EU verlängert Glyphosat-Zulassung um fünf Jahre

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Die EU-Staaten haben sich mehrheitlich für eine weitere Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat ausgesprochen.
  • Wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht.

Süddeutsche Zeitung

Die EU-Länder haben die Zulassung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat um weitere fünf Jahre verlängert. Das teilte die EU-Kommission mit. Ein Ausschuss hatte am Montag über einen entsprechenden Vorschlag der Kommission abgestimmt. 18 der 28 EU-Länder votierten für die Verlängerung, darunter auch Deutschland.

Umweltministerin Hendricks kritisierte die Zustimmung als Vertrauensbruch. Sie habe noch am Montag gegenüber Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erklärt, sie sei „mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden“. Dennoch habe ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums für eine Verlängerung gestimmt.

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Indischer Gesundheitsminister: Krebs als göttliche Gerechtigkeit

Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)

Seit Tagen sorgt eine Aussage von Hismanta Biswa Sarma, dem Gesundheitsminister des indischen Bundesstaates Assam, in Indien für Aufregung. Sarma hatte öffentlich seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass Krebs durch Sünden in einem früheren Leben entstünde.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

 

Laut diverser indischer Medien sagte Gesundheitsminister Sarma vergangenen Dienstag während einer Veranstaltung vor Lehrern:

„Gott lässt uns leiden, wenn wir sündigen. Manchmal begegnen wir jungen Männern, denen Krebs auferlegt wurde oder ein Unfall. Wenn man die Hintergründe untersucht, wird man feststellen, dass es sich um göttliche Gerechtigkeit handelt. Nichts anderes. Wir müssen diese göttliche Gerechtigkeit ertragen. In diesem Leben oder in einem früheren Leben hat dieser junge Mann vielleicht nichts getan, aber vielleicht haben sein Vater oder seine Mutter etwas Falsches getan. So steht es in der Gita [die Bhagavad Gita ist die wichtigste heilige Schrift der Hindus – Anmk. d. Ü.] und in der Bibel geschrieben über die Folgen des Handelns. Kein Grund, traurig zu sein. (…) Die göttliche Gerechtigkeit wird immer da sein. Niemand kann der göttlichen Gerechtigkeit entfliehen, die kommen wird.“

Die Äußerungen Sarmas sorgten in Indien für großen Protest. Vor allem von Krebspatienten und ihren Angehörigen, die darin einen unsensiblen Umgang mit ihrem Leiden sehen. Kritik gab es jedoch auch von Oppositionsparteien, die mutmaßten, Gesundheitsminister Sarma, der Mitglied der nationalkonservativen Regierungsparte BJP ist, wolle hiermit sein eigenes Versagen bei der Bekämpfung von Krebs im Bundesstaat Assam vertuschen.

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Rätsel um Unterwasser-Tropfsteine

Ungewöhnliche Kalkfomationen: Unterwasser-Tropfsteine „Hells Bells“ in der El Zapote-Höhle auf Yucatan © E.A.N./ IPA/INAH/MUDE/ UNAM/Heidenlerg
Einzigartiges Naturphänomen: In einer wassergefüllten Höhle auf Yucatan haben Forscher äußerst ungewöhnliche Tropfsteine entdeckt. Denn sie sind nicht an der Luft, sondern unter Wasser gewachsen. Die bis zu zwei Meter langen Kalzitformationen sind zudem innen hohl und weiten sich am unteren Ende trompetenförmig. Entstanden sind sie wahrscheinlich durch ein Zusammentreffen ganz spezieller Bedingungen im Wasser der Höhle – und durch die Mithilfe von Mikroben.

scinexx

Tropfsteine sind faszinierende Kunstwerke der Natur. Typischerweise bilden sie sich in Höhlen innerhalb von Kalksteinformationen. Regenwasser sickert durch den Kalk und nimmt dabei Kalziumkarbonat auf. An der Höhlendecke treten diese gesättigten Tropfen aus. Beim Heruntertropfen fällt ein Teil des Kalziumkarbonats aus und bleibt an der Höhlendecke hängen – im Laufe von Jahrtausenden entsteht so ein immer länger werdender Kalkzapfen – ein Stalaktit.

