Volksverhetzung? – Biologe nach „kath.net“-Interview vor Gericht

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Die Homo-Ehe eröffne „ein mögliches Horror-Kinderschänder-Szenario“: Wegen seiner Aussagen auf dem umstrittenen Internetportal „kath.net“ steht ein Kasseler Biologieprofessor vor Gericht. Verdacht der Volksverhetzung.

katholisch.de

Der Prozess gegen einen Kasseler Biologieprofessor wegen des Verdachts der Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung ist am Mittwochabend wenige Stunden nach Beginn ausgesetzt worden. Grund dafür sei, dass innerhalb von drei Wochen kein neuer Termin gefunden werden konnte, sagte der Vorsitzende Richter Henning Leyhe. Das Verfahren müsse neu aufgerollt werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Lehrstuhlinhaber der Universität Kassel vorgeworfen, am 5. Juli 2017 im österreichischen Internetportal „kath.net“ unter dem Vorwand „biowissenschaftlicher Fakten“ homosexuellen Personen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen zu haben. Die Homo-Ehe eröffne „ein mögliches Horror-Kinderschänder-Szenario“, über das man nicht weiter nachdenken wolle, heißt es in einem Interview.

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Heimkehrwilliger aus Irak: Anwälte klagen gegen Bundesregierung

Bild: tagesschau.de
Einem Deutschen droht im Irak die Todesstrafe, sollten ihm Taten als IS-Kämpfer nachgewiesen werden. Seine Anwälte verklagen nun drei Ministerien – der Staat habe die Pflicht, seine Bürger zu schützen.

Von Michael Stempfle | tagesschau.de

Wie soll der deutsche Staat mit seinen Bürgern umgehen, die in den vergangenen Jahren in das IS-Gebiet ausgewandert sind, die kriegerischen Auseinandersetzungen vor Ort überlebt haben und nun zurück nach Deutschland wollen?

Deniz B. ist einer von ihnen. Seine Anwälte klagen nun vor dem Verwaltungsgericht Berlin gegen die Ministerien des Inneren, des Äußeren und der Justiz. Die Minister Horst Seehofer, Heiko Maas und Katarina Barley seien verpflichtet, ihn unverzüglich nach Deutschland zurückzubringen, heißt es in der Klage.

Nach Angaben seiner Anwälte reiste Deniz B. im März 2016 mit seiner Partnerin Sibel H. in das IS-Gebiet aus, genauer gesagt in den Irak. Damit ist er einer von mehr als 1000 Deutschen, die sich in das Territorium der Terrormiliz „Islamischer Staat“ begeben haben. Was sie dort möglicherweise verbrochen haben, ist für deutsche Strafverfolgungsbehörden aus der Ferne nur äußerst schwer überprüfbar.

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Gesetz verabschiedet: Alabama will verurteilte Kinderschänder kastrieren lassen

Die republikanische Gouverneurin Kay Ivey muss dem Gesetzesentwurf noch zustimmen. Foto: picture alliance/dpa
Im US-Bundesstaat Alabama ist ein Gesetz zur chemischen Kastration verurteilter Kinderschänder verabschiedet worden. Wegen sexuellen Vergehen an Minderjährigen verurteilte Häftlinge sollen nur dann vorzeitig unter Bewährung aus der Haft entlassen werden, wenn sie sich einer solchen medizinischen Behandlung unterziehen, beschloss das Regionalparlament.

Kölner Stadt-Anzeiger

Dem Gesetz muss noch die republikanische Gouverneurin Kay Ivey zustimmen. Sie hatte bereits ihre Unterstützung signalisiert. Die Regeln sollen für Täter ab dem Alter von 21 Jahren gelten, die Minderjährige unter 13 Jahren missbraucht haben. Die vorgesehenen Medikamente senken den Testosteronspiegel der Verurteilten, die auch die Kosten für die Behandlung tragen müssen. Sie sollen verpflichtet werden, sich der Behandlung so lange zu unterziehen, bis ein Gericht diese als nicht mehr nötig ansieht.

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Mundbakterien als Auslöser von Alzheimer?

