Nach Taliban-Anschlag: Lynchmob verbrennt zwei Verdächtige

Angehörige von Opfern der Terroranschläge von Lahore trauern um die Getöteten. dpa/Rahat
Während des Gottesdienstes haben Taliban-Kämpfer in Lahore zwei Kirchen angegriffen. 17 Menschen starben. Doch danach folgte ein zweites Blutbad: Ein wütender Mob beschuldigte zwei Männer, beim Attentat geholfen zu haben – und verbrannte sie bei lebendigem Leib.


FOCUS ONLINE

Bei einem Doppelanschlag auf christliche Kirchen während des Gottesdienstes sind in der ostpakistanischen Metropole Lahore mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Selbstmordattentäter hätten am Sonntag zwei benachbarte Kirchen angegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Als Polizisten die Taliban-Kämpfer am Eingang der Gotteshäuser stoppen wollten, hätten sie ihre Sprengstoffwesten gezündet. Bei Ausschreitungen nach dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen gelyncht.

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Kardinal: Zulauf für Dschihadisten in Europa überrascht nicht

Deutsche im IS-Krieg - Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Deutsche im IS-Krieg – Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco: „Westliche Kultur hat sich selbst ihrer Werte und ihrer Merkmale entleert“


kathweb

Der Zulauf für die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ unter jungen Europäern ist nach Ansicht des Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, nicht überraschend. Angesichts einer Gesellschaft, die sich immer mehr auflöse, einer Verflüchtigung des Lebenssinns und wachsender Langeweile, dürfe man sich nicht wundern, wenn Jugendliche sich dem IS anschlössen und Mörder werden wollten, sagte Bagnasco am Sonntag dem Internetportal „Vatican Insider“. Wörtlich fuhr er fort: „Das ist nicht allzu überraschend, weil die westliche Kultur sich selbst ihrer Werte und ihrer Merkmale entleert hat“.

Allein mit einem Gefühl des Wohlergehens könne man „die Seele und den Sinn des Lebens nicht füllen“, sagte Bagnasco weiter. Eine als Religion verkleidete Ideologie, die stark auftrete, sagte der Kardinal weiter, könne solche „gelangweilten Seelen“ bis hin zum Töten verleiten. Dieses „hausgemachte Problem“ des Westens werde jedoch bislang kritisch betrachtet.

Pazifist Bretschneider hat Verständnis für bewaffneten Kampf gegen IS

Symbol der DDR-Friedensbewegung, Bild: wikimedia.org
Einer der bekanntesten Pazifisten Deutschlands, der Initiator der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“, Oberkirchenrat i.R. Harald Bretschneider (Dresden), hat Verständnis dafür geäußert, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) mit Waffengewalt bekämpft wird. „Ja, ich sehe ein, dass in bestimmten Situationen Unrecht, das zum Heulen ist, mit Waffen bezwungen werden muss“, sagte er am 14. März bei einer Veranstaltung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf der Leipziger Buchmesse.


kath.net

Das menschenverachtende Vorgehen des IS gehöre dazu. Er könne auch nichts gegen den bewaffneten Kampf von rund 2.000 syrischen Christen gegen den IS sagen. Allerdings rät er Bischöfen in der Region davon ab, gezielt zu einem Waffengang aufzurufen: „Ich würde das nicht tun.“ Bretschneider gab auch zu bedenken, dass viele Waffen, die in der Vergangenheit vom Westen in den vorderen Orient geliefert wurden, in die Hände der Terroristen gefallen seien und dass damit nun auch Christen getötet würden.

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Schöpfung Teil 2

TheCreation_399Forscher bauen künstliche DNA und Bakterien mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Und das ist erst der Anfang der Synthetischen Biologie


Von Norbert Lossau|DIE WELT

Die Erschaffung künstlicher Menschen ist seit mindestens zwei Jahrtausenden eine Idee, die sich in den Köpfen von Naturforschern, Philosophen, Künstlern und Alchemisten festgesetzt hat. Der Homunkulus in Goethes „Faust“ ist ein Klassiker: „Es leuchtet! Seht! – Nun lässt sich wirklich hoffen, dass, wenn wir aus viel hundert Stoffen durch Mischung – denn auf Mischung kommt es an – den Menschenstoff gemächlich komponieren …“

Goethe war beileibe nicht der Erste mit dieser Idee. Aus der Zeit um 250 n. Chr. stammen Berichte, in denen die Herstellung künstlicher Menschen beschrieben wird – aus Luft, Wasser und Blut. Schmunzeln lässt uns auch die in der Schrift „De natura rerum“ aus dem Jahre 1538 überlieferte Anleitung von Paracelsus zur Kreation von Homunkuli. Demnach müsse man menschliches Sperma zusammen mit Pferdemist 40 Tage in einem Gefäß agieren lassen. Später entdeckten die Alchemisten das Thema und schließlich auch Hollywood. „Frankenstein“ ist hier wohl das bekannteste Beispiel.

