„Luthers Sündenfall“ wird Thema

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation sieht es die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen als ihre Aufgabe an, auch auf die weniger positiven Seiten der Reformation und ihres Hauptprotagonisten einzugehen. Dazu zeigt sie in Kooperation mit der Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde Gelsenkirchen die Ausstellung „Drum immer weg mit Ihnen – Luthers Sündenfall gegenüber den Juden“ in der Friedenskirche, Königsberger Straße 122.

WAZ

In der Ausstellung wird Luthers ambivalente, intolerante und auch aggressive Haltung gegenüber dem Judentum dargestellt, so die Veranstalter. Auch die historischen Wirkungen des lutherischen Antijudaismus bis hin zum Nationalsozialismus und daraus folgende notwendige Konsequenzen für den gegenwärtigen Protestantismus und sein Verhältnis zum Judentum werden thematisiert.

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Heidnischer Glaube im Christentum

Osterfeuer sind ein Symbol der Wiederauferstehung, dienen jedoch auch dazu, den Winter zu vertreiben. ⇥Foto: FOTO: Marcel Kusch / picture alliance / dpa
Ob Weihnachtsbaum, Osterfeuer oder Hexennacht: Volkskundler Gunter Altenkirch erklärt die Riten.

Saarbrücker Zeitung

Ob Weihnachtsbaum oder Osterfeuer: Viele bis heute christliche Bräuche haben eigentlich einen heidnischen Hintergrund. „Der christliche Glauben geht mehr und mehr zurück. Umgekehrt gibt es eine Zunahme von Aberglauben“, sagt der saarländische Volkskundler Gunter Altenkirch, der in einem alten Bauernhaus in Gersheim-Rubenheim das Museum für dörfliche Alltagskultur und saarländischen Aberglauben unterhält. Viele Zeitzeugengespräche hat er über Jahrzehnte geführt über das, was Leute glauben, etliche Literatur dazu gesammelt und eine museale Sammlung mit mehr als 1500 Exponaten zusammengetragen.

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EuGH: Milch bleibt Milch und Tofu darf kein Käse sein

foto: ap/carrie antlfinger Für die Milch braucht es weiterhin die Ziege oder die Kuh und der Käse soll auch noch etwas mit Getier zu tun haben, finden die EU-Richter
Rein pflanzliche Produkte dürfen nicht unter Bezeichnungen wie „Milch“, „Rahm“, „Butter“, „Käse“ oder „Joghurt“ vermarktet werden

derStandard.at

Kann denn Tofu Käse sein? Oder etwas weiter gefasst: Darf man Produkte aus Tofu als Milch, Butter oder auch Käse bezeichnen und damit werben? Nein, sagt der Europäische Gerichtshof. Rein pflanzliche Produkte dürfen grundsätzlich nicht unter Bezeichnungen wie „Milch“, „Rahm“, „Butter“, „Käse“ oder „Joghurt“ vermarktet werden, die das Unionsrecht Produkten tierischen Ursprungs vorbehält, urteilen die EU-Richter.

Der deutsche Verband sozialer Wettbewerb hielt diese Werbung für rechtswidrig und klagte die Firma TofuTown vor dem Landgericht Trier in Deutschland auf Unterlassung. Das Landgericht bat die EU-Richter um Klärung, wie die Unionsvorschriften dazu zu verstehen seien.

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Bayern: Homosexuellen droht Abschiebung nach Russland

In Regensburg können sie in Frieden leben: Pavel Tupikov und Igor Popialkovskii aus Russland. Sie kommen sich vor wie auf einem „anderen Planeten“. (Foto: Andreas Glas)
Pavel Tupikov und Igor Popialkovskii flohen nach Bayern, weil sie in ihrer Heimat sogar schon von einem Polizisten bedroht wurden. Doch das Gericht sieht keine unmittelbare Gefahr.

