Berlin: Debatte ums Kreuz an der Schlosskuppe

Die Kuppel auf dem Humboldt-Forum, noch ohne Kreuz.Foto: AFP
Der Neubau des Stadtschlosses sorgt schon länger für Kritik. Die erntet nun auch der Plan, auf der Kuppel ein Kreuz zu errichten.

Von Thomas Loy | DER TAGESSPIEGEL

Die Kuppel über dem Humboldt-Forum soll ihre historische Gestalt zurückerhalten – samt Figurenschmuck, goldener Laterne und Kreuz. Das hatte der Geschäftsführer des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, vor einer Woche angekündigt. Doch jetzt formiert sich Widerstand. Die Stiftung Zukunft Berlin findet, das Kreuz passe nicht zum offenen, die Kulturen der Welt (und damit auch Religionen) „ohne Hierarchisierung“ präsentierenden Humboldt-Forum. „Es soll ein Haus für alle werden. Unterm Kreuz? Das klingt nach 19. Jahrhundert und nach christlicher Leitkultur“, erklären Eckhardt Barthel und Herbert Wiesner, Leiter der AG Humboldt-Forum in der Stiftung Zukunft.

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Kongo: Anhänger befreien christlichen Sektenführer

Polizeieinsatz in der Nähe von Nsemis Wohnhaus in Kinshasa, Bild vom 3. März 2017 – REUTERS
In der Demokratischen Republik Kongo haben Anhänger einer christlichen Sekte deren Anführer aus dem Gefängnis befreit. Wie die Regierung mitteilte, konnten bei dem Angriff in der Hauptstadt Kinshasa auch 50 weitere Häftlinge entkommen.

Radio Vatikan

Ne Muanda Nsemi war im März nach mehreren Zusammenstößen seiner Anhänger mit der Polizei festgenommen worden. Der selbsternannte Prophet führt die „Bundu dia Kongo“-Bewegung und wird vor allem im Südwesten des Kongos unterstützt. Sein Ziel ist es, das jahrhundertelang bestehende Königreich Kongo wieder einzuführen.

Nach der Attacke auf das Gefängnis waren einige junge Männer in der Nähe von Nsemis Haus in Kinshasa festgenommen worden. Im größten Gefängnis von Kinshasa waren neben dem Sektenführer auch prominente Oppositionelle und Soldaten wegen des Mordes am früheren Präsidenten Laurent Kabila inhaftiert. Sie sollen aber nicht entkommen sein, erklärte der Justizminister des Landes.

 

Gülle enthält resistente Keime – auch in Deutschland

Mit der Gülle gelangen jede Menge reisitente Keime in die Umwelt – auch hier bei uns © Ingram Publishing/ thinkstock
Gülle als Resistenzschleuder: Auch bei uns in Deutschland gelangen durch Gülle aus der Tierhaltung große Mengen resistente Bakterien in die Umwelt, wie ein Test der Umweltorganisation Greenpeace belegt. Bei 68 Prozent der Gülleproben aus deutschen Schweineställen wiesen die Tester multiresistente Keime nach, in 79 Prozent der Proben fanden sich Antibiotika-Rückstände – und das, obwohl der Antibiotika-Einsatz in der EU-Tierhaltung eigentlich limitiert ist.

scinexx

Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen wird immer gravierender. Erst kürzlich wiesen Forscher nach, dass in China bereits ganze Küstengebiete mit resistenten Bakterien verseucht sind, aber auch bei uns in Europa steigt die Zahl der multiresistenten Keime. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt sogar schon vor einem postantibiotischen Zeitalter und hat kürzlich erst eine „Fahndungsliste“ der gefährlichsten „Superkeime“ veröffentlicht.

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Liebespaar in Mali zu Tode gesteinigt

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban

Islamisten haben im westafrikanischen Mali ein Liebespaar zu Tode gesteinigt. Die Extremisten warfen der Frau und dem Mann vor, als Unverheiratete gegen die Scharia verstoßen zu haben, wie die Behörden in der Region Kidal im Nordosten des Landes mitteilten.

Kleine Zeitung.at

Es ist die erste bekannte Steinigung eines Paares seit rund fünf Jahren.