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Nur Mann und Frau?

© Bild: Fotolia.com/blende11.photo
Intersexuelle sollen sich demnächst nicht mehr zwischen „Mann“ und „Frau“ entscheiden müssen, hat das Bundesverfassungsgericht kürzlich beschlossen. Doch wie soll die Kirche damit umgehen? Eine Theologin, die in der Schweizer Regenbogenpastoral arbeitet, und ein Moraltheologe machen Vorschläge.

Von Roland Müller | katholisch.de

Für die Bibel scheint es klar zu sein: Der Mensch ist entweder Mann oder Frau. Heißt es doch im Buch Genesis: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.“ (Gen 1,27) Doch es gibt Personen, bei denen die Zuordnung zu einem Geschlecht nicht eindeutig möglich ist. Intersexuelle haben Merkmale beider Geschlechter und sind daher weder Mann noch Frau, sondern befinden sich zwischen beiden.

Mit dieser Sonderstellung von Intersexuellen hat sich jüngst auch das Bundesverfassungsgericht beschäftigt. Die Karlsruher Richter beschlossen vor rund zwei Wochen, dass es zukünftig eben nicht nur männlich oder weiblich beim Eintrag ins Geburtenregister gibt, sondern auch eine weitere dritte Möglichkeit. Die Klage von Vanja, einer betroffenen Person, stellt einen Erfolg für die Intersexuellen dar, die unter dieser Einschränkung gelitten haben. Ihre Situation rückte durch das Urteil in die breite Öffentlichkeit.

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Darpa will „einfache Pflanzen als Informationssammler der nächsten Generation“

Bild: Darpa
Die Forschungsbehörde des Pentagon stellt sich vor, dass Pflanzen mit Genome Editing Sensoren bzw. Detektoren eingebaut werden, die sich aus der Ferne ablesen lassen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die nach dem Sputnik-Schock geschaffene Forschungsbehörde des Pentagon, die Darpa, entwickelt und finanziert seitdem Programme, um die USA technisch an der Spitze der Entwicklung zu halten. Eine der ersten großen Projekte war die Erfindung des Arpanet, aus dem das Internet hervorging. Dazu werden auch verrückte oder exotische Ausschreibungen für technische Entwicklungen gemacht, die scheitern oder steckenbleiben und die auch nichts mit unmittelbaren militärischen Erfordernissen zu tun haben.

Eine der neuen Ideen, an der Spitze des technischen Fortschritts zu bleiben, ist das Projekt Advanced Plant Technologies (APT). Damit sollen Entwicklungen vorangebracht werden, wie sich Pflanzen in Überwachungsmittel verwandeln lassen können, um schnell und genau Informationen zu liefern. Gesucht werden „einfache Pflanzen als Informationssammler der nächsten Generation“.

Wie das genau gehen soll, ist nicht Inhalt der Ausschreibung, die nur vorgibt, was erreicht werden soll, nämlich die Herstellung von „robusten Sensoren in Pflanzen, die sich in ihrer Umgebung selbst erhalten und aus der Ferne mit vorhandener Hardware überwacht werden können“. Angedacht oder vorgeschlagen wird, natürliche Reiz-Reaktions-Mechanismen zu reprogrammieren, „um die Anwesenheit von bestimmten chemischen Substanzen, Krankheitskeimen, Strahlung und auch elektromagnetischen Signalen zu erkennen“, also etwa von Radiowellen oder Mikrowellen.

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WDR steigt bei Roger-Waters-Konzert aus

Ein Ballonschwein steigt bei einem Konzert von Roger Waters im Oktober 2016 in Indio, Kalifornien, auf. ©dpa
Nach Vorwürfen gegen den Sänger wegen BDS-Unterstützung zeigt Intendant Tom Buhrow eindeutige Haltung

Von Ayala Goldmann | Jüdische Allgemeine

Der WDR hat die Zusammenarbeit mit Roger Waters für das am 11. Juni geplante Konzert von Pink Floyd in Köln beendet. Das bestätigte eine Mitarbeiterin der Pressestelle der Jüdischen Allgemeinen am Montagmorgen. Zuvor hatte die Kölnerin Malca Goldstein-Wolf eine Petition an den WDR-Intendanten Tom Buhrow gerichtet, in der sie dem WDR vorwarf, mit der Kooperation einen Judenhasser mit dem Geld von Gebührenzahlern zu unterstützen.

