Ernst Haeckel – der deutsche Darwin

Ernst Haeckel, Bild:Phyletisches Museum. barb.:bb

Zoologe, Künstler, Philosoph, Freidenker: Ernst Haeckel ermöglichte Einblicke in die Kunstfertigkeit der Natur, verbreitete Darwins Evolutionstheorie und entwickelte daraus eine eigene Philosophie. Er vertrat Theorien, die die Nazis aufgriffen – und andere, die ihn zum „Vater der Ökologie“ machten.

Von Andrea Westhoff | Deutschlandfunk

Es waren nicht die großen, bekannten Tiere, die das Interesse des Zoologen Ernst Haeckel weckten, sondern winzige Strahlentierchen, sogenannte „Radiolarien“, Kalkschwämme, Korallen – mit bloßen Auge oft kaum zu sehen, oder „Medusen“, buntschillernde Quallen, mit Worten schwer zu beschreiben.

„Denkt Euch einen zierlichen schlanken Blumenstock, dessen Blätter und bunte Blüten durchsichtig wie Glas sind, und der sich in den zierlichsten und lebhaftesten Bewegungen durch das Wasser schlängelt, einzelne Individuen einer Art, welche die Gestalt eines reich verzierten Ritterhelmes besitzt.“

Glücklicherweise besaß Ernst Haeckel auch großes künstlerisches Talent. Er fertigte Hunderte von prachtvollen Zeichnungen und Aquarellen dieser geheimnisvollen Tiefseeschönheiten an und machte damit wiederum die Biologie „populär“: Seine Sammlung „Kunstformen der Natur“ fehlte im letzten Jahrhundert in kaum einem bildungsbürgerlichen Haushalt; und sie hat eine ganze Kunstrichtung geprägt, den Jugendstil.

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Gegen Hetze und Ausgrenzung: Wir brauchen ein neues Miteinander!

Eine Kundgebung gegen rechte Gewalt im Juni in Berlin Bild: dpa

Momentan kommt es täglich zu Angriffen auf Menschen, weil sie als anders wahrgenommen werden – zum Beispiel auf Juden oder Muslime. Damit muss Schluss sein. Wir brauchen mehr als abgespulte Solidaritätsbekundungen. Ein Gastbeitrag.

Von Raed Saleh, Yehuda Teichtal | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vor zehn Tagen wurde ich, Rabbiner Yehuda Teichtal, gemeinsam mit meinem Kind auf der Straße bespuckt und auf Arabisch beschimpft, weil wir Juden sind. Vor genau einem Jahr wütete ein brauner Mob vor dem Restaurant „Schalom“ in Chemnitz, schmiss Steine und brüllte Hassparolen.

Kurz vor Weihnachten 2017 pöbelte ein gut gekleideter älterer Herr einen jüdischen Restaurantbesitzer in Berlin-Schöneberg an: „Was wollt Ihr hier nach 1945?“ Dann das Unerträgliche: „Alle wieder zurück in eure blöden Gaskammern.“ In Berlin-Prenzlauer Berg wurde vor nicht langer Zeit ein Jude von einem syrischen Flüchtling mit dem Gürtel ausgepeitscht, weil er Kippa trug.

Alle diese Vorfälle waren erschreckend und haben einen öffentlichen Aufschrei provoziert. Es gab breite Berichterstattung, Lichterketten, Gedenkminuten, Solidaritätsbekundungen. Und dann war so lange Ruhe, bis es zum nächsten Vorfall kam. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Betroffenheitsroutine verfallen.

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Islamische Seelsorge mit Widersprüchen

Muslimische Vereine betätigen sich zunehmend in der Krankenseelsorge. Fachleute kritisieren fehlende Standards und die teilweise Nähe zum Fundamentalismus.

Jens Bayer-Gimm | evangelisch.de

„Die Globalisierung ist in der Seelsorgebewegung angekommen“, sagt der Studienleiter am Zentrum Seelsorge und Beratung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Bernd Nagel. Auch in Deutschland fragen muslimische Patienten in Krankenhäusern oder Hospizen nach einem Seelsorger. Islamische Ausbildungsinstitute sprießen aus dem Boden, wie die Seelsorge Akademie Wuppertal, das Mannheimer Institut für Integration und interreligiöse Arbeit e.V. oder das Institut für kultur- und religionssensible Bildung und Beratung (Inkurs) in Offenbach.

