Militärbischof Rink will evangelische Friedensethik weiterentwickeln

Gott_mit_uns_1WKAngesichts der Debatten über bewaffnete Drohnen und Waffenlieferungen an die kurdischen Perschmerga-Milizen müsse die Militärseelsorge den Diskurs weiter vertiefen und Schwerpunkte setzen, sagte der Theologe bei der Gesamtkonferenz Evangelischer Militärgeistlicher am Donnerstag in Rösrath bei Köln.


evangelisch.de

Zudem sollten künftig alle neuen Militärgeistlichen intensiv auf die Rahmenbedingungen im Auslandseinsatz vorbereitet werden. Ein solcher Lehrgang wurde schon lange eingefordert. Für den Dienst an der Schnittstelle zum Militär sei es wichtig, dass die Mitarbeiter sich nicht als Teil einer bestimmten Organisation sähen, sondern selbstständig und mit einer „evangelischen Freiheit“ handelten. Dabei sollte keine Hierarchie angestrebt werden, sondern ein Dialog und eine „kritische Solidarität“ zu Bundeswehr.

weiterlesen

Deutsche katholische Frauen für Perspektivwechsel bei Sexualität

kdfb

Pastoral soll „Realitätsnähe“ bei Partnerschaften einnehmen und Stellung zu Empfängnisverhütung unter globalen Gesichtspunkten überdenken


kathweb

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) wirbt mit Blick auf die Weltbischofssynode im Oktober für einen Perspektivwechsel der katholischen Kirche beim Thema Sexualität. Bei den Überlegungen zur Familienpastoral wünscht sich der Verband „die Einbeziehung einer offenen und realitätsnäheren Perspektive auf die Sexualität vorehelich oder nicht verheiratet zusammenlebender Paare“, erklärte KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth am Donnerstag in Bonn. „Ebenso befürworten wir eine Öffnung für homosexuelle Paare, die den Segen Gottes für ihre Partnerschaft erbitten.“

Zudem warb der Frauenbund dafür, Empfängnisverhütung in einer globalen Perspektive zu diskutieren. Flachsbarth betonte, dass die Müttersterblichkeit, auch als Folge von zu rasch aufeinander folgenden Schwangerschaften, gesenkt werden müsse. „Dies ist ein immer noch nicht erreichtes UN-Millenniumsziel. Gleiches gilt für die Senkung der Kindersterblichkeit“, so Flachsbarth.

Russland: Die Sanktionen des Westens sind brandgefährlich

Nach eigener Auffassung griff Putin in der Ukraine ein, um Russland zu verteidigen. picture alliance
Russland und der Westen haben ein völlig unterschiedliches Verständnis von Sicherheit. Sanktionen werden den Konflikt mit Moskau daher nicht lösen. Das Ende könnte bitter werden, ist der amerikanische Russlandkenner Clifford Gaddy überzeugt.


Cicero

In der Frage der Wirtschaftssanktionen gegen Russland stehen sich zwei Ansichten unversöhnlich gegenüber. Nach offizieller Lesart des Westens sind Sanktionen ein Mittel, Russland für seinen Verstoß gegen die Regeln der internationalen Ordnung zu bestrafen und sein künftiges Verhalten zu korrigieren. Die Russen sehen das völlig anders. In ihren Augen sollen die Sanktionen Russland und seine Verteidigungsfähigkeit schwächen. Diese gegensätzlichen Auffassungen sind nur die Spitze eines Eisbergs gegenseitiger Missverständnisse zwischen Russland und dem Westen, die in der fundamentalen Uneinigkeit darüber wurzeln, wie Nationen in der Welt von heute ihre Sicherheit gewährleisten können.

„Putin lebt in einer anderen Welt“, lautet ein berühmter Satz Angela Merkels. Sie meinte damit, dass sich der russische Präsident in einem anderen Bezugsrahmen bewegt und daher politische Ereignisse und Maßnahmen völlig anders wahrnimmt als wir im Westen. In der Frage der globalen und nationalen Sicherheit ist das zweifellos der Fall. In der Beurteilung der Sicherheitslage, des russischen Vorgehens in der Ukraine und des Sinns von Sanktionen trennen uns Welten.

