„Tötet sie. Tötet sie alle“: US-Abgeordneter sorgt mit Facebookpost für Wirbel

„Jagt sie, identifiziert sie und tötet sie“: Der Republikaner Clay Higgins, hier im Dezember 2016 nach seinem Sieg bei der Wahl zum US-Repräsentantenhaus. © Lee Celano/AP
Er schreibt von einem Krieg der Christenheit gegen den „islamischen Horror“: Der US-Republikaner Clay Higgins hat mit einem extremen Aufruf auf den Terroranschlag in London reagiert.

Von Marc Drewello | stern.de

Der US-Abgeordnete Clay Higgins ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Bevor er im vergangenen Jahr für den Kongress kandidierte, machte er sich als Sprecher des Sheriffs der Gemeinde St. Landry im US-Bundesstaat Louisiana einen Namen. „Cajun John Wayne“ nannte man ihn damals wegen seiner markigen Auftritte als Gesetzeshüter im regionalen TV-Sender KATC, wie US-Medien berichten. Nachdem er in einem Video eine Gruppe überwiegend schwarzer Gangmitglieder als „Schlägertypen“, „Heiden“ und „Tiere“ bezeichnet und sein Chef ihn angewiesen habe, seinen Ton zu mäßigen, habe Higgins im März 2016 den Dienst quittiert.

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Kirche und Medien: „Kirche muss auch bei Google stattfinden“

Religiöser Spam

Viele Menschen seien auf der Suche nach Sinnhaftigkeit und würden ihre Antworten bei Google suchen, sagt der Mediendirektor des Erzbistums Köln, Ansgar Mayer, im DLF. Es sei wichtig, dass Kirche im Internet präsent ist und damit den seelsorgerischen Auftrag der Kirche erfüllen kann.
Ansgar Mayer im Gespräch mit Stefan Koldehoff | Deutschlandfunk

Stefan Koldehoff: Manchmal führt guter Journalismus ja auch dazu, dass man sich von gut gepflegten Vorurteilen verabschieden muss. Mal sehen, ob das gelingt im Gespräch mit Ansgar Mayer, studierter Politikwissenschaftler, katholischer Theologe, früher beim FAZ-Business Radio, dann Leiter der Crossmedia-Abteilung bei Springer und bei „Computer Bild“ – und nun seit knapp anderthalb Jahren „Direktor für Medien und Kommunikation“ des Erzbistums Köln. Guten Tag Herr Mayer.

Ansgar Mayer: Schönen guten Tag Herr Koldehoff.

Koldehoff: Den Wechsel von „Computer Bild“ zum Erzbistum Köln – den müssen Sie uns bitte zuerst mal erklären.

Mayer: Es gibt die scherzhafte Variante, die lautet: nach knapp zehn Jahren Springer und BILD musste ich ein bisschen Buße tun, und es gibt die andere Variante, die da sagt: Auch das Erzbistum hier und namentlich Kardinal Woelki sind dabei, sowas wie die Digitalisierung sehr, sehr ernst zu nehmen und zu sagen, wir müssen in unseren Strukturen in irgendeiner Form darauf reagieren. Und das knüpfte daran an, dass ich zum einen katholische Wurzeln habe und immer wieder Schnittstellen zur katholischen Kirche und zum anderen bei Springer an verschiedenen Stationen dieses Thema Digitalisierung sowohl in seiner Außenwirkung als auch mit der Frage, was heißt das für unsere Workflows, für unsere Strukturen, ja ganz gut mitleben und Erfahrungen mitbringen konnte und die darf ich jetzt hier ‚bei Kirchens‘ einsetzen.

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Katholischer Lückenbüßer-Gott und Bildung

St. Galler Kantonsräte verschiedener Parteien fordern in einer Motion strengere Auflagen für Privatschulen. Sie wollen damit angeblich verhindern, dass Schüler an konfessionellen Schulen „gezielt indoktriniert“ werden.