Gemeinsam ist ihnen: Sie entwickeln ihre eigenen Kurse, Standards müssen erst noch gefunden werden. „Muslime sollen Muslime ausbilden“, sagt Rabia Bechari. Die gelernte Bankkauffrau hat 2011 zur ehrenamtlichen Krankenhausseelsorge umgesattelt und zwei Kurse der Klinischen Seelsorge-Ausbildung (KSA) des evangelischen Zentrums Seelsorge und Beratung besucht. Bechari hat 2017 „Inkurs“ in Offenbach mitgegründet und leitet es zusammen mit Inhaber und Geschäftsführer Hamid El Jazouli und Ausbildungsleiter Ahmed Douirani. „Das Institut entwickelt ein Konzept, was muslimische Patienten brauchen“, erklärt sie.

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CO2-Steuer? Steuer auf Fleisch?

Grafik: TP

Aber so einfach ist das mit dieser Steuer nicht, denn CO2 ist ein Gas. An den Endverbraucher gelangt es nur, wenn es mit Druck in prickelnde Getränke hineingepumpt worden ist: Mineralwasser, Limonade und Energy-Drinks. Ins Bier und in den Sekt gelangt die Kohlensäure durch natürliche Gärung. Im Vergleich zum Verbrennungsprodukt CO2 sind diese Mengen natürlich lächerlich gering. Eine direkte Besteuerung des Gases ist mit der CO2-Steuer wohl auch nicht gemeint.

Rob Kenius | TELEPOLIS

Von der Parole zur Realisierung

Es soll der Ausstoß von CO2 aus Schornsteinen und Auspuffrohren besteuert werden und der ist äußerst vielseitig und umfangreich, weil CO2 bei fast jeder Verbrennung entsteht: in Kraftwerken, Heizanlagen, Verbrennungsmotoren. Eine Ausnahme bildet die Verbrennung von Wasserstoff, bei der nicht CO2, sondern Wasser entsteht.

Den Ausstoß von CO2 beim Einsatz fossiler Brennstoffe kann man aber nicht direkt besteuern, weil die Mengen sich von Staats wegen nicht leicht bestimmen lassen. Doch die Chemie legt quantitativ fest, wie viel CO2 bei der Verbrennung eines bestimmten Materials entsteht. Man wird also das Brennmaterial besteuern, Heizöl, Diesel, Benzin, Kohle, Erdgas, Braunkohle.

Doch gleich tauchen skeptische Fragen auf. Soll man Holz ebenfalls besteuern oder Bio-Diesel? Oder besser gleich die produzierte Elektrizität? Der Strom aus der Steckdose wird am Ende durch eine CO2-Steuer in jedem Fall teurer, wenn fossile Brennstoffe besteuert werden, weil die Stromerzeuger ihre Kosten auf die Endverbraucher abwälzen. Sie werden die CO2-Steuer auf den Endpreis draufschlagen. Der Stromverbraucher zahlt dann für den Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energie und obendrein für das immer noch erzeugte CO2. Und die Energiekonzerne machen weiter satte Gewinne.

Wie soll die CO2-Steuer also realisiert werden? Es besteht wie immer die Gefahr, dass Ministerien unter Leitung bekannter Parteigrößen ein hochkompliziertes Gesetz vorlegen, das von Experten und Lobbyisten gestrickt wurde und glatt durch das Parlament geht, bis sich dann nach zwei oder drei Jahren herausstellt, dass dieses Gesetz in der praktischen Anwendung nicht den gewünschten Effekt bringt, nämlich den CO2-Ausstoß zu verringern.

Zwischen der Parole CO2-Steuer und dem Ziel Reduzierung der Treibhausgase steht ein Umsetzungsverfahren, das noch niemand überschaut. Da muss viel verhandelt, abgewogen, geplant, formuliert, mit Wahlprogrammen abgestimmt und verwässert werden.