Welche Rolle spielen Mundkeime für Alzheimer? © iLexx/ istock
Bakterielle Übeltäter: Eine gute Mundhygiene schützt womöglich auch vor Alzheimer. Denn wie eine Studie nahelegt, können als Parodontitis-Verursacher bekannte Keime auch ins Gehirn gelangen und dort krankhafte Veränderungen auslösen. Verantwortlich dafür scheinen von den Bakterien produzierte giftige Enzyme zu sein. Die gute Nachricht: Sie lassen sich mithilfe eines Hemmstoffs offenbar erfolgreich blockieren.

scinexx

Die genauen Ursachen und Auslöser der Alzheimer-Erkrankung sind bis heute unbekannt. Klar ist zwar, dass eine gewisse genetische Veranlagung bei der Entstehung dieser Demenz mitmischt. Doch zahlreiche andere Faktoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Diskutiert wird beispielsweise ein Einfluss von Rauchen, Stress, der Ernährung und sogar Feinstaub und Aluminium. Auch Krankheitserreger wie Viren und Bakterien geraten immer wieder als mögliche Mitverantwortliche in Verdacht.

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Wie viel Mikroplastik steckt in uns?

Mikroplastik aus PET-Flaschen und anderen Kunstoffen findet sich längst auch in unserem Körper. © Sami Sert, Anne Cordon/ istock
Auch wir sind kontaminiert: Jeder Mensch nimmt täglich mehr als hundert Mikroplastikpartikel auf, wie eine Studie offenbart. Allein über die Luft und Nahrungsmittel wie Meeresfrüchte oder Honig gelangen demnach pro Jahr zwischen 70.000 und 120.000 Kunststoffteilchen in unseren Körper. Durch Tafelwasser kommen noch einmal bis zu 90.000 Partikel hinzu. Wichtige Lebensmittelgruppen wie Fleisch und Gemüse sind da noch nicht mit eingerechnet. Was diese enorme Belastung für unsere Gesundheit bedeutet, ist noch völlig unklar.

scinexx

Mikroplastik findet sich inzwischen praktisch überall: Winzige Kunststoffteilchen schwimmen in Seen, Flüssen und Meeren, reichern sich im Boden an und schwirren in der Luft herum. Sogar in Fischen, Honig, Salz und Getränken ist das Plastik bereits nachweisbar. Es scheint daher nicht verwunderlich, dass auch wir Menschen kontaminiert sind. Forscher haben das Mikroplastik erst kürzlich in unserem Darm und in unserem Kot nachgewiesen.

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Landeskirche bestätigt Existenz von Nazi-Glocken in Sachsen: Genaue Standorte bleiben geheim

Themenbild. Hitlerglocke Herxheim am Berg. Bild: youtube/Screengrab: bb. Themenbild)
In Sachsens Kirchtürmen läuten mehrere Glocken mit NS-Symbolik. Das bestätigte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens in Dresden. Was mit ihnen nun geschehen soll, ist allerdings noch völlig offen.

DOMRADIO.DE

Es gebe zwei Glocken in zwei Kirchengemeinden mit einem christlichen Kreuz und einem darunter liegenden Hakenkreuz mit einem Strahlenkranz, hieß es. Außerdem enthielten zwei weitere Glocken Inschriften, die auf die Gründung des „Großdeutschen Reiches“ hinwiesen. Eine weitere Glocke trage eine „kriegsverherrlichende Inschrift mit einem theologisch ins Gegenteil verkehrten Bezug“ auf einen Bibelvers.

Zuerst hatte die in Weimar erscheinende mitteldeutsche Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“ (Ausgabe 9. Juni) darüber berichtet.

Die Orte bleiben geheim

Orte oder Kirchengemeinden, wo die Glocken hängen, nannte die sächsische Landeskirche nicht. „Eine abschließende Bewertung steht noch aus“, hieß es. Das Landeskirchenamt werde mit den betroffenen Kirchengemeinden in einen Diskussionsprozess eintreten.

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Ein Register für Moscheen?

Themenbild.
Über die Zahl der Moscheen in Deutschland existieren nur Schätzungen. Wer wo predigt, ist häufig unbekannt. Einige Politiker fordern daher ein Moscheeregister. Doch was würde das bringen?

