Junge Islamkonferenz: Wenn schwule Atheisten auf Muslime treffen

Nina Prasch, Leiterin der Jungen Islamkonferenz Quelle: Jakob Hoff
Nina Prasch, Leiterin der Jungen Islamkonferenz Quelle: Jakob Hoff
Die Junge Islamkonferenz bricht mit vielen Tabus der bisherigen Debatte um Muslime.
Das Diskurs-Projekt richtet sich gegen Ausgrenzungen sowohl bei Migranten als auch bei Deutschstämmigen. Resolutionen werden nicht geschrieben, weil diese laut den Organisatoren sowieso nur in Schubladen landen würden.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Gender muss sein. Es gibt „Wissenschaftlerinnen“ und „Bloggerinnen“, es geht um LGBT, das steht für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender. Aber: Wir sind bei der Jungen Islamkonferenz (JIK). Das macht die Sache spannend: Lesben treffen auf Kopftuchträgerinnen. Atheisten auf Gläubige. Deutschstämmige auf Migranten.

Vielfalt also soll das Thema sein – fürs ganze Land. „Wer ist dieser Deutschland?“, heißt eine JIK-Veranstaltung am Samstag in Berlin, wo unter anderem der schwule Pariser Imam Ludovic Mohamed Zahed vor mehreren Hundert Teilnehmern auftreten soll. Um „Erfahrungen mit Pluralität“ soll es gehen und um deren Verteidigung gegen die Feinde der Pluralität unter Alteingesessenen wie Migranten.

„Viele junge Menschen in Deutschland sind mit einem sehr viel größeren Maß an Vielfalt aufgewachsen als noch ihre Eltern und gehen damit weithin angstfrei um“, sagt die JIK-Projektleiterin Nina Prasch, 45, Islamwissenschaftlerin und keine Muslimin. Jenen jungen Leuten wolle man „Gehör verschaffen und sie ermutigen, sich selbst in der Öffentlichkeit zu Wort zu melden“.

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Namibia, die Deutschen und der Völkermord

 Ausgezehrt, aber am Leben: Herero nach der Flucht durch die Wüste 1907 (Foto: oh)
Ausgezehrt, aber am Leben: Herero nach der Flucht durch die Wüste 1907 (Foto: oh)
Mehr als 100 Jahre nach den deutschen Verbrechen in der Kolonie Südwestafrika streiten die Nachfahren um Wiedergutmachung. Mittendrin: die 20 000 Deutschstämmigen in Namibia.

Von Tobias Zick | Süddeutsche.de

Waren es Kriegsverbrechen, wie sie damals in den Kolonien dieser Welt häufiger vorkamen? Oder war es der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts? Die Bundesregierung windet sich bis heute um die richtigen Worte dafür, was die Soldaten des Kaiserreichs 1904 in der deutschen Kolonie „Südwest-Afrika“ angerichtet haben: Zehntausende Herero und Nama wurden erschossen, in die Wüste zum Verdursten getrieben oder starben später, an Entkräftung und Krankheit, in so genannten Konzentrationslagern.

Den Begriff „Genozid“ hat Berlin lange peinlich vermieden, auch aus Angst, sich dadurch haftbar zu machen und Entschädigungen an die Nachfahren der Opfer im heutigen Namibia zahlen zu müssen. Inzwischen hat sich die Bundesregierung dazu durchgerungen, das Wort Völkermord zu benutzen, freilich mit dem Zusatz: ein Anspruch auf Reparationen ergebe sich daraus noch lange nicht.