Waters ist prominenter Unterstützer der Boykott-Kampagne gegen Israel (BDS). Auf mehreren Konzerten ließ er Ballons in Schweineform samt Davidstern aufsteigen. Die Jüdische Allgemeine hatte die Zusammenarbeit des WDR mit Waters unter der Überschrift »WDR proudly presents BDS« ebenfalls scharf kritisiert.

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Jedes Rindfleisch schadet dem Klima

950 Millionen Rinder werden weltweit gehalten – und erzeugen etwa doppelt so viele Treibhausgase wie der gesamte Flugverkehr. Aktivisten behaupten, das ließe sich mit der richtigen Haltungsform vermeiden. (Foto: Carsten Rehder/dpa)
Einige Landwirtschaftsorganisationen behaupten, Kühe auf der Weide könnten die globale Erwärmung aufhalten. Dabei ist die Klimabilanz von Rindfleisch in den meisten Fällen verheerend.

Von Christoph Behrens | Süddeutsche Zeitung

Die Sache mit Ursache und Wirkung sei manchmal nicht so einfach, erklärt der Autor des Beitrags „Kohlenstoff, Rinder und schützende Weidehaltung“. Zum Beispiel was die Rinder angehe. Da könne man nicht einfach sagen, dass die Haltung der Tiere Treibhausgase verursache und zum Klimawandel beitrage. In Wahrheit sei die Sache deutlich komplizierter. Nämlich eher anders herum. „Tatsächlich könnten Wiederkäuer sogar der Schlüssel sein, ein Nahrungsmittelsystem zu entwickeln, das den Einfluss so vieler Treibhausgase in der Atmosphäre umkehrt.“ Also, verkürzt gesagt: Der Konsum von Rindfleisch könne den Klimawandel am Ende sogar bremsen.

Rinder als Klimaretter? Diese Erzählung wird auf der Webseite der US-Landwirtschaftsorganisation „Land Stewardship Project“ gepflegt. Dabei ist die Sache eigentlich ziemlich eindeutig: Alle rund 950 Millionen Rinder, die weltweit gehalten werden, belasten das Klima mit gewaltigen Mengen Treibhausgasen, umgerechnet rund fünf Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr.

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Mehr als zwei Millionen Kinder in Deutschland leben von Hartz IV

Immer mehr Kinder aus Rumänien und Bulgarien tauchen in der Hartz-IV-Statistik auf Quelle: pa/dpa/Maja Hitij
In Deutschland steigt die Zahl der Kinder, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Im Juni dieses Jahres bezogen 2,05 Millionen Kinder und Jugendliche die Gelder – eine Gruppe ist davon besonders betroffen.

DIE WELT

Wegen Fluchtmigration und Zuwanderung insbesondere aus Rumänien und Bulgarien leben mehr Kinder in Deutschland von Hartz-IV-Leistungen. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vorliegen.

Demnach lebten im Juni 2017 2,05 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften – rund 100.000 mehr als im Juni 2016. Dies entspricht einem Plus von fünf Prozent. Dabei sei die Zahl der ausländischen Kinder, die entsprechende Leistungen erhalten, im selben Zeitraum um gut 170.000 auf 583.639 gestiegen – das sind 41 Prozent mehr als im Juni 2016. Die Entwicklung lässt sich laut Redaktionsnetzwerk vor allem durch die starke Fluchtmigration nach Deutschland erklären.

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Hasan Cobanlis „Erdoganistan“: Törrörüstler sieht er überall

Immer schön auf dem Teppich geblieben: Präsident Recep Tayyip Erdogan, Meister der moralischen Entrüstung, vor seinem Palast in Ankara. ©dpa
Hasan Cobanli seziert das System Erdogan – und zeigt, wie der türkische Präsident den Krieg, den er im eigenen Land führt, nach Deutschland exportiert. Eine Abrechnung, wie es sie noch nicht gegeben hat.

