Potsdam: Religionen auf dem Rückzug

Der Potsdamer Religionswissenschaftler Johann Hafner. Foto: UP/Karla Fritze
Der Religionswissenschaftler Johann Hafner von der Universität Potsdam hat das Wirken religiöser Gemeinschaften in Potsdam untersucht. Das Seminarprojekt erstreckte sich auf alle Religionen sowie den Graubereich der Esoterik und Lebenshilfe.

Von Jan Kixmüller | Potsdamer Neueste Nachrichten

Religiöse Glaubensgruppen befinden sich gegenwärtig in der Stadt Potsdam auf einem Rückzug. Der Religionswissenschaftler Johann Ev. Hafner von der Universität Potsdam hat diese Tendenz zum Einigeln bei einer Untersuchung von Religionsgemeinschaften in der Stadt festgestellt. Die Zurückgezogenheit erklärt vor allem Hafner historisch. Bereits in Preußen hatten Katholiken und Alt-Lutheraner nur wenig Einfluss. Hinzu komme, dass im 19. Jahrhundert der Kirchgang in der Region seltener erfolgte als etwa in Bayern. Die Zeit des Nationalsozialismus und der folgende Sozialismus hätten ihr übrigens getan.

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Soziologin: Konfessionslose sind oft nicht strikt atheistisch

Die meisten Konfessionslosen in Europa sind nach Ansicht der britischen Religionssoziologin Linda Woodhead nicht strikt atheistisch eingestellt. „Die Gruppe derjenigen, die keiner organisierten Religion angehören, wächst zwar in vielen europäischen Ländern“, sagte die Hans-Blumenberg-Gastprofessorin am Montagabend am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. Damit gehe jedoch nicht eine genauso stark wachsende Ablehnung von Glauben und Spiritualität einher.

kathpress

So folgten nur 13 Prozent der Konfessionslosen in Großbritannien dem „Neuen Atheismus“ des Evolutionsbiologen Richard Dawkins, so die Professorin. Auch zeigten nur 42 Prozent der konfessionslosen Briten die Überzeugung, es gebe keinen Gott. Gut 16 Prozent von ihnen halten die Existenz Gottes oder einer höheren Macht sogar für sicher oder wahrscheinlich, sagte Woodhead.

„An die Stelle kirchlicher Bindung treten mehr und mehr individualistische und synkretistische Religionsformen“, erläuterte die Religionssoziologin. Rund ein Viertel der Konfessionslosen pflege im privaten Bereich eigene spirituelle Praktiken. „Wer sich heute in England oder Deutschland beerdigen lassen will, bekommt viele christlich-säkulare Mischformen geboten.“ Dies sei inzwischen „normal“.

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Sitzplätze für Obama auf dem Kirchentag sofort ausgebucht

US-Drohne. Bild: DoD
Die Sitzplätze für die Veranstaltung mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama auf dem evangelischen Kirchentag waren so schnell ausgebucht wie das Konzert eines Superstars.

evangelisch.de

Zwei Minuten nachdem die Anmeldung am Mittwochvormittag auf der Internetseite des Kirchentags freigeschaltet wurde, habe man schon keine Wünsche mehr entgegennehmen können, sagte eine Sprecherin des Christentreffens am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch ohne Sitzplatz haben Teilnehmer aber Zutritt zu der Veranstaltung.

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Schweres Gerät für Syriens Kurden

Kämpfer der syrischen Kurden fahren zusammen mit US-Streitkräften in gepanzerten Fahrzeugen in der Nähe des syrischen Dorfes Darbasiyah. (Foto: AFP)
  • Die USA wollen die syrischen Kurden mit Maschinengewehren und Panzern versorgen.
  • Die syrischen Kurden gelten als sehr erfolgreich im Kampf gegen den IS.
  • Die Türkei, enger Verbündeter der USA, ist über die Entscheidung verärgert: Sie betrachtet die syrischen Kurden als Terroristen.

Von Moritz Baumstieger | Süddeutsche.de

Die US-Regierung will die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat kämpfenden syrischen Kurden mit schweren Waffen versorgen. Das gab Dienstagabend das Pentagon bekannt und nannte Lieferungen von Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen.

