Bullshistic: Verhütung führt zu mehr Abtreibungen

pille_danachDie Verwendung von Verhütungsmitteln wecke die Erwartung, dass Sex ohne das Risiko einer Schwangerschaft möglich sei. Eine ungeplante Schwangerschaft ist unter diesen Voraussetzungen nicht akzeptabel.


kath.net

Die Verwendung von Verhütungsmitteln führt nicht zu weniger, sondern zu mehr Abtreibungen, schreibt Abby Johnson in einem Artikel auf ihrem Blog bei LifeSiteNews. Dies werde sogar von Abtreibungsbefürwortern eingestanden, fügt sie hinzu.

Anschließend zitiert sie Ann Furedi, die ehemalige Direktorin des British Pregnancy Advisory Service (BPAS), der größten Abtreibungseinrichtung in Großbritannien. Furedi schreibt, dass der Zugang zu Verhütungsmitteln die Erwartung erzeuge, dass Frauen ihre Fruchtbarkeit kontrollieren und ihre Familie planen können. Aus dieser Erwartung heraus seien sie weniger bereit, im Falle einer Schwangerschaft Kompromisse zu machen.

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Wir sind nicht allein in unseren Genen

DNA, image: Mirny et al/MIT
DNA, image: Mirny et al/MIT
Wir Menschen tauschen nicht nur untereinander Erbgut aus, sondern bisweilen auch mit anderen Lebewesen. Biologen machten nun eine neue Bestandsaufnahme.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Unser Erbgut umfasst rund 20 000 bis 23 000 Gene – und manche davon könnten wir von anderen Organismen wie Bakterien oder Pilzen sowie von Viren übernommen haben. Mindestens 145 unserer Gene könnten demnach durch den so genannten horizontalen Gentransfer zwischen Arten in unser Erbgut übergegangen sein, meinen Alastair Crisp von der University of Cambridge und seine Kollege im Journal Genome Biology. Bei diesem Vorgang gelangen fremde Gene etwa von Bakterien beispielsweise während einer Infektion in das eigene Genom und werden dort so integriert, dass sie im Laufe der Evolution funktionell werden. Als unser Genom 2001 vollständig sequenziert vorlag, hatte man bereits entsprechende Fremdgene entdeckt, doch galten die meisten davon als Verschmutzungen, die während der Analyse im Labor aufgetreten sind.

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Christlicher Aberglaube und die christliche Sicht drauf

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Das erste Podiumgespräch des großen Kongresses „Treffpunkt Weltkirche“ von „Kirche in Not“ in Würzburg beschäftigte sich mit dem Starttermin des Kongress. Ausgerechnet ein Freitag, der 13, wie kann man da einen Kongress beginnen, wurde Andre Stiefenhofer, Pressesprecher von Kirche in Not, der das Podium auch moderierte, von Journalisten gefragt. Auf dem Podium saßen Erzbischof Stankevics aus Riga, P. Dr. Clemens Pilar, P. Hans Buob und Michael Hesemann.


kath.net

Als Historiker gab Michael Hesemann zunächst einen geschichtlichen Überblick, wie sich der Freitag, der auf den 13. eines Monats fällt, besonders in Deutschland und in den USA zum Unglückstag entwickelt hat. Der wirtschaftliche Schaden, so Hesemann an Freitagen, die auf einen dreizehnten fallen, belaufe sich auf 800 Mio $, weil Menschen an diesen Tagen keine Geschäfte machten. Der Freitag ist als Unglückstag verschrieen, weil es der Tag ist, an dem die Hexen ausreiten. Der dreizehnte war besonders bei den Babyloniern verpönt, weil die 13 als Teufelsdutzend angesehen wurde. Dabei ist die 13 in jüdischer und germanischer Kultur durchaus eine Glückszahl. Für Katholiken steht die 13 besonders im Zusammenhang mit Fatima. Einen rationalen Grund, Freitag den Dreizehnten als Unglückstag anzusehen, konnte Hesemann nicht erkennen und benennen.