weiterlesen

Impfgegner muss 100.000 Euro an Arzt zahlen

Bereits mehr als 900 Menschen in Deutschland haben sich in diesem Jahr nachweislich mit Masern angesteckt© Lukas Schulze/DPA
Ein Impfgegner muss in einem kuriosen Streit um die Existenz von Masernviren 100 000 Euro an einen Arzt zahlen. Das hat das Landgericht Ravensburg entschieden.


stern.de

Der Biologe hatte im Jahr 2011 demjenigen eine entsprechende Prämie ausgelobt, der die Existenz und Größe der Masern-Viren mit Hilfe von wissenschaftlichen Publikationen belegen könne. Der Mediziner hatte genau das getan und die Summe vor Gericht eingefordert. Die Richter gaben ihm Recht.

weiterlesen

Die Zeit des Menschen

Menschheitsspuren. Staudämme verändern das Antlitz der Erde – und nicht nur optisch. Sand und andere Sedimente werden aufgehalten und ganze Landschaften verändert. – Foto: AFP
Forscher diskutieren, wann das „Anthropozän“ beginnen soll. Und ob das geologische Zeitalter überhaupt nötig ist.


Von Ralf Nestler|DER TAGESSPIEGEL

Aus der Entfernung werden die Dinge oft deutlicher. Elf Kilometer, die Reiseflughöhe eines Flugzeugs, genügen, um zu erkennen, wie stark die Menschheit die Oberfläche des Planeten gestaltet: begradigte Flüsse, Staudämme, Steinbrüche. Schätzungen zufolge bewegt Homo sapiens dank der von ihm ersonnenen technischen Möglichkeiten bis zu zehnmal so viel Gestein und Sediment auf dem Globus wie natürliche Vorgänge – etwa Erosion durch strömende Flüsse. Hinzu kommt ein Artensterben, wie es der Planet lange nicht erlebt hat.

Wann begann der Mensch die Erde zu formen?

Für manche Forscher steht fest, dass der Mensch nicht länger nur ein Bewohner der Erde ist wie Ratten oder Kellerasseln, sondern ein geologischer Faktor.

weiterlesen

An Open Letter to 47 Republican Senators of the United States of America from Iran’s Hard-Liners

Members of Iran’s Assembly of Experts, Mohammad Taghi Mesbah-Yazdi (upper right) and head of the Council of Guardians, Ahmad Jannati (upper center), attend a session to appoint a new chairman on March 10, 2015, in Tehran. Photo by Behrouz Mehri/AFP/Getty Images
You have opened our eyes. We are brothers.


By William Saletan|Slate.com

March 11, 2015

Dear senators:

Thank you for your letter of March 9 explaining your system of government. We were unfamiliar with the complexity of your laws. For three years we have been negotiating a nuclear energy agreement with your president. We now realize our mistake. As your letter makes clear, the authority to establish such agreements on behalf of your country rests with your Congress.

We are in your debt for this clarification. Moreover, your letter has prompted us to undertake a broader study of the American political system. What we have learned has opened our eyes. For 35 years, we have treated you as an adversary. Our intelligence agencies told us that your culture and your political system were radically different from ours. We now understand that we were misled. Your country is much like ours. Indeed, your Republican Congress is much like our revolutionary Islamic councils. We are brothers.

Your letter explains that our discussions with your president have been in vain because “anything not approved by Congress is a mere executive agreement,” which can easily be cast aside by a future president or Congress. Under your Constitution, as you point out, “the president may serve only two 4-year terms, whereas senators may serve an unlimited number of 6-year terms.” Therefore, the ultimate authority to make and interpret your country’s policies resides with you, not with your president. As you note, “President Obama will leave office in January 2017, while most of us will remain in office well beyond then—perhaps decades.”

read more

Teilchenbeschleuniger LHC: Neustart für die Weltmaschine

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
Anderthalb Jahre lang stand der mächtigste Teilchenbeschleuniger der Welt still – weil er noch kraftvoller werden sollte. Mit dem Neustart wollen Forscher nun dem dunklen Teil des Universums seine Geheimnisse entreißen.


Eine Multimedia-Reportage von Christoph Seidler, Martin Sümening und Thies Schnack|SpON

Der Einfachheit halber, sagt Gianluigi Arduini, könne man sich das Ganze als eine Art Eisenbahnzug vorstellen. Aber selbst das ist gar nicht so simpel – schließlich redet der Mann von einem Zug mit 2800 Waggons, von denen jeder einzelne mit 120 Milliarden Passagieren besetzt ist. Damit nicht genug: „Die Wagen sind extrem schnell, sie bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit“, sagt der italienische Physiker. Ab und zu, sagt er in Englisch mit melodischem Singsang, stoßen die Wagen zusammen – und dann wird es interessant.