Steuern mit Steuern

Das Ziel ist und bleibt, mit einer Steuer die Energiewirtschaft und den Konsum so zu steuern, dass die Erdatmosphäre und die Umwelt besser weg kommen und dass die Erzeuger und Verbraucher sich bewusster und disziplinierter verhalten, weil sie finanziell belastet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es aber ein besseres Modell: Eine Steuer, die nicht erst neu zu schaffen und schwierig zu definieren ist. Wie wäre es mit einer Steuer, die bereits existiert und dann die Erzeugung und Emission von CO2 als Sonderfall enthält. Im Klartext: Man kann die erprobte Mehrwertsteuer als eine generelle Verbrauchssteuer so erweitern, dass sie eine gesonderte CO2-Steuer überflüssig macht und die gewünschten Ziele im Umweltschutz nicht nur durch Belastung von CO2, sondern auf sehr vielfältige Weise erreicht.

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Wie Haie grün leuchten

Grün leuchtender Katzenhai © David Gruber/ iScience

Faszinierendes Leuchten: Viele Katzenhaie leuchten grün – aber nur für ihre Artgenossen. Denn für uns ist dieses Farbenspiel unsichtbar. Das Geheimnis hinter diesem Leuchten haben nun Forscher aufgedeckt. Demnach sorgen kleine Moleküle in der Haut der Fische für ihre Biofluoreszenz. Das Spannende: Es handelt sich um eine bisher völlig unbekannte Gruppe von Fluoreszenzmolekülen, die die Haie sogar vor mikrobiellen Infektionen schützen könnte.

scinexx

Von grün, über rot bis hin zu orange: Viele Organismen senden unter bestimmten Bedingungen ein geisterhaftes Leuchten aus. Die Spanne reicht von Chamäleons über Gleithörnchen bis hin zu vielen Pflanzen. Aber auch etliche marine Lebewesen besitzen die Fähigkeit zur Biofluoreszenz. Trifft blaues Licht im Wasser auf ihre Haut, regt es dort Moleküle an, die das Licht dann in anderen Wellenlängen zurückstrahlen – zum Beispiel im grünen oder roten Spektrum.

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Umstrittene Evangelikale im Wedding: Wie sich die „Universalkirche“ in Berlin einkaufen will

Hinter dem „Hilfszentrum“ im Wedding steckt die „Universalkirche des Königreichs Gottes“.Doris Spiekermann-Klaas

Gegen den Willen der Stadt möchte die „Universalkirche des Königreichs Gottes“ eine bekannte Immobilie übernehmen. Ein alter Vertrag könnte sie stoppen.

Von Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

An diesem Sonntag braucht Pastor Ulices Vidal keine elf Minuten, um in seinem Gottesdienst auf das Geld zu sprechen zu kommen. Er fragt, ob alle Anwesenden den gelben Umschlag griffbereit haben, in dem sie gleich ihre Scheine nach vorn bringen sollen. Zehn Prozent von allem, was sie seit dem letzten Mal eingenommen haben. Die zehn Prozent seien „Pflicht, also nicht freiwillig“. Gott verlange es so.

Optisch würde Pastor Vidal mit der blauen Krawatte und weißem Hemd gut hinter den Schalter einer Bankfiliale passen. Minutenlang predigt er über die Notwendigkeit des Geldgebens, nennt es einen Akt der Treue gegenüber Gott, vergleichbar mit einer Ehe, in der man von seinem Partner doch ebenfalls Treue erwarte.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, stellt Ulices Vidal noch einmal klar, dass die Spenden der zehn Prozent aber bitte nicht zu verwechseln sind mit jenen Geldspenden, die später noch als zusätzliche „Opfergaben“ eingesammelt werden. Für die Opfergaben sind dann die weißen Briefumschläge vorgesehen.

