NASA-Sonde Juno: Video zeigt Vorbeiflug am Jupiter

Seit Monaten umkreist die NASA-Sonde Juno den Jupiter, nach anfänglichen Problemen liefert sie nun nicht nur wichtige Daten für Wissenschaftler, sondern auch Fotos. Zusammengesetzt liefern die eindrucksvolle Videos von Junos Reise.

Von Martin Holland | heise online

Wenige Tage nachdem die NASA-Sonde Juno auf ihrer Umlaufbahn zum sechsten Mal den jupiternächsten Punkt (Perijovum) erreicht hat, haben Enthusiasten die dabei gemachten Fotos zu einem Video zusammengesetzt. Das zeigt – deutlich beschleunigt – den Flug der Sonde zum Jupiter und an dem Gasriesen vorbei. Der größte Planet unseres Sonnensystems erscheint dabei in einem völlig neuen Licht, wurde unser Bild von ihm doch bislang vor allem durch die Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble geprägt. Dank der Juno-Mission dürfte sich das ändern, stellt die NASA die damit gesammelten Bilder doch ins Netz und ermutigt die Öffentlichkeit, die zu bearbeiten. Das Video ist nun eines der Ergebnisse.

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UN: Mehr als 70.000 Bootsflüchtlinge erreichten 2017 Europa

Mehr als 70.000 Flüchtlinge und Migranten sind in diesem Jahr laut den UN über das Mittelmeer nach Europa gelangt. Etwa 60.000 davon gingen in Italien an Land, wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mitteilte. Seit Januar starben 1.720 Männer, Frauen und Kinder bei den gefährlichen Überfahrten in kaum seetauglichen Schlepperbooten oder werden vermisst.

evangelisch.de

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Überfahrten 2017 stark zurück, die Zahl der Toten und Vermissten blieb jedoch hoch. Von Januar bis Mai 2016 erreichten laut einer UNHCR-Sprecherin mehr als 200.000 Menschen über das Mittelmeer Europa, die meisten davon Griechenland. In diesem Zeitraum starben gemäß der Sprecherin mehr als 2.000 Menschen bei der Passage oder gelten seither als unauffindbar.

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USA: Gesetz in Texas schützt Predigten vor Zugriff der Regierung

Behörden des Bundesstaates haben kein Recht, bei Rechtsstreitigkeiten in denen sie selbst Partei sind, die Offenlegung von Predigten zu verlangen, die von Geistlichen während eines Gottesdienstes gehalten werden.

kath.net

Der US-Bundesstaat Texas hat ein Gesetz beschlossen, das es staatlichen Einrichtungen untersagt, in zivilrechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Rechtsstreitigkeiten, in denen die öffentliche Einrichtung Partei ist, die Herausgabe von Predigten zu verlangen, die von Geistlichen während eines Gottesdienstes gehalten werden.

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Tschetschenien: Schwulsein gilt als Schande

Tschetschenboss Ramsan Kadyrow (braunes Kostüm) und andere echte Mannsbilder. Foto: afp
In Tschetschenien werden Homosexuelle seit Februar systematisch verfolgt und gefoltert. Offizielle leugnen weiterhin die Existenz schwuler Tschetschenen.

Von Stefan Scholl | Frankfurter Rundschau

Folter per Elektroschock war üblich. „Der Schmerz ist brutal, du schreist, hörst auf zu verstehen, wer du bist, was du bist“, sagt eines der Opfer in einem Bericht der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW). „Wenn du wieder zu dir kommst, geht es von vorn los. Wenn sie mit dir fertig sind, versuchst du, klare Gedanken zu fassen. Aber du hörst, wie andere schreien, den ganzen Tag, irgendwann drehst du durch.“

Vor über einem Monat erschienen in Moskau die ersten Zeitungsberichte über die Jagd auf Schwule in Tschetschenien. Seitdem erhielt das Petersburger Aktivistenportal LGBT-Set über 100 Hilferufe von Homosexuellen aus der Kaukasusrepublik, es gelang, etwa 50 Betroffene in zentralrussische Städte zu bringen. Menschen- und Schwulenrechtler vermuten, ähnlich viele Gefährdete seien auf eigene Faust geflohen. Aber auch in Moskau oder Sankt Petersburg sind sie nicht in Sicherheit. Und die Bemühungen der russischen Staatsmacht, die blutige Affäre aufzuklären, halten sich in Grenzen.