So abwegig der Gedanke eines Kunstmenschen klingen mag, die Fortschritte der modernen Biologie geben dieser Idee neue Nahrung. Dass sich mithilfe der Gentechnik bestimmte Eigenschaften von Organismen gezielt verändern und Lebewesen klonen lassen, ist längst Stand der Technik. Gentechnisch optimierter Reis oder Mais stehen in vielen Ländern bereits auf dem Speiseplan. Über genetisch identische Kopien von Schafen oder Pferden staunt kaum jemand mehr.

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Die Rückkehr der Religion

Thinkstock
Der Staat darf muslimischen Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern nicht länger und pauschal verbieten, hat das Bundesverfassungsgericht nun entschieden. Für ein entsprechendes Verbot müssen konkrete Gründe vorliegen. Ein solcher Grund wäre zum Beispiel eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben an bestimmten Schulen. Damit revidiert das Gericht ein eigenes Urteil aus dem Jahr 2003. 


Von Sevim Dağdelen|Huffington Post

Die Bundesländer Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Saarland führten seinerzeit nach dem Richterspruch ein Kopftuchverbot für ihre Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen ein. Konsequent wäre es gewesen, alle religiösen Symbole zu verbannen, doch fünf der acht Bundesländer haben Ausnahmen für christliche Symbole festgeschrieben.

Die Gesetze richteten sich damit ausschließlich gegen Muslime. Das ist aus meiner Sicht nicht nur ein klarer Widerspruch zur religiösen Neutralitätspflicht der Schulen, sondern diskriminierend. Insofern ist das aktuelle Urteil des Verfassungsgerichts zu begrüßen.

In anderer Hinsicht aber nicht: Das aktuelle Urteil entfernt die Bundesrepublik weiter von der strikten Trennung von Staat und Religion. Als Politikerin der Linken vertrete ich die Auffassung, dass religiöse Symbole – egal welcher Religion – nicht in Gerichte, Parlamente, Rathäuser, staatliche Krankenhäuser, Kindestagesstätten, Schulen oder Behörden gehören.

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Kirche und Staat in Russland: Die unheilige Allianz

putin_pope

  • Fromme Eiferer und Kirchenleute in Russland verhindern im Namen der Religion Konzerte und Ausstellungen. Putin arbeitet derweil an einer Allianz zwischen Staat und orthodoxer Kirche.
  • Beide, Putin und die orthodoxe Kirche wollen von einer „Symphonie der Kirche, des Staates und der Gesellschaft“ profitieren. Doch im 21. Jahrhundert fehlt dieser „Symphonie“ die Glaubwürdigkeit.
  • Um seine imperiale Neurussland-Ideologie zu stützen, vergreift sich Putin auch an Zitaten des regimekritischen Religionsphilosophen Berdjajew aus der Sowjetzeit. Der hatte aber ironischerweise vor einem totalitären Staat gewarnt, der selbst Kirche sein und die Seelen beherrschen wolle.


Von Tim Neshitov|Süddeutsche.de

Manchmal muss sich Russlands Präsident Wladimir Putin wohl für seine glühendsten Bewunderer fremdschämen. Witalij Milonow, ein Abgeordneter des Sankt Petersburger Stadtparlaments und ein sehr gläubiger Mensch („Wir orthodoxe Christen sind im Besitz der absoluten Wahrheit“) nahm vor ein paar Jahren an einem Streitgespräch mit einem Atheisten teil. Der Atheist fragte ihn, wie Milonow sich rechtgläubig nennen könne, wenn er nicht einmal die Werke des Heiligen Pygidium gelesen habe. Milonow entgegnete, selbstverständlich habe er sie gelesen.

Ein Heiliger Pygidium habe aber nie gelebt, merkte der Atheist an. Pygidium heißt auf Latein der hinterste Körperteil bei Ringelwürmern und Käfern, auf deutsch: Afterdecke.