Die von Kurden dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben sich als effektivste Kämpfer gegen den IS erwiesen, sie erhielten schon bisher auf halboffiziellem Wege Ausrüstung. Inzwischen kontrollieren sie weite Teile Nordsyriens und haben sich Raqqa, der inoffiziellen Hauptstadt des IS, auf wenige Kilometer genähert.

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Streit spitzt sich zu: Das Kreuz mit der AfD auf dem Kirchentag in Berlin

Vom 24. bis 28. Mai 2017 findet der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg statt. Foto: picture alliance / Jörg Carstensen
Darf sie kommen oder darf sie nicht? Die Organisatoren des Evangelischen Kirchentags haben lange überlegt, ob die AfD bei ihnen in Berlin mitdiskutieren darf oder nicht. Dass sie die Frage letztlich mit „Ja“ beantwortet haben, passt einigen Gläubigen nicht. Mehr als 1500 Menschen haben auf der Website der Initiative „Keine AfD auf dem Evangelischen Kirchentag“ unterschrieben.

Berliner Zeitung

Sie wollen nicht, dass die Bundessprecherin der Christen in der AfD, Anette Schultner, am Himmelfahrtstag zusammen mit dem Berliner Bischof Markus Dröge und der Publizistin Liane Bednarz auf einem Podium sitzt.

Verhältnis zwischen Kirchen und AfD ist angespannt

Die geplante Diskussion ist Teil einer Gesprächsreihe, die sich „Streitzeit“ nennt. Das passt. Denn das Verhältnis zwischen den beiden großen Kirchen und der rechtspopulistischen Partei ist schon seit Beginn der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 äußerst angespannt. In den vergangenen Wochen hat sich der Streit noch einmal zugespitzt, nachdem sich Kirchenvertreter an Protesten gegen die AfD beteiligt hatten. Hauptstreitpunkt ist die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

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Blaue Briefe sprechen Evangelen heilig

Kirchenpräsident Volker Jung. Foto: Arne Dedert (dpa)
Mit einem Brief will die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Leistungsgesellschaft kritisieren. Dafür spricht sie ihre 1,6 Millionen Kirchenmitglieder heilig.

Von Steven Miksch | Frankfurter Rundschau

Dieser Brief soll überraschen und durchaus auch irritieren. Mit der zehnten Auflage ihrer Impulspost schickt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) momentan eine Million himmelblaue Sendungen in die Briefkästen der protestantischen Haushalte. „Wir sind uns bewusst, dass die Botschaft auch Leute bedrängen oder empören kann“, sagt Kirchenpräsident Volker Jung.

Doch die Kirche wolle nicht verletzen oder bewusst provozieren, vielmehr soll der Brief zum Nachdenken und vielleicht auch zum Reden anregen. „Wir wollen die Menschen mit diesem kleinen Brief in Bewegung bringen“, erklärt Jung. Der Glaube solle mit einem Überraschungseffekt an den Küchentisch gebracht werden. Auf der Front der Mitteilung steht „Sie sehen gut aus!“. Innen sind Aussagen wie „Sie sind wertvoll!“ und „Sie werden gebraucht!“ zu lesen. Dann aber mit handschriftlichen Gedanken versehen, die manch ein Betrachter dabei wohl hegt: „Ha ha ha – guter Scherz!“ oder „Glaub ich nicht.“. Ganz am Schluss ist die zentrale Aussage „Sie sind heilig!“ zu sehen. Denn mit dem Brief will die EKHN allen ihren 1,6 Millionen Kirchenmitgliedern die Heiligkeit augenzwinkernd zusprechen.

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Satanistischer Angriff auf Christus-Reliquie in spanischem Kloster

Die Reliquie ist der Überlieferung nach das Tuch, mit dem die Heilige Veronika Jesus auf seinem Weg zum Kreuz das blutende Antlitz trocknete – Überall in der Kirche wurden satanische Symbole entdeckt

kath.net

Die spanische Polizei ermittelt in einem buchstäblich teuflischen Fall von Vandalismus: Unbekannte Täter haben satanistische Botschaften an einer Reliquie Jesu im Kloster von Santa Faz in Alicante hinterlassen.

Das Verbrechen wurde am Morgen des 7. Mai entdeckt: Ein Priester fand auf das bruchsicheres Glas, welches die Reliquie schützt, die Zahl 666 und ein umgedrehtes Kreuz geritzt. Der Versuch, das Glas aufzubrechen, scheiterte.