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Bibel-Fundamentalismus: Konservative christliche Positionen sind nicht ‚rechtspopulistisch‘

Themenbild.
Michael Diener beim Evangelischen Kirchentag: In der pietistisch-evangelikalen Welt wird eine Homo-Ehe nicht akzeptiert werden, diese Position habe schon lange vor dem Aufkommen der Rechtspopulisten gegeben.

kath.net

Der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener, hat sich dagegen gewandt, Positionen konservativer Christen als rechtspopulistisch zu bezeichnen. Dies berichtet der evangelische Nachrichtendienst „idea“. Diener nahm am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Genderversagen?“ teil. Er stellte bei der Veranstaltung klar, dass in der pietistisch-evangelikalen Welt eine Homo-Ehe nicht akzeptiert werde und dass es diese Position schon lange vor dem Aufkommen der Rechtspopulisten gegeben habe: „Konservative Christen geraten unter dieses Etikett. Das wird ihnen nicht gerecht und ist nicht hilfreich für die Diskussion.“

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Altes Antibiotikum mit neuer Durchschlagskraft

Diese multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) sind nur ein Beispiel von vielen gegen Antibiotika resistenten Bakterien © CDC
Generalüberholung für bewährtes Antibiotikum: Forscher haben das altbekannte Medikament Vancomycin so verändert, dass es wirksamer und weniger anfällig für Resistenzen ist. Dank der Modifikationen greift das Mittel Bakterien nun auf drei unterschiedlichen Wegen an – ein Novum bei Antibiotika. Im Test tötete das modifizierte Vancomycin sogar resistente Erreger ab und war zudem deutlich aktiver als der ursprüngliche Wirkstoff. Der einzige Haken: Die Synthese des neuen Mittels ist bisher noch sehr aufwändig.

scinexx

Die besten Waffen der Medizin gegen bakterielle Erreger werden stumpf: Resistenzen gegen gängige Antibiotika nehmen weltweit zu. Viele Bakterien, darunter der Krankenhauskeim MRSA oder die ESBL-Bakterien, sind inzwischen sogar schon gegen mehrere Wirkstoffklassen immun. Angesichts dieser Entwicklung hat die Weltgesundheitsorganisation erst kürzlich eindringlich zur Erforschung von Alternativen aufgerufen.

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Experte: Religion wird heute „total instrumentalisiert“

Princeton-Lehrender Danspeckgruber: Spiritualität seit 2010 verstärkt ein Faktor der Weltpolitik – Wichtig, „nicht nur zuhören, sondern auch sprechen zu können“
Religion und Werte spielen seit den jüngsten Jahren in der Weltpolitik „eine Rolle wie nie zuvor“: Das hat Wolfgang Danspeckgruber, Leiter des Liechtenstein Institute on Self-Determination an der Princeton University, am Montag vor Journalisten in Wien dargelegt.

kathpress

Der Bereich Religion und Spiritualität würden heute „total instrumentalisiert“ und dieser Trend halte in den USA wie auch weltweit an, so der in Linz geborene Experte für Internationale Beziehungen.

Die Anschläge vom 11. September 2001 und der von der Bush-Administration offiziell nie so bezeichnete „Krieg gegen den Islam“ hätten eine Zäsur dargestellt, doch auch in den Jahren seit 2010 habe der Faktor Religion politisch enorm an Bedeutung gewonnen, so die Wahrnehmung Danspeckgrubers. Der sogenannte „arabische Frühling“, der Auftritt der Terrorgruppe ISIS oder auch die Fahrtrichtung von Russlands Präsident Wladimir Putin gehörten hier zu den markantesten Indizien für diese Entwicklung.

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Uni Siegen und ein Gebetsraum

Diese Raumteiler mit Decken dienten laut Rektorat dazu, den Raum in einen größeren, hellen Bereich für Männer und einen kleineren dunklen Bereich für Frauen aufzuteilen. Foto: TU Dortmund/Themenbild
Zum Ruhe finden, Innehalten, Meditieren und Beten sind sie gedacht: Räume der Stille an Hochschulen. Doch immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften, die sie nutzen wollen. An der Uni Siegen will man das anders machen. Aber wie?