Die Behördenvertreter teilten mit, die Täter hätten zwei Löcher in den Boden gegraben und die Frau und den Mann gezwungen, sich hineinzulegen. Dann hätten vier Menschen das Paar gesteinigt. Sie hätten dies mit „einem Verstoß gegen das muslimische Gesetz“ begründet.

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Aktivisten: China verbietet Hundefleisch-Verkauf auf Festival

Im Kampf gegen ein umstrittenes Hundefleisch-Festival in China haben Tierschützer einen Erfolg ihrer jahrelangen Proteste im In- und Ausland verbucht.

Frankfurter Rundschau

Wie die Tierschutzorganisationen Duo Duo und Humane Society International erklärten, wird die Stadt Yulin es Restaurants, Straßenständen und Markthändler in diesem Jahr verbieten, Hundefleisch während des Festes zu verkaufen. Tausende Hunde und auch Katzen wurden seit dem ersten Schlachtfest 2009 getötet. Tierschützer sagen, die Vierbeiner würden vergiftet oder zu Tode geprügelt.

Fessenheim: Das Dorf, das Europa erpresst

AKW Fessenheim. Foto: Florival fr / CC BY-SA 3.0
Da von Macron nicht zu erwarten ist, das gefährliche AKW Fessenheim stillzulegen, muss die Bundesregierung handeln – Ein Kommentar

Von Detlef zum Winkel | TELEPOLIS

Nach der erfreulichen Wahl von Emmanuel Macron diskutiert die Öffentlichkeit auf beiden Seiten des Rheins eifrig über einen Beitrag, den die Bundesrepublik leisten könne und müsse, um den neuen Präsidenten vor einem Scheitern zu bewahren. Denn das würde Marine Le Pen und ihrem Front National noch mehr Auftrieb verschaffen.

Von Europas letzter Chance ist die Rede, die man auf keinen Fall verstreichen lassen dürfe. Sollen die Deutschen mehr investieren, mehr konsumieren, weniger exportieren? Brauchen wir ein Eurobudget, einen Euro-Finanzminister und Eurobonds? Wie kann eine nachhaltige Zusammenarbeit aussehen? Es empfiehlt sich ein Blick auf die Grenzregion, das gute alte Elsass. Angesichts seiner konfliktreichen Geschichte, die in ein gutnachbarliches Verhältnis mündete, sollte es eigentlich ein europäisches Musterländle sein. Ist es aber nicht.

In den beiden rheinischen Départements bekam der proeuropäische Macron nur 61% der Stimmen im zweiten Wahlgang, während es Marine Le Pen auf überdurchschnittliche 39% brachte. Im Haute-Rhin war der Abstand mit 59% zu 41% noch etwas geringer. Während Macrons Bewegung En Marche in Städten wie Straßburg, Colmar, Mulhouse sensationell gut abschnitt, triumphierte Le Pen auf dem Land, in kleinen Kommunen und in den Vogesen.

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EU: Mit „nuklearer Option“ gegen Ungarn

EU-Fraktionen wollen ein Rechtsstaatsverfahren vorbereiten. Die EU-Kommission droht wegen der Nichteinhaltung der Flüchtlingsvereinbarung mit dem nächsten Vertragsverletzungsverfahren

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Ungarn stand in den letzten Wochen durch eine Reihe von politischen Maßnahmen in der Kritik, zuletzt durch das neue ungarische Hochschulgesetz und durch das Gesetz zu Transitzonen für Asylsuchende. Auch die im Herbst vergangenen Jahres gescheiterte Volksabstimmung Ansiedlung „nicht-ungarischer Bürger“ kam bei der EU nicht wirklich gut an. Kein Wunder war ihre Fragestellung doch auch gegen die Europäische Union gerichtet.

Immer wieder wird von Kritikern der nationalistischen, „illiberalen Demokratie“ (Orbans Rede, August 2014) darauf verwiesen, dass dies doch schlecht vereinbar sei: eine Politik, die im grundsätzlichen Konflikt mit Vorgaben der EU stehe, und zugleich das Ausschöpfen von Vorteilen der Gemeinschaft. Als Kritiker mit der schärfsten Forderung tat sich der Luxemburgische Außenminister Asselborn hervor, der im vergangenen Jahr forderte, dass Ungarn „vorübergehend oder notfalls für immer aus der EU ausgeschlossen“ werde, weil dort „massiv Grundwerte der Europäischen Union verletzt“ würden.