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Die Perseiden kommen: Höhepunkt Dienstag nächste Woche

109P/Swift-Tuttle heißt der Komet, der uns alljährlich die Perseiden beschert. Foto: iStock

Die Beobachtungsbedingungen sind in diesem Jahr nicht optimal, in den frühen Morgenstunden gibt es aber dennoch gute Chancen

DERSTANDARD

Der alljährliche Meteorstrom der Perseiden steht bevor: In diesem Jahr erreicht der Sternschnuppenregen am Dienstag, 13. August sein Maximum. Da jedoch nur zwei Tage später bereits Vollmond sein wird, ist die Sicht vom Licht beeinträchtigt. In Europa fällt der Hauptakt des Meteorstroms außerdem in die Tagstunden. Trotzdem gibt es viele Chancen zur Beobachtung.

Blick auf Perseus

Das Maximum wird 13. August zwischen 4.00 und 17.00 Uhr erreicht werden, wie es auf der Homepage der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) heißt. Damit sind die frühen Morgenstunden am Dienstag der aussichtsreichste Zeitpunkt, um tatsächlich Sternschnuppen in relativ hoher Frequenz sehen zu können. Gegen 4.00 Uhr früh könnte die Anzahl der Meteore bei rund 110 pro Stunde liegen.

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Türkei verschärft Internet-Kontrolle

Themenbild. Bild: Latuff Cartoons

In der Türkei müssen Medienanbieter künftig eine Lizenz für das Internet kaufen. Der „Oberste Rundfunk- und Fernsehrat“ will auf diese Weise Inhalte im Netz noch stärker kontrollieren.

Von Bernd Niebrügge | tagesschau.de

Seit über zwei Jahren kämpft Baris Altintas von der „Media and Law Studies Association“ (MLSA), für die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien und ordentliche Gerichtsverfahren in der Türkei – unterstützt von der EU und einer deutschen Stiftung. Vielen angeklagten Journalisten wie Ahmet Altan oder Deniz Yücel stellt die Menschenrechtsorganisation Rechtsbeistand zur Seite.

Doch jetzt sorgt sich Altintas: „Die Regierung will mit der neuen Verordnung zur digitalen Medienüberwachung den Druck auf die Meinungsfreiheit im Netz erhöhen. Am Ende kann sie jeden treffen: Journalisten, Publizisten, YouTuber, Blogger, also jeden, der kontinuierlich Inhalte streamt oder veröffentlicht.“ Darunter fielen auch Nutzer von Instagram oder Facebook, so Altintas.

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PR oder Journalismus?

Screenshot aus dem ARD-Video

Die ARD-Story zur Bertelsmann-Studie: „Krankenhäuser schließen – Leben retten“

Julia Engelhard, Florian Rötzer | TELEPOLIS

Scharfe Kritik an der ARD. Mit dem Filmbeitrag „Krankenhäuser schließen – Leben retten?“ soll der beitragsfinanzierte öffentlich-rechtliche Sender Werbung für die Studie der Bertelsmann Stiftung betrieben haben. Was ist dran an dem Vorwurf?

Am 15. Juli veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung im Rahmen ihres Projekts „Neuordnung Krankenhaus-Landschaft: Weniger ist mehr“ eine Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass durch einen radikalen Abbau von Krankenhäusern eine gleich gute, wenn nicht bessere Patientenversorgung zu erreichen sei. Exakt am selben Tag sendet die ARD um 20:15 Uhr ihren Filmbeitrag „Krankenhäuser schließen – Leben retten?“.

Der Film wird z.T. sehr scharf kritisiert: Von „Werbefilm“ und „Kampagnenjournalismus“ ist in den ARD-Kommentarspalten die Rede. Ein Zuschauer schreibt: „Als TV-Journalist bin ich über meine Kollegin und ihre Redaktion entsetzt, wie unkritisch sie die Bertelsmann-Studie übernehmen. […] Ist das dann Faulheit? Naivität? Schlampige Recherche oder gar schon Propaganda, Verzeihung, Marketing?“

Über die Autorin des Beitrags heißt es im Begleittext zum WDR-Morgenecho-Interview mit ihr, sie sei ARD-Medizinjournalistin und habe für die ARD die Hintergründe der Studie recherchiert. Nur so viel schon an dieser Stelle: Diese Information reicht nicht aus.