Von Constantin Schreiber | tagesschau.de

Die Frankenstraße in Hamburg Hammerbrok liegt in einem Gewerbegebiet. In einem Eckhaus befindet sich ein Lebensmittelzulieferer. Gerade werden Kisten voller Obst und Gemüse auf einem Lkw verstaut. Neben dem Gebäudeeingang sitzt ein Mann auf dem Bordstein und raucht. „Die al-Irschad-Moschee? Kommen Sie, die ist hier“, sagt er und öffnet zunächst eine Glastür, dann eine weitere Seitentür. Und tatsächlich, dahinter befinden sich mehrere mit Teppichen ausgelegte Räume, eine Gebetsnische. Dazwischen spielen Kinder und Männer vollziehen Rekats, die religiöse Verneigung.

Leicht zu finden ist sie nicht. Aber die al-Irschad Moschee verstecke sich nicht, betont der Imam. Auf der Website der Stadtverwaltung werde sie mitsamt Adresse aufgeführt. Auch werde sie immer wieder von Vertretern der Stadt Hamburg besucht.

Andererseits führt die Moschee keine eigene Website und auf dem Schild neben dem Eingang, auf dem aufgelistet ist, wer sich alles in dem Gebäude eingemietet hat, ist sie nicht aufgeführt. Die al-Irschad-Moschee würde wohl kaum jemand finden, der nicht sehr gezielt nach ihr sucht.

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Polizei hält Muslime am Kölner Bahnhof fest – Zentralrat ist empört, empört, empört

Die Kölner Polizei teilte mit, zehn junge Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren im Kölner Hauptbahnhof festgehalten zu haben Quelle: dpa/Oliver Berg
Der Kölner Polizei wird „rassistisches Profiling“ vorgeworfen. Der Grund: Ein Vorfall am Hauptbahnhof, bei dem Muslime festgehalten wurden. Der Zentralrat der Muslime ist empört – der Polizeipräsident verteidigt seine Kollegen.

DIE WELT

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat der Kölner Polizei einen „massiven Angriff“ auf Muslime im Hauptbahnhof der Domstadt vorgeworfen. Ein Vorfall vom Dienstag zeige, dass „rassistisches Profiling“ ein ernst zu nehmendes Thema bleibe und erneut auf die Tagesordnung gehöre, erklärte der ZMD am Mittwoch in Köln.

Die Kölner Polizei hatte am Dienstag mitgeteilt, sie habe zehn junge Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren im Kölner Hauptbahnhof festgehalten, nachdem diese Zeugen zufolge kurz zuvor auf dem Bahnhofsvorplatz „Allahu Akbar“ gerufen haben sollten. Die Männer hätten lange Gewänder mit Westen getragen.

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Antisemitismus: „Juden in Deutschland werden alleingelassen“

Demonstration anlässlich des jährlichen „Al-Kuds-Tags“ (dpa / Carsten Koall)
Die große Kippa-Debatte habe nichts gebracht, findet der Publizist Michael Wuliger. Sie sei für ein paar Tage Medienthema gewesen. Doch Probleme von Juden interessierten den Großteil der Bevölkerung nicht, sagt er.

Michael Wuliger im Gespräch mit Gerald Beyrodt | Deutschlandfunk

Gerald Beyrodt: In der vergangenen Woche haben deutsche Medien tagelang über ein jüdisches Kleidungsstück berichtet. Über die Kippa, die traditionelle Kopfbedeckung für Männer. Auch manche Frauen tragen inzwischen Kippa. Erst sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bunderegierung, Juden könnten an bestimmten Orten keine Kippa tragen – sonst würden sie sich in Gefahr begeben. Dann forderte er Nicht-Juden auf, am letzten Samstag Kippa zu tragen – aus Protest gegen den Al-Kuds-Marsch. Die Initiatoren des Marsches sind für die Rückeroberung Jerusalems durch Muslime – Israel und Juden hätten keinerlei Recht daran.

Michael Wuliger ist Kolumnist bei der Jüdischen Allgemeinen und hat das Buch „Der koschere  Knigge geschrieben“. Mit ihm schaue ich auf die Kippa-Debatte und auf Antisemitismus in Deutschland. Herr Wuliger, eines hat die Kippa-Debatte auf jeden Fall gebracht. Viele meiner nicht jüdischen Kollegen können jetzt den Plural von Kippa – er heißt Kippot. Wie viel hat die Kippa-Debatte sonst noch gebracht?