Von Raimund Hellwig | evangelisch.de

Niemand weiß mehr so ganz genau, wo die Geschichte des Raums der Stille an der Universität Siegen beginnt: Vielleicht im Kopf von muslimischen Studierenden, die es leid waren, in einem abgelegenen Teil der Universitätsbibliothek zu beten, vielleicht auch im Kopf von Studierendenpfarrer Dietrich Hoof-Greve.  Man weiß aber ziemlich genau, wann die Diskussion um diesen Raum einen Knick bekam: Das war der Tag, an dem die Kollegen von der Universität in Dortmund unter reger Begleitung der nationalen Medien ihren Raum der Stille schlossen, weil „Nutzer den Raum wiederholt umgestaltet hatten, um eine Geschlechtertrennung vorzunehmen, was die TU Dortmund als staatliche, dem Grundgesetz verpflichtete Einrichtung nicht dulden darf.“ So stand es in einer kurzen Mitteilung auf der Homepage der TU Dortmund, verlinkt war an der Meldung ein offener Brief der Uni-Leitung. Tatsächlich hatten Muslime den Raum der Stille zu einem Gebetsraum mit Geschlechtertrennung umfunktioniert. Weibliche Besucherinnen des Raumes wurden am Eingang von männlichen Muslimen abgefangen und darauf hingewiesen, dass sie nur Zugang zu einem kleineren, abgegrenzten Raumteil hätten – der größere wiederum sei nur Männern vorbehalten. Daraufhin begann man in Siegen, über angebliche oder tatsächliche Raumbesetzungsstrategien der Muslime oder auch „Islamisten“ zu diskutieren.

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Erneuter Aufstieg von al-Qaida?

Aus der mit Bildern unterlegten Audiobotschaft von Hamza bin Laden
Angesichts des Niedergangs des Islamischen Staats baut al-Qaida Hamza, den Sohn von Osama bin Laden, zum neuen Führer auf

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Ex-US-Präsident Barack Obama hatte schon einmal erklärt, al-Qaida sei im Untergehen. 2011 hatte er einen verdeckten Einsatz von Spezialtruppen in Pakistan bewilligt, um den zwar schon nicht mehr aktiven, aber noch prominenten al-Qaida-Gründer Osama bin Laden zu töten. Die Tötungsmission, bei der auch ein Sohn von Bin Laden ums Leben kam, verursachte zwar Aufmerksamkeit, hatte allerdings auf al-Qaida keinen großen Einfluss.

Die Terrororganisation war zwar weitgehend aus Afghanistan und zeitweise auch aus dem Irak verschwunden, aber in anderen Ländern wie dem Jemen, Somalia oder Syrien, auch in Indien oder Libyen aktiv. Mit dem Arabischen Frühling verbreitete sich al-Qaida erneut im Irak und in Syrien, dort kam es allerdings zu einem Bruch mit dem Islamischen Staat, der wie schon al-Qaida im Irak unter Sarkawi noch brutaler auftrat, rigoros auch gegen Schiiten vorging und ein Kalifat errichten wollte.

Die militärischen „Erfolge“ des Islamischen Staats, der auch eine massive Propagandaarbeit machte und mit seinen ästhetisch fabrizierten Tötungs- und Vernichtungsvideos sowohl Faszination als auch Angst und Schrecken verursachte, ließen die stärker international auf die Ummah ausgerichtete al-Qaida ins Hintertreffen geraten, was sich auch im Hinblick auf Zulauf, Finanzen und Waffen zeigte. Zudem fehlte al-Qaida eine prominente Figur. Zwar lag die Führung, wenn man dies bei dem losen Netzwerk so sagen kann, bei Osama bin Ladens Vize Sawahiri, aber gegen die geheimnisvolle Präsenz und scheinbare Macht von IS-Führer al-Bagdadi kam er nicht an.

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Ramadan: Seelsorgerin wirbt um Verständnis für Muslime

Moscheekuppel bei Sonnenuntergang (Symbolfoto) © saaleha @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Soweit es mit Lehrplänen und Unternehmensabläufen vereinbar ist, sollten Lehrer und Arbeitgeber von Muslimen während des Ramadan keine Höchstleistungen abverlangen. Dafür wirbt die muslimische Seelsorgerin Zeitun.

Von Martina Schwager | MiGAZIN

Die muslimische Seelsorgerin Dua Zeitun wirbt im bevorstehenden Fastenmonat Ramadan um Verständnis für Muslime. „Man sollte in dieser Zeit, soweit es mit Lehrplänen und Unternehmensabläufen vereinbar ist, keine Höchstleistungen von ihnen fordern“, sagte Zeitun im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. Andererseits sei aber auch Mitleid nicht angebracht: „Fasten ist kein Zwang und keine Quälerei.“

Für die Muslime in aller Welt beginnt der Fastenmonat an diesem Wochenende. Auch viele der rund 4,5 Millionen Muslime in Deutschland bereiten sich derzeit darauf vor. Für meisten muslimischen Gemeinden fängt der Ramadan am Samstag an und endet am 24. Juni. Der erste Tag des dreitägigen Ramadanfestes Eid al-Fitr ist also der 25. Juni.

