Römisch-katholische Muslima

Eine Syrerin muss ihren Kirchenaustritt erklären. Aufgefallen ist ihr der Fehler aber erst, als sie erneut zum Bürgeramt gegangen sei, um sich eine Meldebescheinigung ausstellen zu lassen.

Von Marie-Sophie Adeoso | Frankfurter Rundschau

Wann die Behörden sie zur Katholikin gemacht haben, kann Amina nicht sicher sagen. Sie vermutet, dass es auf dem Bürgeramt passiert ist, als sie und ihre Familie sich im Sommer in Frankfurt anmeldeten. Damals habe sie noch kaum Deutsch gesprochen, erzählt die 23-jährige Syrerin, die vor acht Monaten als Asylsuchende in die Stadt kam und eigentlich anders heißt. Sie habe damals auf Anfrage angegeben, Muslima zu sein; die zwei kleinen Buchstaben, die im Meldeformular anderes behaupten, seien ihr nicht aufgefallen. Nun haben sie diese Buchstaben 25 Euro gekostet.

Zwei kleine Buchstaben, „rk“ für „römisch-katholisch“, standen nun in der Spalte „Religion“ in Aminas Meldebescheinigung, die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Gabriele Fischer, Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen, sagt auf Anfrage der FR, die Religion werde schon bei der Registrierung Asylsuchender in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung erfasst – theoretisch könnten sich die Buchstaben also auch dort schon in Aminas Daten eingeschlichen haben.

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«Out of Israel»: Warum das afrikanische Judentum wächst

Äthiopische Juden in Jerusalem: Doch die meisten schwarzafrikanischen Juden zieht es nicht nach Israel. Keystone
Es gibt einige schwarzafrikanische Völker, die sich als Nachfahren der Israeliten aus biblischer Zeit sehen. Am bekanntesten sind die äthiopischen Juden. Da gibt es aber auch noch die südafrikanischen Lemba. Oder die Igbo aus Nigeria: Was steckt dahinter?

Von Judith Wipfler | SRF

  • Das Phänomen afrikanischer Völker, die ihre Wurzeln im alten Israel sehen, ist weit verbreitet.
  • Die Forschung sagt: Die Mehrheit dieser Völker definiert sich selbst als «israelitisch», weil eine «afrikanisch-jüdische» Identität einen starken Zusammenhalt schafft.
  • Das Judentum könnte in Zukunft insgesamt afrikanischer werden.

Mitte April wurde eine kleine Gruppe Ugander vom israelischen Rabbinat als jüdisch anerkannt und durfte nach Israel ausreisen. Die meisten Afrikaner, die ihre Wurzeln im biblischen Israel sehen, haben aber kein Interesse am modernen Israel, betont der Basler Forscher Daniel Lis. Er beschäftigt sich seit seiner Doktorarbeit über das Igbo-Volk in Nigeria mit dem afrikanischen Judentum. Es wächst.

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„Effektiver Altruismus“: Nächstenliebe – möglichst kosteneffizient

„Effektiver Altruismus“ nennt sich die Gruppe junger Philosophen, die sich zutraut, die Welt zu verbessern. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
Die Welt verbessern? Viele glauben nicht mehr daran. Eine Gruppe junger Philosophen aber sagt: Na klar, man muss es einfach machen! Thomas Metzinger erklärt, wie das gelingen kann – und das so wirtschaftlich effizient wie möglich. Außerdem geht es um Philosophinnen der Neuzeit.

Moderation: Simone Rosa Miller | Deutschlandradio Kultur

Man schaltet das Radio an und hört jeden Tag von Desastern – Migrationskrise, Terrorismus, Krieg, Armut, Klimawandel.

Viele verlieren da den Mut, packen ihre Yogamatte aus, entdecken Malbücher für sich oder halten sich am Strohhalm ihres Brokkoli-Smoothies fest.

Anders ausgerechnet eine Gruppe von Philosophen. Die sagen: Die Welt verbessern? Na klar, man muss es einfach machen, und zwar nicht irgendwie: sondern so wirtschaftlich effizient wie möglich.

Diese junge philosophische Bewegung firmiert unter den Namen „Effektiver Altruismus“. In dieser Ausgabe von „Sein und Streit“ sprechen wir mit Thomas Metzinger, Professor für theoretische Philosophie an der Uni Mainz und Mitbegründer der Stiftung Effektiver Altruismus.

