Religiöser Fundamentalismus und zelotische Atheistenschelte


religion_dark_agesWenn religiöse Fundamentalisten und eifernde Religionsverächter den Ton angeben, haben die Zweifelnden und die Suchenden, die es auf beiden Seiten gibt, das Nachsehen. Es gälte, den Dialog zwischen denen, die sich in ihrem Glauben, und denen, die sich in ihrem Nichtglauben irritieren lassen, zu eröffnen.

Von Jan-Heiner TückNeue Zürcher Zeitung

In der medialen Öffentlichkeit haben Dissonanzen eine grössere Chance, gehört zu werden. Das bedeutet für die gesellschaftliche Wahrnehmung von Religion, dass die Frontstellung zwischen dem neuen Atheismus, der Religion für eine vormoderne und aufklärungsresistente Angelegenheit hält, und einem religiösen Fundamentalismus, der mit seiner buchstäblichen Lektüre der heiligen Schriften diese Vorbehalte nur bestätigt, das Bild weithin beherrscht. Dieses Bild ist einseitig. Es verdeckt, dass es in den spätmodernen Gesellschaften Suchbewegungen gibt, welche die Grenzen zwischen Glaube, Halbglaube und Nichtglaube durchlässig werden lassen. Jenseits militanter Gotteswahnvorwürfe oder zelotischer Atheistenschelte, die sich gegenseitig hochschaukeln, gibt es im säkularen Raum Potenziale zur Verständigung zwischen Gläubigen, Suchenden und Nichtgläubigen, die nicht ungenutzt bleiben sollten.

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