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Netztentgelte: Was den Strompreis wirklich steigen lässt

Die Gebühren für die Stromnetze werden immer teurer – völlig zu Unrecht, beklagen Ökostromanbieter wie Lichtblick.

greenpeace magazine

Um rund zehn Prozent werden die Kosten für die Benutzung der Stromnetze im kommenden Jahr steigen. Das hat eine Analyse des Stromanbieters Lichtblick ergeben. Das Unternehmen hat die Netzentgelte, also die Gebühren für die Stromleitungen, von 25 großen regionalen Netzbetreibern analysiert. Demnach erhöhen 20 der untersuchten Unternehmen ihre Gebühren zum 1. Januar 2017. Nach einer Berechnung von Lichtblick zahlt ein Haushalt mit 3500 Kilowattstunden im nächsten Jahr 273 Euro netto für die Netzgebühren – das ist gut ein Viertel des gesamten Strompreises und mehr, als für die EEG-Umlage überwiesen werden muss. Die Stromversorger sammeln den entsprechenden Betrag bei den Endverbrauchern ein und geben ihn an die Netzbetreiber weiter.

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Verheiratete Ex-Priester kritisieren die Doppelmoral der Kirche

Paragrafen sind wichtiger als Seelsorge und Menschen.“ Alfred Schlotter spricht diesen Satz mit Bedacht, aber ohne Groll aus. Gemünzt ist er auf die katholische Kirche, mit der Schlotter eine komplizierte Beziehung führt. „Im Rückblick ist es heute leichter zu beschreiben“, sagt der 73-Jährige nachdenklich über das, was man seinen „inneren Abschied“ nennen kann, und klopft dabei leicht auf ein neben sich liegendes Sofakissen.

Von Mara Braun | Allgemeine Zeitung

„Man geht sozusagen von einem Ufer zum anderen. Ich habe insgesamt fünf Jahre gebraucht für diesen Weg.“ Das Ufer, das er hinter sich ließ: das Zölibat und der Beruf als Priester. Dort, wo er ankam: seine Frau, mit der er heute über 40 Jahre verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat.

„Ich fühlte mich nie zur Ehelosigkeit berufen“, sagt Schlotter offen und schiebt nach, so gehe es vielen Kollegen. „Man nimmt es aber notgedrungen für den Job in Kauf.“ Die Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen (VkPF) schätzt, dass 33 Prozent aller Priester in heimlichen heterosexuellen Partnerschaften leben, weitere 33 Prozent in homosexuellen Beziehungen. Zahlen, die zunächst unvorstellbar erscheinen, was Schlotter mit einem leisen Lächeln kommentiert: „Glauben Sie mir, es gibt nichts, was es nicht gibt.“ Das Licht der Nachmittagssonne fällt ins Wohnzimmer, der ehemalige Priester nimmt einen Schluck aus seiner Tasse. „Konkreter: In der katholischen Kirche ist fast alles möglich, aber fast nichts offiziell.“

Dass Paragrafen wichtiger seien, als die Menschen, diese Bemerkung ist gemünzt auf die Reaktion der Kirche, wenn ein Geistlicher seine Beziehung meldet. „Da geht es nicht um die Betroffenen, die Frau, vielleicht Kinder. Man will ihn halten. Dafür werden auch gerne mal sämtliche Augen zugedrückt.“ Das habe er immer als unchristlich empfunden. Für den Priester und alle Beteiligten beginne eine schwierige Zeit. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand diesen Weg leicht geht. Das ist ein massiver Konflikt, eine Lebensangst.“

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Die besten Naturfotografien des Jahres

Naturfotografie des Jahres: Verflochtene Existenzen („Entwined lives“) – Tim Laman, USA
Naturfotografie des Jahres: Verflochtene Existenzen („Entwined lives“) – Tim Laman, USA
Ein Orang-Utan erklimmt die Baumkronen seiner Heimat, dem Gunung Palung Nationalpark im indonesischen Teil der Insel Borneo. Für das außergewöhnliche Bild wurde der US-amerikanische Fotograf Tim Laman als „Wildlife Photographer of the Year 2016“ ausgezeichnet. Wir zeigen weitere Gewinner-Bilder.

Von Julia Lauter | greenpeace magazine

Bereits zum 52. Mal zeichnet die BBC gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum in London den Naturfotografen des Jahres aus. Der Gewinner des renommierten Wettbewerbs wurde gestern in London verkündet: Der Biologe und Fotograf Tim Laman setzte sich mit seinem Bild „Verflochtene Existenzen“ gegen rund 50.000 Einsendungen aus der ganzen Welt durch. Die Ausstellung, in der auch die Gewinner in den Unterkategorien des Wettbewerbs gezeigt werden, eröffnet heute im Naturhistorischen Museum in London und wird anschließend international gezeigt.