Von Dominik Lusser | kath.net

Im Kanton St. Gallen gibt es derzeit 29 Privatschulen mit einer offiziellen Bewilligung. Das Volksschulgesetz macht die Erteilung einer Bewilligung von zwei Bedingungen abhängig: Erstens müssen die Privatschulen einen der öffentlichen Schule gleichwertigen, auf Dauer angelegten Unterricht gewährleisten. Zweitens müssen die obligatorischen Unterrichtsbereiche der öffentlichen Schule unterrichtet werden. Das Amt für Volksschule überprüft die Privatschulen regelmässig.

Manchen St. Galler Kantonsräten genügen diese Bestimmungen nicht. Im Kanton St. Gallen gäbe es Privatschulen, die zum Teil „religiös-fundamentalistischen Kreisen“ nahestünden, heisst es in einer Motion vom 25. April 2017. Zudem fehlten im Volksschulgesetz klare inhaltliche Vorgaben für den Unterricht an Privatschulen. Diese Lücke gelte es mit Blick auf einen weltanschaulich neutralen Unterricht zu schliessen. Bewilligungen für Privatschulen sollen demnach künftig nur noch erteilt werden, „wenn an der Privatschule keine religiöse bzw. weltanschauliche Beeinflussung stattfindet.“

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Parkinson: Nicht-invasiver Hirnschrittmacher in Sicht?

Im Versuch stimulierten die Forscher unter anderem erfolgreich eine bestimmte Region im Hippocampus (grün) ihrer tierischen Probanden. © Nir Grossman et al.
Hirnschrittmacher ohne OP: Für die tiefe Hirnstimulation müssen Parkinson-Patienten bislang Elektroden ins Gehirn implantiert werden. Das könnte sich künftig ändern: Wissenschaftler haben im Versuch mit Mäusen erstmals tiefliegende Hirnregionen durch auf dem Kopf aufliegende Elektroden gezielt stimuliert – ohne dabei auch darüberliegende Bereiche im Gehirn zu beeinflussen. Der Ansatz könnte die Therapiemethode weniger riskant machen und sie dadurch für mehr Betroffene öffnen, hofft das Team.

scinexx

Bei Parkinson-Leiden ist die tiefe Hirnstimulation bereits eine anerkannte Behandlungsmethode – und auch bei Erkrankungen wie Depressionen oder Magersucht zeigt sich ihr Einsatz in ersten Studien vielversprechend. Es scheint, dass die Stimulation bestimmter tiefliegender Hirnregionen mit schwachen elektrischen Impulsen die Symptome von Betroffenen erheblich zu lindern vermag.

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Ist der Staat zu lax gegenüber dem Islamismus?

Razzia in einer Frankfurter Moschee vergangenen Februar: „Da werden Ideologien aus dem Nahen Osten in Europa eingeschleust.“ Foto: Boris Rössler, dpa
Die ideologische Seite des Islams fordert die Gesellschaft heraus. Durch den Terror gibt es auch in Deutschland Verunsicherung. Experten streiten über die richtige Antwort.

Von Bernhard Junginger | Augsburger Allgemeine

Öffnet die im deutschen Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit dem politischen Islam Tür und Tor? Vor dem Hintergrund tödlicher islamistischer Anschläge wie jetzt in London oder zuvor auch in Deutschland und der Zuwanderung hunderttausender Muslime machen sich immer mehr Bürger große Sorgen. Was bedeutet es etwa, wenn in Umfragen in Deutschland 47 Prozent der befragten Muslime sagen, dass die Gebote ihrer Religion für sie über den staatlichen Gesetzen stehen? Die Politik streitet um die richtigen Wege, möglichen Gefahren zu begegnen.