Von Andreas Glas | Süddeutsche.de

Irgendwann wusste das ganze Haus Bescheid, es stand ja dick und fett an ihrer Wohnungstür. „Schwuchtel“ hatte einer drauf geschmiert. Einer der Nachbarn, die Pavel Tupikov kurz zuvor verdroschen, ihn und seinen Freund seit Monaten beschimpft und verspottet hatten. Pavel Tupikov, 41, und Igor Popialkovskii, 32, haben den „Schwuchtel“ wieder weggerubbelt, aber nicht den Hass, da hätten sie ewig rubbeln können. Drei Monate später stand ein Polizist vor der Tür und hat die beiden fortgejagt. Eine Woche hätten sie Zeit, ihre Wohnung zu verlassen, sagte der Polizist. Seine Begründung? Das schwule Paar sei ein schlechtes Beispiel für Kinder. Spätestens da hielten Tupikov und Popialkovskii das Leben in Russland nicht mehr aus – und flüchteten im Frühjahr 2014 in die Bundesrepublik.

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Bericht: Viele Mütter duldeten Kindesmissbrauch in Familien

Bild: WAZ
Mütter in Deutschland haben sich bei sexuellem Missbrauch in Familien zu selten schützend vor ihre Kinder gestellt.

Frankfurter Rundschau

Das geht aus einem ersten Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hervor, der in Berlin vorgestellt wurde. In den vertraulichen Gesprächen berichteten Erwachsene, wie sie als Kinder oft keine oder erst spät Hilfe erfuhren. Denn Familienangehörige reagierten trotz ihres Wissens um die Übergriffe nicht. Insbesondere Mütter hätten Missbrauch als Mitwissende geduldet, heißt es in der Studie.

Neue Studie widerlegt „NGO-Wahnsinn“ im Mittelmeer

foto: reuters/darrin zammit lupi Gerettete Flüchtlinge werden von einem NGO-Schiff nach Italien gebracht.
Britische Forscher: Rettungsaktionen führen nicht dazu, dass mehr Flüchtlinge nach Europa kommen

Von Kim Son Hoang | derStandard.at

Als „NGO-Wahnsinn“ bezeichnete Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) Rettungsaktionen von Hilfsorganisationen im Mittelmeer, die angeblich dazu führen, dass sich noch mehr Flüchtlinge auf den Weg in Richtung Europa machen. Bereits im März – der STANDARD berichtete – gab es einen Studie der Universität Oxford und der Scuola Normale Superiore, der Elitehochschule in Pisa, die diese These widerlegte. Nun kommen Forscher der Goldsmiths University of London zum gleichen Ergebnis. Dem Report „Blaming the Rescuers“ zufolge, der auf verschiedenen offiziellen Statistiken sowie Aussagen von Behördenvertretern, Migranten und NGO-Mitarbeitern basiert, hat der Zuwachs an Ankünften nichts mit den Aktivitäten der NGOs zu tun.

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Franziskus beruft Abtreibungsbefürworter an Akademie für das Leben

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Abtreibung sollte bis zu 18 Wochen nach der Empfängnis legal sein. Erst dann seien Gehirntätigkeit und damit Bewusstsein nachweisbar, sagt Nigel Biggar.

kath.net

Mit dem anglikanischen Geistlichen Nigel Biggar hat Papst Franziskus einen Wissenschaftler an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen, der die Ansicht vertritt, Abtreibung solle bis 18 Wochen nach der Empfängnis legal sein.

Biggar ist Professor für Moral- und Pastoraltheologie an der Universität Oxford und leitet deren Zentrum für Theologie, Ethik und das öffentliche Leben. Er ist außerdem Kanoniker an der Christ Church Cathedral.

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Deutsche Rüstungsexporte gehen leicht zurück

Auch Waffen des Hersteller Heckler & Koch werden exportiert. (Foto: REUTERS)
Sie verbleiben aber auf einem recht hohen Niveau. Heute will die Bundesregierung über den Rüstungsexportbericht beraten.

Süddeutsche.de

Die Ausfuhren von Waffen und anderem militärischen Gerät deutscher Hersteller gehen weiterhin leicht zurück. Dennoch bleiben sie auf einem hohen Niveau. Das geht dem Handelsblatt zufolge aus dem neuen Rüstungsexportbericht hervor, über den das Kabinett an diesem Mittwoch beraten will.

Demnach hat die Bundesregierung in den ersten vier Monaten 2017 bereits Genehmigungen mit einem Volumen von 2,42 Milliarden Euro erteilt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es dem Bericht zufolge 3,3 Milliarden Euro.