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DRadio: Angst essen Journalismus auf

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Mit einem herrlich unreflektierten Beitrag beglückte Deutschlandradio Kultur seine Hörer Ende Februar: Über etwas, das es nicht gibt. Weitere Gefahren, die nicht existieren. Von Einem, der sie trotzdem findet. Mit einem Gerät, das knattert. Es geht um so genannten Elektrosmog, die „Unsichtbare Belastung“, wie der Beitrag Angst machend titelt. Als kleinen aargks-Beitragsservice gibt’s hier ein paar Recherchetipps und wie man mit W-Fragen auch Radio machen könnte.


Von aargks|pro Logik

Bei mir läuft entweder Deutschlandfunk oder Deutschlandradio Kultur. Daheim, im Auto und im Büro, wenn ich alleine bin. Zwei saugute Sender. Das vorab, ganz ohne Ironie, und damit auch ausreichend gelobhudelt.

Am 27. Februar funkte Deutschlandradio Kultur den Beitrag „Elektro-Smog, die unsichtbare Belastung“, den jeder Redakteur seinem Praktikanten rechts und links um die Ohren gehauen hätte. Hat er aber nicht, war auch kein Praktikant, sondern eine Absolventin der Deutschen Journalistenschule, und so bzw. dennoch nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Ein Geschwurbel ohnegleichen, schon im zweiten Satz, Zitat: „Rund 17 Prozent der Bevölkerung gelten als elektrosensibel.”

Kleiner Grundkurs Recherche aus der ersten Woche Journalistenschule: Die W-Fragen.

Was ist Elektrosensibilität? Antwort: Gibt’s sehr wahrscheinlich nicht.

Woher kommen denn die behaupteten 17 Prozent? Antwort: Keine seriöse Quelle gefunden, eine 2006 vom Bundesumweltministerium vorgenommene Umfrage geht von 6 Prozent aus. Nota bene, dabei ging’s nicht darum, ob Elektrosensibilität existiert oder nicht, Zitat: “Ausgangspunkt ist vielmehr die subjektive Perspektive, unabhängig  von der Frage, ob EMF-Gefahren oder Elektrosensibilität nachweisbar sind oder nicht. Die Studie hat nicht die Aufgabe, Argumente zu Elektrosensibilität und/oder EMF-Gefahren als wahr oder falsch zu bewerten oder in diesen Debatten Position zu beziehen.”

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Jüdischer Supermarkt öffnet nach Anschlag in Paris wieder

Geschäft Hyper Cacher
Islamist erschoss dort im Januar vier Geiseln


DIE WELT

Mehr als zwei Monate nach der islamistischen Anschlagsserie von Paris soll der jüdische Supermarkt, in dem ein Attentäter vier Geiseln erschoss, am Sonntag wieder öffnen. Das Geschäft Hyper Cacher an der Porte de Vincennes im Osten von Paris werde mit einem Team „neuer“ Angestellter fortgeführt, hieß es am Freitag im Umfeld der Geschäftsleitung. Der Supermarkt war durch die Geiselnahme am 9. Januar und durch die Erstürmung durch die Polizei schwer beschädigt worden und musste renoviert werden.

Kurienkardinal Koch: Katholik Hitler hasste Christen und Juden

Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Kardinaler Versuch die „braune Scheiße“ vom deutschen Christenkreuz zu waschen.

Mit seiner gemeinsamen Ablehnung von Juden und Christen habe Hitler das wahre Wesen des Christentums als im Judentum wurzelnder Religion erkannt.

kath.net

Adolf Hitler hat nach den Worten von Kurienkardinal Kurt Koch viel stärker die innere Verwandtschaft von Christentum und Judentum erfasst als die Christen damals selbst. Dies müssten die Christen mit tiefer Beschämung zur Kenntnis nehmen, sagte er am Donnerstagabend in Köln. Mit seiner gemeinsamen Ablehnung von Juden und Christen habe Hitler das wahre Wesen des Christentums als im Judentum wurzelnder Religion erkannt.

Die gemeinsame nationalsozialistische Anfeindung hätte nach den Worten Kochs bei den Christen viel mehr Mitgefühl wecken müssen, als tatsächlich wirksam geworden sei. Die Christen hätten allen Grund, ihre Mitverantwortung an der grenzenlosen Brutalität des Nationalsozialismus gegenüber den Juden und ihren mangelnden Widerstand dagegen zu bekennen. «Und wir Christen müssen ehrlich bedauern, dass erst das beispiellose Verbrechen der Schoah ein wirkliches Umdenken bewirken konnte», so der aus der Schweiz stammende Kurienkardinal.