Für den bayerischen CSU-Justizminister Winfried Bausback (CSU) geht es in der Diskussion „keinesfalls darum, den Islam als Religion zu diskriminieren oder auszugrenzen“. Im Gegensatz zum im Alltag gelebten Glauben vieler Mitbürger, die sich zum Koran bekennen, sei der politische Islam eine „totalitäre Ideologie, die sich der Sprache der Religion bedient“, so der bayerische Justizminister bei einer Expertenrunde in Berlin.

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Veröffentlichtes NSA-Dokument sorgt in den USA für Aufruhr

Nach der Veröffentlichung des geheimen NSA-Dokuments fanden in einigen amerikanischen Städten Demonstrationen statt © Erik McGregor/ZUMA Press/Picture Alliance
Ein streng geheimes Dokument des Geheimdienstes NSA wurde auf der Enthüllungsplattform „The Intercept“ veröffentlicht. Auf den US-Präsidenten Donald Trump werfen die neuen Informationen kein gutes Licht.

stern.de

Eigentlich wurde das Justizministerium unter Donald Trump angewiesen, verstärkt gegen die Weitergabe geheimer Staatsdokumente vorzugehen. Nun ist es wieder passiert. Die Veröffentlichung von vertraulichen Informationen des Geheimdienstes NSA über mutmaßliche russische Cyberangriffe hat in den USA hohe Wellen geschlagen.

Nur kurz nachdem die Enthüllungsplattform „The Intercept“ über das Dokument berichtete, wurde eine 25-Jährige Frau wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen festgenommen, wie das Justizministerium am Montag in Washington mitteilte. Das NSA-Dokument soll zeigen, dass Hacker mit Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU über Monate hinweg versuchten, in US-Wahlsysteme einzudringen.

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On the way home – Diskussion mit Dawkins

Foto: Brian Engler/RDF
Auf seiner US-Tour traf Richard Dawkins am 24. Mai 2017 in Washington den Biologen Jerry Coyne zu einer Diskussion.

Von Jerry Coyne | Richard-Dawkins-Foundation

Ich hänge am R*agan Airport in DC fest, den ich lieber bei seinem alten Namen „National Airport“ nenne. Nach Chicago-Zeit um Mittag herum werde ich zu Hause sein.

Vielleicht erinnert Sie die erste Hälfte dieses Posts an einen Beatles-Song; wenn Sie sagen können, auf welchem Album er war, gibt’s Extrapunkte.

Die Veranstaltung mit Richard Dawkins gestern Abend im Lisner-Auditorium (George Washington University, 24. Mai 2017) lief gut, jedenfalls erschien es mir so. 900 Besucher, der VIP-Bereich schon vorher ausverkauft, und ich glaube, unser Gespräch war recht lehrreich, auch wenn das immer schwer zu sagen ist, wenn man von der Bühne aus das Publikum nicht sehen kann (das Scheinwerferlicht war heftig). Ich versuchte, mich auf Evolution zu konzentrieren, wenngleich ich Richard dazu bekam, etwas über den freien Willen (im dualistischen Sinne) zu sagen, nachdem er in seinem demnächst erscheinenden (und empfohlenen) Essay-Band „Science in the Soul“ folgendes schrieb:

„Nach meinen öffentlichen Reden graust es mir vor der unvermeidlichen Frage ‚glauben Sie an den freien Willen‘ und ich nehme manchmal Zuflucht zu Christopher Hitchens typisch geistreicher Antwort, ‚Ich habe keine andere Wahl‘.“

Naja, schlagfertig ist das, aber nicht wirklich eine Antwort, also fragte ich ihn, ob er zustimmt, dass all unsere Handlungen vorherbestimmt sind, mit Ausnahme eventueller Quantenereignisse im Gehirn. Das räumte er ein und fügte hinzu, den Kompatibilismus und andere Versuche, den freien Willen zu „retten“, nicht recht zu verstehen. Diese Aspekte vertiefte ich nicht, und so diskutierten wir kurz die Implikationen eines reinen Determinismus für Gesellschaft und Rechtssystem.