Wer zu Besuch am Europäischen Kernforschungszentrum (Cern) ist, muss sich an derartige Vergleiche gewöhnen. Zu weit entfernt von der Alltagswelt ist das, was hier passiert ist – und bald wieder passieren wird. Nach anderthalb Jahren Wartungspause geht der Large Hadron Collider (LHC), der mächtigste Teilchenbeschleuniger der Welt, in wenigen Tagen wieder an die Arbeit. Mit fast dem Doppelten der bisherigen Kollisionsenergie werden dann die Partikel aufeinander rasen.

weiterlesen

Dodo Bonelli: Religion ist gesunde Alternative zum Perfektionismus

Raphael_M_BonelliLeiter des Wiener Instituts für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie, Bonelli: Christlicher Zugang zu Vollkommenheit beschreibt ein positives Perfektionsstreben


kath.net

Religion im Allgemeinen und der christlicher Glaube im Besonderen beinhaltet einen Aufruf zu jener Vollkommenheit, die im Widerspruch zu einem von Fehlerangst geprägten, krankmachenden Perfektionismus steht: Das hat der Psychiater und Psychotherapeut Raphael Bonelli (Foto) am Mittwoch im Interview mit „Kathpress“ erklärt. Anlass gab eine Fachtagung am Wochenende in der neuen Wiener Sigmund-Freud-Privatuniversität zu diesem Thema, veranstaltet vom Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie (RPP), dessen Direktor Bonelli ist.

weiterlesen

Jede Woche werden in Deutschland drei Kinder totgeprügelt

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Jede Woche werden in Deutschland drei Kinder totgeprügelt, von den eigenen Eltern. Immer häufiger greifen die Behörden ein. Unterwegs mit dem Kindernotdienst, der Feuerwehr des Sozialstaats.


Von Anette Dowideit, Jan Rübel|DIE WELT

Als Stefan Müller sein Büro betritt, gleitet vor dem Fenster eine Hochbahn durch ein dunkles Wolkenband, die Mondsichel ist nicht viel mehr als eine Ahnung. Es ist eine dieser Nächte. Müller spürt das schon, als er den Raum betritt. Müller, klein und kräftig, hat all sein Gewicht in seine Schritte gelegt, so dass es ihn die Stufen beinahe hinaufgeworfen hat in den ersten Stock dieses verklinkerten Altbaus in Berlin-Kreuzberg. Er hat die Tür geöffnet. „Hallo“.

Es war die Art, wie seine Kollegin ihn grüßte, diese Spur von Abwesenheit in ihrer Stimme. Er kennt sie gut genug, um zu wissen, dass er es wieder mit Abgründen zu tun bekommen wird. Müller hängt seine Jacke über seinen Schreibtischstuhl. Es ist Samstagabend 20 Uhr, Schichtübergabe. „Beginnen wir mit dem Einfachen“, sagt die Kollegin.

weiterlesen

Streit um Scharia-Auslegung: IS lässt eigenen Richter hinrichten

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Einer der hochrangigsten Juristen des „Islamischer Staates“ ist tot. Die Führung der Terror-Miliz hat ihn köpfen lassen, weil er ein juristisches Prinzip des Islam besonders intensiv anwendete – und zu viele Menschen zum Tode verurteilte.


Von Raniah Salloum|SpON

Richter Abu Jaafar al-Hattab war für seine Härte berüchtigt. Ursprünglich gehörte er zur Terrorgruppe Ansar al-Scharia in Tunesien. Beim IS wurde er dann zum Top-Juristen: Als Mitglied der Scharia-Kommission war Hattab zuständig dafür, die Rechtsgrundlage des Kalifats zu erarbeiten.

