„Es ist erlaubt, euch zu vergewaltigen“

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Eine Lehrerin beschimpft in Anatolien Schülerinnen ohne Kopftuch – und löst in der Türkei eine laute Debatte aus.


Von Frank Nordhausen|Frankfurter Allgemeine

Im Internet-Zeitalter bleiben auch skandalöse Vorgänge kaum unbemerkt. In der Türkei wurde bekannt, dass eine Koranlehrerin in der zentralanatolischen Provinz Tokat halbwüchsige Schülerinnen beschimpfte, weil sie kein Kopftuch im Unterricht trugen. „Ihr bedeckt eure Köpfe nicht, deshalb ist es im Islam erlaubt, euch zu vergewaltigen oder anderes Grausames anzutun“, soll die Lehrerin einer Mittelschule zu Siebtklässlerinnen gesagt haben.

Die unerhörte Ansprache löste zunächst im Internet einen Sturm der Empörung aus. Später bestätigten Eltern der betroffenen Mädchen den Vorfall der Nachrichtenagentur Dogan. Demnach fühlte sich die Koranlehrerin gestört, weil die 17 anwesenden gemischtgeschlechtlichen Schüler im Unterricht lieber miteinander redeten als der Lehrkraft zu lauschen.

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Europas Konsum zerstört den Regenwald

Brandrodung Bild: faszination-regenwald.de
Die Europäische Union ist führender Importeur von Gütern, die aus illegal abgeholztem Regenwaldland stammen. Worte und Taten klaffen in der europäischen Politik wieder einmal weit auseinander, kritisiert Daniel Lingenhöhl.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Die Europäische Union gefällt sich in einer Vorreiterrolle: Bis 2020 möchte sie den Verlust an Artenvielfalt auf ihrem Gebiet beenden. Und beim Klimaschutz sieht sich die EU mit Deutschland vorneweg ohnehin als treibende Kraft, ohne deren Wirken sich die Welt noch weniger anstrengen würde, um den Ausstoß des klimaschädigenden Kohlendioxids zu verringern. Doch beides passt überhaupt nicht zu den Ergebnissen eines jetzt vorgestellten Berichts der niederländischen NGO Fern: Die Organisation überwacht, wie sich die europäische Politik auf die Wälder weltweit auswirkt. Dafür untersuchte sie nun, welchen Anteil die EU am Welthandel mit Gütern hat, die auf illegal abgeholzten Regenwaldflächen zwischen 2000 und 2012 produziert wurden.

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Evangelikale Organisation führt Musterprozess gegen die Türkei

 "Alliance Defending Freedom" Bild. FB
„Alliance Defending Freedom“ Bild. FB
Die Organisation „Alliance Defending Freedom“ (ADF) führt beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einen Musterprozess gegen die Türkei, um für christliche Kirchen die Zuerkennung eines öffentlich-rechtlichen Status und die generelle Erlaubnis zum Kirchenbau durchzusetzen, wie CBS KULTUR INFO berichtet.


Adventistischer Pressedienst

Roger Kiska, der in den USA studiert hat, begann seine juridische Karriere in der Kanzlei des früheren christdemokratischen slowakischen Ministerpräsidenten Jan Carnogursky. Kiska ist, nach Angaben der Stiftung Pro Oriente, ein Spezialist für europäisches Recht und hat das europäische Anwalts-Netzwerk von ADF aufgebaut.

Die Alliance Defending Freedom (ADF), mit dem Untertitel „For Faith, for Justice“ (Für den Glauben, für die Gerechtigkeit), wurde 1994 in den USA von Persönlichkeiten aus dem evangelikalen Raum gegründet. Sie hat ihren Sitz in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona. Als Bündnis bildende Rechtsorganisation setzt sie sich weltweit mit juridischen Mitteln für das Recht der Menschen ein, ihren Glauben frei ausleben zu können. Neben der Religionsfreiheit setzt sich ADF für die „Heiligkeit des menschlichen Lebens“ sowie den Schutz von Ehe und Familie ein. Im Jahre 2012 eröffnete ADF das erste Auslandbüro in Wien (Österreich).