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Nordpolarmeer war einst ein Süßwassersee

Heute ist das Nordpolarmeer salzig, doch vor 36 Millionen Jahren bildete es einen gigantischen Süßwassersee. © Alfred-Wegener-Institut, Stefan Hendricks / CC-by-sa 4.0
Vom See zum Meer: Das Nordpolarmeer war noch bis vor rund 36 Millionen Jahren ein gigantischer Süßwassersee. Denn die Bering-Landbrücke und eine weitere Barriere zwischen Grönland und Schottland riegelten den arktischen Ozean gegen den Atlantik und Pazifik ab. Erst, als diese Landbrücken langsam im Meer versanken, entwickelte sich zunächst ein Brackwassergebiet und dann das salzige Nordpolarmeer, wie Geologen im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Jedes fließen etwa 3.300 Kubikkilometer Süßwasser in das Nordpolarmeer – vor allem aus den schmelzenden Gletschern der Arktis. Das entspricht rund einem Zehntel des jährlichen Wassereintrags aller Flüsse der Welt zusammen. Doch der stetige Salzwasser-Einstrom aus Atlantik und Pazifik sorgt heute dafür, dass sich das Wasser mischt und das Nordpolarmeer salzig bleibt.

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In der Niederlage des IS droht neue Gefahr

Im Kampf um Mossul stehen Soldaten der irakischen Armee den Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat gegenüber. (Foto: dpa)
Die Islamisten sind in ihrem Kerngebiet unter Druck geraten. Doch wer denkt, sie seien dadurch unter Kontrolle, liegt falsch.

Von Paul-Anton Krüger, Arne Perras | Süddeutsche.de

Eigentlich wollten die irakischen Regierungstruppen zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan die Rückeroberung Mossuls von der Terrormiliz Islamischer Staat verkünden. Daraus ist nichts geworden, aber die Eliteeinheiten kämpfen sich Haus um Haus, Straße um Straße vor.

Teile von zwei weiteren Vierteln um die Altstadt mit ihren engen Gassen haben sie am Wochenende eingenommen. Dort sollen bis zu 200 000 Zivilisten eingeschlossen sein, von den Dschihadisten als Geiseln und menschliche Schutzschilde missbraucht. Scharfschützen schießen auf jeden, der zu fliehen versucht, die Extremisten feuern den Menschen sogar Mörsergranaten hinterher.

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Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages hält NetzDG ebenfalls für europarechtswidrig

Aktelles Social-Media-Mem. Bild: heise.de/tp
Würde das Gesetz wie von der Bundesregierung geplant oder mit den vom Bundesrat geforderten Änderung in Kraft treten, nähme Deutschland in der EU eine Sonderstellung ein

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Das von der Bundesregierung geplante „Netzwerkdurchsetzungsgesetzes“ (NetzDG) wird von zahlreichen und namhaften deutschen Rechtswissenschaftlern als verfassungs- und europarechtswidrig eingestuft (vgl. Juristen halten Maas‘ Gesetz gegen „Fake News und Hate Speech“ für verfassungs- und europarechtswidrig und Maas will NetzDG noch diese Woche durch den Bundestag bringen). Nun wurde dem fernsehbekannten Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel ein auf den 31. Mai datiertes Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages mit dem Titel „Der Entwurf des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes – Vereinbarkeit mit dem Herkunftslandprinzip“ zugespielt, der zeigt, dass auch die zur Neutralität und Objektivität verpflichteten Juristen dort von einer Unvereinbarkeit mit der E-Commerce Richtlinie 2000/31/EG2 ausgehen. Wörtlich schreiben sie dazu:

Fraglich ist, ob eine unionsrechtskonforme Auslegung des NetzDG-E möglich ist, so dass das NetzDG-E für Netzwerkbetreiber aus anderen Mitgliedstaaten nur greift, wenn die Normen des betreffenden Mitgliedstaats vergleichbare Vorgaben postulieren und das deutsche Recht mithin nicht strenger ist als das Recht des Sitzmitgliedstaats oder im fraglichen Einzelfall eine Ausnahme vorliegt und die Voraussetzungen des Art. 3 Abs. 4 der E-Commerce Richtlinie erfüllt sind bzw. werden, sodass das NetzDG-E Anwendung finden kann. Dagegen sprechen Begründung und Formulierungen des NetzDG-E, welche eine Anwendung der Normen des NetzDG-E auf Betreiber aus anderen EU-Mitgliedstaaten vorsehen und dafür keine vergleichbaren Regelungen im Sitzmitgliedstaat oder ergänzende Anforderungen gemäß Art. 3 Abs. 4 der E-Commerce Richtlinie voraussetzen.

Steinhöfels Informationsstand nach wird diese Woche ein weiteres Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes fertig, in dem die Vereinbarkeit des NetzDG mit dem deutschen Grundgesetz geprüft wird. „Dem Vernehmen nach“, so der Rechtsanwalt dazu, „sind die Juristen über die fachliche Qualität des Gesetzes fassungslos und die Verfassungsrechtler des Wissenschaftliches Dienstes haben schwerste Bedenken.“

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Rick Santorum: The Sun Isn’t a Reliable Source of Renewable Energy

Image: Friendly Atheist

Rick Santorum, another Republican who never seems to run out of bad ideas, said on CNN this morning that solar and wind energy aren’t reliable.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

As if the Sun is going to run out of… itself.

“We have a fracking revolution,” Santorum replied. “And it’s driving down the cost of our electricity.”

“Solar and wind are cheaper than coal,” [former Michigan Gov. Jennifer] Granholm pointed out. “Right now, China is cancelling 107 of its coal plants because why? Solar and wind are cheaper than coal. Same in India.”

“It’s not reliable, it’s not consistent,” Santorum opined.

“Oh my god!” Granholm gasped.

If Santorum was talking about Donald Trump, he’d be right. But he wasn’t and he isn’t. His argument is no more sensible that those who say we can’t rely on the Sun because it disappears at night.

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Ein ungebremster Opium-Tsunami fegt über die USA

Eltern von Drogenabhängigen beten in einer christlichen Selbsthilfegruppe in Los Angeles für ihre Kinder. (Bild: Jae C. Hong / AP)
In den Vereinigten Staaten drängen neue synthetische Opiate auf den Schwarzmarkt – mit tödlichen Folgen

Von Peter Winkler | Neue Zürcher Zeitung

In die Schlagzeilen schaffen es nur noch ausserordentliche Fälle. Zum Beispiel jener des 19 Monate alten Jungen, der Sonntagnacht in einem Spital von Akron (Ohio) starb. Er hatte am Donnerstag eine Opiat-Überdosis erlitten, hatte vermutlich etwas geschluckt, was im Haus herumlag. Sein neunjähriger Bruder rief den Notdienst. Zunächst schien es, als könne der Junge mit dem Anti-Überdosis-Mittel Naloxone gerettet werden. Doch die gesundheitlichen Schäden waren zu gross. Er schaffte es nicht.

Ein Problem aller Schichten

Dass sich die Tragödie in Ohio abspielte, war kein Zufall. Der Staat hat traurige Berühmtheit erlangt, weil er 2016 von allen amerikanischen Gliedstaaten am meisten Todesfälle durch Überdosen registrierte.

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Mordverdächtiger Afghane: Abschiebung war wegen Konversion unmöglich

Der afghanische Asylbewerber, der in Bayern ein Kind erstochen hatte und von der Polizei in Nothilfesituation erschossen wurde, war nicht abgeschoben worden, da er seine Konversion zum Christentum geltend machte.

kath.net

Der 41-jährige Afghane war „ein verurteilter Straftäter und trug eine Fußfessel“. Das berichtete der „Bayrische Rundfunk“. Der Asylbewerber war von der Polizei offenbar in einer Nothilfesituation erschossen worden, als er im bayrischen Arnschwang (Kreis Cham) einen fünfjährigen Jungen durch Messerstiche in den Hals tötete und dessen Mutter gefährlich verletzte. Der sechsjährige Bruder des Todesopfers blieb unverletzt, wurde aber Augenzeuge der Tat und steht unter Schock. Die Mutter ist derzeit noch nicht vernehmungsfähig.