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USA: Die Bibel aus öffentlichen Büchereien und Schulen entfernen?

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In den USA gibt es vermehrt Kritik, dass die Bibel in öffentlichen Büchereien und Schulen in den Regalen ausliegt. Das geht aus der Veröffentlichung des dortigen Bibliothekenverbandes (Chicago, Bundesstaat Illinois) hervor.

kath.net

Er erstellt jedes Jahr eine Liste mit zehn Büchern, über die die meisten Beschwerden eingingen. 2015 waren es insgesamt 275. Die Kritiker fordern, dass die genannten Bücher aufgrund ihrer Inhalte entfernt werden. Die Heilige Schrift tauchte nun zum ersten Mal auf dieser Liste auf und kam auf Rang sechs. Wie James LaRue vom Bibliothekenverband gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press sagte, meinen manche Bürger, dass die Trennung von Staat und Kirche verletzt werde, wenn eine Schulbibliothek ein Exemplar der Bibel anschaffe. Er betonte, dass sein Verband diese Meinung nicht teile.

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Verschont uns mit der Leidkultur! Die Integration der Muslime ist ein Erfolg

Ein Nicht-Handschlag sorgt für rote Köpfe. bild:Shutterstock
Ein verweigerter Handschlag von muslimischen Schülern hat eine hysterische Debatte ausgelöst. Dabei wird übersehen, dass wir in der Schweiz bei der Integration (fast) alles richtig machen.

Von Peter Blunschi | watson.ch

Glücklich ein Land, das solche Probleme hat. Das denkt man immer wieder, wenn wir uns in der Schweiz über den Standort eines Veloabstellplatzes streiten. Oder über Zimmerpflanzen im Bundeshaus. Es geht uns dermassen gut, dass wir fast zwanghaft «Probleme» kreieren, die keine sind. Oder Banalitäten zur Staatsaffäre hysterisieren. Ein besonders schönes – oder vielmehr trübes – Beispiel erleben wir derzeit mit der Handschlag-Kontroverse in Therwil (BL).

Zwei junge syrische Muslime (14 und 15 Jahre alt) aus streng religiöser Familie wollen ihrer Sekundarlehrerin nicht die Hand geben, weil ihr Glaube es verbiete. Die Schulleitung entschied, dass die beiden Schüler niemandem die Hand geben müssen. Kein sehr glücklicher Beschluss, doch die Reaktionen auch in den Medien spotten jeder Beschreibung.

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Historiker Heinisch: „Die Schule sollte ein kopftuchfreier Raum sein“

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Heiko Heinisch über das Problem mit dem Islam, paternalistische Linke und Mobbing gegen Mädchen ohne Kopftuch

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Sie haben in einem Artikel für das Magazin „The European“ geschrieben: „Wir haben ein Problem mit dem Islam. Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen, unabhängig von unserer Religion oder Weltanschauung.“ Was ist das Problem?

Heiko Heinisch: In den islamischen Gesellschaften beobachten wir seit knapp 40 Jahren einen Vormarsch islamistischer Kräfte, die eine Umgestaltung der Gesellschaft nach islamischen Kriterien, also so etwas wie einen islamischen Staat, durchsetzen wollen. Den Startschuss gab die Revolution im Iran, die auch auf die mehrheitlich sunnitischen Länder wirkte. Vor allem Saudi-Arabien finanziert weltweit islamistische Propaganda, aber auch Katar und die Türkei unter Erdogan propagieren einen politisierten Islam, der sich in den letzten Jahrzehnten zum Mainstream entwickelt hat. Das färbt selbstverständlich auch auf die islamischen Verbände in Europa ab, die überwiegend ebenfalls einen politisierten Islam repräsentieren – das ist unser Problem.

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Käßmann stört einfach alles an der Causa Böhmermann

Margot-KässmannNach der Ankündigung einer Fernsehpause kritisiert Margot Käßmann das Wegducken Böhmermanns. Überhaupt stört die Theologin alles an der „Staatsaffäre“: das Verhalten Merkels, Erdogans und das des ZDF.

