Wann wird ein Neutronenstern zum Schwarzen Loch?

Bild: NASA/public domain
Bild: NASA/public domain
Frankfurter Astrophysiker haben eine einfache Formel für die maximale Masse von Neutronensternen gefunden und damit eine über Jahrzehnte offene Frage beantwortet.

Von Dr. Anne Hardy | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Neutronensterne, die Überreste verglühter Sterne, gehören zu den kompaktesten Objekten im Universum. Ihr starkes Gravitationsfeld zieht unweigerlich immer mehr Masse an. Doch diesem Prozess sind Grenzen gesetzt. Ist eine kritische Masse erreicht, kollabiert der Neutronenstern zu einem Schwarzen Loch. Wie groß die Masse maximal werden darf, war eine seit Jahrzehnten offene Frage. Astrophysiker der Goethe-Universität haben jetzt eine einfache Formel dafür gefunden.

Um den Kollaps hinauszuzögern, können Neutronensterne zu rotieren beginnen. So kann die Fliehkraft noch eine Weile die zunehmende Gravitationskraft kompensieren. Dabei muss sich der Stern umso schneller drehen, je mehr Masse er anhäuft, bis er schließlich auseinander bricht. Somit ist die absolute Obergrenze für die Masse eines Neutronensterns durch die maximale Masse bei schnellst-möglicher Rotation gegeben.

Diese Masse aus Grundprinzipien zu berechnen, ist nicht möglich, weil die Zustandsgleichung, die Auskunft über Temperatur- und Druckverhältnisse der Elemente im Stern gibt, unbekannt ist. Doch Astrophysiker der Goethe-Universität haben für dieses Problem eine elegante Lösung gefunden. Wie sie in den renommierten „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society” berichten, kann man die maximale Masse eines schnell rotierenden Neutronensterns aus der maximalen Masse der entsprechenden nicht-rotierenden Konfiguration ableiten.

„Es ist erstaunlich, dass ein komplexes System wie ein rotierender Neutronenstern durch eine so einfache Relation beschrieben werden kann“, erklärt Luciano Rezzolla, Professor für Theoretische Astrophysik an der Goethe-Universität. „Wir wissen jetzt, dass der Neutronenstern durch schnellst-mögliche Rotation höchstens 20 Prozent seiner maximalen nicht-rotierenden Masse zulegen kann“, erläutert er.

Die Wissenschaftler haben Zehntausende Modelle für Neutronensterne berechnet. Ausschlaggebend für ihre Entdeckung war, dass sie die Daten unter dem richtigen Blickwinkel betrachteten: Sie fanden eine Normierung, dank der sich die Neutronensterne unabhängig von ihrer Zustandsgleichung auf universelle Weise beschreiben lassen.

“Das Ergebnis lag direkt vor unserer Nase, aber wir mussten erst die richtige Perspektive wählen, um es zu sehen”, sagt Cosima Breu, Masterstudenitn an Institut für Theoretische Physik. Sie hat die Analyse im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit ausgeführt.

Das universelle Verhalten für die maximale Masse ist Teil einer größeren Klasse universeller Beziehungen, die kürzlich für Neutronensterne entdeckt wurden. In diesem Kontext haben Cosima Breu und Luciano Rezzolla auch eine vereinfachte Form gefunden, das Trägheitsmoment eines rotierenden Neutronensterns in Abhängigkeit von seiner Kompaktheit auszudrücken. Sobald es gelingt, Trägheitsmomente experimentell an binären Pulsaren zu messen, wird es mithilfe dieser neuen Methode möglich sein, deren Radius mit einer Genauigkeit von 10 Prozent oder weniger zu bestimmen. Pulsare sind schnell rotierende Neutronensternen, die entlang einer Achse hochenergetische elektromagnetische Strahlung (Gammastrahlung) aussenden. Auf diese Weise können sie mit Weltraumteleskopen geortet werden.

Das einfache, aber grundlegende Ergebnis eröffnet die Möglichkeit, künftig mehr universelle Beziehungen in rotierenden Sternen aufzuspüren. „Wir hoffen, noch mehr ähnlich aufregende Ergebnisse zu finden, wenn wir das weitgehend unerforschte Gebiet der differentiell rotierenden Neutronensterne erkunden. Bei diesen Sternen rotiert die Masse im Zentrum schneller als die Oberfläche“, schließt Rezzolla.