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

So eine Abrechnung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinen Anhängern in der Türkei wie in Deutschland hat es noch nicht gegeben. Hasan Cobanli, in Istanbul geboren und als Journalist in München lebend, nimmt kein Blatt vor den Mund: Er beschreibt Erdogan als einen Politiker, der „Kriege entfacht, Bürgerkriege führt und in alle Richtungen Hass predigt“.

Er sieht im „kollektiven Beleidigtsein“ einen wichtigen Bestandteil des neuen türkisch-muslimischen Selbstverständnisses, und besorgt schreibt er, der Konflikt zwischen den Ja-Sagern, die aus der Türkei ferngelenkt würden, und den kritischen Nein-Sagern werde sich tiefer denn je in die deutsche Gesellschaft hineinfressen, je klarer in der Türkei die Würfel gefallen sind.

Cobanli, Enkel einer der Helden des türkischen Unabhängigkeitskriegs, ist nicht zwischen Deutschland und der Türkei Erdogans hin- und hergerissen. Er wurde zwei Jahre vor Erdogan, 1952, geboren, und mit dessen Türkei hat er abgeschlossen. Für ihn ist „Erdoganistan“ ein Staat, der sich anmaßt, den Bürgern ihre Bedürfnisse zu diktieren, und ein Schiff, das in unsichere Gewässer abdriftet und dabei Kurs auf den Sumpf Nahost nimmt.

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Wir sind von Milliarden Phagen besiedelt

Milliarden von kleinen Viren wie diese Gamma-Phagen besiedeln unseren Körper. © Vincent Fischetti/ Raymond Schuch/ The Rockefeller University/ CC-by-sa 2.5
Virale Untermieter: Überall in unserem Körper tummeln sich unzählige Phagen. Diese auf Bakterien spezialisierten Viren können aus dem Darm problemlos ins Blut und andere Organe wandern, wie eine Studie nun zeigt. Denn sie sind dazu in der Lage, die Zellen von Epithelschichten zu durchqueren und so ins Gewebe zu gelangen. Über diesen Weg strömen jeden Tag geschätzte 30 Milliarden Phagen aus dem Darm in unseren Körper – und erweisen uns möglicherweise nützliche Gesundheitsdienste.

scinexx

Der Mensch ist nie allein: Überall in und auf uns leben winzige Organismen – ob im Darm, auf unserer Haut oder in unserer Nase. Zu diesen oft nützlichen Untermietern zählen beispielsweise Bakterien, Amöben und Pilze. Und offenbar auch Milliarden von Phagen, wie sich nun zeigt.

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Pakistan beugt sich der Religiotie

„Wir haben gewonnen“ – Demonstranten in Islamabad feiern das Ende der Proteste. Bild: dpa
Die Religion triumphiert über den Staat: In Pakistan willigt die Regierung nach wochenlangen Protesten in die Forderungen der Demonstranten ein, um weitere Eskalationen zu vermeiden. Auch Justizminister Hamid legt wie gefordert sein Amt nieder.

ntv

Sechs Tote, 200 Verletzten und alle Forderungen der islamistischen Demonstranten erfüllt: So endet eine wochenlange Blockade in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad durch tausende islamistische Demonstranten. Mit dem Rücktritt von Justizminister Zahid Hamid hat die Regierung das wichtigeste Anliegen der Protestler erfüllt. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur APP.

„Wir beenden die Sitzblockade. Wir haben eine Vereinbarung mit der Regierung getroffen“, sagte der Sprecher der religiösen Partei Tehreek-i-Labaik Ya Rasool Allah (TLY), Pir Zubair Kasrui. Die Stimmung am Ort der Demonstration an der wichtigsten Ausfallstraße der Hauptstadt war freudig. „Wir haben gewonnen. Niemand kann die Anhänger des Propheten schlagen“, sagte einer der Demonstranten. Man habe gezeigt, dass niemand in Pakistan etwas tun könne, das gegen den Islam ist.