Michael Wuliger: Nichts. Absolut nichts.

Beyrodt: Das ist aber wenig.

„Die Mehrheitsgesellschaft interessiert sich nicht“

Wuliger: Es war ein Medienthema für ein paar Tage. Es hat aber offensichtlich über den Kreis der Medien und der Politiker hinaus niemanden erreicht. Die Aufforderung war ja, ganz Deutschland solle am Samstag Kippa tragen – oder zumindest ganz Berlin. Ich war bei der Gegenkundgebung gegen den Al-Kuds-Marsch. Da waren hochgerechnet vielleicht 500, 600 Leute. Von denen trugen auch einige Kippa. In der Wilmersdorfer Straße um die Ecke, das ist eine Einkaufszone – habe ich niemanden mit Kippa gesehen, weder Juden noch Nicht-Juden. Das heißt in anderen Worten: Der Aufruf ist verhallt im Leeren.

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Bistum Mainz setzt bei Missbrauchs-Aufarbeitung auf externen Ermittler

Bild: © Circumnavigation/Fotolia.com
Gibt es Rahmenbedingungen, die sexuelle Gewalt befördert oder nicht verhindert haben? Wie wurde mit Missbrauchsfällen umgegangen? Und gibt es bislang unbekannte Fälle? Das soll ein neues unabhängiges Aufklärungsprojekt des Bistums Mainz herausfinden.

katholisch.de

Der Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber soll als unabhängiger Ermittler Fälle von sexueller Gewalt im Bistum Mainz untersuchen. Weber, der auch die Übergriffe bei den Regensburger Domspatzen untersucht und 2017 seinen Abschlussbericht vorgelegt hatte, werde mit einem entsprechenden Aufklärungsprojekt beauftragt, teilte das Bistum Mainz am Mittwoch mit.

„Eine umfassende Aufklärung des Geschehenen ist Voraussetzung für Maßnahmen der Aufarbeitung im Bistum“, hieß es. Das „Unabhängige Aufklärungsprojekt im Bistum Mainz“ steht unter der Überschrift „Erfahren. Verstehen. Vorsorgen.“ Es soll am Freitag bei einer Pressekonferenz näher vorgestellt werden.

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Um ein gefälschtes Gemälde zu erkennen, genügt die Analyse winziger Farbspuren

Um ihre neue Methode zu testen, untersuchten die Forscher ein Bild, das bereits als Fälschung entlarvt war: Laut Signatur sollte es Sarah Honn im Jahr 1866 gemalt haben. (Bild: James Hamm / The State University of New York)
Moderne Instrumente erlauben es, die Radiokarbonmethode auf viel kleinere Proben anzuwenden als früher. Das bringt bei der Prüfung von Bildern grosse Vorteile mit sich.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Schon seit Jahrzehnten weisen Fachleute die Fälschung von Bildern nicht mehr nur anhand verräterischer Pinselstriche nach. Längst helfen ihnen modernere Methoden, zum Beispiel die chemische Untersuchung der Pigmente oder die Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen. Zur Enthüllung von Falsifikaten dient auch die Radiokarbonmethode: Mit ihr lässt sich zum Beispiel eine Leinwand datieren. Dieser Methode hat ein internationales Forscherteam jetzt eine verfeinerte Variante hinzugefügt, die sogar die Analyse dünner Farbschichten erlaubt.

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Missbrauch: Laien fordern staatliche Standards für Aufarbeitung

Pixabay License
Die katholische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ sieht den Staat in der Pflicht, Standards für die Missbrauchs-Aufarbeitung zu entwickeln und die Zusammenarbeit der Kirchen mit den Strafverfolgungsbehörden einzufordern.

evangelisch.de

Außerdem sei es die entscheidende Frage, welche Bischöfe „endlich Verantwortung für die Vertuschung sexualisierter Gewalt übernehmen“, heißt es einer Mitteilung zufolge in dem Pfingstbrief der Bewegung. Vor allem die katholische Kirche befinde sich in einer existenziellen Krise, die im Missbrauchsskandal einen Brennpunkt finde. Aber auch in der evangelischen Kirche müsse die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt noch intensiviert werden.