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Ist ein Schachcomputer intelligenter als Markus Söder?

© Picture AllianceTokio, im Dezember 2015: Der australische Premierminister Malcolm Turnbull (2.v.l.) begrüßt seinen Politikerkollegen Asimo (vorne).
© Picture AllianceTokio, im Dezember 2015: Der australische Premierminister Malcolm Turnbull (2.v.l.) begrüßt seinen Politikerkollegen Asimo (vorne).
Man könnte schon eine Weile darüber debattieren, ob man die große Frage dieser Veranstaltung bei der Vorwärts Verlagsgesellschaft ausgerechnet einem Staatssekretär stellen sollte: „Wird die künstliche Intelligenz die Politik übernehmen?“ „Nein!“, antwortet Matthias Machnig vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine verdächtige Spur zu schnell.

Von Julia Bähr | Frankfurter Allgemeine

Autorin Yvonne Hofstetter wollte das dann auch alles gar nicht so behauptet haben, und überhaupt gehe es ja eigentlich um die überfällige Reglementierung der Digitalisierung. Darauf konnte man sich einigen und hatte sich generell sehr lieb.

Alles in allem ein phantastisches Beispiel für Buchmesse-Veranstaltungen mit etwas überzüchtetem Titel, ein immer mehr um sich greifendes Phänomen: „Das Ende der Demokratie. Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt“. Da hätte man sich ja nun mindestens den direkten Vergleich der Intelligenzquotienten eines Schachcomputers und Markus Söders erwartet. Außerdem natürlich feiernde anarchistische Massen. Nichts davon weit und breit! Was für eine Enttäuschung!

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NSU-Ausschuss: Aktenzeichen Polizistenmord Heilbronn ungelöst

Bild: heise.de/TP
Bild: heise.de/TP
Wer waren die Täter und wie war es tatsächlich? Die Auseinandersetzung um die Tat geht weiter. Neonazi-Größe aus Baden-Württemberg eine V-Person?

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Wenn die oberste Ermittlungsbehörde der Bundesrepublik behauptet, die Attentäter der zwei Polizeibeamten in Heilbronn vom April 2007 waren Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos und niemand anderes, wenn zweitens der Untersuchungsausschuss des Landtages von Baden-Württemberg diese Version stützt, wenn drittens auch die Angeklagte Beate Zschäpe, Kumpanin von Böhnhardt und Mundlos, diese Version stützt, wenn viertens aber der Untersuchungsausschuss des Bundestages der Version entschieden widerspricht und sich fünftens dabei explizit auf die Erkenntnisse der Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) bezieht – wenn also Tat- und Täterversionen derart auseinanderfallen, dann kann etwas nicht stimmen im Staate. Dann herrscht Klärungsbedarf. Und möglicherweise auch Fahndungsbedarf, weil nicht alle Täter oder Mittäter gefasst sein könnten.

Im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages (PUA) fiel daneben ein Verdacht auf eine Neonazi-Größe in Baden-Württemberg, sie könnte V-Person gewesen sein.

Die Auseinandersetzung um den Mord an der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 geht weiter. So kann man die Ausschusssitzung im Bundestag zusammenfassen. Es war der zehnte und letzte Mord der Serie, für die das Terrortrio verantwortlich gemacht wird, und zugleich der rätselhafteste von allen. Zu den vielen bis heute offenen Fragen dieser Tat kommen neue hinzu, die die Ermittlungen betreffen.