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Freiwilligendienste – Mal kurz die Welt retten

© Picture-Alliance „Voluntourism“ heißt die Kombination aus Freiwilligenarbeit und Tourismus. Die vier Jugendlichen bauen Häuser im südafrikanischen Kapstadt.
Nach dem Abitur arbeiten viele Jugendliche in afrikanischen Ländern in Waisenhäusern als Helfer oder bauen Schulen auf. Das schadet oft mehr, als dass es nutzt.

Von Bettina Wolff | Frankfurter Allgemeine

Die Kinder beäugten die junge Frau verwirrt. Das war also die neue Freiwillige. Doch die Kleinen verstanden nicht, warum sie eine Schwarze vor sich sahen. Sind Helfer nicht immer weiße Menschen? Die Neue passte nicht in ihr Weltbild, in dem die Weißen den Schwarzen überlegen sind. „White Supremacy“ nennt sich diese Vorstellung, die sich vor allem durch die Kolonialzeit-Propaganda in der ganzen Welt tief in der gesellschaftlichen Überzeugung verankert hat. Auch hier. Die Kinder selbst waren zwar unterschiedlichster Herkunft. Doch trotzdem mussten sie alle erst einmal das Klischee der „weißen Retter“ über Bord werfen.

„Das Vermächtnis des Kolonialismus ist viel gewaltiger, als man es sich vorstellen kann“, berichtet diese Freiwillige später. Die Siebenundzwanzigjährige ist als Schwarze in einem Land aufgewachsen, das ihre Familie noch als Rhodesien erlebt hat und das heute Zimbabwe heißt. Nach dem britischen Kolonialherrn Cecil Rhodes benannt, herrschte dort Rassentrennung. Da sie sowohl Zimbabwerin als auch Britin ist, lebt sie seit der Oberstufe in England. Die junge Frau hat ein Masterstudium in Internationaler Entwicklung absolviert und später ein Freiwilligenprojekt in Bolivien geleitet.

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Rätsel um Dino-Baby „Louie“ gelüftet

Illustration eines brütenden Beibeilong-Paares. © Zhao Chuang
Chinesischer Babydrache: Dinosaurier-Embryo „Baby Louie“ wurde schon in den 1990er Jahren dank eines Presseberichts weltbekannt. Erst jetzt haben Wissenschaftler jedoch entschlüsselt, um welche Art es sich bei dem Fossil aus China genau handelt. Demnach gehört der Dino zu einer bisher unbekannten Art vogelähnlicher Saurier – und wäre als erwachsenes Tier zu einem wahren Koloss herangewachsen.

scinexx

Dank zahlreicher Fossilienfunde haben wir heute von vielen Dinosauriern eine recht gute Vorstellung: Wir wissen, wie sie aussahen, wo sie lebten und wie sie sich möglicherweise verhielten. Über den Nachwuchs der prähistorischen Riesen allerdings, können auch Experten oft nur spekulieren. Denn Funde wie die eines trächtigen Urzeit-Reptils oder die „Milchzähne“ von Baby-Dinos haben Seltenheitswert.

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Was Transsexualität mit psychischer Gesundheit zu tun hat

foto: anohni/ rough trade Das Plattencover der ehemals unter dem Namen Antony Hegarty bekannten New Yorker Künstlerin Anohni. Im Alter von 45 Jahren wurde aus dem Sänger eine Sängerin.
Bis Transsexuelle im eigenen Geschlecht ankommen, müssen sie viele Hürden nehmen

Von Christine Tragler | derStandard.at

„Eines Tages, wenn ich einmal groß bin, werde ich eine schöne Frau sein. Aber heute bin ich noch ein Kind, heute bin ich noch ein Junge.“ Das sang die New Yorker Künstlerin Anohni damals noch unter dem Namen Antony auf ihrem Album „I Am a Bird Now“ 2005. Dass sie transgender ist, daraus habe sie nie einen Hehl gemacht, sagte sie einmal in einem Interview. Und: Sie habe sich zwar selbst immer als Frau gesehen, aber nicht den Mut gehabt, andere zu bitten, sie als Frau anzusprechen. Es dauerte bis 2015, als sie im Alter von 45 Jahren auch offiziell ihren Namen wechselte. Aus dem Sänger wurde eine Sängerin.