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Alles Rassisten, oder was?

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime wirft gern mit Diskriminierungs-Vorwürfen um sich. Besser wäre es, er würde helfen, den Islam zu modernisieren.

Von Jochen Bittner | ZEIT ONLINE

Wie lange eigentlich glaubt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland noch am eigentlichen Problem vorbeireden zu können? Unter der hoffnungsvollen Überschrift Wir Muslime müssen den Extremismus entlarven stellte Aiman Mazyek Anfang der Woche in der FAZ zunächst einmal klar, dass „wir Muslime“ schon ausreichend Gesicht gegen den Terrorismus zeigten, um dann eine von dessen angeblichen Hauptursachen zu benennen, „nämlich den Krieg und die Kriegstreiberei“. Die schändliche Ideologie, so Mazyek, die hinter dem muslimischen Extremismus stehe, müsse als das demaskiert werden, was sie sei: „areligiöser Nihilismus“. Nur werde tragischerweise ebenjenes spalterische Denken durch „antimuslimischen Rassismus“ gestärkt, der gerade „salonfähig“ werde.

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Asylsuchende erhalten von Australien Millionenentschädigung

foto: behrouz boochani/handout via reuters Die umstrittene Flüchtlingsunterbringung auf Manus Island soll im Oktober geschlossen werden.
Kurz vor Prozessbeginn fand in Victoria außergerichtliche Einigung statt – Regierung spricht von einer Entscheidung aus „Vernunft“

derStandard.at

Es sind 1905 Männer, denen die australische Regierung eine Entschädigung von insgesamt 70 Millionen australischen Dollar oder 47 Millionen Euro bezahlen wird. Die Männer waren zwischen November 2012 und Dezember 2014 in dem abgelegenen Flüchtlingslager auf Manus Island in Papua-Neuguinea inhaftiert gewesen.

Sie hatten Klage gegen die australische Regierung und die zwei privaten Dienstleister eingebracht, die das Lager leiten. Die Einrichtung ist in den vergangenen Jahren wiederholt von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen scharf kritisiert worden.

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„Viele verdrängen die Missbrauchsopfer, sie schauen wieder weg“

Jedes Jahr gibt es mehr als 12.000 Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Kindesmissbrauch – die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch höher. Der Zwischenbericht des Missbrauchsbeauftragten sei „tief erschütternd“.

evangelisch.de

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat sich schockiert über den ersten Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs gezeigt. „Der Bericht ist tief erschütternd“, sagte Johannes-Wilhelm Rörig den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Mittwoch). Der Zwischenbericht gebe einen intensiven Einblick in das Leid missbrauchter Kinder und das Versagen ihres Umfelds. „Manche Betroffene haben zum ersten Mal über ihre Erlebnisse gesprochen“, sagte Rörig. Er sei sehr froh, dass der Regierung diese unabhängige Kommission gegen den Widerstand in der großen Koalition abgerungen werden konnte.

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Ozonloch wirkt bis in die Tropen

© NASA/GSFC Ozohloch über der Antarktis im September 2016. WIe sich jetzt zeigt, reicht die Fernwirkung dieses Ozonschwunds bis in die Tropen.
Ozonschwund mit Fernwirkung: Das Ozonloch über der Antarktis hat weitreichendere Folgen als bisher angenommen. Denn es wirkt sich sogar auf das Klima im 10.000 Kilometer entfernten tropischen Pazifik aus, wie eine Studie enthüllt. Über veränderte Luftströmungen sorgt der polare Ozonschwund für verstärkte Regenfälle in dieser Region. Dies belegt erneut, dass wir längst nicht alle Zusammenhänge im komplexen Klimasystem unseres Planeten kennen.

scinexx

Bis zum Montreal-Protokoll von 1987 hat die Menschheit große Mengen ozonzerstörender Halogenkohlenwasserstoffe in die Atmosphäre freigesetzt und dadurch die Ozonschicht langanhaltend geschädigt. Als Folge reißt bis heute in jedem Frühjahr ein Ozonloch über der Antarktis auf und auch über der Arktis ist der Ozonschwund noch immer gravierend. Zwar erholt sich die Ozonschicht langsam, Emissionen neuer „Ozonkiller“, aber auch Vulkanausbrüche können dies jedoch bremsen.

