouTube
Image: Screenshot/YouTube
For many people, eating a whole lot of bread is a pretty reliable cure for drinking a whole lot of booze the night before. But for a rare few, carbo-loading can have the same effect as downing a pint or four, thanks to a rare condition called auto-brewery syndrome.

By Sarah Emerson|MOTHERBOARD

The ability to get plastered off alcohol created by your very own gut might seem like a gift sent straight from Dionysus, but auto-brewery syndrome (also sometimes known as gut fermentation syndrome) is a serious and little-researched disorder.

According to a new SciShow episode that talks about one of the few medically recorded instances of auto-brewery syndrome, in 2010 a 61-year-old man in Texas admitted himself to hospital after complaining of unexplained drunkenness for a full five years. Thankfully his wife, who happened to be a nurse, had been documenting her poor husband’s symptoms. She noted that his bizarre intoxication first appeared in 2004, after he received foot surgery and was subsequently prescribed a heavy dose of antibiotics.

According to a case study of the man, “often his blood alcohol percent was as high as…0.40. The legal limit for alcohol in the United States is 0.08 percent.” Doctors assumed the man was a closet alcoholic.

Nevertheless, gastroenterologists monitored him in an isolated hospital room for 24 hours, to make sure he couldn’t drink without them knowing about it. Throughout that period, doctors fed him carbohydrate-heavy snacks and meals while periodically measuring his glucose levels. As one might guess, at one point, the man’s blood alcohol level rose to 0.12 percent per breathalyzer without him having even touched a drink, the study adds.

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