SoKo Parkplatz: Bis zu sechs Personen beteiligt

Die Sonderkommission (SoKo) Parkplatz des LKA kam damals – vor dem November 2011 – zu der Einschätzung, an der Tat seien bis zu sechs Personen beteiligt gewesen. Ein Ermittler der SoKo, Klaus B., bestätigte das jetzt vor den Abgeordneten in Berlin. Drei blutverschmierte Männer, flüchtende Männer, eine Frau, mindestens ein Fluchtauto – alle diese Beobachtungen waren plausibel, so Klaus B., die Zeugen „absolut glaubhaft“ und „authentisch“. Und auch mit sechs möglichen Tatbeteiligten habe sich für sie als Ermittler ein stimmiges Szenario ergeben. Der Kriminalhauptkommissar wörtlich: „Für mich passt das zusammen.“

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Anleitung für TV-Volksrichter

Haben Sie auch bei „Terror“ mit gestimmt? Nach welchen Kriterien? Fühlten Sie sich in der Lage, nach 80 Minuten ein Urteil zu fällen? Oder waren Sie unsicher? Für das nächste Mal sollten Sie vorbereitet sein, wenn es wieder heißt Freispruch oder Lebenslang. Hier eine Anleitung für Laien. Strafrechtler dürfen die Kolumne überspringen oder mir widersprechen, wenn was falsch sein sollte.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Dem TV-Publikum eine Rechtsfrage zu stellen, wäre ja grundsätzlich okay. Am vergangenen Montag durfte jeder, der wollte, – und der bei der Votingline durchkam – sein Urteil sprechen. Zu Beginn der Sendung wurde er zum Schöffen ernannt, egal ob er das im richtigen Leben auch hätte werden können oder nicht. Egal, ob er die Sendung nüchtern betrachtete oder mit glasigen Augen mit richtete. Sieht man ja nicht. Es wurde ihm auch nicht verraten, dass “in echt” 3 Berufsrichter und nur 2 Schöffen in so einem Gericht entscheiden, das hätte vielleicht die Motivation zerstört.  Die meisten ließen sich durch das Spiel, das viele mit blutigem Ernst diskutierten, dazu verleiten, sich für Freispruch zu entscheiden. Begründen mussten sie das nicht. Da sprach das TV-Volk ein Urteil. Dass alleine das ein ziemlich gefährliches Spiel ist, hatte ich bereits am Dienstag in einer Kolumne für den Tagesspiegel begründet.

Im richtigen Leben wird die Frage, ob ein Angeklagter zu verurteilen ist, nicht einfach so aus dem Bauch entschieden. Die Prüfung einer Straftat erfolgt nach bestimmten Regeln. Die möchte ich Ihnen gerne etwas näher bringen, damit Sie demnächst, wenn es vielleicht um einen Folterer geht, der Informationen aus einem islamistischen Unhold heraus foltern möchte, besser gerüstet sind.

Damit es zu einer Verurteilung kommen kann, muss ein Straftatbestand in rechtswidriger und schuldhafter Weise erfüllt sein.

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„Warum nicht ein Neu-Aleppo in Vorpommern gründen?“

Querdenker vom Dienst: Der Wahlhamburger Kurt Edler, grüner Ex-Realo, legt gern den Finger in die Wunde der Gesellschaft Quelle: Pressebild.de/Bertold Fabricius
Querdenker vom Dienst: Der Wahlhamburger Kurt Edler, grüner Ex-Realo, legt gern den Finger in die Wunde der Gesellschaft Quelle: Pressebild.de/Bertold Fabricius
Der Islamismus-Experte Kurt Edler hält die Angst vor islamistischen Jugendlichen in Deutschland für überzogen. Und er hat teils erstaunlich einfache Ideen, um die Menschen hier zu integrieren.

Von Jana Werner | DIE WELT

Draußen spazieren beinahe im Minutentakt fremdsprachige Passanten vorüber, während drinnen, in einem Café im Hamburger Stadtteil Ottensen, Kurt Edler sein Unverständnis kundtut. Der Alt-Grüne versteht die Hysterie um das Merkelsche „Wir schaffen das“ ebenso wenig wie die Sorge vor massenhaften Selbstmordattentätern in Europa. Der Islamismus, sagt der 66-Jährige, sei nach den Bluttaten in Bayern, der Festnahme von „Schläfern“ bei Hamburg und dem Fall des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr in Leipzig zwar in Deutschland angekommen. Doch gebe es einen Weg, Jugendliche vor der Radikalisierung zu bewahren. Und der klingt verblüffend einfach und erfolgversprechend zugleich.