So deutlich ist die Resolution, über heute im europäischen Parlament verhandelt wird, nicht. Aber sie geht in diese Richtung. Laut einem Tagesschau-Bericht sind sich Sozialdemokraten, Grüne, Linke und Liberale einig: „Diesmal soll Viktor Orban nicht so einfach davonkommen.“

Sie drohen, wie es die Tagesschau formuliert mit der „Atombombe“ unter allen möglichen Strafmaßnahmen, nämlich mit einem Verfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrages. Darin geht es um die „eindeutige Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der in Artikel 2 genannten Werte durch einen Mitgliedstaat“. Gemeint sind Werte wie „Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte“.

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Vatikanischer Familienbischof: Weite Verbreitung von Gender in Schulen

Bild: FB

Kurienerzbischof Paglia zitiert zustimmend das Papstwort der „ideologischen Kolonisierung“ durch Gender.

kath.net

Die immer weitere Verbreitung des Schulunterrichts im Sinne des Gendermainstreaming wurde vom „Familienbischof“ des Vatikans, Kurienerzbischof Vincenzo Paglia, kritisiert. Im Interview mit der italienischen Ausgabe von „Radio Vatikan“ sagte der Großkanzler des Päpstlichen Ehe- und Familieninstituts „Johannes Paul II.“ am Rande einer UNO-Tagung zum Thema Familie: „Eines der Themen, die auf internationalen Ebene diskutiert werden, ist die Genderfrage.“ In diesem Zusammenhang habe der Papst darauf hingewiesen, es sei eine Sache, bei Person mit entsprechenden Tendenzen zu sagen, dass diese Menschen immer begleitet gehen sollten. Doch es sei eine andere Sache, dass Schulunterricht in der Line des Gendermainstreaming bemacht werde, um „die Mentalität zu ändern“. Paglia zitierte hier das Wort des Papstes, der dies bereits mehrfach eine „ideologische Kolonisierung“ genannt hat. Die deutsche Ausgabe von „Radio Vatikan“ berichtete: Ohne die Familie gibt es keine Kultur, so fasst Paglia die Bedeutung der Familie zusammen. Mit Blick auf die Auswüchse der so genannten „Gender-Theorie“ erläuterte Paglia weiter, dass es ohne die natürliche Unterscheidung zwischen Mann und Frau auch keine Familie geben könne.

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In einem Sikh-Tempel will Boris Johnson mehr Whisky-Importe nach Indien

Boris Johnson (im orangen Turban). – (c) imago/i Images (Andrew Parsons / i-Images)
Der britische Außenminister setzte sich ausgerechnet in einem Sikh-Tempel für mehr Whisky-Importe nach Indien ein.

Die Presse.com

Der für seine verbalen Ausrutscher bekannte britische Außenminister Boris Johnson hat am Mittwoch seinem Ruf alle Ehre gemacht, als er sich ausgerechnet in einem Sikh-Tempel für mehr Whisky-Importe nach Indien einsetzte. Wann immer sie Verwandte in Indien besuchten, bringe er aus dem Duty Free-Shop Johnnie Walker mit, da der Einfuhrzoll auf Schottischen Whisky 150 Prozent betrage, sagte Johnson während eines Wahlkampfauftritts im südwestenglischen Bristol.

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Tyrannosaurus knackte selbst dicke Knochen

Mächtige Kiefer, scharfe Zähne: Der Schädel eines Tyrannosaurus ist gewaltig. © David Monniaux / CC-by-sa 3.0
Enorme Bisskraft: Der Tyrannosaurus rex konnte die dicken Knochen selbst großer Beutetiere problemlos knacken – seine Bisskraft reichte dafür locker aus. Denn der Raub-Dinosaurier übte mit jeder seiner Zahnspitzen eine Kraft aus, die dem Gewicht von rund 30.000 Kilogramm pro Quadratzentimeter entspricht, wie ein biomechanisches Modell nahelegt. Der T. rex konnte damit selbst die dicken Knochen eines Triceratops aufbrechen, so die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“.

scinexx

Der Tyrannosaurus rex war einer der größten Fleischfresser der Kreidezeit. Der bis zu sieben Tonnen schwere Raubdinosaurier konnte zudem ziemlich schnell rennen und besaß Zähne so scharf wie Steakmesser. Doch ob seine Bisskraft ausreichte, um beispielsweise die Knochen großer Pflanzenfresser zu knacken oder ob er eher Jungtiere fraß, blieb bisher strittig.