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Garnisonkirche: Mehr als 10 000 Unterstützer für Wiederaufbau

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche findet immer mehr Unterstützer.


FOCUS ONLINE

Mittlerweile hätten sich mehr als 10 000 Menschen eingetragen. Zu den Unterstützern zählten unter anderem Model Franziska Knuppe, Schauspieler Jörg Hartmann und Modemacher Wolfgang Joop, hieß es auf der Kirchen-Homepage. Zuvor hatten auch die „Märkische Allgemeine“ und die „Potsdamer Neusten Nachrichten“ berichtet. „Jeder Name bekräftigt das Ziel des Wiederaufbaus. Und wir merken: Die Entwicklung einer starken Friedens- und Versöhnungsarbeit ist aktueller denn je“, erklärte der theologische Vorstand der Stiftung Garnisonkirche, Martin Vogel. Der Wiederaufbau ist allerdings umstritten, da die Kirche als Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus gilt. Eine Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ hatte im vergangenen Jahr 14 285 gültige Stimmen für ein Bürgerbegehren gesammelt. Zu einer Auflösung der Stiftung Garnisonkirche kam es aber nicht.

Papst preist Vorzüge der „ernsthaften“ Evangelikalen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die Vorzüge „ernsthafter“ Evangelikaler hat Papst Franziskus in einem Interview mit dem mexikanischen Fernsehen gepriesen.


idea.de

Wie Radio Vatikan berichtet, gelingt es diesen Gemeinden nach Ansicht des Papstes stärker als den katholischen in Südamerika, Nähe zu schaffen: „Sie gehen einmal bei ihnen zum Gottesdienst, und am Sonntag darauf warten sie an der Tür auf Sie, kennen Ihren Namen und begrüßen Sie.“ In römisch-katholischen Kirchengemeinden gehe es dagegen vielfach sehr distanziert zu. Attraktiv für Außenstehende seien offenbar auch die guten und biblischen Predigten in vielen evangelikalen Gruppen, so Franziskus. Manche katholische Auslegungen seien hingegen ein „Desaster“. Sie erreichten nicht das Herz der Zuhörer: „Es sind Theologiestunden oder abstrakte, lange Sachen.“ Auch deshalb habe er in seinem Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ (Freude des Evangeliums) so viel Wert auf die Predigt gelegt.

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Anschlag auf christliche Kirchen in Pakistan – danach christlicher Lynchmob

Kirchen in der pakistanischen Stadt Lahore waren am Sonntagmorgen das Ziel eines Taliban-Anschlags Foto: Bastos/Fotolia.com
In der pakistanischen Stadt Lahore haben Taliban-Anhänger während eines Gottesdienstes am Sonntagmorgen einen Anschlag auf zwei christliche Kirchen verübt. Dabei wurden nach ersten Angaben mindestens 13 Menschen getötet.


pro Medienmagazin

Wie ein Polizeisprecher mitteilte hatten die beiden Attentäter am Sonntag zwei benachbarte Kirchen angegriffen. Die Wachleute konnten die Selbstmordattentäter nicht stoppen, bevor sie sich in die Luft gesprengt hatten. Unter den Opfern befanden sich neben den Tätern auch zwei Kinder. Weitere 60 Personen wurden verletzt.

Größte Ansiedlung der Christen

Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet lynchte ein aufgebrachter Mob darauf hin zwei Menschen, die beschuldigt wurden, den Attentätern geholfen zu haben. Die beiden Opfer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung und fügte hinzu: „Das hätte nicht passieren dürfen.“ Die Region, in der sich die Attentate ereigneten, ist die größte Ansiedlung der religiösen Minderheit in Pakistan. Die Taliban bekannte sich zu dem Attentat.

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„Charlie Hebdo“-Opfer: „Asterix“-Zeichnung bringt 150.000 Euro

Symbol: Asterix / Bild: EPA
Die Original-Zeichnung stammt aus dem 1971 erschienenen Band „Die Lorbeeren des Cäsar“.


Die Presse

Eine Original-Zeichnung aus dem 1971 erschienenen „Asterix“-Band „Die Lorbeeren des Cäsar“ hat bei einer Christie’s-Auktion in Paris 150.000 Euro eingebracht. Der Erlös geht an die Familien der Opfer des „Charlie Hebdo“-Attentats. Asterix-Erfinder Albert Uderzo wird die Zeichnung zudem extra für den Käufer mit einer Widmung versehen.