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13. März 1925 – Verbot der Evolutionslehre in Tennessee: Schöpfungsglaube per Gesetz

Die Stammesgeschichte des Menschen nach Charles Darwin
Mensch und Affe haben gemeinsame Vorfahren – sagt Charles Darwin in seiner 1871 veröffentlichten Evolutionstheorie. In den frommen US-Südstaaten gilt das allerdings als Blasphemie. Der Mensch sei schließlich Gottes Schöpfung.


WDR

Deshalb soll Darwins Lehre an Schulen gesetzlich verboten werden. Entsprechende Initiativen in Kentucky und Florida scheitern jedoch knapp. Darum nimmt John Washington Butler die Angelegenheit in die Hand. Der Weizen- und Tabakfarmer bewirbt sich erfolgreich um einen Sitz im Kongress des Staates Tennessee und verfasst einen Gesetzestext, der ihn landeweit bekannt macht.

Mit großer Mehrheit verabschiedet der Kongress in Tennessee am 13. März 1925 das Verbot, „irgendeine Theorie zu unterrichten, welche die göttliche Schöpfung des Menschen leugnet, wie sie in der Bibel gelehrt wird, und stattdessen unterrichtet, dass der Mensch von einer niedrigeren Tierart abstammt.“ Jeder Verstoß dagegen soll mit einer Geldstrafe zwischen 100 und 500 Dollar geahndet werden. Gegen diese neue Regelung gibt es allerdings Widerstand. Die US-Bürgerrechtsunion will gegen dieses Gesetz klagen und sucht per Anzeige einen Musterfall.

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Programmbeschwerde gegen NDR-Beitrag zu Führungskräftekongress

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB
Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB
Programmbeschwerde gegen einen Fernsehbeitrag über den Kongress christlicher Führungskräfte hat der Kommunikationswissenschaftler Prof. Wolfgang Stock (Woltersdorf bei Berlin) beim Intendanten des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Lutz Marmor (Hamburg), eingereicht.


kath.net

Zu dem von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit tempus Consulting (Giengen bei Ulm) veranstalteten Kongress hatten sich vom 26. bis 28. Februar 3.200 Führungskräfte aus zwölf Ländern versammelt. Schirmherr war der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt, Olaf Scholz (SPD). Die NDR-Redakteure Birgit Stamerjohanns und Christian Baars hatten über das „Gipfeltreffen zum Thema Werte und Wirtschaft“ einen Beitrag für das Hamburg-Journal gemacht. Außerdem hatte Baars einen Bericht für den Online-Auftritt des NDR geschrieben; er trug den Titel „Scholz unterstützt Kongress radikaler Christen“.

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Marine-Chef der Roten Khmer sucht Vergebung in Religion

Schädel von Opfern der Roten Khmer, Bild: wikimedia.org/PD
Meas Muth, früherer Oberkommandierender der Marine der Roten Khmer (Khmer Rouge), glaubt in der Religion Vergebung für seine Taten gefunden zu haben. Muth war in der vergangenen Woche vor dem Rote-Khmer-Tribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden. Er baue gerade auf seinem Grundstück in einem Dorf nahe der Stadt Battambang eine Pagode und meditiere jeden Nachmittag über Buddhas Lehren, sagte Muth der Tageszeitung „Phnom Penh Post“ (Donnerstag). Er habe den US-Amerikanern die Bombardierung Kambodschas vergeben.


kathweb

Wörtlich sagte Muth: „Früher war ich wütend auf die Amerikaner, weil sie mir Bomben auf den Kopf geworfen haben. Aber jetzt habe ich das Glück gefunden. Ich vergebe allen.“ Über das Rote-Khmer-Tribunal und die gegen ihn erhobene Anklage wollte Muth nicht sprechen. „Ob ich spreche oder nicht, ist ohne Bedeutung. Alle Anklagen gegen mich sind nicht wahr. Es geht ihnen nur um Rache für das, was sie während des Lon-Nol-Regimes verloren haben“, so Muth.