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Protest gegen Schmähskulptur „Judensau“ an Wittenberger Stadtkirche

Judensau am Südostflügel der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikipedia.org/PD/
Mit einer stillen Mahnwache und großen Bannern auf dem Marktplatz haben am Mittwoch in Wittenberg etwa 60 Menschen gegen die mittelalterliche Schmähskulptur „Judensau“ an der Wittenberger Stadtkirche protestiert.

evangelisch.de

Die Initiatoren, ein „Bündnis zur Abnahme des Reliefs im Reformationsjahr 2017“, fordern, dass das 700 Jahre alte Steinrelief noch in diesem Reformationsommer von der Außenwand der Kirche entfernt und in einem Museum aufgestellt wird. Das historische Relief zeigt eine Sau, an deren Zitzen Juden säugen. Mit den sogenannten Judensauen wurden im Mittelalter Gläubige der jüdischen Religion verhöhnt.

Die Organisatoren des Protestes, der Leipziger Pfarrer Thomas Piehler und Joela Krüger von der Evangelischen Marienschwesternschaft in Darmstadt, wollen die Mahnwachen zunächst bis zum 21. Juni wöchentlich fortsetzen. Der Antisemitismus von Reformator Martin Luther (183-1546) dürfe nicht länger „in Stein gehauen“ bleiben, sagte Piehler. Das Festhalten an der dargestellten „Judensau“ wäre ein „tragisches Fehlsignal an die Gesellschaft und für unsere jüdischen Mitbürger“.

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Luthers Thesen bringen mehr als eine Million Euro

Luthers 95 Thesen zum Ablasshandel bringen sind auch 500 Jahre später immer noch ein Verkaufsschlager, der richtig viel Geld einbringt. Und auch die Verkaufspreise der anderen Werke des Bestsellerautors Martin Luther können sich sehen lassen.

evangelisch.de

Ein Exemplar der ersten Buchausgabe von Martin Luthers berühmten 95 Thesen zum Ablasshandel aus dem Jahr 1517 ist am Dienstag in Königstein für 1,1 Millionen Euro versteigert worden. Der nur knapp zwei Wochen nach der Veröffentlichung der Thesen bei Adam Petri in Basel erschienene Druck sei an einen Bieter aus Übersee gegangen, sagte Dirk Krah vom Auktionshaus Reiss & Sohn dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Schätzpreis hatte 150.000 Euro betragen. Die wenigen weiteren Exemplare der Erstausgabe befänden sich alle in privater Hand und seien im Handel „praktisch unauffindbar“, sagte Krah. An der Versteigerung hätten sich zwei Personen im Saal und fünf am Telefon beteiligt.

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Zehn Jahre für Glyphosat

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat soll für zehn weitere Jahre zugelassen werden – so will es die EU-Kommission. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Frankfurter Allgemeine

Die EU-Kommission will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zulassen und treibt damit Umweltschützer auf die Barrikaden. Eine Kommissionssprecherin betonte aber am Mittwoch, dass es zunächst nur ein Vorschlag sei und eine Debatte mit den EU-Mitgliedsstaaten geführt werden solle. Man suche eine Lösung, die möglichst große Unterstützung habe, sagte sie.

Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten.

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41 Andenken an die Wehrmacht gefunden – und jetzt?

Symbolbild.
Verteidigungsministerin von der Leyens Kasernen-Razzien bringen wenig Erkenntnisse. Die Arbeit des MAD dagegen schon: Der Dienst untersucht seltsame Waffendiebstähle und Kontakte von Franco A. zur Identitären Bewegung.