Diese Daten sind auf Grundlage astronomischer Berechnungen festgelegt worden. Weil der Monat im islamischen Kalender aber in dem Moment beginnt, in dem der Neumond zum ersten Mal gesehen wird, richten manche Moscheegemeinden den Beginn des Ramadan nach der Sichtung des Mondes etwa in Mekka aus. So kann das Fasten auch einen Tag vor oder nach dem festgelegten Datum beginnen.

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Klimawandel wird für Städte besonders teuer

Durch den ubranen Wärmeinsel-Effekt heizen sich Städte überproportional stark auf – das wird auch zu wirtschaftlichen Einbußen führen. © dwart/ thinkstock
Heiße und teure Zukunft: Für die Städte wird der Klimawandel richtig teuer. Denn die überproportional starke Erwärmung der Ballungsräume verursacht für sie doppelt so hohe Kosten wie für ländlichere Regionen, wie Forscher ausgerechnet haben. Bis 2050 könnte dies bei den größten Städten weltweit zu Einkommenseinbußen um bis zu zehn Prozent führen – wenn nicht durch Anpassungsmaßnahmen gegengesteuert wird.

scinexx

Drückende Hitze selbst nachts – solche Bedingungen häufen sich im Sommer vor allem in den Städten. Denn Beton und Asphalt speichern die Sonnenwärme und machen Städte wärmer als das grüne Umland. Dieser urbane Wärmeinsel-Effekt kann bis zu zehn Grad ausmachen, wie Messungen zeigen. Im Winter können Ballungsräume dadurch sogar das Klima ganzer Kontinente beeinflussen.

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Die AfD und das Problem mit dem Vizepräsidenten

Neben Bundestagspräsident Norbert Lammert gibt es derzeit sechs Vizepräsidenten. Nach der Wahl könnte ihre Zahl auf acht steigen, bis 2005 waren es noch vier. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)
  • Die große Koalition verhindert, dass die AfD den Alterspräsidenten des nächsten Bundestags stellen kann.
  • Der AfD stünde nach einem Einzug in das Parlament aber auch ein Vizepräsident zu.
  • In der Unionsfraktion wird bereits jetzt überlegt, wie man damit umgehen soll.

Von Robert Roßmann | Süddeutsche.de

Die erste Sitzung eines neu gewählten Bundestags ist normalerweise eine feierliche Angelegenheit. Der Alterspräsident eröffnet die Sitzung mit einer möglichst weisen Rede. Dann wählen die Abgeordneten in großer Eintracht ihren richtigen Präsidenten – der das Land anschließend ebenfalls mit Grundsätzlichem zur Lage der Demokratie zu beglücken versucht. Es folgt die einvernehmliche Wahl der Vizepräsidenten. Wenn der Beifall für die Erkorenen endlich verklungen ist, stehen die Abgeordneten auf, singen die Nationalhymne und gehen friedvoll auseinander. So ist es üblich. Doch in diesem Herbst dürfte die erste Sitzung des neuen Bundestags anders verlaufen. Und das liegt nicht nur am wahrscheinlichen Einzug der AfD.

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Der Tod eines Siebenjährigen zeigt die Gefahren der Homöopathie

Globuli: Kügelchen als Heilmittel? Panthermedia/Pic Leidenschaft/Apotheken-Umschau
Francesco war gerade einmal sieben Jahre alt, als er am Samstag starb. An einer Krankheit, die zwar schmerzhaft, aber eigentlich als heilbar gilt: Mittelohrentzündung.

HUFFPOST

Wie italienische Medien berichten, hatten die Eltern den Jungen zu einem Homöopathen gebracht. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Urbino gegen ihn und die Eltern wegen Mordes.

„Wir haben dem Doktor immer vertraut“

„Wir haben dem Doktor immer vertraut“, zitiert die Zeitung „Corriere della Serra“ die Mutter. Der Junge habe schon früher immer wieder einmal Probleme mit den Ohren gehabt, und immer habe der Homöopath helfen können. Diesmal jedoch starb das Kind nach 15 Tagen Krankheit.