Alltägliche Hürden

Wenn die Geschlechtsidentität und das körperliche Geschlecht nicht übereinstimmen, spricht man von Transidentität oder auch Transsexualität. Im eigenen Geschlecht anzukommen, ist für Transsexuelle ein langer Prozess. Bis dahin müssen sie viele Hürden nehmen – gesellschaftliche wie medizinische. Der Weg verläuft von Psychotherapie zur Diagnose über Hormonbehandlung bis hin zur geschlechtsangleichenden Operation, allerdings entscheiden sich nicht alle für diesen letzten Schritt.

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Trump ist für Evangelikale ein ‚Traumpräsident‘

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Diese Ansicht vertrat der Präsident der evangelikalen Liberty-Universität.

kath.net

Evangelikale in den USA haben in Donald Trump ihren „Traumpräsidenten“ gefunden. Diese Ansicht vertrat der Präsident der evangelikalen Liberty-Universität, Jerry Falwell Jr., in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News, wie IDEA berichtet. Anlass für das Interview waren Trumps erste 100 Tage im Amt.

In einer kürzlich erstellten Umfrage Ende April zeigten sich 73 Prozent der weißen Evangelikalen mit der Arbeit von Trump zufrieden, in der Gesamtbevölkerung sind es nur halb so viele. Trump sei es gelungen, die USA mit Israel zu versöhnen, nachdem die Beziehungen in den vergangenen acht Jahren unter dessen Amtsvorgänger Barack Obama gelitten hätten, sagte Falwell.

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Pakistan sperrt mehr als 12.000 Webseiten wegen Gotteslästerung

Bild: heise online
Seit Beginn der der Kampagne gegen „gotteslästerliche Inhalte“ wurden in Pakistan fast 13.000 Webseiten gesperrt, wurde nun bekannt.

heise online

Pakistans Telekommunikationsbehörde PTA hat während einer Kampagne gegen gotteslästerliche Inhalte in sozialen Medien seit April 12.968 Webseiten gesperrt. Das berichtet die Tageszeitung Express Tribune unter Berufung auf Teilnehmer einer Parlamentssitzung, bei der PTA-Mitarbeiter Bericht erstatteten. Welche Seiten betroffen waren, blieb zunächst unklar.

Mitte März hatte ein einflussreicher, konservativer Richter in Islamabad die Regierung aufgefordert, gegen anstößige Inhalte in sozialen Medien vorzugehen. Er drohte mit einem Urteil, das Facebook und andere Foren sperren würde. Ministerpräsident Nawaz Sharif hatte daraufhin das Innenministerium angewiesen, alle Seiten mit solchen Inhalten sperren und die Betreiber bestrafen zu lassen. In Pakistan kann Gotteslästerung mit dem Tod geahndet werden.

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Mit einem neuen Beschleuniger bereitet sich das Cern auf die Zukunft vor

Der Bau des neuen Beschleunigers Linac 4 dauerte fast zehn Jahre. (Bild: Cern)
Das Cern hat am Dienstag einen neuen Beschleuniger eingeweiht. Der 90 Meter lange Linac 4 soll in einigen Jahren einen älteren Vorbeschleuniger ersetzen und dem LHC dadurch noch mehr Durchschlagskraft verleihen.

Neue Zürcher Zeitung

Am Cern in Genf werden Vorbereitungen getroffen, den Large Hadron Collider (LHC) noch leistungsfähiger zu machen. Ab dem Jahr 2021 soll der Beschleuniger deutlich mehr Protonen pro Sekunde zur Kollision bringen als heute und dadurch neue Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen oder Hinweise auf noch unbekannte Elementarteilchen liefern. Einen ersten Schritt dahin hat das Cern am Dienstag mit der Einweihung des Linac 4 gemacht.

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Atomausstieg: Rechtsauffassung veraltet?

Das Forschungsschiff HELMER HANSSEN vor der Küste von Spitzbergen. Foto: Randall Hyman
Die Energie- und Klimawochenschau: Von ausnahmsweise guten Nachrichten aus der Arktis, der Fortsetzung der UN-Klimaverhandlungen und dem Streit um Brennelementelieferungen ins belgische AKW Tihange

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Manchmal gibt es auch beruhigende Nachrichten aus den Klimawissenschaften: Wissenschaftler des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel haben jetzt gemeinsam mit Kollegen US-amerikanischen und norwegischen Kollegen herausgefunden, dass die Methanquellen am Meeresboden vor Spitzbergen einen positiven Effekt haben, indem sie der Atmosphäre Treibhausgase entziehen.