Publikation: Cosima Breu, Luciano Rezzolla: Maximum mass, moment of inertia and compactness of relativistic, in: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society http://mnras.oxfordjournals.org/content/early/2016/03/14/mnras.stw575

Interview mit Cosima Breu und Luciano Rezzolla auf Goethe-Uni online: http://tinygu.de/Neutronensterne

Bildmaterial zum Download finden Sie hier: http://www.uni-frankfurt.de/60794123

Informationen: Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel,: (069) 798 47871, rezzolla@th.physik.uni-frankfurt.de.

Advertisements

Flüchtlinge: Türkei droht EU mit Bruch des Paktes

erdogan-sultan

Der türkische Präsident Erdoğan ist mit der bisherigen Umsetzung des Flüchtlingsaustausch-Abkommens nicht zufrieden: „Für Dank allein machen wir das nicht“. Er droht, den Pakt wieder platzen zu lassen.

Die Presse.com

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Donnerstag damit gedroht, das erst kürzlich geschlossene Flüchtlingsabkommen mit der EU platzen zu lassen. Sein Land werde „das Abkommen nicht umsetzen“, wenn die Europäische Union „ihre Zusagen nicht einhält“, sagte er in einer Rede in Ankara. Das Abkommen enthalte „präzise Bedingungen“, auf deren Erfüllung sein Land bestehe.

weiterlesen

Hier: Kein Tier

Der Landwirt Franz Haslinger hat nichts gegen Kühe oder Schweine. Im Gegenteil. Er braucht sie allerdings nicht als „Produktionsmittel“. Sein Hof gehört zu einer wachsenden Zahl von Betrieben, die Tiere ganz aus der Landwirtschaft entlassen. Was würde passieren, wenn das alle machen würden?

Von Svenja Beller | greenpeace magazine

Würde man ein Bilderbuch aus Franz Haslingers Bauernhof machen, dann wäre das recht langweilig. Da wäre nicht viel, was man nachmachen kann: Kein lautes Kikerikiii am Morgen, kein träges Muuh von der Weide, kein gefräßiges Oink-Oink aus dem Stall. Nur die Felder, raschel raschel, und die Katze, immerhin, miau. Gut, und das mit dem Oink-Oink stimmt auch nicht ganz, denn der Nachbar hält Schweine. Eng an eng, ungefähr tausend Tiere in Intensivhaltung, schätzt Haslinger. Mit Bilderbuch hat das aber auch nichts zu tun.

Die Auswüchse der modernen Landwirtschaft sind für viele Veganer der Grund, ganz auf tierische Produkte zu verzichten. Und dazu gehört streng genommen auch das, was hinten aus den Tieren rauskommt: die Gülle. Normalerweise hilft sie auch vermeintlich veganem Gemüse und Getreide auf dem Feld beim Wachsen. An sich wäre dagegen nichts einzuwenden. Aber nur fürs, pardon, Fressen und Kacken wird kaum ein Tier gehalten, sondern für seine Milch, seine Eier, seine Wolle und letztlich auch seinen Körper. Alles andere wäre schlicht nicht wirtschaftlich.

Aus der Sicht von Tierrechtlern ist eine solche Nutzung ein inakzeptabler Zustand. Sie gehen noch weiter als die Tierschützer und sprechen den Tieren ähnliche Rechte wie den Menschen zu. „Sklavenhaltung“ passt da nicht rein, sei sie noch so bio und fair. „Wir lehnen die landwirtschaftliche ‚Tierproduktion‘ ab – ebenso ihre vor- und nachgelagerten Bereiche der Tierausbeutung, Schlachtung, Mist- und Güllewirtschaft“, schreibt das Biologisch-Vegane Netzwerk. Die Gruppe hat sich Ende der Neunzigerjahre gegründet, um die vegane Bewegung aus Großbritannien auch im deutschsprachigen Raum voranzubringen. Sie ist kompromisslos: „Der ökologische Landbau ist für uns keine Alternative, solange er sich nicht vom Dogma der Notwendigkeit der Tierhaltung als Düngerlieferant löst.“

weiterlesen

Gott weiß mehr als Facebook – die Realität ist eine andere

der_die_das_gottChristen und das Internet – eine spannungsreiche Beziehung. Sollen wir es nutzen, um das Evangelium zu verbreiten? Oder stellen wir möglichst wenig ein, um uns vor Datenklau zu schützen? Darüber hat die Evangelische Kirche im Rheinland am Mittwoch (6. April) unter dem Titel „Mehr digitale Souveränität gewinnen“ diskutiert. Der Internetbeauftragte, Pastor Ralf Peter Reimann, plädiert in seinem Gastbeitrag für freies Teilen nicht-personenbezogener Daten und größtmöglichen Schutz personenbezogener Daten