DIE WELT

Die Entscheidung der Kanzlerin, die Strafverfolgung gegen Jan Böhmermann wegen Majestätsbeleidigung zuzulassen, rief allerlei Reaktionen hervor. Auch die Ankündigung Böhmermanns, seine Fernsehsendung auszusetzen, veranlasste viele Prominente und Politiker zu Wortmeldungen.

Nach Alfa-Chef Bernd Lucke, der Böhmermann in ungewohnt rauen Tönen als „feige Drecksau“ bezeichnete, kritisiert auch die Theologin Margot Käßmann den Moderator fürs „Abtauchen“: „Wer so scharf austeilt, muss mit Gegenwind rechnen“, so Käßmann in der „Bild am Sonntag„. Sich jetzt wegzuducken sei nicht die richtige Antwort.

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Von Storch: Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar

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  • Die AfD will sich ein erstes Parteiprogramm geben – und plant einen Anti-Islam-Kurs.
  • Die Partei will muslimische Symbole aus der Öffentlichkeit verbannen.
  • AfD-Frau Beatrix von Storch bezweifelt, dass der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Süddeutsche.de

Die Alternative für Deutschland (AfD) will eine deutlich islamkritische Politik zu einem Schwerpunkt ihres Parteiprogramms machen. Das geht aus Aussagen der AfD-Politiker Beatrix von Storch und Alexander Gauland gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) hervor.

„Der Islam ist an sich eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“, sagte die stellvertretende Parteivorsitzende und Europaabgeordnete von Storch der Zeitung.

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Kein Leisetreter

Cover_DawkinsDieses Werk ist ein klassischer Wälzer: dick, schwer, inhaltsreich und anspruchsvoll. Mehr als 700 Seiten über ein Leben, das zur Zeit des Erscheinens erst 72 Jahre währte – heute eigentlich kein richtiges Alter mehr. Streng genommen sind es zwei Bücher, die der Verlag zusammengebunden hat und die 2013 beziehungsweise 2015 einzeln in England erschienen. Gemeinsam ergeben sie die Autobiografie von Richard Dawkins, dem weithin bekannten Zoologen, Evolutionsbiologen und Kirchenkritiker.

Von Jürgen Alberti | Spektrum.de

Im ersten Band schildert Dawkins seine frühen Jahre. Unter dem Titel „Staunende Neugier“ (original „An Appetite for Wonder“) stellt er seine Kindheit und Jugend sowie seine Entwicklung zum Wissenschaftler dar, bis hin zum Erscheinen seines ersten und bis heute bekanntesten Buchs „Das egoistische Gen“ (1976). Sein Werdegang als Kind aus reichem, britischem, bürgerlichem Elternhaus führte über standesgemäße Internate und konnte im Grunde nicht anders enden als mit einer Promotion 1966 an der University of Oxford. Dort freilich nicht irgendwo, sondern am 1263 gegründeten Balliol College, und auch nicht bei irgendwem, sondern beim späteren Nobelpreisträger Niko Tinbergen (1907-1988).

Ein Faible für Philosophie

Dawkins ist ein großer Erzähler, und auch die Übersetzung seiner Prosa liest sich angenehm, wenngleich nicht locker. Man erfährt eine Menge über die Zeit des niedergehenden British Empire, als die Familie in Afrika weilte. Man liest viel über die britischen Internate mit ihren strengen Regeln und teils grausamen Ritualen in den Nachkriegsjahren, als die Dawkins wieder zurück in England waren. Immer wieder fällt auf, welche Freude die Familie und auch der junge Dawkins an umfangreicher Bildung hatten: „Es ist wunderschön, Wissen zu sammeln und Erkenntnis zu erlangen. Das ist tatsächlich Poesie im Leben.“

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Vize-Gott: Flüchtlinge brauchen Papiere

Papst Franziskus (Bild: AP)
Papst Franziskus (Bild: AP)
Papst nahm auf Heimflug von Lesbos zwölf muslimische Flüchtlinge mit und erläuterte: „Auf der Prioritätenliste standen beispielsweise auch zwei christliche Familien ganz oben“, doch ihre Papiere waren nicht in Ordnung gewesen.