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Assad-Verwandte in NRW-Asylheim: „Wäre ihr etwas zugestoßen, wäre hier die Hölle los gewesen“

Flüchtlingsunterkunft in Bad Berleburg: Hier wohnte Fatima Massud al-Assad Quelle: dpa/bt lof soe
Fatima Massud al-Assad fürchtete um ihr Leben und kam nach Deutschland. Dort wurde die Verwandte des Diktators von anderen Flüchtlinge erkannt und angefeindet. Die Kommune in NRW wusste nichts von ihrer Familienbande.

Von Kristian Frigelj | DIE WELT

Der Kreis Warendorf wusste nicht, dass sich unter den Flüchtlingen eine prominente Person befand. Das fiel erst auf, als Fatima Massud al-Assad bei einem Termin im Ausländeramt plötzlich von syrischen Flüchtlingen beschimpft wurde.

Die Kreisverwaltung im Norden Nordrhein-Westfalens machte sich kundig und erfuhr, dass sie die Ehefrau eines verstorbenen Cousins des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ist und recht bekannt noch dazu. Sie bangte offenbar wegen familiärer Konflikte um ihr Leben und hat in Deutschland einen Asylantrag gestellt.

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Erfolgsrezept „Polnische Zonen“ am Mittelmeer

Screenshot aus einem YouTube-Werbefilm von Rainbows über Polska Strefa.
Die Polen scheinen unter sich bleiben zu wollen, die günstigen Fernreisen wurden mit „500+“, eine Art Kindergeld der PiS-Regierung, attraktiv

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

Polen ist heut für einen Isolationskurs in Europa bekannt – keine Flüchtlinge dürfen ins Land, die heimische Wirtschaft soll vor internationalen Konzernen geschützt werden. Dieser Trend schlägt sich anscheinend auch auf das Urlaubsverhalten nieder. Mit laut beworbenen „Polnische Zonen“ am Mittelmeer hat der Reiseanbieter Rainbow einen Verkaufsschlager gestartet. Fast alle 40.000 Plätze für diesen Sommer in fünf Hotels in Griechenland und einem in Kroatien seien schon ausverkauft.

Die Marketingchefin des Unternehmens gibt dabei ganz offen klischeehaltige Vorstellungen vom Sozialverhalten ihrer Landsleute zum Besten, das sich mit den Erfahrungen anderer nicht unbedingt deckt: „Polen wollen immer in einer Mannschaft spielen. Polen gegen den Rest der Welt. Das ist ihr natürliches Bedürfnis“, behauptet Emilia Bratkowska.

In den Hotels werden polnische Filme am Strand, polnisches Karaoke, polnische Gesellschaftsspiele, Quiz sowie Disco Polo angeboten, vor allem bleiben den Gästen von der Weichsel Demütigungen aufgrund mangelnder Englischkenntnisse erspart.

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Das Versagen der arabischen Eliten

Die anhaltenden Proteste in Nordafrika offenbaren das Ausmaß staatlichen Versagens. Noch nie war die Entfremdung zwischen korrupten Eliten und den sozialen Realitäten der normalen Bevölkerung so groß, meint Loay Mudhoon.

Von Loay Mudhoon | Qantara.de

Als im Jahr 2011 die Arabellion, die größte Massenmobilisierung in der jüngsten Geschichte der arabischen Völker, ausbrach, meinten einige Beobachter, das Haupthindernis für eine erfolgreiche Überwindung autoritärer Herrschaft sei die große weltanschauliche Entfremdung zwischen regierenden Eliten und Volksmassen. Diese Entfremdung zeige sich an der Säkularität der Machteliten und der Religiosität der breiten Bevölkerung in den arabischen Gesellschaften.

Und tatsächlich sah es so aus nach den ersten Rückschlägen in arabischen Umbruchstaaten: Nach dem Abgang der Langzeitdiktatoren in Ägypten und Tunesien fiel das gemeinsame Feindbild der heterogenen Protestbewegungen weg. Die Träger der arabischen Revolten verstrickten sich zunehmend in ideologische Grabenkämpfe.