Von Ralf Peter Reimann | evangelisch.de

Innerhalb der Kirche erlebe ich zwei Verhaltensmuster im Umgang mit Digitalisierung und mit Daten: Einerseits lähmende Angst und Unsicherheit. Die Furcht vor Datenkraken wie Google und Facebook führt dann dazu, Projekte zu killen, um auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu stehen. Unter Verweis auf Datenschutz verweigern so Kirchengemeinden den Eintrag ihrer Ortsdaten auf Google-Maps. Auf der anderen Seite gibt es einen unreflektierten Enthusiasmus. In der Digitalisierung sieht man das Heil der Kirche und nutzt ohne nachzudenken Facebook zur Seelsorge.

Auch wenn es in der digitalen Welt Einsen und Nullen gibt: Die ethische Beurteilung ist nicht nur schwarz oder weiß, sondern es gibt verschiedene Schattierungen im grauen Bereich. Dienstleister wie Dropbox, Doodle oder Google Now erleichtern das Leben und machen es bequemer, gleichzeitig geben wir, sobald wir unsere Daten an diese Dienste übergeben, ein wenig Kontrolle über unser Leben an diese Dienstleister ab.

weiterlesen

Frankreich: Doch kein schwuler Diplomat im Vatikan

Der französische Spitzendiplomat Laurent Stefanini / Bild: APA/AFP/ALAIN JOCARD
Francois Hollande hatte als Botschafter einen homosexuellen Diplomaten nominiert. Angeblich hat der Papst persönlich interveniert.

Die Presse.com

Im Streit mit dem Vatikan um die Ernennung eines homosexuellen Diplomaten zum Botschafter hat Frankreich nachgegeben. Der eigentlich als französischer Vertreter in dem Kirchenstaat vorgesehene Diplomat Laurent Stefanini wurde als neuer Botschafter Frankreichs bei der UN-Kulturorganisation UNESCO nominiert, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.

Es ist das Ende eines mehr als einjährigen Kräftemessens zwischen Frankreich und dem Vatikan. Staatschef Francois Hollande hatte den Katholiken und bekennenden Homosexuellen Stefanini Anfang 2015 für den Posten im Vatikan nominiert. Der Kirchenstaat weigerte sich aber, der Personalie zuzustimmen – Stefanini konnte sein Amt damit nicht antreten.

weiterlesen

Pflanzen-Extrakt heilt Nervenschäden

Das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) wird schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt. © H. Zell / CC-by-sa 3.0
Das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) wird schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt. © H. Zell / CC-by-sa 3.0
Heilkräftiger Naturstoff: Ein Wirkstoff aus der Mutterkraut-Pflanze lässt geschädigte Nervenfasern wieder heilen. Bei Mäusen regeneriert sich ein verletzter Ischiasnerv dadurch erheblich schneller und besser als normal, wie Experimente belegen. Das weckt die Hoffnung, dass dieser Naturstoff auch die Regeneration von schlecht oder gar nicht heilenden Nervenschäden beim Menschen fördern könnte, so die Forscher im Fachmagazin „Journal of Neuroscience“.

scinexx

Das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ähnelt mit ihren weißgelben Blüten ein wenig der Kamille – und wie diese ist es eine seit Jahrhunderten genutzte Heilpflanze. Schon der griechische Arzt Dioskurides beschrieb das Mutterkraut in seinem Werk und im Mittelalter wurde es als Fiebersenker und als Helfer bei Schwangerschaftsbeschwerden eingesetzt.

weiterlesen

Weiter Streit um Schilder mit „Spaghettimonster“

„Nudelmesse“-Hinweisschild
Im Streit um Gottesdienstschilder für die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ in Templin im deutschen Bundesland Brandenburg hat nun das Gericht das letzte Wort.

religion.ORF.at

Die Anhänger der Bewegung konnten sich am Mittwoch in einem Zivilverfahren am Landgericht Frankfurt (Oder) nicht gütlich mit dem Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen einigen. Es geht um die Aufstellung von Hinweisschildern an den vier Ortseingängen von Templin, auf denen neben der Abbildung des angeblichen göttlichen Wesens die „Nudelmesse“ des Vereins für jeden Freitag um 10.00 Uhr angekündigt wird.