Das ist alles andere als selbstverständlich und ziemlich genau das Gegenteil von dem, was die meisten Experten erwartet hätten. Denn Methan ist selbst ein starkes Treibhausgas. In der Atmosphäre entwickelt ein Methanmolekül (CH4) hochgerechnet auf einen Zeitraum von 100 Jahren die 30fache Wirkung eines Kohlendioxidmoleküls (CO2), schreiben die Kieler in einer Pressemitteilung.

Seit Jahren gibt es daher eine zunehmende Sorge wegen der großen Methan-Mengen, die am Grund der arktischen und auch anderer Meere eingefroren sind und durch die Erwärmung der Ozeane mobilisiert werden könnten. Auch auf Telepolis wurde wiederholt gefragt, welche Gefahr von diesen potenziellen zusätzlichen Treibhausgasquellen droht.

Nun hat ein Forscherteam in einer umfangreichen Messkampagne über Methanquellen vor dem norwegischen Spitzbergen festgestellt, dass ausgerechnet an der Wasseroberfläche direkt über diesen der Ozean 2.000-mal mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre absorbiert, als dort Methan umgekehrt in die Atmosphäre gelangt. „Sogar wenn man die stärkere Treibhauswirkung des Methans herausrechnet, haben wir in diesen Bereichen also eine negative Wirkung auf den Treibhauseffekt“, meint Jens Greinert, der bei Geomar forscht und lehrt und zu den Autoren der am Montag veröffentlichten Studie gehört.

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UN: Über 1.300 Flüchtlinge in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunken

Themenbild. dpa
Seit Jahresbeginn sind im Mittelmeer nach UN-Angaben mehr als 1.300 Flüchtlinge ertrunken. Von 37 Menschen, die die gefährliche Überfahrt wagten, sterbe einer, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf.

evangelisch.de

Vor einem Jahr sei statistisch nur einer von 136 Flüchtlingen ertrunken. Grund dafür sei auch, dass heute doppelt so viele Flüchtlinge auf ein Boot gezwängt würden als im vergangenen Jahr. Auch habe nur noch jedes zweite Boot ein Satellitentelefon dabei. Die Sprecherin lobte ausdrücklich Hilfsorganisationen für ihren Einsatz im Mittelmeer. Ohne sie gäbe es deutlich mehr Tote.

Die Zahl der Toten bei zwei Schiffsunglücken vom Wochenende ist unterdessen gestiegen. In der Nacht zum Freitag kamen dem UNHCR zufolge mindestens 82 Menschen ums Leben, als ein Schiff vor der italienischen Küste sank. 50 Menschen konnten gerettet und nach Sizilien gebracht werden. Bei einem Unglück vor der libyschen Küste seien am Sonntag geschätzt 163 Flüchtlinge ertrunken. Die libysche Küstenwache konnte nur sieben Passagiere retten.

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Türkei kritisiert Entscheid zu Anti-Erdogan-Plakat auf Demo in Bern

Die Türkei hat «Bedauern» und «Überraschung» über die Entscheidung der Berner Stadtverwaltung geäussert, die Veranstalter einer Demonstration in Bern von Ende März wegen eines «Kill Erdogan»-Plakats nicht zu belangen. Sie fordert die Bestrafung des Urhebers.

Neue Zürcher Zeitung

«Wir sind überrascht und bedauern, dass die Ermittlungen der Behörden zum Schluss gekommen sind, dass die Veranstalter der Kundgebung ihrer Verantwortung nachgekommen sind», erklärte das türkische Aussenministerium am Dienstag. Es warnte, die Entscheidung der Berner Behörden werde «ähnliche Verbrechen und Verbrecher in der Schweiz ermutigen». Das Ministerium forderte, «so bald wie möglich» die Schuldigen zu bestrafen.