General Lon Nol war 1970 durch einen Putsch gegen König Sihanouk an die Macht gekommen. Die USA unterstützten Lon Nol, um freiere Hand in Kambodscha gegen den Vietcong zu erhalten. Der Putsch und die nachfolgende Einbeziehung Kambodschas in den Vietnamkrieg führten letztlich zur Machtübernahme der kommunistischen Roten Khmer im April 1975.

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Exorzist: Der Kampf gegen das Böse beginnt in der Familie

Bild: Bill Flavell, FB
Bild: Bill Flavell, FB
Die Abwesenheit vieler Väter verwunde die Seelen der Kinder und mache sie anfällig für das Böse. Gebet, Sakramente und ein christliches Leben seien ein wirksamer Schutz gegen Dämonen, sagt der bekannte Exorzist P. Gabriele Amorth.


kath.net

Der Zusammenbruch der Familie führe zu Kriminalität, Lasterhaftigkeit und zum Bösen, sagt der bekannte Exorzist Gabriele Amorth in einem Interview mit Angelo De Simone. Das Gespräch ist in Buchform unter dem Titel „Dio piu bello del diavolo. Testamento spirituale“ (dt. Gott ist schöner als der Teufel. Ein geistliches Testament) erschienen.

Es sei für jeden Menschen von essentieller Bedeutung, die Beziehung zu seinem Vater wiederzuentdecken. Die häufige Abwesenheit des Vaters in der modernen Gesellschaft öffne „schmerzhafte Wunden in den Kindern“, die sie für das Böse öffnen würden. Die Wiederentdeckung der Beziehung zu Gott, unserem himmlischen Vater, sei ebenfalls wesentlich.

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Interaktive Kunst: „Ich rechne mit einem Massaker“

Eine Schusswaffe, eine weiße Box, eine Laborratte. Die Versuchsanordnung ist simpel – die Methode ist drastisch. (Foto: privat)
  • Mit einer Webcam überträgt der Künstler Florian Mehnert die Live-Aufnahmen einer Laborratte. Am 24. März wird eine Waffe scharf gestellt, und die Zuschauer können die Ratte erschießen.
  • Das radikale Experiment soll auf die allgegenwärtige Überwachung und den Einsatz von Kampfdrohnen aufmerksam machen.
  • Parallel läuft eine Umfrage: Fast 40% der Teilnehmer wollen, dass die Ratte stirbt.
  • Mehnert rechnet damit, dass ein anonymer Zuschauer am Ende des Countdowns die Schusswaffe abfeuern wird.


Von Simon Hurtz|Süddeutsche.de

Die Kamera filmt eine weiße Box, am Boden liegen Sägespäne, ein Ast und ein offenes Rohr, im Hintergrund steht ein Teller mit Futter. Das einzige, was sich bewegt, ist eine kleine, weiße Ratte. Sie putzt sich, läuft durch das Rohr, springt auf dem Ast herum, rollt sich zum Schlafen zusammen und kuschelt sich an die Wand.

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Dodo Hahne: „Was früher normal war, gilt heute als rechts“

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In Baden-Württemberg dürfen die Gideons keine Bibeln mehr unter Polizisten verteilen. „Das ist ein Anschlag auf das Grundgesetz“, erklärte der Journalist Peter Hahne am Donnerstag beim Jahresempfang der Christlichen Polizeivereinigung in Nürnberg.


pro Medienmagazin

Der baden-württembergische Innenminister der CDU habe dem christlichen Werk der Gideons vor einigen Jahren gestattet, Bibeln auch unter Polizisten zu verteilen und in Polizeistationen auszulegen. „Die grün-rote Landesregierung hat dies vor einigen Tagen zurückgenommen und geradezu verboten“, erklärte Hahne. „Das ist ein Anschlag auf das Grundgesetz“, sagte er und verwies auf die Verantwortung vor Gott und den Menschen, die im Grundgesetz verankert ist. Hahne nannte Beispiele, um aufzuzeigen, wie weit Gott nach seiner Ansicht aus der Gesellschaft gedrängt werde. So habe Bodo Ramelow von der Linkspartei bei seiner Vereidigung als Ministerpräsident von Thüringen auf die Formel „So wahr mir Gott helfe“ verzichtet – und zwar mit der Begründung, Muslimen nicht auf die Füße zu treten. „Damit hat Ramelow bewiesen, dass der Gott des Grundgeseztes der Gott der Juden und Christen ist, und dafür bin ich ihm dankbar“, sagte der ZDF-Moderator. Laut verschiedener Medienberichte allerdings hatte Ramelow zur Begründung Rücksicht auf seine „abrahamitischen Geschwister“, Muslime und Juden, auf die Formel verzichtet.