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SVP-Logik: «Wenn eine Frau am Arbeitsplatz belästigt wird, muss sie kündigen»

Screenshot BB
Screenshot BB

Wo werden die Grenzen gezogen zwischen einer sexuell motivierten Aussage, einem dummen Herrenwitz oder einem charmanten Kompliment? In der Sendung «TalkTäglich» diskutieren die Zürcher SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann und Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso Schweiz, unter der Leitung von Moderator Markus Gilli.

 

Basellandschaftliche Zeitung

Donald Trumps sexistische Äusserungen haben auch die Sexismus-Debatte in der Schweiz neu angeheizt. Unter dem Hashtag „SchweizerAufschrei“ protestierten Frauen und berichteten auf Twitter von Erfahrungen mit Sexismus im Alltag. Auch Politikerinnen schliessen sich dem Protestzug an und verschaffen der Thematik zunehmende mediale Aufmerksamkeit.

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Türkei blockiert erneut Abgeordneten-Besuch in Incirlik

Über den Nato-Stützpunkt Incirlik gibt es seit Monaten Diskussionen Quelle: dpa/Bundeswehr
Bundestagsabgeordneter Jan van Aken (Linke) will die Soldaten auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik besuchen. Aber die türkischen Behörden ignorieren den Antrag. Dabei hatten erst kürzlich Abgeordnete die Soldaten dort besucht.
Dies wurde als Aufhebung des durch die Türkei nach der Armenien-Resolution verhängten Besuchsverbots gewertet.

Von Tim Röhn | DIE WELT

Die türkische Regierung blockiert erneut den Besuch eines Bundestagsabgeordneten auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ informierte Jan van Aken, der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, das Auswärtige Amt bereits am 12. Oktober über sein Vorhaben.

Das Amt leitete die Information an die türkischen Behörden weiter, erhielt aber bislang keine Antwort. „Auch eine Nachfrage von mir am Mittwoch beim Auswärtigen Amt hat nichts ergeben“, sagte van Aken.

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Bundesinnenministerium: Regierung plant offenbar Verschleierungsverbot für Beamte

Nicht betroffen: das Kopftuch. Foto: dpa
Nicht betroffen: das Kopftuch. Foto: dpa
Ein Entwurf des Bundesinnenministeriums sieht laut „Spiegel“ zudem vor, dass verschleierte Frauen ihr Gesicht zeigen müssen, wenn ihre Identität festzustellen ist – zum Beispiel bei Passkontrollen oder in Gerichtsverhandlungen.

Frankfurter Rundschau

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge Beamten die Verschleierung des Gesichts verbieten. «Offene Kommunikation ist prägend für das Zusammenleben in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft», zitiert das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Freitag aus einem Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums.

Wer sein Gesicht verberge, schränke die «Möglichkeiten des Kennenlernens und des Einschätzens der Persönlichkeit» stark ein. Die – von manchen muslimischen Frauen praktizierte – Vollverschleierung erschwere die Integration, sei frauenverachtend und stehe im Widerspruch zur Gleichberechtigung.

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Katar: Die Franzosen sind am leichtesten zu kaufen

Bild: heise.de/TP
Bild: heise.de/TP
Hintergründe zum wohlgefälligen Verhalten französischer Politiker gegenüber den Golfstaaten und insbesondere Katar

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Es war auffallend, wie sich der damalige französische Außenminister Laurent Fabius bei den 5+1-Verhandlungen über das Nuklear-Abkommen mit Iran ins Zeug legte, um auf die Gefahr hinzuweisen, die von Iran ausgehen. Man hatte den Eindruck, dass er die Rolle des vormaligen „britischen Pudels“ übernommen hatte.

Auffallend ist auch, wie sehr sich die französische Regierungspolitik auf die Seite der militärischen Gegner der syrischen Regierung schlägt. Zwar hat man im Land große Sorge vor Heimkehrern aus dem syrischen Dschihad, aber den Dschihadismus in Syrien, der die Kriegspartei gegen Baschar al-Assad dominiert, will man nicht scharf genug in den Blick nehmen.