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17-Jährige starb in den Niederlanden nicht durch aktive Sterbehilfe

foto: noa pothoven/instagram Noa Pothoven wollte nicht mehr leben.

Noa Pothoven verweigerte die Aufnahme von Nahrung. Ärzte und Eltern waren gegen eine Zwangsernährung

derstandard.at

Eine Jugendliche ist in den Niederlanden am Sonntag entgegen ersten Berichten nicht durch Sterbehilfe gestorben. Sie soll sich vielmehr geweigert haben, Nahrung und Flüssigkeiten aufzunehmen. Ihre Eltern und die Ärzte entschieden sich schließlich gegen eine Zwangsernährung. Noa Pothoven hatte bereits mehrere Suizidversuche hinter sich und war früher schon einmal zwangsernährt worden.

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Deutschland beendet Beteiligung an EU-Mission Sophia

Die Korvette Ludwigshafen nach der Rückkehr aus dem Mittelmeer, Archivbild von 2017 – imago images
Der Marineeinsatz der EU im Mittelmeer zur Kontrolle der Schlepperrouten verliert weiteres Mitglied.

Die Presse.com

Die deutsche Regierung wird die Beteiligung an dem wegen der Flüchtlingskrise begonnenen EU-Marineeinsatz Sophia am 30. Juni beenden. Nach dem Abzug von Kriegsschiffen werde auch das Personal im Hauptquartier der Operation in Rom die Arbeit einstellen, heißt es in einer Unterrichtung des Bundestages, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.

Zunächst werde die deutsche Beteiligung „ruhen“, heißt es. Formal gibt es kein neues Mandat für den Einsatz, der vom Dauerstreit um die Verteilung von Bootsflüchtlingen belastet war und ist.

Angesichts des ungelösten Streits um die Aufnahme von Migranten in europäischen Ländern hatte Deutschland bereits im Jänner angekündigt, bis auf weiteres keine neuen Schiffe für Sophia bereitzustellen.

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Religionslehrer kritisieren Amtskirche in Positionspapier: „Dafür möchten wir nicht mehr den Kopf hinhalten“

Themenbild.

Mit einem Positionspapier haben sich Religionslehrer an die deutschen Bischöfe gewandt. Sie fühlen sich von der Amtskirche allein gelassen. Die Unterrichtsinhalte seien unglaubwürdig. Dabei gebe es viel Potential, Kinder für Religion zu begeistern.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Welche Werte und Tugenden, die in der Schule vermittelt werden, finden sich denn in der Amtskirche nicht wieder?

Gabriele Klingberg (Vorsitzende des Bundesverbandes der katholischen Religionslehrerinnen und -lehrer an Gymnasien): Schülerinnen und Schülern sagen vor allen Dingen, dass ihnen Authentizität fehlt. Sie entdecken in dem Handeln der Amtskirche leider nicht mehr das, was sie im Religionsunterricht durch uns Religionslehrerinnen und Religionslehrer als Botschaft Jesu vom Reich Gottes kennen lernen und sich damit auseinandersetzen. Diese Worte und Taten, mit denen Jesus sie so überzeugt, finden sie in der Amtskirche nicht wieder.

DOMRADIO.DE: „Dabei sei der Missbrauch und seine Vertuschung nur die Spitze des Eisbergs, an dem das majestätisch stolze Schiff der Kirche unterzugehen droht“. Das ist ein Zitat aus Ihrem Brief. Wie genau meinen Sie das?

Klingberg: Diese von uns so bezeichnete majestätische Haltung erzeugt wirklich keinen Basiskontakt mehr. Schülerinnen und Schüler erleben Kirche überhaupt nicht mehr lebensnah. Sie erleben nicht, dass die Amtskirche eine Botschaft für ihr Leben transportiert und dass diese Botschaft sie überhaupt noch berührt. Sie fühlen sich nicht mehr gehört.

Ich würde auch sagen, dass es inzwischen einen großen Teil Schülerinnen und Schüler gibt, die mit einer solchen Kirche gar nicht mehr in Kontakt kommen und auch nicht mehr in Kontakt kommen wollen.

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