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Soziologe: „Religion erspart uns, nachdenken zu müssen“

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Phänomene wie islamistischer Terrorismus lassen sich nur begreifen, wenn man die Psychodynamik dahinter versteht, sagt der Soziologe August Schülein


Von Lisa Mayr|derStandard.at

STANDARD: Sie beschäftigen sich mit der Verknüpfung von Psychoanalyse und Soziologie. Wie viel Psychologie verträgt die Sozialwissenschaft, wie viel braucht sie?

August Schülein: Grundkenntnisse der Psychodynamik gehören zu jeder Sozialwissenschaft, weil man Kultur und Gesellschaft nur so richtig verstehen kann. Die Psychoanalyse ist die am besten ausgearbeitete Theorie psychodynamischer Prozesse. Sie lässt uns Verhaltensweisen verstehen, die unverständlich und irrational erscheinen.

STANDARD: Besteht durch einen psychoanalytischen Zugang zur Gesellschaft nicht die Gefahr, dass diese auf ein Zusammenspiel von Befindlichkeiten reduziert und menschliches Handeln „verpsychologisiert“ wird?

Schülein: Es geht ja nicht darum, Soziologie durch Psychoanalyse zu ersetzen, sondern darum, etwas einzubringen, was Soziologie mit ihren Mitteln nicht kann. Die Arbeitsteilung der Human- und Sozialwissenschaften ist sinnvoll, führt aber zu „fachidiotischen“ Einschränkungen. Die Soziologie hat sich in der dezidierten Ablehnung jeder Art von Psychologie entwickelt, um Gesellschaft als Gesellschaft zu thematisieren. Das war eine Zeitlang sinnvoll, dabei darf es aber nicht bleiben. Vielschichtige Themen können nur interdisziplinär erfasst werden. Eine Soziologie 2.0 muss sich wieder zur Psychologie hin öffnen.

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Senat will Institut für Islamische Theologie in Berlin

KoranSeit 2008 wird in Berlin über einen Lehrstuhl für Islamische Theologie diskutiert. Nun werden die Pläne konkreter. Im Herbst 2017 könnten die ersten Religionslehrer aber auch Sozialarbeiter ausgebildet werden.


Von Ulrich Zawatka-Gerlach|DER TAGESSPIEGEL

Der Senat will ein „Berliner Institut für islamische Theologie“ einrichten, das Religionslehrer für den Islamunterricht an den Schulen ausbildet. Außerdem sollen dort Imame, muslimische Sozialarbeiter und der wissenschaftliche Nachwuchs für die islamische Theologie studieren können. „Wir wollen nicht nur eine isolierte Professur einrichten, sondern ein Institut“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch dem Tagesspiegel. Der Studienbetrieb kann vielleicht schon im Wintersemester 2017/18 aufgenommen werden. In jedem Fall soll noch in dieser Wahlperiode ein Beirat gegründet werden.

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„Pegida“ protestiert erstmals direkt gegen Salafisten-Kundgebung

Aufruf von Pegida NRW, Bild: heise.de
Wuppertal droht am Wochenende „besondere Brisanz“, aufmarschieren wollen auch „Hooligans gegen Salafisten“ und rechtsextreme Gruppen


Von Michael Klarmann|TELEPOLIS

Erstmals wollen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) direkt gegen eine Kundgebung von Salafisten demonstrieren. Am Samstag droht Wuppertal daher, sagt die Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher, eine „besondere Brisanz“. Die beiden untereinander zerstrittenen „Gida“-Flügel in Nordrhein-Westfalen wittern derweil Aufwind – angekündigt wird als Redner der Kopf der fremdenfeindlichen Bewegung, Lutz Bachmann.