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Bayern rückt nun doch von harter Kopftuch-Praxis ab

bayern_fahneNachdem Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München gesagt hatte, die Regierung sehe für die bayerische Regelung „nach eingehender Diskussion keinen Änderungsbedarf“, präzisierte ein Sprecher der Staatskanzlei die Aussage.


evangelisch.de

Demnach solle das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen nicht geändert werden. Die Vorgaben, die sich aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ergäben, könnte in Bayern „im Verwaltungsvollzug umgesetzt werden“.

Das heißt konkret, dass „fortan jeder Einzelfall geprüft wird“, sagte der Staatskanzlei-Sprecher. Bislang war die Praxis eine andere. Muslimische Lehrerinnen durften nach der aktuellen Handhabung kein Kopftuch tragen, Nonnen und Mönche aber durchaus ihr Habit. Im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen steht, dass „äußere Symbole und Kleidungsstücke, die eine religiöse oder weltanschauliche Überzeugung ausdrücken“ von Lehrern dann nicht im Unterricht getragen werden dürfen, sofern diese beispielsweise mit christlich-abendländischen Bildungs- und Kulturwerten nicht vereinbar seien.

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Orthodoxe Theologin: Kirche soll wieder Diakoninnen weihen

Kirill_Bitches

In der Diskussion in Griechenland um eine orthodoxe Frauenordination hat sich nach einer Reihe von männlichen Theologen nun erstmals eine Frau zu Wort gemeldet. Die Pastoraltheologin an der Universität von Saloniki, Dimitra Koukoura, erinnerte daran, dass die Rolle von Frauen in der Kirche bereits 1988 bei einer interorthodoxen theologischen Konferenz auf der Insel Rhodos diskutiert wurde. Obwohl sich dabei die Einsicht durchsetzte, dass die alte Kirche ihren Diakoninnen eine sakramentale Weihe erteilt hatte, seien daraus bis heute keine praktischen Konsequenzen gezogen worden. Diese sollten jetzt folgen, so Koukoura.


kathweb

In Rhodos hatten rumänische Teilnehmerinnen den Wunsch vorgebracht, Frauen wenigstens zum Theologiestudium zuzulassen. Nach der politischen Wende ging dieser Wunsch in Erfüllung, wobei Rumänien in der Orthodoxie eine Vorreiterrolle spielte.

Koukoura setzt sich in ihrer Arbeit stark mit der Rolle der Orden bei der Profilierung des Amts auseinander. Das Aussterben des kirchlichen Amtes der Diakoninnen im Abendland und später auch im christlichen Osten bringt sie mit der das ganze kirchliche Leben dominierenden Vorherrschaft der Ordensgemeinschaften nach dem von ihnen gewonnenen Kampf gegen die byzantinischen Bilderstürmer des 8. und 9. Jahrhunderts in Zusammenhang. Klosterschwestern hätten Zug um Zug die Aufgaben der Gemeinde-Diakoninnen übernommen und diese so gut wie überflüssig gemacht.

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Weiht Ex-Pius-Bischof Williamson(Holocaustleugner) neue Bischöfe?

Bischof Richard Williamson by J. Capaldi, on Flickr (CC BY 2.0)
Bischof Richard Williamson by J. Capaldi, on Flickr (CC BY 2.0)
Die Nachricht wurde bereits mehrfach angekündigt, doch nun scheint es tatsächlich so weit zu sein. Der 2012 aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausgeschlossene Bischof Richard Williamson will am 19. März, dem Fest des Hl. Joseph in Brasilien eigene Bischöfe weihen.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Kurz nachdem die Gespräche mit Rom im Juni 2012 in einen Stillstand gerieten, wurde Bischof Williamson „wegen anhaltendem Ungehorsam“ aus der Bruderschaft entfernt. Seither sammelte sich um den Ausgeschlossenen eine Gruppe, die sich „Widerstand“ nennt. Ein Punkt der losen Gruppe ist ein kategorisches Nein zu jedem Gespräch mit Rom.