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Dodo Müller warnt vor Spaltung in der Kurie

Gerhard L. Müller links im Bild
Der Kardinal im „Corriere della Sera“-Interview: „Eine Front möchte mich an die Spitze einer Bewegung gegen den Papst stellen, doch das werde ich nie tun.“

Kleine Zeitung

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller warnt vor der Gefahr einer Spaltung in der Kurie im Vatikan. „Eine Front möchte mich an die Spitze einer Bewegung gegen den Papst stellen. Doch ich werde das nie tun“, sagte Müller im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Sonntag.

Die kirchlichen Behörden sollten laut Müller auf „gerechtfertigte Beschwerden“ hören. „Man darf Menschen, die diese Beschwerden vorbringen, nicht ignorieren, oder noch schlimmer, demütigen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es, auch ungewollt, zu einer langsamen Trennung kommt, die zur Spaltung eines Teils der desorientierten und enttäuschten katholischen Welt führen könnte. Das protestantische Schisma von Martin Luther vor 500 Jahren sollte uns lehren, welche Fehler man vermeiden muss“, so Müller, der als konservativer Hardliner gilt, der grundlegende Reformen in der katholischen Kirche ablehnt.

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KI-gesteuerte Tiefenhirnstimulation zur Behandlung von psychischen Krankheiten getestet

Tiefenhirnstimulation. Bild: C. Hacking, F. Gaillard/CC BY-SA-4.0
Die Stimulation soll nur dann erfolgen, wenn bestimmte Gehirnaktivitäten auftreten. Bedenken liegen auf der Hand

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mit der Tiefenhirnstimulation oder einem „Hirnschrittmacher“ werden einem Patienten Elektroden im Gehirn implantiert, die elektrische Impulse an bestimmte Areale abgeben. Behandelt werden damit Krankheiten wie Parkinson, Epilepsie oder das Tourette-Syndrom, aber auch Depressionen, Zwangsstörungen oder sogar Kopfweh.

Denkbar wäre, mit solchen Implantaten (Gehirn am Draht könnte man sagen) nicht nur Symptome von Krankheiten zu lindern, sondern auch die Leistungsfähigkeit von kognitiven Funktionen zu verbessern, wie das etwa auch mit nicht-invasiver Transkranieller Magnetstimulation des motorischen Kortex versucht wird, um motorisches Lernen, z.B. beim Schießen, zu optimieren (US-Spezialeinheiten testen Neurostimulation zur Optimierung).

Auch wenn die Tiefenhirnstimulation in Mode gekommen ist und ausprobiert wird, was man damit in Gehirnen alles therapeutisch und vielleicht auch zum Zweck der Leistungssteigerung (cognitive enhancement) bewirken kann, ist noch nicht ganz klar, wie sie überhaupt wirkt. Insofern könnte man die Tiefenhirnstimulation als eine sanfte, dafür auf Dauer gestellte Elektroschock- bzw. -krampftherapie verstehen, von der man auch nicht weiß, wie sie wirkt, wenn sie dies tut.

Die Darpa, die Forschungsbehörde des Pentagon mit dem derzeitigen Motto „Creating Breakthrough Technologies für National Security), fördert nun erstmals im Rahmen des Programms „Systems-Based Neurotechnology for Emerging Therapies“ (SUBNETS) Versuche mit Gehirnimplantaten an Menschen, um damit Gemüts- und Verhaltensstörungen zu behandeln. Das Programm wurde 2013 von der Darpa ausgeschrieben, um eine „Technik für eine präzise Therapie“ durch Erfassung von neuronalen Signalen und Stimulation für Menschen mit neuropsychiatrischen und neurologischen Krankheiten zu entwickeln.

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Universität Osnabrück: „Wir bilden keine Imame aus, das wollen wir auch gar nicht“

Der Arbeitsmarkt für muslimische Geistliche ist in Deutschland schwierig Quelle: pa/dpa/Angelika Warmuth
Die neue Landesregierung in Niedersachsen will die Ausbildung muslimischer Geistlicher an der Universität Osnabrück vornehmen lassen. Die wehrt sich nun gegen den Koalitionsbeschluss – und stellt eine Bedingung.

DIE WELT

Die Absicht der neuen Landesregierung, die Ausbildung von muslimischen Geistlichen an der Universität Osnabrück vornehmen zu lassen, stößt bei der Hochschule auf Widerspruch. „Wir bilden keine Imame aus, das wollen wir auch gar nicht“, sagte die Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Hochschule, Martina Blasberg-Kuhnke.