kath.net

Ich habe nicht zwischen Christen und Muslimen ausgewählt.“ Dies betonte Papst Franziskus im Hinblick auf die zwölf muslimischen Flüchtlinge aus Syrien, die er nach seinem Besuch auf der Insel Lesbos im Flugzeug mit nach Rom genommen hat. Er antwortete damit im Interview mit Journalisten während des Heimflugs von Lesbos auf eine entsprechende Journalistenfrage. „Bei diesen drei Familien waren die Dokumente, die Papiere in Ordnung. Auf der Prioritätenliste standen beispielsweise auch zwei christliche Familien ganz oben, aber sie hatten nicht die richtigen Anmeldeinformationen.“ Es sei nicht um ein „Privileg“ gegangen. „Alle zwölf sind Kinder Gottes, doch es ist wahr: ‚Kinder Gottes‘ zu sein ist ein Privileg.

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Bernd Lucke: „Böhmermann ist eine feige Drecksau“

Screenshot: youtube
Screenshot: youtube
Nun schaltet sich auch der Alfa- und Ex-AfD-Vorsitzende Bernd Lucke in die Diskussion um den ZDF-Moderator ein, und kritisiert ihn scharf. Für den türkischen Präsidenten hat er dagegen viel Lob übrig.

DIE WELT

Nun äußert sich auch Bernd Lucke zur Causa Böhmermann. Auf seiner Homepage schreibt der Alfa-Vorsitzende und ehemalige AfD-Politiker einen langen Kommentar über das Erdogan-Schmähgedicht von Jan Böhmermann. Seinen Text, der in großen Teilen vor allem von der Türkei unter Erdogan handelt, überschreibt er mit: „Was man nicht sagen darf: Böhmermann ist eine feige Drecksau“.

Der ZDF-Moderator sei für ihn ein „Feigling“, der genau wisse, dass Erdogan der Buhmann der Nation sei. Böhmermann erinnere ihn an jene Schulkinder, die immer nur Außenseiter hänseln und herumstoßen würden.

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Statistisch belegt: Frauen haben in Hollywood-Filmen wenig zu sagen

Gern gesehen, aber den Mund dürfen sie aber nicht aufmachen: Frauen in Filmen. © nicoletaionescu/iStock
Das „Regime der weißen Männer“ in Hollywood ist längst kein Mythos, sondern traurige Wahrheit. Das belegt unter anderem eine aktuelle Analyse von Drehbüchern.

stern.de

Nicht erst seit der Rassismus-Debatte um die Oscars ist bekannt, dass Hollywood ein Problem mit Minderheiten hat. Auch und vor allem Frauen sind davon betroffen – doch auch das ist kein neues Thema. Spannend wird es aber immer dann, wenn Daten die männliche Vorherrschaft belegen. Solche Zahlen gibt es nun für die Filmszene in Hollywood, eine der größten Männerdomänen überhaupt. Veröffentlicht wurden sie auf dem Blog Polygraph, wo immer wieder Zahlen zu aktuellen Themen der Popkultur analysiert werden. Für die jüngste Hollywood-Recherche haben die Experten 2000 Drehbücher untersucht und alle gesprochenen Zeilen ihren Darstellern zugeordnet.

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Türkischer Satiriker: „Was ist schon witzig?“

Barış Uygur, Bild. Twitter
Mit Zensur kennt sich Baris Uygur aus – das von ihm mitgegründete Satiremagazin ist das meistverkaufte Wochenmedium der Türkei. Im Interview erklärt er, was er von Böhmermanns Schmähgedicht hält.

Ein Interview von Hasnain Kazim | SpON

Darf man Witze über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan machen? Man darf, sagt Baris Uygur, 37 – und tut es auch nahezu wöchentlich, in der von ihm 2007 mitbegründeten Satirezeitschrift „Uykusuz“, auf Deutsch: „Schlaflos“. Das Magazin ist mit etwa 70.000 verkauften Exemplaren die meistverkaufte Wochenpublikation in der Türkei. Vor allem junge, säkulare Türken lieben „Uykusuz“.

Nahezu jedes zweite Heft hat Erdogan zum Titelthema. Der mächtigste Mann des Landes sowie die Regierung in Ankara liefern so viel Stoff, dass es den Satirikern leicht fällt, ihr Magazin zu füllen. Uygur schreibt wöchentlich eine Kolumne und nebenbei Istanbul-Krimis.