Unrechtmäßige Bischofsweihen im Kloster Santa Cruz in Brasilien?

Die Weihe von Bischöfen schloß Williamson ab diesem Zeitpunkt nicht aus. Laut Rorate Caeli soll in zwei Tagen im Kloster Santa Cruz in Nova Friburgo in Brasilien eine Bischofsweihe stattfinden. Wieviele Bischöfe geweiht werden sollen, ist nicht bekannt.

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Dodo Singhammer (CSU): ‚Ich bin für ein Wahlrecht von Geburt an!‘

SinghammerBundestagsvizepräsident: „Familien sind so wichtig, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen an die Bedürfnisse der Familien angepasst werden müssen. Nicht die Familien müssen sich der Gesellschaft anpassen“.


kath.net

Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) hat am 12. März 2015 während einer Veranstaltung des Familienbundes der Katholiken im Bistum Augsburg für ein Wahlrecht der Eltern in Stellvertretung ihrer Kinder plädiert. Singhammer wörtlich: „Ich bin sofort für ein Wahlrecht von Geburt an! Da sollen die Eltern – stellvertretend für ihre Kinder von der Geburt bis zu deren Volljährigkeit – wählen gehen. Es gibt gute Modelle, wie man so etwas regeln kann.“ Der Bundestagsvizepräsident reagierte damit auf Vorwürfe einiger Familienbundsmitglieder, Anliegen der Familien würden von der Politik zu wenig beachtet, weil Familien kein ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entsprechendes politisches Gewicht haben. Mit einem Familienwahlrecht, so zeigte sich der CSU-Politiker überzeugt, könne man diesen Mangel vermindern oder beseiti­gen. Der CSU-Politiker sprach auf Einladung des Familienbundes über das Thema „Alt gegen Jung? Wie schaffen wir Generationengerechtigkeit?“

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Buddha beleidigt: Zwangsarbeit für Barbesitzer

Poster von Michael Tarin, Symbolbild: ebay.
Eigentlich wollte Philipp Blackwood nur Reklame für seine Bar machen. Was er nicht ahnte: Sein auf Facebook gepostetes Bild eines Buddhas mit Kopfhörern empört die Religionsbehörde und hat noch weitere Konsequenzen.


n-tv

Wegen Beleidigung des Buddhas sind in Myanmar ein neuseeländischer Barbetreiber und zwei myanmarische Kollegen zu zweieinhalb Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Ein Richter befand den Neuseeländer Philip Blackwood schuldig, mit einem Bild des Buddhas mit Kopfhörern auf der Facebook-Seite seiner Bar „den religiösen Glauben“ der Buddhisten im Land beleidigt zu haben. Das Bild hatte in der überwiegend tiefgläubigen Bevölkerung Myanmars eine hitzige Debatte ausgelöst.

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Bistum Erfurt: Kritik am Fragebogen zur Familiensynode

REUTERS/Yves Herman
REUTERS/Yves Herman
Insgesamt war der Rücklauf der Fragebögen vergleichsweise gering. Dem Seelsorgeamt zufolge beteiligten sich knapp 20 Einzelpersonen, mehrere Paare und drei Familienkreise. Lediglich ein Fragebogen sei komplett ausgefüllt worden.


kath.net

Aus dem Bistum Erfurt kommt Kritik am jüngsten vatikanischen Fragebogen zur Familienseelsorge. «Leider wird durch die komplizierte Sprache das Anliegen zerstört und ins Gegenteil verkehrt», heißt es in einem am Montag in Erfurt veröffentlichten Schreiben an die Deutsche Bischofskonferenz. Darin wertet das Seelsorgeamt des Bistums die eingegangenen Antworten auf 46 Fragen zu verschiedenen Bereichen der Ehe- und Familienpastoral aus.