Streit um Werbung für „Nudelmesse“

Der Verein beharrte darauf, dass er im Beisein des Templiner Bürgermeisters Detlef Tabbert mit Vertretern der Behörde am 9. Dezember 2014 eine entsprechende zivilrechtliche mündliche Vereinbarung geschlossen habe. Das bestreitet der Landesbetrieb Straßenwesen, wie Vertreter der Behörde am Mittwoch vor Gericht bekräftigten.

weiterlesen

Der Handschlag ist für Muslime eine zumutbare Geste

Pro Händeschütteln (Foto: dpa; Collage Jessy Asmus/SZ.de)
Wenn strenggläubige Muslime Frauen den Handschlag verweigern, geht es zwar um Sittlichkeit, aber es ist der falsche Respekt. Die Hand zu reichen, wäre ein Zeichen von Integration

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

In der Schweiz hat die Verweigerung zweier Schüler, ihrer Lehrerin aus religiösen Gründen die Hand zu geben, einen Eklat ausgelöst. Für Aufregung hat dabei vor allem gesorgt, dass sie von der Schule dazu sogar eine Sondergenehmigung bekommen hatten. Nun wird dort in der Bevölkerung und auch zwischen Muslimen diskutiert, was schwerer wiegt: die Verletzung religiöser Gefühle der Gläubigen oder das Gefühl der Zurückweisung bei jenen, denen der Handschlag verweigert wird.

Auch in Deutschland, den Niederlanden und Österreich gab es in jüngster Zeit ähnliche Fälle. Im September hatte der Imam der islamischen Gemeinde Idar-Oberstein die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner vor einer geplanten Begegnung darüber informiert, dass er ihr nicht die Hand geben würde. Klöckner sagte das Treffen daraufhin verärgert ab.

weiterlesen

Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod

Sozioökonomische Bedingungen stehen hinter Unterschieden in der Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren, die Bundesregierung sieht Chancengleichheit lediglich in Prävention

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist seit langem bekannt, dass ärmere Menschen schneller sterben, also eine kürzere Lebenserwartung haben. Wer das Glück hat, Eltern aus einer reicheren Schicht zu haben und entsprechend in „besseren“ Wohngegenden aufzuwachsen, lebt länger. Der Unterschied kann 10 Jahre und mehr betragen. Verwunderlich ist, dass deswegen die Menschen, deren Lebenserwartung aufgrund der sozioökonomischen Schicht, der sie angehören, deutlich kürzer ist, nicht mehr aufbegehren. Schließlich ist dies Folge einer ungerechten Vermögensverteilung, die nicht Gott gegeben ist, sondern nur durch Ideologien und Interessen aufrechterhalten wird.

Die Linksfraktion hat die Bundesregierung gefragt, worauf sie die „signifikant niedrigeren Lebenserwartungswerte gerade für Männer in struktur- und einkommensschwachen Regionen“ zurückführt. Die Antwort der Bundesregierung kam von der CDU-Abgeordneten Ingrid Fischbach, Staatssekretärin beim Gesundheitsministerium. Sie ist aufschlussreich für die Politik, wie die geht Bundesregierung mit der weiter aufklaffenden Ungleichheit in Deutschland umgehen will.

Die Linksfraktion beruft sich in Ihrer Anfrage auf den Bericht „Gesundheit in Deutschland“ vom Robert Koch Institut und der Statistikbehörde Statis, der als Gesundheitsberichterstattung des Bunds gilt. Gesundheitsminister Hermann Gröhe sieht vor allem „erfreuliche Entwicklungen“, die belegt würden: „So zeigt ein Vergleich mit den beiden Vorgängerberichten aus den Jahren 1998 und 2006, dass es kaum noch Unterschiede in der Gesundheit, dem Gesundheitsverhalten und der Gesundheitsversorgung zwischen den alten und neuen Ländern gibt. Heute – 25 Jahre nach der Wiedervereinigung – ist die Lebenserwartung in unserem Land nahezu gleich hoch.“

weiterlesen

Massegigant überrascht Astronomen

Die echten Giganten unter den Schwarzen Löchern in Galaxienkernen kommen normalerweise in dicht bevölkerten Regionen des Kosmos vor. © NASA/JPL-Caltech
Massemonster im Nirgendwo: Astronomen haben zu ihrer Überraschung ein extrem massereiches Schwarzes Loch in einer eher kargen Region des Weltalls entdeckt. Mit 17 Milliarden Sonnenmassen gehört es zu den echten Giganten – obwohl es in seiner Umgebung kaum Futter gibt. Vielleicht handelt es sich um einen erloschenen Quasar, spekulieren die Forscher im Fachmagazin „Nature“. Dann könnten solche Riesen häufiger vorkommen als bisher gedacht.