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Massentierhaltung und Islam vereinbar?

Massentierhaltung, auch Muslime beschäftigt dieses Thema. © flickr, CC 2.0, Nadja Varga
Vor allem zum Iftar an Ramadan werden üppige Mahlzeiten mit Fleischgerichten serviert. Doch können Muslime angesichts der Massentierhaltung unbekümmert Fleisch verzehren, und was würde der Prophet Muhammad (s) tun?

Von Katharina Beneladel | IslamiQ

Die Atmosphäre ist düster. Wände und Betonboden starren vor Schmutz. Der Blick schweift hinein in eine Schleuse, von deren Ende her Quieken zu hören ist. Ein Schwein in Todesangst. Die Kamera zoomt heran. Ein Mann in weißen Gummistiefeln und Plastikschürze presst mit geübtem Griff zwei Elektroden gegen den Kopf des sich windenden Tieres. Dann wird dessen betäubter Körper an einem Haken aufgehängt, dämmert dort neben einigen Artgenossen dem vermeintlich schmerzfreien Tod entgegen. Ehe die Kamera abblendet, ist zu sehen, wie allmählich wieder Leben in die Tiere kommt.

Es sind drastische Bilder, die die Tierschutzorganisation PETA in einem 360°-Video per Social Media verbreitet, um den Zuschauer mit der Realität hinter dem politisch geförderten Narrativ vom angeblichen Sterben ohne Leid zu konfrontieren.

Ist das rituelle Schächten also doch die ethische Alternative zum industriellen Töten in „westlichen“ Massentierhaltungsbetrieben? Nicht grundsätzlich, findet der kanadische Neurowissenschaftler und Theologe Dr. Mohamed Ghilan. Das Gefühl moralischer Überlegenheit, das viele Muslime beim Kauf „halal“-zertifizierter Produkte empfänden, sei unangebracht. Angesichts der enormen Mengen an Fleisch- und Wurstwaren, die täglich in muslimischen Lebensmittelläden verkauft werden, müsse das romantisierte Bild vom Tier, das nach einem erfüllten Leben auf sattgrünen Weiden erst sanft beruhigt und dann vom Metzger quasi überrascht werde, revidiert werden. Muslime, meint Ghilan, müssten sich der unangenehmen Wahrheit stellen, ebenfalls Teil einer monströsen Produktionskette zu sein, in der Tiere zu dem alleinigen Zweck gezüchtet würden, unsere Gier nach Fleisch zu stillen. Gleiches gelte natürlich auch für Fisch und die Erzeugung von Eiern und Milchprodukten.

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Katar als Schurkenstaat isoliert

Doha, die Hauptstadt von Katar. Bild: JanManu. Lizenz: CC BY-SA 4.0
Drei andere Golfmonarchien und Ägypten werfen dem Emirat Terrorunterstützung vor und brechen die diplomatischen Verbindungen ab

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Heute Morgen meldete der in Dubai ansässige und zum saudischen MBC-Konzern gehörige Sender al-Arabija, dass Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain die diplomatischen Beziehungen zum Emirat Katar abbrechen und dass alle Bürger Katars die drei Länder binnen 14 Tagen verlassen müssen. Diplomaten haben dazu nur 48 Stunden Zeit. Für Einreisen werden die Grenzen bereits jetzt dicht gemacht. Ägypten und die sunnitische Gegenregierung im Jemen schlossen sich dem Schritt später an. Aus der von Saudi-Arabien angeführten Sunnitenkoalition, die im Jemen gegen die schiitische Huthi-Regierung kämpft, wurde das pro Einwohner gerechnet reichste Land der Erde ebenfalls ausgesperrt.