Laut Polizei werden am Samstag rund 400 Salafisten erwartet, die zusammen mit Sven Lau unter dem Motto „Solidarität mit muslimischen Gefangenen weltweit“ aufmarschieren wollen. Salafisten hatten sich 2012 in Solingen und Bonn Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

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Anti-Islam-Kampagne in den USA: Richter verdonnert Stadtbusse zum Zeigen von Hitlerbild

CBS Philly. Dieses Plakat soll auf die Stadtbusse gepinnt werden.
CBS Philly. Dieses Plakat soll auf die Stadtbusse gepinnt werden.
In Philadelphia wollen Islamgegner ein Foto von Adolf Hitler und seinem arabischen Verbündeten Amin al-Husseini auf Busse kleben, um Stimmung gegen den Islam zu machen. Ein Richter entschied nun: Die Kampagne darf starten.


SpON

Das Plakat ist schwarz-weiß. „Islamischer Judenhass: Es ist im Koran“, ist darauf in Versalien zu lesen. Daneben ein Foto: Es zeigt Adolf Hitler und Amin al-Husseini, in den Dreißiger- und Vierzigerjahren Großmufti von Jerusalem. „Mr. Palestine“ nannte ihn damals die US-Presse.

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Je suis Vergewaltiger

Die Universität in Leipzig © Gokhan Kutlu @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Eine Professorin an der Universität Leipzig lehnte einen indischen Studenten für ein Praktikum ab, weil sein Heimatland ein “Vergewaltigungsproblem” habe. Dafür entschuldigte sich die Professorin, die Uni-Leitung und die Ministerin nahmen die Entschuldigung an und alles scheint vergessen.


Von Sanjay Patel|MiGAZIN

Ich möchte mich vorstellen. Ich bin Sanjay Patel, Inder und damit mitverantwortlich für die desolaten Zustände in meinem Land. Weil ich es nicht geschafft habe, die gesellschaftlichen Verhältnisse in Indien positiv zu verändern, habe ich es nicht verdient in einem gesellschaftlich höher gestellten Land wie Deutschland zu arbeiten. Ich bin faktisch ein Vergewaltiger und habe es nicht besser verdient.

Biochemie-Professorin Annette Beck-Sickinger von der Universität Leipzig lehnte einen indischen Studenten für ein Praktikum ab, weil sein Heimatland ein “Vergewaltigungsproblem” habe. Angeblich ein Freund des betroffenen Studenten veröffentlichte Teile der mutmaßlichen E-Mail Korrespondenz auf Quora. In einer Mail soll Beck-Sickinger sich wie folgt geäußert haben:

“Unfortunately I don’t accept any Indian male students for internships. We hear a lot about the rape problem in India which I cannot support. I have many female friends in my group, so I think this attitude is something I cannot support.”

In einer weiteren E-Mail schrieb Beck-Sickinger:

“Many female professors in Germany decided to no longer accept male students for these reasons, and currently other European female association are joining. Of course we cannot change or influence the Indian society, but only take our consequences here in Europe.”

Die E-Mails schlugen auf Quora innerhalb der indischen Community und in Teilen der indischen Presse hohen Wellen. Der deutsche Botschafter in New Delhi sah sich genötigt, Beck-Sickinger für ihre Äußerungen in einem offenen Brief scharf zu kritisieren. Erst daraufhin erfolgte eine öffentliche Entschuldigung von Beck-Sickinger in einer Pressemitteilung der Universität Leipzig.

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Latent schwule ISIS-Sympathien

The European
Die neue Devise queerer Medien, keine Bilder oder Videos islamistischer Gräueltaten mehr zu veröffentlichen, ist fatal. Denn sie ersetzt die abschreckenden Fotos durch Bilder, die den Islamismus verniedlichen und erotisieren.


Von David Berger|The European

Eine neue Devise macht in der kleinen Blase des Homo-Journalismus derzeit die Runde. Sie hängt mit einem Thema zusammen, mit dem man sich in diesem Milieu ohnehin schwertut, dem Islamismus. Nachdem man etwa beim schwulen Nachrichtenblog queer.de angesichts der muslimischen Attentate von Paris gar kein Aufsehen machen wollte, sondern aus diesem Anlass lieber nur einen Artikel über die Homofreundlichkeit der in Deutschland lebenden Muslime publizierte; nachdem man hier auch zu den Gräueltaten der ISIS-Kämpfer an schwulen Männern und den Drohungen, den Anti-Gay-Terror auch nach Europa zu exportieren, lange Zeit eisern schwieg, kommt man nun so langsam um das skandalöse Thema nicht mehr herum.