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Für Merkels Flüchtlingspolitik findet Kohl deutliche Worte

Kohl empfängt seinen Freund Orbán, Merkels schärfsten Kritiker. Zuvor kritisiert der Altkanzler die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Europa könne nicht zur neuen Heimat für Millionen Menschen werden.

DIE WELT

Vor seinem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán am Dienstag hat Altkanzler Helmut Kohl (CDU) die Grenzöffnung für Flüchtlinge kritisiert. „Die Lösung liegt in den betroffenen Regionen. Sie liegt nicht in Europa. Europa kann nicht zur neuen Heimat für Millionen Menschen weltweit in Not werden“, schrieb Kohl im Vorwort zur ungarischen Ausgabe seines Buchs „Aus Sorge um Europa“, wie der „Tagesspiegel am Sonntag“ berichtet.

Der ehemalige Bundeskanzler, der Ehrenbürger Europas ist, kritisierte demnach in dem Vorwort auch die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ohne sie beim Namen zu nennen. Kohl stellte Merkels Entscheidung vom September 2015 infrage, Flüchtlinge aus Ungarn zur Weiterreise nach Deutschland einzuladen.

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AfD entzweit über Zusammenarbeit mit Front National

Alexander Gauland würde mit dem Front National zusammengehen. ©DPA
In der AfD gibt es Auseinandersetzungen darüber, ob die Partei mit dem französischen Front National zusammenarbeiten sollte. Alexander Gauland ist dafür, doch andere Spitzenpolitiker fürchten eine Verschiebung der Partei nach links.

Frankfurter Allgemeine

In der Alternative für Deutschland (AfD) gibt es einen Streit, ob die Partei mit dem französischen Front National (FN) zusammenarbeiten soll. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Während Parteivize Alexander Gauland sich für eine Zusammenarbeit mit dem FN ausspricht, sind der stellvertretende Parteichef Jörg Meuthen und die stellvertretende Parteichefin und Europaabgeordnete Beatrix von Storch strikt dagegen. „Eine enge Zusammenarbeit mit dem Front National lehne ich ab. Der Front National ist sozialistisch, wir sind liberal. Der Front National ist nationalistisch, wir sind patriotisch“, sagte von Storch der F.A.S.

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Der Papst ist kein Punk. Leider doch nicht

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Das Oberhaupt der katholischen Kirche besucht Flüchtlingslager auf Lesbos. Es soll eine humanitäre Geste, aber kein politisches Statement sein. Naja, das können wir doch auch.

Von Daniel-Dylan Böhmer | DIE WELT

Der Papst ist kein Punk. Leider doch nicht. Man müsste ihm das nicht zum Vorwurf machen, wenn er nicht immer wieder so täte, als wäre er ein Punk.

Ganz Europa versucht, den Strom der Flüchtlinge zu stoppen, sie draußen zu halten. Stacheldraht, Tränengas, Achtlosigkeit, Matsch. Das soll der Kontinent der Nächstenliebe sein. Doch – zisch, wämm – da kommt der Mann, der es wissen muss. Der unfehlbare Rechteinhaber der Marke christliches Abendland. Ganz in Weiß. Wird er die Schleusen der Güte weit aufreißen? Oder wird er gar die Christenheit wider den Ansturm feien?

Franziskus schreitet durch die Zeltreihen im Flüchtlingslager auf Lesbos.

Er sagt: „Wir sehen Menschen, die leiden, die fliehen und nicht wissen, wohin sie gehen sollen.“ Stimmt.

Er sagt: „Wir erleben die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Krass.

Er sagt: „Dies ist eine Reise, die von Traurigkeit geprägt ist.“ Traurig.

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USA gehen jetzt auch gegen eigene Steueroasen vor

Kniffliger Kampf gegen Steueroasen: US-Finanzminister Jack Lew / Bild: Bloomberg
Die Panama-Papers-Enthüllungen haben auch US-Steueroasen wie Delaware wieder in den Fokus gerückt. Die neuen Regelungen sollen bald ausgearbeitet sein.

Die Presse.com

Die US-Regierung will bald damit beginnen, die Aktivitäten der im eigenen Land existierenden Steueroasen durchleuchten zu lassen. Die Ausarbeitung entsprechender Regelungen befinde sich „in der Endphase“, erklärte Finanzminister Jack Lew in einem schriftlichen Statement zur Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington.