Neben der einzigen Landgrenze zu Saudi-Arabien, die die Halbinsel über dem weltgrößten Gasfeld hat, sollen auch See- und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus Katar geschlossen werden. Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Fluglinie Etihad Airways will Katar ab morgen nicht mehr anfliegen, aber Kunden Alternativen anbieten. Qatar Airways strich alle Flüge nach Saudi-Arabien. Ob die Linie weiter saudisches Territorium überfliegen darf, ist bislang ebenso unklar wie mögliche Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2022, die in Katar stattfinden soll.

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Großbritanniens Abschied von liberalen Leitbildern

(c) APA/AFP/JUSTIN TALLIS
Mit Bekenntnissen zur offenen Gesellschaft sind auf der Insel keine Wahlen mehr zu gewinnen. Nach den jüngsten Terroranschlägen schon gar nicht.

Von Wolfgang Böhm | Die Presse.com

Enough is enough.“ Wer konnte nach diesem weiteren Terroranschlag in London die britische Premierministerin Theresa May nicht verstehen? Es reicht tatsächlich. Islamistische Fundamentalisten richten mit ihrer Blutspur durch Europa etwas an, das unsere Gesellschaft verändert. Sie bringen Leid über so viele Menschen und verunsichern den Rest. Und sie verändern das Denken. Ihre exportierte Gewalt zerstört jenen, die noch immer für eine offene, tolerante Gesellschaft eintreten, die argumentative Grundlage. So mag es auch nicht verwundern, dass sich Großbritannien im aktuellen Wahlkampf von seinem liberalen Leitbild verabschiedet. Mit Ankündigungen zu mehr Sicherheit, schärferen Kontrollen, eingeschränkter Zuwanderung sind derzeit Wahlen zu gewinnen – nicht mehr mit einem Bekenntnis zu mehr internationalem Wettbewerb am Arbeitsmarkt, mit freiem Handel, aber auch nicht mit einem Eintreten für kulturelle Vielfalt.

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„Die israelische Zivilgesellschaft ist klinisch tot“

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Selbstmordattentate, Raketen und Militärschläge – der arabisch-israelische Konflikt im Nahen Osten begleitet die Menschen seit vielen Jahrzehnten. Heute vor 50 Jahren begann jener Krieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite, der die Landkarte des Nahen Ostens entschieden verändern sollte. Nach vielen Jahren blutiger Feindschaft zwischen den Völkern des Heiligen Landes ist die Frage nach dem Frieden immer noch ungelöst.

Von Lena Ohm | evangelisch.de

„Montagmorgen um 11 Uhr begann der Krieg“, erinnert sich der evangelisch-lutherische Bischof in Jordanien und im Heilige Land, Munib A. Younan, an jenen 5. Juni 1967, der für die Israelis als Sechstagekrieg und für die arabische Welt als Juni-Krieg in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948) und der Sueskrise (1956) war die Konfrontation 1967 der dritte Arabisch-Israelische Krieg. Younan, ein palästinensischer Christ, lebte zu dieser Zeit mit seinen Eltern im Christlichen Viertel der damals seit 1948 von Jordanien besetzten Jerusalemer Altstadt. „Wir haben aus dem Radio erfahren, dass die Israelis Jerusalem erobert haben. Meine Mutter hat mich gerade noch rechtzeitig versteckt, da kamen schon die Soldaten in unser Haus“, erzählt Younan. Die Israelis seien davon ausgegangen, dass jeder Palästinenser eines gewissen Alters bewaffnet sei und so eine Gefahr darstelle. Viele Palästinenser flohen damals, Younans Familie entschied sich zu bleiben. „Mein Vater dachte, dass die Besatzung vielleicht zwei Wochen dauern wird. Aber die Besatzung endete nie“, so Younan. Der Bischof blickt traurig ins Publikum, das sich im Palais am Funkturm versammelt hat. Kein Platz ist unbesetzt bei einer der letzten Veranstaltungen auf dem Kirchentag in Berlin. Der Nahost-Konflikt beschäftigt die Menschen – gerade in diesem Jahr, das geprägt ist von historischen Jahrestagen der Auseinandersetzung: 100 Jahre Balfour-Erklärung (Erklärung der Briten, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten), 70 Jahre UN-Teilungsplan (Palästina in einen Staat für Juden und einen für Araber aufzuteilen, wobei Jerusalem (einschließlich Bethlehems) unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte) und 50 Jahre Besatzung.