scinexx

Damit Schwarze Löcher zu massereichen Schwerkraft-Riesen heranwachsen, müssen sie sich große Mengen an Materie einverleiben. Deshalb finden sich diese Giganten meist dort, wo sie reichlich Sterne und Gas als Nahrung bekommen – im Herzen von Galaxien in dicht bevölkerten Gebieten des Weltalls. „In diesen Regionen können häufige Galaxienkollisionen und Kannibalismus den unersättlichen Appetit der Schwarzen Löcher stillen und es ihnen erlauben, so groß zu werden“, erklärt die Astronomin Chung-Pei Ma von der University of California in Berkeley.

weiterelesen

Mehrheit will gleiche Rechte für alle Religionen

coexist

Eine klare Mehrheit der Menschen in Deutschland steht Muslimen positiv gegenüber. Bei Christen, Juden, Buddhisten und Kofessionslosen sind die Sympathiewerte jedoch deutlich höher. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor.

MiGAZIN

Die Religionszugehörigkeit ihrer Mitbürger ist für die meisten Menschen in Deutschland kein Problem, ebenso wenig wie Konfessionslosigkeit. Doch begegnen sie Muslimen skeptischer als anderen Gruppen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Mittwoch in Berlin veröffentlichte.

Die repräsentative Umfrage im Auftrag der Stelle kommt zu dem Ergebnis, dass ein Drittel der Befragten Muslimen eher negativ gegenübersteht. Immerhin sieht aber eine klare Mehrheit (64 Prozent) Menschen muslimischen Glaubens vorurteilsfrei positiv. Allerdings können Christen (92 Prozent), Juden (84 Prozent), Buddhisten (81 Prozent) und Konfessionslose (88 Prozent) auf höhere Sympathiewerte zählen.

weiterlesen

Rund 20 Strafanzeigen wegen Erdogan-Gedicht

Nach seinem in der ZDFneo-Sendung „Neo Magazin Royale“ verlesenen Schmähgedicht über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan droht dem Satiriker Jan Böhmermann Ärger mit der deutschen Justiz.

evangelisch.de

Bei der Staatsanwaltschaft Mainz gingen bislang bereits rund 20 Strafanzeigen ein, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit: „Die bereits eingegangen und mutmaßlich noch eingehenden weiteren Anzeigen werden alle in einem Ermittlungsverfahren zusammengeführt und bearbeitet.“ Ermittelt werde wegen des Verdachts auf eine strafrechtlich relevante Beleidigung von Vertretern ausländischer Staaten.

Kein Strafverlangen der Türkei

Die Mainzer Staatsanwaltschaft versuche zu klären, ob seitens der Türkei oder von Erdogan persönlich ein Strafverlangen gestellt worden sei. Nur dann könnte die Beleidigung des türkischen Präsidenten in Deutschland juristisch verfolgt werden. Der Paragraf 103 des Strafgesetzbuchs sieht für die Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter oder Regierungsvertreter eine Geld- oder eine bis zu dreijährige Freiheitsstrafe vor. „Zur Sicherung der Beweise wird beim ZDF ein Mitschnitt der Sendung angefordert werden“, teilte Keller mit. Nach Angaben des Justizministeriums muss das Auswärtige Amt prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Strafverfolgung vorliegen. Nach epd-Informationen liegt dort kein Strafverlangen der türkischen Regierung vor.

weiterlesen

Volker Leppin über Martin Luther: Allmähliche Plötzlichkeit

Lutherjahr

Neues Denken in alten Bahnen: Volker Leppin untersucht Martin Luthers mystische Wurzeln.

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Im kommenden Jahr dann großes Reformationsjubiläum. Es ist zwar unklar, ob es am 31. Oktober 1517 in Wittenberg überhaupt zu einem Thesenanschlag durch Martin Luther kam, wahrscheinlich eher nicht. Aber das Datum hat sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt, also gibt es seit 2007 die „Luther-Dekade“, den veranstaltungsreichen und finanzintensiven Jubiläumsanlauf, und den 31. Oktober 2017 als landesweiten Feiertag.