Schon zwei Tage nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ vom 7. Jänner hatte sich Uderzo mit der Satirezeitung solidarisiert. Er zeichnete Asterix, wie dieser einen Feind aus seinen spitzen Lederpantoffeln schlägt. Dazu schreit der kleine Gallier: „Ich bin auch ein Charlie“ – eine Abwandlung des weltweit genutzten Solidaritätsspruchs „Ich bin Charlie“.

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Würdevoll in den Tod

screenshot: bb
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2000 Jahre lang hatten die christlichen Kirchen die Deutungshoheit zu zentralen Fragen des Lebens. Das Credo: Gott hat es gegeben, Gott wird es nehmen. Eine biologische Sichtweise war tabu, dass nämlich das Leben von der Zeugung abhängt und wohl eher von Trieben als von Gott gesteuert wird. Man denke nur an die vielen zufälligen Aspekte, die den Geschlechtsverkehr begleiten können.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Aufklärung und Menschenrechte haben die Gewichte in der jüngeren Zeit verschoben und dem Individuum die geistige Autonomie und Selbstbestimmung zugesprochen. Damit geriet das christliche Fundament bedrohlich ins Wanken. Verfassungen und Gesetze kümmern sich nämlich nicht um die metaphysische Frage, ob Gott bei Geburt und Tod seine Finger im Spiel hat.

Für strenggläubige Christen ist dies ein Bedeutungsverlust, für manche gar eine narzisstische Kränkung. Sie interpretieren den Suizid als schwere Sünde. Die katholische Kirche verbannte Selbst«mörder» bis in die 1980er-Jahre von den Friedhöfen, weil sie angeblich Gott ins Handwerk pfuschten.

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Der Gottesbezug gehört zu Deutschland! Wenn Demokratie nicht akzeptiert wird

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Soll ein Gottesbezug in die Landesverfassung aufgenommen werden? Diese aktuelle politische Frage beschäftigt natürlich auch HL-live.de Pastor Heinz Rußmann. Er zeigt Argumente für den Gottesbezug auf.


HL-live.de

Immer wieder wird in diesen Tagen darüber gesprochen, dass der Islam zu Deutschland gehört, Etwa fünf Prozent der Schleswig-Holsteiner Bürger sind nämlich Moslems. Gleichzeitig scheint es so, als ob etliche Politiker und Bürger ganz übersehen bei ihrer Ablehnung des Gottesbezuges in der Verfassung, dass fünfundfünfzig Prozent der Bürger in Schleswig Holstein Kirchen-Christen sind, von vielen Sympathie-Christen ohne Kirchenmitgliedschaft abgesehen. Das Christentum gehört zu Deutschland!

Zur Zeit wirbt eine Volks-Initiative dafür, dass unser Parlament in Schleswig-Holstein im Oktober neu beschließen soll, den Gottesbezug in unsere Verfassung aufzunehmen. Die Aktion hat das Ziel 20.000 Unterschriften zu erreichen. Sie wird unterstützt unter anderem durch die drei Ministerpräsidenten Harry Carstensen und Björn Engholm und Torsten Albig. Ebenso durch die evangelischen und katholischen Kirchenleitungen. Auch die moslemischen und jüdischen Gemeinden engagieren sich für den Gottesbezug auf den einen Schöpfer, Erhalter und Vollender unserer Welt. Eine schöne Friedensaktion der drei Religionen!

Die Argumente Pro und Kontra für den Gottesbezug werden aktuell in Meinungsumfragen von Zeitungen zitiert. Das Argument der Gegner eines Gottesbezugs ist vor allem: Staat und Kirche sind in Deutschland nach unserem Grundgesetz getrennt.

Zur Zeit möchte auch ich mich einsetzen für den Gottesbezug und möchte Ihnen folgende Argumente zur Diskussion vorstellen aus christlicher Sicht. Obige Trennung schließt den Gottesbezug ja nicht aus. Ich bin überzeugt, dass der Bezug zu Gott und die Beziehung zu Gott gut ist für unseren Staat und unser Land. Es gibt gute Gründe:

  1. Ein wichtiges Argument von uns Befürwortern des Gottesbezugs ist zuerst das große Übergewicht bei der Anzahl der religiösen Menschen bei uns. Der Glaube der Religiösen hat ja in jedem Fall Auswirkungen auf die Politik eines jeden Landes. Nicht nur ihr privates, sondern auch ihr politisches Gewissen ist durch ihre Beziehung zu Gott mitbestimmt. Das dürfen Parlamentarier nicht übergehen. – Die nicht-religiösen Bürger haben übrigens durch den Bezug keinen Nachteil und erleiden keine Diffamierung.