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USA: Landkreise mit einer Lebenserwartung wie im Sudan

Bild: Karen Beate Nøsterud/CC BY 2.5 dk
Nach einer Studie nimmt in den USA nicht nur die Einkommensungleichheit zu, sondern auch der Unterschied in der Lebenswartung

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wenn es größere Einkommensunterschiede innerhalb einer Gesellschaft gibt, kann dies verkraftet werden, solange die Schere zwischen den Superreichen und den Armen nicht zu weit auseinander geht und die Menschen am unteren Ende der Einkommensverteilung nicht abgehängt werden und in Armut versinken. Kaum erträglich scheint es aber, wenn dazu noch die Lebenserwartung nicht nur um Jahre, sondern sogar um Jahrzehnte auseinanderdriftet. Das ist so zwischen Ländern, aber auch innerhalb von Ländern. Wer Pech hat und in die falsche Schichte am falschen Ort geboren wurde, kann auch in den reichen Industriestaaten damit rechnen, mitunter 20 Jahre kürzer zu leben als jemand, der in einem reichen Haushalt aufwächst (Die reichsten Engländer können 19 Jahre länger gesund leben als die ärmsten). In Deutschland kann der Unterschied bis zu 10 Jahren betragen, die jemand kürzer bzw. länger lebt (Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod ).

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Neuer NSU-Mord? Türkeistämmige Café-Betreiberin kaltblütig erschossen

Tator Café Vivo. Die Polizei ermittelt.
Ein Mordfall in Duisburg stellt die Polizei vor Rätsel. Am hellichten Tag wurde eine Türkeistämmige Café-Betreiberin in ihrem Geschäft erschossen. NSU-Watch fordert Untersuchung möglicher rassistischer Motive. Der Fall erinnere an die NSU-Morde.

MiGAZIN

Mittwochvormittag (3. Mai 2017). Um kurz vor zehn meldet ein Anrufer der Polizei eine Leiche in einer Blutlache in einem Café am Duisburger Innenhafen. Die Feuerwehr öffnet die verschlossene Eingangstüre. Der Notarzt kann nur noch den Tod der Frau bestätigen. Polizeiangaben zufolge handelt es sich um die 46-jährige Geschäftsführerin des Cafes. Brisant an diesem Fall ist: Sie erinnert an die NSU-Mordserie. Am hellichten Tag wurde eine Türkeistämmige Ladeninhaberin in ihrem Geschäft erschossen.

Die Initiative NSU-Watch fordert die Sicherheitsbehörden auf, insbesondere in Richtung Rechtsextremismus zu ermitteln. „Wir wollen jetzt sehen, dass die Polizei und die Medien aus ihren Versäumnissen im NSU-Komplex lernen und ein mögliches rassistisches Motiv des Mordes lückenlos untersuchen,“ sagt Ulli Jentsch von NSU-Watch.

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Maaßen: Deutsche müssen sich mental auf Anschläge einstellen

Oslo 22.07.2011. Themenbild

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sieht die Gefahr eines terroristischen Anschlags in Deutschland als sehr konkret an.

evangelisch.de

Die Sicherheitslage habe sich seit 2016, als es vier kleinere Attacken und das Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin gegeben habe, nicht verbessert, sagte Maaßen am Montagabend in Osnabrück: „Die Bürger müssen sich mental darauf einstellen, dass ein Anschlag passieren kann.“ Ein Indiz dafür sei, dass fast wöchentlich Terrorverdächtige irgendwo in Deutschland festgenommen würden.

Insgesamt nehme die Zahl der Extremisten seit einigen Jahren wieder zu, sagte Maaßen während einer Podiumsdiskussion auf Einladung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das gelte für solche aus dem linken, dem rechten und auch aus dem islamistischen Spektrum.

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First-Ever LSD Microdosing Study Will Pit the Human Brain Against AI

Image: MOTHERBOARD
“I found that if I was on LSD and my opponent wasn’t, I won more games.”

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Amanda Fielding used to take lysergic acid diethylamide every day to boost creativity and productivity at work before LSD, known as acid, was made illegal in 1968. During her downtime, Fielding, who now runs the Beckley Foundation for psychedelic research, would get together with her friends to play the ancient Chinese game of Go, and came to notice something curious about her winning streaks.

„I found that if I was on LSD and my opponent wasn’t, I won more games,“ Fielding told me over Skype. „For me that was a very clear indication that it improves cognitive function, particularly a kind of intuitive pattern recognition.“

An interesting observation to be sure. But was LSD actually helping Fielding in creative problem solving?

A half-century ban on psychedelic research has made answering this question in a scientific manner impossible. In recent years, however, psychedelic research has been experiencing something of a „renaissance“ and now Fielding wants to put her intuition to the test by running a study in which participants will „microdose“ while playing Go—a strategy game that is like chess on steroids—against an artificial intelligence.

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