Zunächst aber zur ARD-Doku selbst. Tatsächlich verfolgt diese ein klares Argumentationsziel: Krankenhäuser schließen, rettet Leben. Zu dieser Einsicht soll der Zuschauer v.a. mithilfe der folgenden 3 Überzeugungstechniken geführt werden.

1. Turnaround-Argumentation (Argumentationsumkehr)

Das zunächst am Beispiel von Bürgerprotesten angeführte Hauptargument gegen Krankenhausschließungen „Gefährlichkeit“ (Gefährdung der gesundheitlichen Versorgung) wird schrittweise anhand von Patientenschicksalen und zahlreichen Expertenkommentaren umgewandelt in das stärkste Argument für die Schließung von Krankenhäusern: Gefährlich, ja sogar lebensgefährlich sei die Beibehaltung von kleinen Krankenhäusern. Denn aufgrund des Mangels an Pflegekräften, Apparaten und Erfahrung seien hier die Komplikations- und Sterblichkeitsrisiken weitaus höher.

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Der Mond soll Bewohner haben – und sie kommen von der Erde

Quelle: Getty Images/Science Photo Libra/STEVE GSCHMEISSNER/SCIENCE PHOTO

Die im April bei der Mondlandung verunglückte Raumsonde „Beresheet“ soll die ersten Bewohner auf den Erdtrabanten gebracht haben: Es sind Bärtierchen. Nun äußern Experten eine Vermutung, wie es ihnen im Weltraum ergehen könnte.

Von Paula Leocadia Pleiss | DIE WELT

Möglicherweise hast du dir die ersten Mondbewohner als kleine, grüne Aliens vorgestellt – oder gar als Menschen. Ganz bestimmt hast du aber nicht an die mikroskopisch kleinen, runzeligen Bärtierchen gedacht. Doch genau die sind es, die jetzt den Mond bewohnen könnten.

Im April war eine israelische Raumsonde auf der Mondoberfläche zerschellt. Und diese Sonde mit dem Namen „Beresheet“ hatte Tausende der weniger als einen Millimeter großen Bärtierchen an Bord.

Die Idee, sie ins All zu schicken, kam laut Informationen des Technikmagazins „Wired“ von dem amerikanischen Unternehmer Nova Spivack. Er gründete gemeinsam mit einem Kollegen 2015 die Stiftung Arch Mission, die es sich zum Ziel gemacht hat, menschliches Wissen zu konservieren und im Weltraum zu verbreiten.

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Ein bisschen Verzicht reicht nicht

Torfbrand in Indonesien. Feuchtgebiete sind wichtige Kohlenstoffspeicher. Trocknen sie aus, wird es gefährlich.(Foto: dpa)

Der Weltklimarat beurteilt den Zustand der Erde als katastrophal. Noch gibt es Auswege, falls alle handeln – und sich einschränken.

Von Hanno Charisius | Süddeutsche Zeitung

Es steht nicht gut um die Erde, das geht aus dem jüngsten Bericht des Weltklimarats deutlich hervor. Die Expertinnen und Experten haben sich intensiv mit den Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und dem Klimawandel beschäftigt. Weltweit stehen Böden, Wälder und Feuchtgebiete vor allem durch die Nahrungsmittelproduktion unter enormem Druck. In vielen Regionen droht Wassermangel, es besteht akute Waldbrandgefahr, einst fruchtbare Weiden verwandeln sich in Wüsten, der Permafrost schmilzt und Ernten sind auch nicht mehr sicher. Das macht Angst. Und es macht wütend: auf die Menschen, die es so weit haben kommen lassen, sich selbst eingeschlossen, und auf die, die noch immer „Ja, aber …“ sagen, wenn es um Klimaschutz geht.

So muss man zuschauen, wie der Regenwald in Brasilien immer schneller abgeholzt wird, wie neue Kohlekraftwerke und immer irrsinnigere Autos gebaut und Feuchtgebiete trockengelegt werden. Wo sogar halbwegs aktuelle Schulbücher noch arktischen Permafrost verorten, brennt es seit Wochen auf riesigen Flächen, weil dort eine Rekordhitzewelle wütet, die vielleicht nicht menschengemacht ist, aber doch durch sein Zutun viel wahrscheinlicher wurde. Auf solche Unterscheidungen legen die Klimaforscher Wert.