Dabei mag die fröhliche Geschäftigkeit schnell verdecken, dass heftig umstritten ist, was man unter Reformation überhaupt verstehen soll, wer Luther war, welche Rolle er spielte. War die Reformation ein „Bruch“ mit dem Mittelalter? Ein „Neuanfang“? Oder ein Prozess „allmählicher Transformation“?

weiterlesen

Pistole „Ideal Conceal“: Dieses Smartphone kann Menschen erschießen

Waffe als Smartphone, Smartphone als Waffe: Die „Ideal Conceal“. (Foto: dpa)
  • Amerikaner können bald Pistolen kaufen, die wie Smartphones aussehen.
  • Waffengegner und Polizisten warnen vor fatalen Folgen.
  • An den Vorschriften wird der Verkauf nicht scheitern.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

Die besten Einfälle kommen den Menschen auf dem Klo, die dubiosesten Einfälle auf dem Weg dorthin. Kirk Kjellberg ging gerade zur Restaurant-Toilette, als ein kleiner Junge sein Pistolenhalfter sah und laut „Mami, Mami, der Mann hat eine Pistole!“ schrie.

„Früher wäre das keine große Sache gewesen“, erzählt Kjellberg – in seiner Heimat Minnesota ist das verdeckte Tragen von Waffen wie im Rest der USA erlaubt. „Aber bei den Nachrichten heute sind die Menschen etwas ängstlicher.“ Und so kam dem 53-Jährigen die Idee, eine Pistole zu entwickeln, die Kinder nicht erschreckt, weil sie harmlos aussieht.

weiterlesen

Kosmischer Radioblitz: Ortung falsch?

Das Parkes Radioteleskop fängt einen kosmischen Radioblitz ein (Illustration) © Swinburne Astronomy Productions
Falsch interpretiert? Erst vor wenigen Wochen hatten Astronomen erstmals die Quelle eines der mysteriösen Radioblitze ausfindig gemacht – so glaubten sie jedenfalls. Jetzt jedoch wecken weitere Beobachtungen Zweifel an ihrer Ortung. Denn das vermeintliche Nachglühen ist wahrscheinlich nur der Strahlenjet eines massereichen Schwarzen Lochs – und hat daher nichts mit dem Radioblitz zu tun, berichten zwei US-Astronomen.

scinexx

Ende Februar 2016 meldeten Astronomen einen wichtigen Durchbruch bei der Erforschung der noch immer rätselhaften Fast Radiobursts. Mit Hilfe des Parkes Radioteleskops in Australien war es ihnen gelungen, einen dieser nur wenige Millisekunden kurzen Radioblitze live einzufangen. Mehrere Tage lang registrierten die Forscher zudem ein schwächer werdendes Nachglühen, das ihnen erstmals die Lokalisierung der Quelle von FRB 150418 in einer sechs Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie ermöglichte.

weiterlesen

NSU-Mord: Minister Al-Wazir entschuldigt sich für Staatsversagen

Der stellvertretende hessische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat für das Versagen des Staates bei der Aufklärung der NSU-Mordserie um Entschuldigung gebeten.

evangelisch.de

Die Gefahr, die von der rechtsradikalen Szene ausging, sei unterschätzt und die Täter zu lange nicht entdeckt worden, sagte er am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung zum 10. Todestag des Mordopfers Halit Yozgat in Kassel. Hinzu komme noch, dass durch die Ermittlungen die Angehörigen der Ermordeten ein zweites Mal zum Opfer gemacht worden seien.

Andenken wach halten

Al-Wazir rief die rund 400 Bürger, die zum Gedenken auf dem nach dem Mordopfer benannten Halitplatz erschienen waren, dazu auf, der Hetze gegen Flüchtlinge, Migranten und Minderheiten täglich neu entgegenzutreten. „Aus Worten können Taten werden“, sagte er. Das Andenken an Halit Yozgat müsse wachgehalten werden, damit sich solche Dinge nicht wiederholten.

weiterlesen

Bundesverwaltungsgericht erlaubt Eigenanbau von Cannabis zu Therapie-Zwecken

Sollte der Eigenanbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt sein? (Foto: dpa)
Die Richter entscheiden damit in letzter Instanz über einen jahrelangen Streit.