Von Thorsten Jungholt | DIE WELT

Das Ergebnis lautet 41. Das ist die Zahl der Wehrmachtsandenken, die bei der von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angeordneten Durchsuchung sämtlicher Kasernen und Liegenschaften der Bundeswehr gefunden wurden. Die deutschen Streitkräfte unterhalten knapp 400 Standorte, an denen rund 250.000 Mitarbeiter arbeiten.

Wie die Ministerin dem zuständigen Ausschuss des Bundestags am Mittwoch mitteilte, habe man Wandbilder und Münzen mit Wehrmachtsmotiven aufgestöbert. In einem Fall habe es sich dabei nicht um historische Münzen gehandelt. Ein Logistikbataillon habe Gedenkmünzen mit fragwürdigen Motiven eigens prägen lassen und sie zu offiziellen Anlässen verliehen.

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ARD-Film „Gift“: Schmutzige Pillen bringen den Tod

© diwafilm GmbH Sie kommt dem Skandal auf die Spur: Julia Koschitz spielt die Interpol-Agentin Juliette Pribeau.
Ein ARD-Themenabend über gefälschte Medikamente beleuchtet einen verborgenen Skandal: Weltweit blüht der Handel mit gefährlichen Präparaten. Was sie anrichten, zeigt der Film „Gift“.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine

Ein Blick, so leer und verloren wie der vermeintliche Sieg, den sie errungen hatte: Die integre Interpolagentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) hat dank des Whistleblowers Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) einen weltweit agierenden Händlerring auffliegen lassen, der gefälschte Medikamente in Umlauf bringt. Doch am Ende sitzt sie düpiert der falsch spielenden Pharmalobbyistin Vera Edwards (Maria Furtwängler) gegenüber, die in ihrer Antrittsrede als oberste Aufsichtsbehördenchefin jede höhere Moral gegen die Wand laufen lässt und den dunklen Mächten in der Gesundheitsbehörde zum Triumph verhilft.

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Nein, Frauen in Saudi Arabien haben jetzt nicht mehr Rechte

Foto: Walter Callens / CC BY 2.0
Das Königreich betreibt PR und die Medien sind zu Diensten. Sie melden, dass Vormundschaftsregeln für Frauen gelockert würden

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Die Meldung von der Lockerung des Vormundschaftssystems zog kürzlich ihre Galerierunden, erst erschien sie auf einer saudischen Regierungswebsite und dann in Medien weltweit – nicht der einzige Fall, in dem Medien kritiklos die PR-Mitteilungen des saudischen Königshauses abschreiben.

Als Angela Merkel Ende April dem saudischen König Salman bin Abdulaziz einen Besuch abstattete, hätten Medien viel Anlass zu Kritik gehabt: die neusten Waffendeals mit dem Königreich, die tausenden Toten im Jemen, die Unterstützung von Islamisten weltweit, die Verfolgung von Regimekritikern im Land. Doch größere mediale Aufregung löste nur eine Sache aus, die Haare der Kanzlerin. Oder besser: die nicht zu sehenden Haare.

Eine arabische Satire-Zeitung hatte in Anspielung an den Schleier-Zwang im wahhabitischen Gottesstaat die Haare Angela Merkels verpixelt. Erst verbreitete sich das Foto tausendfach in sozialen Netzen, dann beeilten sich Medien weltweit richtigzustellen, dass es sich dabei um eine Fälschung handelte.

Eine andere Nachricht über die Rolle von Frauen in Saudi Arabien wurde dagegen nicht klargestellt oder korrigiert. Und das, obwohl ihr Ursprung nicht weniger fragwürdig ist als die verpixelten Haare der Kanzlerin: „Saudi Arabiens König lockert Vormundschaftsregeln für Frauen“, meldete die Washington Post. Der britische Independent schrieb: „Saudi Arabien lässt Frauen ohne männliche Zustimmung arbeiten und studieren.“ Newsweek-Leser erfuhren, dass der saudische König Salman „einen Schritt in Richtung Frauenemanzipation im Königreich gegangen“ sei.