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„Marine, Du bist die Reinkarnation von Adolf Hitler!“

Screenshot: bb
Screenshot: bb
„Rassismus, Antisemitismus, Homophobie: Die Kandidaten des FN ohne Maske“ übertitelt das französische Wochenmagazin L’Obs (früher ,Le Nouvel Observateur’) seine aktuelle Ausgabe. Es reiche nur die Augen aufzumachen . In Frankreich wird am übernächsten und am darauffolgenden Sonntag gewählt, und der Front National bietet von allen größeren Parteien die meisten Einzelkandidaten auf.


Bernard Schmid|TELEPOLIS

Einige davon sind alles andere als vorzeigbar. In seiner Papierausgabe zitiert das Wochenmagazin etwa Jean-François Etienne, Kandidat im französischen Zentralmassiv. Er hatte sich bei Facebook beispielsweise dafür ausgesprochen, „ein oder zwei dieser Abfallschiffe zu versenken“, und dazu Bilder von afrikanischen Migranten auf überfüllten Flüchtlingsbooten gezeigt.

Über die amtierende Justizministerin Christiane Taubira, eine Karibikfranzösin und Hassfigur der extremen Rechten ließ er sich mit den Worten aus, man werde „sie zu finden wissen, wenn die Revolution ausbricht“. Am Tag nach dem Erscheinen des Magazins legte L’Obs im Internet bereits mit weiteren Enthüllungen über schockierende Aussprüche oder Facebook-Veröffentlichungen von Kandidaten nach.

„Marine, Du bist die Reinkarnation von Adolf Hitler!“

Dies ist beileibe noch nicht alles. Andere Presseorgane hatten schon in den Wochen zuvor ähnliche Vorfälle ans Tageslicht befördert. Und dadurch deutlich belegt, was noch immer die politische Tiefennatur des FN ausmacht: die einer Partei, die Paranoide, Verschwörungstheoretiker, Rassisten und Hitlerfans anzieht wie das Licht die Motten. Kostproben: Eine Kandidatin in den Westpyrenäen schlägt vor, „die Araber auf ein Schiff zu setzen und (dieses) zu versenken“.

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Religion gehört nicht in die Schule

Thinkstock,
Für eine Jurastudentin sollte ein wenig mehr unser Rechtssystem statt der persönlichen Befindlichkeit eine Rolle spielen. Unsere Schulen sind kein Selbstverwirklichungsgelände für Lehrer jeglicher privater Ambitionen, sondern eine staatliche Einrichtung für die Zukunft unserer Kinder. Hier hätte das BVG gründlicher nachdenken müssen.


Von Gerolf Kurowski|Huffington Post

Die Entscheidung, den Einzelfall der Schulleitung zu übertragen, ist eine zu erwartende fahrlässig bewusste Störung des Schulfriedens. Gerade weil heute in jeder Schule verschiedene Religionen vertreten sind, sind unendliche Einzelrechtsstreitigkeiten zu erwarten. Arme Schulleiter!

Gerade weil wir Religionsfreiheit vertreten, sind grundsätzlich jegliche kinderprägenden äußeren Religionszeichen zu verhindern. In der Schule sollte überhaupt keine Werbung jeglicher Religion stattfinden.

Wer christlich oder jüdisch geprägte Schulen nicht mag, muss seine Kinder dort auch nicht hinschicken. Eine staatliche Schule ist aber Pflicht. Kinder müssen eine Schule besuchen, werden also zwangsgeprägt. Anders eine Lehrerin. Ihr Beruf ist ihre freie Wahl.

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Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness

(c) kath.net/Roland Noé/kathTube
(c) kath.net/Roland Noé/kathTube
„Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness“. So lautete das spannende Thema der Podiumsdiskussion beim großen „Kirche in Not“-Kongress in Würzburg am Samstagnachmittag. Gegen die Podiumsdiskussion war bereits im Vorfeld von katholischen Linksjournalisten eine Kampagne geführt worden.