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CSU will höhere Renten für Russlanddeutsche – die sind zu AfD-affin

CSU-Logo Wildbad Kreuth
Die traditionelle Bindung der Spätaussiedler an die Union löst sich spürbar. Viele Russlanddeutsche sympathisieren mit der AfD. Jetzt will die CSU älteren Zuwanderern aus dem Osten etwas Gutes tun.

DIE WELT

Der CSU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Joachim Herrmann, hat höhere Renten für Russlanddeutsche und andere Spätaussiedler gefordert. Die Vertriebenenverbände wiesen zurecht auf eine drohende Altersarmut für diese Bevölkerungsgruppe hin, sagte Bayerns Innenminister beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen am Sonntag in Dinkelsbühl.

Spätaussiedler, die in den 90er-Jahren aus Osteuropa nach Deutschland kamen, hätten deutliche Kürzungen ihrer Rentenansprüche hinnehmen müssen. Im Zuge der Angleichung der Renten in Ost- und Westdeutschland bis 2025 sollten deshalb seiner Meinung nach auch die Sätze für Spätaussiedler überprüft und angehoben werden. „Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit!“, sagte Herrmann laut Mitteilung.

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Von der Leyen: „Wir sind vorbereitet“

Ursula von der Leyen (2010). Bild: wikipedia.org. bearb.: bb

Nach dem Scheitern des letzten Einigungsversuchs wird die Bundeswehr aller Voraussicht nach vom türkischen Stützpunkt Incirlik abgezogen. Verteidigungsministerin Von der Leyen sieht die Truppe darauf vorbereitet. Dennoch werden deutsche Tornados wohl über Monate am Boden bleiben.

Frankfurter Rundschau

Die Bundeswehr ist nach den Worten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf einen Umzug vom türkischen Stützpunkt Incirlik nach Jordanien vorbereitet.

„Für den Kampf gegen den IS war Incirlik eine gute Luftwaffenbasis“, erklärte von der Leyen am Montag in Berlin. „Aber es ist nicht hinnehmbar, dass unsere Abgeordneten die Soldaten nicht besuchen dürfen.“

Die Bundesregierung werde das weitere Vorgehen am Mittwoch im Kabinett „gemeinsam besprechen und entscheiden“.

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Scientists Are Debating Whether Animals Have a Right to Privacy

A grizzly bear in Alaska. Image: Gregory „Slobirdr“ Smith/Flickr
A growing number of scientists are deliberately concealing tracking data to protect their location.

By Sarah Hewitt | MOTHERBOARD

The psychedelic rock gecko lives among the rocks on a tiny island in the South China Sea. Scientists first described this small, colourful creature in 2010 in the journal Zootaxa—where to find it, what it looks like, and how it behaves. Three years later, you could buy one in Europe through the international pet trade. Same story for the Bornean earless monitor lizard, Campbell’s alligator lizard, and countless other species.

Scientific data used to be accessible only through university subscriptions to specialized journals. But these days, there’s a push to remove those limitations and make it available to anyone who wants it. It’s a Catch-22—scientists now find themselves inadvertently putting animals at risk of exploitation by publishing and sharing their location and tracking information. And they’re grappling with what to do about it.

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