Diese gesellschaftliche Polarisierung zwischen einem konservativ-islamistischen Lager auf einer einen Seite und einem säkularen Lager auf der anderen Seite trug letztendlich zum vorläufigen Scheitern der Arabellion bei: In Ägypten kehrte die alte, scheinbar säkulare Machtelite nach dem Militärputsch im Sommer 2013 an die Schalthebel der Macht zurück, während Libyen und Syrien in einen erbarmungslosen Bürgerkrieg versanken.

Alle Macht dem Palast

Erstaunlicherweise haben die nordafrikanischen Länder die Turbulenzen revolutionärer Dynamik relativ unbeschadet überstanden: Aus Angst vor erneutem Bürgerkrieg blieb es in Algerien weitgehend ruhig; in Marokko trat König Mohammed VI. 2011 die Flucht nach vorne an und gab aus Angst vor Massenprotesten einige Befugnisse ab, im Rahmen einer Verfassungsänderung, die das Land zu einer konstitutionellen Monarchie hätte machen sollen.

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Alexa für Alte

Bild: TR

In einer Seniorenresidenz in Kalifornien wird derzeit erforscht, ob sprachgesteuerte Assistenzen älteren Menschen den Alltag erleichtern können. Die ersten Ergebnisse sind viel versprechend.

Von Elisabeth Woyke | Technology Review

Wenn Lois Seed morgens aufwacht, ist eine der ersten Sachen, die sie sagt „Alexa, wie ist das Wetter?“. Seed ist 89 Jahre alt und hat aufgrund einer Makula-Degeneration ein eingeschränktes Sehvermögen. Also lässt sie sich die Wettervorhersage gern von dem sprachaktivierten Assistenten Alexa auf ihrem Amazon-Lautsprecher Echo ansagen. Und auch wenn sie die Uhrzeit wissen oder klassische Musik hören möchte, lässt sie das von Echo erledigen.

„Das Leben ist mit Alexa angenehmer“, sagt Seed. Sie und rund 50 andere Bewohner der Rentner-Community Carlsbad by the Sea in der Nähe von San Diego testen die Assistenz-Technologie seit Ende Februar. Front Porch, der nichtkommerzielle Betreiber der Anlage, hat das Pilotprogramm aufgelegt, nachdem einige Bewohner Interesse an Alexa bekundet hatten und das System ausprobieren wollten.

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Ungarn und Polen wollen keine Flüchtlinge – EU-Kommission leitet Verfahren ein

  • Die EU-Innenminister hatten im September 2015 gegen den Widerstand mehrerer osteuropäischer Länder die Umverteilung von 120 000 Asylbewerbern aus den Hauptankunftsländern Italien und Griechenland beschlossen.
  • Nach jüngsten Zahlen der EU-Kommission wurden bisher von den insgesamt 160 000 Flüchtlingen nur 20 869 auf andere EU-Staaten verteilt.
  • Die ungarische Regierung kündigte Widerstand gegen den Kommissionsbeschluss an.

Süddeutsche.de

Weil Ungarn, Polen und Tschechien die Aufnahme von Flüchtlingen verweigern, geht die EU-Kommission rechtlich gegen die EU-Länder vor. Die Behörde beschloss am Mittwoch in Straßburg, Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten. Sie können zu Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof und empfindlichen Geldbußen führen. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos warf Budapest, Warschau und Prag vor, sich europäischer Solidarität zu verweigern.

Die EU-Innenminister hatten im September 2015 gegen den Widerstand mehrerer osteuropäischer Länder die Umverteilung von 120 000 Asylbewerbern (später nur noch 98 000) aus den Hauptankunftsländern Italien und Griechenland beschlossen. Sie sollten bis September 2017 nach einem Quotensystem in andere Mitgliedstaaten gebracht werden. Bereits zuvor hatten sich eine Reihe von Mitgliedstaaten freiwillig verpflichtet, 40 000 Flüchtlinge aufzunehmen.