Von Roland Noé|kath.net

Neben Gabriele Kuby und Hedwig von Beverfoerde, der Sprecherin der Initiative „Familienschutz“, nahmen auch Hans Mathias Kepplinger, Professor für Empirische Kommunikationsforschung am Institut für Publizistik der Universität Mainz, P. Prof. Dr. Wolfgang Hariolf Spindler OP aus München und Prof. Klaus Michael Alenfelder, Professor für Wirtschaftsrecht, daran teil. Zu Beginn erzählte Frau von Beverfoerde von den bekannten „Demo für alle“-Kundgebungen in Deutschland, die von offiziellen katholischen Medien übrigens totgeschwiegen werden. Warum in Frankreich, von wo die Idee ausging, regelmäßig so viele Teilnehmer waren, sei damit zu erklären, dass die Franzosen einfach vom Naturell her revolutionärer sind. Beverfoerde erinnerte daran, dass man auch dort versucht habe, diese Kundgebungen zu verschweigen. Später habe man die Zahlen manipuliert. Sogar Bilder seien manipuliert worden, um die Zahlen kleiner zu machen. Gabriele Kuby erinnerte daran, dass bei der ersten Demo in Paris sich sogar Homosexuelle engagiert hatten, die gesagt haben: „Wir sind Homosexuelle und sind trotzdem dafür, dass jedes Kind einen Vater und eine Mutter haben soll.“ Die Bewegung sei nicht gegen Homosexuelle gerichtet gewesen.“

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Schüler erkennen Klassenkameraden als IS-Todesschützen

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Der 12-jährige, der einen angeblichen Mossad-Spion tötete, wurde von einer Schulklasse in Toulouse, Frankreich wiedererkannt.


Die Presse

Vor einigen Tagen sorgte ein IS-Video, das die Ermordung eines angeblichen Mossad-Spions zeigt für Aufregung. Der Mörder war noch ein Kind. Schüler einer Grundschule in der südfranzösischen Stadt Toulouse haben den 12-jährigen Jungen erkannt. Die Klasse wird nun psychologisch betreut.

Eltern von Mitschülern beschrieben den Burschen demnach als schüchtern und still. Die Radikalisierung lasteten sie dem Stiefvater an, einem bekannten Islamisten. Die sunnitischen IS-Extremisten hatten am Dienstag ein neues Propagandavideo veröffentlicht, in dem ein Jugendlicher einen angeblichen palästinensischen Spion erschießt.

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Erleuchtung auf Helgoland

Ernst Peter Fischer Werner Heisenberg  Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2015 ISBN: 9783662434413 19,99 €
Ernst Peter Fischer
Werner Heisenberg
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2015
ISBN: 9783662434413
19,99 €
In den 1920er Jahren wurden Physiker in Deutschland verehrt wie Popstars, und theoretische Physik galt als hochspannende Disziplin. Denn während das traumatisierte Land unter den Folgen des Ersten Weltkriegs ächzte, waren deutschsprachige Physiker bei ihren Forschungsarbeiten produktiv und international wettbewerbsfähig wie nie zuvor. Namen wie Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Lise Meitner, Wolfgang Pauli und Max Planck hallen noch heute nach. Doch als später die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, flohen viele Physiker ins Ausland.


Von Katja Maria Engel|Spektrum.de

Eine Ausnahme war Werner Heisenberg (1901-1976), der in Deutschland blieb, obwohl er die Nazis verachtete. Wie kam er mit dem Regime zurecht? Und leistete der geniale Wissenschaftler aktiven Widerstand gegen den Bau einer deutschen Atombombe, oder scheiterte er aus fachlichen Gründen an der Entwicklung einer solchen?

Wissenschaftsautor Ernst Peter Fischer schildert Heisenbergs Leben vor dem Hintergrund der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert. Und vermittelt dabei fast unmerklich Schlüsselkonzepte der Quantenmechanik, zu deren Pionieren Heisenberg zählte. Was ist Licht? Was sind komplementäre Eigenschaften eines Quantenteilchens, und was besagt die Unbestimmtheitsrelation? Diese Fragen beantwortet Fischer in seiner Heisenberg-Biografie, während er auf den Spuren seines Protagonisten wandelt. Dabei zeigt er auf, was Wissenschaft so staunenswert macht.

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Christoph Butterwege Hartz IV: Die große soziale Entsicherung

Spuren der Verarmung: Menschen stehen in Dortmund um Essen an. Foto: REUTERS
Der Politologe Christoph Butterwegge zieht in seinem Buch „Hartz IV und die Folgen“ überzeugend Bilanz.