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Russische Kriegsschiffe vor deutscher Haustür

Dieses Foto der russischen Streitkräfte soll offenbar vom Manöver „Ocean Shield 2019“ stammen. Im Hintergrund könnte das deutsche Flottendienstboot Oste zu sehen sein. Bild: Mil.ru

Die Baltische Flotte führt eines der größten Seemanöver ihrer Geschichte durch. Der deutschen Küste kommt sie dabei überraschend nah.

Von Lorenz Hemicker | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die russische Marine gibt die Zahl der bei der bis zum 9. August anberaumten Übung „Ocean Shield“ eingesetzten Schiffe und Boote mit 69 an, darunter auch große Landungsschiffe. Hinzu kommen 58 Flugzeuge von Marine und Luftwaffe. Die Zahl der beteiligten Soldaten wurde mit 10.634 beziffert.

Sollten die Angaben korrekt sein, würde es sich damit um eines der bislang größten Seemanöver der russischen Streitkräfte in der Ostsee handeln. Der russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge sei es den amphibischen Schiffen der baltischen Flotte gelungen, einen simulierten gegnerischen Luftangriff zurückzuschlagen und Angriffstruppen auf unwegsamem Gelände zu landen.

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Katholische Kirchensteuereinnahmen mit neuem Rekordhoch

Bild: tilly

Die katholische Kirche in Deutschland verliert immer mehr Mitglieder, im vergangenen Jahr ist die Zahl der Austritte dramatisch angestiegen. Dennoch gab es in 2018 ein neues Rekordhoch an Kirchensteuereinnahmen. Die aktuellen Zahlen und Gründe nennt die Deutsche Bischofskonferenz in einer neuen Arbeitshilfe.

katholisch.de

Die Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche in Deutschland sind 2018 erneut leicht gestiegen. Trotz sinkender Mitgliederzahl gab es mit 6,643 Milliarden Euro ein neues Rekordhoch, wie aus der am Donnerstag von der Bischofskonferenz in Bonn veröffentlichten Broschüre „Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2018/19“ hervorgeht. 2017 hatte die katholische Kirche 6,427 Milliarden Euro Kirchensteuern verzeichnet.

Hauptgrund für den Trend ist die positive Lage am deutschen Arbeitsmarkt und der damit verbundene Anstieg der Lohn- und Einkommensteuer. Millionen von Mitgliedern der evangelischen wie der katholischen Kirche zahlen einen Mitgliedsbeitrag an ihre Kirchen, der als Kirchensteuer bezeichnet wird.

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Existierten Viren schon vor 290 Millionen Jahren?

Diese verwachsenen Wirbel legen nahe: Schon in der Permzeit könnten virale Erreger umgegangen sein. © Yara Haridy/ Museum für Naturkunde Berlin

Spannender Fund: Forscher haben den bislang frühesten Hinweis auf die Existenz von Viren entdeckt. In 289 Millionen Jahre alten Wirbeln eines eidechsenähnlichen Tiers stießen sie auf Anzeichen einer Knochenerkrankung, die stark der sogenannten Paget-Krankheit ähnelt. Dieses Leiden wird gängiger Annahme nach von viralen Erregern verursacht – der Fund ist damit der älteste indirekte Beleg für Viren in der Erdgeschichte.

scinexx

Ob Aids, Pocken oder Ebola: Viele der großen Seuchen und tödlichsten Krankheiten wurden und werden von Viren verursacht. Diese winzigen Lebensformen existieren seit Menschengedenken und befielen möglicherweise sogar schon die Dinosaurier. Doch wann sich die ersten Viren genau auf unserem Planeten entwickelten, ist bis heute unklar.

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Schafft die Evangelische Kirche den Sonntagsgottesdienst ab?

Vorbereitung des Abendmahls im Berliner Dom © Rolf Zoellner (epd)

Ein Sonntag ohne Gottesdienst? Die Evangelische Kirche in Deutschland hat ihren Gemeinden empfohlen über den Fortbestand des Sonntagsgottesdienstes nachzudenken. Wäre das auch in der Katholischen Kirche denkbar?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihren Gemeinden jüngst in einer Studie empfohlen, über den Fortbestand des Sonntagsgottesdienstes offen zu diskutieren. Für viele sei der traditionelle Sonntagsgottesdienst – so das Ergebnis der Studie – nicht mehr attraktiv.