Insgesamt war der Rücklauf der Fragebögen vergleichsweise gering. Dem Seelsorgeamt zufolge beteiligten sich knapp 20 Einzelpersonen, mehrere Paare und drei Familienkreise. Lediglich ein Fragebogen sei komplett ausgefüllt worden, vier weitere zu großen Teilen. Die übrigen Rücksendungen bezogen sich auf einzelne Fragen oder waren «begründete Ablehnungen des Fragebogens». Nach anfänglich sehr kritischen Rückmeldungen habe das Seelsorgeamt persönliche Gespräche angeboten. Darauf habe es jedoch keine Resonanz gegeben.

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Citizen Science: Asteroiden für alle

Die Nasa will Bürger am Aufspüren potenziell gefährlicher Asteroiden beteiligen. Illustration: Nasa
Die Nasa will Amateure mit einer neuen Software besser an der Jagd auf potenziell gefährliche Asteroiden beteiligen. Das Programm gibt es kostenfrei zum Download.


Von Marlene Weiß|Süddeutsche.de

Mit einer neuen Software der US-Weltraumbehörde Nasa können Laien sich besser an der Jagd auf Asteroiden beteiligen: Das Programm identifizierte auf Weltraum-Bildern 15 Prozent mehr der Himmelskörper als seine Vorgänger.

Die Nasa stellte die Software am Sonntag beim Musik-, Film- und Technik-Festival „South by Southwest“ in Austin in Texas vor. Amateur-Astronomen können sie gratis herunterladen (http://topcoder.com/asteroids).

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Terrorverherrlichende Inhalte: Frankreich blockiert fünf Websites

Das Internet  By Matt Britt  CC-BY-2.5. en.wikimedia.org
Das Internet
By Matt Britt CC-BY-2.5.
en.wikimedia.org
Durch Website-Sperren will die französische Regierung die Verbreitung dschihadistischer Propaganda unterbinden. Fünf Internetangebote werden daher nun blockiert.


SpON

In Frankreich ist erstmals nach Verabschiedung eines neuen Anti-Terror-Gesetzes der Zugang zu Internetseiten wegen terrorverherrlichender Inhalte blockiert worden. Gesperrt wurde der Zugang zu fünf Websites, wie am Montag aus dem Innenministerium in Paris verlautete. Darunter ist der Internetauftritt des Al-Hayat Media Center, das Propaganda für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) macht.

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Vorurteile brauchen keine Fremden

Kinder in der Kita © Poiseon Bild & Text auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Bis heute ist Kultur kein neutraler Begriff wissenschaftlicher Analyse, sondern vor allem ein Konzept, mit dem Politik gemacht wird und sie wird in der Regel bemüht, wenn es um vermeintlich fremde Kulturen geht


Von Simon Tement|MiGAZIN

„Ich habe Hunger“ schreit ein kleines Mädchen und rennt zum Frühstückstisch, um sich ein Brot zu nehmen. Viele Kinder sind um den Frühstückstisch im Kindergarten versammelt und essen eifrig ihre Brote. Auf dem Tisch stehen mehrere Teller, auf denen Käse in verschiedenen Sorten sowie Gemüse liegen. Mittendrin ein Teller mit Wurst. Auch dieser Teller ist für alle Kinder da. Wegen den muslimischen Kindern wird einfach auf Schweinefleisch verzichtet.

Der Teller ist nichts Besonderes, er gehört einfach dazu; er wird weder negativ noch positiv hervorgehoben. Gründe kein Schweinefleisch zu essen, gibt es viele; Religion ist meistens nur ein Grund von vielen. Dennoch wird der Verzicht auf Schweinefleisch generell als Teil einer fremden Kultur betrachtet, die Migranten aus islamisch geprägten Ländern mitbringen.