Doch in seinem fanatischen Eifer war Hattab so aktiv, dass es selbst IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi zu viel wurde. Denn Hattab wandte das Konzept von „Takfir“ offenbar sehr intensiv an: Takfir bedeutet, dass ein islamischer Gelehrter andere Muslime zu Ungläubigen oder Abtrünnigen erklären kann – ein vermeintliches Vergehen, auf das die Todesstrafe steht. Es ist also ein ideales Werkzeug für religiöse Fanatiker.

weiterlesen

Xavier Naidoo-Interview: Einblick in eine Mannheimer Parallelwelt

Xavier-Naidoo

Xavier Naidoo galt vielen als gläubiger Sänger. Plötzlich stand er im Verdacht, politisch rechts zu stehen. Dem Magazin Stern hat er nun ein Interview gegeben, das Licht in die Denke des Sängers hätte bringen können. Doch die Antworten des Künstlers führen immer tiefer in ein Dickicht, das Naidoo selbst „Wahrheitssuche“ nennt.


Von Jörn Schumacher|pro Medienmagazin

Der 43-Jährige Xavier Naidoo machte früher Schlagzeilen durch seine Musik. Der „Sohn Mannheims“ verkaufte mehr als fünf Millionen Platten, bekannt wurde besonders sein Song „Dieser Weg“, der zu einer Hymne der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde. Mittlerweile macht Naidoo nur noch Schlagzeilen mit kruden Äußerungen zu etwas, was er wohl Politik nennen würde.

Er habe das deutsche Grundgesetz immer dabei, sagt er, auch beim Interview mit den Reportern des Stern. Wählen geht er aber nicht. „Ich habe meine eigene Stimme, die ich erheben kann.“ Und Politiker will er gottseidank auch nicht werden. Politik machen heißt für ihn „gehört werden“, und das geht bei Naidoo auch einfacher: „Ich stelle mich an die nächste Straßenecke, und zwei Stunden später steht das Zeug schon bei YouTube.“ Das reicht.

weiterlesen

Österreichische Laieninitiative: Kultusbeitrag statt Kirchenbeitrag

Bild: tilly
Bild: tilly
Die österreichische Reformgruppe ‚Laieninitiative’ will das geltende Kirchenbeitragssystem durch einen Kultusbeitrag ähnlich dem italienischen Modell ersetzen.


kath.net

Herbert Kohlmaier, Vorsitzender der österreichischen Reformgruppe „Laieninitiative“ und ehemaliger Politiker der ÖVP, will den Kirchenbeitrag durch einen Kultusbeitrag ersetzen. Vorbild ist dabei die Regelung in Italien. 0,8 Prozent der Einkommensteuer werden für den Kultusbeitrag bereitgestellt. Der Steuerpflichtige kann innerhalb gewisser Vorgaben selbst entscheiden, wofür sein Kultusbeitrag verwendet werden soll. Dies berichtet die österreichische Tageszeitung Die Presse in ihrer Online-Ausgabe.

weiterlesen

Kompetenz eines Präsidentschaftskanidaten: Christ sein

Ben Carson hat Ambitionen auf das höchste US-Amt Foto: Gage Skidmore (flickr) | CC BY-SA 2.0
Benjamin Carson besitzt weltweit Anerkennung als exzellenter Neurochirurg. Jetzt liebäugelt er mit dem US-Präsidentenamt. Warum seine Operation „Oval Office“ heikel werden könnte, erklärt der Journalist und ehemalige Washington-Korrespondent Uwe Siemon-Netto.


pro Medienmagazin

Benjamin (genannt „Ben“) Carson entstammt keiner wohlhabenden US-Politikergilde wie der Bush-Familie oder dem Kennedy-Clan. Dennoch, der Mediziner und bekennende Siebenten-Tags-Adventist will bei den US-Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr als Kandidat der Republikanischen Partei antreten. Carson stammt aus Detroit im US-Bundesstaat Michigan. In der einstigen Hochburg der US-Automobilindustrie waren im Jahr 2010 rund 83 Prozente der Einwohner Schwarze. Laut Statistik ist Detroit zudem eine der gefährlichsten Städte der USA. In einem Ghetto der mittlerweile heruntergekommenen Stadt ist Carson aufgewachsen. Uwe Siemon-Netto lebt und arbeitete als Journalist in den USA. Auf Anfrage von pro erklärt der langjährige Washington-Korrespondent: „Carson entstammt einem elenden Milieu. Er hat sich hochgearbeitet, die Ochsentour hinter sich. Der Mann wurde nie mit dem Silberlöffel gefüttert.“

weiterlesen

TV-Schlagabtausch über Gewalt im Islam und Christentum

religion_warKünast: Das Christentum sei bei den Kreuzzügen auch nicht besser als der Islam gewesen


kath.net

Einen heftigen Schlagabtausch über das Thema Gewalt im Islam und im Christentum haben sich der Schweizer Kabarettist Andreas Thiel (Bern) und die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast (Berlin) geliefert. Sie traten am 10. März in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ zum Thema „Vorurteilsfalle – Gute Muslime, böser Islam?“ auf.