Die Ausbildung von Imamen sei nicht Sache der Universität – es sei wichtig, dass auch gar nicht erst dieser Eindruck entstehe. Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU steht wörtlich: „Aufbauend auf die seit 2010 bundesweit anerkannten Imam-Weiterbildungsangebote an der Universität Osnabrück soll dort eine grundständige Imam-Ausbildung eingerichtet werden.“

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Klimaschädliche Kältemittel werden reduziert

Der Gebrauch klimaschädlicher Kältemittel wird künftig weltweit weiter eingeschränkt. Die entsprechende Kigali-Vereinbarung sei bereits von mehr als 20 Staaten ratifiziert und könne somit am 1. Januar 2019 in Kraft treten, teilte das Bundesumweltministerium am Sonntag nach einer Vertragsstaatenkonferenz des Montreal-Protokolls im kanadischen Montreal mit.

evangelisch.de

Ministerin Barbara Hendricks (SPD) sprach von einem wichtigen Fortschritt im Kampf gegen den Klimawandel. Die Bundesregierung hat die Ratifikationsurkunde am 16. November 2017 hinterlegt.

Im Oktober 2016 hatten sich die 197 Vertragsparteien des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht in der ruandischen Hauptstadt Kigali darauf verständigt, die Herstellung und den Gebrauch bestimmter klimaschädlicher teilfluorierter Kohlenwasserstoffe (HFKW) schrittweise um bis zu 85 Prozent zu mindern. Diese Stoffe werden vor allem in Kälte- und Klimaanlagen verwendet. Sie schädigen zwar nicht direkt die Ozonschicht, haben aber ein sehr hohes Treibhauspotenzial und können bis zu 22.800 Mal stärker wirken als Kohlendioxid (CO2).

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Erdogan: Türkei muss Zwangsheirat und Kinderehen „hinter sich lassen“

Recep Tayyip Erdogan. – (c) REUTERS (HANDOUT)
„Gewalt gegen Frauen ist inakzeptabel“, sagte der türkische Staatspräsident am Sonntag in Istanbul.

Die Presse.com

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich für eine konsequente Bestrafung von Gewalttaten gegen Frauen ausgesprochen. „Gewalt gegen Frauen ist inakzeptabel“, sagte Erdogan auf einer Veranstaltung gegen die Misshandlung von Frauen am Sonntag in Istanbul. Solche Gewalttäter müssten „für ihren Verrat an der Menschlichkeit“ bestraft werden.

Auch Zwangsheirat und Kinderehen seien Probleme, die die Türkei „hinter sich lassen“ müsse. Die Regierung arbeite an einem entsprechenden Programm. Details dazu nannte Erdogan nicht.

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PA controls just 5% of Gaza, senior Abbas minister says

Palestinians argue with Hamas officials and security forces in a makeshift station in a basketball court in Khan Younis in the southern Gaza strip on November 18, 2017 as they await clearance to take a bus to travel through the Rafah border crossing with Egypt, after it opened for three days for the first time since the Palestinian reconciliation deal. (AFP PHOTO / Mahmud Hams)
Hussein al-Sheikh: Hamas dragging its feet in handover of enclave to Palestinian Authority

By Dov Lieber | The Times of Israel

Palestinian Authority Minister of Civil Affairs Hussein al-Sheikh on Sunday said the PA government had assumed control of just five percent of the Gaza Strip, ahead of a looming December 1 deadline for the PA to take full control of the enclave as part of the intra-Palestinian reconciliation process.

Fatah, which controls the PA, signed a deal with Hamas in Cairo last month that would see the terror group’s 10-year rule in the Gaza Strip come to a close by the end of November.

Sheikh, however, accused Hamas of dragging its feet in implementing the accord.

“The [PA] government until this moment, financially, administratively and security-wise, has not been set up [in Gaza] more than five percent,” Sheikh told the official PA newscast.

He said Hamas has not permitted PA ministers to take control of their old offices in Gaza and thousands of former government employees who worked in Gaza ministries before Hamas’s takeover of the enclave in 2007 have not returned to work.