Devise: keine Bilder von der ISIS-Gewalt gegen schwule Männer

Um die Zumutung für die vorwiegend links-queere Leserschaft, die eher zum Antisemitismus als zur Islamophobie neigt, nicht zu groß werden zu lassen, hat man nun diese neue Devise ausgegeben: Keine Bilder mehr von den Hinrichtungen (angeblich) schwuler Männer!

Begründung: diese Bilder, die von CNN über Blogs von Menschenrechtsaktivisten bis zur „New York Times“ alle großen Medien ganz bewusst veröffentlichen, stammten von der ISIS und man würde den Fotografen und ihren Multiplikatoren ja noch eine Freude machen, wenn man ihre Aufnahme nun publizistisch verwendet. Außerdem seien solche Bilder und Videos geeignet, die Leserschaft gegen den Islamismus zu emotionalisieren, was mit den strengen rationalen Kriterien, die der queere Blog auch sonst anlegt, wohl nicht zu vereinbaren ist.

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Bundesverfassungsgericht: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Themenbild
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Das Bundesverfassungsgericht (BVG) korrigiert offensichtlich sein Kopftuchurteil von 2003 und stärkt die Rechte Kopftuchträgerinnen im Schuldienst. Bekannt wurde das vermeintliche Urteil, das eigentlich erst am Freitag veröffentlicht werden soll, durch eine Pressemitteilung, welche die Berliner Tageszeitung (TAZ) im Netz entdeckt hatte und die kurz darauf wieder gelöscht wurde.


Von Ursula Knapp|Frankfurter Rundschau

Das Bundesverfassungsgericht schränkt die Gesetze der Länder ein, die Lehrerinnen das Tragen des Kopftuchs verbieten. Nur wenn es eine „hinreichend konkrete Gefahr“ für den Schulfrieden gibt, ist ein Verbot verhältnismäßig. Bestehe dagegen nur eine abstrakte Gefahr für den Schulfrieden oder die Neutralitätspflicht des Staates, genüge das nicht, um die Religionsfreiheit einzuschränken. Diese Entscheidung ist am Donnerstagabend durch eine Gerichtspanne vorzeitig bekannt geworden. Die Berliner Tageszeitung (TAZ) hatte die Pressemitteilung entdeckt, die kurzzeitig im Internet einzusehen war und den Kern der Entscheidung gemeldet. Offiziell werden die Beschlüsse erst am Freitag veröffentlicht. Sie wurden zwischenzeitlich wieder aus dem Netz genommen.

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Hilfswerke: Vereinte Nationen versagen in der Syrien-Krise

Grenzübergang zwischen Israel und Syrien nahe Quneitra. Themenbild: wikimedia.org/CC BY 2.0
Am 15. März jährt sich der Beginn des Konflikts zum vierten Mal. Internationale Hilfsorganisationen warfen den Vereinten Nationen in der Syrien-Krise Versagen vor.


evangelisch.de

Vier Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien schwindet für die Vertriebenen die Hoffnung auf ein baldiges Ende ihrer Flucht. „Die steigende Gewalt gegen religiöse Minderheiten durch den ‚Islamischen Staat‘ nimmt den Menschen den Glauben an eine Rückkehr“, sagte die Sprecherin der Diakonie Katastrophenhilfe, Anne Dreyer, in der libanesischen Hauptstadt Beirut dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Menschen würden nicht geschützt, der Zugang zu Hilfsgütern habe sich nicht verbessert, und die Nothilfe entspreche immer weniger dem tatsächlichen Bedarf, heißt es in einem gemeinsamen Bericht von 21 Hilfswerken, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. „Die bittere Realität ist, dass der UN-Sicherheitsrat die UN-Resolutionen nicht umgesetzt hat“, erklärte die Geschäftsführerin der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“, Kathrin Wieland.

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