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„Mein gelobtes Land“: Wer Israel verstehen will, muss dieses Buch lesen

Foto: C.Bertelsmann Verlag Ari Shavit: „Mein gelobtes Land“. Triumph und Tragödie Israels. A.d. Engl. v. Michael Müller u. Susanne Kuhlmann-Krieg. C. Bertelsmann, München. 512 Seiten, 24,99 Euro.
Selbstbefragung eines linken Zionisten: Der israelische Journalist Ari Shavit hat mit „Mein gelobtes Land“ eine brillante Geschichte über „Triumph und Tragik“ des jüdischen Staates geschrieben.


Von Richard Kämmerlings|DIE WELT

Nehmen wir Lydda zum Beispiel. Die arabische Kleinstadt im gleichnamigen Tal, ein strategisch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt zwischen Tel Aviv und Jerusalem, gehört zu den ersten Zielen der israelischen Armee im Unabhängigkeitskrieg. Am 11. Juli 1948 dringen Soldaten des 89. Regiments, befehligt von Moshe Dayan, und des 3. Regiments in die Stadt ein, wobei es zu zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung kommt.

Am folgenden Tag glaubt man, ein Angriff der jordanischen Armee stünde unmittelbar bevor. Als die Soldaten beschossen werden, erwidern sie das Feuer und werfen Handgranaten. Ein Soldat feuert eine panzerbrechende Granate auf eine Moschee, in der sich viele Menschen aufhalten. Mehr als 200 Zivilisten werden getötet. Am folgenden Tag kommt es zur Massenevakuierung der Palästinenser aus der Stadt.

Ari Shavit könnte es sich einfach machen. Und tatsächlich nennt er die Dinge klar beim Namen. Was in Lydda geschah, war ein „Massaker“, seine Folge die „Auslöschung“ einer arabischen Stadt. Doch Shavits Buch gehört deswegen zu den wichtigsten über die Geschichte Israels, weil die Rekonstruktion der Ereignisse und ihre unbeschönigte Bewertung nur der Anfang sind für ein Fragen und Suchen und Wissenwollen.

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ISIS-Kämpfer versuchen, in Frauenkleidern zu fliehen

Nach Angaben der israelischen „Jerusalem Post“ nahm die irakische Armee am Montag in der nordirakischen Stadt Bakub 20 Männer fest, die als Frauen verkleidet aus dem ISIS-Gebiet fliehen wollten. Die Zeitung berief sich auf Sprecher der Armee, Ghalib al-Jubouri. 


Von Benjamin Prüfer|Huffington Post

Die Männer versuchten, aus Tikrit zu gelangen, das die irakische Armee erst vor wenigen Tagen vom Islamischen Staat zurückerobert hatte.

Bilder der Festgenommen tauchten bald darauf auf Instagram auf: Die Männer versuchten auf unterschiedliche Arten, als Frauen zu erscheinen. Manche trugen ausgestopfte BHs, andere hatten Make-up aufgetragen.

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Yeti-Rätsel bleibt weiter offen

Was steckt hinter der Legende vom Yeti? Ist es ein exotischer Bär? © thinkstock
Was ist dran am Yeti? Ist das legendäre Himalaya-Wesen vielleicht ein mysteriöser Urzeit-Bär, der Jahrmillionen versteckt im Gebirge überlebte? Neueste Gendaten scheinen diese Yeti-Theorie zu widerlegen. Denn die vermeintlichen Yeti-Haarproben könnten demnach auch von ganz normalen Himalaya-Braunbären stammen, wie die Forscher berichten. Sollte der Yeti doch etwas anderes sein, dann glänzt dieses bisher vor allem durch Fehlen jeglicher handfester Belege.


scinexx

Yeti, Bigfoot, Almasty oder Sasquatch – in vielen Regionen der Erde kursieren Gerüchte über seltsame Wesen, die halb Mensch, halb Tier zu sein scheinen. Einige halten die Schneemenschen der Hochgebirge für urtümliche Primaten oder aber für urzeitliche Säugetier-Arten. Im Jahr 2014 dann gingen Forscher dieser Frage auf den Grund und analysierten erstmals systematisch die DNA von 30 Haarproben aus aller Welt, die angeblich von Yeti und Co stammen sollten. Wie sich zeigte, stammten die meisten Haare von ganz profanen Tieren, von Rindern, Wölfen oder Bären.