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Die Affenmenschen vom Balkan – Evolutionstheorie raus aus den Schulbüchern

Jüngste Funde in Griechenland lassen vermuten, dass sich die Abstammungslinien von Schimpansen und Menschen möglicherweise in Südosteuropa und nicht in Afrika trennten. ©dpa
Eine serbische Initiative streitet für die Entfernung der Evolutionstheorie aus den Schulbüchern des Landes.

Von Thomas Roser | Sächsische Zeitung

Ausgerechnet einer oft als rückständig belächelten Region winkt die Aufwertung zur Wiege der Menschheit: Laut den jüngsten Erkenntnissen Tübinger Wissenschaftler könnten die ersten Vormenschen nicht wie bisher angenommen aus Ostafrika, sondern vom Balkan stammen.

Doch Freude und Stolz über die spät entdeckten Affenmenschen vom Balkan kommt in der streitbaren Vielvölkerregion keineswegs bei allen von deren Nachkommen auf. Engagiert streitet in Serbien eine Initiative rechtsklerikaler Intellektueller gegen die weitere Verbreitung der Evolutionstheorie in den heimischen Schulbüchern.

„Globalisten und Atheisten, die heute in der Welt die einflussreichsten Positionen einnehmen, finanzieren die Verbreitung der Evolutionstheorie, klagt eine zu Monatsbeginn veröffentlichte und von 166 Professoren, Wissenschaftlern, Ärzten und Geistliche unterzeichnete Petition, die die Einführung der biblischen Schöpfungsgeschichte im Biologie-Unterricht fordert.

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Wenn der Kirchenbetreuer ein Kinderschänder ist

In mehr als 100 Fällen soll ein 42-Jähriger zwei Jungen missbraucht haben. Erst viele Jahre später wandte sich einer der Jungen an die Polizei Quelle: pa/Bildagentur-online/www.bildagentur-online.com
Er lernte sie auf dem Flohmarkt kennen, lockte sie mit Spielzeug und der Tatsache, dass er Betreuer einer Jugendgruppe war: Ein Mann soll zwei Jungen in mehr als 100 Fällen sexuell missbraucht haben.

Von Martin Jenssen | DIE WELT

Es ist ein Fall wie aus dem Lehrbuch. Mit Einfühlsamkeit, Spielzeug, Zugang zum Computer und leckerem Essen erschlich sich Helge B. (42) das Vertrauen von zwei Jungs im Kindesalter. Immer wieder lud er die Kinder in seine Wohnung ein. Er massierte ihren Nacken, streichelte ihren Bauch – bis es schließlich zu sexuellen Übergriffen kam.

Erst viele Jahre später wandte sich einer der Jungen an die Polizei. Und darum muss sich Helge B. seit Montag wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor der Jugendschutzkammer des Hamburger Landgerichts verantworten.

„Ich habe eine Therapie begonnen“

Vermummt durch ein tief ins Gesicht gezogenes blaues Basecap und einen schwarzen Schal erschien der Angeklagte im Gerichtssaal. Er legte, vorgetragen von seinem Rechtsanwalt, ein umfangreiches Geständnis ab. Das brachte ihm zumindest etwas Respekt ein. Die Vorsitzende Richterin: „Angeklagte geben lieber einen Raub zu als ein Sexualdelikt, vor allem wenn Kinder betroffen sind.“

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AfD-Vorsitzender: Käßmann keine „aufrichtige Christin“

Jörg Meuthen als aufrichtige Christin. Bild: bb

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat die evangelischen und katholischen Kirche für ihr Verhalten seiner Partei gegenüber scharf angegriffen.

evangelisch.de

Unmittelbar nach dem evangelischen Kirchentag mit der viel beachteten Diskussion mit einer AfD-Vertreterin haben führende Vertreter der Partei die Kirchen erneut scharf angegriffen. Der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen warf evangelischer und katholischer Kirche „Dialogverweigerung“ vor. „Gesprächsangebote lehnen sie kategorisch ab“, sagte er, räumte zugleich aber ein, dass es eine offizielle Anfrage der Parteispitze an die Kirchen für Gespräche, ob öffentlich oder informell, in der Form noch gar nicht gegeben hat.

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Vor Gericht wegen 1,44 Euro – das ist leider kein Witz!

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein älteres Ehepaar fischt Pfandflaschen aus einem Altglascontainer. Die Polizei kommt, der Fall gerät vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft will nicht lockerlassen. Wer ist hier eigentlich arm?

Von Oliver Rasche | DIE WELT

Wäre es nicht so traurig, würde es vielleicht als schlechter Witz durchgehen: Ein älteres Ehepaar, beide Mitte 60, steht vor einem Altglascontainer irgendwo in der teuren Stadt München. Mit einem Greifarm fischen die beiden Flaschen aus dem Container.