Wäre die Frage, ob es den Sonntagsgottesdienst überhaupt noch braucht, für manche katholische Regionen auch denkbar?

Msgr. Robert Kleine: Also, wenn wir grundsätzlich den Sonntagsgottesdienst in Frage stellen würden – und für uns in der katholischen Kirche bedeutet das ja zunächst einmal die Eucharistiefeier – dann würden wir am Kern unseres Glaubens vorbeileben.

DOMRADIO.DE: Aber das scheint die Evangelische Kirche ja anders zu sehen. Wird die Bedeutung des Gottesdienstes da unterschiedlich wahrgenommen?

Msgr. Kleine: Ich will mich jetzt gar nicht abgrenzen gegen den evangelischen Gottesdienst sondern mal schauen: Was bedeutet es denn für uns? Jesus ist am Sonntag auferstanden. Das war der erste Tag der Woche, der normale Arbeitstag. An diesem ersten Tag ist er den Jüngern erschienen und dann haben die jungen christlichen Gemeinden sich am „Herrentag“ getroffen. Dieser Sonntag wurde zum Tag, an dem man der Auferstehung Jesu gedachte. Der Sonntag ist dann in den christlich geprägten Ländern zum freien Tag geworden. Muslime haben den Freitag, die Juden den Samstag und die Christen den Sonntag. Und an dem wird traditionell Gottesdienst gefeiert.

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Jakarta droht zu versinken: Indonesien will die Hauptstadt auf die Insel Borneo verlegen

Indonesien will seine Hauptstadt auf die Insel Borneo verlegen und die Regierung sowie das Parlament aus Jakarta abziehen. Dies kündigte Präsident Joko Widodo am Donnerstag auf Twitter an.

Neue Zürcher Zeitung

Damit nehmen die Pläne, über die schon länger spekuliert wird, langsam Gestalt an. Ziel der Regierung ist es, bis 2024 eine neue Hauptstadt zu haben. Dann geht die zweite Amtszeit des kürzlich wiedergewählten Präsidenten zu Ende.

Als neuer Regierungssitz sind vor allem die Provinzstädte Palangkaraya und Balikpapan im Gespräch. Beide liegen auf Borneo, der drittgrössten Insel der Welt. Jakarta befindet sich an der Nordwestküste der Insel Java. Dort hatte es erst vor wenigen Tagen wieder ein schweres Erdbeben gegeben.

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„Regenbogen-Seuche“: Polnische Bischofskonferenz verurteilt Homosexualität als „Ideologie“

Krakaus Erzbischof Marek Jedraszewski hatte in der vergangenen Woche von einer „Regenbogen-Seuche“ gesprochen. Jetzt gab die Bischofskonferenz in Polen eine Erklärung ab – und fordert Politiker auf, sich gegen die Einführung der Homo-Ehe zu wehren.

katholisch.de

Die katholische Kirche in Polen hat sich erneut gegen eine Legalisierung der Homo-Ehe ausgesprochen und Homosexualität als Ideologie verurteilt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz in Polen, Stanislaw Gadecki, bezeichnete homosexuelle Menschen in einer am Donnerstag in Warschau veröffentlichten Erklärung als „Brüder und Schwestern“, sagte aber gleichzeitig, dass die Achtung vor bestimmten Menschen nicht „zur Akzeptanz einer Ideologie“ führe, die darauf abziele, die sozialen Gewohnheiten und zwischenmenschliche Beziehungen zu revolutionieren.

Der Bischof appellierte an polnische Parlamentarier, sich gegen Pläne zur Einführung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare „zu wehren“, heißt es in der Erklärung weiter. Anlass für die Erklärung waren Äußerungen des Krakauer Erzbischofs, Marek Jedraszewski, der in der vergangenen Woche von einer „Regenbogen-Seuche“ gesprochen hatte.

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