Thiel sagte, der Koran sei ein einziger Aufruf zur Gewalt und eine Anleitung für Krieg und Unterdrückung; daher müsse er geändert werden. Mohammed sei auch kein Prophet, sondern ein Massenmörder, Sklaventreiber und Kinderschänder gewesen, so Thiel, der nur noch unter Polizeischutz auftreten kann.

weiterlesen

Niedersachsen Muslime lehnen symbolischen Staatsvertrag ab

Niedersachsen © MiG
Bei den Verhandlungen um einen Staatsvertrag mit den Muslimen in Niedersachsen dreht sich alles nur noch um eine Frage: Wird das Kopftuchverbot für Lehrerinnen abgeschafft?


MiGAZIN

Die islamischen Religionsgemeinschaften in Niedersachsen fordern die Abschaffung des Kopftuchverbotes für Lehrerinnen. Das Verbot sei diskriminierend und schaffe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Muslime (Schura), Avni Altıner, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Für den Landesverband der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) ergänzte Emine Oğuz: “Wir warten auf ein Zeichen des Ministerpräsidenten.” An einem rein symbolischen Staatsvertrag hätten die Muslime kein Interesse.

weiterlesen

Moscheebau: Islam-Gegner scheitern vor Gericht

Erleichtert: Benjamin Idriz, hier vor einem Modell der geplanten Moschee, ist froh über die Entscheidung des Gerichts. © Schlaf
Aufatmen bei den Moschee-Befürwortern: Die Islam-Gegner sind vor dem Verwaltungsgericht mit ihrem Antrag zum Stopp städtischer Planungen abgeblitzt. Das Gericht deutete damit bereits an, dass es auch den Bürgerentscheid zum Thema ablehnen wird.


Von Bettina Stuhlweißenburg, Felix Müller und Sabine Dobel|Merkur Online

Das Verwaltungsgericht wird voraussichtlich entscheiden, dass es keinen Bürgerentscheid über das Islamzentrum in München geben darf. Das hat das Gericht am Mittwoch erklärt. OB Dieter Reiter (SPD) zeigte sich erleichtert. „Wir begrüßen diese Entscheidung. Sie macht deutlich, dass der Stadtrat mit seiner Ablehnung des Bürgerbegehrens völlig im Recht ist.“

Wie berichtet hatte die rechtspopulistische und islamfeindliche Partei „Die Freiheit“ um Michael Stürzenberger zehntausende Unterschriften gegen den Bau einer repräsentativen Moschee in München gesammelt. Stürzenberger hatte damit ein Bürgerbegehren gegen das Islamzentrum auf den Weg bringen wollen.

weiterlesen

Papst Franz spaltet die Kirche

Bild bearb. BB
Bild bearb. BB
Die anfängliche Begeisterung für Papst Franziskus ist dahin. Und auch innerhalb des Vatikans spaltet der Papst seine Kardinäle in zwei Lager und schafft sich so mächtige Feinde.


Von Julius Müller-Meiningen|Augsburger Allgemeine

Lassen ihn jetzt sogar die Gläubigen im Stich? Es wird Frühling in Rom, der Petersplatz liegt noch etwas kühl da, die Sonne kann sich nicht recht entscheiden, in welches Licht sie den Vatikan an diesem Mittwochvormittag im März rücken will. Glanz oder doch gräuliche Töne? Wilhelm und Marion Fertig aus Hünfeld bei Fulda lehnen am Barockbrunnen von Carlo Fontana und blicken auf den weißen Punkt namens Papst Franziskus unter der Fassade des Petersdoms. Von dort muss die Sicht zwar besser, aber auch nicht gerade erbaulich sein.
Euphorie für Papst Franziskus lässt nach

Der Platz ist bei dieser Generalaudienz nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Gejubelt wird auch nicht mehr so laut wie noch vor Monaten. Am 13. März vor zwei Jahren wählten die Kardinäle den Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum 266. Nachfolger Petri, der die Welt sogleich mit seinen Gesten beeindruckte. Aber jetzt wirkt es schon manchmal so, als habe der Herbst seines Pontifikats begonnen. „Die Euphorie hat sich gelegt“, sagt Wilhelm Fertig und bekreuzigt sich, als der Papst den Segen spendet

weiterlesen

Genussmittel im Vatikan: Paradies für Raucher und Trinker?