The Palestinian minister also said the PA has not been able to set up an effective tax collection system, adding, that the Ramallah is “collecting crumbs” at the Kerem Shalom crossing with Israel.

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„Keine Gefangenen, kein Prozess“: Ägyptens Beduinen gegen den IS

foto: afp Mehr als 300 Personen wurden aktuellen Zahlen zufolge getötet.
Die wichtigsten Verbände auf dem Sinai sagen Ägyptens Regierung ihre Unterstützung zu. Diese spricht von verbrannter Erde

Von Astrid Frefel | derStandard.at

Mit dem Läuten ihrer Kirchenglocken zeigten am Wochenende auch Ägyptens Christen ihre Anteilnahme an dem blutigen Moschee-Massaker im Nordsinai. Nach einer letzten Bilanz waren dabei am Freitag 305 Menschen, darunter 27 Kinder, getötet worden. Zudem gibt es 128 Verletzte. Ziel war offenbar die lokale Sufi-Gemeinde. Viele der Opfer wurden Samstag in einem Massengrab beigesetzt. Präsident Abdelfattah al-Sisi kündigte an, ein Mausoleum für die Opfer errichten zu lassen.

Die Tragödie hat das 4000-Seelen-Dorf Rawdah bei Bir al-Abed ins Mark getroffen. Traditionell besuchen in dieser konservativen Region nur Männer die Moschee zum Freitagsgebet. Diesmal fiel es aber mit dem Beginn einer festlichen Woche zusammen, die mit dem Feiertag zum Geburtstag des Propheten Mohammed endet. In zahlreichen Familien gab es gleich mehrere Tote. Unter den Opfern befanden sich auch Gläubige, die vor der Gewalt in Rafah und Sheikh Zuwayed nach Bir Abed geflohen waren, weil diese Region als relativ sicher galt.

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Korallen-Transplantation im Great Barrier Reef ist geglückt

Great Barrier Reef, Steve Parish/flickr/CC BY 2.0
Die Forscher haben Korallenlaich gesammelt und ausgebrütet. Die geschlüpften Larven brachten sie nun in beschädigte Gebiete des 2300 Kilometer langen Korallenriffs.

Die Presse.com

Australische Forscher haben erfolgreich Korallenlaich aus einem Teil des Great Barrier Reef in einen anderen gefährdeten Teil transplantiert. Das Projekt könnte helfen, beschädigte Ökosysteme weltweit wiederaufzubauen, sagten Wissenschafter der australischen Southern Cross Universität am Sonntag.

Die Forscher hatten Ende vergangenen Jahres große Mengen an Korallenlaich vor der Insel Heron Island im südlichen Teil des Great Barrier Reefs gesammelt und ausgebrütet. Die geschlüpften Larven brachten sie in beschädigte Gebiete des 2300 Kilometer langen Korallenriffs. Acht Monate später fand das Forscherteam dort junge Korallen vor, die den Umzug überlebt und im Schutz von Netzwänden gewachsen waren.

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Wurzelbehandlung für den Islam – Ourghis Entlassung gefordert

Eine Reform des Islam fängt bei seinen Schriften an: Koran in einer Moschee. Foto: Dado Ruvic (Reuters)
Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi verordnet den Muslimen eine radikale Reformation und eine Anpassung an die westliche Kultur.

Von Michael Meier | Der Bund

Abdel-Hakim Ourghi gehört zu den wortmächtigen Repräsentanten des Reformislam in Deutschland. Sein neuestes Buch ist mehr Manifest als Studie: Es handelt sich dabei um 40 Thesen, die er im Luther-Jahr medienwirksam an die Tür der Dar-Assalam-Moschee in Neukölln genagelt hat.

Als Mitbegründer der liberalen Moschee in Berlin und als Initiant der Freiburger Deklaration für einen säkularen ­Islam ist er ohnehin schon Persona non grata bei den Muslimverbänden. Jetzt fordert das Islamische Zentrum Freiburg im Breisgau, wo der Islamwissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule unterrichtet, seine Entlassung. Grund: Die 40 Thesen würden die Muslime beleidigen.

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