In mehreren US-Bundesstaaten lassen sich legal, problemlos und preiswert Briefkastenfirmen gründen. Solche Firmen werden im großen Stil genutzt, um Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu verschleiern und Steuern zu vermeiden.

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Verteidigung des Säkularismus oder Diskriminierung einer Muslima?

Themenbild
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Eine Entscheidung des Berliner Arbeitsgerichts sorgt für eine Neuauflage des Kopftuchstreits in Berlin. Das Gericht hatte die Entschädigungsklage einer Muslima abgewiesen, deren Bewerbung um eine Stelle als Grundschullehrerin von dem Land Berlin abgelehnt worden war, weil sie ein Kopftuch trägt.

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Die Frau sah hierin eine nach § 7 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AAG verbotene Benachteiligung. Das Gericht verneinte das mit Verweis auf das Berliner Neutralitätsgesetz, das den Lehrkräften “ das Tragen religiös geprägter Kleidungsstücke“ untersagt. „Hieran habe sich das beklagte Land halten und die Bewerbung der Klägerin ablehnen dürfen“, so das Berliner Arbeitsgericht.

Neutralitätsgesetz nicht verfassungswidrig

Die Entscheidung des Arbeitsgerichts war auch unter Juristen mit Spannung erwartet worden. Einige Juristen vertraten nämlich die Ansicht, dass das Berliner Neutralitätsgesetz gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgericht vom Januar 2015 verstößt. Damals hatten die Richter entschieden:

Der Schutz des Grundrechts auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) gewährleistet auch Lehrkräften in der öffentlichen bekenntnisoffenen Gemeinschaftsschule die Freiheit, einem aus religiösen Gründen als verpflichtend verstandenen Bedeckungsgebot zu genügen, wie dies etwa durch das Tragen eines islamischen Kopftuchs der Fall sein kann.

Doch das Urteil, das sich gegen ein Gesetz in NRW richtete, war kein allgemeiner Freibrief für das Tragen eines Kopftuchs in den Schulen. Schließlich hieß es dort auch:

Ein landesweites gesetzliches Verbot religiöser Bekundungen durch das äußere Erscheinungsbild schon wegen der bloß abstrakten Eignung zur Begründung einer Gefahr für den Schulfrieden oder die staatliche Neutralität in einer öffentlichen bekenntnisoffenen Gemeinschaftsschule ist unverhältnismäßig, wenn dieses Verhalten nachvollziehbar auf ein als verpflichtend verstandenes religiöses Gebot zurückzuführen ist. Ein angemessener Ausgleich der verfassungsrechtlich verankerten Positionen – der Glaubensfreiheit der Lehrkräfte, der negativen Glaubens- und Bekenntnisfreiheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern, des Elterngrundrechts und des staatlichen Erziehungsauftrags – erfordert eine einschränkende Auslegung der Verbotsnorm, nach der zumindest eine hinreichend konkrete Gefahr für die Schutzgüter vorliegen muss.

Eine so allgemein formulierte Entscheidung lässt natürlich einen großen Interpretationsspielraum offen, den das Berliner Arbeitsgericht genutzt hat.

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Physicists Built an Engine That Runs On a Single Atom

View of the vacuum chamber containing the atom trap. Image: AG QUANTUM
View of the vacuum chamber containing the atom trap. Image: AG QUANTUM
On a microscopic level, heat is simply atoms vibrating off one another, in constant motion.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Heat engines, like steam turbines, use systems relying on thermodynamics to convert the energy from heat into mechanical work. The Industrial Revolution would never have happened if not for the power of heat engines, and we’re still using them today. You probably know its most recognizable forms: the automobile engine and the jet engine.

But scientists are challenging the stereotypical notion of the heat engine as a large, metal behemoth. In fact, researchers at the Institute of Physics of Johannes Gutenberg University Mainz and Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg recently pushed the powerhouse to its farthest limits when they successfully created a heat engine that operates using a single atom.

The team of researchers, who published their findings in the latest edition of the journal Science, captured a single electrically-charged calcium atom in a quadrupole ion trap—also known as a “Paul trap.” This specific type of ion trap uses two positive and two negative electrodes to trap a charged particle, by both pushing it toward the center and simultaneously pulling it outward.

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