In Deutschland informierte unter anderem der Spiegel Online-Ableger Bento darüber, dass „Saudi-Arabien überraschend seine Frauengesetze gelockert hat.“ Und selbst die Frauenzeitschrift Brigitte freute sich über einen „kleinen Schritt in die richtige Richtung!“. Dort wie in dutzenden anderen Artikeln erfährt der Leser dann Folgendes:

Frauen dürfen in Zukunft in Krankenhäuser gehen und staatliche Angebote wie Sozialleistungen nutzen, ohne die Vormundschaft zu fragen. Schon bald wird es saudi-arabischen Frauen möglich sein, Universitäten ohne Erlaubnis des Mannes zu besuchen. Eine weitere wichtige Errungenschaft: Frauen dürfen zukünftig arbeiten gehen – ebenfalls ohne Genehmigung des Mannes.

Brigitte

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Apostel Zdarsa: Politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte

Offizielles Portraitfoto von Konrad Zdarsa. Bild: wikipedia.org/CC BY 3.0 Bernd Müller

Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hat zur AfD (Alternative für Deutschland) eine deutlich differenzierte Sicht als so manche seiner Bischofskollegen

kath.net

Deutlich andere Töne als von verschiedenen Kirchenvertretern zur Partei AfD (Alternative für Deutschland) gab es am Wochenende vom Augsburger Diözesanbischof Konrad Zdarsa. Bei einer Diskussion mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich über Glaube und Politik meinte Zdarsa laut Bericht der „Augsburger Allgemeinen“, er glaube, dass ein glaubwürdig gelebtes christliches Leben von immenser Sprengkraft sei. „Ich würde mich aber hüten, in ein parteipolitisches Horn zu blasen.“

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Berliner Polizei soll Akte Anis Amris manipuliert haben

Das Fahndungsfoto, mit dem nach dem Tunesier Anis Amri gesucht wurde. (Foto: dpa)
Der Attentäter vom Breitscheidplatz hätte vor dem Anschlag verhaftet werden können. Womöglich haben Mitglieder des LKA hinterher versucht, ihr Versäumnis zu vertuschen. Nun hat der Berliner Senat Anzeige erstattet.

Von Jens Schneider | Süddeutsche.de

Der Attentäter Anis Amri hätte in den Monaten vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz mit einem Haftbefehl festgenommen werden können. Im Herbst 2016 gab es nach Angaben des Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) aufgrund der Telefonüberwachung Amris hinreichend Gründe für einen Haftbefehl wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln. Dies ist den Behörden jetzt aufgrund der Recherchen eines Sonderermittlers bekannt geworden.

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Former Israeli spymasters rip into Trump, say Israel must reassess intel sharing

Former head of the Mossad, Shabtai Shavit, attends a press conference organized by ‚Commanders for Israel’s Security‘ in Tel Aviv on January 15, 2017. (Miriam Alster/Flash90)
Ex-Mossad head Shavit: US president is like a ‘bull in a china shop… If tomorrow I were asked to pass information to the CIA, I would do everything I could to not pass it to them’

By Judah Ari Gross | The Times of Israel

A former chief of the Mossad spy agency fired off harsh criticism at Donald Trump in an interview with The Times of Israel on Wednesday, saying his actions put international information-sharing efforts at risk, in light of reports that the US president divulged classified intelligence to Russia last week. And a second former head of the agency said in a radio interview that Israel should punish Trump over the affair.

Meanwhile, Israeli officials worked to cool tensions with promises of continued security cooperation.

Shabtai Shavit, who led the Mossad in the 1990s, said that were he in charge of the intelligence organization today, he would not be inclined to share more information with his American counterparts.

“If tomorrow I were asked to pass information to the CIA, I would do everything I could to not pass it to them. Or I would first protect myself and only then give it, and what I’d give would be totally neutered,” Shavit told The Times of Israel in a phone interview.

“If some smart guy decides that he’s allowed to leak information, then your partners in cooperation will be fewer or just won’t be at all,” he warned.

On Monday, The Washington Post reported that Trump revealed “code word”-level intelligence — one of the highest levels of secrecy in the US — during a meeting with Russian Foreign Minister Sergey Lavrov and Russian Ambassador to the US Sergey Kislyak earlier this month.

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