Der derzeitige Außenminister Jean-Marc Ayrault verlegt sich ebenso wie die anderen EU-Außenminister darauf, Moral-Predigen an Russland zu richten und die militante syrische „Opposition“ völlig zu übergehen. Scharfe Verurteilungen gibt es gegen Putin, nicht aber gegen die dschihadistisch-salafistischen Milizen. Die großen Medien folgen, ganz ähnlich wie in Deutschland, dieser Linie.

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Erst geht es ans Konto, dann in die Haft

© WDR/Linda Meiers „Schon GEZahlt?“ So lautete früher der Slogan des jetzt so genannten „Beitragsservice“ von ARD und ZDF. Witzig ist das nicht gemeint. Wer nicht zahlt, dem drohen Sanktionen.
© WDR/Linda Meiers „Schon GEZahlt?“ So lautete früher der Slogan des jetzt so genannten „Beitragsservice“ von ARD und ZDF. Witzig ist das nicht gemeint. Wer nicht zahlt, dem drohen Sanktionen.
Eine alleinerziehende Mutter weigert sich, den Beitrag für ARD und ZDF zu zahlen. Daraufhin gibt es einen Haftbefehl gegen sie. Doch zunächst wird ihr Konto gepfändet.

Frankfurter Allgemeine

Im Streit um ausstehende Rundfunkbeiträge hat das Amt Beetzsee einer alleinerziehenden Mutter aus Brandenburg das Konto gepfändet. „Wir haben diese Maßnahme eingeleitet, weil Steuer- und Abgabengerechtigkeit ein hohes Gut ist“, sagte der zuständige Amtsdirektor. Nach Angaben der 43 Jahre alten Frau geht es um eine Summe von 309,26 Euro.

Von dem nunmehr gepfändeten Konto habe das Amt bislang das Geld für den Hort und das Mittagessen ihrer Tochter abgebucht. Das Amtsgericht Brandenburg/Havel hatte im August schon auf Betreiben des Amtes Beetzsee einen Haftbefehl über sechs Monate Erzwingungshaft gegen die Beitragsschuldnerin erlassen. So sollte sie gezwungen werden, eine Erklärung über ihr Vermögen abzugeben.

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Radioaktives Erbe im Permafrost

Im Kalten Krieg haben die Amerikaner etliche Militärbasen in der Arktis errichtet. Das schmelzende Eis bringt ihre oft gefährlichen Hinterlassenschaften wieder zum Vorschein.

Von Jens Tartler | DER TAGESSPIEGEL

„Projekt Eiswurm“ nannten die Amerikaner ihren Plan gegen die Russen – er ist eine besondere Hinterlassenschaft des Kalten Krieges: Die US-Armee bohrte in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein ausgedehntes Tunnelsystem ins grönländische Eis, um dort die Militärbasis Camp Century zu verstecken. 600 Atomraketen wollten sie acht Meter unter der Schneeoberfläche in Stellung bringen, um die Sowjetunion in Schach zu halten. So nah wie in der Arktis waren sich die Supermächte nie.

Doch dann stellten die US-Ingenieure fest, dass sich die Eismassen schneller bewegten als gedacht. Die Tunnel drohten einzustürzen. Außerdem machte die Raketentechnik Fortschritte: Die Waffen konnten immer weiter fliegen. Camp Century wurde überflüssig. Als die Amerikaner die Basis 1967 aufgaben, dachten sie noch, das ewige Eis würde die ganze Anlage für immer gnädig bedecken. Da lagen sie falsch.

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„Spiegel“: Wolfgang Huber erfolglos für Gauck-Nachfolge angefragt

Quelle:dradio.de
Quelle:dradio.de
Die Union hat laut einem „Spiegel“-Bericht erfolglos bei Wolfgang Huber angefragt, um ihn als gemeinsamen Kandidaten mit der SPD für die Wahl des Bundespräsidenten zu präsentieren. Der 74-jährige ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) habe aber aus familiären und gesundheitlichen Gründen abgesagt.
 

evangelisch.de

Das berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin am Freitag vorab. Auf Wunsch der Union habe der aktuelle EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bei Huber sondiert. Weder Huber noch Bedford-Strohm wollten den „Spiegel“-Bericht auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) kommentieren.