Von Stephan Hebel|Frankfurter Rundschau

Am 14. März 2003 – an diesem Samstag vor genau zwölf Jahren – verkündete Bundeskanzler Gerhard Schröder im Bundestag seine Agenda 2010. Am 1. Januar 2015, also vor zehn Jahren, trat dann das Kernstück der sogenannten „Reform“ in Kraft, landläufig bekannt unter dem Namen „Hartz IV“. Ob der Kanzler damals die erstaunliche historische Fußnote kannte, die Christoph Butterwegge jetzt in seinem neuen Buch beschreibt?

Der Kölner Politologe Butterwegge hat das zehnjährige Bestehen des Arbeitslosengeldes 2 zum Anlass einer Bilanz genommen. „Hartz IV und die Folgen“ heißt das materialreiche und fundierte Buch. Der ehemalige Sozialdemokrat Butterwegge, 2012 vorübergehend als Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten im Gespräch, lässt keinen Zweifel an seinem Urteil: Schröders Agenda stellte „ein umfassendes Regierungsprogramm zur Pauperisierung, Prekarisierung und sozialen Polarisierung“ dar.

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Lars Vilks: Mohammed-Karikaturist mit Preis für Meinungsfreiheit geehrt

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law
Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law
An seinen Mohammed-Zeichnungen stören sich Terroristen – jetzt wurde Lars Vilks für seine Arbeit ausgezeichnet. Der 68-Jährige soll zuletzt Ziel eines der beiden Anschläge von Kopenhagen gewesen sein.


stern.de

Genau einen Monat nach den Terroranschlägen in Kopenhagen hat der Mohammed-Karikaturist Lars Vilks einen Preis für Meinungsfreiheit bekommen. Die Auszeichnung nahm der schwedische Künstler am Samstag im dänischen Parlamentsgebäude Christiansborg entgegen. „Das fühlt sich sehr gut an“, bedankte sich Vilks unter großem Applaus bei der dänischen „Trykkefrihedsselskab“ („Pressefreiheits-Gesellschaft“).

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Analyse: Amnesty International kriminalisiert Israel

Bild:  phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr
„Amnesty International“ (AI) hat ihren Bericht zur Lage der weltweiten Menschenrechte 2014/2015 vorgelegt. Mit tendenziösen Formulierungen macht sich die Menschenrechtsorganisation darin einer Kriminalisierung Israels schuldig.


Von Ulrich W. Sahm|pro Medienmagazin

Laut dem Bericht seien Millionen Zivilisten zwischen Syrien und der Ukraine, im Gazastreifen und in Nigeria umgebracht worden. Die Zahl der Flüchtlinge habe erstmals jene 50 Millionen überschritten, die Ende des Zweiten Weltkriegs gezählt worden sind. Der vollständige englischsprachige Report wird auf 424 Seiten vorgestellt. Er kann auch als PDF-Datei in 16 anderen Sprachen herunterladen, darunter auf Deutsch, Hebräisch, Chinesisch, Thai und Slowenisch.

Auswahl der untersuchten Länder

Amnesty International hat für den Bericht die Menschenrechtslage in 160 Ländern untersucht. Doch die UNO hat über 190 Mitglieder. Wieso fallen also gewisse Länder unter den Tisch, wie die für Menschenrechtsverletzungen bekannte Dominikanische Republik? Während das Dokument in europäischen Staaten wie Deutschland, Frankreich, in der Schweiz und in den USA jede Menge Verstöße ans Licht bringt, wurden Liechtenstein, Luxemburg, Island, Madagaskar und Costa Rica ausgespart, obgleich AI (auf separaten Internetseiten) in einigen dieser Länder selbst Menschenrechtsverstöße angekreidet hat.

Laut AI ist Israel eines von 18 Ländern, in denen Kriegsverbrechen durch die Regierung oder „bewaffnete Gruppen“ verübt worden seien. Dem „Staat Palästina“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet. „Israel und die okkupierten palästinensischen Gebiete“ werden separat behandelt. In der Liste aller untersuchten Länder erscheint „Marokko/Westsahara” dahingegen im Verbund. Zypern wird als Einheit behandelt, obgleich der Norden des Landes von der Türkei besetzt ist. Kein Wort dort zur Siedlungspolitik der Türken. Auch weitere in der Welt existierende besetzte Gebiete werden von AI mit keinem Wort erwähnt.

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