Von Wolfgang Janisch | Südeutsche.de

Seit anderthalb Jahrzehnten kämpft ein schwer kranker Mann vor Gericht um eine Erlaubnis zum Cannabis-Anbau – nun hat das Bundesverwaltungsgericht ihm Recht gegeben. Weil die Pflanzen für seine medizinische Versorgung notwendig seien und keine bezahlbare Alternative zur Verfügung stehe, müsse ihm das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte den Cannabis-Anbau im heimischen Badezimmer ausnahmsweise erlauben.

Der heute 52-Jährige leidet seit 1985 an Multipler Sklerose. Seine Motorik ist gestört, stehen, gehen, sprechen, alles ist schwierig. Doch bald hatte er festgestellt, dass Cannabis Krämpfe löst und Schmerzen stillt. Und weil seine Rente von knapp 900 Euro nicht reicht – Cannabis aus der Apotheke würde ihn 1500 Euro monatlich kosten -, kämpft er um eine Erlaubnis zum Eigenanbau. 2005 hatte ihm immerhin das Amtsgericht Mannheim bescheinigt, dass ihm wegen der Pflanzungen im heimischen Badezimmer keine Strafe wegen Drogenbesitzes drohe – der Anbau sei „gerechtfertigt“, weil es für ihn keine Therapiealternative gebe.

weiterlesen

Zionismus: Theodor Herzl

Zuerst wünscht sich Theodor Herzl, dass sich sein Volk in der deutschen Kulturnation auflöst. Dann wird er zum geistigen Vater des Zionismus. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Ein jüdischer Student will zur deutschen Elite gehören. Doch als der Hass gegen sein Volk wächst, wird er zum Begründer des Zionismus.

Von Markus Flohr | ZEIT ONLINE

Theodor Herzl hebt den Säbel. Er ist gerade 21 geworden und steht vor seinem ersten Fechtkampf bei der Albia, einer deutschen Burschenschaft in Wien. „Achtung! – Los!“ ruft der Unparteiische. Herzls Klinge surrt durch die Luft, der erste Hieb sitzt.

An diesem Abend wird bei der Albia gesoffen und gesungen: Lieder über Deutschland, Heldenmut und Freiheit. Herzl ist durch den Kampf soeben vom Fuchs zum Burschen aufgestiegen. Doch nicht allen Jungs der Albia gefällt das, denn Herzl ist Jude. Er hätte sich eine liberale Burschenschaft suchen können, aber er wählte die deutschnationale Albia. Für ihn ist sie der Inbegriff deutscher akademischer Kultur. Herzl selbst sieht sich als Deutscher. Ginge es nach ihm, soll sich das Judentum der christlichen Mehrheit anpassen, die in Deutschland und Österreich-Ungarn vorherrscht. Je mehr die Juden ihre Traditionen ablegten, desto mehr Rechte bekämen sie in der Gesellschaft, glaubt Herzl. Am besten also, findet er, wenn sich sein uraltes Volk in der deutschen Kulturnation auflöst.

Nie scheint Herzl weiter weg zu sein von dem, was ihn Jahrzehnte später weltberühmt machen wird, als in diesen Tagen: Herzl wird einmal Tausende Juden inspirieren: Er wird der Vater des Zionismus werden, der jüdischen Befreiungsbewegung, die zur Gründung des Staates Israels führt.

weiterlesen

The Ashes of Long-Dead Stars Have Been Found on Earth’s Seafloor

Der Katzenaugennebel
Der Katzenaugennebel
Millions of years ago, multiple stars located some 325 light years from the Earth burst into spectacular supernovae. Though our planet was well beyond the 30-light-year kill zone of these explosions, stellar shrapnel was blown out with such force that it dusted the Earth with radioactive iron-60 isotopes centuries later.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Now, in new research published Wednesday in Nature, two international teams of scientists report that this isotopic signature has been discovered in 120 core samples extracted from the Pacific, Atlantic, and Indian Oceans. The find offers concrete proof that the fallout of ancient supernovae has been deposited on Earth, and may have even influenced our planet’s recent geological and biological history.

“It is now possible to ask key questions with some precision,” said Adrian Melott, an astrophysicist at the University of Kansas, in a Nature statement on the new studies. “For example, could these supernovae have had substantial effects on Earth’s climate and organisms—and perhaps even a role in human evolution?”

weiterlesen