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Mehr christliche Schulen in Baden-Württemberg erwartet

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info
Der Vorsitzende des baden-württembergischen Gymnasiallehrerverbandes, Bernd Saur (Ulm), erwartet, dass künftig mehr christliche Privatschulen gegründet werden.


kath.net

Dies sei eine voraussehbare Reaktion auf die schleichende Auflösung des dreigliedrigen staatlichen Schulsystems. Die grün-rote Landesregierung bevorzugt Gemeinschaftsschulen, in denen Schüler mindestens bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Laut Saur bleibt dabei unberücksichtigt, dass Gott die Menschen unterschiedlich geschaffen hat. Deshalb würden künftig mehr Eltern ihre Kinder auf christliche Schulen schicken. Der Pädagoge erinnerte an den Auftrag der Landesverfassung, Kinder in der Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe und in der Liebe zu Volk und Heimat zu erziehen. Er sprach bei einer CDU-Veranstaltung am 6. März in Kirchheim/Teck. Eingeladen hatten der Evangelische Arbeitskreis des Kreisverbandes Esslingen und der Stadtverband Kirchheim/Teck der CDU. In Baden-Württemberg gibt es etwa 25 evangelische Bekenntnisschulen, die von rund 8.500 Kindern und Jugendlichen besucht werden.

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Großoffensive gegen IS in Tikrit gerät ins Stocken

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Tikrit ist keine kleine Stadt, Wikipedia gibt die Einwohnerzahl mit 260.000 an, mit Stand von 2002. Wie viele Zivilisten sich jetzt dort aufhalten, darüber gibt es keine verlässlichen Angaben. Die irakische Regierung hatte vor der Großoffensive Einwohner dazu aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. In der Berichterstattung zur Rückeroberung der Stadt aus der Gewalt der IS-Milizen warnten viele davor, dass die Stadt mit sunnitischer Bevölkerungsmehrheit vollkommen zerstört werden könnte, was die konfessionellen Spannungen, die auch von religiösen Institutionen angefacht werden, zur Eskalation treiben könnten.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Jetzt wurde die Offensive gegen den IS nach schnellen ersten Erfolgen gebremst. Als Grund wird seitens der irakischen Regierung angegeben, dass dies zum Schutz der Einwohner und der Stadt geschehe.

Wir wollen den Bewohnern von Tikrit, die Gelegenheit geben, ihre Stadtviertel zu verlassen und ihr Leben zu retten. Außerdem versuchen wir, so gut wie möglich die Infrastruktur der Stadt zu erhalten. Wir wollen nicht, dass sie zerstört wird. Wir wollen auch Verluste unserer Truppen vermeiden.

Mohammed Salem al-Ghabban, irakischer Innenminister.

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Würden Verfassungsrichter auch Nudisten schützen?

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Aus dem Kopftuch-Urteil spricht eine Naivität, wie man sie sonst nur in Positionspapieren von Anthroposophen findet. Das Oberste Gericht hat eine ideologisch aufgeladene Entscheidung getroffen.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Wenn es um Glauben und Religion geht, mutiert jeder Unsinn zum Sinn. Religionsfreiheit zum Beispiel wird als die Freiheit verstanden, sich seine Religion aussuchen zu dürfen, so wie man in einem Sportverein seiner Wahl Mitglied wird oder selber bestimmt, wie man sich ernähren möchte: fleischig, vegetarisch oder vegan.