Anwohner beobachten die Szene – und dann? Mitleid? Oder Dankbarkeit, dass man selbst keine Flaschen sammeln muss, um über die Runden zu kommen? Nein. So etwas darf nicht sein, da ruft man am besten direkt mal die Polizei! So geschehen.

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Holzspieße mit Tierkadavern auf Bauplatz für Moschee in Erfurt

Auf einem Grundstück, auf dem die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt den Bau einer Moschee plant, haben Unbekannte neun Holzspieße mit Tierkadavern gesteckt.

Frankfurter Rundschau

Auf den Spießen seien unter anderem ein halber Schweinekopf, Schweinepfoten und Innereien angebracht worden, teilte die Polizei in Erfurt mit. Das Schwein ist im Islam ein Tier, dessen Verzehr verboten ist. Der Staatsschutz ermittelt. Gegen den Moscheebau hatte es bereits in der Vergangenheit Proteste gegeben. Moschee-Gegner hatten auf einem Nachbargrundstück große Holzkreuze errichtet.

Türkei: Ließ Erdoğan Putschisten gewähren?

Eine Türkin macht ein Selfie vor einem Polizeiquartier in Ankara, das die Putschisten am Abend des 15. Juli 2016 bombardierten. – (c) APA/AFP/DIMITAR DILKOFFDILKOFF)
Aussagen angeklagter Militärs werfen neue Fragen auf: Armee und Geheimdienst waren offenbar frühzeitig über Putschpläne informiert, schritten am 15. Juli 2016 zunächst aber nicht ein.

Von Susanne Güsten | Die Presse.com

Wenn es nach der türkischen Regierung geht, gibt es keine Zweifel: Der Putschversuch des vergangenen Sommers wurde auf Befehl des Predigers Fethullah Gülen ausgeführt, doch der Plan scheiterte am beherzten Widerstand von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und vieler Bürger. Fast ein Jahr nach der Putschnacht vom 15. Juli kommen aber neue Fragen auf: Aussagen eines Geheimdienstinformanten und mutmaßlicher Putschisten legen nahe, dass Ankara frühzeitig über die Putschpläne informiert war, den Umsturzversuch aber nicht verhindert hat.

Ex-Brigadegeneral Erhan Caha ist sicher, dass in der Putschnacht nichts ohne Wissen der Regierung geschehen ist. Der Umsturzversuch sei „laut den Plänen, Informationen und unter der Kontrolle des Generalstabschefs, der Kommandeure der Teilstreitkräfte und des Geheimdienstchefs abgelaufen“, sagte Caha vor einigen Tagen. Wenn die Offiziere der Armee rechtzeitig gewarnt worden wären, hätte das Blutvergießen (250 Tote) verhindert werden können.

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MDR-Intendantin: Themenwoche stellt Frage nach dem Sinn des Lebens

Mit einer Themenwoche „Woran glaubst Du?“ will die ARD zwischen 11. und 17. Juni in ihren Fernseh- und Hörfunkprogrammen „der Frage nach dem Sinn des Lebens“ nachgehen. Religion und Weltanschauungen und die Frage nach Halt und Orientierung seien in Zeiten der Verunsicherung hochaktuelle gesellschaftlich relevante Themen, sagte MDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende Karola Wille bei der Vorstellung des Programms am Montag in Berlin.

Von Diemut Roether | evangelisch.de

Die ARD-Themenwoche unter Federführung des MDR werde viele Gesichter haben und „nicht nur in religiösen Dingen unterwegs sein“, sagte Wille, die bis Ende des Jahres noch der ARD vorsteht. Gezeigt würden die ganze Vielfalt und alle möglichen Facetten von Glauben. Dabei reicht das Spektrum vom besonders in Ostdeutschland verbreiteten Atheismus bis zum religiösen Fundamentalismus.

Ein breitgefächertes Programmangebot will den Blick auf die vielen Spielarten des Glaubens öffnen. So soll im Ersten das Thema in Dokumentationen, Reportagen und Fernsehfilmen behandelt werden. Geplant sind unter anderem die Fernsehfilme „Atempause“ (MDR/SWR) über den plötzlichen Hirntod eines Neunjährigen oder „Die Konfirmation“ (ARD Degeto) über einen Jugendlichen, der seine nichtgläubigen Eltern mit dem Wunsch nach einer Taufe konfrontiert.

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