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BILD gegen Arte

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
Wie dumm Zensur im Online-Zeitalter ist. Zum Streit über die Ausstrahlung des Dokumentar-Films: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wie dumm Zensur im Online-Zeitalter ist, zeigt sich wieder einmal am Beispiel des Dokumentarfilms „Auserwählt und ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“. Ausgerechnet die Bildzeitung kann sich als aufklärerisches Medium gerieren, indem es den Film für 24 Stunden online stellt (auch auf YouTube).

Der WDR hatte die Dokumentation in Auftrag gegeben und redaktionell betreut, die Erstaustrahlung war bei Arte vorgesehen. Beide Sender wollen den Film aber nicht zeigen. Dass Bild als Medium der Aufklärung daherkommt und der linksliberale Sender Arte als Zensor, hat sich letzterer aber auch selber zuzuschreiben. Das wird auch noch bei der kurzen Reaktion auf die Veröffentlichung deutlich. So heißt es dort:

ARTE hat zur Kenntnis genommen, dass Bild.de die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“ in eigener Verantwortung online gestellt hat. Auch wenn diese Vorgehensweise befremdlich ist, hat ARTE keinen Einwand, dass die Öffentlichkeit sich ein eigenes Urteil über den Film bilden kann.

Pressestatement ARTE

Warum ist es befremdlich, dass die Bildzeitung dafür gesorgt hat, dass sich die Öffentlichkeit und nicht nur einige Prorammverantwortliche selber eine Meinung von der Qualität der Dokumentation bilden kann? Wenn die Arte-Verantwortlichen sagen, dass sie die Doku auch zukünftig nicht senden wollen, weil das ursprüngliche Konzept verändert wurde, bestätigen sie nur die Vorurteile von einer linksliberalen Elite, die schon mal die gemeine Bevölkerung vor zu viel eigener Urteilskraft bewahren will.

Schon in der letzten Woche war Arte verstärkt unter Druck geraten, weil es die Ausstrahlung der Dokumentation verweigert hat.

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Zecken nervten schon Dinosaurier

Vorfahr. Die Zecke Amblyomma birmitum in rund 100 Millionen Jahre altem Bernstein.Foto: Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr
Im heutigen Burma lebten schon vor 100 Millionen Jahren blutsaugende Zecken. Ein Exemplar hat die Zeiten in Bernstein überdauert.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

Zecken piesacken andere Lebewesen schon länger. Genauer: seit mindestens 100 Millionen Jahren. Auf dieses Alter schätzen Wissenschaftler eine von ihnen entdeckte, in Bernstein eingeschlossene Zecke. Damit gehört der Blutsauger zur ältesten Art einer heute noch vorkommenden Zeckengattung. Das Tier stammt aus dem Burmesischen Bernsteinwald und wurde nach seiner Herkunft Amblyomma birmitum getauft. Beschrieben wurde das perfekt konservierte Exemplar, das in der Kreidezeit lebte, von Forschern des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr, des Museums für Naturkunde Berlin und der Zoologischen Staatssammlung München im Fachblatt „Parasitology“.

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Big Pharma Wants a Monopoly On One of Weed’s Key Medicinal Compounds

Janéa Cox and her daughter Haleigh, who uses CBD to control seizures. Image: Joe Amon/Getty
Corporate lobbyists in more than twenty US states are currently pushing to make sure the pharmaceutical industry has the only legal supply of CBS.

By David Bienstock | MOTHERBOARD

Melissa Mentele,a 40-year old mother of three, worked in healthcare for 20 years until she suffered a catastrophic injury while helping an Alzheimer’s patient out of bed, later developing a rare, „devastating“ chronic pain condition called RSD/CRPS. After finding that medical cannabis worked wonders for her pain relief. without the „dangerous and debilitating“ side effects of prescription pills, she helped found New Approach South Dakota, a donor-funded, volunteer-staffed nonprofit that advocates locally for medical cannabis.

A regular attendee at any statewide meeting on the subject, Mentele noticed something seriously awry this legislative session when she arrived at the statehouse for a hearing on a bill that would allow patients with a doctor’s recommendation to legally access cannabidiol (CBD), a non-psychoactive medicinal compound found in cannabis.

„Every attempt to pass a medical cannabis law in South Dakota has previously been met with a very heavy law enforcement presence,“ Mentele tells me.

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