Aber Religionsfreiheit ist mehr. Sie bedeutet auch, keine Religion zu haben und von religiösen Zwängen verschont zu bleiben. So, wie das Wahlrecht auch die Möglichkeit einer Wahlenthaltung bietet. Dass sich gläubige Menschen in Gotteshäusern versammeln, dient nicht nur dem Wunsch, gemeinsam zu beten.

Es ist auch eine Art von Rücksichtnahme gegenüber der Öffentlichkeit. Beim Beten beobachtet zu werden oder betende Menschen zu beobachten, kann so peinlich sein, wie einem Paar beim Sex zuzusehen, das vergessen hat, die Gardinen zuzuziehen. Exhibitionisten und Voyeure mögen so etwas stimulierend finden, die meisten törnt es eher ab.

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Geheime Kommunikation: BSI programmierte und arbeitete aktiv am Staatstrojaner, streitet aber Zusammenarbeit ab

Enthält auch Quellcode vom BSI: Staatstrojaner. Bild: mellowbox. Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat das BKA bei der Programmierung des Staatstrojaners unterstützt und Quellcode beigesteuert. Das geht aus geheimer interner Kommunikation zwischen Innenministerium und BSI hervor, die wir veröffentlichen. Gleichzeitig hat die „Sicherheits“-Behörde öffentlich jede Zusammenarbeit abgestritten und Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten. Abgeordnete fordern jetzt Konsequenzen, vor allem eine Unabhängigkeit der BSI von Regierung und Innenministerium.


Von Andre Meister|Netzpolitik.org

„Sicheren Einsatz von IT ermöglichen“

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist in Deutschland für IT-Sicherheit zuständig und richtet sich dabei an Verwaltung, Unternehmen und Bürger. Im Gegensatz zur amerikanischen NSA ist das BSI dabei nur für defensive Sicherheit zuständig – zumindest ist man sehr bemüht, dieses Image in der Öffentlichkeit zu pflegen.

Eine weiße Weste hat das BSI jedoch nicht: Einerseits war ihre Vorgängerbehörde „Zentralstelle für das Chiffrierwesen“ eine geheime Dienststelle des BND, andererseits ist das BSI bis heute dem Innenministerium unterstellt. Das Ministerium, das für die „innere Sicherheit“ und damit für Bundeskriminalamt und Bundesverfassungsschutz zuständig ist, erteilt gleichzeitig Weisungen an die Behörde für IT-Sicherheit. Das führt zwangsläufig zu Interessenskonflikten, die wir bereits öfters thematisiert haben.

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Hirnforschung: Für neue Erinnerungen müssen alte weichen

Bild: BB
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Was hatten Sie an, als Sie Ihren schönsten Sonnenuntergang erlebt haben? Beim Sortieren von Vergangenem geht das Gedächtnis rigoros vor: Alles, was stört, kommt weg.


SpON

Erinnern heißt Vergessen. Was absurd klingt, haben Wissenschaftler nun in einem Versuch gezeigt: Wenn Menschen sich an etwas Konkretes erinnerten, vergaßen sie ähnliche, in dem Zusammenhang störende Erinnerungen. Das Gehirn unterdrücke aktiv die konkurrierenden Erinnerungen, berichten die britischen Forscher im Fachblatt „Nature Neuroscience“. Der Prozess des Erinnerns gestalte so mit, welche Aspekte unserer Vergangenheit zugänglich bleiben – und welche nicht.

Das Erinnern scheine ein doppelschneidiges Schwert zu sein, schreiben die Wissenschaftler um Maria Wimber von der Universität Birmingham. Frühere Studien hätten gezeigt, dass das wiederholte Erinnern einerseits die Gedächtnisinhalte stabilisiere. Es habe aber bereits Hinweise darauf gegeben, dass Erinnern auch Vergessen auslöse.

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