Die Bundesversammlung wählt am 12. Februar nächsten Jahres ein neues Staatsoberhaupt. Der 76 Jahre alte Amtsinhaber Joachim Gauck will aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit antreten.

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Die mysteriösen Millionen des Klosters Neresheim

(Foto: Stefan Puchner/dpa)
(Foto: Stefan Puchner/dpa)
Der Abt des schwäbischen Klosters hat nach seinem Tod ein Vermögen hinterlassen. Woher ist das Geld? Das versucht nun ein Gericht zu klären.
 

Von Josef Kelnberger | Süddeutsche.de

Das Benediktinerkloster Neresheim, gelegen auf der Schwäbischen Alb, ist in jedem Fall einen Besuch wert. Wer sich für Kirchengeschichte interessiert, wird schier begeistert sein von diesem Ort. Die spätbarocke Kirche, erbaut nach den Plänen von Balthasar Neumann: ein Werk von europäischem Rang. Das Konventgebäude, vor Kurzem aufwendig saniert, beherbergt ein Museum, in dem sich die wechselvolle Geschichte der Abtei bis ins elfte Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Doch damit nicht genug. Wer zufälligerweise ein paar Millionen Euro vermisst – auch der wird möglicherweise fündig im Kloster Neresheim.

Belege über ein Vermögen von vier Millionen Euro fanden sich 2013 im Nachlass des über die Landesgrenzen hinaus bekannten, im Alter von 77 Jahren verstorbenen Abts und Cellerars Norbert Stoffels. Es handelt sich um ein offenbar einwandfreies Spendenkonto in Aalen und ein merkwürdiges Wertpapierkonto bei der Deutschen Bank in Krefeld im Wert von drei Millionen Euro. Niemand im Kloster habe von den Konten gewusst, hieß es damals. Und bis heute weiß niemand, wer Anspruch auf die Krefelder Millionen hat. Auch das Oberlandesgericht in Stuttgart brachte am Freitag kein Licht ins Dunkel.

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Armutskonferenz: Menschen am Rand nicht aus den Augen verlieren

Die Nationale Armutskonferenz beklagt Schwerfälligkeit in der Politik.

evangelisch.de

Es sei frustrierend zu sehen, wie lange politisch debattiert und dann nichts umgesetzt werde, sagte der Sprecher der Armutskonferenz, Frank Johannes Hensel, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Lobbyarbeit für Bedürftige sei auch in Zukunft dringend nötig, sagte der Direktor des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Konferenz.

Hensel beklagte, dass für eine wirksame Unterstützung Bedürftiger politische Wille fehle: „Denken Sie an die langwierigen und beschämenden Auseinandersetzungen um Vermögens- und Erbschaftssteuer: Eine Besteuerung wachsender Vermögen zu verlangen, drängt sich auf und ist keinesfalls Ausdruck einer Neiddebatte.“ Dennoch gehe die Politik dieses Thema nicht an.

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Scientists Blast Pyramids of Giza With Subatomic Particles to Reveal Its Secrets

Representations of the passageways that the muon scans unveiled. Image: ScanPyramids
Representations of the passageways that the muon scans unveiled. Image: ScanPyramids
The Great Pyramids of Giza may seem as old as time itself, but cutting-edge technology is being used to help unravel its remaining mysteries.

By Meredith Rutland Bauer | MOTHERBOARD

Egyptian, Canadian, Japanese, and French researchers are using highly sensitive muon panels to sense those elementary particles to find undiscovered caverns inside the giant pyramids.

The ScanPyramids project announced last week it had discovered a cavern on the northern side of the Khufu Pyramid, which is possibly another entryway into the pyramid that had been later covered. They also found some chevrons, which are blocks in a V shape, which caused some pause.

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