Raucherparadies Vatikan: Kardinal Jose da Cruz Policarpo steckt sich eine Zigarette anFoto: ANSA
Warum der Vatikan das Land mit dem höchsten Weinkonsum weltweit ist und pro Jahr Zigaretten im Wert von zehn Millionen Euro verkauft.


Von Thomas Migge|Stuttgarter Nachrichten.de

Ein regnerischer Wochentag. Trotzdem stehen in der Viale Vaticano Hunderte von Touristen geduldig in einer über einen Kilometer langen Schlange und warten darauf, eine Eintrittskarte kaufen zu können. In den Vatikanischen Museen ist es fast zu jeder Uhrzeit so voll wie in einer ShoppingMall während des Winterschlussverkaufs.

Pro Jahr besuchen etwa sechs Millionen Menschen die Museen im Kirchenstaat. So fließen rund 90 Millionen Euro in die vatikanischen Kassen. Bisher dachte man, dass die verkauften Eintrittskarten den Löwenanteil an den Einnahmen des Vatikans ausmachen würden. Bisher – denn seit kurzem legt der Kirchenstaat seine Bilanzen offen, und so erfährt man jetzt, wie der Kirchenstaat Geld einnimmt.

weiterlesen

Die Masern – ein Esoterikschaden

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Eine impfgegnerische Attitüde entwickelt sich nicht im ideologischen Vakuum. Impfgegner sollten wissen, in wessen Chor sie einstimmen


Von Christian Kreil(User)|derStandard.at

Ich habe meinen Sohn gegen Masern impfen lassen. Ich habe es zugelassen, dass ihm „ein Giftcocktail verpasst“ wird. Zugleich habe ich ihm die Chance verwehrt, einen „echten Entwicklungsschub“ nach dem Durchstehen „der harmlosen Kinderkrankheit“ zu machen. Auf die Marketing-Maschinerie von „Big Pharma“ bin ich gleichsam tölpelhaft hineingefallen.

Das sagen mir Impfgegner ins Gesicht, das flüstern mir die Verfechter „sanfter Medizin“ seit Jahren ins Ohr. Was sie nicht sagen: dass die Impfung meines Sohnes auch ihre Kinder vor einer mitunter tödlichen Krankheit schützt. Dass ihre ungeimpften Kinder jene Kinder gefährden, die noch nicht geimpft werden können. Und, vor allem, dass sie sich bei ansteckenden Krankheiten ganz ungeniert auf die beste aller Impfungen verlassen: Das ist jene, die alle bekommen, außer sie selbst und die eigenen Kinder. Das macht mich ein wenig grantig auf die Impfgegner – und neugierig. Was treibt sie an?

weiterlesen

Reporter ohne Grenzen sabotiert Netz-Zensur

Reporter ohne Grenzen macht Webseiten da zugänglich, wo sie eigentlich zensiert sind Foto: Fotolia/Artur Marciniec
Reporter ohne Grenzen trickst die größten Internetzensoren der Welt aus. Am Donnerstag hat die Menschenrechtsorganisation rund um den Globus Webseiten entsperrt, die für die Bürger entsprechender Staaten eigentlich nicht zugänglich sind.


pro Medienmagazin

Russland, Iran, Kuba oder China zensieren das Internet innerhalb ihrer Landesgrenzen. Reporter ohne Grenzen kritisiert das seit Jahren und setzt am Donnerstag, dem Welttag gegen Internetzensur, ein Zeichen gegen die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit im Netz. Die Organisation entsperrt neun eigentlich zensierte Nachrichtenwebseiten in elf Ländern, darunter sind neben den bereits genannten auch Vietnam und Saudi-Arabien. Nachrichtenseiten wie The Tibet Post in China oder das kremlkritische Grani.ru sind dann unter anderer Webadresse auch in den entsprechenden Staaten abrufbar.

weiterlesen